Indiana Tribüne, Volume 29, Number 19, Indianapolis, Marion County, 14 September 1905 — Page 5

Jndiana Tribüne, September 1903

Indiens neuer VizcKönig. Lord MitS bisderkge tnilli&tit Zt und ad - miiftrative Thätigkeit. Der Rücktritt des bisherigen Vizekönigs von Britisch-Jndien, Lord Curzons von seinem hohen Posten ist auf die Differenzen zurückzuführen, die hinsichtlich der obersten Verwaltung er britisch" - indischen Armee zwischen .ihm und dem Höchstkommandirenden derselben, - Lord Kitchener, entstanden waren. An die Stelle Curzons, der

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Lord Minto. kei der Kontroverse 'augenscheinlich unterlag, ist Lord Minto, welcher von 1898 bis 1904 Generalgouderneur von Kanada war, getreten. Lord Minto, der gegenwärtig im 59. Lebensjahre steht, empfing seine Ausbildung zu Eton. sowie am Trinity College in Cambridge. Er trat 1867 in die schottische Garde ein, war im russisch-türkischen Kriege 1877 auf 1878 der türkischen Armee attachirt, betheiligte sich 1879 am Feldzuge in Afghanistan und focht 1852 mit AusZeichnung in . der egyptischen Kampagne, in der er eine Verwundung empfing. Im Jahre 1883 als militarischer. Sekretär dem Generalgouverneur Lord Lansdowne von Kanada beigeg?ben, gab Minto 1885 bei Ausbruch der Riel-Rebellion den Posten auf und fungirte als Stabschef der kanadischen Miliz. Er wußte sich während jenes Aufstandes besonders bei den franz'ö-sisch-kanadischen Kundschaftern und der Soultons Horse-Abtheilung sehr beliebt zu machen, indem er beim Vorrücken stets mit der irregulären Kavallerie ritt. Lord Minto besitzt in England 10.000 Acker Landes. Woods 'Millionen. Sie ehemslige Schauspielerin (Zoldie Mohr , ; t?rbi ine Qrtfttn Berögeu. Begreifliches Interesse wird zur Zeit der ehemaligen Schauspielerin Goldie Mohr entgegengebracht, welche durch einen Vergieß mit den Verwandten ihres kürzlich verstorbenen Gatten, Alan W. Wood öon Pittsburg. Pa.. in Besitz eines auf über 52.000.000 geGoldie Mohr. schätzten Vermögens gelangen wird. Letztwillig hatte Wood seiner Wittwe nur den neunten Theil seines Nachlasses vermacht, da indeß das auf diese Weise der Gattin des Erblassers zufallende Vermögen hinter der ihr von Rechts wegen zukommenden Summe zurüäblieb. beschloß Frau Wood das Testament anzufechten. Die Verwandten des Verblichenen ließen es aber nicht auf einen kostspieligen Erbschastsprozeß ankommen, sondern zogen es vor, durch ein Kompromiß die Sache zu erledigen. Die Heirath des Pittsburger StahlMillionärs Alan W. Wood mit der Schauspielerin Goldie Mohr hat einen romantischen Beigeschmack. Nicht ein bloßer Zufalls führte den Stahlmagnaten mit der hübschen Choristin zusammen, im Gegentheil, Wood emPfand vielmehr seit Langem ein außergewöhnliches Interesse für die Tochter der Frau, die einst seinem Herzen nahe stand, die ihm aber eines anderen wegen untreu geworden war. Nach dem iode seiner zweiten Gattin besuchte Wood öfters seine Jugendgeliebte in Allentown. Pa., und bei dieser Eelegenheit lernte er die hübsche Choristin kennen, und machte sie trotz der heftigen Einsprüche seiner Familie zu seiner Gattin. Moskau besitzt 1800 Kirchen, deren Reichthum den aller anderen Kirchen der Welt übertrifft.

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Kühner Acronauk. Uusselkn erregende Lustschifffaftrte ttna, benshueS der ö!e Aorl. A. Roy 'Knabenshue,' der kühne Aeronaut, dessen Luftschifffahrten über die Stadt New , ?)ork so viel Aufsehen erregten, machte sich auf der St. Louiser Weltausstellung als Lenker des Baldwin'schen Luftschiffes California Arrow" in dem VZettkampfe um den 5100.000-Preis der EzpositionsBehörden einen Namen. - Als Ingenieur und Eelektriker von Beruf hatte sich Knäbenshue, wie er selbst erklärte, schon, lang: vor seinem

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21. Roy Knabklishue. berühmten St. Louiser. Ausstiege mit dem Luftschifffahrtsproblem b?schäftigt. Auf der Weltausstellung hatte er die Obhut über den Fesselballon, der eine der größten Attraktionen des Ausstellungsplatzes darstellte, und dort lernte ihn auch Kapitän T. S. Baldwin kennen, welcher Knabenshues Namen in . der ganzen Welt bekannt machte', denn seine Ballonfahrten über St. Louis gehören zu den erfolgreichsten Vorführungen dieser Art in der Geschichte der Luftschifffahrt dieses Landes. Nach den Experimenten mit d:m Baldwin'schen Ballon widmete Knabenshue seine Zeit und Kräfte dem Bau eines eigenen Luftschiffes, mit dem er dann mehrere Aufstiege in der Umgebung seines Heimes in Toledo. O.. unternahm. Der Verlauf dieser Versuche war so ermuthigend, daß in Knabenshue der Entschluß zur Reife gedich, die Luftschifffahrt als Lebensberuf zu erküren. Knäbenshue besitzt alle zu einem solchen Beruf nothwendigen Eigenschaften: Muth, Energie und einen durch Arbeit gestählten Körper. Der Ballon, mit dem er seine Aufstiege in New Vor! unternahm, ist ein wahres Meisterwerk, was Einfachheit der Konstruktion anbelangt. ' Gcsihrliche -.Arbeit.-.. eschlagenes' Folz auf Wafferläufcn von Hsyen zu Thal l-esöröcrt. , Auch im Schweizer Jura, der in einzelnen Theilen sehr waldreich ist. benutzt man die natürlichen Wasserläufe, um das auf den Höhen geschlagene Holz zu Thal zu bringen. Man wartet hierzu die Regenzeiten des Frühlings oder des Herbstes ab. da in diesen die Gebirgsbäche start anschwellen, so daß ihr Wasser die in Stücke ge-, schnittenen Baumstämme leicht he?abschwemmt. Je steiler das Gefäll eines Baches ist, umso schneller geht natürlich die Fahrt, aber gerade bei solchen geräth sie anderseits leicht in's Stocken, LnjufrrZ. -r - " 3?-r. 0 J.olzfloßer im Schweizer J::ra. indem an engeren Stellen des Flußbettes sich die Hölzer stauen. Daher wird das herabgleitende Holz an den Ufern von Flößern bcglcüet, kräftigen Söhnen der Gegend, die mit langen Hakenstangen versehen sind und sie gut zu handhaben wissen. Staut sich an irgend einer Stelle das Holz, so bringen die Flößer es mit ihren Stangen bald wieder in Gang. Entsteht die Stauung in einer Felsklamm, so müssen sich die Flößer an Seilen in die Tiefe hinablassen, wie unser Bild es veranschaulicht. Dann ist freilich die Arbeit nicht nur schwer, sondern auch höchst gefahrvoll, und mancher der Flößer büßt dabei die Gesundheit oder gar das Leben ein. Englisch wird gegenwärtig in ffllae der kolossalen 23enHI?er:inn3iii i I z II"-- ' z u nähme der Ver. Staaten von mehr Menschen gesprochen als irgend eine andere Sprache.

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Entstehung der Erde.

Chemische Verwandtschaften von Me: iftll, Kohle und Sauerstoff. kSewsynliche Temperatur, Rpth- tti Blau vkiSglulh-NetaUkarbiZlager Feuerslüsk siger Ball nö Urmeer Tteinkhlenwäldcr uud Petroleum. Wenn wir das Dreigespons: Metall, 5kohle und Sauerstoff betrachten, so finden wir, daß' bei gewöhnlicher Temperatur Metall' .und 'Sauerstoff eine innige chemische Verwandtschaft haben, während die. Kohle unbegehrt abseits steht. Den Beweis liefert das einfache Experiment. Legen wir einen eisernen Nagel und ein Stück Kohle in den Garten, wo beide dem sauerstoffballigen Regen ausgesetzt sind, so wird der Nagel schon nach wenigen Tagen mit einer Rostschicht bedeckt, also mit Sauerstoff verbunden sein, während die Kohle sich jahrzehntelang unverändert erhält. Erhöhen wir aber di: Temperatur, so wächst die Neigung des Sauerstoffes zur Kohle, der vorläufig noch das Eisen im Eisenerz fest umfchlunaen hält. Bereits kei Heller Rothgluth. 000 bis 700 Grad, seht der Prozeß ein. den der Hüttentechnilcr als Reduktion kennt. Der Sauerstoff reißt sich v07lk Metall los und verbindet sich mit der Kohle zu Kohlensäure, während das Metall in gediegenem Zustand: zurückbleibt. Brinat man aber bei Blauweißgluth. etwa 3000 Grad, in einem elektrischen Ofen Kohle einerseits und. eine Verbindung des Metalles Kalcium mit dem Sauerstoff, das heißt Kalkstein andererseits zusammen,so reißt sich das Kalcium sogar vom 'Sauerstoff los, um seiner Neigung zur Kohle nachgehen zu können und mit dieser das Kalciumkarbid zu bilden. Metallkarbidlager von unbekannte?, ungeheuerer Mächtigkeit finden sich nun nach der rncht unbegründeten Meinung des Franzosen Mois san im tiefen Erdinneren. Nachdem die Erde als seuerflüssiger Ball o.us der Sonne geflogen war und ein eigenes Leben begonnen hatte, trat eine allmälige Abkühlung ter Erdoberfläche ein. Als die Abkühlung bis auf 100 Grad niedergegangen war und das erste tropfbarflüssige Wasser auf die Erdoberfläche fallen konnte, ohne fofort zu verdampfen, traf es auch auf mächtige, zu Tage stehende Metallkärbidlager. Wasser und Karbid gaben nun eine Nenktion. Es entwickelten sich gewaltige Mengen von Acetylen, Aethylcn und anderen brennbaren Gasen, während auf der Oberfläche der Karbidlager Kalkschlamm oder irgend welche andere Metalloxyde zurückblieben. Die entwickelten Gasmengen kamen durch Blitzschläge, feuerspeiende Berge oder sonst etwas zum Brennen und verpufften zu Kohlensäure und Wasserdämpfen, vorübergehend ganze Welttbeile in Flammen hüllend und erschütternd. Der Wasserdamps fiel bei weiterer Abkühlung zunächst als. unendlicher Regen zur Erde, daZ große Urmeer bildend, das einmal den ganzen Ball einhüllte. Die ganze-Kohlen-säure aber blieb in der freien Luft, bis auf . trockenem Festland jene üppigen Steinkohlenwälder zu wuchern begannen, die den Kohlenstoff der Atmosphäre entrissen und in ihren Ueberresten Jahrhunderttausende hindurch als Steinkohlen verwahrten. Nach dieser Anschauung enthalten also unsere Steinkohlenlager nur den wenigen Kohlenstoff, den der erste Urweltsregen den Karbidlagern der Erde oberflächlich abzwingen konnte. Ein Vieltausendfaches dieses Kohlenstoffes liegt dagegen dann noch in der Tiefe, von der wir ja noch so wenig wissen. Die Gäsentwickelung aber geht bis auf unsere Tage weiter. Die heiligen" Feuer in Baku, welche seit tausend Jahren vor Christus in unverminderter Mächtigkeit brennen, müßten längst erloschen sein, wenn sie nur aus großen, einmal irgendwie mit Gas gefüllten unterirdischen Hohlräumen gespeist würden. Wir müssen vielmehr annehmen, daß das immer tiefer sickernde Tag?swasser immer weitere Schichten unterirdischer KarbidZager erreicht und daraus jene unerschöpflichen Gasmengen entwickelt, welche die Gasbrunnen am Kaspi-See und in Pennsylvanien seit undenklicher Zeit versorgen. Nach Moissan verdankt auch das Petroleum seine Entstehung derartigen Metallkärbidlagern. Einwandernngö. Rekord. Während des kürzlich beendeten Fiskaljahres hat die Zahl der Einwanderer in die Ver. Staaten die Millionmarke überschritten, was alle bisherigen Rekords bricht. Die Gesammtzahl der während dieses Zeitraumes Eingewanderten betrug 1.027.421. Den bisherigen Rekord hielt' das Jahr 1903 mit 857.064 Einwanderern. Es sind während des beendeten Fiskaljahres mehr- Personen in die Ver. Staaten eingewandert, als während der Jahre 1894. 1895, 1897 und 1898 zusammengenommen. An der Spitze der Heimathsländer der Eingcwanderten stand im verflossenen Jahre Oester-reich-Ungarn mit 275,693 Einwanderern. Wa'hren5 Italien, zum ersten Male seit sechs Jahren, mit 221.479 Einwanderern auf die zweite Stelle zurückgegangen ist. Als drittes kam Rußland mit 184.897. als viertes Großbritannien mit 137.037, während die skandinavischen Länder zusammen 60.625 Einwanderer lieferten.

Das verschobene Duell. Lon Amelie Villetard. Es war in Pontivy, das damals noch Napoleonville hieß. In dem Lade'i, in dem Fräulein Angelique Mullot Handschuhe, Schlipse, Eßwaaren und viele andere Gegenstände zum 'Gebrauch für die Garnison verkaufte, hörte man Geschrei, Weinen und Säbelrasseln. . . Die Stühle wurden umgeworfen, eine Karaffe zerbrochen, und Fräulein Angelique versuchte, mit wirren Haaren und thränenüberströmten Augen einen Brigadier und einen einfachen Reiter, des 14. Dragoner-Regi-ments zu trennen, die soeben im Begriff standen, die militärische Brüderlichkeit zu vergessen. Nach einigen ausdrucksvollen Flüchen und zahlreichen verächtlichen Worten gegen die arme Kleine,, die doch nichts dafür konnte, stürzten die beiden Dragoner auf die Straße und riefen sich zu, sie würden sich wiedersehen. Francis Defert und Paul Meillet so hießen die zwei Kampfhähne waren beide Freiwillige und gehörten guten Bürgerfamilien an, die weder zu arm, noch zu reich waren; sie standen also im gewöhnlichen Leben sich vollständig gleich und konnten getrost die Klingen kreuzen.. Doch in der Armee lag dir Sache anders. Francis Defert, der von seiner Pathin dem damaligen Commandeur des 14. Dra-goncr-Regiments,. dem. Grafen de Friay de Belleuse, empfohlen worden war, hatte ein leichtes und schnelles Avancement gehabt und war kürzlich zum Brigadier ernannt worden; er durfte sich also mit Paul Meillet, der sein Untergebener geblieben war, nicht schlagen. Beide bewarben sich lebhaft um die Gunst der hübschen Verkäuferin, die beiden zulächelte und es stets so einzurichten wußte, daß sie nicht miteinander zusammentrafen. Doch eines Tages war Francis zu spät fortgegangen, Paul zu früh gekommen, unb die Katastrophe hatte stattgefunden. Unsere beiden Helden erreichten in unsagbarer Wuth die Kaserne. Sie empfanden nicht gerade eine wahnsinnige Liebe für Fräulein Angelique; trotzdem brüllten sie vor Wuth und verlangten nach Strömen Blutes, um ihre Ehre abzuwaschen, die, wie sie mit Recht oder Unrecht annahmen, bei diesem Abenteuer auf dem Spiele stand. Paul Meillet war kein besonders guter Soldat, und seine tiefe Unkenntniß alles dessen, was er hätte wissen müssen, hatten ihm oft schon die Bekanntschaft mit dem Kasten" eingebracht; doch aus den Unterhaltungen mit denKameraden erkannte er schließlich, daß ein Untergebener sich nicht mit.'klnem Vorgesetzten duelliren kann, und um diesem Uebelstande abzuhelfcn bat er um eine Audienz beim Obersten, erhielt sie mit großer Mühe und fragte seinen Chef ganz ernsthaft, was er thun müßte, um Brigadier zu werden. Der Graf.de, Friay war ein jovialer' Charakter; er fing an zu lachen und sagte: Zunächst, mein Junge, mußt du dich besser führen, als du es thust, und nicht in jeder Woche 5' Tage im Kasten sitzen. Aber wenn du sechs Wochen ohne Bestrafung durchkommst, so werde ich dich bei der ersten Vakanz befördern, da dir so viel daran zu liegen scheint." Danke schön, Herr Oberst," sagte Paul und zog sich mit den besten Vorsätzen zurück. Von jetzt an hatte er ein Ziel im Leben, er wurde ein musterhafter Soldaten. Zwei Monate später erhielt er die Beförderung, das Ziel seiner Wünsche war erreicht. Unglücklicherweise war Francis' Pathin troß ihrer 42 Jahre noch eine sehr angenehme, hübsche Frau. Sie begegnete dem Obersten in einer Gesellschaft und machte ihm bittere Vorwürfe, daß er sich gar nicht um ihren Pathen bekümmerte. Der Oberst vertheidiate sich, indem er den Finger küßte, mit dem man ihm drohte, machte die liebenswürdigsten Complimente und versprach, Francis solle bei der ersten Gelegenheit Feldwebel werden, die Beförderung zum Leutnant würde dann schon in der üblichen Zeit solgen. Diese Gelegenheit-bot sich in derselben Woche, in der Paul Brigadier wurde. Als er die Nachricht erfuhr, war er zerschmettert. So viel Eifer, so, viel Arbeit, so viel Disciplin, alles umsonst! Der Abstand blieb derselbe, das Duell war abermals unmöglich geworden. Du lieber Gott", sagte er sich, es kann doch nicht allzu schwer sein, Feldwebel zu werden. Ich bin ebenso intelligent, wie dieser Mensch, ja, vielleicht- noch mehr. Also arbeiten wir weiter! Ich. kann und darf die Schmach nicht auf mir sitzen lassen Und er arbeitete weiter und galt als der Mustersoldat seiner Schwadron. Doch die Zeit linderte seinen Zorn; er hatte zuerst ein Duell auf Leben und Tod gewünscht; jetzt wollte er Francis nur einfach einen Degenstoß versetzen, der ihn ein paar Monate ans Bett fesseln sollte. Auch Francis, der die Beleidigung nicht weniger lebhaft empfunden, sah mit Vergnügen, daß fein Untergebener jetzt denselben Rang besaß, wie er; auch ihm lag daran, den Zank, der sich ewig fortzuspinnen drohte, durch

ekn Duell zu beenden. MS man, ihm das Avancement mittheilte, das seine Pathin ihm verschafft, hatte er zuerst Lust, feine Entlassung zu nehmen, um ein für alle Mal mit Paul ein Ende zu machen. Doch damit hätte er seine qanze Familie gegen sich aufgebracht, 'fcie seinen Eintritt ins Militärleben nicht allzu freundlich mitangesehen hatte, der seinen Rücktritt ins bürgerliche Leben aber jedenfalls noch unangenehmer gewesen wäre; vor allem aber hätte er die gute Pathin erzürnt, die als reiche Wittwe in irgend einer Schuhlade stets ein paar Louisd'ors für ihr Mündel, den Drsgoner. übrig hatte. Das war auch zu berücksichtigen, und so fügte Francis denn in das Unvermeidliche. In diefem Augenblick brach der Krieg gegen Italien aus. Das 14. Dragoner - Regiment setzte sich als eines der ersten in Marsch und nahm, kaum in der Lombardei eingetroffen, an mehreren kleinen Gefechten und ai allen größeren Schlachten theil. Unsere beiden Feinde hielten sich tapfer. Bei Magenta bemächtigte sich Paul einer österreichischen Fahne; bei isolferino eroberte Francis mit Hilfe einer Handvoll unerschrockener Leute eine Kanone, nachdem sie die Artilleristen auf dem Platze getödtet. Wenige Monate nach der Rückkehr der Truppen nach Paris wurde Paul zum Unterleutnant ernannt, Francis war aber Capitän geworden. Dieser Kerl wird nächstens Marschall werden, nur um sich nicht mit mir schlagen zu müssen," dachte Paul ungerechterweise. . Da ihn die' Sache ärgerte, so kam er um seine Versetzung ein, erhielt sie und vertauschte das 14. Dragoner-Regiment mit dem 11. Kü-rassier-Regiment. Vorher hinterließ er Francis einen sehr .würdigen Brief, in dem er ihm seine Absicht aussprach, die Angelegenheit früher oder später zu regeln! Er verbrachte mehrere Jahre bei den Kürassieren, wechselte dreimal die Garnison und wurde schließlich auf Grund einer werthvollen Denkschrift über die Waffe bei der Kavallerie in Friedenszeiten" zum Capitän befördert. An dem Tage, an dem er seine ErNennung im Officiell" las, rannte er in einem Satz zum Club, verlangte die Rang- und Quartierliste, sah darin, daß Francis Defert noch immer Capitän war und in Toulon in Garnison lag. Schnell eilte er nach Hause. bat um Urlaub, bestieg, als er ihn erhalten, den Zug und stieß im Coupe einen tiefen Seufzer der Erleichterung aus. Aufrichtig gestanden beschränkte sich sein furchtbarer Rachedurst jetzt nur noch auf ein sogenanntes kleines Frühstück", aber er wollte doch nicht nachgeben. Er hatte sich zugeschworen, es sollte ein Duell stattfinden, und legte nun, um sich diese Genugthuung zu verschaffen, 300 Meilen im Expreßzuge zurück. - Kaum in Toulon angelangt, ließ er sich das Cafe zeigen, in dem die Herren Offiziere des 14. Dragoner-Re-giment zusammenkamen. Dort wandte er sich an eine sehr blonde Dame, die an der Kasse saß, und fragte nach der Adresse des Herrn Capitän Defert. Herr Defert?" lächelte die liebenswürdige Person, wohnt , Place du Capitole, aber er ist nicht mehr Capitän." . Wie, was ist er nicht mehr?!!" Nein, nein Herr, er hat vorgestern seine Ernennung zum Eskadronschef erhalten." Meillet stieß einen gräßlichen Fluch aus und eilte, ohne der Dame an der Kasse zu danken, ohne auch nur seinen Koffer hinzusetzen, .ohne zu frühstücken, wieder nach der Bahn, um in seine Garnison zurückzukehren.' ' Von diesem Tage an fügte er sich in sein Schicksal, versenkte sich immer mehr in seine militärischen Arbeiten und überließ es der Zeit, ihn seinen Groll ganz vergessen zu machen oder ihm eine Gelegenheit zu liefern, diesem Grolle Genüge zu thun. ' Die Jahre vergingen, und einigeZeit nach dem Kriege von 187071 erwachten Francis Defert und Paul Meillet eines schönen Morgens als Obersten. Eines Tages fügte es der Zufall, dieser Gott der Schlachten, daß die beiden höheren Offiziere in einem der Bureaus des Generalstabs , auf der Place Vendome zu thun hatten. Sie trafen sich auf der Treppe, grüßten sich, ohne sich zu kennen, sahen sich dann an und sagten: Pardon, Oberst. . Pardon, Oberst, ich glaube. Meillet!" Defert!.Defert! Dann umarmten sie sich und gingen frühstücken. Von dem Duell war natürlich nicht mehr die Rede, doch beim Dessert ' sagte Francis zu Paul: Erinnerst du dich an die kleine Angelique?" Sie muß jetzt nicht mehr sehr jung sein", erklärt Paul mit einer Grimasse. Thut nichts-, fuhr. Defert fort, du solltest sie einmal in Pontivy besuchen und ihr sogar ein Geschenk verehren." Warum denn?" Run, ohne' sie warst du doch me Oberst geworden."

Da kannst du Recht haben", versetzte Paul, und darum wollen wir auf ihr Wohl anstoßen. Sie soll hochleben!" Eine unerwartete Erb schaft hat der Maler William Reitz von Newark, N. I., gemacht. ' Er erhielt dieser Tage die Nachricht, daß er infolge des Todes einer Tante inHambürg mehrere hunderttausend Dollars geerbt hat. Herr Reitz und seine Gattin werden demnächst nach Hamburg reisen, um sich die Erbschaft auszahlen zu lassen. Der Name des Herrn Reitz wurde vor drei Jahren, als Prinz Heinrich von Preußen zum Besuch hier weilte, wiederholt in der Oeffentlichseit genannt. Herr. Reitz malte damals ein Bild von Kaiser Wilhelms Schyoner Jacht Meteor". Furchtbare Enttäuschung. Zwei Berliner Börsenherren unternehmen eine italienischeReise. Nach der ersten Nacht in Rom sitzt A. beim Kasfee, als B. sehr verstimmt auf ihn zutritt. B.: Lächerlich! Rom! Auch eine Hauptstadt! Komm' ich da eben die Treppe 'runter unb frage den Portier nach dem Zoologischen Garten is jar keener!" Der Cchwerenöther.

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Schämen Sie sich, Sie haben mir einen Kuß geraubt!" Weil Sie mich dazu gezwungen haben!" Ich? Wieso denn?" Nun, freiwillig gaben Sie ihn mir ja nicht!" Europäisches ntüaxttma& Wechsel, Creditbricsc; Postanweisungen, auf alle Städte Europas. Kchiffsschetns von und nach Europa. Än- und Verkauf ausZäudii scheu Geldes. No. 35 Süd Meridian Str. 31ichant National Bank er vorsichtige, in die Zukunft schauende Mann legt das Fundament eineö Vermögens, übnlich wie der Maurer eine Backsteinmauer baut, einen Stein zur Zeit. Der Mann der seinen ersten teln mcht legt weil derselbe die Mauer nicht vervollständigt, wird keine großen Fortschritte machen. Viele Leute leben ihr Einkommen vollständig auf und derstylen eme rlelne Summe zu sparen die zu emem Anfang nöthig ist. Die größten Finanziere fühlen sich nicht zu erhaben die Pfennige zu sparen und dieses große Finanz-Jnstitut wird Ihnen gerne helfen die Jhrlgen zu sparen. Bezinnen Sie heute noch mit uns ein Spar. Conto. THE WM TRUST C0MPAIIY, Kapital $1,000,000.00 Ueberschuß 275,000X0 Die "City ." adlirt 1863, nimmt jederzeit Cngagt fcfttl entgegen. Irgendwelche Orchesi, NujU und irgend eine Onzahl von ZZuftker vird geliefert. Neue Auiftattung und neue lknisormen. R. SC Niller, Directo. htr? 0pregpseil,veMftMra, 1103 Madison Avenue. rleVSon . , , , , Neu 9696. Oichrnann (Drabhoru, .Fabrikanten vo setut.

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