Indiana Tribüne, Volume 29, Number 15, Indianapolis, Marion County, 9 September 1905 — Page 5

Jndiana Tribüne, 9 September 1905

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Sergeant Twiclen. Humoristische Ekiz'e von Max Pollaczek. Der Herr Polizeisenator des kleinem Ceestädtchens war ärgerlich und schob ein großes amtliches Schreiben iou sich. Es ist diesseits für gut üesundcn worden" ... Diesseits, natürlich, die glauben dort in der Hauptstadt alle Weisheit mitLöffeln gegessen zu haben, als wenn wir nicht auch unsere tuchti gen Kräfte hätten." Er klingelte, und ein Amtsdiener trat ein. Sergeant Twielen soll kommen.Sehr wohl, Herr Senator." Kaum zwei Minuten verstrichen, und der Gerufene meldete sich. Ja, Twielen, das ist wieder eine ärgerliche Geschichte. Sie wissen, daß aus 3E. ein Bankkassirer ausgerückt ist und daß man glaubt, er werde sich nicht in einer der großen Hafenstädte, sondern in einem kleinen, h's'chstwahrscheinlich bei uns einschiffen."

Jawohl, Herr Senator, und ich digiliere auch schon auf den Kerl." Das ist recht, und ich bin über zeugt, das',. Sie ihn auch kriegen, wenn er kommt; da schickt mir aber das Ministerium einen Brief, in dem es heißt: Mit Rücksicht auf die Unzulänglichkeit der dortigen . . . ach so . . . ist diesseits für gut befunden worden, einen der hiesigen Kriminalbeamten, Inspektor Müller, nach dort zu entsenden. der die Nachforschungen leiten soll. Sie werden angewiesen ... na, u. s. w." Twielen kratzte sich hinter den Ohren. Ja, da ist wohl nichts weiter dabei zu thun. Herr Senator." Der Würdenträger schlug mit der fernst auf den Tisch. Doch ist etwas dabei zu thun, wenn Sie sich zusammennehmen. Wir wollen den Herren schon zeigen, daß wir ebenso gescheit sind wie die Berliner. Hören Sie mal zu. Da der Inspektor herkommt, sind Sie ja überflüssig, ich kann Ihnen also mit ruhigem Gewissen Urlaub ertheilen in Familienangelegenheiten . . . Aber ich habe ja gar keine Familie, Herr Senator!" Stille, begreifen Sie doch, das ist nur ein Vorwand , Sie benutzen diesen Urlaub aber um so eifriger um auf den Lumpen, den Kassirer, zu fahnden, und der Herr Inspektor, der kann ja sehen, wie er ohne Sie zurechtkommt. Verstanden?" Jawohl, Herr Senator, das wollen wir schon machen." Damit war dieses Zwiegespräch erledigt. Am nächsten Morgen früh saß Twielen in der Tracht eines Fischers im Wartesaal 3. Klasse des BahnHofes, trank einen lütten Korn und wartete auf den Zug. Er kalkulirte ganz richtig. siarn der Verfolgte, dann kam er am ehesten mit diesem Zuge, denn dann hatte er drei Stunden später Anschluß-an Un Touristendampfer, der täglich einmal nachDänemark. hinüberfuhr. Nun wurde das Zeichen gegeben, in zwei Minuten mußte der Zug einlaufen. Schnell studirte der eifrige Beamte noch einmal den Steckbrief. Ja, aus dem war allerdings verteufelt wenig herauszuholen.- Statur mittel, Augen blau, Haar blond, Nase und Mund gewöhnlich, sicheres Auftreten und Sprache deutsch, französisch, englisch. Auf die Beschrcibnug der Kleidung war natürlich gar nichts zu geben,denn er hatte sie sicher gewechselt. Wenn man 100,000 Mark auf die Reise mitnimmt, langt es schon zu einer Equipirung. Aber Twielen war gar nicht bange, ihm hatte Gott und der Magistrat sein Amt gegeben und damit auch den Verstand und den polizeilichen Scharfsinn. Er steckte das Papier ein, schmiß den Rest im Glase hinunter, wischte sich den Mund und trat auf den Perron, denn der Zug fuhr eben ein. Es waren verhältnißmäßig viele Reisende, die ihn verließen, und er musterte alle. Meistens waren es kleine Leuje aus der Umgegend; solche. die eine längere Tour hinter sich hat ten, waren nur vier oder fünf. Von diesen schieden gleich einige aus, denn auf die paßte die Beschreibung gar nicht, sie waren nicht blond sondern schwarz und augenscheinlich nicht durchgegangene Bankkassirer, sondern ehrenwerthe Geschäftsreisende. Aber zwei blieben, die verdächtig waren. Zwei elegant angezogene Herren mit sehr geringem Gepäck und mit einem merkwürdig forschenden, ja wie es Twielen vorkam, scheuen Blick. Der Sergeant beschloß, keinen von, beiden aus den Auaen zu lassen, eine Auf gäbe, die schwierig werden konnte, wenn sie sich trennten. Vorläufig geschab das ab nicht, sondern beide beträten den Wartesaal und fragten den Bahnhofswirth, wann der nächste Dampfer abginge. Nach erhaltener Auskunft verließen sie den Bahnhof, wiesen die Anerbietunaen der Hoteldie ner und Kutscher zurück und schritten einer etwa zehn Schritte hinter dem andern der Stadt zu. Twielen folgte und überlegte. Wenn einer von ihnen überhaupt der Gesuchte war, welcher war es? Sollte er auf gut Glück an einen herantreten und ihn nach seiner Legitimation fragen? Aber Spitzvuben haben immer ausreichende Leg!

timation bei sich, und während er den einen stellte, rückte womöglich der ardere und gerade der Richtige aus. Und

trenn der Gefragte obendrein nech ein vornehmer Tourist war, dann setzte es hinterher eine' Nase von nicht kleinen Dimensionen. Das - war. ein böses Dilemma, und nur eines stand fest, bevor der Dampfer abging, mußte er über die Persönlichkeit der beiden im klaren sein. Die schritten unterdessen munter fort, hielten sich in der Stadt gar nicht auf. sondern begaben sich direkt zum Hafen, wo sie in der Wartehalle ihr Gepäck hinterlegten.' Dabei trafen sie sich, und Twielen konnte sehen, wie einer den anderen argwöhnisch musterte. Getrennt spazierten sie wieder in die Stadt zurück, und nun ereignete sich etwas, was dem Verfolger einen bedeutsamen Fingerzeig gab. Während der eine sich unter dem Zelt des Hobels niedersetzte und ein Frühstück bestellte, ging der andere - in's Rathhaus. Daß sich der Kassirer nicht in die Höhle des Löwen begeben würde, stand ihm fest, also war der Frühstückende der Verdächtige. Er schlän-

qelte sich all? in ferne Nahe und beobachtete ihn. Aber in diesem Augenblicke kam der andere wieder heraus. und nun änderte sich ?lwielens Meinung mit einem Schlage. Der Mensch trug jetzt einen Vollbart und statt des steifen Hutes einen weichen. Twielen war starr. Das ging über alle Begriffe: da ging der Kerl in's Rathhaus um sich in 'einem der dunklen Korridore zu maskiren, .las sich womöglich noch seinen eigenen' Steckbrief durch und glaubte so durch die Lippen gehen zu können. Aber er hatte es mit Twielen zu thun, und der hatte sich nicht. täuschen lassen., .Jeder. Zweifel war jetzt gelöst, und Twielen bat innerlich dem Frühstückenden seinen Verdacht ab. Wie hatte er ihn nur hegen können, allein der gute Appetit des Gastes zeugte, von seinem guten Gewijen. Nun war es aber Zeit, zuzugreifen. Er brach gleichzeitig mit dem Blonden auf. der seine Zeche bezahlte. Das Dampfschiff wartete schon. Der Unschuldige kramte - sein Gepäck zusammen, der Verdächtige aber hatte es noch liegen lassen und . stand an der Landungsbrücke. So ein Filou", dachte Twielen, denkt vielleicht einen etwaigen Verfolger glauben zu machen, daß er gar nicht mitwolle. Freilich, wenn man sc viel Geld in der Brusttasche hat, kann man eine Ledertasche und eine Plaidrolle ruhig vermissen." Als wolle der Mann diese Gedanken bestätigen, griff er in diesem Moment in die innere Rocktasche, sicher um sich zu vergewissern, daß alles da sei. Es hatte das drittemal geläutet, und der Unschuldige eilte Zum Dampfer. Der Verkleidete machte eine Bewegung, als wolle er auf ihn zueilen, er streckte den Arm aus, aber im selben Augenblick wurde er zurückgerissen, der andere sprang auf das Deck. Mensch, sind Sie verrückt, wollen Sie mich wohl gleich loslassen," tobte der Ergriffene. Aber Twielen hielt fest. Herr, ich bin Beamter und muß Jemanden verhaften. Twielen grinste. Genau so geht mir das auch." Die Passagiere des Dampfer starrten neugierig herüber und der Kapitän war unschlüssig, ob er abfahren sollte. Aber Twielen winkte ihm zu: Los und der Dampfer setzte sich in Bewegung. Der Gefangene tobte weiter, und ein paar Arbeiter und Müßiggänger, die sich in der Nahe umrtrieben, beobachteten mit größter Neugier den Vorgang. Die, welche Twiclen nicht kannten, glaubten, daß irgend ein Fischer eine Dummheit gemacht hätte, und die ihn kannten, glaubten erst recht, daß hier eme Dummheit geschehe. Lassen Sie mich los, Mensch, ich bin der Kriminalinspektor Müller und kann mich legitimiren. Ich komme soeben von Ihrem Senator. ' Twielen lachte, aber ganz tief in ihm begann sich eine furchtbareAhnung zu regen. Na, warum legitimiren. Sie sich denn mcht?" Weil Sie mich wie einen Schraub stock festhalten." Twielen ließ sachte los, und einige Sekunden spater' hielt ihm der Gefan gene das Beglaubigungsschreiben und die Erkennungsmarke unter die Augen. Sie hatten m der Brusttasche gesteckt. Der Sergeant war vernichtet. Auf dem Dampfer, dessen Rauchwolke am Horizont allein noch zu sehen war, schwamm der Kassirer. und telegraphische Verbindung mit dem AnkunftsHafen gab es nicht. Kabel sind eine theure Geschichte. Warum haben Sie ihn nicht gleich verhaftet?" fragte später der Polizei Präsident den Inspektor. Weil ich fürchtete, daß er Verdacht eegen mich gesaßt und deshalb unter wegs das Geld versteckt . hätte. Auf den Dampfer aber nahm er es gewiß mit." Na. trösten Sie sich. Sie können nichts dafür; und daß die beiden Idioten,. der Senator und der Sergeant, nicht mehr Dummheiten verrichten können, dafür ist gesorgt. . Unter Pantoffelheld e n. Mir hat diese Nacht geträumt, ich hatte zwanzig Glas Bier getrunken." Ach. Du hast es gut! Mir träumt immer höchstens von zwei Glas.-

ZZosenwunder. Novelle von Ada Battke. Sie war niemals sonderlich beliebt

bei ihren Kolleginnen gewesen; trotzdem wollten sie ihr nun eine letzte Freude bereiten. Der Tod ist ein roandersamer ErWecker. Jahrelang hatte keine qefüblt, wie nahe ihnen das blasse, stille Mädchen eigentlich stand. Ernsthaft, ja steif war sie zwischen den sechs frischenMädchen dahingegangen, ohne nur em einzige yjtai Theil an ihren lustigen Streichen zu nehmen, die lebendige Verkörperung pedantischer Pflichttreue. Und die sechs hatten sie ganz allmählich ausgeschlossen von ihrer frohen Gemeinschaft. Nun aber wurde die eingeschlummerte Kollegialität jäh erweckt und wuchs angesichts ihres nahenden Todes zu einer hochaufflammenden Zärtlichkeitslohe empor. wollten ihr eme letzte Freude bereiten. Was aber konnte man einer Sterbenden bieten, die alles Irdische schon hinter sich hatte? Natürlich nur Vlumen. Sie legten also ihre Groschen zusammen und schickten den Hausdiener zum Gärtner herum. Für drei Mark Rosen!" Um Himmels willen, so viel habe ich überhaupt nicht im Laden," sagte die niedliche Alumenfee lachend. Für drei Mark Rosen im Juni! Wissen Sie, wieviel das sind, lieber Mann? Neunzrg Stuck srnd's, ganz recht. Aber ich will sie Ihnen besorgen. Ich schicke sie hin." Mittags stand das kleine Laufmädel mit einem großen Korbe tiefrother Blüthen vor der schmalen Korridorthure und zog scheuen Blickes rneHand von der Glocke zurück, über welcher ein Stück weißen Pappkartons angebracht war: Bitte nicht zu klingeln, nur ganz leise zu klopfen." In halb zerloufenen, groß und hilflos dreinschauenden Buchstaben war es zu lesen. Dem kleinen Laufmädel legte sich's beklemmend auf'5 Herz. Sie schüttete der haaeren Frau mit dem verweinten Gesicht die Rosen schnell :n die leinene Küchenschürze und machte, daß sie davonkam. Den zweiten Treppenabsatz war sie schon hinunter, als es ihr einfiel, daß die Frau dort oben immer noch auf eine Erklärung dieser überraschenden Spende wartete. Verstort hob sie den Kopf. ' . . . n Herr mit 'in schwarzen Schnurrbart hat sie heute Morgen bestellt." ' Die Frau lehnte ein paar Minuten in tiefem Erstaunen an der Korridortbür. Warum war das nicht früher gekommen, vor ein paar Wochen vielleicht, als eS .loch nicht so schlimm um sie stand? Jetzt hatte ihr armes Kind kemen Smn mehr für solche Geschenke. Dennoch begann die Pracht und Fülle der duftigen Gabe das im Leid erhärterte Mutterherz langsam zu.rühren. So' viele Rosen! Und lauter dunkelrothe," dachte sie verwundert. ' Ein leiser Freudenschcin huschte über das vergrämte Gesicht. Geräuschlos öffnete sie die Thür ?u dem engen Hinterstübchen und schlich an das Bett ihres Kindes. Der Sommerwind koste die weißen Mullgardinen am Fenster, bafr sie wie Schwanengefieder sich blähten. Ein traumverlorenes Lüftchen wehte durch das Zimmer, über die einfachen Möbel und das schneeige Bett. Die Kranke erwachte unter der zarten Frische des Lufthauchcs aus ihrer Vetäubung und hob schwerfällig die Lider. Ihre abgezehrten Hände griffen unbewußt in d'e ihr zitternd entgegen gehaltenen Blüthen. Rosen?" Tonlos fast löste sich das Wort von den blutleeren Lippen, während der Mutter einen Augenblick lang das Herz stockte vor freudigem Schrecken. Ihr Kind, ihr todtkrankes Kind, das an einem unbekannten hoffnungslosen Leiden schon seitMonaten welkte, hatte die Rosen erkannt. Sie beugte sich tiefer über das Lager. Ja, sieh nur Rosen! So viele Rosen. Und lauter dunlelrothe obendrein " Geschäftig ordnete sie die Blumen in der einfachen Waschschüssel und stellte sie so, daß die Blicke der Kranken ohne Anstrengung die rothe Sommerherrlichkeit in sich aufnehmen konnten. Und dabei plauderte sie in siebenschein Eifer. Ja, denke nur, Annchen! Ein Herr hat sie bestellt, ein Herr mit einem schwarzen Schnurrbart. Denke nur mal! Warum hast Du mir nie von ihm erzählt? Du bist immer so heimlich. Aber jetzt habe icb's trotzdem erfahren. . l . V . - . Fl . C 1 L . und wenn jdu ein wieoer ganz gesund ein wirst " Ihre Stimme schwankte. Sie konnte sich nicht mehr beherrschen und eilte hinaus, um 'ihre Thränen ungehindert fließen zu lassen. ' Die Sterbende lag wieder requngslos. mit geschlossenen Augen. Es war still im Gemach. Nur vom Hofe drangen gedämpft die Tagesgeräusche herauf ein verworrenes Durcheinander von Tonen, d:e hier oben in eine hefe. zitternde Melodie sich vereinten. Auf die Diele fielen die goldhellen Lichter des Mittags. Zwi Fliegen sonnten sich trage m ihren flimmernden Kret

weißen Mullgardinen am Fenster, daß

sie wie Schwanengefieder sich blähten. Ueber der Stille hingen die schweren Düfte der Rosen. Das Madchen drehte langsam ihr Köpfchen. In der Tiefe der weltentrückten Augen begann es zu leuchten. Unter der wächsernen Haut des stillen Gesichts dehnte sich's aus und zauberte mattschimmernde Lichter irdischer Blässe auf ihre Wangen. Ein schwaches kacheln, das erste Lächeln wiederkehrenden Lebens umglanzte die Stirn. Rosen ach richtig, die Rosen! So viele Rosen und lauter dunkelrothe obendrein ! Ihre Blicke richteten sich einen Moment .klar auf die duftende Gabe, dann umschattete sie schmerzhaftes srt r. ' ' ' . lsruoeln. non wem waren doch nur diese Blumen? Sie hatte noch den weichen, glückselig erstaunten Tonfall einer Stimme im jhr, die ihr ein wunderbares Geheimniß, etwas Berauschendes, unendttch Nutzes erzählte die Stimme der Mutter. Aber sie wußte nicht, daß die Mutter zu ihr gesprochen, auch der Worte konnte sie sich nicht mehr entsinnen. Angstgepeitscht kam die blasse Frau wieder herein und erforschte zärtlich das schneeige Antlitz, indessen ihre trockenen Arbeitshände den braungelockten Mädchenscheitel glätteten. Von wem?" fragte die armeKranke mühsam. Und die Mutter erzählte noch einmal, während vage Hoffnungen die Flamme ihres erstorbenen Muthes von Neuem anfachten. Flammen, welche der Sturm ihrer Befürchtungen immer wieder gewaltsam auslöschen wollte. Regungslos lag das Mädchen da. und bekümmert schlich die Mutter leise wieder hinaus. Der Kranken Blicke aber suchten die Blumen. Lange starrte sie unbewegten Gesichts in die flammende Fülle, doch ihre Seele, lauschte gespannt auf den weichen, glückselig erstaunten Tonfall der Stimme, die sie schon einmal vernommen. Und leise, ganz entfernt hörte sie endlich die Worte. Sie kamen näher und näher, wuchsen an wie das Rauschen des Windes, tönten immer eindringlicher, klarer und wurden langsam lebendig. Sie wurden eine hohe Gestalt und redeten eine eigeneSprache mit einem neuen, seltsamen Sinn. Ein wunderbarer Glanz breitete sich über das blasse Mädchengesicht. Selige Ahnungen rieselten wie Frühlingsschauer durch die junge, schlummernde Seele, die, stumpf und arm .voy,der Arbeit für's tägliche Brot, endlich die Sprache der Liebe vernommen.' Mit froh verwandelten Blicken grüßte die Kran!e das dunkle Gewirr der dunkelrothen Rosen, dem plötzlich ungekannte Schönheiten entstiegen. .Langsam dämmerte ihrem müden Denken die Erinnerung auf und gab der Jdealgestalt, welche ihre Seele geschaut hatte, fest umrissene Züge. Seine Gestalt! Diese Haltung, das Lächeln, welches die Spitzen des schwarzen Bartes kaum merklich hob, wenn er sie alle Morgen an derselben Stelle ihres tägliehen Weges getroffen, das alles gehörte nur ihm. Und obschon sie niemals ein Wort miteinander gewechselt hatten, war sie ihm theuer geworden, und er forschte nach ihr, als sie ausblieb. Das bewiesen ja diese Blumen hier, diese köstlichen Blumen. Ein heißes Glücksgefühl färbte ihre bleichen Wangen einen Moment lang mit leuchtendem Vurpur. Dann legten sich duftige Nebel um die überangestrengten Sinne. Eine süße Mattigkeit drückte die zartgeäderten Lider, und sie versank tief und tiefer in einen Strom wohliger Schwache. Als die bleiche Frau wieder in's Zimzner kam, schlief die. Kranke den festen Schlaf der Genesung. Ungläubig starrte die Arme in das sanst geröthete Antlitz der Tochter. Dann aber sank sie überwältigt auf ihre Kniee, die thranenschweren Blicke anbetend zu dem flammendunllenBlumenzeichen der allumfassenden Liebe erhoben. Eines Tages konnte Aenne denn auch ihrem gewohnten Weg zum Geschüft wieder antreten, und der erste. dem sie begegnete, war er. Wie sie in den Augen des hochgewachsenen Mannes ein gluckseliges Wiedererkennen aufblitzen sah, hielt sie ihn mit reuendem Lächeln an und bot ihm dankbar die schmal gewordene Hand. Er war grenzenlos überrascht, aber mit dem Instinkt der erwachenden Liebe vermied er geschickt eine Erklärung, und die sechs frischen Mädchen hatten ihre bescheidene Gabe längst schon vergessen. Später erst, viel später, als sie seit Jahren bereits seine gluckliche Frau war, erfuhr sie den kleinen Betrug. Aber da war diese Enttäuschung nur eine neue Quelle innigen, seligen Dankes. Schlimm. Sie sammeln wohl Verbrechertypen, Herr Kommerzienrath?" Nein, wss Sie da I hängen sehen, das lst meine Ahnenga

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