Indiana Tribüne, Volume 29, Number 17, Indianapolis, Marion County, 12 September 1905 — Page 7
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frA H 'I' M 4 4 m 4.4. - - Wir 4 Jh8 z. n AA j (Fortsetzung.) Na, anz und gar spurlos sollten die dreihunderttausend Mark Erbschaft nicht an ihm vorübergehen! Und milder, edler Vorsätze voll tritt Frau Mathilde bei ihrem Sohne ein und steht zunächst sprachlos. ' Junge Mensch, wie hältst Tu das hier aus, frage ich Dich!" kommt es endlich von ihren Lippen, als sie das durstige Zimmer gemustert hat. 0, ich danke, ich bin zufrieden, Mama. Aber daß Du Dich zu mir heraufkemüht hast, das das ist " Er sagt es nicht, was das ist, er ringt nur verlegen die langen Hände, daß sie knacken, und tänzelt merkwürdig unruhevoll von einem Vein auf das andere, lind zuweilen wirft er einen Blick nach d:m Fenster. Frau Mathilde sieht das nicht. Sie hat zu viel anderes zu besichtigen. Die zwei wackligen Stuhle, das eingesessene Sofa, den Tisch davor, und dann das Bett, dieses hohnvolle Eisengestell, das sich für ein Bett auszugeben wagt. Himmlischer Vater! Und da schlief ihr Einziger drin! Wilibald, das Gutentagsagen und auch sonst noch allerlei ist mir in der Kehle stecken geblieben vor Schreck über diese Behausung! Wie konntest Du hier denn blos " .Aber wirklich. Mama," beeilt sich der Jüngling das mütterliche Wort zu kürzen, .wirklich, ich habe hier alles, was ich brauche. Und Du glaubst nicht, wie stimmungsvoll, wie beschwingend geradezu dieser liebe gemüthliche, altvaterische Hausrath um mich herum auf meine Phantasie wirkt." Mit einem sonderbaren Blicke sieht die Doktorin den Sohn an. Phantasie! Wozu brauchst Du denn die?" Wilibald. wird roth und reißt mit großartiger Bewegung seinen Tisch vom Sofa hinweg. Ach, doch lieber -später von dem allen, liebe Mama! Jetzt lasse Dich doch nur erst einmal nieder in meinem kleinen Reiche!" Beflissen will er ihr den Hut vom Kopfe nehmen, doch sie wehrt den unverständigen Manneshänden. .Nicht doch! Meine Reiherfeder!" Setzen will sie sich auch nicht. Sie ist viel zu aufgeregt dazu. Was hat sie dem Wilibald alles zu sagen: Erbfchafi Reise nach Meran daß t: heimkehren darf, wenn er Ja, hier lag der Hase im Pfeffer. Die Geschichte mit dem Miezelchen, diesem niederträchtigen Rothkopf! Dabei peinigt Frau Mathilde unausgesetzt wie ein hypnotisches Zwangsgefühl die Frage, worin wohl für den Wilibald der R??z seiner sonderbaren Kemenate bestehen möge. Am Ende hat er besonders schöne Aussicht, erklärt sie sich schließlich und will an's Fenster treten. Doch da springt Wilibald mit der Geschwindigkeit eines Wiesels vor sie hin. Auf die Kommode deutet er: Sieh doch, Mama, dieses schöne alte Stück!" Wieder blickt die Mutter auf ihren Sohn mit großen Augen und dann auf das gepriesene Möbelstück, eine Kommode allergewöhnlichsten Schlages, mit liederlichen Schließverhältnissen. Na, da brauchen sie wenigstens keinen Dietrich, wenn sie Dir über Deine Taschentücher gehen wollen. Zeig doch mal her, wieviel Du überhaupt noch hast von Deiner schönen, theurer, E2iLfcf," Und die Doktorin macht Miene. Hand an eine der Schubladen zu legen, als der Jüngling erbleichend seine Rechte auf die mütterliche preßt. Es ist alles da. Mama alles in Ordnung." Haha!" macht Frau Mathilde mit schnobernden Nüstern. Jungelchen, hier stimmt was nicht!" Ein energischer Ruck, die geheimnißvolle Schublade fliegt auf. Wilibald, Du Nagel zu meinem Sarge, ich frage Dich, was soll das da bedeuten?" Worauf ihr fassungsloses Auge starrt, ist eine gehäufte Lade voll getrockneten Grünzeugs mit zwei mächtigen, beschleiften Todtenkränzen obenauf. Inhaltsschwere Pause. Dann tritt Wilibald entichlossen an die Schub lade, blickt hinein wie in eine Gruft und sagt wehmüthiglich: Ein Freund. Mama, ein treuer Freund , starb mir und" Und da hast Tu ihn wohl in Deiner Kommode legrabeni" ' Die hohnvolle Frage verkündet, daß sich der mütterliche Schrecken über den Schuöladenfriedhof in bedenklicher Weise zu legen beginnt. Die Hände aber, die jetzt in des Sohnes Heiligjhum wühlen, scheuen vor keiner Grab schändung mehr zurück. Heraus mit dem Heu aus der Kommode! Junge, verlorener, ich frage Dich " . Nein, die Mutter Wilibalds fragt zunächst nicht. In jede? Hand einen Kranz, steht sie und betrachtet abwechselnd den m der Linken, dann den in
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,, 4 . A -f. w jjfti w - 4-4 Roman von STjcdnuifl (BvlUxQdimcdicbicv !: 4.4 .v. ;- : H der Rechten. Von beiden wallen lange Atlasschleifen herab, die eine schwarz, die andere roth. Auf der einen prangt in goldenen Lettern: Ruhe sanft!" auf der anderen: Auf Wiedersehen!" Und zum zweiten Male verschwinden die erbarmungslosen Hände in der Kommode Tiefe. Das raschelt und knistert wie Herbstessturm im dürren Laube! Schicksalsergeben sinkt Wilibalds Haupt auf die Brust herab. Was hatte es für einen Zweck, sich gegen des Lebens Tücke aufzulehnen. Nur als ihm so eines nach dem anderen der unzähligen Rosen-, Maiglöckchen-, Resedenund Nelkensträußchen, um die er gehungert, gedarbt und wiederum doch Verbannung und Hundstage gesegnet hatte, vor die Füße geschleudert wird, hebt er beschwörend beide Hände. Mama, ich bitte Dich, Du weißt doch, welch ein Blumenfreund ich immer gewesen bin!" Jawohl, das weiß ich. mein Sohn!" sagt eigenartig freundlich die Doktorin, wischt sich die glühende Stirn und eilt an's Fenster, dasselbe aufzureißen. Wilibald ist lautlos auf einen seiner zwei Stühle gesunken. Vor Frau Mathilde aber hat sie sich jählings aufgethan die schöne Aussicht ihres Sohnes. Sie ist ganz geblendet von der Pracht derselben, von der blitzblanken Helligkeit jener zwei mächtigen Spiegelscheiben dort drunten, über denen es in goldenen Buchstaben fllmmert: Christian Dankwart. BlumenHandlung." Darum also darum dies Dachkämmerchenidvll! Hat natürlich das gleich beim Wohnungsbesichtigen entdeckt, der Bengel oder hat's schon vorher mit dem Rothkopf abgekartet gehabt, hat dann seinen arglosen Vater übertölpelt und hier droben gemiethet, damit er denen da drüben in die Spiegelscheiben gucken konnte. Und sechs Wochen lang hat er da hineingeguckt, Blumen. Sträuße, Kränze hat er gekauft da drüben, nur. um nach dem Rothkopf zu spioniren. Na, die Gartnerqesellschast hatte wenigstens ein gutes Geschäft gemacht mit diesem diesem Blumenfreund! Und ein Blick trifft Wilibald. der ihn centimeterweise vernichtet. Schwelgend duldet ihn der Jung' ling. Er weiß, daß des Lebens Leid und Freud' vergänglich ist, und daß auch diese Stunde vorübergehen wird, wie die glückseligsten vorübergingen. Jene, in denen zwischen rothleuchtenden Rosen rothgoldene Locken und roth braune Augen auftauchten, hinaufirrten zu eines Hausts viertem Stock, andere. in denen eine Ladenthur klingelte. eine süße Stimme fragte: Sie wünschen, Herr Föhrenbach?" und er dann wünschte wünschte trotz seiner knurrenden Eingeweide, die seiner Wünsche Erfüllung erhungern mußten. Ein Sträußchen, Fräulein Mieze" Rosen, Fräulein Mieze, Rosen, so roth wie " und endlich, da die rothbraunen Augen Mißtrauen ob so vieler Sträußchenkäufe ausdrückten, einen Todtcnkranz, Fräulein Mieze, für zu Grabe getragene Hoffnungen!" Da hatten die rothen Lippen und die rothbraunen Auaen am süßesten gelächelt. Und WNibald hatte Todtenkränze gekauft. Wie da. Miezelchen in die Stadt kam? Je nun fürsorgliche elterliche Vorsehung hatte sie aus dem gefährlichen Lindenstedt verbannt wie ihrtn Partner. Das Schicksal ake? hatte solcher Klugheit lachend in's H..d.rer! gepfuscht, bis nun, bis zu diesem Stunde, wo Frau Mathilde ihrem Sohn gegenübersteht. Wilibald, das sage ich Dir: waö ich von Dir zu halten habe, das weiß ich jetzt! Fragen brauche ich nicht mehr. Ich durchschaue Dich. Gir.tz aber will ich Dir klar machen: hie? ziehst Du noch heute aus, und obwch'. jetzt die Ferien anfangen, kommst Du mir nicht nach Hause, nicht ere:, als bis Du Dein Examen gemacht hast. Daß die Person da drüben" ei::: Schleuderbewegung gegen das Fenster hin Dir nicht wieder unter die Augen kommt, dafür laß mich nur sorgen, mein Sohn! Und weil ich r.'.or.en schon gerädert auf irgend einer Eisen bahnschiene liegen kann, will ich noch heute dafür sorgen." Da erhob sich Wilibald. Das mit der Eisenbahnschiene und d?m Rädern hat er zwar nicht recht verstanden, aber was seine Mutter sonst geredet, hat zu seinem Muth gesprochen: Erwache! Sag's tyx, sag's allen, daß Du kein dummer Junge bist, aber daß sie Dich dazu machen! Daß sie Dich aus Eitelkeit auf eine Vayn zwingen, die w'cht die Deine ist, daß sie Leistungen vo Dir verlangen, zu denen Dir die Natur keine Gaben beschicken, daß sie Dein Herz vergewaltigen wollen und doch nichts anderes erreichen, als daß sich die Kindesliebe in Dir gegen den Miß brauch elterlicher Autorität auflehnt. Sag das alles, schrei es ihr zu Tei ner Mutter! Sie, die keinen Sohn zu erziehen. gewußt, die ein Muttersöhn-
chen aus ihm gemacht und sich nun verwundert, daß solches sich erschleicht, : was andere sich mit Manneskraft erzwingen. Sag ihr .das alles, sag's ihr! Aber es ist nur der geringste Bruchtheil davon, was er endlich unsicher, mit gesenkten Augen hervorstößt: Sei nicht ungerecht, Mama, wenigstens nicht gegen sie. Ein Zufall ich gebe Dir mein Wort, alles ist Zufall! Sie wußte nichts von meinem Hiersein ich wußte nichts von dem ihren. Und daß ich sie liebe " Was? Du wagst selbst mir gegenüber" Zu sagen, daß ich sie liebe.. Ja. Mama, das wag' ich! Und wenn ich ihr gut genug bin, hoffe ich, sie auch zu heirathen. denn ebenso lcslimmt wie ich fühle, daß ich nie mein Examen bestehe, glaube ich. daß ich ein tüchtiger Gärtner würde." Als er es gesagt hat. weiß er selber kaum, wie ihm diese Worte über die Lippen kamen. Frau Mathilde aber erwiderte mit eiserner Ruhe: Meinetwegen werde Droschkenkutscher! Vorläufig packst Du Deine Sachen und suchst Dir bis heute Abend eine andere Wohnung. Das übrige ist meine Sache! Morgen früh fahre ich nach Meran warum, braucht Dich nicht zu interessiren. Wenn Du Deine Mutter aber nicht wiedersehen solltest, dann denke Dir Dein Theil von unserer Abschiedsstunde." An dem starr und staunend dastehenden Sohn vorüber eilt die erzürnte Mutter hin zur Thür, kehrt aber plötzlich um. tritt an den Tisch, wo der Ruhesanftkranz liegt, reißt mit wüthendem Griff die Schleife herunter und birgt sie in der Tasche. Seine sechs Mark hatte der Kranz mindestens gekostet, da sollte wenigstens die funkelnagelneue Schleife nicht zwecklos umkommen. Und wenn ihr auch die selige Wittwe Morand im Leben fern gestanden, im Tode konnte man sie am Ende nicht genug ehren. Um Wilibald aber tanzten die GedankenRinqelrcihen: Meran Trauerschleife Abschiedsstunde. . Da klappt schon die Thür, und seine Mutter ist verschwunden. Er will ihr nachstürzen, sinkt jedoch muth- und hoffnungslos auf fein ausgesessenes Sofa. W.?zu? Es kam ja doch nur, wie es kommen sollte. Aber traurig war das alles, unsagbar traurig! Und plötzlich streckt er das bleiche Angesicht in 'seine Hände und schluchzt herzbrechend wie ein ganz kleiner Junge. Keiner hört ihn. keinen hat er, der ihn versteht! Er ist ganz allein auf der weiten Welt. Nicht einmal ob das Miezelchen ihn wirklich liebt, weiß er. Indessen hat drüben bei Danlwarts
die Ladcnthür geklingelt, und Frau Doktor Föhrenbach ist . alsbald mit einem lustigen kleinen, rothgoldenen Mädel im Ladcnstübchen nebenan verfchwunden, wo keiner horte und keiner sah, um welches Pflänzlcin sie dahinten :n stiller Einsamkeit miteinander verbandelten. Und lange ist sie drinnen geblieben. die gestrenqe Frau Doktorin. Dann ist sie endlich wieder gegangen stolz und sieghaft. Im Ladcnstübchen aber sitzt das Miezelchen, hat die Arme auf den Tisch gelegt, das Kopschen hinein, und mauzt es wie der Wilibald: schluchzt, als wäre sie ein kleines Mädchen. Eine andere hätte er lieb, hat seine Mutier gesagt, eme ganz andere, und well er sich an diese andere nicht recht herantraue, probire er das Schwerenöthern an ihr. dem Miezelchen, weil das gar so dumm wäre. Aber sie solle sich das Nicht gefallen lassen, und wenn der Wilibald mal wieder sein Portemonnaie erleichtern und bei Dankwartö Sträuße kaufen wolle für die andere natürlich dann solle sie ihm nur tüchtig heimleuchten! Und nie wiedsr ansehen .solle sie ihn. das solle sie ihr. seiner cutter. versprechen. Und heim nach Lindenstedt zurückkehren solle sie lieber, anstatt hier jungen Taugenichtsen zum Scharmuziren und Schwerenöthern gut' genug zu sein. Ach. sie weiß ja selber nicht mehr. was die Frau Doktor alles gesagt, nur daß sie unglücklich ist, sterbensunglücklich und nie wieder in der Stadt mit verkaufen hilft, das weiß sie. Und daß sie niemalö heirathet. das weiß sie auch. Diese schlechten, falschen Männer! . . . Probirt hat er's also nur an ihr das Blickewerfen, Seufzen, Versemachen, nur probirt am Miezelchen, weil das noch gar so dumm ist! Ach. und die rothbraunen Aeuglein weinen, weinen, wie sie in ihren siebzehn Lenzen noch nicht geweint. Erst spät am Abend kehrt Frau Mathilde pakctbeladen heim. Sie ist mit sich zufrieden. Zumal sie dem Wilibald noch in aller Eile ein ihr zusagendes Stübchen gemiethet, ihn alsdann abgeholt, ihit persönlich in sein neues Heim geführt und endlich auch noch Abschied von ihm genommen hatte, wie sich's zwischen Mutter und Sobn gehört, wenn anderen Tags die Mutier ihr Leben der Eisenbahn anvertraut. Wie ein Lamm war er gewesen, der alte, dumme, gute Junge und ganz verschwollene Augen hatte er, gehabt, der lange Esel! Um solch ein rothhaariges Balz! Nun. wenigstens für die' ersten vier Wochen sah das Miezelchen den Wilibald nicht wieder an, dafür hatte treue Mutterliebe gesorgt! - Die Frau Doktor beantwortet denn auch Vater Föhren(achs Fräste nach
dem Cobn nur flücktia dabinzebend'-
daß er umziehen werde, freiwillia noch in der Stadt bleiben wolle, und daß er sich wohl befände. Auen anderen Interessen voran steht ie';; wieder die große, gcfab:licre, endlo'e Reise. ßiane. ick saae Dir. bis in die Nacht hinein haben wir zu arbeiten, wenn wir mcraen nicht den Zua verpassen sollen!" So arbeiten wir eben. Tantchen." spricht Liane'ibr Trost m. 55Ä weis? I zwar nicht was, denn die Koffer sind gepackt, aber wenn Du meinst " Uno sie arbeiteten, versicherten das Haus "gegen Diebes- und Feuergefahr. inlpizinen Dachdoden und Keller, sorgten für des Hausherrn Wobl. kis Frau Mathilde selber stöhnt: ...Ich kann nicht mehr! Wenn was Passiren sollte ich habe meine Schuldigkeit gethan!" Als Palmer cm nächsten Moraen angefahren kommt, um die Damen zur Bahn zu bringen, trifft er Frau Mathilde und Liane reisefertig, Vater Föhrenbach aber mit Plaids und Schachteln beladen, daß er schier unter der Last zusammenbricht. Liane in ihrem schwanen Kleid, mit den schimmernden Auoen. dem ?.ärtlichen Lächeln siebt selten reizvoll aus. Das entgeht Palmers Augen nicht. )Vdar.:x Druckt er ihr die Hand. Reden können sie wenia. miteinander, bre Fürsorge gilt Frau Mathilde, die mit iyren oranunaen und ihrem Abschiedsschmcrz alle beschäftigt, bis der Eilzua in die Bahnhofshalle einläuft. und der Schaffner zum Einsteigen ruft. Ter Zug fetzt sich in Bewegung. Aufgeregt im höchsten Grade fährt die Doktorin in die Tasche, um ihr Taschentuch zu ziehen und schwingt eine lange schwarze Atlasschleife, daraus es in goldenen Lettern leuchtet: Ruhe sanft!" Doktor ??öhrenbach und Valmer sehen einander verdutzt an, lachen schließlich und scowenken ihre Tucher. Liane hat die SÄwaratlassene ergriffen, zusammengerollt und auf den eik gelegt. Die Doktorin aber sinkt in die Volsier und stöhnt: Wenn das kein schlechtes Omen ist, will ich nicht Matylioe heißen! 1?. Kapitel. a wären wir denn also wirk, lich mit ganzen Gliedern angekommen! Ich bin wie gerädert." Frau Mathilde hatte es geächzt und sich in einen Ses sel hineinfallen lassen, als sie nach einer ihr schier endlos dünkenden Reise Meran erreicht und im Hotel abge,he-. gen waren. Eine Sekunde später hatte sie sich schon wieder mit viel Beweglichkeit erhoben, war hin an's offene Fenster geeilt, hatte sich weit hinausgcbeugt, mit demselben allumfassenden Interesse, das ihr während der langen Fahrt nicht einen Augenblick ermattet war. einen ersten, landschaftlichen Ueberblick genommen, hatte diesen ersten Eindruck mit einem Achselzucken dahin formnlirt: Na ja. aber Lindenstedt ist grüner," und hatte dann gefragt: Nun. Liane, was machen wir denn nun?" Auf den Friedhof möcht' ich, Tantchen, sobald Du Dich ein wenig erholt hast." Frau Mathilde band sofort an ihrem Hut die Schleife wieder fest. Auf den Friedhof natürlich! Und auf dem Weg dahin können wir wohl noch ein paar schöne Kränze kaufen." Liane war still, wie sie gegen das Ende der Reise immer stiller geworden war. und still gesenkten Hauptes schritt sie dann neben Frau Mathilde durch die Reihen der stillen Schläfer. Bald standen sie vor dem frischaeicyuttelen Hügel, zu dem der rieoHofwächter sie geleitet hatte. Liane legte ihren blühenden Kranz nieder und Frau Mathilde ihren grünen, der auf breiter schwarzer Schleife d:n goldenen Wunsch trug: Ruhe sanft." Die Doktorin faltete die Hände und ein paar Thränen liefen ihr ganz sacht zu beiden Seiten über das Gesicht hinab. Halb galten die wehmuthsvollen Zähren dem erschütternden Gedanken, daß alle einmal sterben müssen. halb leuchtete von dem Ruhe sanft" ihr eine Erinnerung auf, um jbie eine Mutter wohl auch guten Grund zum' Weinen und Wehllagen hatte. Liane war auf die Kniee niedergefunken. Sie betete still ein Gebet, das wie ein Opferfeuer emporstieg aus ihres Herzens dankesheißer Tiefe. Blaß und ruhig erhob sie sich wieder. Ihre Hände strichen sanft und leise über die Erde des Hügels dahin, als glätte sie einem Rulenden das Deckbett, das er über sich gebreitet. Frau Mathilde blickte heimlich nach ihr hin. Wie war sie so ganz anders, als andere! Keine Tbräncn aber die Doktorin fühlte wohl, das war kein geringerer Schmerz. Tann nahmen sie ihren Weg zu dem Sanatorium, in welchem die Tan!e Morand acslörben war. Es war eine kleine Privatanstalt im Hause eine Arztes, der nicht wie viele andere große Etablissements sein Haus wahrend des Sommers völlig schloß. Liane, welche die Verstorbene hierher begleitet hatte und noch ein paar Wochen bei ihr verblieben war. bevor sie nach Lindenstedt reiste, wurde von dem Arzte und sei ner Gattin voll Herzlichkeit begrüßt. Desgleichen als Frau Kollega die Doktorin. Sonderliches zu erzählen wußte das
ärztliche Ehepaar nicht von Frau Morands letzten Tagen und Wochen. Ob-
wohl ihr Ende seit Längerem vorauszusehen gewesen sei. hake doch die Gleichmäßigkeit ihres Zustandes, sowie die That,ache, daß sie nie klagte und überhaupt stets nur das Unumgänglichste sprach, bis wenige Tage vor ihrem Sterben darüber hinweggetäuscht, daß der Tod ihr schon so nahe stand. Als sie selber fühlte, daß ihre Stunden gezählt feien, habe sie ihre letzten Verfügungen getroffen, die dahin gingen, daß sie das bestimmte Berlangen aussprach. es möge Niemand von ihrem nahen Ende in Kenntniß gesetzt werden, ebenso sollte nach ihrem Tode nicht telegraphisch, sondern nur brieflich Nachricht an Liane Halton ergehen und zwar von dem durch sie ernannten gerichtlichen Sachverwalter. Ebenso habe sie betreffs des Begrabnisses alle Anordnungen getroffen gehabt. Das Testament selbst sei wohl schon vor Jahren abgefaßt und von einem auswärtigen an das Meraner Gericht überwiesen worden. Die letzten Augenblicke der Verstorbenen seien ruhig und friedlich gewesen, die vorangehenden Tage indessen trotz ,der großen Schwäche seltsam unruhvoll und erregt. Sie habe öfter geschrieben, doch nie in Anwesenheit der Pflegerin, habe auch die Schreibkassette stets angstlich verschlossen gehalten. Dieselbe befinde stch nebst der Verstorbenen sonstiger Habe in dem Zimmer, das sofort nach eingetretenem Tode und Entfernung der Leiche unter Gerichtssiegel gelegt worden fei. Ueber alles weitere werde Liane durch den Sachverwalter Aufklärung erhalten. Nun gehen die Scherereien los," dachte Frau Mathilde. Aber es ging ab ohne die mindesten Scherereien. Das Testament war klipp und klar, die dreihunderttausend Mark lagen da in sicheren Staatspavieren, nichts fehlte weiter, als die Berechnung der Erbschaftssteuer, und die wurde a wohl nicht auf sich warten lassen. Dessen war Frau Mathilde sonder Zweifel. Von dem Sterbezimmer waren die gerichtlichen Siegel gelöst. Liane konnte eintreten in den Raum, der noch der Todten Spur und Wesen trug. Verzeih, Tantchen, aber ich mochte die erste Stunde allein hier verleben," bat Liane. Frau Mathilde meinte zwar sehr gefllhlvoll: Wenn Dich das nur nicht zu sehr angreift, Lianchen." dachte aber Nicht daran, ihre Gegenwart der Nichte aufdrängen zu wollen. Sie begleitete dieselbe ein Stückchen Wegs bis nach Qbermais, wo das Sanatorium war. spazirte dann eine Weile an der Passer entlang, setzte sich da auf eine Bank, siumrte den Fuhrer durch Meran und Umgegend, den sie sich im Hotel geborgt hatte, stand kurz entschlossen wieder auf, ging über die Promenade zu dem Platz hinüber, wö ein paar Droschken hielten, parlamentirte ein kurzes Weilchen mit einem der Rosselenkcr, stieg dann majestätisch hinein in das leichte Gefährt, lehnte sich voll großartiger Nonchalance gegen das Polster zurück und fuhr im lachenden Sonnenschein mutterseelenallein hinüber nach Terlan. Das war doch wohl das mindeste, was sie sich als Tante von dreihunderttausend Mark gestatten konnte! Liane aber hatte mit leiser Hand eine Thür geöffnet und wieder hinter sich geschlossen und stand drinnen in dem Zimmer, in dem ein einsamer, liebearmer Mensch seine letzten Tage gelebt und einsam und ohne Liebe gestorben war. Dort stand noch das Lager, von dem sie die Todte hinausgetragen hatien. (Fortsetzung folgt.) .J Aorsnilag. Gemeindcdiener: Schon wieder ham mer die beiden Sommerfrischlcr beim Angeln erwischt; na, was die diesen Sommer schon für Strafen 'zahlt haben; mehr wie sechs Bauern Steuern!" A m t m a n n : Ja. im Gemeinderath werde ich's 'mal zur Sprache bringen; die .müssen zu Ehrenbürgern ernannt werden!" Schnittlauch gedeiht nur zari und schön in leichtem Boden, an einer Stelle, die von den heißen Sonnenstrahlen der Mittagssonne in den Sommermonaten nicht getroffen wird. Man düngt ihn nur mit älterem Ofenruß, doch nur bei nasser Witterung, auch Seifenwasser. Kaffeesatz u. s. w. kann verwendet werden. Um Schnittlauch immer zart zu erhalten, schneidet man ihn dicht über der Erde ab, wenn er fingerhoch ist, bedeckt ihn mit leichter Erde und begießt ihn bei trüber Wikterunq und auch, Abends. Eine neuartige VerWendung finden gegenwärtig in Sydney, Australien, außer Dienst gestellte Straßenbahnwagen. Reiche Damen lassen solche Wagen grün und weiß anstreichen, schmücken deren Inneres mit Blumen und Topfpflanzen aus. um sie dann als Afternoon tea rooms" zu verwenden. Bibliotheken besitzt der Staat New York allein 924 mit insgesammt 9.079.863 Bänden; Massachusetts hat 624 Bibliotheken mit 7.616.934 Bänden; Pensylvamen 491 Bibliotheken mit . 4.580.312 Bänden. Diese drei Staaten eignen etwa 30 Prozent der Bibliotheken und 40 Prozent der Eesammtzähl der Bände der zanzen Ver. Staaten. , . .
Seuer Signale.
!ykmchlv Startet t Sngltft'i 0r$aul I Sastund?:' ZZort 5 Sloble und Vichigan N. Jlq u. 2taft 9 Pine und NorH 0 Market und Pine A Xknnont nahe Eaft 'S Slz. S Cpritzenhau Maff.nahe N"bl j3 Txuttvan und Walnut il A.Jersk?u Central 2. 16 Mast, und Lornell rv it sh m d 11. Straße t? Park Se und 12 Etr .6 Columbia und Hsid i9 Highlsnd Svu.Pratt il JllinoiS und Et. Jo Pennsyiv. und Pratt U Meridian und 11. Str 15 5k.5SpriychauS lk. aaye Jllino Senate Lveu.StTIair n JUinoit undZüichiga Pktsyivania und 14. Senate Ave. und 13, U No. l Cpritzenhau JnoIvenaheRichiga Meridian und ainut -A California u Vermont Blak und New Fort Ind. Zlv. u. 5t air VT Sity Hospital Llak und North Michigan und Tgne No. 6 Epridnchau ' Washington nahe West ? sendorf u ZOaff. Missouri u New DorZ Meridian u Wasy a Jllinoi und Ohio 3 Capitol o. ii Wash mgan'L Porkhaui d Straßenbahn Ställe 23. WashingtonCtt fc No.io Coritzenbau Illinois u Verrill JllinoiS u Louisian, 3 WcS und Eouth H und VlcEartp A Senat Zlve. u Henry ?! 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