Indiana Tribüne, Volume 29, Number 29, Indianapolis, Marion County, 26 September 1905 — Page 5
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Die Zchone vom Mo Ijontia; Oder: DaS Duell zweier CcwboyS. Von Capt. Crau?ford. Wahre Freundschaft ist eine schöne Sache, und manche Dichter stellen sie sogar über die Liebe. Aber der tolle kleine Pfeilschütze hat auch vor ihr herzlich wenig Respekt, wenn sie sich unterfängt, ihm im Wege zu sem! Die Freundschaft von Dämon und Pythias oder die von Orestes und Pylades konnte nicht wärmer gewesen sein, als es diejenige der Lassoschwinger Tony Gärdner und Mat Roberts war. Sie hatten sich vor fünf Jahren zum ersten Mal auf der alten Chis-.Holm-Fährte kennen gelernt, als sie Beide von Texas auf der Suche nach Beschäftigung kamen, und waren seitdem unzertrennlich geblieben. Gemeinsam hatten sie das Weideland New Mexicos abgeklopft und gemeinsam auf der T X Ranch" au Rio Hondo Anstellung als Weidenreiter gefunden. Keine zwei anderen Hirtenburschen weit und breit waren so bekannt wie sie, nicht nur durch ihre innige Freundschaft, sondern auch durch ihre Tüchtigkeit. Der Vormann, w'elcher sie angestellt hatte, Wilt Carter, hatte sofort ihren Werth erkannt, und der hatte'ein scharfes Auge in allen Dingen. Bei jeder Arbeit, wo immer eö anging, verwendete er sie gemeinsam. Natürlich theilten sie ihre letzte Krume Brot,' ihre letzte Schwarte .Speck und ihren letzten Schluck miteinander; überhaupt .hatten sie vollkominene Gütergemeinschaft, nur ein Gut ausgenommen, und das kam erst später in Betracht. Eines schönen oder vielmehr unschönen Tages fegte ein Wind- und Re-gensturm-von mehr als gewöhnlicher Heftigkeit durch das vielgewundene Thal des Hondo, und das Hornvieh stob nach allen Richtungen aus einander, ganz geblendet vom Regen und vom Wind. Sobald der schreckliche Sturm sich einigermaßen gelegt hatte, wurde jeder verfügbare Weidenreiter in den Sattel beordert, um das flüchtige Vieh aufzutreiben, eine schwer verantwortliche Arbeit. Mat," sagte der Vormann, Du und Tony reiten flußabwärts etwa zwanzig Meilen bis nach der Mündung des Sand-Creek, und dann wieder zurück. Sucht alle Schluchten und alles Gestrüpp gut ab und bringt alle Thiere, die Ihr' finden könnt, gleichviel, wie sie gezeichnet sind!" Flugs schwangen sich die Beiden in den Sattel und sprengten südwärts. Gegen Mittag hatten sie, unter regem und erfolgreichem Suchen, den Ausgang eines kleinen Strömchens' erreicht, das sich in den Hondo ergoß. Ich vermuthe, Tony, . das ist der Sand-Creek," sagte Mat; wir sind gut zwanzig Meilen geritten, und das muß unser Wendepunkt sein. Komm', wir wollen rasten, unsere Pferde grafen lassen und einen Imbiß nehmen." Ist das nicht Rauch, was dort unten emporsteigt?" fragte Tony, in die Ferne blickend. Hm, ich glaube ja. Es wird wohl irgend Jemand dort sein Lager aufgeschlagen haben. Wir wollen 'mal hin reiten und sehen, wer es ist." Als sie die Stelle erreichten sie waren noch nie so weit in südlicher Richtung gekommen sahen sie ein niedliches Haus vor sich, unfern einer Gruppe Viehpferche. Der Thüre sich nähernd, riefen si: die Insassen an, und eine blitzsauber gekleidete Frauensperson erschien , auf der Schwelle und erwiderte auf den Gruß der Hirtenburschen freundlich: Seid willkommen, Jungens! Steigt ab und kommt herein. Das Mittagsmahl ist beinahe fertig, und mein Mann muß jeden Augenblick hier sein; er ist nur die Schlucht aufwärts geritten, um einen verlaufenen Stier zu holen., Bindet Eure Pferde an dem Pfahl dort oben an; dortherum ist gutes Gras." Als Mat und Tony vor die offene Hausthüre kamen, standen sie Beide einen Augenblick wie erstarrt: Ein Mädchen von etwa achtzehn Jahren, schön wie eine wilde Rose, stand drinnen, die Hände auf den Küchentisch gelehnt, und lächelte den Burschen einen recht westlichen- Willkommgruß entgegen. Die Verwirrung dieser war begreiflich genug bei Menschenkindern, welche in ihrem wilden, rauhen Leben so selten ein holdes Mädchenantlitz schauen, daß ein solcher Anblick ihnen beinahe wie eine Engelserscheinung vorkommt! Kein Wunder, daß da mancher rauhbauzige Bursche, so keck er auch unter seinesgleichen auftreten mag, verdattert" wird. Und diese Beiden waren noch klassische Cowboys" von unverfälschter Naivität. Meine- Tochter Mary. Jungens," sagte die Mutter; von Euch hat mir, so viel ich weiß, noch keiner seinen Namen gegeben." Als dieses Versäumniß nachgeholt war, trat das Mädchen näher und schüttelte Jedem die Hände. Freut mich sehr, Sie zu sehen," sagte sie im Tone frischer Aufrichtigseit es kommen jetzt nicht Viele diesen Weg entlang, und es ist schon lange her, daß irgend Jemand von der T 5 Ranch" bis zu uns geritten ist, ausgenommen Wilt selber, der läßt sich dann und wann einmal sehen." Die Stimme des Mädchens war ebenso bezaubernd, wie ihre Erscheinung. Im Uebrigen war, die Verlegenheit
der . Burschen . mtt Hilfe der Mutter.
bald glucklich gehoben, und es kam eme lustige Unterhaltung in Gana i; ' Mary ließ bald auf Tony, bald auf Mat einen Blick schießen, und der drang allcincl bis in die innersten Tiefen des Heizens. Aber ungezwungen floß der Redewechsel dahin. Möchte lvissen, was Pap so lange zurückhält," sagte die Mutter; Mary, sieh' einmal, ob Du ihn nicht schneller herbeikriegen kannst!" Das Mädchen nahm ohne Weiteres eine Winchesterbüchse von der Wand, trat vor die Thür und feuerte einen Schuß ab. ' . Augenblicklich antwortete ein Schuß in ungefähr einer Viertelmeile Entfernung, und bald tauchte Bill Rogers auf. einen Stier in einen der Pferche treibend. Darauf schwang er sich ab, kam in das Haus und grüßte die Burschen mit kräftigem Händedruck. Riesig froh, daß Ihr hier seid", sagte er, denn vor Euch wird mir die Alte keine Gardinenpredigt halten. Sonst, jedesmal, wenn ich die Flinte knallen höre, bedeutet dieZ: Das Mittagessen verdirbt, und die Alte hat den Teufel im Leib." Na, na, Bill, eine Schande ist's aber doch,"warf sie ein; Du weißt, wie viel mir daran liegt, ein gutes Mittagessen zu machen, und wie oft Du rnh's schon verdorben hast." Nun, Mutterchen, ich weiß ja, wie's gemeint ist," erwiderte er, und Du könntest mich nicht aus dem Häuschen bringen, wenn Du, auch noch so sehr fauchen würdest. Ein?n Trost hab' ich noch immer: Bei Dir. Mary, komm' ich niemals in Ungnaden, nicht wahr, meine Kleine?" Mary tatschte jede seiner Wangen und gab ihm einen Kuß, daß Tony und Mat ordentlich eifersüchtig wurden. ' Nein, Pap," sagte sie, aber manchmal summt's doch in mir, wie eine Moskito; doch ich entschuldige Dich allemal; Du weißt's ja nicht besser." Er gab ihr einen scherzhaften Klaps. Dann setzte sich die ganze Gesellschaft zu Tisch und that der. ausgezeichneten-! Mahlzeit alle Ehre an.' - Als Tony und Mat. sich wieder verabschiedet hatten, ritten sie . längere Zeit schweigend neben einander her. Endlich hub Mat an: ' Das ist ja ein Teufelsmädel, das erste in meinem Leben, das ich gern einfangen möchte." Ja, die kann's Einem wahrhaftig anthun,", bestätigte Tony; hol' 'mich der Henker, ich hab' gerade selber einen solchen Gedanken gehabt." Abermals schwiegen die Beiden; nur in ihrem Innern spann sich eine ganze Welt von Gedanken weiter . . . Nach einiger Zeit wurde Tony wieder einmal flußabwärts gesandt, um etliche Sattelpferde zu suchen...Selbstverständlich versäumte er nicht, auf der Rogers'schen Ranch abzusteigen. Mat," ich schwöre Dir," , sagte er zu seinem Intimus nach der Rückkehr, ich bin dem Mädel verfallen! Sie war füßer, als eine Pastete, und die Alte behandelte mich, qI3 ob sie mich mein ganzes Leben lang gekannt hätte." Mat antwortete kaum etwas; die Worte seines Kameraden klangen aber gar nicht angenehm in feinen Ohren, obwohl er sich dies nicht gerne gestand. Es dauerte nicht lange, so schien das Glück wiederum Mat zu lächeln. Seine Pflichten führten ihn, und zwar gleichfalls allein, wieder nach der Sand-Creek. Daß er mit der Pflicht auch das Vergnügen verband, braucht kaum gesagt zu werden. Hast Du auch die Rogers-Leute gesehen?" fragte ihn sein Gefährte nach der Rückkehr. Sollt' ich meinen," erwiderte Mat mit triumphirendem Blick; glaubst Du, wenn man in den Himmel geblickt hat, versucht man nicht auch, hinein zu klettern? Ah, war das eine köstliche Zeit!" Hat Mary nicht nach mir gefragt?" Kein Wort. Sie scheint mächtig in mich verschossen zu sein; denn sie sagte, ich sei der unterhaltendste Bursche, mit dem sie je gesprochen. Ich fragte sie, wessen Gesellschaft' sie am liebsten von Allen habe, und sie sah erröthend nieder und erwiderte, es wäre nicht bescheiden von ihr. diese Frage zu beantworten, während ich da sei." Die Hand auf's Herz, Mat, so 'was hat sie gewiß nicht gesagt; sie konnte es nicht sagen nach ihren süßen Worten zu mir." . Du glaubst doch nicht, '. daß ich Dich anlüge, Tony?" ' Gedanken sind zollfrei." Zornig sahen die Freunde einander an; so nahe waren sie noch niemals einem Streit gewesen. Nach einem schmerzlichen Schweigen von -mehreren Minuten warf Tony die-Bemerkung hin: : Sie ist vielleicht eine - Cokette. Mat." Was soll das heißen?" , " Nun, . Eine, die - nach Jedem ihren Lasso auswirft und, wenn sein Kopf ganz verdreht ist, ihn abschüttelt und sagt, sie habe nur gescherzt und hätte nicht gedacht, daß es so weit komme." Nein, Tony, ein solches Mädchen ist Mary Rogers . nicht, und ich will das Wort nie wieder von Dir 'hören, ich will überhaupt nichts mehr von Dir hören, bis Du wieder zur Vernunft kommst." Wüthend gingen die Beiden in verschieden! Richtungen davon. Mehrere
Tage hindurch sprachen sie , kein Wort, mehr mit einander, außer dienstlich. Jeder betrachtete ten Anderen als Nebenbuhler, von dem er alles Mögliche erwarten könne, und benutzte gierig jede Gelegenheit, die Rogers'sche Viehfarm allein' zu besuchen. EineZ Tages ging Mat. nach längerem Nachbrüten über die Geschichte, auf seinen alten Freund zu und sagte: Hör' einmal, Tony, ich will Dir einen ehrlichen Vorschlag machen. Wir wollen die Sache vor Wilt bringen, und thun, wie er uns sagt. Warum sollen wir immer mit Blut in den Augen herumlaufen, nachdem wir so lang Freunde gewesen? Wir können nicht Beide daö Mädchen haben, das ist klar. Wilt soll entscheiden, wer sie einfangen soll." Tony stimmte zu. Der Vormann hatt? schon gar manchmal den Schiedsrichter gespielt, und nicht nur die Hirtenburschen, sondern die Viehzüchter der ganzen Gegend suchten gerne in allen wichtigen Dingen seinen Rath. Als aber Tony und Mat ihren Handel vor ihn brachten, sagte er bald: Bleibt mir damit vom Leibe! Ich kann Euch helfen, Geschäftssachen ins Reine zu bringen, und thu' es gern. Aber Eure LiebesHändel müßt Ihr schon selber schlichten." Damit wandte er den Rücken und ließ die Beiden verdutzt stehen. Die Geschichte muß in Ordnung gebracht werden, Mat,"' sagte Tony; Dein Vorschlag hat uns nichts geholfen; nun laß mich einen machen: Wir packen unser ganzes Kriegszeug zusammen, satteln unsere Pferde, und dann gehen wir in den Pferch und kämpfen es aus! Wer den Kürzeren zieht, sucht sofort eine andere Weide auf und läßt dem Sieger das Feld." Da5 nenn' ich geradeaus, und ich
bin dabei, gegenredete Mat. Gesagt, gethan. Beide gingen nach ihren Schlafräumen und packten ihre Siebensachen in lange Säcke, welche den Cowboys statt Handtaschen dienen und im Kauderwälsch des Weidelebens War Bags" genannt werden. Darauf sattelten sie ihre Pferde, befestigten die Säcke hinter dem Sattel und banden die Pferde an die Pferch - Einfriedigung. Ein letztes Händeschütteln. und erneute, feierliche Wiederholung des Abkommens. Und nun ging der furchtbare Zweikämpf los, nicht mit Schießeisen oder Messern, sondern mit den bloßen Fäusten. Aber kein Zweikampf in. der Rit-ter-und Minnezeit des Mittelalters, kein Gladiatoren - Duell im alten Rom hätte mit grimmigerem Ernst ausgekämpft werden können! Die beiden Kämpen standen an Größe und fausikämpferischer Geschicklichkeit ' einander ungefähr gleich, und an tödtlicher Entschlossenheit erst recht! Sie kämpften .mit der Wuth von Tigern Jedem strömte bald das Blut reichlich, vom, Gesicht herab; aber wuchtig und absolut schonungslos hagelten . die Schläge weiter.' Es fehlte nur noch, daß Mary Rogers von einem teppichbelegten ; Balkon aus Zeuge dieser Schlacht um ihre Liebe gewesen wäre. Reichlich zwanzig Minuten hindurch konnte keiner der blutüberströmten Kämpfer einen sichtlichen Vortheil erringen. Dann wurde der Eine durch einen Schlag niedergestreckt, aber nur um sich wieder zu erheben und seinen Widerpart niederzuschlagen. Schon schienen Beide sehr erschöpft zu sein, ohne sich dem Siege oder der -Nieder-läge näher - zu fühlen, da raffte Mat alle Kraft zusammen, die ihm noch geblieben, und versetzte Tony einen so fürchterlichen Schlag . zwischen die Augen, daß er hinstürzte wie ein Schlachtochse. Einen Augenblick war Tony betäubt; aber nochmals richtete er sich auf und taumelte auf seinen Gegner zu. Doch dieser fällte ihn mit einem neuen, fast noch schrecklicheren Schlag. Als Tony wieder zu sich gekommen, sagte er japsend: Mat, .ich bin kein Schwein, ich weiß, wann ich genug habe." Du giebst es also auf, Tony?" Ja." Dort steht Dein Pferd." Tony taumelte auf sein Roß zu, und als er im Sattel saß, sagte er, seinem alten Freunde die Hand hinstreckend: Leb' wohl und sag' ihr nichts davon! Ich scheide ohne Groll, und wenn sich unsere Wege je wieder kreuzen, so wollen wir die alte Freundschaft erneuern." Mat gab ihm die Hand mit den Worten: Alles Glück auf Deinen Weg, und stets will ich Dir ein gutes Andenken bewahren!" Volle zwei Wochen dauerte es, bis Mat sein zerschlagenes Gesicht in halbwegs präsentirbarem Zustande hatte, um seinen Siegespreis aufsuchen zu können. Mary's Mutter empfing ihn und konnte nicht umhin, die Narben in seinem Antlitz und die noch immer etwas , entfärbten Stellen um die Augen herum zu bemerken. In einer Rauferei gewesen?" fragte sie. Nein, ein bockiger Broncho hat mir das angethan." Das war etwas so Häufiges im Hirtenburschenleben, daß Mrs. Rogers kein Wort weiter darüber verlor. ... Ein halbes Stündchen saß Mat wie auf Nadeln da, bei jedem Geräusch die Blicke nach der Thüre schweifen lassend. Endlich fragte er: Wo ist denn Mary?" Die. ist nach Roswell, 'haben Sie denn nichts davon gehört?"
Von was?" . Daß sie sich verheirathet hat. Pap ist auch mit." . Verheirathet?" keuchte er,' .mit wem?" Ei natürlich mit Wilt Carter. Siewaren schon lange verlobt, und wir hielten es Alle für das Beste, den Knoten zu schürzen, - ehe der Herbst-Auf-trieb kommt." Mat nahm sich nicht einmal Zeit, Adieu zu sagen. Aus dem Haus kommend, schwang er sich in den Sattel, ritt nach der T X" zurück, packte Alles, und am nächsten Morgen bei Tagesgrauen sprengte er nordwärts. Von einer Ranch zur anderen reitend, suchte er seinen alten Kameraden. Endlich fand er ihn am Conchasfluß, als Weidenreiter der Bell CattleCo." Hello, bist Du's wirklich, Mat?" rief lhm Tony entgegen. - Jawohl, und wir sind dieselben alten Freunde, nicht wahr?" Ei, gewiß. Aber Mary?" Hat den Vormann Wilt geheirathet, ehe ich meinen Lasso auswerfen konnte. Sie war eine verdammte Co , wie hast Du doch gesagt, Tony?" Co kette," ergänzte Tony. Die ArdeitSleistung einer Taschen, uhr. Das Räderwerk einer Taschenuhr ist ein wahres Wunder an Behendigkeit und Unermüdlichkeit. Es verrichtet in jeder Minute 375 Umläufe, in jeder Stunde 430,000, in einem Jahre 197.100.000. Um uns diese Arbeitsleistung des winzigen Uhrwerks klarer zu vergegenwärtigen, denken wir uns, eine Lokomotive verrichte mit ihren Rädern die gleiche Zahl von Umdrehungen. Das würde bedeuten, daß sie achtundzwanzigmal die Reise um die Welt zurückgelegt hätte, angenommen, daß es ihr vergönnt wäre, auch über die Oceane hinwegzusausen. Nun stellen wir uns dazu vor, welche Unsumme an Heizmaterial die Lokomotive zur Bewältigung dieser Arbeitslast beanspruchen, welche Mengen Wasser sie verschlingen, wie viel Menschenkraft sie zu ihrer Bedienung brauchen würde!. Die kleine Taschenuhr verrichtet dieselbe Arbeitsleistung ohne alle Auslagen, ohne eine weitere Bedienung, als daß man nicht vergißt, sie alle Tage aufzuziehen! Die Bearbeitung ' freilich, die der Menfch dem harten Stahl muß angedeihen lassen, ehe er zur Verrichtung derartiger Heldenthaten fähig ist. verdient alle Anerkennung. Die stählerne Uhrfeder ist dermaßen dünn ausgearbeitet, daß ein Kilometer davon noch nicht ein Viertelpfund wiegt. Und diese menschliche Arbeit verleiht dem billigen Eijen einen, solchen Werth, daß dieser etma'einem 12i2maligen Aufgewogenwerden mit Gold entspricht. Einer englischen statistischen Aufstellung zufolge ist eine Tonne Gold 125.583 Pfund Sterling ($627.915) werth, eine Tonne Stahl aber, die zum feinsten Uhrfederdraht verarbeitet ist. stellt einenWerth von 1.576.458 Pfund Sterling (Z7.882.290) dar.
Eine Kritik. Ich wollte so erzählt eine deutsche Hausfrau meiner 19jährigen Köchin eine Freude machen und schickte sie in's Theater. Das Käthchen von Heilbronn" wurde gegeben und ich erinnerte mich an meine Jugendzeit, als ich im Käthchen von Heilbronn" Thränenströme der Rührung vergossen hatte. Aber alles ändert sich in der Welt. ob. sich das Käthchen" so geändert hat, oder die Empfindsamkeit der Jugend, kann ich nicht beurtheilen, da ich nicht im Theater war. Ich hatte meiner Marie gerathen, zwei frische Taschentücher mitzunehmen; triumphirend kam sie nach Hause, sie hatte nicht einmal eins gebraucht. , Na, erst war's langweilig, wie die sich da beredeten (Fehmgericht). ich dachte schon, wenn die nich balde mal aufhören, geh ich mal vor." , Nu, aber das Käthchen," versuchte ich zu verhandeln, war die nicht schön?" Se sah nich schlecht aus, aber se war furchtbar albern, am besten war's noch, wie's Gewitter kam, da gab's doch Krach." Aber als Käthchen unter dem Flieverbaum lag?" Na ja, 's war ja ganz hibsch, aber albern war se auch!" Na. Marie." sagte ich. hoffend, doch etwas von- meinen Idealen zu retten, dr Ritter von Strahl, wie war denn der?" . Ach, g'näd'ge Frau" sagte Marie schämig und verlegen den Herrn kenn' ich doch gar nicht!". Mehralsverlangt. Sie denken doch noch daran, daß ich Jhnen unlängst hundert Mark geliehen?" Und ob ich daran denke! Ich denk' sogar schon an die nächsten hundert!" . Unbefriedigt. Feuerwehrkommandant: Stoppelbauer. Ihr wollt' wirklich aus dem Verein austre ten, dem Ihr schon zehn Jahre angehört?" Nun" ja, wenn's nie brennt." ' Kalter Strahl. Mein Fräulein, ich liebe Sie!" Um Gotteswillen, Herr Rath, sagen Sie Mama nichts davon, sonst' muß ich Sie heirathen!" .
E i n V ä r e n - Abenteuer erlebte John Vijue, ein Farmer aus Porierfield, Wis. Er verbrachte zwei Stunden auf einem Baume, während eine Bärin und ihre drei Jungen , mit seinen zwei Hunden kämpften Er hatte eine Ladung Rehposten auf die Bärin abgefeuert, worauf sie ihn angriff. Dann hatte er nur noch eine Patrone im Gewehr und auch dieser Schuß . verwundete das Thier nur leicht. Vijue kletterte sogann aus einen Baum und die Bärin begann ihm zu folgen, als seine beiden Hunde sie angriffen und ihr so heftig zusetzten, daß sie von dem Manne abließ tund mit den Hunden kämpfte. Vijue schrie kräftig um Hilfe, aber es dauerte mehr als zwei Stunden, bevor Hilfe erschien. I m. B u r ea u der Wald-, Fisch- und Wild - Commission in New Jork, und zwar im Departement für Schalthiere, fanden kürzlich vor B. F. Wood, dem Superintendenten für den Schalthierfang, Argumente, über dn Gesuch um Verpachtung von zwei Austernbeeten im Hudson unter demTappan - See statt. Das betreffende Gesuch wurde von der New Fork Oyster Co. gestellt, und, wie in solchen Fällen stets, opponiren die Austernfischer, welche keine Austernbeete besitzen, dem Gesuche. ', Kapitän G. Dickey sagte auS, daß er bei der Anlage eines Docks in Nyack auf dichteSchichten von Austernschalen, zwischen welchen auch ein indianischer Tomahawk gefunden wurde, stieß, was beweise, daß dort Austernbeete gewesen sein müßten. - JneinerSitzungdesVereins der Temperenzweiber von Allegheny County, Pa., machte eine Frau Henrietta H. Forrest ihremAeraer über Bier und Schnaps, sowie über die verflizten Foreigners" in köstlicher Weise Luft. Frau Jettchen sagte, es -müsse durchaus annersch" werden, daö Land und die Gesetze bedürften einer gründlichen Reinigung, und diese Reinigung vorzunehmen, dazu seien die Scheuerfrauen der Nation die Temperenzlerinnen berufen. Hordenweife" kämen Einwanderer aus fremden Ländern nach dem gesegneten Amerika. Alles, was sie über die Regierung des Landes wüßten, hätten sie im Saluhn aufgeschnappt, aber nach kurzer. Zeit bekämen sie daS Bürgerrecht, und - ihre Stimmen würden dann gegen die schönen Sonntagsgesetze etc. benutzt. Und der arme, waschechte, amerikanische Junge müsse erst 21 Jahre alt werden, bevor er mitreden darf, das sei doch schrecklich, und an allen diesen Leiden sei nur der Whiskey schuld. Seit der Einstellung der Feindseligkeiten zwischen Rußland und Japan hat unser Kriegsdepartement Befehl zur Heimkehr der ArmeeOffiziere ertheilt, welche zür Beobachtung der Kriegsoperationen nach dem fernen Osten gesandt worden sind. Bei den japanischen Armeen befanden sich: General - Major Arthur McArthur nebst seinem Adjutanten Kapitän Parker W. West vom 11. Kavallerie - Regiment, sowie Oberst - Leutnant E. I. McClernand vom 1. Kavallerie - Regiment, Major Joseph E. Kühn vom Jngenieurkorps und Kapitän. Charles Lynch vom MedizinalDepartement und dem Generalstabe. Bei den russischen Truppen befanden sich: Brigade - General Thomas H. Barry. Oberst John Van R. Hoff vom Medizinal - 5departement, Major M. M. Macomb vom Artilleriekorps und vom Generalstabe, sowie Kapitän A. Cloman vom 23. Infanterie - Regiment. Ausführliche fachmännische Berichte über ihre Beobachtungen haben diese Offiziere nach ihrer Heimkehr zunächst dem Generalstabe in Washington zu erstatten. Auf originelle Weise hat in Williamsburg, N. Y.. der Wirth und Hallenbesitzer William Schadlow die Svnntagsschnüffler der Polizei an der Nase geführt. In seinem Lokal pflegten sich Sonntags die tanzlustigen Pärchen der Nachbarschaft, zumeist Polen, einen vergnügten Abend zu machen, wobei es natürlich weder' trocken, noch allzu ruhig herging. Wenn nun gelegentlich einmal ein Blaurock seine Nase in die Tanzhalle steckte, so wurde ihm angeblich bedeutet, daß eine Hochzeitsfeier im Gange sei. Der Herbergsvater stellte dem Hüter des Gesetzes nicht nur das glückliche Brautpaar" vor, sondern zeigte ihm auch bereitwilligst all' die schonen Hochzeits - Geschenke", die auf einem hübsch aufgeputzten' Tischchen aufgestapelt lagen Dies überzeugte diePolizei, daß das Sonntagsgese nicht übertreten wurde, und unbelästigt konnten die Pärchen Terpsichoren weiter huldigen. Schadlow aber lachte sich vergnügt in's Fäustchen, dieweil sich die Goldfüchse in seinem Geldspind immer mehr anhäuften. Schließlich kam es der Polizei indessen doch etwas sonderbar vor, daß Sonntag für Sonntag in Schadlow's Halle eine polnische Hochzeit mit Tanzvergnügen" gefeiert wurde, und man beauftragte Detektivs, der Sache einmal auf den Grund zu gehen. Und dann stellte es sich heraus, daß man von dem Schlaumeier angeblich dupirt worden war. Neulich Sonntags war in der Halle wieder einmal eine Hochzeit?feier" m vollem Gange, als plötzlich eine Anzahl Polizisten in das Lokal hereingestürzt kamen und kategorisch dem Plaisir ein Ende machten, injem sie Schadlow verhafteten. , t , ,
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