Indiana Tribüne, Volume 29, Number 29, Indianapolis, Marion County, 26 September 1905 — Page 7

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ie erste n tt efte tt tt tt n TT TT (Fortsetzung.) An ihn klammert sich das Miezelchen, und e? drückt fest den weichen Arm an seine Brust und beugt sich zu ihrem Ohr herab: Du, Miezelchen, Du " Die zärtlichen Flüsterlaute wehen in ihre Seele hinein, und sie nickt an seine Schulter gelehnt. Ich könnt's. Wilibald. wenn es wirtlich kein Mittel mehr gäbe, daß wir uns doch noch kriegten." es gibt keines," sagt Wilibald mit dumpfer Resignation. Und gäbe es selbst eines, es wäre nur ein langer, mühseliger Alltagsweg, auf dem unsre selige Liebe vielleicht die Flügel brechen würde." Das Miezelchen hätte gern widersprechen, hätte gern tapser versichert, daß sie auch vor dem schwersten Alltag nicht zurückschrecke, wenn er ihn mit ihr theile, allein sie thut es nicht. Sie will nicht zurückstehen hinter ihrem Wilibald, der wie ein Dichter spricht. Tauschen soll er sich nicht in ihr. Und alles ist ja auch so wunderbar, so romantisch unirdisch, wie sie da miteinander in die stille, verschneite Welt hinauswandeln, wie hinter ihnen mehr und mehr das Städtchen im Dämmer versinkt, wie daheim keiner weiß, wo das Miezelchen geblieben ist, wie man nach ihr suchen wird, und dann O der schaudervollen Wirklichkeit, die sich in alles hineindrängt, die jeden Flug in's wunderbare Blaue hinein sofort zu schänden macht! Das tapfere Miezelchen zittert plötzlich an allen Gliedern. Wilibald, wir sind schon so lange gegangen und so weit! Wenn das 'rauskommt! Der Vater ach, lieber Gott ich traue mich nicht wieder nach Haus zurück!" So gehst Du eben nicht wieder nach Hau's zurück." Ein Heldenmuth, aus Liebe. HeizHunger und Gram zusammengebraut, schwellt des Jünglings Brust, und er schlingt seinen warmen weiten Mantel um die Kleine, die wie ein Vögelchen darin verborgen ist. So bleiben wir beisammen und pilgern miteinander in die Weite." Mit ängstlichen, erschreckten Augen schaut sie zu ihm empor: Aber Wilibald, wohin denn?" Da sagt er mt mildem Vorwurs: Mit mir sterben wolltest Du, Miezelchen mit mir zu leben fürchtest Du Dich?" Das Goldköpfchen möchte beileibe nicht merken lassen, wie fest die Füßchcn im Grunde am nüchternen Erdboden hangen, und müht sich, einen Einwand zu finden, der möglichst der Erdenschwere entbehrt. Wilibald wir haben ja doch auch kein Geld! Wie soll man leben, wenn man kein Geld hat. Aber sterben mit Dir, das ist ganz was anderes wenn es da zum Ernste käme, o Wilibald, da solltest Du mich kennen lernen!" Als habe er auf der Stelle die Absicht, sie beim Wort zu nehmen, ist der Jüngling voll plötzlicher Entschlossenheit stehen geblieben und sieht das arme Miezelchen mit brennenden. schrecklichen Augen durchbohrend an. .Es war mir Ernst. Ich suchte Dich auf zum letzten Abschied. Und es ist mir noch Ernst, Miezelchen! Manch einer hat weniger Ursache zur Hoffnungslosigkeit, als ich, und greift doch zum letzten und besten aller Heilmittel, zur " Ein wirrer Schrei und das Mie zelchen hat sich aus seiner Umschlinguna befreit, tastet mit bebenden Fm gern über alle seine Taschen, indessen ihre Thränen stürzen und ihre Lippen stammeln: Die Pistole! Wilibald, Du hast sie bei Dir, gewiß hast Du sie bei Dir! Aber ich finde sie. ich finde sie und werfe sie fort, oder Ein leises Roth mischt sich in des Jünglings Leichenfarbe. Nie im Leben hat er eine Pistole besessen. Desto erhabener, wohlthuender berührt ihn Miezelchcns Verdacht. Zögernd nur entschließt er sich, ihn zu zerstreuen, und seine Worte klingen wie eine Ent schuldigung. Nein nein, bei mir habe ich sie nicht, die Pistole. Zum Examen konnt' ich sie doch nicht mitnehmen, obwohl und Hier verhaspelt sich seine Rede. DaS Goldköpfchen aber flüstert, beruhigter zwar, doch noch immer zitternd: Dann. Willibald, ich ve.steh' Dich gar nicht, Du bist so unheimlich, so bleich und schwankst. 5comm doch laß uns umkehren! Sieh, es dämmert schon." In plötzlicher Furcht faßt sie nach sei ner Hand. Mir graut. Wo sind wir denn eigentlich? Verstört blickt sie ringsum. Endlose weiße Felder, soweit das Auge reicht, rückwärts von Dämmerschleiern grau umhüüt Lindei- vl, in der Ferne der Wald nachtschwarz drohend, Nirgends ein Mensch, nirgends ein Laut si: beide 'ganz allein auf freiem Felde, im rieselnden Schnee, von oben bis unten damit bedeckt. Wilibald fragt mit heimlichem Rau nen: Kennst Du das Märchen von

den beiden Konigskmdern, die sich uil

tt 2 w TT BH W Romau von Scdwig (Srlindimcdtcbicr 4 TT .- TT TT & s, n : 4 TT M TT 's M TT T 4 term weichen Schnee begraben ließen, weil sie im Leben das Glück nicht sinden konnten?" So eigen, dunkel, mahnend sieht der Jüngling dem Miezelchen in die Augen. Das erschaudert wieder, denkt an den Vater, was der ihr gedroht hat. und stößt grausend hervor: Nicht nach Hause! Nein, lieber " Und beide strecken sie plötzlich die Hände nacheinander aus, halten sich fest daran, hüllen sich beide wieder in den Mantel, schreiten schweigend weiter immer weiter im seligen, thörichten Einverständniß wie unter lockendem Zauberbann. ' Schwer wird das lockige Köpfchen auf Wilibalds Schulter, ihre Lider blinzeln, ihre Füße schleifen. Dunkle: und dunkler wallt der Schncemantel vor ihren Blicken. Und , alle beide seufzen sie wie aus einem Munde. ' Tu bist müde. Miezelchen?" fragt er besorgt. Ja ja. ach so müde!" Wehmüthig lächeln sie sich , an und sinken miteinander nieder an dem Wegrain auf den weichen Schnee. Fest schlingt er den Arm um ihre zitternde Gestalt, küßt ihr die kalten Lippen warm. Sie aber haucht, wie im Traum an seinem Herzen: Ist das schön so ist das schön! O Wilibald. nur ein ganz klein bischen wollen wir ausruhen!" Wo steckt denn blos die Mieze?" Erst ruft's die Mutter, dann ruft's der Vater, als bei Tankwarts zu Abend gegessen werden foll, und die Tochter des Hauses sich nicht blicken läßt. Vergeblich durchklingt ihr Name das Haus, bis polternd der Vater meint: In s Kamelienhaus soll emer gehen. da wird sie wohl wieder mal hocken!" Und heulen!" fügt die Mutter hinzu. Aber der Bursche, auf den des Me:Vers Blick aetroffen. schmunzelt in sscü hinein. I wo da ist sie nicht!" Im nächsten Augenblick wird er roth, denkt an seine, mit einer baaren Mark bezahlte Diskretion, aber zu spät. Vater Dankwart springt auf und donnert den Burschen an: Du weißt, wo sie ist!" " Eine Minute später weiß auch er es. weiß, daß sein Kind Arm in Arm mit einem die Fahrstraße hmterm Garten nach den Feldern zu gegangen ist. Und wieder ein paar Minuten spater gellt er, in seinen Flaus qehüllt. selber hinterm Garten die Straße dahin und zwischen knirschenden Zähnen stößt er hervor: Halunke, wenn ich Dich fasse, frikassiren thu' ich Dich!" Und das Mädel, das Lausmäde! die mochte sich freuen auf das Wiedersehen! Der sollte ietzt der Brotkorb höher gehängt werden! Hätte er sie nur erst! Ja, hätte er sie nur erst! Weit und breit war kein Mensch zu sehen und alles todtenstill. Vater Dankwart wird es so ionderbar zu Muthe. An alles mögliche schaurige Zeug muß er denken, was er in den Zeitungen zusammengelesen hat, an so und sö viel verrückte Geschichten, die überspannte junge Leute fertig gebracht haben, wenn sie sich nicht kriegen sollten. Schweißperlen treten ihm vor plötzlicher Angst auf die Stirn. Mieze Mieze! " Nur ein krächzender Nabenschrei gibt ton irgend woher seinem lauten Ruf? Antwort. Der Gärtner stürzt weiter, so schnell ihn seine Füße tragen. Mit einem Male stockt sein Fuß. Was war das? Rief da nicht Je mand? Er lauscht angestrengt. Da noch einmal derselbe Klang. Deutlich trägt ihn d:e schneestille Luft zu ihm hercer. .Hil ft-Hilft!" Vater im Himmel, das V!ut gerinni ihm in den Adern bei diesen Lauten. Durch die hohle Hand hindurch dröhnt seine Antwort. Mieze wo bist Du?" ..Hil-fe - Hilfe!"' In langen Sprüngen rast Dankwart den nur noch spärlich hellen Wea ent lang, bis sein Blick eine dunkle Masse am Weg erspayt. Allmächtiger, ein Unglück! Die Haare stellen ihm zu Verce vor Ent setzen, und dann Vater Dankwari wird das Bild sein Lebtag nicht ver gessen, das sich dann seinen scleckens weiten Augen bietet. Lang im Schnee ausgestreckt, die Augen geschlossen, das Besicht wachsbleich. das Haupt :n Miezelcher.s Schooß ge bettet, liegt regungslos Wilibald Foh rcnbach wie ein Todter. Si: aber, die so jämmerlich um Hilfe gerufen, stößt einen lauten Schrei aus, als sie den Vater erkennt, und ringt verzweiflungsvoll die Hände zu ihm empor. Lieber, ueber Vater schlag mich, bring mich um, aber hilf ihm! Ich habe ja fo gerufen, so gebeten! Gewiß hat Dich der liebe Gott geschickt. Hilf, Va ter laß ihn nicht sterben!"

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Dankwart bringt kein Wort auö der

Kehle, alle Adern klopfen iym. Aber er hat sich doch niedergebeugt zu Wili-

bald, tastet ihm über's Gesicht, um alsbald in die Tasche zu greifen, ein Fläschchen mit altem Korn herauszuangen und das dem Erstarrten an die Lippen zu führen. Da schlagt der lange Jungling die Augen auf. Erleichtert thut Vater Dankwart einen tiefen Athemzug, wendet sich dem Miezelchen zu, reicht ihr ebenfalls die Flasche und sagt barsch: ..Hier trink! Und als ste zögert. zu nehmen, fährt er sie in jäh zurückkehrender Empörung an: Wirst Du wohl gleich trinken, Lausmädel, Du! Danke Gott, daß ich Dir nicht auf der Stelle den Hals umdrehe! Beschworend hebt Miezelcyen ihre Hände mit dem Schnapsfläschchen drmnen. Wir . . . er . . . wir haben doch nur miteinander hier sterben wol len, Vater, weil wir uns doch nicht riegen sollen!" Na, wenn Ihr denn schon sterben wolltet, warum hast Du dann so mörderlich um Hilfe geschrieen?" Ich wir wir waren noch nicht so weit " Fassungslos ob der väterlchen Grausamkeit stammelt es das Miezelchen, indessen Wilibald mit einer Miene um sich starrt, als bereue er es bitterlicu, gestorben zu sein, da stch offenbar Vater Dankwart zu seinem Empfange unter die himmlischen oder die höllischen Heerschaaren gemischt hatte. Wie sie dann zu dreien miteinander heimgekommen sind? Das ist eine etwas beschwerliche Geschichte, ohne alle Romantik. Am rechten seiner zwei starken Arme das schwankende Miezelchen, am linken den hm und wieder tn den Kniekehlen zusammenknickenden bleichen Wilibald so hat - sie Vater Dankwart nach Haus gebracht, die zwei Jammergesialten. Aber nicht ohne daß er ihnen unterwegs die Sehnsucht nach dem Jenseits gründlich verleidet hätte. Daheim- ist dann zunächst das Miezachen, von der Mutter mit Fliederthee und Warmflaschen versehen, zu Bett geschickt worden. Wilibald aber ist mit zwei mächtigen- Schinkenbröten und einem Glas steifen Grog von Vater Dankr.:art in der wohldurchbeizten Wohnstube allein gelassen worden. .Das andere wird sich nachher fmden," hatte er gesagt, als er vor dem schlotternden Jüngling die hochnöthige Stärkung niedergesetzt und sich dann wieder entfernt hat. Und wahrend an dem saftigen Schinken für eine kurze Meile sich Wilibald sein Leid verbeißt, eilt Vater Dankwart abermals hinaus in den Winterabend und zieht bei Föhrenbach? die Klingel. Der Doktor selbst steckt den Kopf aus der Thür und ruft: Gehe sofort mit!" als der Gärtner ihn bittet, mitzukommen, es sei bei ihm daheim Jemand erkrankt. Draußen gehen die beiden ein paar Schritte stumm nebeneinander her. bis der Doktor fragt: Wem fehlt denn was bei Ihnen, Herr Dankwart?" Ihrem Sohn. Herr Doktor. Ihm fehlt eine Aussprache unter vier Augen Mit seinem Vater.Und eine Aussprache haben sie in Tankwarts gemüthlicher Wohnstube miteinander gehabt. Vater und Sohn. Heftige Worte sind nicht dabei gefallen, aber schwer ernste, und Vater Föhrenbach hat seinen Bart gestrichen nach allen Richtungen hin und den Kopf ge schüttelt, als wisse er in dem verwickcl ten Falle sich nicht zurecht zu finden. Viel auf einmal war's aber auch: durchgcfallen, gelumpt, Schulden gemacht, vollständig umsatteln, nicht weittr studiren. weil's dazu bei seinem Sohne geistig nicht langen sollte! Und er. der Vater, hatte von alledem nichts bemerkt! Eine Behauptung, die seine Mathilde des Oefteren gemacht, geht ihm durch den Smn: Her mann. Du bist -kein Vater!" Nein, weiß Gott, er ist keiner gewesen.- zwei undzwanzig Jahre lang, kein rechter Vater, der sich um seines Sohnes Wohl und Wehe und Wesensart bekümmert hätte, wie das ein Vater mußte. Er h.tte es langst selber merken müssen, daß der Sohn nicht das Zeug zum Studiren hatte, und sie hätten nicht jahrelang das Geld zum Fenster hinausgeworfen, daß er eines Tages mit Pauken und Trompeten durchrasselte! Umsatteln natürlich blieb nun nichts anderes übrig. Aber gleich fo gründlich vom hohen Pferd heruntersteigen, statt Arzt Gärtner werden! Fohrenback, der einen bescheidenen Stolz auf seinen studirten Stand hat. der seit Menschenaltern der Stand der Fohrenbachs ist, wird beinahe wild. Ein anderer Beruf, als qeradc Gärtner, wird sich ja wohl noch finden lassen!" Wilibald schüttelt den Kopf. Nein. Vater, fern anderer Beruf als Gartner.. Und daß ich ein solcher werden will, ist auch kein Einfall von heute erst und hat nicht blos mit meinem Herzen zu thun. Ich habe Liebe zu dem Beruf und werbe darin auch vorwarts kommen. Aufstehend tritt er dicht vor den Va ter hin, und es ist. als wäre ein neuer Mensch in Wilibald Föhrenbach hineingefahren, alles Schwanke. Schlaffe ist aus semer Haltuna verschwunden. die schwärmerischen Augen haben einen festen, zielbewußten Blick und fest und zielbewußt klingt seine Stimme. Ich weiß, was ich Euch damit an thue, aber glaub' es mir. Vater, der

heutige Tag'war ein Wendepunkt, eine

nsts in meinem Leben. Ich hatte mich fast verloren, aber scbon ebe Du amst, wie ich allein hier san. da Katte :& mir's aelobt: der scklavve Kerl von bisher, der ist todt, und die Dummeunaenschande von beute, die macktt Du wieder wett!" Der Doktor hat den Kopf gesenkt, a. ja. der 5lunae maa reckt baben und mag ja auch Wort halten, aber seine Mathilde, was die wohl sagen wird! Und er stöhnt auf: ?lunae. die Mutter die Mutter!" - Wilibald wird um einen Sckein bleicher. Ja. Vater, darum bitte ick Dich: das erspar' mir, der Mutter jetzt so unter die Auaen treten m müssen. Laß mich nach der Stadt zurückkehren und erst- wieder zu Euch kommen, wenn ich festen Boden unter meinen Füßen habe." Der Doktor sinnt nack und saat schließlich langsam: Vielleicht ist's wirklich das beste für alle Theile! Komm also zur Bahn. Der letzte Zug muß bald abgehen. Morgen Nachmittag komme ich zu Dir, da wird sich das Weitere finden." Vater Dankwart ist nickt wieder zum Vorschein gekommen, als der Doktor Mit seinem Sohne das GärtnerHäuschen verläßt, und Wilibald weiß es ihm Dank. Auch Dankwart, wenn er ihm wieder unter die Augen tritt, soll einen anderen vor sich sehen, als en von heute. Zwei Tage später fält Vater Dankwart in der Hand einen Brief, der .Willvalo Fohrenbach" unterzeichnet st. Und als er den zu Ende aelesen. macht er das Gesicht, was er zu machen pflegt, wenn er an einer schon ausgeaebenen Pflanze neue, träftiae Triebe entdeckt, und vor sich hin murmelt er dabei: Na, wenn er der bleibt, der aus dem Briefe da svrickt. kann eines Tages doch noch, ein vernünftiger Kerl aus ihm werden. 26. K a p i t e l. oche auf Woche in der Welt herumhetzen, ohne Nast, ohne Ziel, das macht müde. Jutta Gerland war müde aeworden. In Paris hatte sie das Weltstadtgetöfe nicht vertragen können, in Marseille war es nicht besser gewesen, bis sie sich in den Zauberfrühling von Hyeres geflüchtet und dort wirklich für ein paar Tage so etwas wie Ruhe ge funden hatte vor der peitschenden Furcht: jetzt wird er vor Dir aus dem Boden wachsen und Dich mit sich reißen! Dann aber war auch dort das Grausen zu ihr qeschlichen. Abends, wenn der Wind durch die Valmen vor ihren Fenstern strich und die harten, trockenen Wedel aneinanderklapperten. das klang so schaurig und mahnte sie an das fremde Land, das ihr den Mann aufbewahrt hatte, der sich zum Herrn ihres Schicksals machen wollte. Uno das Grausen drängte: fort, weiter! Wohin! Sie saß vor ihrem gepackten Koffer und sann.- Immer von bleischwerem. unheimlichem Warten aemartert. auch von Staunen darüber, daß Horst Hardinger ihr .nicht gefolgt war. hte Flucht bei Nacht und Nebel nicht verhindert hatte. Diese Flucht Feuermale der Scham brannte ihr die Erinnerung daran auf die Stirn. Wie sie heimlich aus ihrem Hause fortgeschlichen. für immer die Pforten hinter sich geschlössen hatte, ziellos in die Welt hinausgeirrt war von Ort zu Ort wie eine Verbrecherin. für den ihr vertrauten Gesellschaftskrels aber eme Verlorene. Ausgestoßene! Was sie' für Detlef Palmer geworden, daran dachte sie fast nie. Die verlorene Position kümmerte sie. nicht die Achtung eines einzelnen, der sie liebte. Die hatte sie gerne hingegeben, wäre ihr mit diesem Opfer die Flucht aus ihren Gesell schaftssphären erspart geblieben. Aber sie hatte keine Wahl, Horst Hardinger hatte sie zu gut gekannt und seine Rache wußte, wo sie zu treffen war. Er konnte zufrieden fein, konnte sie ruhig weiter durch die Welt irren lassen, in's Mark getroffen war sie doch, und von dem Falle, den sie aus ihrer Höhe gethan, erhob sie sich nicht mehr. Vorüber so oder so! In ihren mu den Zügen stand es geschrieben, und die nachlassende Energie ihres Handelns bewies es it)r selber. Kaum daß sie sich noch aufraffte, dem Gang des All tags zu folgen, stundenlang lag sie in ihrem Zimmer in völliger Apathie, vts eö sie wieder forttrieb und die große Frage: wohin? auf's Neue vor ihr stand. Die südlichen Fremdenplätze füllten sich jetzt -mehr und mehr. Solche Orte aber mußte sie meiden. Ein romantisches, hochgelegenes Felsennest zwischen Amalsi und Salerno war i?r des Oefteren in den Sinn gekommen. Sie kannte den Welt fernen, verlorenen Schlupfwinkel von einer Studienreise ihres Mannes her. Wenn ich ein Verbrechen begangen hätte," hatte sie damals scherzend gesagt, wußte ich, daß ich mich hier ver bergen könnte." Und Jutta Gerland reiste nach dem einsamen Felsenneste, reiste Tag und Nacht, wie einer mit sturmzerslage nem Fahrzeug auf hoher See dem Hasen zustrebt. Hierher verirrte sich nur selten ein Fremder ausgenommen ein paar Maler vielleicht; die wurden sie rnch stören. (Fortsetzung folgt.)

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