Indiana Tribüne, Volume 29, Number 18, Indianapolis, Marion County, 13 September 1905 — Page 6

Jndiana Tribuuc, 10. September 1905

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Auswahl von .MÄL Cf5?) und C ' .'.MmM.

Europäische Nachrichten.

'Fltzeinprovinz. Köln. Frau Oelbermann stiftete der kiesigen evangelischen Gemeinde wiederum rund 300,000 Mark für verschiedene Zwecke. Aachen. Der Professor der Mathematik an der hiesigen technischen Hochschule, Dr. Phil. Lothar Heffter, hat einen Nuf als o. Professor an diKieler Universität angenommen. Bruckhausen. Arbeiter SarroZ, welcher eine Frau durch zwei Schlüsse getödtet und sich selbst dann durch einen Schuß verletzt hat, ist nunmehr seinen Verletzungen im Krankenhause erlegen und dadurch den irdischen Rich tern entzogen worden. Deutz. Vor einiger Zeit ist am Pionierübungsplatz der Pferdebursche eines Hauptmanns beim Baden im Rhein ertrunken. Der Ertrunkene hieß Lyseak und stammte aus Posen. E s ch w e i l e r. Die 6jährige Tochter des Fabrikanten Schleicher spielte ohne Aufsicht an der Jnde, dabei fiel sie in den Bach und ertrank. Gräfrath. Seit einiger Zeit wurde der Tagelöhner Ludwig Börner vermißt. Infolgedessen wurde seine in der Kullerstraße gelegene Wohnung geöffnet. Dort fand man Börner erhängt vor. Hllrth, Der Maurer Willerscheid von hier wurde von einem hiesigen Bewohner überfallen und mit einem Eifen derart auf den Kopf geschlagen, daß der Tod eintrat. Der Thäter wurde verhaftet. Kaisers werth. In der hiesigen Bürgermeisterei ist der Landwirth Johann Nöcker kurz vor Begehung seines 100. Geburtstages gestorben. Die Zahl der lebenden Familienangehörigen des Verstorbenen, der im nächsten Jahre seine ..eiserne Hochzeit" gefeiert haben würde, beläuft sich auf 67. Mülheim. Beim Baden in der Ruhr ertrank der 18 Jahre alte Sohn des Bauunternehmers Heinrich Fastrich. der Techniker Fastrich. O h l i g s. Vor kurzem brannte das dem Tagelöhner Ernst Wieler. Schwanenstraße 54, gehörige Haus bis auf die Umfassungsmauern nieder. Die Freiwillige Feuerwehr nahm die Löscharbeiten sofort auf.es konnte aber nicht viel gerettet werden, da das Gebäude zum größten Theil aus Fachwerk bestand. Wermelskirchen. Rektor Jdel. der Leiter unserer Rektorat- oder höhe ren Stadtschule, beging sein fünfundzwanzigjähriges Dienstjubiläum. covint csfcif'glaffau. Kassel. Kürzlich waren 25 Jahre verflossen, seit der TapeziergeHilfe Friedrich Rüdiger als Ehilfe in das Möbelgeschäft von Fritz Bangert Hierselbst, in der Frankfurterstraße, eintrat. Friedrich Rüdiger hat alle die langen Jahre hindurch in dem nämlichn Geschäfte gearbeitet. Zwischen Arbeitgeber und Gehilfen besteht das beste Einvernehmen, welches in der herzlichenBeglückwünschung und denGeschenken zum Ausdruck gelangte, womit Prinzipal und Eollegen den Jubilar zu seinem Ehrentage bedachten. B u ch e n v e r g. Hier brannte das Gehöft des Landwirths Freund nieder. Sämmtliches Inventar, eine Dreschmaschine, Futter- und Mundvorrath verbrannten. In den Flammen kamen 19 Gänse und einige Schweine um. Frankfurt. Das zwei Jahre alte Söhnchen des Friedberger Landstraße 86 wohnenden Schriftsetzers Hotz gerieth in einem unbemerkten Augenblick an den Gasherd, aus dem Suppe kochte. Der Topf fiel um und das Kind erlitt schwere Brandwunden, denen es nach qualvollen Leiden erlag. In seiner Wohnung Westendstraße 4 wurde der 52 Jahre alte Rentner Karl Schaub mit einer Schußwunde in der rechten Schläfe todt aufgefunden. Unzweifelhaft liegt Selbstmord vor. Schaub war alleinstehend. Die Ursache zu der That ist unbekannt. H o f g e i s m a r. Durch Erhängen hat der etwa. 50jährige Färber Wagner in der Entengasse seinem Leben ein Ende gemacht. Was den SelbstMörder zu der unseligen That veranlaßt hat, ist nicht bekannt. Pfieffe. Beim Futterschneiden mittelst Göpelwerks gerieth der hiesige Landwirth Kuhleber in das Getriebe und wurde ihm der rechte Arm zertrllmmert. Der Arzt Dr. Israel aus Spannberg legte ihm den ersten Werjband an und ordnete seine Ueberführung in dasLandkrankenhaus zu EschWege an. R o t h e n b u r g. Die hiesige Arbeibciterin Hilgenberg. eine fleißige Frau von ungefähr 60 Jahren, ist an den Folgen des Hitzschlages gestorben. Die Frau arbeitete in einem Garten, als Vorübergehende diese laut stöhnen hörten und später sahen, daß sie bewußtlos in einer Furche lag. Die Sanitätscolonie schaffte die Frau zum Arzt.doch konnte dieser nur den Tod constatiren. Wies baden. Dieser Tage seierte Hofrath Otto Dornewaß, Oberregisseur am hiesigen Hof-Theater, das 40jährige Jubiläum seiner Thätigkeit an der genannten Bühne. Generalmajor z. D. Protzen wurde mit dem Rothen Adlerorden 2. Klasse ausge-zeichnet.

Sachsen. Dresden. Kürzlich verstarb an Herzschlag Eommercienrath Carl Philippi, der langjährige Direktor der srüheren Elbschiffahrtsgesellschaft Kette". Bei Uebergang dieser Gesellschaft an die Vereinigte Elbschifffahrtsgesellschaften, Aktiengesellschaft" im .Jahre 1903 trat der Verewigte in deren Aufsichtsrath ein, dem er bis zuletzt angehörte. C h e m n i tz. Hausbesitzer und Privatmann Friedrich August Spindler und Frau Karoline Emilie geb. Keiterling war es vergönnt, das goldene Ehejubiläum zu feiern. Nach der Einsegnung in der Schloßkirche überreichte. Pastor Hellriegel dem Jubelpaare eine prachtvolle Ehrenbibel, welche König Friedrich August verliehen hat. Ebersbrunn. Erlängt aufgefunden wurde im nahen Planitzer Rittergutswalde der 60 Jahre alte Agent Hofmann aus Lengenfeld L 23. Die Leiche war bereits so in Verwe-

s sung übergegangen, daß sich ärztlicher Anordnung zusolge chre Elngrabung an Ort und Stelle erforderlich machte. Gersdorf. Von einem Bullen aufgespießt wurde der Oberschweizer Beer, als Fleischer damit beschäftigt waren, den Bullen aus dem Stall Herauszuführen. Dem bedauernswerthen Mann wurde eine Rippe gebrochen und die Lunge verletzt. Königswartha. Vor kurzem feierte hier der pensionirte Bahnwärter Passig mit seiner Gattin die goldene Hochzeit. Die Einsegnung volltoa Pfarrer Goltzsch im Hause des Jubelpaares und überreichte ihm die vom Landeskonsistorium verliehene Ehrenbibel. K i r ch b e r g. Das 25jährige Stiftungsfest beging vor einiger Zeit die hiesige Freiwillige Feuerwehr. Leipzig. Fräulein Gralock, Te-legraphen-Gehülfin beim TelegraphenAmt I, feierte ihr 30jähriges Amtsjubiläum. An den Folgen eines Sturzes verstorben ist der 66 Jahre alte Arbeiter Moritz Krause, welcher in seiner Behausung an. der Marktstraße infolge plötzlich überkommener Schwäche die Treppen herabstürzte und hierbei Verletzungen am Kopfe davontrug. Oberlauterbach. Infolge Blitzschlags wurde das Wohnhaus des Gutsbesihers Thoß eingeäschert. Weroau. or Kurzem waren auf einem Leitergerüst die hier wohnhaften, verheiratheten Maurer Dietz und Wühle mit dem Abputzen des Hauses beschäftigt, als der obere Theil des Gerüstes brach und die beiden Arbeiter in die Tiefe stürzten. Dabei erlitt Dietz schwere Verletzungen. MUckdeutsche Dictaten. V l a n k e n h a i n. Tödtlich. verunglückt ist im Eiskeller der hiesigen Stadtbrausrei der Vraugehilfe Stephan dadurch, daß er von Herabstürzenden Eismassen verschüttet wurde. Der Körper des Unglücklichen wurde vollständig zerdrückt, so daß der Tod auf der S' eintrat. Gera. Der Rentier Albin Metzner, der Begründer des angesehenen Tuchgesch'ästes auf dem Markte, feierte dieser Tage seine goldene Hochzeit. (Aot h a. Bewundcrnswerthe Arbeitskraft besi.t die 79jährige Wittwe Zentgraf. wohnhaft !n t Augustinerstraße hier, denn munter und rüstig verrichtet dieselbe die schwere Arbeit des Steinschlagens an der Eisenacherstraße. In diesem Herbst feiert diese Frau ihr 25jähriges Arbeitsjubiläum als Steinschlägerin. Jena. Der Zugführer Miese-Wei-mar wurde auf dem Bahnhof GöschWitz von einem Versonenzug erfaßt. Er wurde mit einem doppelten Schädelbruch in die hiesige Klinik geschafft, wo er bald darauf den erlittenen Verletzungen erlag. - N e u h a u s. Die Besitzerin der von Swaine'schen Berg- und Hüttenwerke, I. D. Ernestine Freifrau von Swaine, geborene Fürstin Löwenstein - Wertheim, ist an ihrem. 66. Geburtstag zu Schloß Thenes gestorben. Die Verblichene galt als große Wohlthäterin. O p p u r g. Der mit der Einziehung der Biersteuer betraute Schneider Friedrich Ebert hatte seit längerer Zeit die erhobenen Beträge unterschlagen und für sich verbraucht. Aus Furcht vorStrafe machte der 63jährige Mann seinem Leben durch Erhängen ein Ende. S t e i n a ch. In der Greinerschen Kartonnagefabrik schloß der 15jährige Arbeiter Louis Resch aus Unvorsichtigseit der 19jährigen Arbeiterin Rosa Zitzmann eine Revolverkugel in die Schläfe. Das Mädchen wurde tödtlich verletzt ins Kreiskrankenhaus gebracht. Der leichtsinnige Bursche ergriff die Flucht. Weima.r. Dem Direktor der Kunstschule, Professor' Hans Olde, ist vom Großherzog von Oldenburg das Ehren - Ritterkreuz erster Klasse des Haus- und Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig verliehen worden. Z n? o tz e n. Vor einiger Zeit wurde zwischen hier und Neu-Debschwitz an einer Straßenböschung der Fleischer und Viehhändler Köhler aus Wllnschendorf in einem hilfsbedürftigenZuswnde aufgefunden. Der Verunglückte wurde auf einem Wagen zum Arzte gebracht, der einen Beinbruch fest-stellte.

Zurück von öer Zvettausstellung. , Humoreske von Peter Larssen. Während der Zug langsam über die ersten Schienenstöße hinwegpolternd und dann sich in den Rythmus allmählich hineinfindend aus dem Berliner Bahnhof in Hamburg in die finstere Nacht hinauseilte, hatten mein Gegenüber und ich es uns schnell in unseren Ecken bequem gemacht. Laut stöhnte die Maschine, wenn klirrend eine Weiche gegen die Last des über sie hinweggleitenden Zuges protestirte, aber endlich waren die letzten Hemmnisse überwunden und schneller und schnelle: drehten sich die Räder. Wer weiß, ob der klagende Pfiff, den die Maschine ausstieß, überhaupt noch in Hamburg verstanden wurde. Das Licht unseres Abtheils wurde durch den Dämpfer aufgefangen, alles lud förmlich zum Träumen ein, bis der Schaffner erschien und die Platzgebühr einforderte, jäh unser Hindämmern störend. Mein Reisegefährte wollte, wie ich aus seinen Worten zum Schaffner entnahm, nach Leipzig, mußte also in Wittenberge aussteigen, während ich bis Berlin durchzufahren hatte. Immerhin brachte uns 'die Störung ins Gespräch, das sich natürlich zunächst den Tagesereignissen und hauptsächlich den Erfolgen der Japaner in Ostasien zuwandte. Hierhin und dorthin überspringend kam das Gespäch auf alte Jugendabenteuer und schließlich auch auf den Weltausstellungsrummel in St. Louis. Ja," sagte mein Reisegefährte, Gott sei es geklagt: Ich war von jeher ein leichtsinniger Hund! Jetzt freilich, wo ich nun auch schon in die Jahre komme, hat sich das ja etwas gelegt. Aber in diesem Augenblicke, wo Sie gerade auf die Weltausstellung anspielen, fallen mir alle meine Sünden wieder bei. Anno 1893 war bekanntlich die Weltausstellung in Chicago und zu denen, die damals über den .großen Teich hinübergondelten, gehörte auch ich. 'Die Taschen voll gespickt mit dem eben ausgezahlten fürstliehen Erbe von einer alten Tante, die Brust geschwellt von den schönsten Hoffnungen und überzeugt, auf Grund meiner fünfundzwanzigjährigen Erfahrungen den Aankees einmal zeigen zu können, was für Trauerklöße sie doch gegenüber einem so schneidigen Kerl wären, wie ich, zog ich hinüber. Freilich, ein ganz verfluchter Kerl war ich damals, etwas habe ich a davon noch jetzt an mir, wie Sie ehen. Selbst meine Frau gesteht mir n ihren allerdings sehr seltenen schwachen Momenten, daß ich heute noch ganz passabel sei! Und das will etwas heißen. Aber die heilige Dreizahl, Wein, Weib und Gesang kriegt auch schließlich die reichsten Moneten nieder und schon nach drei Monaten Aufenthalt in Chicago sah ich ein, daß mek ne Erfahrungen an die der Fankees lange nicht heranreichten. In meiner Kasse war schon Ebbe eingetreten. Ich kratzte mein Vermögen zusammen und starrte entgeistert auf mir noch gebliebene 95 'Dollars. Für Amerika war ich nicht geschaffen, das hatte ich längst begriffen. Ich konnte damit aber noch zur Noth nach Deutschland zurückkammen. Glücklicherweise lief mir noch eines der Pumpgenies in die Arme, die zur Erleichterung meines Geldbeutels weidlich beigetragen hatten, und da dieser gerade einen Wettgewinn einHeimste, so gelang es mir, ihn noch um 35 Dollars anzupumpen. Ich hatte ihm freilich nicht gesagt, daß ich auf Nimmerwiedersehen verschwinden wolle. Drei Tage später gondelte ich schon auf der Äugusta Viktoria" heimwärts. Mein Reisegefährte machte eine Paufe, da der Zug gerade durch die endlosen Weichen der Station Büchen rasselte und. kein Wort zu verstehen war. Hatten Sie eine gute Ueberfahrt?", warf ich ein. Gute Ueberfahrt? Ich sage Jhnen, so etwas ist noch nicht dagewesen. Dort habe ich sie" gefunden!" Sieh, sieh', diarchcz la femrne! Aber erzählen Sie weiter, mich interessirt so etwas als Schriftsteller immer ganz besonders. Man kann es vielleicht einmal verwerthen." Ein reizendes Mädchen, quite aniorican style, entzückende Locken, Toiletten, süß, einfach zum Anbeißen. Margrit Hobson hieß sie. Sie sehen, mich verlieben war eins. Eine Frage an einen Schiffsoffizier belehrte mich, wer sie sei. Verwandte des Millionärs Hobson, also auch in dieser Hinficht ein goldiger Käfer. Aber wie sollte ich armes Wurm in meiner Abgeschlossenheit der zweiten Kajüte die Bekanntschaft dieser Holden machen, die natürlich durch die bekannte dicke rothe Schnur, die so streng die zweite Kajüte von der ersten trennt, auch von mir ferngehalten wurde? Aber ein junger Mensch muß Glück haben. Und schon am Nachmittag desselden Tages ruhte sie an dieser meiner Brust." Donnerwetter", entschlüpfte es mir, das ging ja schnell." "Schnell ja aber auch sehr natürlich. Sie machte mit dem Kapitän einen Rundgang durch das Schiff, kam dabei auch zu uns und. glitt just in dem Moment, wo sie zum Damensalon die Treppe hinabsteigen wollte, aus, ich fing die Stürzende auf, sie umklammerte mich mit beiden Armen, wir sehen uns in die Augen und ich

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jik rfUlUUC uuiuiuiy Eindruck. Mein Retter!" stammelte sie aus gut deutsch, was mich aber nicht weiter überraschte, denn diese Amerikanerinnen können ja alles, wenn sie wollen. Aus dem Retter" wurde nun natürlich, bald der Ritter" und bald waren wir sehr bekannt miteinander Ihre Mutter war eine Deutsche, wie ie mir erzählte, daher konnte ste eben'o fließend deutsch wie englisch. Jetzt vollte sie zu Verwandten ihrer Mutter nach Dresden. Ich war ja selig, einen solchen Goldfisch gekapert zu haben. Denn daß ich sie fest hatte, sagte mir jeder Blick, sagten mir ihre romantischen Anwandlungen, die den nüchlernen Amerikanerinnen doch sonst so fremd sind. Ich legte ihren Plaid und ihre Kissen auf dem Klappstuhl zurecht, ich zeigte ihr die riesigen Schweinsfische, die uns in hellen Haufen folgten, ich fütterte mit ihr unsere ständigen Begleiter, die Möwen. Und wenn gar der kleine Spatz, der als Nassauer stets die Reise auf dem Schiffe mitmachte, durch besondere Frechheit c.lle Welt in Erstaunen setzte, dann feierte sie das Ereigniß an meiner Seite." Mein Gefährte mußte sich aufs neue unterbrechen, denn eben donnerte der Zug durch Ludwigslust. Aber endlich waren die zuckenden Lichter des BahnHofs wieder verschwunden und mein Gegenüber fuhr fort: Davon, daß ich ein armer Teufel sei, der sein Geld verjuxt hatte und nicht wußte, wovon er zunächst leben sollte, sagte ich natllrlich nichts, das hatte ja auch Zeit. Wozu sollte ich auch nicht den Tag genießen? Inzwischen bekam ich als Verliebter elegische Anwandlungen und auch hier schmiegte sie fich meinem Wesen an. Dadurch wurde ich immer kühner und am Abend vor unserer Ankunft in Southampton beschloß ich, die Angelegenheit zum Klappen zu bringen. Obwohl ich gar nicht daran dachte, das Schiff zu verlassen, fing ich an, von Abschied nehmen müssen zu sprechen. Weshalb ich denn schon in Southampton aussteigen wollte, fragte sie. Ich gestand, ich könne ihretwegen nicht länger bleiben. Was soll ich'weiter sagen. Mit einem Male lag sie an meiner Brust und, wenn ich an das Küssen denke, läuft mir noch jetzt das Wasser im Munde zusammen. Gott sei Dank, ich hatte sie weg und sie konnte mir nun nicht mehr entge-hen.-Ueber Nacht sagte ich mir: Wenn nun aber ihre Alten mit der Geschichte nicht -einverstanden sind. Was denn? Beim Hin- und Herüberlegen' kam ich zu dem Entschluß, ihrem Hange zur Romantik zu entsprechen und ihr eine plötzliche Trauung auf Helgoland vorzuschlagen. Sie ging mit heller Begeisterung auf alles ein. Natürlich wurden uns nun die letzten Stunden auf der Auausta Viktoria" zur Qual. Wir stürmten in Cuzhaven förmlich vom Schiff und hätten weinen können, als wir drei Stunden auf ben Dampfer nach Helgoland warten mußten." Ein langgezogener Pfiff der Maschine unterbrach den Erzähler, die Bremsen des Zuges traten in Thätigkeit. Ein Blick durch die Fenster überzeugte mich, daß wir uns Wittenberge näherten, und ich ersuchte mein Gegenüber, sich etwas zu beeilen. Dieser erhob sich und fuhr, indem er seine Sachen zum Aussteigen bereit legte: Endlich kamen wir auf Helgoland an. Wir thaten sofort die nöthigen Schritte zur Trauung und nun kommt die Tragödie. Mir war schon aufgefallen, daß meine Braut ihre Papiere nicht bei sich hatte. Amerikanerinnen sind doch sonst so smart. Ohne PaPiere aber konnte die Trauung nicht vollzogen werden und da hieß es eben warten. Ob ich aber bis dahin mit meinen paar Mark auskommen würde, war doch zweifelhaft, selbst wo meine Braut die Papiere telegraphisch bestellt hatte. Und wie würden sich ihre Eltern zu dieser Forderung stellen? Aber alle diese Fragen, die ich mir selber vorlegte, wurden am Abend von meiner Braut in einer fürchterlichen Scene selbst beantwortet. Sie legte mir, der ich aus allen Wolken fiel, eine Generalbeichte ab. Sie war gar nicht Miß Hobson, sondern deren deutsche Gouvernante, hatte aber einmal als große Dame auftreten wollen und sich deshalb mit deren Namen in die Schiffslisten eintragen lassen. Je mehr sie mit mir bekannt geworden war, um so mehr hatte ihr die Scham und die Angst, mich zu verlieren, den Mund verschlossen. Reichthümer besaß sie in derselben Höhe wie ich. nämlich auch nichts. Meine eigene Beichte konnte ich daher mit wesentlich leichterem Herzen abgeben. Wir hatten also glücklich beide nichts und saßen auf dem theuren Helgoländer Boden fest. Guter Rath war theuer." ' Der Zug hielt, der Schaffner öffnete die Thür, Wittenberge aussteigen, zwei Minuten Aufenhalt!" Ein Freund", fuhr mein Gefährte fort, indem er seine Sachen aufnahm, war auch nicht zur Stelle; sterben wollten wir doch noch nicht. . ." Weiter, weiter", drängte ich, während mein Reisegenosse mit einer Ruhe aus stieg, die mich zur Verzweiflung brachte. Ja, lieber Freund, weiter weiß ich auch nicht." Was, Sie wissen nicht weiter? Sie haben doch die Geschichte selbst erlebt?" .Nein, wissen Sie. ich schreibe nam-

lich auch Novelletten und zwar solche ohne Schluß als Preisfragen für Zeitschriften. Diese Geschichte ist mir so auf der Fahrt eingefallen und an Jhrer Spannung sah ich, daß sie gut ist. Wenn Sie dieselbe also demnächst in einer Zeitschrift finden, so haben Sie vielleicht bis dahin eine annehmbare Lösung ausfindig gemacht und können sich dann mit um den Preis bewerben." Wüthend riß ich das Coupefenster hoch, während der Zug fich wieder in Reweauna sekte. Ich hatte genug.

Um das Sauerwerden des Ciders zu verhüten, läßt man ihn nur gähren, bis' er den gewünschten angenehmen Geschmack hat, dann giebt man zu jedem Fasse eine halbe Tasse voll geriebenen Meerrettig und schüttelt dies gut durch. Dadurch wird weiteres Gähren verhindert. Nachdem er so einigeWochen gestanden hat, wird er auf reine Fässer gezogen und dann fest zugespundet. Ein anderes Verhütungsmittel gegen das Sauerwerden des Ciders ist folgendes: Acht Gallonen Cider werden auf einmal in ein reinesFaß gegossen; dann mischt man eine Unze Holzkohlenpulver mit eine: Unze gepulverten Schwefel und thut dies in einen eisernen Behälter, den man durch das Spundloch in das Faß bringen kann. Dann steckt man ein Stück glühend rothes Eisen in die Holzkohle und den Schwefel und während dieses brennt, läßt man es herab in das Faß, bis auf einen Fuß Entfernung von dem Cider in dem Fasse und läßt es so an einem Drahte h'ängen. Nach zwölf Stunden zieht man es heraus und behandelt dann eine andere Menge Cider ebenso. Dieser wird dann in einem anderen Fasse fest zugespundet und er hält sich in einem kühlen Keller ein Jahr lang oder länger. tfF Galgenhumor. Aufseher (der das Klappfenster einer Gefängnißzelle so heftig zuschlägt, daß es in Scherben geht, zum Gefangenen): Und das Fenster hat zuzusein, wenn die Thür aufgeht, verstanden!?" Gefangener: He, he, Herr Aufseher thun S' Jbna net so aufmand'ln do herinna. Sie können jede Stund' entlass'n -wer'n, i' aber erst nach fünf Jahr!" Kaltblütig. Kellner (zu dem sehr beschäftigten Buffetier): Kriege ich endlich das gebratene Huhn? Der Herr hat schon das Beschwerdebuch verlangt!" Nun, dann qeben Sie ihm das zuerst!" Glänzende Carriere. J Wie geht es eigentlich Ihren drei Söhnen?" Der älteste hat einen schönen Posien als Assistent an der Bahn; der zweite, der Kaufmann, hat ein eigenes Geschäft, und der jüngste, der Kassirer, ist schon sogar in Amerika." Mißverstanden. Arzt: Geben Sie Ihrem Manne alle Stunden einen Löffel." Bauersfrau: Soviele haben wir ja nicht, Herr Doktor!" Der Pantoffelheld. Sonntag beim Preiskegeln' hab' ich aber a Glück gehabt!" So; was hast denn gewonnen?" Nichts; aber mei' Frau schlief schon, wie ich nach Haus kam." Untersucht. Angeklagter (der wegen Taschendiebstahl freigesprachen worden ist): Sie selbst haben mich aber auch für einen raffinirten Taschendieb gehalten, Herr Doktor?!" Vertheidiger: Nicht im geringsten !' Angeklagter (ironisch): So? Warum haben Sie denn dann Uhr und Geld börse zu Hause gelassen?"

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