Indiana Tribüne, Volume 29, Number 27, Indianapolis, Marion County, 23 September 1905 — Page 5
Indianer Tribüne, 2S .September 1905
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?rau ZllusiKa. Die lustige Geschichte einer unglücklichen Etudentenliebe. Von Adolf Stier. Im Vertrauen gesagt: ich bin ein bischen musikalisch! Ich habe ' sogar einmal etwas componirt; es nannte sich Waldessäuseln". ß6rnade pour piano seul ä deux mains, Qp. 1. In einer stimmungsvollen Abenddämmerstunde spielte ich meiner kunst-. und feinsinnigen 'Ehehälfte die Sache vor, ohne jedoch Titel und Componisten zu nennen. Nun?" fragte ich gespannt, als ich mit einem kl'zgenden Mollakkord geendet hatte. Wie gefällt Dir das?" D; ganz gut", entgegnete gähnend die theure Gattin. Klingt gelade wie wie wenn sich Jemand gurgelt." Man sieht hieraus, daß meine Eheliebste durchaus keine Ursache hat, auf mein Verhältniß zu Frau Musika mit eifersüchtigem Auge zu schauen. Ich habe trotz meines heißen Liebeswerdens bei dieser spröden Schönen niemals Glück gehabt. Nicht einmal als flotter Jenenser Student, wo ich einmal beim Vortrag der Klosterglocken" drei Hämmer und fünf Saiten zerschlagen hatte. - Meine ersten musikalischen Versuche hatte ich in meinen Fuchssemestern auf den Abfallrohren der Dachrinnen angestellt, die zu jener Zeit im alten, biederen Jena noch unmittelbar auf die Straße mündeten. Wenn man zu mitternächtlicher Stunde halb am Voden liegend. von unten in ein solches hineintutete, so erhob sich oben am Dachsims ein schauerliches Getön von geradezu gespenstiger Wirkung. Man Probire es nur einmal. Die AusÜbung dieser Kunst konnte"mich aber auf die Dauer nicht befriedigen. Man hat doch nicht in jedem Augenblick, wenn man einmal musikalische AnWandlungen bekommt, ein Dachrohr zur Verfügung. Ich sehnte mich nach einem handlicheren Instrument und faßte deshalb den löblichen Entschluß, statt Dachrinnen lieber Trompete blasen zu lernen. Diese Erleuchtung überkam mich, als ich eines Abends bei meinem Gang zur Mittwochskneipe im Weimarischen Hof" an einem Jnstrumentenladen dorüberkam. Kurz entschlössen trat ich ein, ließ mir sammtliche irompetenähnliche Instrumente vorlegen und wählte eines zu drei Mark fünfzig. Stolz wie ein Spanier kam ich mit meiner Akquisition in den Kreis der Freunde und stellte mich ihnen als zukünftigen Pistonvirtuosen vor. Dat wirst De woll bliewen laten", wagte der kleine Koorl einzuwenden, der sich als Sachkenner entpuppte.
t is je man blot en Signalhürn.wat Du Di köfft hast." Und was sa'adet das?" fragte ist streng. Je, det Hürn hatt doch man blot de vier Signaltöne c g c e " Schafs kopp!" donnerte ich ihn an., Die übrigen Töne werden sich schon finden!" Ich brannte vor .geduld, meine Studien zu beginnen. Noch in derselben Nacht, als ich gegen zwölf Uhr wieder auf meiner traulichen Bude in der Krautgasse saß, machte ich den Anfang. Es war allerdings etwas ganz Abscheuliches, was zunächst dabei herauskam. Heute, in meinen alten Tagen, habe ich wohl ein gewisses Verständniß dafür, was es für-, ehrfame Hausbewohner zu besagen hat, wenn unter demselben Dach ein junger Anfänger um Mitternacht sich im Trompetenblasen übt. Damals jedoch war ich aufs höchste entrüstet, als sich mit einemmale die Thür aufthat und die verwittwete Frau Kräpsel im Neglige mit allen Kennzeichen heftigster Empörung, auf der Schwelle erschien. Ueber Ihnen aber auch, Herr Dcktor nähmen Sie mich's nich iebel schämen Se sich " u. s. w. - ' Kurz und gut, ich sah mich genöthigt, meine musikalische Thätigkeit in die Einsamkeit zu verlegen. Am nächsten Abend nahm ich meine Trompete unter den Arm und ging nach den Saalweiden hinaus. Dort war ich unschädlich und konnte mich austoben. Aus dem, Chaos von Mißtönen traten schießlich zwei wirkliche Töne, die Quinte c m g, immer klarer hervor. Nach zweistündigen, angestrengten Uebungen gelang es mir, diesen imposanten Klangeffekt tadellos rein zum Vortrag zu bringen. So konnte ich mit dem ersten Erfolg zufrieden sein und begab mich vergnügt auf den Heimweg. Als ich jedoch in die Nähe menschlicher Wohnungen gelangte, überkam mich der Kitzel, mit meiner neuerworbenen Kunstfertigkeit vor einem pl t. Publiko ein bischen zu renommiren. So schmetterte ich denn auf dem'Wege von der Kamsdorfer Brücke bis zur Saalgasse meine beiden schönen Töne c g lustig in die stillen Straßen hinein. Die Sache schien Anklang zu finden. Aus allen Fenstern fuhren Köpfe, es wurde merkwürdig lebendig rings umher, auch in . den anstoßenden Gassen und Gäßchen hörte man eilende Schritte und ein wirres Fragen und Rufen. Als ich mich dem Markte näherte, kam mir ein halbes Dutzend Polizisten, gefolgt von einer Anzahl uniformirter Feuerwehrleute, entgegen. Herr, was unterstehen Sie sich!" So was läbt doch nich!" Sie gomrnen attembo mit mich zur Wache!" Sie Sie Es folgte eine unentwirrbare, endlose Reihe von schnöden Titulaturen..
Ja, was hatte ich denn eigentlich derbrochen? Wie mir nachher auf fcer Polizeiwache klar gemacht wurde, hatte ich in meinem jugendlichen Unverstand das Feueralarmsignal geblasen. Resultat: Ein Strafmandat xnftölt von zeyn Mark wegen groben Unfugs, mit der Schlußbemerkung: Das Sig-. nalhorn wird von Polizei wegen eingezogen." . : Mit dem Trompetenblasen, war es also Essig. Ich ließ mich jedoch nicht entmuthigen. Mein. Lieblingswunsch war von vornherein der Besitz eines Klavizymbals gewesen. Aber woher nehmen und nicht stehlen? Der Zufall kam mir zu Hilfe. Im Löwen," wo ich meinen Mittagstifch hatte, residirte eine Philisterverbinbillig, die sich eines schönenTages aus irgend einem Grunde auflöste und ihr gesammtes Inventar dem Wirthe hinterließ.. Letzteres bestand der Hauptfache nach aus einem alterthümlichen Evncertflügel von geradezu gigantischen Dimensionen.- Löwen - Ernst war sehr erfreut, als ich mich bereit erklärte, ihm das monströse Gebäude für fünf Mark abzukaufen. Der Transport nach meiner Bude sollte natürlich wenig Unkosten derurfachen. Zehen wackere Freunde hatten sich mit Freuden bereits erklärt, die Sache im schützenden Dunkel der Nacht in dieHand zu nehmen. An vier untergeschobenen Hölzern ließ sich das Instrument von acht starken, jungen Männern prächtig tragen. Die beiden anderen schritten mit Stocklaternen voraus. So bewegte sich gegen elf Uhr Nachts der Zug langsam und feierlich über den Johannisplatz in Bewegung. Richtig! Es währte nicht lange, und wir sahen im Scheine einer Straßenlaterne eine. SchutzmannspickelHaube funkeln. Mit dem, vorher verabredeten halblauten Ruf; Achtung! Polizei! Macht, daß Ihr fortkommt!" versuchten wir mit unserer Last einen mühsamen Trab anzuschlagen. Natürlich kamen wir nicht weit. Halt! Stehen! Sie sind verarretirt, meine Herren!" Na, dann helpt dat nich", meinte der kleine Koorl. . Wir stellten den unförmigen Kasten nieder,, setzten .uns mit elegantem, Schwung wie auf Commando oben auf und baumelten mit den Beinen. Sie gommen mit mich zur Wache!" Gern. Nur ein bischen verschnauffn u noncy naymen wir die Last wieder auf und schritten artig hinter dem Auge des Gesetzes her. Nach fünfzig Schritten wurde auf's neue Halt g?macht; wir saßen abermals in Reih und Glied oben auf und baumelten mit den Beinen. Erst mal ein bischen verschnaufen." " ' So ging es zur Verzweiflung des Schutzmannes in regelmäßigenEtappen bis zum Polizeiwachlokal. Die Thür die unmittelbar auf die Straße ging, wurde geöffnet und der unförmige Flügel so schnell als möglich mit seinem spitzen Ende so weit hineingeschoben. bis er sich festklemmte. Der dienstthuende Polizeiwachtmeister war schlaftrunken von seiner Pritsche aufgefahren und starrte das eigenartige Bild verwundert an. Na. da brat mir einer einen Storch! Schutzmann Vlumentritt, was ist das für eine Dummöhrigkeit?" Nu äbenn, Herr Wachtmeester! So en Unfug is mich ooch noch nich vorjekommen." Wo haben Sie das Instrument her?" inquirirte der Diensthabende mit strenger Amtsmiene. Gekauft, Herr Wachtmeister," entgegnete ich liebenswürdig, indem ich ihm die schriftliche Bescheinigung des Löwenwirthes präsentirte. Schutzmann Blumentritt machte ein dummes Gesicht. Ja, die Herrn sin doch aber vor mich ausjerissen " Er ist ein Esel!" knurrte der in seiner Nachtruhe gestörte Polizeigewaltige. ' Sie sind entlassen, meine Herren." Wir empfehlen uns Ihnen bestens, Herr Wachtmeister." Up Wedderseihn!" setzte Koorl halblaut hinzu. Schutzmann Blumentritt ging mit dummem Gesicht in sein Revier zurück. Wir aber nahmen unsere Last wieder auf und wandten uns nunmehr nach der entgegengesetzten Richtung über den Markt zur Oberlauergasse. Eine Viertelstunde später befanden wir uns glücklich in den Händen eines zweiten Schutzmannes. Das neckifche Spiel mit dem etappenweise Verschnaufen und Beinebaumeln wiederholte sich. Nach Verlauf einer Stunde standen wir abermals vor dem Wachlokal, und mit blitzartiger Schnelligkeit zwängte sich auf's neue das gespenstige Ungethüm zur Thür hinein. Schockschwerenoth", pfauchte uns der Wachtmeister an. Was wollen Sie denn schon wieder?" Ja, wir können doch nichts dafür!" Schutzmann Reußner, Sie sind ein Schafskcpf. Und Sie, meine Herrn, scheren Sie sich mit Ihrer Drahtcommode endlich zum Geier!" Schön, Herr Wachtmeister!" Wir verabschiedeten uns abermals und lenkten unsere Schritte nach dem Holzmarkt. Als es dreiUhr schlug, befanden wir uns zum drittenmal unter Polizei- - ri. c. oTM t... irr . v.
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iiuoc. Jum drittenmal oaynie jten oic Drahtcommode ihren Weg. Der Wächtmeister war sprachlos. Dafür nahm ich in ernstem und würdigem Tone das Wort.' Herr Wachtmeister! Sie wissen, wie ungerecht wir ohne unsere Schuld behandelt worden sind. Deshalb lassen wir das Instrument hier unter Ihrer Obhut stehen und bitten, es an meine Adresse, bei Frau Kräpfel in der Krautgasse, befördern zu wollen. Leben Sie wohl!" Kaltlächelnd grüßten wir und verschwanden. 9 Am anderen Morgen erweckte mich ein erregtes Gespräch unter meinen Fenstern, in welchem der kreischende
riskant der Frau Krapsel die Hauptrolle spielte. Wir Händeln uf Befehl der Volizei, Frau Kräpfel, da werden Se nischt mache könne," sagte eine Männerstimme. Ich sah aus dem Fenster. Vier städtische Arbeiter waren damit be schäftigt. den Kasten von einem Karn abzuladen. Herr Doktor " schrillte der bekannte Diskant zu mir herauf. Jetzt Zommen-Se aber gleich mal 'runter!" Ich hatte mich schleunigst angekleidet und erschien mit dem Vorsatz, mein Recht auf's äußerste zu vertheidigen. Mittlerweile hatte sich jedoch eine anderweite Schwierigkeit herausgestellt; es war schlechterdings unmöglich, das Ungethüm über die beiden engen Wendeltreppen zu bugsiren. Wir haben unsere Schuldigkeit gethan", erklärten die Arbeiter grinsend und machten Miene, sich zu entfernen. Das weitere geht uns nischt an." Um's Himmels willen!" stammelte ich fass ungslos. Leute schafft mir das Ding wieder vom Halse!" Schließlich hatte ich die Braven unter Bewilligung eines Eztratrinkz. gelbes so weit, daß sie sich bereit erklärten, das malitiöse Gebäude wieder auf ihren Karren zu laden und mir damit nach dem Löwen" zu folgen. Ich wußte keinen anderen Rath, als den blamablen Handel wieder rückgängig zu machen. Aber Löwen - Ernst wollte nichts davon wissen. Da stand ich nun mit dem Unglücksklarier auf der Straße. Endlich kam mir ein rettender Gedanke. Zum Weimar - Geraer Bahnhof!" befahl ich. An der Gllterabfertigungstelle ließ ich mir einen Frachtbrief geben und dirigirte die unglückselige Drahtkommode als Frachtgut bahnlagernd an Herrn Oekonomierath Hase' in Orlamllnde. Ob es einen Herrn Oekonomierath Hase in Orlamllnde giebt, weiß ich nicht. Ich weiß überhaupt nicht, was weiter aus der Sache geworden ist. Ich weiß nur, daß es kein Wunder ist, wenn unter solchen Umständen aus meinen schönen musikalischen Talente nichts werden konnte. ?lus dem juristischen Examen. Vor etwa 30 Jahren konnteman noch an einigen deutschen Univerfftäten Doktor in absentia machen. ''Das ist heute nicht mehr möglich, und der juristische Doktor ist nicht mehr so leicht zu erlangen. Der Anno 70 auf allen deutschen Hochschulen bekannte Witz, daß auf dem Bahnhöfe der Universitätsstadt X. der Bahnhofsportier beim Einlaufen der Züge rufe: Will einer der Herren den juristischenDoktor mitnehmen?" ist der jüngeren Generation wohl gänzlich fremd geblieben. Schon zehn Jahre später waren, die Anforderungen der Fakultät recht hoch. Das mußte zu seinem Leidwesen ein Examinand erfahren, der im Doktorexamen durchfiel, nachdem er auf die meisten Fragen stumm blieben war und auf die Frage: Wo wird die deutsche Bundesakte ausbewahrt?" geantwortet hatte: In einer großen, fest verfchlossenen Kiste." Er hoffte aber trotzdem, die Prüfung zu bestehen, und als der Dekan verkündete: Die Fakultät bedauert sehr . . ", da unterbrach er den alten Geheimrath mit dem Ausrufe: Die Herren belieben zu scherzen!" Ein anderes Mal unterzog sich ein neugebacken Referendar der Doktorprüfung, fiel aber durch, obgleich er schlagfertig auf die Frage: Jst es eine Belerdigung, wenn ich zu einer Dame sage: Sie alte Nachtigall!?" erwiderte: Wenn ich es zu der Lucca sage, nein!" Als er traurig auf seine Bude kam, stand die sorgsame Dienstmaid schon mit einem Lorbeerkranze, des Doktors und des üblichen Goldstücks gewärtig, bereit, aber der Aermsie konnte von dem Kranze keinen Gebrauch machen. Sehr gut half sich ein Doktorandus in Göttingen. Die Prüfung fand im fiaiis des Dekans statt, der an den Kandidaten die Frage richtete: Halten Sie es für einen gültigen Kauf, wenn ich Ihnen mein Haus für einen Thaler verkaufe?" Jawohl!" antwortete der Gefragte, und als er die erstaunten Gesichter sah, setzte er schnell hinzu: Ich weiß ja nicht, ob Ihr Haus mehr als einen Thaler werth ist." Da lachten die Gestrengen, und der Candidat bestand. Ahnungsvoll. SchwiegerVater (zu seinem Schwiegersohne in spe an einem sehr heißen Tage): Ueber Ihre Schulden wollm wir ein andermal sprechen!... Heute ist's so schon heiß genug!" . -
öeuchctteilWkMlng. Maßnahmen zu ihrer Verhinderung in den Ver. Staaten.
Ter ButtdeS-Marin,-Hospital-?icnst Tie bholkra in Tcutschlanö-Russisch Lorg losigkeit-e,leralar;t Wyman als LZefor mator-Nachrichtendienst. Kaum hat der Ver. Staatcn-Ma rine-Hospital-Dienst den Kampf gegen das gelbe Fieber aufgenommen, so erwächst dem Chef dieser wichtigen Abtheilung. Generalarzt Dr. Walter Wyman. eine neue schwierige Aufgabe durch das Auftreten der Cholera in Deutschland. Ihm liegt es ob. wenn irgend möglich ein Uebergreifen der gefährlichen Seuche nach Onkel Sams Land zu verhindern. Wyman hat zu dem Ende d:n anher in Neapel siationirten Hilfsarzt Dr. McLaughlin nach Hamburg gesandt, wo dieser, falls die Nothwendigkeit es gebieten sollte, die vom Vündcs-Schatzamts-Departement aufgestellten Regulativen betreffs der nach !zen Ver. Staaten abgehenden Schiff: in Kraft treten lassen roirif Besagte Regulationen schreiben unter Anderem die Zurückhaltung von seuchenvecdachtigen Passagieren und die Ausräucherung des Gepäcks vor. Da die Cholerakcime bei kaltem Wetter sich nicht entwickeln., dürfte der nahende Winter ein zeitweiliges Erlöschen der Krankheit herbeiführen, mit banger Besörgniß sieht man jedoch dem nächsten Frühjahre entgegen. TieÄehörden Rußlands, von wo die Seuche nach Deutschland eingeschleppt würde, sind sich der Gefahr offenbar nicht bewußt, denn von geeigneten Vorkehrungen zur Sanirung der dortigen Choleraherde ist, wenigstens bis jetzt, keine Rede. Walter Wyman. der seit 1891 an der Spitze des Bundes-Marine-Hospi-Geueralarzt Dr. Walter Wyman. . tal-Dienstes steht, erblickte 1848 zu St., Louis das Licht der Welt. Er graduirte 1870 am Amherst College. Mass.. und 1873 am St. Louis Medical. College,, fungirte als Hilfsarzt am städtischen Hospitale der Hügelstadt" und trat 1876 als Hilfsarzt in den Marine-Hospital-Dienst ein, in dem er nacheinander', die- Aufsicht über die Hospitäler dieser Abtheilung in St. Louis. Cincinnati, Baltimore und New' York führte. Im Jahre 1888 wurde Wyman Chef der QuarantäneDivision in Washington. D. C später übernahm er die Aufsicht über den nationalen Quarantäne-Dienst. Im Ver. Staaten-Marine-Hospital-Dienste ist Wyman in vielen Beziehungen zum Reformator geworden. Er ist der geistige Urheber des in Fort Stanton, N. M., errichteten ersten Regierungs - Sanatoriums für Lungenschwindsüchtige, sowie eines Laboratoriums für Bakteriologie und Pathologie, aus dem das heutige große hygienische Laboratorium in der BundesHauptstadt hervorgegangen ist. Wyman ersann und brachte Maßnahmen zur Geltung, die für ihn nationale Autorität auf dem Gebiet der Verhütung der Einschleppung ansteckender Krankheiten aus fremden Ländern nach der Union involviren. Als in 1892 die Cholera in Hamburg wüthete, ließ sich Wyman von Präsident Harrison ein Cirkular beglaubigen, durch das eine 20tägige Quarantäne über alle EinwandererSchiffe verfügt wurde. Die Folge war. daß die Einwanderung damals thatsächlich ganz aufhörte, die Seuche aber blieb den amerikanischen Gestaden fern. . Während feiner Thätigkeit 'in Baltimore bekämpfte Wyman mit Erfolg die auf Austernschiffen gebrauchlichen Grausamkeiten. Der Marine-Hospital-Dienst umfaßt 19 Krankenhäuser. 69 Hilfs- und 12 nationale Quarantäne-Stationen. Rund 350 Aerzte walten in der Abtheilung ihres Amtes. Der Generalarzt steht vermittelst des Konsulardienstes mit der ganzen Welt in Verbindung. Wenn in irgend einer Gegend der Erde eine Epidemie ausbricht, so wird die Thatsache so rasch als möglich dem Staats-Departement - vermeldet, das den Generalarzt hiervon verständigt. Letzterer setzt darauf für alle Häfen der Ver. Staaten die bestehenden Quarantäne-Regulationen gegen die von der Seuche ergriffene Stadt in Kraft. Passagiere. Fracht und Postfachen aus jener Stadt werden nach der Quarantäne-Station gebracht, wo Untersuchungen und Ausräucherungen Platz greifen.
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