Indiana Tribüne, Volume 29, Number 21, Indianapolis, Marion County, 16 September 1905 — Page 5
Jndiana Tribüne, 16 Ztptcmhct 1905
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Per arme poet. Künstln-Novellette von Adolf Höllerl. Berlin. Ein kleiner dicker Herr schreitet gegen zehn Uhr Morgens dem Alexan derplatz zu. Es ist der Theaterkritiker Friedrich Tietz, der den Schauspieler Angely besuchen will, um sich mit ihm über eine Theaterangelegenheit zu besprechen. Angely sollte in einem Eckhause des Alezanderplatzes lohnen, aber Tietz -fand ihn dort nicht. Schon war er zwei Treppen hoch gestiegen, und pustend erklomm er jetzt auch noch die dritte, aber vergebens. Er wollte eben wieder den Rückweg antreten, als er an einer unangestrichenen, vom Alter schwarzbraun gefärbten Thür mit eiserner Klinke einen Zettel erblickte, auf dem der Name Lorenz Kindlein" gcfchrieben stand. Wenige Tage vorher hatte Tietz das kleine Drama Der arme Poet" gesehen, in dem Ludwig Tevrient Lorenz Kindlein" spielte, und ihn in dieser Rolle bis zu Thränen gerührt hatte. Wer. ist dieser Kindlein?" fragte Tietz eine alte Frau, die gerade mit dem Reinigen der Treppe beschäftigt war.' Das ist ein alter Mann, der Verse ums liebe Brot schreibt," erhielt er zur Antwort. Gehen Sie man dreist hinein." Tietz klopfte. Auf das freundliche, mit - zitternder Stimme gesprochene Herein!" trat er in ein kleines, kahles Stübchen und befand sich jetzt Kindlein gegenüber, dessen Armuth Kotzebue in seinem Schauspiel Der arme Poet" so wahr und lebenstreu geschil dert hat. - An einem einfachen Tische, auf dem einige Schreibmaterialien und ein Stück Brot lagen, saß ein kränklicher Mann, dessen Gesicht wie das wurmstichige Titelblatt einer alten Chronik aussah. Er rückte Tietz einen Holzstuhl heran und fragte freundlich nach dessen Begehr. .Herr Kindlein," versetzte Tietz, ich habe vor einign Tagen Ihren Namen auf dem Theatkrzettel und heute zufällig an Ihrer Thür gelesen und bin neugierig zu erfahren, ob ich die beiden Namen miteinander in Verbindung bringen kann." Ja, ja, das ist es eben, was mir schon so viele traurige Stunden bereitete," gab der Alte zur Antwort. Hätte der selige Herr von Kotzebue geahnt, daß er mich durch sein Schauspiel so betrüben würde, hätte er es Lewiß nicht geschrieben." Ich muß sagen, daß ich den Sinn Ihrer Worte nicht verstehen," meinte Tietz. .Sowill ich sie Ihnen erklären. Es mögen jetzt an 15 Jahre her sein, als ich eines Tages den Besuch in der Person des Herrn Staatsraths von Kotzebue erhielt. Wir plauderten allerlei miteinander und kamen auch auf meine Erlebnisse zu sprechen, die ich ihm haarklein erzählte, und die Ihnen, wie Sie sagen, von der Bühne her bekannt sind . . ." Also wirkliche Wahrheit?" Jawohl. Wirkliche Wahrheit und traurige Wirklichkeit! Hören Sie. Ich war "in Surinam bei einem reichen Mann Namens Brutendorf als Schreiber thätig. Hedwig, seine Tochter, die einem ihr - verhaßten Kaufmann die Hand' reichen sollte, verheirathete stH heimlich mit mir, um diesem Unglücke zu entgehen. Ich floh mit ihr auö dem Hause ihres Vaters und lebte mehrere Jahre in tiefer Verborgenheit, bis eines Tages unser Aufenthalt entdeckt und ich ins Gefängniß gebracht und als Entführer behandelt wurde. Man hätte mich nach den dortigen Gesetzen wohl hängen können, aber man nahm davon Abstand. In einer mondhellen Nacht wurde ich aus dem Gifängnisse geholt und auf ein segelfertiges Schiff gebracht. Ehe ich in die Kajüte ging, steckte mir eine verschleierte Dame ein Kästchen mit Geld zu und einen Zettel, auf dem die Worte standen: Ich folge Dir, sobald ich kann!" Geld und Brief waren von Hedwigs Hand, aber Hedwig starb kurze Zeit darauf, und so hat sie ihr Versprechen nicht halten können. ..." Ihre Gattin ist also todt?" Todt. Nachdem ich, wie Herr von Kotzebue mich erzählen läßt, die Aufseherstelle bei einem Leuchtthurme erhalten und diesen Posten durch Krankheit verloren hatte, nahm ich die mir noch verbliebenen paar Thaler und wanderte nach Berlin. Der Hunger machte mich zum Poeten. Ich zimmere auf alles Verse, wie sie eben bei mir bestellt werden. Ich verfertige HocheitsAedichte und Grabschriften, Gratulationen und Kondolationen, Gedichte auf neugeborene Kinder und verendete Schoßhllndchen. und so habe ich mich bis jetzt durchgeschlagen." Und Ihre Tochter?" fragte Tietz. Ist die nicht nach Berlin gekommen? Kotzebue hat in seinem Stück die Freude dS Wiedersehens und der Vereinigung mit Ihrem Kinde sehr lebendig dargestellt." Das ist von Herrn Kotzebue. Mein Kind ist bis heute noch nicht gekommen. Als das kleine Drama zum ers!en Male hier gegeben wurde, habe ich nrir's Geld vom Munde abgespart und bin ins Theater gegangen. Es war meine Geschichte, wie ich sie dem Herrn Staatsrath erzählt habe. Die Freude,' aber sein Kind wiederzusehen, hat nur der Theater -' Kindlein ze
nossen, der wirkliche leider nicht. Und gerade das war es, was mich so mächtig und tief ergriff. Die herrliche Darstellung ich sah in dem Stück Ludwig Devrient, Schmelka und Angely erschütterte mich derart, daß ich irre wurde. In meinen Gedichten machte ich alles verkehrt, gab damit einigen meiner besseren Kunden Aergerniß, so daß man mich für irrsinnig erklärte. Und .das mag wohl auch wahr gewesen sein, denn -ich fühlte selbst, daß es in meinem Kopfe nicht ganz richtig sei " und eine Schraube darin losgegangen sein' müsse. Ich wurde ins Irrenhaus gebracht." . Mein Gott, wie schmerzlich!" - rief Tietz. Im Gegentheil, lieber Herr, ganz im Gegentheil. Ich fühlte mich dort gar nicht so unglücklich, als Sie glauben mögen. Sah ich mich doch von glücklichen' Menschen umgeben, glücklich in ihrer Einbildung. Und da es ja wohl auf eins herauskommt, wie man sich glücklich fühlt, befand ich mich dort auch ganz wohl und zufrieden. Diese Zeit dauerte nicht lange. Nach einem Jahre haben mich die Aerzte als geheilt entlassen. Die Wunde in meinem Herzen ist aber unheilbar, die heilt nur der Tod . . . . Sehen Sie diesen Zettel. Er ist das einzige Andenken an jene Zeit und für mich von unbezahlbarem Werthe. Ich verehre ihn als Reliquie. . ." Ich danke Ihnen, Herr Kindlein, hier nehmen Sie. Es ist nicht viel. Ich habe nicht mehr bei mir, aber ich derspreche Ihnen, für Ihre Zukunft zu thun, was in meinen Kräften steht." Der Alte wischte sich gerührt mit einem baumwollenen, blauen Taschentuch die müden Augen und geleitete Tietz mit den Worten an die Treppe: Gott segne Sie!" In dem Hinterstübchen des Wein Hauses von Lutter und Wegner am Gendarmenmarkt saßen die alten, lieben - Bekannten - die das trauliche Stübchen fast täglich sah, gegen 5 Uhr Abends noch immer, beim Frühschop pen. Es waren Ludwig Devrient, der Unvergeßliche, das. Allerweltsgenie Karl Blume und Doktor Rougemont mit dem Feuerauge und den langen, schwarzen Locken. Devrient erzählte gerade ineiner eindrucksvollen Weise irgend eines seiner Theatererlebnisse und drehte dabei mit der rechten Hand kleine Ärotkügelchen, Blume, den Kopf, zurückgelehnt, saß in der Ecke und trommelte mit den Fingern auf den grünen Tisch, und Rougemont, der junge, geist sprühende König aller Fröhlichkeit", hörte Devrient aufmerksam zu und nahm von Zeit zu Zeit aus einer großen, runden Dose von. Papiermache, die er allen und jedem anbot, eine kräftige Prise. Da kam Tietz herein und fetzte sich nach kurzem Gruße zu den Dreien. Er ließ sich ein Glas Chateau-Leouville geben und erzählte dann im Laufe des Gesprächs sein zufälliges Erlebniß mit Kindlein. Der warmfühlende und gutherzige Devrient erbot sich zu einer monatlichen Spende für den unglücklichen Greis und legte auch sofort fünf Thaler auf den Tisch. Die anderen folgten mit kleineren Beträgen. Tietz zählte das Geld nach, und fand, daß es 22 Thaler waren. Das ist für den Alten ein Vermögen," meinte er. Wie wäre es, wenn wir ihm da Geld gleich jetzt überbringen würden?" Devrient erklärte sich bereit, mitzugehen, da er neugierig war,. Kindlein kennen zu lernen, den er fchon fo oft auf. der Bühne dargestellt hatte. Er brach mit Tietz auf; die Anderen blieben und tranken weiter. Als die Beiden am Alexanderplatz angekommen waren und die letzte Treppe des Hauses erstiegen hatten, vernahmen sie leises Schluchzen. Es war Frau Susanne, die Wirthin Kindleins, die eben aus der Thür ihrer Wohnstube trat und stumm nach dem Stübchen des Dichters deutete. . Tietz und Devrient traten ein und standen vor der Leiche Kindleins . . . Die Sonne war eben untergegangen. Ein sanfter Widerschein ihres Glanzes färbte das zarte Gewölk des Himmels und hauchte den letzten Schimmer des sinkenden Tages in das Todtengemach. Von den Dächern der umliegenden Häuser drang traumhaftes Vogelgezwitscher, und durch das kleine, geöffnete Fenster strich leise der Abendwind ... In einem dürftigen Bette lag kalt und starr der Greis, auf den gramdurchfurchten Zügen ein friedlich-ver-klärendes Lächeln, und in den sterbenden Händen einen vergilbten Zettel, auf dem die Worte standen: Ich folge Dir, sobald ich kann."
" m rfZQ Stockflecke aus Wäschtstücken zu entferne n.'Für fünf Cents Ammonium (oder Ammoniak), es ist dasselbe, und zwei Hände voll Kochsalz stößt man zu Pulver, kocht dies mit 2 Quart Wasser V2 Stund in einem irdenen Topfe. Man bleicht die Wäsche, nachdem man sie mit diesem Wasser angefeuchtet, einigemal, und jede Spur wird verschwinden. Später wäscht man die Wäschestücke in reinem Wasser tüchtig aus. Aus Gardinen kann man Stock-, (oder Spor-) Flecke entfernen, wenn man sie aus der Seifenlauge in die scharfe Frühlings luft hängt. Dies Verfahren muß allerdings öfter wiederholt werden, greift aber die Gardinen nicht an.
?m Tunnel. Von Erich Cornelius. Auf dem Bahnhofe in Franzensfeste standen zwei Herren und warteten auf den Zug, der vom Süden kam. Wissen Sie, Herr Doktor," sagte der eine, es ist doch schade, daß Sie nicht mit nach Bozen kommen wollen. Ich bin überzeugt, morgen haben wir das schönste Wetter, und dann thut es Ihnen leid, daß Sie Ihre Tour schon abgebrochen habe. Ich glaube, Sie sind diesmal noch keine vierzehn Tage im Gebirge gewesen." Ja, ja, kann schon sein," antwortete der andere, ich kenne das aus langjähriger Erfahrung. Da sitzen sie im Batzenhäusl wie die Hühner, wenn es regnet, und warten auf gut Wetter und trinken Magdalener Wein. Ich muß auch sagen, es macht mir keine Freude mehr. Früher, da kannte ich kein größeres Vergnügen, als im Gebirge herumzustrolchen, aber ich merkte es schon in den letzten Jahren, die Freude daran läßt nach. Ich kann auch körperlich nicht mehr das leisten wie damals. Ich glaube, ich werde alt." - Na, na, so schlimm ist es doch wohl nicht, Sie sind doch noch ein kräftzer Mann und haben noa? vor ein paar Jahren gewaltige Hochtouren gemacht. Wie alt sind Sie denn?" Lieber Freund, ich bin 45. Das ist ja noch kein hohes Alter, aberman merkt es doch schon in den Knochen, daß man nicht mehr 35 alt ist. Da kommt der Zug. Also hoffentlich im nächsten Sommer., Behüt' Sfc Gott!" Und damit stieg der Doktor in den Wagen. , Der Anblick, der sich dort bot, war ihm nichts Neues. Der ganze Wagen war in seinen einzelnen Äbtheilen voll don Reisenden, die vom Süden kamen. Herren und Damen in eleganter Reisetoilette und dazwischen andere, die nur mit dem Rucksack reisten und weniger elegant aussahen. Bergstöcke und EisPickel lehnten in den Ecken der einzelnen Abtheile. Der Doktor fand ein solches, in dem ein junger Mann und ein junges Mädchen allein saßen. Keuchend und schnaubend hatte sich der Zug den Brenner aufwärts wieder in Bewegung gefetzt. Der Doktor kannte die Gegend seit vielen Jahren, und so blickte er kaum zu den Fenstern hin, wo die anderen Reisenden zusammentraten, um sich gegenseitig auf einen schneebedeckten Berg, auf eine malerische Aussicht aufmerksam zu machen. In den Höhen war Schnee ' gefallen, so daß auch die niederen Berge bis weit herab im weißen Winterkleide prangten. Sich zu unterhalten hatte der Doktor keine große Lust, aber trotzdem entwickelte sich bald ein Gespräch zwischen ihm und. den beiden jungen Leuten. Das Mädchen bat ihren Bruder, im Bädeker nachzusehen. Es müßte in dieser Gegend eine schöne Burg liegen, die vom Zuge aus gut zu sehen wäre. Der Doktor war schon manch liebes Mal an der Burg vLrübergefahren und gab gerne Auskunft, und bald war das Gespräch im schönsten Gange. Die Geschwister hatten eine Fußtour, durch den Süden Tirols gemacht.. Es war das erste Mal, daß sie alles das sahen. Sie waren Rheinländer und frohe Menschen, und namentlich das Mädchen plauderte und lachte mit ihren glücklichen 20 Jahren. In Vigo hatten sie ein Schützenfest mitgemacht. Der Herr Kurat hatte eine patriotische Rede gehalten, und am Schlern hatten sie sich verirrt und hatten schließlich einen Schafhirten getroffen, in dessen Hütte sie auf Stroh geschlafen hatten. Und es war alles so herrlich gewesen, so ganz unbeschreiblich schön! Nun wollten sie nach Innsbruck undiort einen Tag bleiben und dann ins Stubaithal. Ter Doktor freute sich über die bei den frohen jungen Leute. Er gab Auskunst auf alle Fragen, schenkte dem jungen Herrn von seinen Eigaretten und fütterte das nette Mädel mit Chokolade, und die leise Wehmuth seiner Altersbedenken schwand. Sehen Sie," sagte er, wie ich noch jung war, hatte ich auch dieselbe Freude wie Sie. Leider ging auch dies Vergnügen mit den Jahren zu Ende, und schließlich ist man froh, wenn einen die Sonne noch bescheint." Das Mädchen lachte: Ach so arg ist es doch nicht. Sie sehen noch nichtsdanach aus, als wenn Sie mit dem Sonnenschein zufrieden wären. Damit hat es doch für Sie noch gute Zeit." Wissen Sie in Innsbruck ein Hotel, wo wir bleiben können?" fragte der junge Herr. Natürlich keines von denen, wo am nächsten Tage Oberkellner und Portier und Hausknecht und Zimmerm'ädchen die Hand aufhalten. Da passen wir auch nicht hin mit Rucksack und Nagelstiefeln." Ich wohne seit vielen Jahren im Schwarzen Roß". Das ist noch eines von den alten Tiroler Gasthäusern. Da sind Sie gut aufgehoben, und theuer ist es auch nicht. Aber da ist schon Gossensaß. Nun geben Sie Achtung. Jetzt kommt der große Kehrtunnel zwischen Gossensaß und Schelleberg. Unten fahren wir in den Berg hinein, und oben fahren wir wieder heraus. Sie können dann von oben die ganze Bahnlinie und die Häuser von Gossensaß, an denen wir jetzt vorüberfahren, wiedersehen." Der Doktor stand neben dem jungen Mädchen am offenen Fenster und zeig-
U ihr die Stelle, don der er eben sprach. Das Fenster war schmal, und da sie beide gleichzeitig hinausschauten, so waren sie recht dicht - beieinander. Den Hut hatte sie schon lange abgenommen, und ihr volles Haar l,atte sich im Winde gelöst und wehte über ror eigenes frisches Gesicht und auch über das sonnengebräunte ihres Nachbars. Da fuhr der Zug in den Tunnel ein, und dicke Rauchwolken strömten in das Fenster, während völlige Dunkelheit im Wagen eintrat. Gemeinsam schlössen sie lachend das Fenster, an dem sie stehen blieben und auf den neuen Anblick warteten, der sich ihnen bald bieten sollte. Aber der Tunnel zwischen Gossensaß und Schelleberg ist lang, und dicht neben demDoktor stand das Mädchen. ' Und wenn er auch schon 45 Jahre alt war, so war sie doch erst 20. Und ihre Schulter lag an seinem Arm. und ihre Hände hatten sich beim Schließen des Fensters im Dunkeln oft berührt. Dicht bei ihm war ihr liebes Gesicht und ihr lachender Mund mit den schönen, weißen Zähnen. Bilder aus seiner eigenen Jugend zogen eilig durch seinen Geist. Es war doch noch gar nicht so lange her, da war auch er jung gewesen, und manch nettes Mädchen hatte ihn freundlich angesehen und ' hatte mit ihm geplaudert und gelacht, und wenn es keiner sah, hatte er auch wohl eine mal an sein Herz gedrückt und geküßt. Und sie hatte ihi wieder geküßt. Und die Gedanken kamen und gingen, und das Böse kämpfte, mit dem Guten, und schließlich siegte das Böse. Er war wieder jung und hob die Hand und legte sie leise tastend um dieSchulter des Mädch:ns. Aber schnell zog er sie wieder zurück, denn der kleine Ruck, mit dem sie sich befreite, ließ auf kein Entgegenkommen schließen. , Da leuchtete wieder das Tageslicht herein. Beide standen nicht mehr zusammen, sondern saßen einander gegenüber, und aus des Mädchens Wanam war alles Blut gewichen. Blaß und verängstigt schaute sie starr zum Fenster hinaus, und der Doktor sah vor sich nieder. Und als der Zug auf der Höhe hielt, da nahm er seinenRucksack und seinen Stock, grüßte, stieg aus und wanderte bergabwärts nach Jnnsbrück zu. In Innsbruck giebt es eine schöne Straße, Maria - Theresienstraße hußt sie. . Herrliche, alte Häuser stehen zu beiden Seiten, und im Hintergrund steigen gewaltig die Berge auf. Wenn man als Fremder sonst nichts zu thun hat, dann bummelt man dort auf und ab, und das that auch gegen Abend desselben Tages der Doktor. Und wie er dahin schritt, da sah er seine beiden jungen Reisegefährten, die ihm entgegenkamen. Besten Dank für Ihre freundliche Empfehlung," sagte der Bruder, wir sind im Schwarzen Roß" sehr gut untergekommen. Sie müssen aber schnell gegangen sein, daß Sie jetzt auch schon hier sind." Das Mädchen stand schweigend dabei. Sie hakte kaum den Gruß erwidert und wandte sich dann zur Seite, um ein Schaufenster zu betrachten, in dem Reiseandenken und allerhand schöne Sachen lagen. Auch des Bruders Blicke fielen darauf. Sehen Sie diese herrlichen Postkarten- dort, man möchte glauben, daß es Malerei wäre. Ich gehe hinein und kaufe ein paar. Bleiben Sie doch so lange hier bei meiner Schwester." Und so standen die beiden allein zusammen. Das Mädchen verwandte keinen Blick von der Auslage, und auch der alte Sünder betrachtete mit.größtem Interesse die Täschchen aus Gemsenleder. Er suchte vergeblich nach einem guten Wort und fand es nicht und blickte dann verstohlen zu dem Mädchen hin und sah ihr blasses Gesicht, das noch am Morgen so lachend war. In seinem Herzen aber quoll das Leid auf, Leid um das blasse Mädchen und Leid um sich und die Jugend, die hinter ihm lag. Ach. jung sein, jung sein," sagte er leise. Sie hörte es kaum. Da wandte sich das Mädchen von ihm und ging, ohne ihn anzublicken, dem Bruder nach. Der Doktor aber blieb" allein auf der Straße siehen. Er hatte Zeit, darüber nachzudenken, daß die Mädchen nicht alle gleich sind, und daß man mit 45 nicht mehr 25 Jahre alt ist. Und dann schritt er langsam davon in eine alte, kleine Weinstube, wo er der einzige Gast war. Dort trank er ein Glas nach dem andern und rauchte dazu und war wieder einsam und alt. Am Abend kamen die Geschwister in daö Schwarze Roß". Da standen auf dem Tisch in des Mädchens Zimmer drei schöne rothe Rosen, und ein Zettel lag dabei, auf dem stand nur das Wort: Verzeih". Das Mädchen nahm zögernd die Blumen und sah lange darauf. Und dann dachte sie an die Berge und die Thäler und an alle Freude, die ihr Herz empfunden hatte. Und sie dachte auch, an den schlechten Menschen, der froh war, daß ihn die Sonne beschien, und über ihre Wangen liefen langsam ein paar Thränen. Enfant terrible". Bei Schulzes stellt sich das neue Dienstmädchen vor. eine ältere Person mit einem häßlichen zahnlosen Mund. Der kleine HanS mustert lange das unschösifrfiAt und svrickt dann zum Vava:
Nicht wahr, Papa, diese Marie magst DU doch Nicht küssen?
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