Indiana Tribüne, Volume 29, Number 12, Indianapolis, Marion County, 6 September 1905 — Page 7
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ä f! 5 4 'f fr : 4 f 4 4$ H 44 44 v4 fr fr fr fr fr ! (Fortsetzung.) , Seme mn Arbeitsuberouroung begründete Weigerung. Frau. Mathilde und Liane von Moorheide abzuholen, kam der Mutter plötzlich recht verdächtig vor, und kaum hatte sie die heimische Schwelle überschritten, so stieg sie leise hinauf au Wilibalds ZZemenat? Einen Augenblick hielt sie lauschend das Ohr gezen des Jünglings Pforte geneigt, und als sich drinnen nichts rührte, hatte sie mit einem Ruck die Klinke niedergedrückt und trat ein. Kein Wiliöald war da! Und nirgends ein aufgeschlagenes Buch nirgends eine Spur -ernsthafter Thätigkeit! Die Schrankthür stand offen. Ein Mutterblick über dcs Sohnes Habe, und Frau Mathilde schlug leide Hände über dem Kopf zusammen. Ten guten schwarzen den guten schwarzen Eehrock hatte er an! Aber da an der Erde, was war denn das? ' Ein Stück Papier. Sorgsam hob die Toktorin. das Blatt auf. studirte. buchstabirte und brachte endlich glücklich zu Stande: Mikzelchkn, tut seine, kleine llütcr 3?lr.!fn ganz allkwe Kost' ich. ach, zu gvii mit dir " Tu infamigster Bengel Du! Na warte!" Weiter sagte Frau Mathilde nichts. als sie gelesen hatte. Aber wie sie es sagte, danach war es klar, daß Wilibald wirklich etwas zu erwarten hatte. 7. Kapitel. iis einem Wald'früchtebehangeuerKirschbaumc heraus schaute Gärtner Tankwarts Haus wie ein freundliches Matronengesicht in die lachende Sommerwelt hinein. Nicht daß das Haus gar so alt aussah, immerhin hatte eö aber schon Tankwarts Großeltern gekannt, und da konnte man füglich von einem Maironengesichr sprechen, obwohl Tan!warts Häuschen einen frischen Anstrich trug, so rosenroth wie das Err'öthen eines jungen Mädchens an ihrem Hochzeitstage. Tankwarts konnten sich einen so!chen Anstrich wohl leisten, konnten sich auch sonst noch allerhand leisten, denn sie waren beinahe reiche Leute. Tas Blumengeschäft drinnen in der Stadt hatte in den letzten Jahren einen unerwarteten Aufschwung genommen, die Erzeugnisse der Llndensiedter Gärtnerei aber fanden in Lindenstedt selbst und in der Umgegend reißenden Absatz, zumal seit das Oertchen als Bad in Mode kam. Dabei ließ sich wohl was ersparen, umsomehr, da die glücklichen Gärtnersleute nur für ein einziges Kind zu sorgen hatten. Leid:r." sagten sie freilich, denn ihr Herzenswunsch war es gewesen, noch einen Sohn zu haben neben dem Töchterchen, das sie selbstverständlich um alles in der Welt nicht hätten missen mögen. Es war aber auch ein goldiges Töchterchen, Tankwarts Mieze goldig im wahren Sinne des Wortes, d.'nn sie hatte Haare wie pures Gold. Manche Leute meinten allerdings, das Miezelchen hätte rothe Haare, aber das waren solche Leute, die alles in nüchternste? Genauigkeit nehmen müssen. Und eben siebzehn Jahre war sie geworden da gegen erhob memand Einspruch, das ah man ihr an. Ware sie alter g?rccen, hätte sie die kurzen wirren Haare chließlich doch nicht mehr nur mit einem Bande zusammengehalten tragen dürfen; sie hätte dann mindestens versuchen müssen, die goldenen Büschel mit Nadeln festzustecken. Und dann trug sie auch meistens noch halblange Röckchen, blaue, rothe, am liebsten recht farienprächtige. Wie sie da jetzt zwischen den Erdbeerbeeten hin und her huschte, war sie in ihrem rothen, gelbbetupften Kittel bunt wie ein Fliegenpilz, aber das schadete nichts, sie gefiel sich selber sehr gut heute. Sie hatte ein Körbchen am Arm und pflückte Erdbeeren: die guten in's Kröpfchen,die schlechten in's Töpfchen. Sie lachte über das ganze spitzbübische Gesichtchen, wenn sie nach diesem Rezepte eine ganz besonders saftige Ananaserdbeere vor dem niederen Schicksal, verkauft zu werden, bewahrt hatte. Da Plötzlich, wo sie so an ganz und gar nichts weiter dachte als an ihre Erdbeeren, sagte jemand hinter ihr: Seien Sie mir gegrüßt, mein Fräulein!" Je, Herr Föhrenbach " an der melancholisch sanften Stimme hatte sie ihn erkannt, ehe noch ihr Kopfchen her umfuhr und ihre braunen Aurikelaugen ihn anblitzten. Alle Tausend und so fern! Gerade als wollten S:e direkt auf s Standesamt. Mit Ihnen sofort,. Fräulein Miett," beeilte sich Wilibald, begeistert an seine Brust schlagend, zu versichern. worauf die Kleine mitsammt ihrem Körbchen vsk ein Kreisel sich um sich selber 'drehte. ..
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t? H 44 i H fr m n Roman von Scdmi Erttn tdjmcd;cbicr m1 TT L, fr fr 44 44 44 fr 44 fr ?:anOcsamt hetralhen! Was wär' famos! Und so gleich vom Fleck weg!" Doch plötzlich blieb sie stehen und sagte treuherzig-ernsthaft: Aber wissen Sie, Herr Föhrenbach, was ich mir eigentlich noch mehr wünschte?" Nun?" fragte er zagend. Eine unglückliche Liebe! Was so furchtbar interessant sein soll." Ich habe solch eine unqlücklich: Liebe," sagte Wilibald und blickte empor zum Himmel, den kein Wölkchen trübte. Tankwarts kleiner Mieze blieb der Mund halb offen stehen vor Staunen. Dann lachte sie schelmisch. Bis auf den feinen Anzug sehen Sie aber aus wie immer, Herr Föhrenbach." Imme?" das waren die Abende, an denen Wilibald, offenba? doch im Auft?age seine? Mutte?, die Gärtnerei betrat, sein Anliegen aber meistens vergaß über allzu großem Interesse an Miezes Thätigkeit, die im Sträußebinden bestand, dann so lange mit dem Fortgehen zögerte, bis er aufgefordert wurde, mit Tankwarts unter der Linde noch ein Glas Bier zu trinken. Oft holte Vater Dankwart dann auch noch seine Zither herbei und spielte längstverschollene Lieder aus seiner Jugendzeit. Alle aber, die im Garten waren, sangen mit. Die Gärtnergehilfen, die Mägde, die Taglöhnerinnen, alle sangen am gefühlvollsten aber sang Wilibald Föhrenbach. Die Veränderung it eben innerlich. Fräulein Mie'-e. Ans den äußeren Menschen kommt es da weniger an. Uebrigens habe ich Ihnen etwas mitgeS l ftY Ti V V. 1 vraazl, rauiein cieze ein oeoiaj:: .An sie!' Soll ich es Ihnen zeigen?" Ach ja!" Das Nothköpfchen bog sich spähend einmal nach rechts und einmal nach links, ob auch niemand in Sich! sei, die entzückende Heimlichkeit zu stören. Kein Mensch weit und breit! Da langte Wilibald in seine Rocktasche und zog mit bestürztem Gesicht die Hand leer heraus. Vergeben!" stöhnte er alsdann. Und auswendig kann ich's nicht, wenigstens nicht " Aber er kam nicht zu Ende. Der Zauberbann scheuer Heimlichkeit war gebrochen, und Mieze lacyte. daß ihre rothe Haarschleife nur so tanzte. Von seiner unglücklichen Liebe : klärt? sie z-.un nichts mehr wissen zu wollen, das sei doch gar leine richtige, sonst hatte er- zum mindesten das Gedicht An sie!" nicht einzustecken vergessen. SolcheVergeßlichkeit gab's ja gar nicht bei eine: richtigen Liebe. Woher sie das wisse, wollte er wissen. Jawohl, das werde sie ihm vcrrathen. sie sei doch nicht umsonst schon siebzehn Jahre und was er überhaupt hier zur NachmittagsZwnde in seinem Staatsanzuge bei Tankwarts, wo ein jeder arbeiten müsse, wolle. Um ihr. Mieze Dankwart, beim Erdbeerenpflücken zu helfen, wäre er doch ganz gewiß nicht gekommen. Warum denn nicht?" sagte Wilibald sanft und begann mit den langen Beinen in den Erdbeerenbeeten herumzustolziren wie ein Storch im Salat. Und dann bückte er sich und pflückte und pflückte, daß sich sein bleiches Antlitz röthete, als wolle es wetteifern mit den Gluihen auf Un runden Kinderwangen der kleinen Gärtnerstochter. So mochte eine geraume Zeit verstrichen sein, denn drei umfangreich: Körbchen waren mit Beeren vollgefüllt, als das Eoldtöpfchcn sich aufrichtete und sagte: Jetzt hab' ich's satt! Wenn Sie jetzt noch immer nicht nach Hause müssen. Herr Föhrenbach. schlag' ich Ihnen vor, wir sind lieber lustig miteinander." Ob Wilibald da nach Hause mußte! Dem.Verhängniß die Stirn und dem Glücke die Hand geboten!" dachte er und reichte der kleinen Mieze die kleörigen Erdbeerfinger zum Zeichen, daß sie in diesem Falle unbedingt auf ihn zählen dürfe. Und abermals verging eine geraume Zeit. Da tönte die Klingel zum Blumenladen, die Thür öffnete sich, eine hohe, würdevolle Gestalt trat über die Schwelle, musterte den Raum, wo auf langen Tischen geschnittenes Grun und Slumen aufgespeichert lagen, aber keine Menschenseele anwesend war, um nach ihrem Begehr zu fragen Bummelwirthschaft!" sagte da Frau Doktor Mathilde Föhrenbach. durchschritt energisch die verlassene Arbeitsstätte und trat durch eine offenstehende Seitenthllr direkt in Dankwarts Garten hinaus. Der schien auch wie ausgestorben. Umsonst blickte sich Frau Mathilde ringsum und ging dann schließlich auf's Gerathewohl den breiten, buchsbaumumsaumten Weg hinunter. Mit einem Male hielt sie inne und spitzte sozusagen beide Ohren. Stimmen, Musik, Händeklatschen, durchdringende Juchzer . . . Aha!" dachte sie und ging weiter der Richtung nach, woher das bunte Durcheinander erklang. Das schien ja hier reizend herzugehen! Na warte. mein Jungchen! Wenn ich Dich hier finde, magst Tu's Dir aufspielen las-
sen. das schöne Lied: .Wenn Du noch
eine Mutter hast'!" Und dann fand sie richtig das Jungchen. Das heißt, es dauerte geräume Zeit, bis sie es an dem Flecke, wo sie wie angewurzelt stehen geblieben war, begriffen hatte, daß das lange dünne Gestell, das da wie ein balzender Auerhahn oder wie ein verwirrter Zwirnsfaden um em sich im Kreise drehendes rothes Etwas herumsprang uno ncy oazu mit den Hanöen wie ein Wahnnnnigcr gegen Krne und Hacken schlug, ihr Wilibald, ihr sanfter. melancholischer, schweigsamer Wilibald war. Und noch ein anderer Kerl in Kniehosen sprang da herum und kommandirte den Cirkusauftritt: Links 'rum . . . rechts 'rum . . . noch mehr Schneid! Guat is so noch a bis! fester klatschen und juchzen Juhu." Dazu spielte der alte Tankwart einen Ländler auf der Zither, und seine Frau saß dabei und strickte. Da aber aesnay etwas, das nicht hätte geschehen dürfen, wenn dieser Schuhplattler zu den ungetrübt seligen Erinnerungen Wilibald Fohrenbachs hatte zahlen sollen. Durchdringend klang plötzlich die wohlbekannte mütterliche Stimme mitten hinein in des Sohnes muchzende Juhus: Willbald ich sage Dir, daß Du Dich schämen oder ein Hanswurst werden sollst." Jählinas verstummten die Zitherklänae, Wilibald erstarrte zu einer Bildsäule und sah geistesabwesend seine Mutter an. Die ho? alsbald die Hand, wies über die Schulter zurück des Wegs, den sie gekommen war, und sagte mit schwüler, unheimlicher Freundlichkeit: Dein Vater wartet draußen auf Dich." Und als Wilibald in einer Anwandlung mannhaften Muthes zu zögern wagte. erhobeneren Klanges: ..Geo. sage ich Dir, oder " Und er ging mit einem letzten furchterlichen Äbschiedsblick auf Mieze, die von einem Füßchen auf das andere trippelte und offenbar in großer Spannung der Weiterentwicklung der Dinge entgegensah. Die ließ nicht lange auf. sich warten. Nachdem auch der bayrische Gärtnerbursche. der sich um die Einstudirung des Schuhplattlers so verdient ge-. macht, von der Blldslache verschwunden war, begann Frau Mathilde die freundlich gemüthliche Begrüßung Tankwarts auf merkwürdige Weise zu erwidern. Sie sind sich doch wohl klar darüber, Herr und Frau Dankwart, daß ich nicht gekommen bin. um etwa auch bei Ihnen zu schuhplattlen, wie mein pflichtvergessener Sohn, dem ich seit Langem vergeblich nachspürte, wo er seine Zeit vertrödelt, und um " Wohl fühlte der Gärtner den beißenden Hohn der Worte, sah auch, daß die Doktorin empört war, aber noch fiel es ihm nicht ein, sich und seine Familie dadurch getroffen zu fühlen. Gutmüthig beruhigend meinte er darum: Ach, seien Sie doch nicht so streng. Frau Doktor! Ein junger Mensch, wie Ihr Herr Sohn " Und da fiel, ebenfalls in der löblichen Absicht, begütigen zu wollen, auch noch Frau Dankwart ein: ..Ein solch netter junger Mann, der sich bei einfachen Leuten, wie wir es sind, so wohl fühlen kan, der wird doch sonst auch gewiß nicht auf Abwege gehen." Frau Mathilde konnte sich jetzt nicht mehr mäßigen und fuhr brüsk heraus: Sonst nein. Frau Dankwart, außer hier bei Ihnen geht mein Sohn nicht auf Abwegen." Feuerroth im bärtigen Gesicht, reckte sich der Gärtner steif auf und rief mit Donnerstimme: Waö soll das heißen, Frau Doktor?" Aber Frau Mathilde wich keinen Fingerbreit zurück. Das soll heißen, daß mein Sohn heimlich hierher läuft, um mit Ihrer Tochter schön zu thun, und daß Sie was ich übrigens nie von Ihnen erwartet hätte, Herr Dankwart daß Sie ihm hier noch den Aufenthalt angenehm machen, anstatt sich zu erkundigen, was denn wohl einen jungen Menschen hierher treibt, der durchaus nicht hierher' gehört. Gärtnerbursche will er ja doch nicht werden, mein Sohn, sondern Arzt. Freilich, wenn man eine Tochter hat " Und ein Vernichtungsblick traf Frau Dankwart, die an allen Gliedern bebend wortlos dastand und ihren Mann für sich reden ließ. Der winkte das Rothköpfchen heran. Mieze, komm mal her. Sie kam. kein bischen, verlegen, nur neugierig, guckte sich vergnügt die Doktonn an und lachte. Vater Tankwart aber wies auf das kleine lachende Ding im rothen Röckchen und sagte nur: Sehen Sie sich die mal genauer an, Frau Doktor, und befragen Sie das Kind mal nach dem, was Sie sich einbilden. Mir aber in meinem Hause sagen Sie's nicht noch einmal, daß wir uns sozusagen denn darauf geht's doch hinaus den jungen Studenten in's Haus gezogen haben, um Regen Sie sich nur nicht auf, Herr Dankwart. Heutzutage, wo jeder über seinen Stand hinaus will, hat schon mancher noch anderes gethan. daß feine Tochter mal eine Doktorsfrau wird. Und wenn die da" ein verächtlicher Blick auf die rothe Kleine auch leugnet, hier das spricht deutlicher!" Damit zog Frau Mathilde
ein Stück Papier' hervor und hielt es dem Gärtner unter die Nase. Hier lesen Sie und dann machen Sie Ihrer Tochter den Standpunkt klar!" Vater Tankwart las, las laut und ausdrucksvoll: An sie! Me;rlcl?k!i, dn seine, kleine Unter Bllkmen ßcnj alleine Kost' ick. ach, so s.ern mit dir " unttrvracy oen xicienoen em Jubelschrei, und Mieze, aanz puter-
roth, schwang sich zweimal um sich selbst herum. Das bin ja ich! Das muß ich ja sein! In ganz Lindenstedt gibt's außer mir lein Miezelchen. Und ich dacht'.- es wär' eine andere, seine unglückliche Liede, von der er b.eute was gesagt hat!" Keck stellte sich die Kleine dicht vor die Doktorin und rief: Ja, dann haben Sie recht, Frau Doktor, wenn das in dem Gedicht steht, dann liebt, er mich, der Herr Wilibald!" Ein Gesicht wie das Gesicht, was Frau Mathilde jetzt machte, hatte sie in ihrem ganzen Leben noch nicht gemacht so lanq war es noch nie ge'Wesen. Also sie, die sorgsame, vorsichtige Mutter, hatte die Sache erst zum Klappen gebracht, hatte dem Wilibald, dem' schrecklichen Menschen, die Mühe einer Liebeserklärung abgenommen! Und nun mußte sie sich obendrein auslachen lassen von dem rothen Teufelsbraten da! Was sie jetzt eigentlich noch gesagt und was Tankwarts geantwortet recht klar ist es ihr niemals geworden, nur das grub sich mit Feuerschrift unauslöschlich in ihr Bewußtsein: des Gärtners erhobener Arm, der bedeutete: die Thür steht für Dich offen und dazu Worte des Sinnes etwa, als müßte Frau Toktor Mathilde Föhrenbach Gott auf ihren Knieen danken. wenn Tankwarts sich je. herbeilassen könnten, einem Habenichts, der niemals sein Eram:n bestände, solch einem schlotterigen Muttersöhnchen, ihre einzige Tochter zu geben. Tausendmal lieber dem ersten besten Gärtncrburschen, der wenigstens ein Ma-nn wäre. Und das hatte sie sich bieten lassen müssen sie. Frau Tokio? Mathilde Föhrenbach. weil ihr die Stimme versagte und sie auf der S:elle der Schlag hätte rühren können vor Herzklopfen. Auch zu Haufe brauchte sie einen ganzen Abend lang, um sich zu erholen. Keinen wollte sie sehen, vor allem Wiliöald nicht, erklärte sie unheilre.'kündend ihrem Gatten, der sich um sie bemühte. Am anderen Tag erst platzte die Bombe. Zu früher Morgenstunde, als Liane noch in ihrem Zimmer sich befand, wurde Papa Föhrenbach in das Erlebniß des gestrigen Tages und in den Entschluß eingeweiht den sich Frau Mathilde in den durchwachten Stunden der Nacht von der Seele gerungen hatie. Hermann, das sage ich Dir. jetzt kommt der Bengel nach der Stadt. Eine Stube wird ihm da gemiethet, und das besorgst Du noch heute, damit er daö Frauenzimmer nicht wizd:r sieht." De? Tokto? e?hob keinerlei EtY,wand, denn im Grunde fand er's äußerst ersprießlich, daß Wiliöald auf diese Weise aus dem elterlichen Hause kam. Auch Wilibald selbst erhob keinen Widerspruch. Im Gegentheil, er fand den Muth, ' zunächst stockend, dann in immer fließenderer Rede der Mutter zu erklären: Du kommst dem zuvor, was ich Dir heute selber hatte sagen wollen. Nach dem, was gestern geschehcn ist, wie Du mich öffentlich vor den Augen des Madchens, das ich und als hätte er sich jetzt erst dazu entschlössen, es allen Ernstes zu thun iawohl. das ich nebe, wie tir.tr, Schuljungen behandelt hast, rann auch ich nicht mehr Hierbleiben. Redlich will ich versuchen, wie es bestimmt war. zum Frühjahr mein Examen zu machen. Aber selbst wenn ich bestehe, ein guter Arzt werde ich me werden, vas weiß ich sicher. Manche nehmen sich wohl gar das Leben in dem Kampfe zwischen dem. was sie möchten und um ihrer Eltern willen nicht dürfen. Wie der meine endet, das steyt noch aus, Mutter." Na, dann laß das nur stehen, mein Junge, saate völlig ungerührt die Doktorin, wendete sich kurz herum und verneß das Zimmer. Am Mittag fuhr Vater Föhrenbach mit semem Sohne m die Stadt. Am Abend kehrte er ohne Wilibald zurück und berichtete der Gattin, die er allein in ihrer Stube traf, daß sich ein büligzs Stübchen vier Treppen hoch für den Jüngling gefunden habe, und dieser wohl" aufgehoben sei. Die Stube sei zwar sehr einfach, aber der Jung: sei ganz ve?se?en darauf gewesen, gerade sie und keine andere zu nehmen. Frau Mathilde sagte nur: Na. dann ist's ja gut!" nahm, als ginge sie das alles im Grunde gar nicbts an, ihre Näharbeit vor und begann tiefzesenkten Hauptes zu sticheln. Auf einmal aber wurde die Leinwand in ihren Fingern naß von dicken schweren Thränen, bit daraus herniedertropften. (Fortsetzung folgt.) Unter den Millionen Pagoden Jndo-Ehinas ist die Shwe Dagon-Pagode in der Nähe der großen Handelsstadt Rangun die hei-liatte.
Automobilmahnsintt. Ein, neue rankheit und der,?, Erschein nungserintn. Eine neue Krankheit hat ein bedeutender englischer Arzt beobachtet, und er spricht von ihr in einem längeren Aufsatz des Daily Expreß." Es ist der Wahnsinn, der durch Automobilfahren hervorgerufen wird. Wie kommt es." so fragt der Autor, daß Leute, die im gewöhnlichen Leben verständig, menschenfreundlich und höchst sorgsam stnd, ihren Charakter in dem Augenblick völlig verändern, in dem sie sich auf ein Automobil setzen? Natürlich ist das nicht bei allen der Fall, aber es wird immer deutlicher, daß eine bestimmte kleine Anzahl von Automobilisien ihr civilisirtes Wesen unter dem Einfluß ihrer Maschine einbüßt. Es läßt sich nachweisen, daß bei vielen so völlig veränderten Charakteren durchaus keine Anlage zur Brutalität vorhanden war, zum mindesten hätte sie sich dann auch schon in einzelnen anderen Handlungen zeigen müssen. Vielmehr hat man einen höchst merkwürdigen psychologischen Vorgang zu beobachten, eine völlige Veränderung der Natur durch eine einzige Handlung. die man am besten mit dem Wort .Automobilwahnsinw bezeichnet, und deren Verlauf für den Arzt 'ziemlich deutlich zu erkennen ist. Es erscheint als klar, daß gewisse bereits nervöse und leicht erregbare Naturen durch die rasende Geschwind!-
kcit der Fortbewegung in die höchste Aufregung versetzt werden. Die äußeren Wirkungen dieses Zustandes sind zweifach. Einmal ist es der leidenschaftliche Wunsch des also vor Ergung Zitternden, die Geschwindigkeit bis zur äußersten Grenze zu erHöhen. Zweitens macht sich in Verbindüng mit diesem Vorwärtsstürmen ein Gefühl des Hasses gegen alle Hemmnisse und Hindernisse geltend. Vor Kurzem machte ein Freund von mir seine erste Automobilfahrt. Er hatte Jahre hindurch gegen die Selbstsucht und Unvorsichtigkeit der Automobolisten auf's Schärfste gekämpft und immer die Gefährlichkeit dieses Sportes betont. Doch seine guten Vorsätze verschwanden mit der ersten großen Tour, die er unternahm. Bei Anbruch der Nacht fährt er in die Vorstadt Londons ein. bald steigt er vor meinem Hause aus mit schmerzenden Augen, zerschlagenen Gliedern und völlig ermüdeten Nerven. Er begrüßt mich in einer seltsamen und ungewohnten Aufregung, er erzählt in abgerissenen, schnell hervorgestoßenen Sätzen, daß er einen größeren und schnelleren Wagen überholt, er schwärmt davon, wie allerlei dumme Hühner und Gänse in die Gewalt seiner Räder gelaufen seien, wie ein Hund von seinem Wagen sechs Fuß weit über eine Hecke geschleudert worden sei. Ich war starr. Mein Freund, der sonst keiner Fliege etwas zu Leide that und von höchstem Mitleid erfüllt war, schien auf einmal von einem Genuß an Grausamkeiten berauscht, und erst als ich ihm sein verändertes Wesen vorhielt, kam er zu sich. Die Exaltation ließ nach, eine tiefe Ermattung überfiel ihn, und er gestand mir freimüthig zu. daß die schnelle Bewegung und die Erregiheit der Nerven wie ein Narkotikum ihn übermannt hätten und daß alle Bedenken und Hemmungen durch diesen Rausch aufgehoben worden seien." DaS Telephon in China. Die Ausdehnung der Telephon-An-lagen in China geht bei dem konscrvativen Charakter dieses Volkes nur langsam vorwärts. Erst im vorigen Jahre kam, nach einem Bericht des Helios, in Canton eine Telephonan läge zustande; sie umfaßt etwa 100 Sparchstellen und verbindet den ?)amen des Vizekönigs und der übrigen Mandanne sowie die Bureaus der bedeuten deren Kaufleute. Bemerkenswerth ist. daß die Anlage von japanischen UnterNehmern gegründet worden ist und auch von diesen betrieben wird, wobei alles Material und die Apparate aus Japan bezogen wurden. Solche Spezialartikel wurden früher nur aus Europa oder Amerika bezogen, jetzt werden diese Artikel sehr billig in Japan hergestellt. Die Unternehmer verwenden auch japanische Mädchen für den Umschaltedienst. Brudermord. Beim Streit über einen Baseballschlägel schoß der 13 Jahre alte David Baker semen elf jährigen Bruder Charles in - ihrer Wohnung in Oakdale, Pa., und verwunöete denselben tödtlich. Die Jungen hatten in der Nahe ihrer Wohnunc, mit anderen Knaben Baseball gespielt, als Streit entstand. Charles ergriff den Schlägel und lief in das Haus. Er begab sich in's Schlafzimmer, wo hin sein Bruder ihm folgte. Eine Flinte stand in der Ecke, und als David dieselbe erblickte, ergriff er sie, zielte auf seinen Bruder, schoß und traf ihn in die rechte Schläfe. David wurdi dann von Schrecken erfaßt und lies schreiend zu seiner Mutter, die mit ihren drei Töchtern auf einer Hochzeit im Nachbarhause war. und theilte l:xselben mit, daß er seinen Bruder ge schössen habe Fische aus klarem Wasser sind stets schmackhafter als ' solche- au schlammgrundigem Wasser; Sußwas serfne kan in ott YRtatl einen öiil geprägter! Geschmack als Seefische.
Feuer - Signale.
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Diese Departementsläden haben nämlich ein sogenanntes Bequemlichkeitsschirmgeschäft eingerichtet, welches für plötzlichen Regen den Kunden große Annehmlichkeiten bietet. Im Vargain-Counter" kann man ein Schild lesen: Wenn es das nächste Mal regnet, so kommen Sie hierher und borgen Sie sich einen Schirm. 'Wir holen ihn am andern Tage selbst ab." Natürlich wird ein kleiner Geldbetrag als Deposit verlangt, aber dieses wird bei Rückgabe des Schirmes wiedererstattet. Die Schirmfabrikanten fürchten, daß diese Einführung ihrem Geschäfte bedeutendesZAzuiügen kann. ,
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