Indiana Tribüne, Volume 29, Number 18, Indianapolis, Marion County, 13 September 1905 — Page 3

Jndiana Tibüne, IS. September

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Ausland-Depeschen. Die Mlkasa-.ttatast?ophe. Tokio, 12. Sept. DaZ Unglück deZ Schlachtschiffes .Mikasa hat im ganzen Lande Trauer erregt. Die Milafa" war Togo's Flaggschiff und dem japanischen Volke theuer. DaZ Schiff lag im Hafen von Sasebo vor Anker, al5 um Mitternacht daZ Feuer am Fuße des Hauptmastes ausbrach. ES breitete sich sehr rasch aus. DaZ hintere Pulvermagazin explodirte eine Stunde nachdem das Feuer entdeckt worden war. Das Schiff sank in seich tem Wasser; man glaubt, daß es repa rirt werden kann. Ueber die Ursache deS FeuerS sind die Ansichten verschieden. Manche führen eS auf einen Fehler in der elektrischen Leitung zurück. Tokio, 12. Septbr. Admiral Togo befand sich nicht an Bord der Mikasa", als das Unglück sich ereig. nete. Italien. ttomura'S Familie er mordet? R o m . 12. Sept. Die Tribuna bringt ein Gerücht aus Tientsin, wo nach die Familie des japanischen Frie der.Zbevollmächtigten Komma, bet gegenwärtig in New Jork ist, ermordet wurde. Man schenkt dem Gerüchte hier wenig Glauben, da Depeschen aus Japan in letzter Zelt ohne Zensur passirten und nicht einzusehen ist, wie gerade in Tientsin man zu jener Kenntniß gelangt sein soll.

OpferdeS Erdbebens. Rom, 12. Sept. Jede neue De. pefche aus Calabrien läßt die Erdbeben Katastrophe, von welcher die Provinz am Freitag heimgesucht wurde, entsetz licher erscheinen. Bis die Zahl der Opfer des furchtbaren Naturereignisses auch nur annähernd genau ermittelt werden kann, werden Tage vergehen, doch steht fest, daß zwischen vier und fünftausend Personen getödtet oder ver. wundet wurden. Nach den letzten Nach richten find bereits nahezu tausend Lei chen geborgen und viele andere liegen noch unter den Ruinen der zerstörten Städte und Dörfer begraben. Die Zahl der Todten und Verletzten beträgt in Martirano allein 2200, in Parghe lia 300 und in Sappolo 200. Gestern I Abend ereigneten sich in dem verwüste ten Distrikt mehrere weitere Erdstöße, welche heftig genug waren, um viele der am Freitaz beschädigten Gebäude vollends zum Einsturz zu bringen. Die Ortschaften Drapia, Francica, Sansiore, Jonadi, Dafsira und Lon zione find vollständig vernichtet und mindestens der vierte Theil ihrer Be wohner hat den Tod gefunden. Alle Straßen in der Umgebung von Monte Utmt wimmeln von verzweifelten, halb nackten Menschen, die AlleS verloren 'hab?n und nun vom Hungertode be droht find. Für die Nothleidenden. Rom, 12. Sept. Fast in jeder Stadt Italiens werden Comites ge gründet, welche Hilfe für die vom Erd beben in Calabrien Heimgesuchten be schaffen sollen. Die Stadt Mailand hat 310,000 beigesteuert, die dortige Sparbank $20,000. Schweden'Norwegen. LösungderUnion. Stockholm, 12. Sept. Die Telegaten von Schweden und Norwegen werden am 13. Sept. wieder zu Karls ftadt zusammentreten. E wird erklärt, daß die schwedischen Bedingungen nicht geändert werden. Das Resultat der Konferenz scheint demnach davon abzu hängen,' ob die Norweger geneigt find, die schwedischen Bedingungen anzu nehmen. Im Allgemeinen hegt man wenig Hoffnung auf eine freundschast liche Lösung. C h r i st i a n l a , 12. Sept. Die Zeitungen besprechen ziemlich heftig Schwedens Weigerung, einem Schied? gerichtSvertrage zuzustimmen. Das Morganbladet- sagt, Norwegen sei bereit, seine neuen Befestigungen zu schleifen, um seine FridenSliebe zu zei gen und seinen Wunsch nach einer Ver ständigung mit Schweden, aber eS werde keine Kanone und kein Stein fortge schafft werden, bevor der SchledSge richtSvertrag unterzeichnet fei. Deutschland. FreundlicheSVerhültniß zu Frankreich. B e r l i n, 11. Sept. Die freund, schaftliche Annäherung zwischen Deutsch, land und Frankreich, welche neuerdings diesseits wie jenseits der Vogesen in

krüstkgster Weise gefördert wird, gelang

bei Erledigung der Marrvkko.Attgele genheit zur praktischen Bethätigung. Die Verhandluugen behufs Ordnung der letzten Fragen, wie Ueberwachung der marokkanisch algerischen Grenze, finanzielle Transaktionen mit dem Sul tan usw., nehmen nach der letzten Be sprechung des deutschen Gesandten in Marokko, Dr. Rosen, mit dem fran zöfischen Ministerpräsidenten Rouvier einen hächst günstigen Verlauf. Wie aus zuverlässiger Quelle mitge theilt wird, haben beide Theile in die sen FragenZugeständnlsse gemacht. Bei den Verhandlungen haben sie freund licheS Entgegenkommen gezeigt, und der völlige Abschluß eines Uebereinkom menS beider Mächte ist unmitelbar nahe. Im Uebrigen sind die Unter Handlungen durch die jüngsten. Vor. gänge in Marokko, die sich aus der Verhaftung des algerischen Bürgers Bouzian und die Ablehnung von dessen Auslieferung durch den Sultan ergeben hatten, vollständig unbeeinflußt geolie ben. AktderHuldigung. Berlin, 11. Septbr. Der hohe Werth, den der Zar Nikolaus auf die Freundschaft deS Kaisers legt, hat in einem bemerkenswerthen Akt pietätvol ler Huldigung dessen Großvater ge genüber beredten Ausdruck gefunden. Den Anlaß hierzu bot die Feier de? hundertjährigen Bestehens des rufst, schen Regiments Kaluga, dessen Chef der alte Kaiser Wilhelm gewesen ist. Auf Befehl de, Zaren ist hier eine aus dem Kommandeur, dem Adjutanten, einem Kompagniechef und einem Feld webel bestehende Abordnung des ge nannten Regiments eingetroffen, um dem dahingeschiedenen Chef in Pietät voller Weise zu huldigen. Nach Ab Haltung einer feierlichen Todtenmesse in der Kapelle der russischen Botschaft begab sich die Abordnung nach dem Mausoleum in Charlottenburg und legte auf dem Grabmal deS alten Kai fers einen prachtvollen Kranz nieder. Beförderung des Krön Prinzen verschoben. Kassel, 11. Sept. Anläßlich der großen Parade, die in Homburg v. d. Höhe vor dem Kaiser stattfand, war seitens seines kaiserlichen Vater? die Be förderung des Kronprinzen, der zur Zeit als Hauptmann und Kompagnie chef dem 1. GardeRegiment zu Fuß angehört, zum Major beabsichtigt wor den. Zugleich mit seiner Äeförderung sollte die Versetzung deS Kronprinzen in die GardeKavallerie erfolgen. Nun hat aber die Beförderung nicht stattge funden, sie ist vielmehr auf den aus drücklichen Wunsch deS Kronprinzen bis zum Ende der Manöver verschoben wor den. Dieser will während der bevor stehenden großen Uebungen noch selbst seine alte Kompagnie führen. Tell.JubiläuminSchau s p i e l h a u s e. Berlin. 12. September. Im königlichen Schauspielhause hat Schil le,'S Wilhelm Tell" heute seine drei hundertste Aufführung erlebt. Die erste Aufführung deS letzten Werkes deS großen Dichters fand im Jahre 1804 in dem 1817 durch Feuer zerstörten Theater statt, auf dessen Stätte das gegenwärtige Schauspielhaus in den Jahren 181921 von Schinkel erbaut worden ist. Verheerende Feuers brunst. B r e L l a u, 12. Sept. Das Do minium Neuruda im schlesischen Kreise Gleiritz, Eigenthum des Grafen von Ballestrem, Präsidenten deS Reichst geS, ist einem Großfeuer zum Opfer gefallen. Das verheerende Element ver nichtete eine massive Scheune, einen mit Korn und anderem Getreide gefüllten Speicher und einen Schuppen mit zahl reichen landwirthschaftlichen Maschinen. Der Schaden ist sehr groß. Verschie dene Anzeichen sprechen dafür, daß der Brand von böswilliger Hand angelegt worden ist. Mäßigkeitsbestrebungen beim Militär. Berlin, 12. Septbr. Mit dem Plane einer einschneidenden Umgestaltung der Militär'ttantinen trägt sich die Armeeverwaltung. In den Kanti nen der meisten Truppentheile sind den Soldaten zur Zeit berauschende Ge tränke aller Art zugänglich. Die Ar meeverwaltung erwägt nun den Erlaß eine? Verbotes, durch welches der Aus schank von Branntwein und Wein ln den Kantinen ein Ende gemacht werden soll. In Zukunft sollen dort nur Bier und alkoholfreie Getränke an die Sol

baten verabfolgt werden. Diese Be

schränkung deS AuöschankeS ist übrigens schon bei einzelnen Armeekorps versucht worden. China. Amerikanischer Besuch. Peking, 12. Sept. Generalma jor Corbin, ContreAdmiral Train, Frl. Alice Roosevelt und die übrigen Mitglieder der ameri'znischen Reisege sellschaft kamen heute Abend hier an. Sie wurden von dem amerikanischen Gesandten Rockhill und seiner Gattin, Baron Schwarzenstein, WuTing Tang, dem VicePrüsident:n deS auswärtigen Amtes Leang Tang und anderen Wür denträgern empfangen. Neue Gesandtschafts, wache.' Peking, 12. Sept. Capt. Harry Lee vom amerikanischen MarinekorpZ ist mit 3 Offizieren und 100 Mann schaften eingetroffen, um Capt. Brew fter mit seiner Kompagnie vom 9. Reg. als Gesandtschaftswache abzulösen. Afrika. BrückenEinweihung. Victoria Falls, 12. Sept. Die Brücke über den Zambefi wurde heute mit großen Feierlichkeiten einge weiht. Professor Darwin hielt die Festrede. Die Brücke ist die höchste der Welt. Sie bildet ein wichtiges Glied der pro jektirten Bahn von Kapstadt nach Kairo. Sie kreuzt in einer Höhe von 420 Fuß über dem Wasserspiegel den Zambest und ist 30 Fuß breit. Rukland. Blutiger Krawall. T i f l i s , 12. Sept. Etwa 100 Sozialisten wurden heute im Kampfe mit Kosaken getödtet oder verwundet, viele wurden auch in der folgenden Panik niedergetreten und verletzt. Der Polizelchef wollte eine revolutionäre Versammlung in der Stadthalle auf lösen, stieß aber auf Widerstand und eS sielen einige Revolverschüsse, darauf feuerten Kofaken, die vor dem Gebäude aufgezogen waren, in die Menge. Bedenkliches Zeichen. H e l f i n g f o r S , 12. Sept. Die Zollbehörden beschlagnahmten in der Nähe von Jocobstad am Bothinschen Meerbusen 5000 Gewehre. Kinder als Bankräuber. Cleveland, O., 12. Sept. Clyde Lmny. 6, und Leonard Parks, 7 Jahre alt, brachen durch ein Fenster im Erdgeschoß in die First National Bank in NileS, stahlen $700 und er griffen die Flucht. ES war gerade um die Mittagszeit, als der verwegene Raub von den beiden Früchtchen ausgeführt wurde. Die ClerkS waren beim Mittagessen und nur Vicepräfident Herbert und Richter Thomas I. Gilmer von War ren faßen im DirektorenZimmer. Als die zwei jugendlichen Räuber eingefan gen wurden, hatten sie nur noch $326 in ihrem Besitz und man glaubt, daß sie den Rest irgendwo versteckt haben. Auch heißt eS, daß ein Theil des Gel des während der Flucht aus ihren Taschen fiel uud von anderen Jungen aufgelesen wurde. Mit Rückficht auf ihr Knabenalter wurden die Beiden bald wieder sreige lassen und aus demselben Grunde wer den fie auch nicht verfolgt werden. Einen Grund, der fie zu der frechen That veranlaßte, vermögen sie nicht anzugeben. Jeder schiebt die Schuld auf den andern. Sie. sagen, daß sie erst auf den Raubgedanken kamen, als sie nach ihrem Einbruch in die Bank das Geld auf dem Schalterbrette liegen sahen. Das Bekanntwerden des Raubes ver ursachte in dem Städtchen anfangs eine bedeutende Aufregung und einen klei nen Ansturm auf die Bank, der sich bald legte, als man die Ursache erfuhr. Gold fund. Charlotte, N. C., 12. Sept. Auf der Farm von Jameö Revers nahe Chefterfield, S. C., fanden angeblich der Weiße Will Edwards und ein Ne ger bei Erdarbeiten einen eisernen Topf mit $50,000 in Gold. Die jüngste der Münzen war 115 Jahre alt. Die Fin der schleppten den Topf 2 Meilen weiter und vergruben ihn wieder. Als sie nach 48 Stunden ihn holen wollten, war der Topf verschwunden. Der Ne ger behauptet Edwards habe ihn ge stöhlen; letz'erer erklärt die ganze Ge schichte für Unsinn. Geheimpolizisten wollen Beweise haben, daß ein Fund gemacht wurde, aber das Geld haben sie noch nicht zur Stelle gebracht.

Bischof O'Cottnell

Als Päpstlicher Delegat nach Japan, Rom. 12. Sept. Bischof O' Connell von der amerikanischen Diö cese Marne wird als Spezialgesandter des Papstes nach Japan gehen. Die Entsendung eines Delegaten nach Ja pan war schon längere Zeit in Erwä gung.. Wie man in vaticanischen Kreisen erklärt, wird in Folge des seitherigen ranzösischen Protektorates die katbo lische Kirche als eine französische Jnfti tution angesehen. Da aber Frankreich mit Rußland verbündet ist, macht sich auch eine starke Abneigung gegen die katholische Kirche in Japan geltend. Deßhalb wird eS für rathsam. gehalten. eine selbständige diplomatische Vertre tung in Japan zu haben. Sase-Sall. American Association. Milwaukee, 12. Sept. Milwaukee 4 0 030 0 7 KansaS City 1 0 0 0 0 0 0 1 Batterien Dougherty und Towne; EelS und Butler. MinneapoliS, 12. Sept. Erstes Spiel. MinneapoliS ..01002000 3 St. Paul 0 000 0 0 00 0 0 Batterien Helium und Marshall! Slagle und Noonan. Zweites Spiel. MinneapoliS ..0000100001 St. Paul. ....1050001007 Batterien Thomas und Mar sball; Ferguson und I. Sullivan. ColumbuS, 12. Sept. Erstes S piel. ColumbuS....! 1200100 5 Indianapolis ..1000001 013 Batterien Berger und Brown; Morgan und Weaver. Zweites Spiel. ColumbuS ....00200100 14 Indianapolis. .1 0000050 17 Batterien Hartund Brown; Crom ley und ZaluSky. LouiSville, 12. Sept. Erstes Spiel. LlzuiZville 0 000000000 Toledo 0 0 0001 00 12 Batterien Wright und Shaw; Feine und Land. Zweites Spiel. LouiSville 00020300 5 Toledo 000 0 03 5 0 8 Batterien Dunkle und Sham; Camnitz und Land. National Liga.. New York, 12. Sept. Erstes Spiel. New York 10 0001 0 01 3 Brooklyn 00000002 02 Batterien McJntyre und Ber gen; Mathewson und BreSnahan. Zweites Spiel. New York 01 1 2 0 0 1 5 Brooklyn 0 10 0 7 0 0 8 Batterien Skanlan und Ritter; Wiltse, Taylor und BreSnahan. St. LouiS, 12. Sept. Erstes Spiel. St. LouiS. . ..0 0000020 02 Pittsburg 021 022 0 0 1 8 Batterien McFarland und Grady; Lynch und Peitz. Zweites Spiel. St. Louis 010000001 2 Pittsburg 0000001 00- 1 Batterien Taylor und Grady; Philipp! und Gibson. ,, '45 s e r o e , welche etnen Fremdkörper im Maule, in de? Zunge oder den Lippen haben. zeigen dies durch auffallendes Beneywen an. Sie schäumen und speicheln plötzlich, lassen das Futter aus dem Maule 'fallen und schütteln den Kopf oder machen krankhafte Bewegungen mit dem Maul oder der Zunge. So bald man aus solchen Anzeichen ersteht, daß das betreffende Thier einen Fremdkörper oft ist es ein Draht oder eine Nadel im Maule hat, stellt man das Maulnatter ein und sperrt das Maul so weit, daß man hineinsehen und alle Theile betasten kann. Gewöhnlich findet man den fraglichen Gegenstand schnell und kann ihn leicht entfernen. Manchmal xt zeooq alles verschleimt. Tann entfernt man den Speichel durch Einspritzungen von w .. . ,. - . r Wa er mit etwas m na. u oie,em Zweck bedient man stch am besten einer Klistiersvrik Ergänzte Ztveislicitsregc!. Erkenne Dich selbst und Du wirst Dich nicht wiedererkennen.'

Sie Zlgcllttcr. Leben und Treiben drS europäischen NomqdcnöoikchenS.

Serknnst der Jigeuncr 21 europäischen PariaS-RettglSse Vorstellungen Medizl ischcr Aderglaube HöhenkultuS Pott tische Versassuug-BeschSstiguug. Das erste Auftauchen des ZigeunerVölkchens fällt in das Jahr 1417. in die Negierungszeit von Kaiser Sigis mund. Von ihrem ersten Wirkungskreise, der Moldau-Gcgend. breiteten sie sich rasch in alle Lande aus, drangen um 1490 in Frankreich ein und setzten um 1303 über den Kanal nach England. Fürsten und Volk nahmen sie damals mit um so größerem Widerwillen auf, als sie die Sicherheit der Landstraßen oft gefährdeten und auch dem Christenthum sich abhold bewiesen Es kam bald zu den blutigsten Verfol gungen, und überall flackerten Sche!terhaufen, auf denen Angehörige des unglücklichen Stammes alsböse Zau berer verbrannt wurden. Noch Fned rich Wilhelm I. von Preußen bestimmte in einem Dekret vom 25. Oktober 1725, daß alle Zigeuner, welche sich im preußischen Staatsgebiete sehen ließen. ohne Unterschied des Geschlechtes mit dem Galgen zu bestrafen waren. Im Jahre 1545 hatte bereits das englische Parlament Stellung gegen die Zigeu. ner genommen, welche man des Kinderraubes beschuldigte. Diese Anklage spukt auch heute noch in unklaren Köpfen, ist aber ganz ungerechtfertigt, wenn dieses Thema auch einen beliebten Vorwurf für Opernlibrettodichter bildet. Die Herkunft der Zigeuner war durch ein halbes Jahrtausend ein ungelöstes Räthsel. Man nahm gewöhnlich an, daß die Zigani" aus Egypten stammten. Erst Pott, der Begründer der vergleichenden Sprachwissenschaft, wies überzeugend nach, daß man deren Heimath in Vorderindien zu suchen hat und daß sie dem arischen Sprachstamme angehören. Der Zigeuner ist, wie jeder Nomade, äußerst abergläubisch und nichts wemger als ein guter Christ; oft läßt er feine Kinder allein aus materiellem Interesse taufen, um die Pathen ordentlia? anpumpen zu können. Seine hochentwickelte Phantasie bevölkert Wald und Feld, Berg und Thal mit einer Fülle von Zauberwesen, denen er eine theils dankbare, theils ehrfürchtige Anbetung zollt. Krank heitsdämonen" pflegen unter allerlei Hokuspokus gebannt" zu werden und die dabei in Gebrauch kommenden Nezepte" zeugen mehr von einer Ueberfülle, an phantastischem Aberglauben als von medizinischen Kenntnissen. Delikatessen," wie Elstermagen, Vogelkoth und andere gehören zu den Alltäglichkeiten im Patientenleben. Als indogermanisches Volk pflegen die Zigeuner eifrig den Höhenkultuö und besonders verehrt werden bewaldete Vorberge eines größeren Gebirgsstockes, auf denen glllckspendete Feen Hausen sollen. Diese als heilig betrachteten Berge dürfen auf keine Art verunreinigt werden, wenn nicht der Uebelthäter in unheilvolle Krankheit verfallen will. Recht merkwürdig ist es, daß die Zigeuner sich ihre Todten auf unnahbaren Bergspitzen hausend vorstellen, von denen sie zeitweise in die Thäler hinabgelangen, um sich nach Menschenart zu erfreuen. Die politische Verfassung der Zigeuner ist absolut monarchisch; doch hat jetzt jede größere Nomadengemeinschaft einen besonderen Hauptmann mit unumschränkter Gewalt über Leben und Tod. Freilich steht diese in civilisirten Staaten nur auf dem Papiere; doch geschieht bei der Verschwiegenheit des Stammes manches, was ein modernes Rechtsgefühl verletzen müßte. Der Hauptmann hat die staatliche Pflicht, als Standesbeamter seiner Untergebenen zu fungiren und jeden Geburtswie Sterbefall genau zu verzeichnen; auch Ehen pflegen vor dem Hauptmann kurz und bündig geschlossen zu werden. Der Hauptmann pflegt von den Männern der Gemeinschaft erwählt zu werden und bleibt in seinem Amte lebenslänglich. Das Vegräbniß eines Hauptlings pflegt unter erschütternden Klagen vor sich zu gehen, und man feuert über sein Grab die Pistolen und Flinten ab. Viel Geld hinterläßt ein Zigenner niemals, doch besitzt sein Stamm ein geregeltes Erbrecht. Die Beschäftigung des Zigeuners ist bekannt, gleichwie das wundervoll aus gebildete musikalische Gefühl dieses Naturvölkchens. Sein Fidelbogen entlockt dem oft recht altersschwachen Insirumente herrliche Töne, und die Zauoerwelt, welche sein phantastisches Gemüth erfüllt, läßt die Musik auch vor dem entzückten Hörer auftauchen. ya 0lü4r best Ssftlxcs. Bummler: Meine einzige Freud' sind meine Schulden! ...Hätt' ich die nicht, so hätt' ich gar nichts!" Gffcn. . Sie wohnen ja recht hübsch hier auf dem Lande, aber etwas langweilig wird es fein." Doch nicht; wir haben ja nicht immer Besuch!" Senfzer. Ich kann sagen, daß ich ordentlich verheirathet bin; ich wollte mich jetzt von meiner Alten scheiden lassen.'., fünf Advokaten waren nicht imstande, wich von ihr loszubringen!"

Halb Nuten (PlnS 25 Eeutö) ..zur.. . Jndiana Btam Fair.. Indianapolis und zurück bia

10 4 s Fahrkaren werden' von . blS 15. Septbr. verkauft; Rctourfahrt beschrankt auf 18. Septbr. Für alle Einzelnheiten wende man sich an die Big Four Ticket Agenten oder schreibe an Warren j. Lynch, Gen. Pass. Ticket Agent, Stnctnnati. Cio. oder an H. M. Bronfon.T.P. ., Jndpl. GREAT CENTRAL ...Ercursionen. . 81.50 ...Rundfahrt.. .'91.50 81.25 Hamilton, St.00 Rufhville und Connersville. Sonntag, 17. September. Zwei Epezialzüge fahre um 6.30 uud 7 Nr Marge ad. tourfahrt von ktncinnati um 6.30 Uhr Abend,. igfoirtouie New York Central Linien. ..Excursionen.. Sonntag, 17. September. Latvrcnccburg, Aurora und Zvischengatkonen. Rundfahrt $1,00 oder weniger ' Spezialzüge verlassen Indianapolis um 7.00 Uhr Morgens; Retourfahrt von Au rora um 7.00 Uhr Abends. Züge ersten Ranges Schnelle Zeit! Zu bequemen Stunden ! 14 12 6 6 Züge zwischen Indianapolis und Cincinnati. Züge zwischen JndianapoUS und Dayton. Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detroit. Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. 4 Züge zwischen Indianapolis und Springsield, Illinois. Parlor Waggon an aSen Tage, und Schlaf waggon? an allen Nacht-Zögen. Indianapolis Office : Union Bahnhof und 8 Nord JllinoiZ?St. R. P. Algeo, D. P. A. Husten der Schweine. Der Husten ist bei allen Thieren nicht eine 'Krankheit, sondern die Folge einer inneren Krankheit. In den meisten Fällen ist Erkältung die Ursache. Die Schweine müssen in einem trockenen, warmen Stalle gehalten werden. 'Das Futter ist ihnen warm zu geben und hat aus abgerahmter Milch, in welcher Gerste, Kleie oder Haferschrot eingeweicht ist, zu bestehen. Das Wasser darf nicht kalt sein, sondern soll 24 Stunden vorher in der Küche gestanden haben. Innerlich gibt man BrechWeinstein, mit Mehl und Wasser zu einem Brei angerührt. Man streicht diesen mit einem Stückchen Holz dem Thiere auf die Zunge. Für je zwei Schweine genügt eine kleine Messerspitze voll. Nach einer halben Stunde wiederholt man die Dosis, wenn die erste nicht genügend war. War die Erkältung eine sehr starke, so ist es letcht möglich, daß der Husten längere Zeit andauert. Reisefieber der Kühe. Trächtige Kühe bekommen das Reisefieber. wenn sie nach Grünfütterung oder Weidegang einen längeren Eisenbahntransport durchmachen müssen. Da diese Krankheit in den meisten Fallen zum Tode führt, ist große Vorsicht geboten. Man verhütet sie durch Aufstellen und Trockenflltterung, womit mindestens zwei Tage vor dem Transdort begonnen werden muß. Kommen die Thiere am Bestimmungsorte an, dann brmge man sie in einen ruhigm und kühlen Stall und füttere mit Heu. Da eine Heilung des Reisefiebers meist ausaescklossen ist. denn ein Heilmittel !ennt man bis jetzt noch nicht, t es aü stets emvfeblenöwertb. Noth'chlachtuna vorzunehmen. DaS Fleisch to iedock den Beiaescbmack. welcben gehetztes W:ld hat. Der Bahn-Assistent Stulliuß in Spremberg, dem die Schuld an dem Eisenbahnunglück - bngemessen wird, ist verhaftet worden. . A ' W IT

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