Indiana Tribüne, Volume 29, Number 13, Indianapolis, Marion County, 7 September 1905 — Page 5
Jndiana Tribüne, 7.3tptetäbct 1905
Das Portrat der Frau Kom-nlerzienräthin.
Humoreske von Reinhold Ortmann. In jenem süßen Nichtsthun, das von allen waschecht philosophisch veranlagten Geistern als des Lebens eigentliche Würze betrachtet wird, lag der junge Landschaftsmaler Fritz Körting auf dem Divan seines von ihm auf den hochklingenden Namen Atelier" getauften Zimmers, als mit freundlichem Gruße der Postbote eintrat. Geld?- . Nein, Herr Korting, diesmal ist's nur ein gewöhnltcher Brief." So ist mein Dasein um eine Enttäuschung reicher. Geben Sie her!" Er betrachtete seufzend die wohlbekannte Handschrift auf dem Kuvert und riß es auf. Aber seine Augen wurden größer, während er las, und ein gewaltiges Erschrecken spiegelte sich in seinen Zügen. Mit einem Satz war er auf den Füßen und rannte zum Atelier hinaus, um an eine der ms den Korridor mündenden Thüren iu klopfen. Eine helle weibliche Stimme r:es Herein!" und eine allerliebste junge Dame .lächelte dem stürmisch Eintle tenden entgegen. Womit kann ich dienen, verehrter Meister? Meine Mama ist leider nicht anwesend." Sie ist nicht da? Dann gestattest Du wohl ?" Und ohne sich weiter darüber auszulassen, was sie gestatten sollte, oder die erbetene Erlaubniß abzuwarten, nahm er die junge Dame in seine Arme und drückte einen Eujj auf ihre Lippen. Mit erheuchelter Entrüstung machte sie sich los: Pfui, mein Herr, ich werde mich über Sie beschweren!" Ach, Maus, mir ist gar nicht scherzhaft zu Muthe. Ich habe eine schreäliche Nachricht erhalten: Onke! Müller wird mich noch heute besuchen. Wenn sein Zug nicht im Schnee stecken bleibt, kann er in einer Stunde hier sein." Im Schnee? Bei diesem Regenweiter? Darauf darfst Du Dir wohl kaum eine Hoffnung machen. Aber warum ist denn sein Besuch so schrecklich? Ist dieser Onkel Müller nicht der Wohlthäter, dem Du Deine ganze Künstlerlaufbahn verdankst?" Freilich, aber er hat sich sehr schwer entschlossen, darein zu willigen, und ehe ich nicht einen großen Erfolg erzielt habe oder heidenmäßig viel Geld verdiene, wird er sein Mißvergnügen über meinen verfehlten Beruf kaum verwinden. So ungern ich's thue, muß ich ihm doch, des guten Zweckes wegen von Zeit zu Zeit etwas vorflunkern, um ihn bei Laune zu erhalten." Aha, ich . merke schön! Das hast Du auch diesmal gethan, und nun fürchtest Du, dabei erwischt zu werden?" Leider ja! Da seiner Mcinung nach das Porträtfach der einzige einirägliche Zweig der Malerei ist, hat er mich immer und immer wieder gedrängt, die unfruchtbare Landfchafterei aufzugeben und mich auf das Porträt zu werfen. Zuletzt wurde er so ungehalten über meine Widerhaarigkeit, daß ich ihm zu seiner Beruhigung vorschwindelte, ich hätte den Auftrag erhalten, das Bildniß einer Kommerzienräthin zu malen. Seit Monaten spielt dies Porträt eine allererste Rolle in unseren Briefen. Er versäumte nie, sich nach dem Fortschreiten der Arbeit zu erkundigen, und da ich einmal den ersten Schritt auf der abschüssigen Bahn der Lüge gethan hatte, mußte ich sie wohl oder übel immer weiter wandern. Vorgestern erst habe ich ihm geschrieben, daß ich in vierzehn Tagen fertig sein werde. Und nun kündigt er mir an, daß er heute auf der Durchreise bei mir vorsprechen und sich mein stes auf Bestellung gemaltes Porträt ansehen wolle. Wenn ich ihm jetzt gestehen muß. daß die ganze Geschichte eitel Humbug gewesen ist, so habe ich es für immer mit ihm verdorden." - Und das wäre sehr schlimm, nicht wahr?" Gewiß! Um so schlimmer, als ich ihm eben jetzt unser Herzensgeheimniß offenbaren wollte. Es würde ohnedies Kampf genug gekostet haben, seine Zustimmung zu erlangen, nach einer solchen Katastrophe aber gäbe es überHaupt keine Hoffnung mehr." Du hättest das nicht thun sollen, Fritz! Aber was hilft es, sich jetzt mit Vorwürfen zu quälen. Gibt es denn gar keinen Ausweg? Kannst Du nicht sagen. Du hättest das Porträt bereits abgeliefert?" Unmöglich nachdem ich ihm eben erst geschrieben habe, daß ich noch vierzehn Tage daran zu arbeiten hätte. Und außerdem wäre er im Stande, die Adresse der Leute von mir zu verlangen, damit er hingehen und sich's ansehen könne." Und wenn Du Dir von einem be freundeten Künstler ein Porträt aus liehest?" Ich sollte eine fremde Arbeit . für die meinige ausgeben? Nein, Schatz, so tief bin ich doch noch nicht gesunken." Du hast recht, das geht nicht. Aber vielleicht weiß ich doch einen Nath. Ezistirt denn diese Kommerzienräthin überhaupt?" Keine Spur! Sie ist ein Gebilde meiner Phantasie."
Vann nehmen wir das Bild me ner Mutter, mit dem Du mich an meinem letzten Geburtstage ' erfreut hast. Wenn sie auch nur die Wittwe eines Postsekretärs ist, zur Noth kann sie wohl auch einmal für eine Kommerzienrätbin aelten," In dem Gesicht des Malers leuchtete es auf. Herrgott, daß ich darauf nicht selbst gekommen bin! Eine großartige Idee! Natürlich machen wir das, Maus! Wenn Onkel Müller Deine liebe .Mama später einmal kennen lernt, nachdem wir ein glückliches Brautpaar geworden sind, beichten wir ihm Alles. Heute aber will er nur eine Stunde bleiben, da ist keine Entdeckung zu fürchten." So wollen wir. es schnell aus dem Rahmen nehmen und in's Atelier hinüber bringen. Mama kommt voraussichtlich erst gegen Abend nach Hause. Da braucht sie überhaupt nichts von dem Betrug zu erfahren." Zehn Minuten später stand das Gemälde wirklich auf der Stafselei, das Bild einer sehr sympathischen, stattlichen Dame von etwa vierzig 'J ahren, der man's noch jetzt unschwer ansah, daß sie in ihres Lebens Maienblüthe recht hübsch gewesen sein müsse. Fritz Körting aber hantirte sehr eifrig mit Pinseln und Palette. Aus der Bernsteinbrosche muß ich natürlich einen Brillantschmuck machen, der unter Brüdern seine zehntausend Mark werth ist. So! Nun am RingfinJer noch einen haselnußgroßen Rubin! An eine Kommerzienräthin mit einer Bernsteinbrosche würde Onkel Müller niemals glauben." Eine halbe Stunde später klingelte es, und Fräulein Trude Sylvester, die natürlich vor Begierde brannte, den gefürchteten Onkel kennen zu lernen, ließ sich's nicht nehmen, selbst zu öffnen. Er kam ihr gar nicht so schrecklich vor, eher ein bißchen kleinstädtisch und spießbürgerlich, aber als er nach dem Maler Zkörting fragte, setzte sie ihre ehrbarste Miene auf und sagte: Herr Körting ist, wie immer, bei der Arbeit. Und vor Eintritt der Dunkelheit läßt er sich nicht gern stören." So? Ist er so fleißig? Das freut mich zu hören. Aber mir zuliebe wird er schon 'mal eine Ausnahme machen." Fritz, der lauschend hinter der Thür gestanden hatte, hielt es für angezeigt, dieselbe aufzureißen und den Onkel zu begrüßen. Du hast es ja hier sehr nett." meinte Herr Müller, nachdem er sich aus seinem Ueberzieher und v.schiedenen Schals herausgeschält hatte. Und was war denn das für ein allerliebstes Mädchen, die mich empfangen hat? Du machst mir hier doch keine Geschichten?" Gott bewahre, Onkel! Ich mache nichts als Bilder. Da diese beiden großen Landschaften sind, für die nächste Ausstellung bestimmt. Ich hoffe, daß sie Deinen Beifall finden." Hum! Hum! Zu viel Grün, lieber Fritz viel zu viel Grün! Und dann wirst Du doch wohl wenigstens noch ein paar Kühe hincinmalen, oder ein Liebespaar, oder etwas anderes Lebendiges." Du hast vielleicht nicht so unrecht, lieber Onkel! Ich will mir Deinen Vorschlag süberlegen!" Na ja, ein bißchen was versieht man doch auch von der Kunst. Aber wo ist denn Deine Kommerzienräthin? So ein bestelltes Porträt ist mir tau sendmal lieber als alle giftgrünen Landschaften mit oder ohne Rindvieh." Hier, lieber Onkel! Aber ich muß natürlich an vielen Stellen noch die letzte Hand anlegen." Mit einer gewissen Feierlichkeit putzte Herr Ferdinand Müller seine Brille, ehe er vor das Bild hintrat. Wohl eine Minute lang betrachtete er es schweigend, indem er den Kopf bald auf die eine, bald auf die andere Seite legte. Dann drehte er sich plötzlich seinem Neffen zu und sagte hastig: Wie war doch ihr Name? Schriebst Du mir nicht, sie hieße Sartorius?" Fritz' Körting begann ein leises Unbehagen zu verspüren. Allerdings!" Und was für eine Geborene?" Das kann ich leider nicht sagen." Aber ihren Vornamen wirst Du doch wohl wissen?" Ja ich ich glaube Henriette," Herr Ferdinand Müller nickte dreimal langsam und feierlich. Henni!- Es stimmt! EZ konnte ja auch gar nicht anders sein. Also eine Kommerzienräthin! Und ihr Mann? Ist es ein guter Mensch? Ist sie glücklich?" Der junge Maler fühlte, wie feine Stirn feucht wurde. Ich weiß nicht," stammelte er, und der Wahrheit gemäß fügte er hinzu: Ich habe ihn nie gesehen." Der Onkel vertiefte sich aufs Neue in eine benähe andächtige Betrachtung des Bildes. Warum sollte sie auch nicht glücklich sein!" fuhr er, fast zu sich selbst redend, mit einer gewissen Wehmuth fort. Wenn man solche Brillanten besitzt! Aber wer hätte das gedacht wer hätte das gedacht! Eine Kommerzienräthin! Und sie wäre um ein Haar Frau Ferdinand Müller geworden!" - Dem unglücklichen Neffen zitterten die Kniee.' .Ich glaube. Du befindest Dich in
einem Irrthum muncyrn) ver Persönlichkeit, lieber Onkel eine zufä'lligeAehnlichkeit vielleicht " O nein, ich täusche mich nicht, das Auge der Liebe sieht scharf. Und ich habe sie geliebt, Fritz! Sie war meine erste, meine einzige, wahre' Liebe. Nur weil ich damals noch kein Geld hatte, konnten wir uns nicht heirathen. Aber ich muß sie wiedersehen! Ich muß von ihr selber hören, daß sie glücklich geworden ist. Ich werde mein Weiterreise aufschieben. Wann Inmrt i fi fi?rfur aiir (Sifaimrt2" Fritz Körting schnappte nach Luft. Vorläufig überhauptnicht. Sie sie ist gesrn mit ihrem' Manne nach dem Süden gereist." Ferdinand Müller wiegte das dünnbehaarte Haupt. Gestern gerade gestern! Ich habe eben immer Unglück. Und ihre Kinder? Oder hat sie keine?" Jawohl fünf Stück." Fünf Kinder! Und es könnten die meinigen sein, wenn ich das nöthige Geld gehabt hätte!" Er war in eine sehr elegische Stimmung gerathen; Fritz Körting aber fühlte sich der Verzweiflung nahe, denn das Ende dieser unglücklichen Verwirrung war ja gar nicht abzusehen. Und nun mußte zu allem Unglück auch noch Jemand sehr ungestüm an die Thür des Ateliers klopfen. Himmel! Wenn es der Schneider wäre!" dachte der junge Maler, als er hinging, um zu öffnen. Aber es war etwas viel Schlimmeres, denn zu seinem unaussprechlichen Entsetzen sah er seine Wirthin, die verwittwete Frau Postsekretär Henriette Sylvester, das Original seines Bildes, in Hut und Mantel und mit sehr ernster Miene vor sich stehen. Um Gotteswillen, liebe Frau Sylbester," flüsterte er ihr zu, ich kann jetzt Niemanden empfangen ich " Aber sie ließ sich nicht aufhalten, sondern stürmte geradewegs in's Zimmer hinein. Ach was, ich muß mit Ihnen sprechen. Was mir da soeben erzählt worden ist ach so, Sie haben Besuch!" Sie schien sich nun doch zurückziehen zu wollen. Aber es war zu spät. Denn schon hatte Ferdinand Müller sie erkannt und trat auf sie zu: Henni!" sagte er mit bebender Stimme. Meine liebe Henni! Erkennst Du .erkennen Sie mich nicht wieder?" Die Frau Postsekretär sah ihn mit großen Augen an. Ich weiß wirklich nicht, mein Herr " Aber ich bin's ja Ferdinand! Ferdinand Müller!" Ferdi! Wahrhaftig! Alle guten Geister wie haben Sie sich verändert!" ... Es sind zweiundzwanzig Jahre, liebe Henni zweiundzwanzig lange Jahre Aber mein Neffe sagte mir doch. Sie wären im Süden?" Der Herr Körting ist Ihr Nesfe? Und davon hatte ich keine Ahnung? Sie also waren der gute Onkel . Müller, von dem er immer Geld bekam?" Hat er Ihnen, das erzählt, der brave Junge? Und daß er gerade Ihr Porträt malen mußte! Es geschehen doch noch Zeichen und Wunder!" Mein Porträt? Wirklich, da sieht es. Aber was haben Sie denn da hineingcmalt? Das ist doch nicht meine Brosche. Das sieht ja aus wie läuter Brillanten." Fritz Körting lächelte wie ein Blödsinniger. Da es keine Hoffnung mehr gab, die Katastrophe abzuwenden, hielt er es für das Gescheitesie, überhaupt kein Wort mehr zu reden. Und der Onkel, ganz überwältigt von dem unverhofften Wiedersehen, hatte die Frage wohl überhört. Daß wir uns so begegnen müssen! Ich als alter, vertrockneter Junggeselle, und Sß als Kommerzienräthin, als Als was?" Nun ja, Sie haben ein besseres Loos gewählt, als es Sie an meiner Seite erwartet hätte. Ich habe ja, Gott sei Dank, mein Schäfchen auch in's Trockene gebracht. Aber bis zum Kommerzienrath bin ich nicht gelangt. O. Henni, warum können Sie nicht frei sein, wie ich?.Warum habe ich Sie nicht als alte Jungfer wiedergefunden oder meinetwegen als Wittwe !" . Aber ich bin ja Wittwe schon feit neun Jahren!" Wa was?" Du hast also gar nicht gewußt, Fritz, daß der Kommerzienraih todt ist?" Fritz schwieg beharrlich. Die Dame aber wurde etwas ungeduldig. Von was für einem Kommerzienrath reden fe denn da eigentlich immer, Ferdinand? Wenn Sie etwa meinen seligen Mann meinen, so weiß Herr Körting recht gut. daß er nichts weiter war als simpler Postsekretär." Onkel Ferdinand war starr. Ja. was soll denn das heißen? Und Ihre fünf Kinder?" Fünf? Daß mich der Himmel bewahre! Die eine Tochter macht mir wahrhaftig schon Sorgen genug, namentlich wenn leichtfertige junge Herren. wie Ihr Neffe da, darauf ausgehen, ihr den Kopf zu verdrehen.' Meine Freundin, bei der ich eben zu Besuch war, hat Sie neulich mit meiner Trude in den Anlagen beobachtet, Herr Körting! Und da Sie doch wohl nicht im Stande sind, das Mädel zu heirathen, so bin ich nach Hause gekommen.
um ynen zu lagen, vay te morgen schon ausziehen müssen." Jetzt endlich dämmerte in Onkel Ferdinands Hirn eine Wahrscheinlichkeit auf. .Mit gefurchter Stirn wandte er sich seinem Neffen zu: Ich verlange Aufklärung. Fritz! Was hat es mit alledem auf sich mit diefem Porträt mit der Kommerzienräthin mit den fünf Kindern und mit dem jungen Mädchen, von dem hier die Rede ist?" Da brach es mit dem Todesmuth der Verzweiflung aus der Brust des jungen Mannes: Schwindel, lieber Onkel, alles Schwindel bis auf meine Liebe zu Fräulein Trude Sylvester, die so echt und wahr ist, wie nur jemals eine. Und sie allein hat mich zu alledem gerttvn." Da ihn Onkel Ferdinand natürlich noch immer nicht verstand, legte er unumwunden einen Bericht seiner Verfehlung ab. Und je länaer er in seiner liebenswürdig warmherzigen Weise sprach, desto offensichtlicher glätteten sich die Falten auf Herrn Müllers Stirn. Zuletzt, als Fritz Körting nichts mehr . zu seiner Rechtfertigung zu sagen wußte, wandte er sich an die Frau Postsekretär. Ein Teufelsjunge nicht wahr? Aber was soll man nun mit ihm machen? Am Ende wäre es doch traurig, wenn es ihm und Ihrem Töchterchen ebenso gehen sollte, wie es uns beiden ergangen ist. bloß weil ich nicht Geld genug hatte, um zu heirathen!" Ja. freilich," sagte sie mit einem tiefen Seufzer. Wenn man daran denkt, daß sie sich erst nach zweiundzwanzig langen Jahren finden sollien " Wie wir," ergänzte Onkel Ferdinand mit auffallender Hast, um dann einzusehen, daß sie inzwischen beide zu alt geworden sind, um noch an's Heirathen zu denken! Nein, nein!- Ich bin heute nicht in der Stimmung, zwei Menschen unglücklich zu machen. Wenn Du das Mädel wirklich aufrichtig lieb hast. Junge, und sie Dich so will ich Dir in Gottes Namen auf Deine künftige Erbschaft einen Vorschuß geben, der Dich in den Stand setzt, sie zu heirathen. Aber das Porträt da, das machst Du noch einmal für mich! Es foll seinen Platz über meinem Schreibtisch haben, wo jetzt Nafaels Madonna hängt." . In stürmischer Freude umarmte Fritz Körting seinen gerührten Onkel, und wenn auch die Frau Postsekretär zuerst etwas enttäuscht aussah, weil sie gehofft haben mochte, daß Herr Ferdinand Müller statt eines Bildnisses das Original selbst verlangen würde, so siegten doch sehr bald ihre mütterlichen Empfindungen, und lächelnd gestattete sie' ihrem zukünftigen Schwiegersohn, sie im Ueberschwang 'seines Glückes auf dieWange zu küssen. '
Dichterund Narr.
Von dem französischen Dichter und Epigrammatisten Alezis Piron wird erzählt, daß er einmal das Pech hatte, von einem Nachtwächter in Paris verhaftet und am nächsten Morgen vor den Polizeileutnant geführt zu werden, der ihn in hochnäsiger Weise über seine Beschäftigung ausfragte. Ich bin Dichter," war Piron'sAntwort. Oh, ho, ein Dichter sind Sie?" sprach der Beamte, ein Dichter? Ich hab' einen Bruder, der ist auch Dichter." Nun, dann sind wir quitt," erwiderte Piron, ich hab' auch einen Bruder. und der ist ein Narr."
Ueber eine für gültig erklärte Kinderheirath wird aus Newark, N. I., berichtet: VicekanzlerStevenson hat das Gesuch, die Heirath der 14 Jahre alten Lola Bowker mit dem 16 Jahre alten Percy Williams, von LiKingston, für ungültig zu erklären, abgelehnt. Er begründete seine Entscheidung etwa folgendermaßen: Die Gesetze von New Jersey seien bezüglich eines Falles wie der vorliegende nicht klar, weshalb er denselben auf Grund des Gemeinen Rechts" hin entscheiden müsse. Dies Gesetz bestimme das herrathsfähige Alter eines Knaben mit 15 und das eines Mädchens mit 14 Jahren. Da nun Lola Bowker zugestandener Maßen 2 Monate älter als 14 Javre und William 16 Jahre alt war, als sie heirstheten, so fehle jeder gesetzliche Grund, die Ehe für ungültig zu erklären. Lola und Percy waren Schüler der Hochschule in West Orange und heiratheten sich in dem erwähnten Alter. Zunächst begaben sie sich zu einem Geistlichen, der sie abwies, weil sie noch nicht majorenn seien. Dann suchten sie einen Friedensrichter auf, vor dem William angab, 21 und 'das Mädchen, 18 Jahre alt zu sem. Der Friedensrichter nahm natürlicher Weise hierauf keinen Anstand, das Paar zu trauen. Das goldene Haar. Sehen Sie das hübsche Mädchen dort drüben mit ihrem goldenen Haat? Ach. das hat sie von, ihrer Mutter!" Nein, von ihrem, Vater!" Aber der ist doch gar nicht blond?!" Genifc nfr er ist l5kttm!l,r." Die junge Hausfrau. Köchin: Sehen Sie, Madame, heute, wo Sie gekocht haben, ist gleich die Bratwurst geplatzt! Ach. Gott, ja entsetzlich haben Sie nicht ein bißchen Englisch-Pflaster zur Hand?"
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