Indiana Tribüne, Volume 29, Number 20, Indianapolis, Marion County, 15 September 1905 — Page 6
. . Jndiana Tribülic, IZ. September 1905
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Europäische Nachrichten. Schweiz. N e r n. LeKtens machte der zwölfjährige Gymnasiast Schmitz von httr, Sohn einer Wittwe, mit Bekannten eine Tour auf das Stockhorn. Beim Abstiea blieb er zurück, wahrend eme Aealeiter weiter ainaen. Nach langemSuchen wurde er in einer Schlucht CQV fasitwrftr rtsß PtrflP vlCllUlU ;uv jiiiiviv. . w aufgefunden. Er war. wie vermuthet wird, abgestürzt, als er in großer Hast seinen vorausgegangenen Gefährten nackeilen wollte und einen abkürzenden Weg eingeschlagen hatte. Der Tod muß auf der Stelle eingetreten sein, denn der BedauernZwerthe hatte daö Genick gebrochen. Basel. In dem jetzt eröffneten Kodinll zu seinem Testament beauftragte der jüngst verstorbene Professor Overbeck von bier den Sazrlst teuer Karl Albert Bernoulli, zur Zeit in Berlin, mit der Herausgabe der m an Overbeck gerichteten Vlxtqt - riefe, deren Originale der hiesigen Universi tät zufallen. Der Herausgebe? lou mit ??rau Förster - Nietzsche sich über etwaige Vermögensansprüche aus der Veröffentlichung verständigen. Cbur. Der Bückos von mer. zo hannes Fidelis Battaglia, feierte in seiner Kathedralstadt :n einem glänzenden Kreise von Chorherren. Aebten. Prälaten, Geistlichen und Laien sein fünfzigjähriges riesterjubilaum. Bei wolkenlosem Himmel begann der prächtige Aufzug des Bischofs mit seinem geistlichen und weltlichen Gefolge auf dem Hof zur Kathedrale. Es folgte eine treffliche Predigt des Abtes von Dlsentls. Aus allen Ttzetten der qroüen Diözese waren Gäste anwesend. Neu - S o l o t b u r n. Em Un glück ereignete sich am Transformatorenhaus der Bierbrauerei von Roll. Der Monteur Ernst Kurz vom Elektrintätswerk Wanaen a. d. A. kam mit der Starkstromleitung in'Berührung und wurde jofon gekostet. (3e jlerr c t ch ö arn. Wien. Der Kaiser hat dem pen sionirten Oberlehrer an der hiesigen Knaben - Volksschule im 5. Gemeindebezirke, Makleinsdorfersiraße No. 23. Anton Wallner, das goldene Verdtenstkreuz verliehen. Ein entsetz licher Unglucksfall ereignete sich vor einiaer Zeit in der Wohnung desProfessors Köppner an der hiesigenKriegsakademie. Seine Gattm zundeu eme Spirituslampe an, die jedoch nach kurzer Zeit erlosch. Ohne dies weiter zu beachten, goß die Dame Spiritus in die Lampe, die hierauf infolge der noch fortwirkenden Wärme explodirte. Frau Köppner erlitt im Gesicht und an der Brust so gefährliche Brandwunden, daß sie bald darauf unter schrecklichen Schmerzen starb. Die 37jährige Kartonagearbeitersgattin Barbara Bruckner, Ottakring, Thaliastraße No. 80 wohnhaft, die ihrem Manne durchgegangen ist, wurde im Bezirke angehalten. Sie wurde auf das Polizelkommissariat geführt und dort ihrem Gatten übergeben. -Beim Verlassen des Amtszimmers zog die Frau plötzlich ein Tischmesser, das sie unter dem Kleide versteckt gehalten hatte, hervor und führte, ohne daß es der diensthabende Kommissär oder der Polizeiagent verhindern konnten, einen Stich gegen das Gesicht ihres Mannes, Karl Bruckner, welcher eine anscheinend leichte Verletzung oberhalb des linken Auges erlitt. Als sie zu einem zweiten Stiche ausholen wollte, wurde ihr das Messer entwunden. Bei ihrem Verhör gestand Barbara Bruckner, daß sie die Absicht hatte, ihrem Manne beide Augen auszustechen. Die Frau wurde dem Landesgerichte eingeliefert. Proßnitz. Hier stürzte der 19zahrige Maurer Josef Klapll von dem Dache eines ebenerdigen Hauses so unglücklich auf das Pflaster des Hofraumes herab, daß er mit zerfchmttertem Kopfe ins Spital gebracht wurde, wo er alsbald starb. Römerstadt. Als der Grundbesitzerssohn Josef Weiser aus Johnsdorf im rasenden Tempo durch die Karlsbrunnenstraße fuhr, stieß'er den Webe? Johann Grohmann so heftig zu Boden, daß dieser sofort das Be wußtsein verlor. Grohmann starb nach kurzer Zelt. gur.emOuYQ. L u x e m 5u ; g. Ein dem ArchiteZten Georg Element gehörendes, zu Luxemburg - Glacis gelegenes WohnHaus ging m öffentlicher Versteige rung in den Besitz der Wittwe Anna Rabinger über zum Preis von 1.3,300 Francs. Ireie Stüdte. Hamburg. Der in der Heitmannstraße 47 wohnende 50jährige Acaurerootter eaetmeyer war an einem Neubau am Louisenweg 97 beschäftigt und arbeitete in Höhe der vierten Etage auf einem Gerüst. Plötzlich that er einen Fehltritt, verlor das Gleichgewicht und stürzte in die Tiefe. Die erlittenen Verletzungen waren sehr schwer." Er hatte beide Beine mehrfach gebrochen und sich' eine sehr ernste Gehirnerschütterung zuge zogen. Der Verunglückte wurde nach dem Krankenhause gefahren, er ist iedoch auf dem Wege dorthin verstorben. Dieser Tage blickte Schulrath Dr. Stuhlmann auf eine 25jährige Thätigkeü als Leiter der hiesigen Gewerbe schulen zurück.
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Regierungsdrucker palmer ?eyn Minuten Aufenthalt. Von Zoe. Mitten auf der Strebe bält der Äua und rüttelt die Reisenden aus ihren meyr oder weniger angenehmen Traumen. fragen scbwlrren duröelnander. Was gibt's? Eine Entgleisung? Umsteigen, meine Herrschaften! Ein Theil der bayerischen Gebirgsbahn ist wegen Hochwassers gesperrt. Zehn Minuten Aufenthalt." Aeraerlickes Gebrumme seitens der Reifenden, die sich eben so bübsch zum Schlummer eingerichtet hatten. Doktor Worlng stülpt seinen beiden kleinen Mädchen die rothen Toaues auf die Locken und rüttelt sie ziemlich unan l auf. 2idiv Pale o analo gen! Marsch! Was hälft du da . ust c. tr. c nu iiuuipiiaji in oer anok Mein Püvdchen. Vava. es soll mit nach Tirol." ' Dummer Scönack". brummt der Doktor und stopft das Püppchen köpfuoer in die Handtasche, bereut jedoch sofort seine Seftiakeit. als die reiben Lippen ihn schüchtern fragen: Bist du oo e. Papa? Und du. Maraot. was ist mit dir?" Mein Beinchen thut weh". . . Ist eingeschlafen. Steb stramm. Hier Paletot. Los! Margot, du bist die Große! Ich will noch mit dem Stationschef sprechen, du nimmst l0ti an die and und aebst bis zur erleuchteten Halle dort drängst dich ans Büfett und bestellst für euch beide Kakao." Die Große kommt sich in diesem Augenblick sehr hilflos vor. dock, der Respekt vor dem Papa läßt sie schweigen. Wie wenia können sick Väter in ein Kindergemüth hineindenken. Zu Haus immer am Gangelband geleitet, immer in der Obhut der Mutter oder des ffräuleins. soll dieses verschlafene Püppchen sich in einer fremden Welt zurechtfinden. Kaum hat der Doktor das Eoup6 verlassen,. als eine Hand sich auf seinen Arm legt. Wohin steuern Sie, Wöring?" Ziellos planlos vielleicht ein Paar Tage München, eine Woche Tegerniee: Qttofce Touren kann ich ja mit meinen kleinen Mädels nicht machen." Aha. Sie haben die Kinder bei sich?" , Wo sollte ich sie lassen?" lächelt der Gefragte schmerzlich. Meine Mama war zwar erbötig. . . aber das käme einer Gefangenschaft gleich. Und" . . . Ihre Frau Gemahlin" Der Zudringliche stutzt, als er ein heißes Roth im Gesicht des Doktors aufsteigen sieht. Ihre Frau Gemahlin wird mit dem Ensemble in Jschl erwartet." t Mag. sein", sagt der andere gleichgiltig. Uebrigens wir haben nur zehn Minuten Aufenthalt." Flüchtig winkt er dem Davoneilenden zu, rafft mit kräfiger Hand das Gepäck zusammen, um es im nächsten Augenblick kraftlos niederzusetzen. Dieser lähmende Schreck, sobald er nur durch ein Wort an sie erinnert wird. Könnte er doch endlich darüber hinweg kommen, endlich einsehen, daß sie nicht freiwillig zurückkehren wird! Warum hast' du sie gehen lassen?" martert er sich unaufhörlich. Stumpfe Gleichgültigkeit geheuchelt, anstatt durch einen Blick zu verrathen, daß ihr Weggang für dich halben Tod bedeutet? Zu stolz! An diesem Stolz, der ihn wortkarg und gefühllos erscheinen läßt, der seine unüberwindlichste Schwäche, ist auch sein Eheglück gescheitert. Er schüttelt die Regentropfen ab und rafft abermals das Gepäck zusammen. Die Frage an den Stationschef ist vergessen. Seine Gedanken weilen in Jschl, wo die erlauchte Gesellschaft die Köpfe zusammensteckt, um sich zuzuflüstern: Die reizende Rica Groß, spätere Doktor Wöring, ist
; das alte und das neue Druckerei.Gebäude in Washington.
wieder beim Heldschen Ensemble', dem sie schon vor ihrer Verheirathung angehörte. Damals, spielte sie zum letzten Mal in Triste Amori". Mag es ein Vorspiel ihrer eigenen Ehe gewesen sein? Und vor seinem Blick taucht die gazellenhaft schlanke Gestalt auf, ihre graziösen Kleider über die Kurpromenade schleppend. Sie wird umflirtet, umschwärmt. Man huldigt ihr, sendet ihr Blumen, und jeder Geck darf seinen begehrlichen Blick zu ihr erheben, denn ihre Ehe wird in wenigen Wochen gelöst sein. Geschieden vogelfrei! Die feinen Tropfen rinnen ihm bis in den Nacken, er schüttelt sich fröstelnd. Und doch durchfiebert's ihm, so daß cr angstvoll am obersten Knopf des Rcgenrocks' zerrt. Zur Gegenwart zurück! Die Kinder! Nun hat er die Halle erreicht, sucht die Kleinen und sieht ihre rothen Toques im Gewühl leuchten. Gibtes Visionen? Es kann nicht mit natürlichen Dingen zugehen, daß sie, die soeben seine Phantasie beschäftigt, dort drüben bei den Kindern steht! Seine erregten Nerven täuschen ihn: eine Fremde ist's, die zufällig Rica Wuchs und Haltung hat. Auf jedes Wunder, auf einen Welteinsturz gefaßt, tritt er näher und sagt mit bebender Simme, die dennoch rauh kling: Was führt dich hierher, Rica? Ein Zufall?" Mitleid", sagt sie, seinen kurzen Ton erwidernd. Ich sah die Kinder am Eingang 'der Halle man stieß sie sie weinten. Und obgleich der Menschenstrom hin- und herwogte, hielt Margot so brav das Schwesterchen fest. Wären es fremde Kinder geWesen, ich hätte mich ihrer erbarmt. Es waren meine Kinder." Er hört die liebe Stimme, ohne die Worte recht zu verstehen. Mechanisch blickt er auf die Uhr. Noch fünf Minuten bis zum Abgang des Zuges. Kann er in dieser kurzen Spanne Zeit retten, was er in sieben Jahren langsam untergehen sah? Wenn sein Stolz ihm nicht die Kehle zuschnürte! Wenn er ihr sagen könnte, daß er an dieser Trennung zugründe geht, daß er aus seinem Heim geflohen ist, um dem verzweifelten Gram zu entrinnen! Wenn er ihr sagen könnte, daß feine Liebe groß genug ist, um alles zu begreifen, alles zu verzeihen, daß seine Gedanken in dem einen Wunsch gipfeln: Bleibe bei mir". So ruhig er scheint, sie fühlt seine Erregung in den zuckenden . Fingerspitzen, die sich um ihr Handgelenk pressen. Rica, das letzte Wort ist zwischen uns noch nicht gesprochen. Die Rückkehr steht dir frei. Vielleicht hast du einsehen gelernt, daß wahres Glück nicht in rauschenden Triumphen liegt? Fahre mit uns nach Innsbruck." Ich habe mich auf drei Monate verpflichtet", sagt sie ruhig, der Kontrakt wurde in Berlin unterzeichnet, du warst mit allem einverstanden." .Ich ließ dir freie Wahl Rica. Die Sehnsucht trieb dich zur Bühne zurück, die du meinetwegen verlassen hattest. Wenn dein Heim, deine Kinder dich nicht fesseln konnten, was konnte ich dir mehr bieten!" Ihre Augen irren hilflos an ihm empor, als wollten sie sagen: Das ist alles logisch und richtig. Aber sprich ein Wort von deiner Liebe. Das eine Wort bleibt ungesprochen. ' Ich habe meinen Kontrakt unterzeichnet," sagte sie mit trauriger, aber fester Stimme. Wenn es das ist! Ich löse ihn. wie ich ihn damals löste, als ich dich zu meiner Frau machte." Und ihr Zögern bemerkend, fügt er bastig hinzu: Ich will dich nicht unschlüssig machen, nicht wie ein Bettler hier stehen und um Gnade bitten. Nimm kurzen Abschied von den Kindern.". . . Hof Eger",' tönt es in den W.-
teraum. Auf dem südlichen Geleise
Innsbruck Bozen. Bitte einzustelgen!" Doktor Wöring sieht, wie sie die Kinder küßt. Er beißt die Zähne zusammen und horcht auf den Regen. 'der eintönig gegen die Fenster klatscht. In seinem Kopfe wirbelt's. Nur so viel Bewußtsein hat er, um dem Schaffner ein Geldstück zu reichen mit dem Befehl: Ein Abtheil allein! Das Summen und Stampfen der Lokomotive, die weinenden Kinderstimmen, das Rufen und Läuten, die Abfahrtssignale! Er muß sich die Schläfen halten, um standhaft zu bleiben. Die Thüren werden zugeschlagen. Gleich darauf geht der Griff nieder, und ein Gepäckträger wirft eine Tasche ins Netz. Der Zua ist halb leer", donnert er ihn an. "Warum kann ich nicht allein bleiben?" Dann geht ein Zittern durch seine Glieder. . . Eine leichte Gestalt schwingt sich die Stufen hinan, man wirft hinter ihr zu und klemmt ihren Mantel ein. Er halt sie und befreit sie alles wortloZ stumm. Dort in der Ecke ist Margot unter Thränen eingeschlafen. Mit mutierlicher Umsicht ziehtRica die Kissen her aus, bettet das Kind darauf und breitet die warme Decke darüber. In der anderen Ecke seufzt KleinDidy. Warum weinst du, mein Liebling? Dein Püppchen? Hier ist es.". . . Ein schneller Griff in die Tasche, und Didy drückt mit seligem Kinderlachen ihr Puppchen in den Arm. So, Lieb ling, nun schlafe du auch." Er schaut ihr zu. wie sie die Vorhange schließt und die Lampe verfchlel ert. Ihm ist plötzlich, als sei er zu Haus. . . die schlummernden Kinder die mattblaue Dämmerung Friede und im Halbdunkel, einer gütigen Fee gleich sein blasses, scho nes Weib! Das Herz befreien, ringt es in seiner Seele. Durch Schluchzen oder durch Worte. Und er findet Worte. Komm zu mir Rica; verlaß mich nicht mehr. Dort können sie dich entbehren. dort finden sie Ersatz. Für mich gibt es nur ein Weib für meme Kmder nur eine Mutter! Oder wußtest du nicht. . . daß du mir. . . das Liebste. . . Theuerste ... aus der Welt bist?" . . . Ihre Lippen küssen seinen Hals, während sie sich fest und weich an seine Schulter schmiegt und so viel heimliches Glücksaesühl klingt aus ihrer Frage: Horst du den megen rau schen?" Laß regnen und stürmen. In diesem kleinen Käfig hier ist alles Son nenschein." t&sZ " - ' T.d Teppiche sind auf der Rückfeite zu klopfen, vorn leicht zu bürsten. Durch die Benutzung verfilzen sich die Teppiche auf der Schauseite. Dieses Verfilzen macht die Teppiche sehr haltbar. Wird nun auf der Vorderseite stark geklopft und gebürstet, so ver hindert man gerade diesen Vorgang. Man bürstet die Sckauseite leicht und immer nach einer Richtung mit dem Strich. Tannengeruch für das Zimmer kann man sich leicht selbst bereiten, wenn man in einen Topf 1 Quart siedendes Wasser gibt und in dieses zwei Kaffeelöffel Terpentinöl ymem träufelt. Sofort wird köstlicher Tan nenduft den Raum füllen. Dieses Nerfabren ist nebenbei auch noch sehr gesund, besonders für Brustleidende, und mackt auch manchen Ansteckunasstoff unschädlich, wenn man es täglich wiederholt. Vorstenbehandlung. Bor'sten werden weicher, wenn man sie eine Zeit lang in ziemlich starke sooaiauge legt. Wenn es sich um Borsten in Bürsten handelt, so ist darauf zu achten, sofern polirtes Holz in Betracht kommt, daß dieses nicht von der Lauge berührt wird.
Sonderbare Hokcls.
ttaattftionSschacht, Wergpatz. BSume o Jrlkdhos als Gaststätten. Einzig in seiner Art ist das Hotel" der Pariser Kanalisation, das unterirdisch, inmitten der Kanajisationschachte, fast direkt unterhalb der Madeleinekirche erbaut, ein Anhängsel an die ungeheuren Abzugstunnel der Pariser Straßenreinigung ist. Es ist mit großer Mühe aus dem festen Kalkstein herausgehauen worden, der m dieser Gegend den soliden Baugrund v2n Varis bildet, und hat die Bestimmung. den Arbeitern und den Wachtpatrouillen des unterirdischen Kloakennehes du großen Weltstadt als Aufenthaltsort zu dienen. Es hat, seinem Baumatcnal entsprechend, den Vorzug, äußerst gesund, trocken und sauber zu sein, t'w.t werthgeichatzte Annehmlichkeit für die Leute, die fortwährend von Schmutzund Abfallstoffen umgeben sind. Sie finden hier ihre appetitlich zugerrchteten Mahlzeiten, und zwar werden täglich im Durchschnitt 70 FrühstücksPortionen und 00 Mlttagsmahlzeiten servirt. Zu Ruhestätten für die Nachtwachen und Patrouillen sind eme Reihe von Betten vorhanden, und die Beamten machen abwechselnd Gebrauch davon. Trockenen Fußes kann man das Hotel nur zu gewissen Tagesstunden erreichen. Zu allen übrigen Zeiten ist der Zutritt nur durch ein Boot von einem der Hauptabzugskanäle aus zu gewinnen. Dem entgegengesetzt ist des ..Hotel Savai" auf dem Changla-Paß im westlichen Tibet. Es ist das am hoch sten gelegene Hotel der Welt, mitten rn die Wolken hineingebaut, 16.000 englische Fuß hoch. Hier herrscht die großartigste Einsamkeit, und der Blick von dem flachen Dache des massiv gebaUten Hauses ist von einer schroffen Erhabenheit, wie sie keine andere menschliche Niederlassung ausweist. Man erblickt hier mit ewigem Schnee bedeckte Felspartien, Wolkcnschichten über und unter dem Hotel und trostlose Kahlheit ringsum, da die Region des PflanzenWuchses längst überschritten ist; eisige Winde wirbeln den Staub auf. Auf dem Wege zwischen Santa Cruz und San Jose in Kalifornien befindet sich ein Hotel, das sich in seiner Originalität den beiden erstgenannten würdig anreiht. Es ist ganz im Innern der dort wachsenden kalifornischen Niesenbäume untergebracht. Eine am Wege stehende Gruppe dieser Mam muthbäume hat dazu Verwendung gefunden. Der hohle Stamm des einen Baumes im Umfange von 75 Fuß 5 Zoll ist zum Spessesaal hergerichtet worden. Der Raum unter dem Blätterdache desselben Baumes bietet den köstlichsten Restaurationsraum, das gesündeste Rauchzimmer. Eine Anzahl nicht ganz so mächtiger aber immerhin noch ungeheurer Bäume bieten in ihren hohlen Stämmen behaglich eingerichtete Schlafzimmer. Ein Hotel mitten auf einem nicht mehr benutzten Friedhofe befindet sich in Belize in Honduras, und zwar ist es eines der größten von ganz Mittelamerika. Der alte Friedhof lag im bevorzugtesten Theile der Stadt, und das Terrain bot daher alle Vorzüge, deren ein Gasthaus im großen Stile bedarf. Die städtischen Behörden ertheilten die nachgesuchte Erlaubniß unter der Bedingung, daß die bei der Fundamentirung vorgefundenen Gerippe und Schädel auf dem neuen Kirchhofe begraben würden. Das geschah, und nun erhebt sich inmitten der mannigfachsten - Leichensteine und Grabdenkmäler ein großes, wohleingerichtetes Haus, das trotz der schaurigen Umgebung reichlichen Fremdenverkehr hat. ' Goldsuche im Meere. Seit einiger Zeit untersucht eine Ge sellschaft an der schottischen Küste in der Bai von Tobermory ein Schiff der 1588 untergegangenen spanischen Armada, das dort mit dem Kriegsschatz der spanischen Flotte gesunken sein soll. Die Gesellschaft hat bisher vermittelst ihrer starken Saugpumpen alle möglichen Gegenstände aus der Tiefe des Meeres an den Tag befördert und dadurch positiv bewiesen, daß die histo rische Ueberlieferung von dem Sinken eines Schiffes der Armada in der genannten Bucht zutreffend ist. Gold ist jedoch bisher nicht gefunden worden. Dagegen förderten die Taucher zwei Packete Pulver im Gewicht von je fünf Pfund an die Oberfläche. Unter den übrigen Funden befanden sich der Deckel einer kupfernen Pfanne, ein Geschoß, eine menschliche Rippe und eine sehr schöne kupferne Schale. Die Schale war vergoldet und trug Monogramme und Figuren, die an die Zeichen der Freimaurer erinnern. Das Geschoß besieht aus einem cylindrischen Stücke Eisen von zwei Zoll Durchmesser. Es wurde offenbar als Geschoß für eine kleine Kanone von einer Eisenstange abgeschnitten, als dem Schiff die Munition ausging. Trotz der bisher vergeblichen Bemühungen, die Kriegskasse zu finden, setzt die Gesellschaft ihre Arbeiten in dem festen Vertrauen auf Erfolg fort. Die Gebeine, die man in der Bai von Tobermory fand, sollen nach Spanien überführt und dort feierlich bestattet werden. Die Gesammtzahl der bekannten Postmarken-Varietäten. wie sie in sämmtlichen Ländern der Welt zur Verwendung gelangen, beziffertsich auf 19.242. ,
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