Indiana Tribüne, Volume 29, Number 14, Indianapolis, Marion County, 8 September 1905 — Page 6
Jndiana Tribüne, 8. September 1903
tt
Warum nicht $ sparen beim Einkaufe Ihrer Möbel . . . und . chpiche ... .fotoic. . . . ....Garland Oefen.... und Ranges. bei VVILLIQ'S ...Msbel-Handlung... 141 West Washington Straß? ...Röumungs-Vcrlails... Anzüge nach Maß gefertigt diese Woche für $12.50 ll. $1500. Hosen für $3 und $4, die das Doppelte werth sind; dies bedeutet genau, was es sagt. IV. ü. SCHNEIDER, Ro. 38 Monument.Platz No. 38 No. m Gft Washington Str. G?, Hl Cfflct: 3333 Vt. Centc Neues Televbsu 6485. Diese Williams" Pumpe ffrei ! FSr Diejenigen, welche nelne spezielle Offerte acceptirin. .Eine Holz Pumpe aus Eisen gemacht." Um Saualeder au erneuern nehme man Teckel und Schwengel ab und ziehe Ttanqe urd Leder von oben bera. vonstruirt aus Stahl und Eisen; MeskingHahn für Wasser ; Abfluß um ffrieren zu hüten. Rexaraluren von oven. Garantrrt. "to nx. M. V. M. 1025 MfflK0H ATS j er lelephvn 9863. IÄKE ERIE & WESTERN ß. R. .. ..Fahrzeit der Züge.... SbsartXnkun Xrtrt, t)tcago und Vttchigan rvreßf 7.1 tlOJU kldD,vtt und hirago Lim X.0 f SM vichiza u?, Vtuncie u.Lasaettteplf 7 so fio.lt t5a!tch Sonataal. t genommen Dr. 3. Ä. Sutclifse, Wund-Brzt, LZ1ch!echts., Urin, unl&zttnvr. Rrankheiten. DJ8 : 155 O5 S!a??et Stt. Tel. H) DfttGtoüt : B I Uik . : is 40U. Dr. Carl G.Winter Deutscher Arzt. Cxxelt a3 akute und chronische rar. VeburtöhAse Spezialit, Offl: 14 Weft Ohio Qtx. tOm I osnuua: hso Vadtf,, H Btra rreZlnud : T Ittni 4 Mach, eonatasl : 64 Stach r. Inal t rsdaua kelepdo, l MiOM Bis. lt. sou j r im K. u.
u ..lZMeim.. und ßf ' 'MMWN. Aaxss. Diener,
7 0 ' V5 y 1
"NO TRIX"
Eifersüchtig.
Humoreske von Oskar Kühne. Schmerzende Eifersucht brannte im Herzchen der Frau Jrmgard. Planlos durchwanderte die tunqe Frau die Zimmer, blieb hier an diesem Fenster stehen, starrte aus die Straße, rüttelte sich auf und lief fort zu jenem. Die Farbe auf den Wangen kam und ging. Leise erbebten die Nasenflügel. Im Selbstgespräch oeweqten sich die Lippen. Fortgesetzt macht sich Edgar in der Küche zu schaffen. Was will er dort? Die,e Marie! Diese Person! Wie ich sie hasse!" Das Kopfchen fiel auf die wogende Brust. Ja flüsterte Frau Jrmgard. vorige Woche fing es an am Dien stag. O! Ich weiß es ganz genau! Merken soll diese Verson aber nicht, daß ich hinter ihre schliche gekommen bin, ich will mich verstellen wie eine wie eme Schauspielerin! Ich werde das saubere Paar überrumpeln und dann!" Im Geiste sah die Erregte irgend etwas Schreckliches, so eine Art WeltUntergang. Tief holte sie Athem 4ind preßte die Stirn gegen die Scheiben. Frau Jrmgard schien es aber doch Noch nicht so ganz genau zu wissen. trotz ihrer Versicherung, denn sie sann und sann weiter. Alle Sinne arbeiteten. Jedes in den letzten Tagen mit dem Gatten gewechselte Wvrt sprach die Grübelnde für sich hin, damit das Ohr nochmals seinen Klang vernehme. Plötzlich trat Frau Jrmgard vom Fenster zurück und sank in einen Lehnstuhl. Die in ihrem Schooß liegenden Händchen zitterten wie die Schwingen eines zum Fluge ansetzenden Vogels. Dumpf murmelte die mit sich m's reine Gekommene: Es bedraf eigentlich gar keines Beweljes mehr. - Gestern wie war es doch? Ich warf harmlos hin, daß es nicht gut sei. ein Dienstmädchen gar zu lange zu behalten. Besser wäre es, man wechsle einmal. Der Marie würde ich demnächst kündigen. Was erwiderte darauf der Schamlosei Um des Himmels willen. Jrmgard, ich bitte dich, diese Ansichten! Gerade das Gegentheil muß man thun, ein Mädchen so lange halten, wie es nur irgend angeht! Eine Marie bekommst du überhaupt nicht wieder! Treuehrlich und fleißig ist das Landnnd! Seit vier Monaten steht die Brave in unseren Diensten. He! Sag an! Wie lange sind wir verheirathet? Genau vier Monate, meine Maus!" In seine Arme nahm mich dann der Freche, gerade als ich Gegengrunde die Menge vorbringen wollte, und küßte ach, so lieb! Jedesmal, wenn ich Miene machte, den Mund aufzuthun, küßte er wieder, dieser ... dieser ..." Guten Tag, Jrmgard!" rief es durch die Thür, durch die Edgar einen Moment seinen Kopf steckte. Habe einen furchtbaren Durst, muß mir gleich ein Glas Wasser in der Küche holen." Entsetzlich!" hauchte die junge Frau einer Ohnmacht nahe.Absolut kein Genieren mehr." Auf den Fußspitzen schlich sie dem Gemahl nach und lugte vor. In den Boden glaubte die Aufstöhende versinken zu müssen, vor den Kopf schlug sie sich. Ganz gemächlich lehnte Edgar in derThür der neben der Küche liegenden Mädchcnkammer und lächelte der elenden Gaunerin, der Marie, zu. Es zuckte oer Hintergangenen Gattin in den Handen. Sie wollte vorstürmen Nein es ging nicht! Sie mochte ihn nicht anschauen, den so tief Gesunkenen. Nie wollte Tu ihn wiedersehen! Leise ging Frau Jrmgard zurück. Auf emen Zettel kritzelten ihre beben den Fingerchen: Soeben verlasse ich ein Haus, das ich niemals!! wieder betreten werdö. Schandbarer!! Jeder Nerv zitterte in ihr. die Ge genstände im Zimmer kreiselten. Muth, Jrmgard!" rief sie sich zu. Keine Schwäche diesem Elenden geaenuber gezeigt! Ueber die Hintertreppe entschlüpfte die Fluchtige. Gemächlich schlenderte Edgar in U Svoa. Jrmgard! Wo steckst tu denn? rief er aufgeräumt. Er sah den Zettel liegen. Mehrere Male überlas er das Blatt und schut telte ungläubig den Kopf. Ist es denn möglich so etwas? entfuhr es ihm. .Soll das etwa ein Scherz sein? Wohl kaum anzunehmen. Aber die Ursache die Ur sache?" Plötzlich lachte Edgar hell auf. Du kleine Eifersucht!- drohte er Jrmgards an der Wand hängenden Gemälde zu. Jetzt wird mir auch dein sonderbares Benehmen der letzten Tage klar! Ha! Ha! Ha!" Wieder zur Küche ging der Herr, gemessenen Tones sagte er' dort zum Madchen: Marie, meine Frau ist ausgegangen eine eilige Besorgung. Sie sind allein im Logis. Achten Sie gut auf die Thur. Adieu. Adieu, Herr Direktor. Sie können sich auf mich verlassen, antwortete die Marie. ' Ein Liedchen pfeifend, bummelte der verlassene Eheherr zu' der Wohnung der Eltern seiner Frau. Habe die Ehre, Schwiegerpapa, begrüßte der ohne Scheu Eintretende den alten Herrn.
Der brummte etwas vor sich hin.
Es sollte das wahrscheinlch der Gegengrüß sein. Der Besucher beachtete das eigenbümliche Benehmen nicht. Fast lustig fragte er: Könnte ich nicht einen Augenblick die sehr verehrte Frau Schwientrmama svrecken s Soeben rauschte die Begehrte herein. hochroth im Gesicht. Meinen unlerthanigsten Gruß. Frau Schwiezermama," dienerte mit gesucht ceremoniellen Verbeugungen Edgar. Ich komme eine Bitte auszusprechen." So! fauchte die Dame und dachte im stillen: Solch ein niederträchtiger Sunder! Er lacht noch! Devot trat Edgar an die ihn scharf Musternde heran. Ich möchte Sie höflichst gebeten haben, sehr verehrte Frau Schwiegermama, mich mal in meine Wohnung zu begleiten. Es handelt sich um das Glück Ihrer Tochter. So ganz nebenbei auch ein wenig um das meinige. Ich glaube, daß Sie da das Opfer des kurzen Weges bringen tonnen. Herr Schwiegersohn! Ich dächte " Halten Sie ein, Frau Mama!" fiel der Schwiegersohn ein. Ich weiß ganz genau, was Sie sagen wollen. Sie sehen mich zerknirscht. Allen Vüßungen, dicSie mir aufzuerlegen für gut befinden, will ich mich unterwerfen. Nur eines verlange ich als Gegenleistung: begleiten Sie mich!" Die Schwiegermama war betroffen. Wieder begann sie: Herr Schwiegersöhn! Ich verstehe nicht " Nicht weiter!" schnitt Edgar ihr zum zweiten Male die Rede ab. Sprechen wir in meiner Wohnung darüber. Dort mein Wort darauf! will ich alles anhören, was Sie glauben mir sagen zu müssen. Nochmals meine Bitte: Kommen Sie mit. Frau Schwiegermama!" Die wurdiae Dame war starr. Das grenzte an Unverschämtheit! Und doch es handelte sich um das Glück ihrer Jrmgard! Sie mußte em Opfer bringen. Rasch sagte sie: Unter emer Bedingung!" Die Ware, Frau' Schwiegermama?" Daß diese Person, Sie wissen schon, wen ich meine, sofort Ihr Haus verläßt." Ich lege das alles m Ihre Hand," entgegnete munter Edgar. Sie selbst sollen anordnen. Gern unterwerfe ich mich Ihren Forderungen." Der Herr Schwiegerpapa hatte wahrend der etwas lebhaften Auseinandersetzung gleich emem geschlagenen Pudel das Zimmer verlassen. Sehr bald stand die energische alte Dame zum Ausgange bereit. Man betrat die Wohnung der jungen Leute. Auf dem Wege war kein Wort gefallen, die Begleiterin hatte nur bedenklich geschnauft. Jetzt bemerkte Herr Edgar lakonisch: Morgen ist Jrmgards Geburtstag. Wissen das vielleicht die Frau Schwiegermama?" Die Angesprochene rollte wuthend die Augen und überhörte die Worte. Darf ich bitten?" ließ sich Edgar wieder vernehmen. Unglaublich wars. Der gottlose Ehemann öffnete die Thür zur Mädchenkammer und trat hinein in das kleine Gemach. Jetzt wollte die Mutter loswettern, voll geladen war sie zum Bersten. In Pose schritt sie vor. Aber ein Ah!" entfuhr ihren Lippen. Zum Kaufgewölbe war die Mädchenkammer gewandelt. Ein Tisch, sauber gedeckt, stand am Fenster. Gleich vorn thronte ein prächtiges, zinnoberroth bemaltes chinesisches Theeservice, ' ein blanker, bauchiger Samowar blinkte darüber. Geschlungene, zierliche Vasen reckten rechts und links ihre Hälse empor, ein paar blaue Pantöffelchen lächelten, geheimnißvolle Etuis verkrochen sich, Bücher in Goldschnitt protzten, eine seidene Bluse, beschwert durch ein Reisenecessaire, schmiegte sich mit ihren Hängeärmeln um die Tischkante. Ueber die Schätze hingestreut waren ein Gürtel mit modernem Silberschloß, ein grünjuchtenes Geldtäschchen,, ein Parfümzerstäuber, eine Visiitenkarjenfchale. ?ruf elnem Stuhle standen geyeimr . v . r. . c . X n mnoouc, metverfprccyenoe nanqen. ZurSeite baute sich ein binsengeflochtenerBlumentisch auf, aus dem eineFontöne aufsprang. Nieder plätscherte das Wasser des Brunnlems m ern Glasbassin, in dem japanische Gold fische schwammen. Die. zugehörigen Blumenstöcke und Schlingpflanzengewächse waren noch nicht alle eingesetzt, man sah aber schon, daß das Ganze ein Wunderding werden wurde. Und dort hinten in der Ecke hatte sich großspurig ein funkelnagelneuer 'Eisschrank hingepflanzt. Um das Angenehme mit dem Nütz lichen zu verbinden," meinte Edgar, auf das Küchenprachtstück zeigend. Im gröbsten sonst so weit fir und fertig die Bescheerung für morgen. Wir brauchen nur den Geburtstagstisch anzufassen, in den Salon zu tragen und einem Versteck in meinem Zimmer noch einiges Eßbare Was feln, Schokolade, glasirte Früchte und derlei schöne Sachen zu entnehmen. Wollen Frau Schwiegermama mir mit helfen?" Die schaute beschämt zu Boden. So ern ueber Mann!" dachte sie. Gewiß, gern wollte sie mit zugreifen. Man machte sich eifrig an's Werk.
Auch der Eisfchrank mußte mit. Im geräumigen Salon präsentirten sich die Geschenke noch weit besser. Edgar freute sich wie ein Kind über das gelungene Arrangement, zupfte an den Fältchen der Bluse und schob und rückte die anderen Gaben fortwährend hin und her. Die Schwiez?rmama war deö Lobes voll. Schmeicheleien für den galanten Herrn Schwiegersohn flössen reichlich ein. Und hier!" rief Edgar. Bald hätte ich noch etwas vergessen! Ein seidener Ballschal, echter Henneberg!" . Ah!" staunte die Mama wieder. Wirklich geschmackvoll!" Die Hände in die Hosentaschen gesenkt und eine-herausfordernde Haltung annehmend, scherzte der in goldiger Lagune befindliche Dienstherr dieser Person von einem Dienstmädchen: Mamachen, wie steht es nun mit der Marie? Soll ich die wirklich hinauswerfen?" Die Mama nestelte an ihrem Hute. Langsam, mit Nachdruck sagte sie: Ich bitte um Verzeihung, Herr Schwiegersohn."
Der lachte. Ja, um Himmels willen. Mamachen, was soll ich Ihnen denn verzeihen? Sie haben mich doch mit keinem Worte beleidigt." Das nicht," sprach die alte Dame ernst, aber in Gedanken habe ich Ihnen bitter unrecht gethan." Hier, meine biedere Rechte! Alles vergessen, Frau Schwiegermama!" Kräftig schlug die Dame m die dargebotene Hand ein und beeilte sich zu sagen: Wie wird Jrmgard sich freuen! Sofort werde ich sie holen, das dumme Madchen hatt' ich bald gesagt." Frau Schwiegermama!" hub da Edgar mit tiefer Stimme an. Ueber diesen Punkt habe ich allein ein Recht, Bestimmungen zu treffen. Ich thue das hiermit. Bestellen Sie, bitte, vorerst meinem Frauchen einen Gruß von mir. Dann aber sollen Sie noch diesen meinen Entschluß übermitteln." Aus der Rocktasche zog der Stirnrunzelnde den Zettel der flüchtigen Jrmgard hervor, durchstrich das Geschriebene und setzte darunter: Für heute belege ich die Ausreißerin, Frau Jrmgard, mit dem Bann! Morgen sruy hat sie sich bei ihrem Gatten zurückzumelden, nicht eher, Strafe muß sein!" Mit einer Verbeugung überreichte er der Mama des Blatt. Herr Schwiegersohn!" rief sie erschrocken aus. Mehr war ihr für den Augenblick nicht möglich hervorzubringen. Es ist das mein fester Wille, verehrte Frau Mama. Uebrigens können Sie so beiläufig mit ausrichten, daß ich mich sonst im Großen und Ganzen recht mollig fühle. Heute Abend gedenke ich auswärts zu speisen. m den Drei Rosen". Gutes Restaurant mit Damenbedienunq, aber sehr anständig, nebenbei erwähnt. Meine Frau hat sich getummelt, qut, so tummle ich mich auch. Mächtig habe ich vor. Diese Nacht zu schwlemeln. Bin ja Strohwittwer." Aber Herr Schwiegersohn! Adieu, Frau Mama." Soll das der Abschied sein?" Ich habe thatsächlich noch sehr viel zu arbeiten, liebste Mama. Und dann, Sie wissen, will ich ausgehen. Da muh ich sorgsame Toilette machen. Viele Grüße allerseits!" Eine Verbeugung, und in seinem Aroeltszimmer war Herr Edgar ver schwunden. Nachdenkend ging die Mutter heim. Sie würde der Tochter tüchtig die Levlten lesen. Das stand bei ihr fest. Fast zehn Uhr Abends war es, schüchtern tippte die Klingel bei Direktors an. Marie wollte den Ruf unbe achtet lassen. Aber die Frau ist ja noch nicht zurückgekehrt!" schoß es da dem Mädchen durch dem Kops. Flugs eilte es nachzusehen. Guten Abend. Frau Direktor," be grüßte die Oesfnende die Herrin. Mit halber Stimme fragte die scheu Eintretende: Ist mein Mann zu Hause. Marie?" Der Herr arbeitet in seinem Zim mer. Frau Direktor. Erleichtert athmete die junge Frau aus. Also war er doch nicht zu die sen Kellnerinnen gegangen! Ihr Muth stieg merklich. Ganz behutsam klopfte sie an die Thur des Studirzimmers ihres Gatten. Herein!" polterte es bärbeißig dar in. Sehr schlechter Laune," dachte das arme Frauchen. Wer weiß, über was sich mem gutes Mannchen .alles gear gert hat. Den ganzen, ganzen Nach mittag bin ich ja nicht daaewesen." Aengstlich schlug die Verbannte die Portiere auseinander, schob sich in das Zimmer hinein und blieb, nicht wa gend den Blick zu erheben, stehen eine Leldensaestalt. Oho! Heute schon?" scholl es der Aermsten entgegen. Ich wollte so eben zu einem kleinen Bummel aufbre chen." Breit setzte sich der Herr Gemahl in seinen Lehnstuhl und weidete sich an dem Anblick semes Opfers. Thränen leuchteten in Jrmgard'S Augen, schluchzend sank sie neben sei nem Stuhl nieder. Edgar, ich habe den Hut ausbehalten. Soll ich wieder gehen?" Da sprang der böse Mann auf, er konnte nicht mehr an sich halten, zog
sein kleines Ehegespons auf seinen
Sessel und küßte und herzte es. bis ihm der Athem verging. Ach Edgar! Bist.Du mir wieder gut? Nicht wahr. Du gehst heute Abend nicht aus?" war das erste, was Frau Jrmgard nach der Fluth der Liebkosungen hervorbrachte. Du kleine Eifersucht!" schalt der Gemahl. Ich habe überhaupt nicht ausgehen wollen. Sieh mich an, um zehn Uhr in Pantoffeln und Hausrock! Lange schon warte ich auf Dich. Als es klingelte, wußte ich genau das ist Dein Frauchen!" Galant zog Edgar die Hutnadel aus dem vollen Haar der Entzückten und hob den Hut vom Kopfe. Diese verweinten Augen, Jrmgard!"sprach er theilnehmend. Ach, Edgar, den ganzen Nacbmittag habe ich geweint." Du Bedauernswerthe! Alles der dummen Eifersucht wegen." Nie will ich wieder eifersüchtig sein, Edgar." Das ist ein löblicher Vorsatz, Jrmgard; eine Strafe lege ich Dir aber trotzdem auf. Du darfst heute Abend den Salon nicht betreten." Du Lieber!" Schelmisch setzte sie hinzu: Ich weiß übrigens schon " Vst! Nichts darfst Du wissen!" drohte er. Um den Hal? stel die glückliche Jrmgard ihrem Edgar. Inland I X t T!""!W-I"!I"!"II.J:4W"'""!"!".'v Eine unerwartete Ent deckung war es für einen gewissen Nikolaus Zapp in Appleton, Wis.. als er dieser Taze dahinter kam, daß er noch ciar !ein anierikanischer Burger sei, obwohl er schon 63 Jahre in diesem Lande wohnt und den Burgerkrieg mitgemacht hat. Zapp war der Meinunz, daß er. weil er schon im frühesten Kindesalter nach Amerika gekommen war. vollberechtigter Burger der Ver. Staaten sei. Da Zapp der Aeltere indeß seine zweiten Burgerpapiere überhaupt nicht erwirkt hatte, mußt. nun sein Sohn als Greis seine Natu-ralisations-Papiere herausnehmen, um Bürger zu werden. Im Zorn vom Tod ereilt. Auf tragische Weise ist dieser Tage der Farmer Martin Reiner in Werkes Station, Pa., aus dem Leben geschieden. In Abwesenheit Rerners hatten dessen Knecht und einer der Sommcrkostgänger des Farmers eine Ausfahrt gemacht und unterwegs noch drei andere Kostganger ln den Wagen aufgenommen. Als Reiner das Fuhrwerk antraf, ergriff er seine Peitsche und hieb auf die Gesellschaft los, bis er, in der Aufregung vom Herzschlag getroffen, todt zusammensank. Verhängn: ß'd oller Irrt h u m. In Vennet. Tenn.. erschoß letzthin ein gewisser Harvey Mize während der Nacht seine Frau, welche er für einen Einbrecher hielt. Die Frau war aufgestanden, um für ihr krankes Kind einen Trunk Wasser zu holen, worauf Mize. der aus dem Schlaf erwacht war. in der Meinung, daß Diebe in das Haus eingebrochen seien, seinen Revolver auf die Frau abfeuerte und sie mitten in's Herz traf. Familien-Tragödie. In Pneblo. Col.. trieb ein gewisser Frank Ward seine KZjährige Tochter FranceZ in den Tod. indem er sie zwang, eine Quantität Gift zu verschlucken. Dar. auf nahm er sich selber das Leen. indem er Gift zu sich nahm. Ward, ein Wittwer. hatte sich seit dem Tode seiner Frau dem Trunke ergeben. Belohnte Netter mit Steinwürfen. Nachdem ein Eisenbahnzug zu Schaden gebracht worden war. um ihm das Leben zu retten, hatte Frank Wilcocksy aus Pittston.'Pa.. unlängst die Frechheit. das Dienstpersonal des Zuges mit Steinen zu werfen. Als der Zug. ein Güterzua. eme Kurve herumfuhr, bemerkte der Lokomotivführer deu Wilcocksy quer- über den Schienen liegend. Er bremste o heftig, daß der Zug so plötzlich zum Hatten kam. oak öie binteren Waggons mit großer Gewalt auf die vorderen auffuhren und etliche Beschädigungen anrichteten. Wilcocksy wurde vom Geleise entfernt, nn ixe aber los und lief davon und warf Steine gegen die Eisenbahner, solange der Zug noch sichtbar war. Von einem Löwen' überfallen wurde jüngst der Löwenbündiger Ehäs. Duncan während einer Vorstellung in Elarkville. Tenn. Duncan hatte kaum den Löwenkäfig betrcten. als sich der Löwe plötzlich mit voller Wucht auf ihn stürzte. Der LLwenbändiger strauchelte und fiel zu Boden, worauf die Bestie mit ihren Tatzen seine linke Schulter zerfleisch!? und ihm einen fürchterlichen Biß am Genick beibrachte. Das Thier wurde mit glühenden Eisenstangen gezwungen. von Duncan abzulassen, welcher schwerverletzt aus dem Käfig getragen wurde. Unter den Zuschauern entstand eine förmliche Panik und einige Frauen fielen in Ohnmacht. Island und seine Umg e b u n g sind seit alters her als ein hervorragend ergiebiger Fischplatz bekannt. und die Thätigkeit der Engländer und Franzosen in diesen Regionen reicht Jahrhunderte todt zurück.
, .z, , I . . . . . ....... . . . . . I
5
,',,fff.,fs..',.s..' . i i l l t V i
I Haus, Hof nnd Kind ß 4-.....- ........ ..., ' . .. !. A v f e l k u ch e n. Man belegt ein Blech mit dünn ausgewelltem Butterteig. ,chalt und schneidet gute Bratäpfel, einen jeden in acht Schnitze, und legt f'.e auf den Teig herum, hübsch gleichmäßig und dicht beisammen. Zwischen diese Aepsel streut man Rosmen, schlagt süßen Rahm und Eier nach Gutdünken mit Zucker, gießt eZ über die Acpsel. streut Zimmt und Zucker darüber, und laßt den Kuchen im Ofen schön gelb backen. Eisenblechgeschirre zu reinigen. Wurde ein Gefäß von Eisenblech lange auf dem Feuer gebraucht, so verwandelt sich seine weiße Farbe in eine schlvarze. Um es zu reinigen, mische man Holzasche mit gewohnlichem Oel. so daß es 'eine Ar! Brei bildet. Mit diesem bedeckt man das Gefäß und reibt es sodann mit wollenen Lappen ab. Es wird hierdurch wie neu. Sollte die schwarze Farbe nicht sogleich verschwinden, so wiederhole man das Verfahren. Birne n mit Ingwer einzulegen. Man nehme reife Birnen einer besseren Sorte, schäle dieselben, durchschneide sie zur Hälfte, entferne die Kerne und koche sie in Wasser weich. Inzwischen bereitet man sich eine Abkochung von Ingwer, löst den entsprechenden Zucker darin auf, läutert ihn, thut die Birnen und Ingwerstückchen hinein und läßt sie vollends weich kochen; die Birnen füll! man in Gläser, läßt den Saft zur Sirupsdicke einkochen und gießt ihn über die Birnen; nach vier Tagen kocht man den Saft nochmals auf, legt in jedes Glas ein Stückchen rohen Ingwer und gießt den Saft darüber. Die Gläser müssen geschwefelt sein und die Früchte vor dem Ueberbinden mit einem in Spiritus getränkten Papiere überlegt und auf dieses etwas gepulverte Salicylsäure gestreut werden. H e r r e n -R o ck k r a g e n zu reinigen. Gute w:iße Hausseife wird mit wenig Wasser aufgelöst; ist dies geschehen, so gibt man etwas Sal miakgeist dazu und rührt beides gut durch; die Masse muß ziemlich dick sein. Auf einen sauberen Tisch oder Brett legt man ein Handtuch, darauf glatt den Rockkragen, welchen man mit der Masse gut aber nicht zu kräftig einreibt, denn zu starkes Reiben ist zu vermeiden, namentlich bei hellen Farben. Danach spült man mit lauem Wasser nach, was am besten mit einem Schwamm geschieht. Der Kragen behält durch diese Behandlung Fasson; man hat dann keine besondere Mühe mit dem Bügeln. Sobald der Kragen trocken ist. legt man ein feuchtes Tuch über und bügelt ihn mit recht heißem Eisen, indem man mehr kurz mit dem Eisen drückt, als plättet. Auch sonstige hartnäckige Flecke lassen sich auf diese Weise leicht aus Herrenkleidern entfernen. Rindfleisch mit Kart o f f e l n. Man schält rohe Kartoffeln und schneidet sie in dicke Scheiben. Petersilie und Zwiebeln werden feingehackt. Rindfleisch '(Schwanzstück) in kleine Stücke geschnitten, gut geklopft und mit Salz und Pfeffer bestreut. Nun gibt man unten in das Kochzeschirr etwas frische Butter, belegt den Boden mit Kartossescheiben, gibt von der feingewiegten Petersilie und Zwiebeln darüber, bedeckt dies mit einer Lage Fleisch, dann wieder Kartoffeln u. s. w. Die Decke müen Kartoffeln bilden, auf die man noch etwas frische Butter leckt. Ueber alles gießt man ? Glas Wasser, deckt gut zu und läßt ti zum Kochen bringen. Sobald das Gericht gehörig gelocht, stellt man es in den Selbstkocher, wo es 2 bis 3 Stunden gelassen und weich gedünstet wird. Soll das sehr kräftige, schmackhafte Gericht auf offenem, aber kleinem Feuer oder im Ofen gekocht werden. so gibt man ein ganzes Glas voll Wasser dazu.' Verwendung von Milch zum Waschen. Gar manche Hausfrau wird bei der Wäsche der ihr als garantirt waschecht" ancepriesenen Kattunkleider. -Schürzen und --Blusen sehr oft den Kummer erleben, daß trotz aller Vorsichtsmaßregeln die Farbe verblaßt oder wohl gar vollständig verschwindet. Es ist ihr daher von vornherein unzurathen. alle diese Sachen. auch wenn sie glaubt, daß sie waschecht sind, in dicker Milch zu waschen. Die Milch muß ganz fest sein und auf's Sorgfältigste abgesahnt werden, da auch das geringste Fetttheilchen Flecke gibt. Zu einem Kleid braucht man ein Quart dicke Milch, welche man tüchtig schlägt und in zwei Hälften theilt. Ist das Zeug nicht sehr unsauber und weist vor allen Din gen keine Flecke auf, ist Seife überhauvt nicht erforderlich, sonst reibt man die fleckigen Stellen mit etwas Gallseife ein. um darauf das Kleid erst in dem einen, dann in dem zweiten Theil dicker Milch gründlich aziszuwaschen. Sofort nach dem Waschen spült man die Sachen in einem großen Bottich mit klarem, kalten Masser aus, legt sie zwischen reine Tücher, läßt sie etwas abtrocknen und plättet sie sofort. Ein Stärken und Durchziehen der Sachen durch eine Gummilösung ist nicht nöthig. Diese Waschweise empfiehl! sich besonders auf dem Lande, wo man zur Sommerzeit fast immer saure Milch im Ueberfluß hat.
I , 1JT-
