Indiana Tribüne, Volume 29, Number 20, Indianapolis, Marion County, 15 September 1905 — Page 7

Jndkana Tribüne, 15 September 1O03.

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... - zx V V -- . tt V V 44 M 55 H t: -7 -. .rx LrL este n T "t" 4 4T"f j" 1- 4 H n VV F (Fortsetzung.) Schweigen sollte er, um Gottes wil'len schweigen! Er riß ihr das Herz entzwei. Und kaum wissend, was sie sprach, stieß sie in seine Worte hinein: Du ... Tu sagtest gestern, Detlef, Du hättest Kapital bekommen, ist das eine größere Summe als jene, die Du abzulösen hast?" Er wurde sehr verlegen, setzte sich aufrecht und besah die Innenfläche seiner Hand. Tann hob er plötzlich den Blick und sagte ohne Umschweife gerade heraus: Ja, Liane! Die Mißernte hätte mich vor den Bankerott gebracht. Jetzt bot man mir Geld Du weißt, wie das möglich wurde. Ich nahm, was ich brauchte. Unsere Hochzeit steht vor der Thür, ich konnte und wollte mein Haus nicht mit leeren Händen zum Empfang seiner Herrin richten. Und offen gestanden, ich hatte auch noch alte Schulden, die ich noch vor meiner Heirath glatt zu machen wünschte und zwar nicht von dem Gelde meiner künftigen Frau. So," lachte er dann gezwungen auf. da hast Du meine Generalbeichte!Liane saß. als sei alles körperliche Leben aus ihr entwichen. In ihr aber rasten die Gedanken. Jetzt sollte sie es ihm sagen, jetzt sollte sie mit brutaler Hand den Schlag gegen ihn führen, der den Boden spalien mußte, darauf sie beide standen! Alles ist nicht wahr, ich bin nicht reich, arm wie zuvor, ärmer noch! Betrüaergeld, das mir die Versuchung in die Hände gespielt, daran Fluch und Sünde klebt, darüber Thränenfluthen strömten. Todte warten, daß ich's von mir werfe. Lebende verwünschen mich, wenn ich's behalte!" Da warf sie sich nieder, drückte das Gesicht gegen den kühlen weichen Boden und fuhr doch plötzlich wieder empor, preßte sich an Palmers Schulter, daß er sie nicht ansehen sollte. Detlef, wenn ich nun arm geblieben wäre, dann " Darauf war er nicht vorbereitet, er runzelte die Stirn in peinlichster Betroffenhcit. Du bist seltsam, Liane. Ich habe mich mit Dir verlobt, als Du arm warst. Wie die Dinge heute liegen. dürfte die höhere Belastung meines Gutes über kurz oder lang meinen Ruin bedeuten, würde ich ein völlig armes Mädchen heirathen. Ich verstehe Dich aber, ehrlich gesagt, nicht, warum Du mir solches Geständniß abzwingst." Er erhob sich. Als sis sah. daß sie ihn verletzt hatte, umklammerte sie seine Hände, zog ihn wieder zu sich hernieder, umschlang ihn in wilder Hast und stammelte außer sich: Weil ich Dich liebe, Detlef, weil ich es wieder und wieder hören möchte, daß Tu mich erwählt hast, als ich die Geringste von allen war! Danken will ich es Dir, so lange ein Athemzug in tritt ist! Und ja doch, ja ich wm Dich ja glücklich machen. Liebster! Küsse mir's in die Seele hinein, daß Du mich liebst!" Ihre Stimme brach, ihr Kopf sank zurück, als würde sie ohnmächtig. Erschreckt und erschüttert hielt Palmer sie an seinem Herzen. Aber Kind, liebes, gutes. Tu bist ja krank! Gestern schon. Was geschah denn mit Dir, mein Liebling? Rede doch, hast mir ja überhaupt noch so viel zu erzählen " Gütig, sanft sprach er auf sie ein und küßte ihr das Haar dabei. Dummes kleines Ding, wie kann man solche Nerven haben, wenn man doch sogar mit Schießgewehren umzugehen weiß! Hat man '.hn gar wieder bei sich, den gefährlichen guten Freund?" Lächelnd schüttelte sie den Kopf. Na, siehst Tu wohl," machte er und wiegte sie in seinen Armen wie ein Kind. Und bist Du erst mein Frauchen, wird er Dir überhaupt konfiszirt. Wann bist Du's denn nun aber, -sag? In vier Wochen ja?" Da löste sie sich aus seinen Armen und sah ihn angstvoll flehend an. Das kann Dein Ernst nicht sein, Detlef. Der Trauerfall! Nein, nein, das wäre wie vom Begräbniß an den Traualtar." Er widersprach ihr nicht, obwohl er keinen langen Aufschub mehr wünschte. Doch das würde sich finden. Erst sollte sie ruhig werden. Und sanft küßte er ihre Lippen. Dann fragte er: Wollen wir heim, Liane?" Heim! Das Wort schreckte sie wie aus einem Traume auf. Empor springend strich sie sich über, die Schläsen und blickte ringsum. Heim! Hinauf in ihr Stäbchen, wo in den Winkeln noch das Grausen der Nachtstunden kauerte, wo wder eine Nacht ihrer wartete! Detlef!" Ein Schrei aus wilder Herzensnoth und noch einmal warf sie sich an seine Brust. Detlef, ich habe solche Angst! Wenn Du mich nicht liebtest, wie Du jetzt mich lieben mußt, kein Wasser wäre tief genug, keine Kugel schnell genug für mich! Weißt Du's denn aber auch, wie ich Dich liebe? Daß ich intausend Schmerzen tausend Tode

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K tt Roman von Srdwig Grlin . dimcdtcbUr 54 6 S H 4? fr 4"k H 4rv 4v r H f 54 für Dich sterben, daß ich betteln und stehlen könnte für Dich! Daß ich kein ,ich' mehr habe, daß ich ,Du' bin! Nimm mich in Deine Hände, zerbrich mich, laß mich in Flammen verbrennen. in Kälte erstarren alles, alles will ich tragen, wenn Du mir schwörst, daß meine Liebe Dich beglückt und daß Du mich wiederliebst wie keinen Menschen sonst auf Erden!" Palmer war bleich geworden und rang nach Athem. Liane Du weißt es doch!" flüsterte er heiser. Ihre Augen leuchteten. Schwöre es mir schwöre es mir!" Liane! " Stumm standen sie einander gegenüber. Ein paar Herzschläge lang. Mit schwülem Schweigen umlauerte sie die Waldeinsamkeit. Da fcoy Liane den Kopf zurück, schloß die Augen, öffnete die gluthheißen Lippen und seiner selbst nicht mehr mächtig, riß er sie an sich und küßte sie, küßte ihr das Fragen nach jener Antwort todt, die er ihr nicht geben durfte! Und sie duldete es mit vergehenden Sinnen und glaubte diesen Küssen wie einem Schwur vor Gott. 15. Kapitel. ch habe mich entschlossen, Tante. Ich will schweigen und warten und später gut zu machen suchen." Frau Mathilde warf einen beklommenen Blick auf die Nichte, die zu ihr in die Gartenlaube getreten war und so fremde, ausdrucksleere Züge trug. Tann athmete sie seufzend aus. Warum konnte die Verstorbene auch die dummen Papiere nicht verbrennen! So eme gräßliche Geschichte, von der man noch nicht mal weiß, ob sie auch wirklich wahr ist. Denn ich Hab's Dir noch nicht gesagt, weil Tu nichts davon hören wolltest, aber m der Stadt hab' ich mich unter der Hand erkundigt auch auf der Landesbank, wo Deine Erbschaft deponirt ist aber keiner hat was gewußt von einem Bankier Telsberg. der irgendwo in Deutschland 1o cox achtzehn oder zwanzig Jahren durchgegangen sein soll. Am Ende bat sich die alte Morand das wirklich alles nur zusammenphantasirt." Lmne schüttelte den Kopf. Nein. Tante. Sie war ein von heimlichen Gewissensqualen verfolater Mensch. öer sich selost entfliehen mochte und nicht kann. Jetzt erst verstehe ich das o, ich verstehe sie!" Frau Mathilde starrte düster m Bo den. Gewissensbisse was hatte sie früher von denen gewußt? Sonst was gäbe sie darum, wäre sie mcht Mitwisserin dieser Sache! Ware ihr Hermann ein aufmerksamerer Beobachter gewesen, ihm hätte längst die Veränderung, die mit seiner Gattin seit ihrer Heimkehr vorgegangen war, aussallen müssen und wenn er eine Ahnung hätte, daß er da sofort zu Gunsten der betrogenen Glaubiger einen Aufruf erlassen würde, war über jeden Zweifel erhaben Selbst Palmer wurde sich vielleicht für das Geld bedanken, wüßte er Wenn man nur erst wirklich und wahrhaftig wüßte, ob's die Betrogenen auch so nöthig brauchten, und wenn nur nicht die ganze, ganze Erbschaft verloren wäre! Denn nicht einmal das, was sich die alte Morand mit dem Gelde zusammenspekulirt hatte, würde Liane als rechtmäßiges Eigenthum verbleiben, wenn es zur gerichtlichen Anzeige kam, sondern als Zinszuschlag an die Gläubiger verrechnet werden. Nicht ein Pfennig blieb übrig, wenn man nicht Schweigen und warten und später gut zu machen suchen!" hatte Liane gesagt. Der Doktorin Kopf hob sich wieder empor, über ihr Gesicht ging ein hclle rer Schein. Ja, Liane, so meine ich's auch, das wird sich schon alles so machen lassen! Wart nur erst bis nach der Hochzeit, bis Tu weißt, wie viel Palmer für Moorheide haben muß, und was Du abgeben könntest. Ihr könnt ja doch auch auf Moorheide Glück haben, Palmer kann sich tüchtig hinaufwirthschaften, wenn er sich erst ein bischen mehr aus dem Vollen heraus regen kann, wenn er's auch freilich nicht nöthig qehabt hätte, jetzt gleich auf die reiche Braut hin loszupumpen, daß es nur so eine Art hat." Woher weißt Du. Er hat's gebraucht! stieß Liane dazwischen. Ja doch!" beruhigte Frau Mathilde. Und woher weiß ich's? Er hat s a selber hier erzahlt, was er alles machen läßt und noch anfangen will." 'Sprich nicht weiter, Tante! Es soll ja sein! Ich will mir's erzwingen. und ehe ich ihn stürze, eher " Sie sprach nicht weiter, drückte die Hände in die Augen und stöhnte tief. Da wurde nach Frau Mathilde ge rufen. Der Spediteur kam und brachte die von Meran elngetroffenen hmter lassenen Sachen der Tante Morand. ' Laß alles auf den Boden stellen, Tante .Mathilde, unausgepackt.. Ich

kann nichts davon anrühren und Du

sollst es auch nicht. Liane rief es aufgeregt und floh dann in die einsamste Ecke des Gartens. Palmer kam nicht jeden Tag, und darüber war sie froh. Er hatte viel auf Moorheidc zu thun, fuhr auch öfter in die Stadt, und Liane hatte das Gefühl, als beschäftige er sich damit, ihr mit der Ausstaffirung seines Hauses allerlei Ucberraschungen zu bereiten. Darunter litt sie unsäglich und doch beglückte eZ sie, denn es waren Zeichen seiner Liebe. Geh doch spazieren, mach Dir ein bischen Bewegung!" sagte ihr tagtäglich Frau Mathilde, wenn sie stundenlang in ihrem Zimmer saß und sann und sann. Aber sie hatte eine förmliche Scheu, davor, fremde Menschen zu sehen, von ihnen gesehen zu werden. Auch die eine, zu der sie Zuneigung, Vertrauen fühlte, auch Frau Jutta Gerland wollte sie jetzt nicht wiedersehen, ihr nicht begegnen, und es war ihr eine Erleichterung daß auch Detlef ihren Namen nicht nannte und wohl infolge der ersten Trauer nicht daran erinnerte, daß man endlich Besuch bei ihr machen müsse. Palmer selbst bemerkte sehr wohl die tiefe Veränderung, die mit Liane vorgegangen war, allein er wollte in der seltsamen Verhaltenheit ihres Wesens, die doch mit so viel heimlich heißer Leidenschaftlichkeit gepaart war. , nichts anderes sehen, als einen Zustand seelisch nervöser Gespanntheit, der sich wieder ausgleichen würde, wenn erst der jähe Umschwung der Ereignisse, der ihn hervorgerufen, ihr mehr zur Gewohnheit wurde. Er war heiter, wenn er kam, suchte auch Liane zur harmlosen Heiterkeit zu stimmen, und eineö Abends, als man zusammen in Föhrenbachs Garten saß und der Doktor erwähnte, daß er am anderen Morgen nach der Stadt sahren müsse, meinte Palmer: Da werden wir Reisegefährten sein, denn auch ich will mit dem Frühzug nach unserer Metropole hinüber." Zu Liane gewandt fuhr er fort: Wie wär's, wenn wir zu dritt führen und dann selbander irgendwo einen gemüthlichen Frühschoppen abhielten?" Famos!" rief im vollsten Einver siändniß Vater Föhrenbach, und selbst Frau Mathilde machte keine Einwendung gegen einen gemüthlichen Frühschoppen, über den ihr Auge nicht wachte. Meinetwegen," sagte sie. da spar' ich das Mittagbrot und kann endlich mal die Kutsche nehmen und nach Niedcrhof fahren, wo ich der Oberförsierin schon Gott weiß wie lang einen Besuch schuldig bin!" Also auf ein frohes Morgen!" sagte beim Abschied Palmer zu Liane. Mit beiden Händen vrente sie fest seine Rechte. Ja. froh sein wollen wir froh!" Droben in ihrem Zinuner aber wühlte sie das öauvt tref in die Kissen ihres Lagers hinein, als könne sie sich damit schützen, daß sie nicht unablässia hören mußte, das mahnende Rufen in ihr. Am nächsten Morgen fuhren sie nach der Stadt. So ist's recht!" hatte Valmer aerufen, als er Liane statt in ihrem dunklen Trauerkleide in einem einfachen weißen Anzug mit schwarzem Hut und Gürtel sah. Nicht immer das düstere Schwarz! Was kümmert es die Todten, ob man im Dunklen oder un Hellen ihrer ge lenkt." Etwas derart hatte Liane emvfunden. als sie mit einem Sckiauder das schwarze Kleid von sich geschoben hatte. Ein heller Tag sollte das werden! In der Stadt trennten sie sich zurächst von dem Doktor, der von Frau Mathilde beauftragt war, sich einmal väterlich ernsthaft um Wilibald zu bekümmern und ihn alsdann, falls er sich dessen würdig zeigte, an der Gemüthlichkeit des Frühschoppens theilnehmen zu lassen. Palmer hatte nur eine Besorgung zu erledigen, während welcher Liane in einer Konditorei seiner wartete. Dann gingen sie in das verabredete Weinrestaurant. wo bald nach ihnen auch Föhrenbach und Wilibald eintrafen. Sie hatten eine gemüthliche Stunde miteinander, redeten von dem und jenein und tranken dazu einen guten Tropfen. Wilibald, der wenig redete, trank desto eifriger, bis des Vaters Hand sich auf seinen Arm legte. Wilibald, mein Sohn mir scheint. Tu hast Dich hier nicht nur auf's trvkkene Studium verlegt." Wilibald hob sein Glas empor, schaute hinein in den funkelnden Rüdesheimer und lachte dazu ein merkwürdiges Lachen, das er früher nicht gehabt, früher, als er noch unter mütterlicher Zucht in Lindenpedt seine Tage verlebte. Ich bin des trockenen Tones satt, Vater! Wenn die Blume gedeihen soll. muß sie begossen werden. Hm " machte Vater Föhrenbach und besah sich seinen Sprößling ge nauer. Blumen? Verlegst Du Dich noch immer aus s Gärtnerische? Junge, daß Dir die Mutter nicht gründlich in Deine Kulturen fahrt! Da schüttelte Wilibald den Kopf. Sie würde nichts mehr zu zerstören finden. Du bist beschwipst. Junge!" sagte Föhrenbach und schob die Flasche näher zu sich heran. Liane aber schaute mit einem halb

lächelnden, halb 'mitleidigen' Blick auf

den großen melancholischen Jungen. Sie war eingeweiht in seine Herzensnoth. Vor ein paar Tage war sie mit Tante Mathilde in Lindenstedt dem Miezelchen begegnet. Die hatte nicht aus noch ein gewußt vor schamhaftem Errothen und war davongelaufen. Wie ein begossener Pudel," hatte die Tante gesagt und ihr nachschauend mit viel Befriedigung gemeint: Da scheint ja meine Standpauke geholfen zu haden. Ihren rothen Kittel hat sie rn auch nicht mehr an. Soll das aschgraue Fähnchen vielleicht so 'ne Art von Herzenstrauer bedeuten?" Selbstbewußt, wie immer, war sie dann weiter gegangen. Lebe wohl. Liane." sagte laut zum Abschied Wilibald und ganz leise fügte er in bebender Hast hinzu: Liane ich bitte, ich flehe Dich an. Tu weißt ja. was Liebe ist. Ich glaube, sie ist wieder m Lindenstedt, und man hat mich bei ihr verleumdet. Wenn Du sie siehst, so Komm. Junge." sagte Vater Fohrenbach und faßte seinen Sohn unter den Arm. Er hatte noch den geschäftlichen Theil seiner Stadtfahrt zu erledigen und wollte erst am Bahnhof mit Palmer und Liane wieder zusammentreffen. So werden wir beide inzwischen einen kleinen Straßenbummel machen," sagte Palmer. Er war in bester Laune, und auch über Liane kam allmälig etwas von ihrer früheren Heiterkeit. Da, als sie um eine Straßenecke megen wollten, wurden plötzlich ihre Schritte gehemmt. Eine Menschenmenge, die vor einem Geschaftslokale sich angesammelt hatte, versperrte die Straße, und aus der Menge scholl wildes Schreien. Donnernde Faustschlage wurden gegen die herabgelassene eiserne Rollmlousie gefuhrt, und Rufe, Verwünschungen schrillten dazwischen. Der Lump der Schuft der Dieb Betrüaer Halunke!" Sieh da," sagte Palmer, einen Blick nach dem Firmenschild hinaufwerfend, da hat wohl wieder em Bankhaus gekracht, oder es ist einer durchgegangen. Komm. Kind, laß uns umkehren. das ist nichts für Dich." Aber Liane stand wie in den Boden gewurzelt. Nein ich will bleiben. Er wunderte sich über die Heftigkeit ihrer Worte, aber seine Aufmerksamkeit wurde gefangen von dem immer großer anwachsenden Tumult. Von allen Seiten drängten neue Menschen herzu und einer schrie es dem anderen entgegen. was hier geschehen war. Durchgebrannt heimlich nach Amerika, mit einer halben Million keiner kriegt einen rothen Heller wieder, der was da stehen hatte!" Das ist nicht wahr!" In das allgemeine Schreien hinein fiel eine einzelne Stimme,. schlug darüber hinweg. Ein Mann im HandWerkeranzug brach sich durch die Menge Bahn, drängte, gegen den verschlossenen Laden und brüllte wie ein rasendes Thier: Das ist nicht wahr! Mein ganzes Erspartes, in zwanzig Jahren Erspartes!! Heut' hab' ich's holen wollen ich will mein Geld!" Und gegen d:e eiserne Schutzthur warf er sich mit aller Gewalt des starken Körpers, daß es krachend dröhnte. Zurück Ruhe Ruhe! Hier ist nichts mehr zu holen." Zwei Schutzleute rufen es und suchten die Menge auseinander zu drängen. Die aber stand plötzlich zu einem dichten Knauel zusammengeschoben, darüber sekundenlang ein fürchterliches Schweigen lag. Da fuhr aus dem Knauel eine geballte Faust hoch empor. Hund! Versluchter Hund!" brüllte eine Stimme auf. und andere Stimmen brüllten es nach. Verflucht! Verflucht jeder Bissen Brot, der von dem Sündengeld bezahlt wird!" Komm." sagte Palmer, sich hastig umwendend und wollte Liane mit sich ziehen. Da merkte er erst, daß sie wie leblos an ihn gelehnt stand, während ihre weißen Lippen lautlos in zuckendem Fieber sich bewegten. Liane!" Tief erschrocken schlang er den Arm um sie. wollte sie vorwärtsziehen und mußte doch wieder mit ihr stehen bleiben, in die Enge gezwängt von den plötzlich vorwärtsdrängenden Leuten. - Aus dem Knäuel hatte sich emer herausgedrängt und rannte wie verzweifelt davon.. Die ihm Nachstürmenden schrieen: Haltet ihn fest halte! ihn fest! Der will sich umbrmaen !" Ganz dicht an Palmer und Liane vorbei ab schlich eine ältliche Frau. kr sckmales Gesiebt wär aanz Versallen, der Blick war wie betäubt in völliger Hilflosigkeit, und leise redete sie vor sich hin: Mein armer Junge und mein Mann, mein alter, kranker Mann! Wovon sollen wir nun leben wovon sollen wn denn leren! Detlef, ich will ja will ja alles alles " In Lianens Kehle erstickten die gurgelnden Laute., auf ihrem Gesicht war der lekte Rest von ftarbe erblichen. Da hatte Palmer sie schon vom Boden emporgehoben, trug sie um die Straßenbiequng und icyoo t in eine der dort haltenden Droschken. Als dieselbe sich in Bewegung setzte. zog er Liane fest an sich und lehn ibren Kovk an seine Brust. .Das war zuviel für. Dich, mein armes Herz!" sagte er leise. Etwas unendlich Warmes, Gutes quoll auf in

ihm, eine tiefe Rührung über das. was ihm der höchste Ausdruck zarten Mitleids dünkte. Und Liane wiederholte es: Ja das war zuviel'." Ihr Körper bebte. Ganz verzweifelt umklammerte sie seine Hände, als könne er sie erretten vor sich selber. So hatte ich es nicht gewußt so grauenhaft, so über alles grauenhaft hatte ich es mir nicht gedacht!" Er streichelte beruhigend ihre verkrumpften Finger. Wie kamst Du auch wohl dazu. Dir so etwas auszudenken. Kind!" Und in eigener, starker Empörung stieß ej heraus: So ein feiger, erbärmlicher Betrüger! Das ist der gemeinste aller Verbrecher ein Mörder am Wege ist ehrlicher dage?en!" Liane ächzte. Detlef wenn ein anderer darum weiß, der es nicht selbst gethan hat doch er schweigt, schweigt und " Und zieht seinen eigenen Profit davon?" fiel er ein. Der ist von den beiden noch der gemeinere Lump. Der Hehler ist ärger als der Stehler." Der ist ärger . ärger ja. ja. Aber, Detlef." ihre Augen hingen in wilder Todesangst an seinen Zügen, wenn ein anderer das aus Liebe, nur aus Liebe " Er zuckte die Achseln. Für die Art von Liebe würde ich danken." Ihre Augen schlössen sich, lautlos sank ihr Kopf zurück, sie sah aus wie eine Sterbende. Liane, aber Kind so komm doch nur zu Dir! Ich habe wirklich nicht gewußt, wie ungeheuer sensitiv Du bist." Sie faßte sich endlich wieder und erschien äußerlich ruhig, als sie auf dem Bahnhof anlangten, wo bereits Föhrenbach ihrer wartete. Ein paar Mi-

nuten später ging ihr Zug ab. Im Wagen fiel dem Doktor Llanens tiefe Blässe auf. Palmer erklärte dieselbe mit der aufregenden Szene, von der sie Zeugen waren, und gerieth darüber mit Föhrenbach in ein längeres Gesprach. Liane warf lern Wort dazwischen und saß regungslos in ihrer Ecke, bis sie wieder in Lindenstedt ankamen. Der Bahnhof lag am unteren Ende des Sees, und sie gingen zusammen noch ein Stuckchen die Seepromenade hinauf, bis dahin, wo ihre Wege sich trennten. Da blieben sie abschiednehmend stehen. Palmer nahm Lianens beide Hände und bog sich zu ihr hinab, in seiner Stimme war wieder der warme, gute Ton. Du hast die Aufregung noch nicht verwunden, Kind. Such's zu vergessen und sei morgen wieder sroh und munter. - Ich werde kommen und zusehen, ob Du's bist." Morgen, Detlef, morgen Ihr Blick hing an ihm, als vermöge er sich nicht wieder zu lösen. Ja, morgen!" sagte er munter, hob eine nach der anderen ihrer Hände an seine Lippen, wechselte noch mit Föhrenbach einen Handedruck, schwenkte lächelnd den Hut und ging raschen Schrittes davon. Wie ein Glücklicher!" Herbe Lippen sprachen es vor sich hin, aus düsteren Augen zuckte ein kaltes Licht, und eine schlanke FrauenHand griff hart hinein in das zartgefiederte Strauchwerk, zwischen dem, wie in einer grünen Bucht, eine Bank stand, von der aus man ungesehen die Seepromenade überschauen konnte. Dann stand Frau Jutta Gerland langsam auf und ging des Weges weiter. 0 , , Liane war allein zu Hause. Der Doktor war gleich wieder fortgegangen, ein paar Krankenbesuche zu machen, Frau Mathilde war noch nicht von ihrer Ueberlandfahrt zurückgekehrt. MK Wortsetzung folgt.) Opferte s i ch für ihren Hund. Bei dem Versuche, ihren Lieblingshund zu retten, wurde die neun Jahre alte Nana Hulberg in Mears. Mich., von einem Zuge überfahren und sofort getödtet. Das kleine Madchen spielte mit ihrem Hunde in der Nähe der Eisenbahn, als das Thier vor einen sich nähernden Zug sprang Nana, fürchtend, daß ihr Liebling (t tödtet werden würde, eilte auf das Geleise, um den Hund aus der Gefahr zu retten. Der Hund entkam heil, aber das Kind wurde von den Rädern zermalmt. j Mobherrschaft in K an a d a. Zum ersten Male seit Menschengedenken sind neulich in Kanada, in der Nähe von Norwood. Ont., zwei Personen die Opfer eines Mobs ge worden, nämlich der zwölfjährige Thomas E. Hill und seine um etliche Jahre ältere Schwester Mabel. die Kinder des Farmers Robert Hill. dessen ganze Familie seit Jahren mit benachbarten Farmern im Streite lag. Kürzlich umzingelte ein Mob Hills Haus, um ihm eine Lektion zu geben, und etliche Leute unter der Menge hatten sich mit Gewehren bewaffnet. Da Hill sich weigerte, vor die Thüre zu kommen, so begann man durch die Fenster m das Haus zu schießen und dabei wurden die beiden Kinder verwundet. Sobald das verhängnißvolle Resultat bekannt wurdestob die Menge nach allen Richtungen auseinander. Der Knabe starb wenige Minuten nach seiner Verletzung. während das Mädchen nur leichte Verletzungen erlitt. Die Beh'örden haben den Vorfall in Untersuchung genommen.

Feuer - Signale.

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Ziten Schläge, dritter Alarm, CriUcn 2 SchlZg, viert Alarm. -4-1, Feuer aus und Schlauch aufgerrL. i Schlag, Wasserdruck ad. 1 Schläge, 12 Lhr Mittag. tit o bezeichnete Signal werde nur do Thur Ächter angegeben da an den betreffend Straße euzungM kein AlannköldM anpelwachA Rind, Kampf mit einem Halfisch. Die Brüder Giovanni und Antonio Angeleno, Zwei italienische ffischer in San Francisco, hatten diesei Tage einen Kampf auf Leben und Tod mit einem riesigen Haifisch zu bestehen. Sie waren schon früh auf den Fischfang in die Bai hinausgefahren und warfen ihr Netz aus. Als sie das selbe einziehen wollten, fanden sie, daß ein riesiger Haifisch sich in dasselbe verwickelt hatte. Der Hai machte sofort eine Attacke auf das Boot, welches eS 'durch gewaltige Schläge mit seinem Schwänze zu zertrümmern drohte. Die beiden Fischer griffen schleunigst zu ihren Hakenstangen, mit denen sie dem Hai , zu Leibe gingen. Sie tödteten schließlich das Ungeheuer, das vom Schwanz bis zur Schnauze 12 Fuß 6 Zoll maß, und verkauften ihren Fang an Chinesen, welche das Fleisch deS Hais als Delikatesse verzehrten.

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