Indiana Tribüne, Volume 29, Number 11, Indianapolis, Marion County, 5 September 1905 — Page 7
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Jndiana Tribüne, 3. September ZOttS. 7
., ... V ... ,t. i' "l H ie erste t& VT ö -ö 's1 'j ' N 4;. 44 4 v f (Fortsehung.) Sie stand ein paar Äugenblicke wie. gelähmt, bar.a hatte sie sich ihm entfcunfan und streckte die Arme gegen ihn aus in flehender, beschwörender Bitte: Nicht, o nicht um der Barmherzigkeit, um der Liebe willen nicht!" Es tobte ihm hämmernd gegen die Schläfen, Worte und Gedanken wirteilen ihm halb sinnlos durcheinander. a doch, Liane um der Liebe willen, die vom Zigeuner stammt!" Nein sie stammt vom Himmel!" Wie eine Betende stand Liane da, die gefalteten Hände fest ineinandergepreßt, die Augen emporgerichtet. Ihm aber verzerrte ein beißendes Lächeln die Lippen. Der Himmel freilich, der durfte nicht zu kurz dabei kommen, wenn eine Liese oder Grete liebte, denn Ehen wurden ja im Himmel geschlossen. Und wie er das voll ätzenden Höhnes dachte, verspürte er' plötzlich in sich wie ein lautes Rufen, wie eine Hand, die ihn vorwärts stieß auf den einzigen Weg, der ein klarer Ausweg war aus allem Uebel: Mach's zur Wahrheit, schneide Dir den Rückzug ab und hin mit der ersten Besten vor den Traualtar!" Lianens Hände hatte er wieder gefaßt, ber?r sie es hindern konnte. Und wenn wir beide es mit dem 5zimmel versuchten. Liane?" Ter letzte Rest der Farbe auf ihren, Wangen erblich, und wie ein Aechzen zitterte es von ihren Lippen: Spielen Sie so nicht mit mir. denn ich ich " Wieder in ibre Stimme hinein vernahm er die innere, die ihn vorwärts peitschte, und brüsk fast stieß er heraus: fta. Liane, aeben Sie ibn mit mir, cen Weg zum Traualtar?" enn, als läm's ihm. zum BewußisiLn. das dies wohl nicht die rechte Tonart sei, sich ein Weib zu gewinnen, selbst die erste Beste nicht, wiederholte er es noch einmal: Sagen Sie ja, Liane werden Sie meine Frau!" Sie sah ihm dicht in die Augen, fand drinnen ein Flackern und Brenuen, das ihr in die Seele glühte, und fand den Ernst, der keine Lüge sprach. Einen Herzschlag lang stockte in ihr das Leben, dann ein erstickter Laut aufjauchzenden Glückes: Mit Dir geh' ich bis an's Ende der Welt und bis in den Tod! Denn ich ich lieb' Dich ja. so lana ich nur denken kann!" Da war es ihm, als höre er mit lautem Krachen die Brücken zusammenstürzen zwischen sich und dem, was drei Jahre lang seines Lebens Inhalt gewescn. Und fest, wie einen Halt sich suchend, umschlangen seine Arme plötzlich die an seinem Herzen ruhende Mädchengestalt. Kann das denn wirklich Wahrheit sein, daß Du mich liebst?" Wie aus seligem Traume fragte es die bebende, zärtliche Stimme. Wortlos hielt er sie noch einen Augenblick in seiner Umarmung, dann gab er sie frei, zog sanft ihren Arm unter den seinen und sagte: Komm!" Sie schritt an seiner Seite dahin, wie von Wolken getragen, in ihren Augen war lichte Verklärung. So kamen sie auf die Terrasse. Frau Mathilde saß ein paar Sekunden starr, dann sprang sie auf: Liane!" Die sprach kein Wort, sah sie nur lächelnd an. Auch der Doktor hatte sich erhoben und blickte fragend auf Palmer. Herr Hauptmann?" Der winkte den Kellner herbei. Sekt!" Und dann zu Frau Mathilde und dem Doktor gewandt: Gestatten Sie, daß ich mich mit dem hineintrinke in den Kreis Ihrer Familie." Verlobung also!" Frau Mathilde hatte das Wort gesprechen es war ein Ruf grenzenlosester, ungeahntester Ueberraschunz. Da hatten zwei sich unter ihren Augen verliebt, verlobt, und ihre scharfen Augen hatten nichts davon gemerkt. Und sie wußte nicht, sollte sie sich nun freuen, sollte sie sich entrüsten, daß man sie so hinter's Licht geführt. Es blieb ihr zu weiterer Ueberlegung wenig Zeit. Der Kellner, die Situation vollauf erfassend, kam mit dem Sekt herbeigeeilt, den er gebührend mit Rosen umkränzt hatte. Da entschied Frau Mathilde sich für das Freuen, zog Liane in ihre Arme und gab ihr einen herzhaften Kuß. Die Gläser klangen von allen Seiten drängten sie herzu. Verlobung fröhliche Verlobung! Bis auf den letzten Tropfen hatte Palmer seine Schale geleert, hielt sie noch in der Hand und schaute darüber hinweg weit hinaus in die Ferne, und schaute plötzlich wie einer, der Gespenster sieht, am Ende der Terrasse, wo der hintere Garteneingang mündete, im Halbdunkel eine Gestalt, mit ausgebreiteten Armen in das herabhängendeRankenwerk fassend, im goldschimmernden Kleid, starr auf ihn die Augen geheftet Zerklirrend am . Boden lag sein Glas.
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sn Noman von Zodivig Erlitt gidiutcdtelucr vv ' 44 4:aa Scherben bedeuten Glück!" rief es am Tische durcheinander. Er machte eine Bewegung, als wolle er das Zerschellte erHaschen, dann blickte er wieder nach dem Hintergründe der Terrasse. Frau Jutta war verschwunden. Ist Ihnen nicht wohl?" fragte Frau Mathilde, beugte sich gegen Palmer vor und sah ihn an mit all der interessirten Theilnahme, deren sich ein Familienmitgüed von ihr zu gewärtigen hatte. Mit übermenschlicher Gewalt zwang er's über sich, daß er nicht aufsprang und davonstürmte, daß er ruhig auf seinem Sitze blieb, ein neues Glas ergriff, es füllte, leerte und lächelnd sprach: ..Richt wohl? das wäre ein schlechtgewählter Augenblick." Und. aus Lianes Hand legte er die seine. j 6. Kapitel. etlef Palmer zog die Klingel an Frau Juttas Hause. Es sollte sein letzter Besuch bei ihr sein. sein Abschied, sein gerades, ehrliches Ende mit ihr. Die Pforte that sich nicht wie sonst von selber auf. Er mußte eine Weile warten, bis drinnen jemand kam, die Thür zu öffnen. Das Dienstmädchen rief bei seinem Anblick bedauernd: O, der Herr Hauptmann! Die gnädige Frau sind schon fort mit dem ersten Zug. Wir haben die ganze Nacht gepackt, es war ja noch gar nichts vorbereitet. Als die gnädige Frau gestern von der Reunion wiederkam, entschloß sie sich ganz plötzlich." Die gnädige Frau ist also schon abgereist?" Merkwürdig, wie fest und ruhig seine Stimme klang. Hat sie vielleicht irgend einen Auftrag " Rein, gar nichts. Es ging alles drunter und drüber, gab so viel zu bedenken, daß für die lange Zeit, wo gn'ädige Frau fortbleiben wollen, alles richtig eingepackt wurde." Er nickte und sagte wieder mit der seltsam ruhigen Stimme: Ja freilich, für diese lange Zeit. Wußte die gnädige Frau schon genau, wohin?" ?!ein, sie meinte, das würde ihr schon unterwegs einfallen. Das macht sie ja immer so." Das Wort tönte in ihm nach, als r wieder draußen vor dem Gitterthor stand. Das machte sie immer so! Was ging's ihn aber heute noch an, was Frau Jutta that? Er hatte den Schnitt gemacht, der sie von ihm trennte und sie war fort auf lange Zeit. Und er hatte ihr zu danken dafür, daß sie es ihm erleichterte, sich erst hineinzufinden in seines Lebens selbstgewählten Wechsel. Ein paar Schritte entfernte er sich von ihrem Hause und blieb, wie an den Boden gezwungen, wieder stehen vor der Frage, die in ihm aufklang: Warum war sie ihm nachgekommen dahin, wo sie ihn vermuthen mußte, sie, die es doch stets aög-lehnt hatte, derartige Vergnügungen aufzusuchen? Was hatte sie gestern zu später-Stunde dahin getrieben was hatte ihr daheim nicht Ruhe gelassen? Was hatte sie ihm sagen wollen? Taumelnd stand er plötzlich da, seine Hand fuhr nach der Stirn, als wolle sie den Gedanken todtschlagen, der dahinter auferstand. Hatte der Ernst seiner Worte doch an ihr Herz getroffen, daß darunter die Pforten aufsprangen, sich aufthaten für ihn? Und war sie ihm nachgeeilt, es ihm zuzurufen, noch ehe der Tag versank? Und war sie nur zu spät gekommen um einen Wahnsinnsaugenbick zu spät? Wieder weiter schritt er. den starren Blick auf den Lvdcn geheftet. Es war Nachmittag geworden, als er endlich im Föhrenbachschen Hause erschien. Frau Mathilde war im Garten und eilte ihm freudig entgegen. Er wechselte ein paar Worte mit ihr und fragte dann nach Liane. Liane," sagte er nicht meine Braut!" Verstohlen musterte ihn die Doktorin. Wie ein besonders glücklicher Bräutigam sah er gerade nicht aus. Ueberhaupt diese ganze Verlobung so Knall und Fall, wo sie seit Jahr und Tag gemunkelt hatten, daß der Palmer darauf ausgehe, Frau Jutta Gcrland zu hcirathen die Gerland, die, wie sie vorhin erfahren, heute mit dem früheften ebenso Knall und Fall verreist war! Ob da am Ende gar an der Verlobungsgeschichte etwas nicht ganz so stimmte, wie es sollte und mußte? Na und wenn schon. Daß es in Zukunft immer richtig stimmte, darauf wollte sie schon ein wachsam Auge haben! So gelobte sich Frau Mathilde und deutete nach der Veranda hinüber. Liane sitzt in der Gartenstube. Sie konnt's vor Ungeduld kaum noch erwarten, bis Sie kamen." Sie konnte es kaum erwarten und er stieg die Verandastufen hinauf mit schwerem, müdem Schritt. Da klang ein leiser Aufschrei Liane flog ihm.entgea.el .Du bist da!" sagte
sie und schlug die Äugen voll zu 'ihm auf. Er konnte diese leuchtenden, strahlenden Augen nicht sehen, und zog ihre Hände, auf die er sia) beugte, an die Lippen. Ich hätte schon früher kommen sollen, aber " Sie fiel ihm in's Wort. ,.TaS Warten auf Dich war ja so schön fast so schön, wie daß Du nun da bist! Aber nein, nein " ein heilerer Klang bebte in ihrer Stimme, und sie lehnte das Haupt an seine Schulter daß Du da bist, wirklich da das ist doch schöner!" Wirklich das hätt' ich ja gar nicht gedacht, daß so viel Schönes von mir ausgeht." In seinem Lachen war eine heimliche Hast, es ihr abzuschneiden, daß sie so zu ihm sprach. Er zog ihre Hand unter seinen Arm, geleitete sie zu ein paar nebeneinander stehenden Gartensesseln, drückte sie sanft in den einen hinein, nahm selbst auf dem anderen Platz und sagte dabei: Eines aber wirst Tu vergeblich lei mir suchen: schöne Worte. Die kann ich nicht machen. Ich bin ein nüchterner Alltagsmensch. So mußt Du mich nehmen und darfst nichts anderes von mir erwarten." Ich nebme Dich schon für den, der Du bist. Und nichts anderes von Dir erwarten soll ich, Detlef?" Die Hände faltend bog sie sich gegen ihn vor und sah ihm in das Gesicht. Ob Du es wohl weißt, was Du mir gegeben, wie unmenschlich reich Du mich gemacht hast?" . Da strich er ihr sanft über das blonde Haar und murmelte ganz leise: Liebe kleine Liane!" Sie drückte mit ihrer Hand die sejne sich fester auf das Haupt. Ich fasse es ja immer noch nicht, daß Du mich liebst, daß ich Deine Braut bin. Heute früh, als ich erwachte, war's mir. als hätte ich nur geträumt, und wie ich's dann wußte, daß es ja Wahrheit war. da Detlef, mit Worten aussprechen läßt sich das ja nicht, was in mir ist. Alles wie verwandelt, wie eine neue Welt und in dieser Welt, da bist Du nun mein einziger, einzigster Mensch!" Er lächelte. Ein einziger Mensch, in einer ganzen großen Welt! Wenn da nur nicht allzubald die Langeweile Einzug hält, armes Kind.". Armes Kind!" Sie nickte. Ja. das war ick. bevor Du zu mir kamst. Jetziger jetzt-" Sie verstummte- plötzlich, als habe etwas ihr einen schreckhaften Ruck gegeben. Ein Zurückerinnern an Worte, die sie einst gehört, die ihn und seine Verhältnisse betrafen, und ängstlich sah sie ihn. an. Detlef ich bin ja aber rm, bettelarm! Weißt Tu's denn, vaß ich nichts anderes habe. Dir nichts anderes geben kann, als nur mich selber?" Eine Handbewegnng ließ sie schweigen. Ich habe selbstverständlich aewußt, daß Du keine Reichthümer besitzest. Liane." Du hast's gewußt, daß ich nur meine Liebe habe. u.nd bist doch zu mir gekommen so sehr liebst Du mich?" Er schwieg. Gottlob die Pein hatte jetzt ein Ende, dies anhören zu müssen! Frau Mathilde erschien auf der Veranda, und ihr auf dem Fußö folgten der Doktor und Wilibald. Jetzt ließ die Bräutigamsrolle sich schon eher durchführen. Die nächsten Tage gingen für Liane dahin, und sie merkte ihr Schwinden kaum. Aus Mcran .hatte sie einen Brief erhalten, worin die Tante Morand ihr zu der mitgetheilten Verlobung Glück wünschte und zugleich zwischen den Zeilen durchblicken ließ, daß ihr Befinden sich verschlechtert habe, sie sich aber in guter Pflege befinde. Liane wurde kaum davon berührt. Nur was von ihm kam. was feinen Namen trug, gab ihren Tagen Wer und Inhalt. Auf goldener Woge unermeßlichen Glücks hinaufgehoben, lag das Einst unter ihr wie eine dunkle Tiefe. Ueberspannt!" hatte FrauMathilde heute Morgen .gesagt, als Liane über einen Brief Palmers, der für den Nachmittag nach Moorheide einlud, außer sich vor Entzücken gerieth. Was zu viel ist. ist zu viel! Freilich, so in den Augen hat sie schon als Kind etwas Besonderes gehabt. Wenn sie so von unten herauf sah, war's manchmal gerade. als habe sich extra für sie die Welt anders angemalt, als für andere Leute. Und, Hermann, das sage ich Dir. so anders angemalt sieht sie den Palmer.7 Worauf Hermann die zarte Anspielung wagte: Na. Tillichen. wo wir zwei beide noch verliebt ineinander waren " Aber voll sittlicher Entrüstung war es in seine sanfte Rede gefahren: Hermann, ich frage Dich, war ich je verliebt in Dich?" Hm . . ." hatte Vater Föhrenbach hinterhaltig geknurrt und seinen Bart gestreichelt, hm na ja, wie Du meinst. Tillichen." Am frühen Nachmittag sandte Palmer den Wagen, der Frau Mathilde und Liane abholen sollte. Als das leichte Gefährt am Waldesrande um die Wegbiegung rollte, wo in geringer Entfernung Moorheide sichtbar wurde, bog sich Liane aus dem Wagen heraus. Sein Besitz! Inmitten seiner Aecker und Wiesen der Gutshof mit dem alten grauen Herrenhause, auf dessen Thurmkuppel die Wetterfahne im Sonnen-
! .schein Blitze schoß, weiter hinaus das
kleine Erlenwäldchen und dahinter der öde braune 'Moorgrund, darauf das Moorgespenst umgehen sollte und den kein unvorsichtiger"Fuß betreten durfte. Wie genau kannte sie das alles. Wie oft schon hatte sie von hier aus hinüber geschaut zu "bern alten grauen Gutshause! Und doch, wie trug alles heute ein anderes Gesicht, als sonst als sei es wieder jung geworden und lache sie an! Beide Hände hatte sie auf das Herz gedrückt, und aus den weit geöffneten Augen rollten ihr langsam zwei Thränen über das Gesicht herab. Na. Mädel, bist Tu denn ganz und xar übergeschnappt?" Laß nur, Tantchem Sjeh. ich habe meiner Heimath den ersten Gruß gebracht Freudenthränen." erwiderte Liane. Vor dem Gutshause stand Palmer ihrer wartend. Er trug einen weißen Anzug, der ihm vorzüglich stand, seiner Erscheinung etwas Fröhliches verlieh und über die Blässe und Abspannung seines Gesichtes hinwegtäuschte. Aus allen Thüren schauten neugierige Gesichter zu, wie er zunächst der Toktorin aus dem Wagen half und dann mit einem scherzenden Wort Liane herab hob. An der breiten, ausgetretenen Freitreppe aber stand mit einem Rosenstrauß die alte, langjährige Wirthschafterin, die schon bei Palmers Eltern auf dem Gute gewesen, und hieß die künftige Herrin des Hauses willkommen. Palmer hatte Lianens Arm unter den seinen gezogen. Willkommen in meinem Hause!" sagte er ernst, als sie die Schwelle überschritten. Sie drückte nur schweigend die Hand fester auf seinen Arm, und er fühlte, wie diese Hand bebte. Er preßte die Lippen aufeinander. Sein Haus! Wenn auch nicht fonderlich viel Staat zu machen war mit seinem Gute, das Haus konnte sich schon sehen lassen und hatte selbst ihr gefallen Frau Jutta. Denn mit seinen hohen, gewölbten Gängen, den weiten Zimmern, darin der gediegen? llr väterhausrath 'stand, hatte es das. was Frau Jutta am meisten schätzte: Stimmung. . Sein Schritt ward schneller. Wie eine Traumwandelnde ließ Liane sich von ihm über den großen kühlen Hausflur hinweg in den Gartensaal führen, wo der Kaffeetisch festlich gedeckt war. Hier blieb sie vor der weitgeöffneten Flügelthür stehen, die den Blick in den Garten freigab. Ihre Hände drückten sich gegen die Brust, als werde es ihr zu eng da drinnen vor Glücksübermaß. Palmer sah die Bewegung, sah in tyren Zügen die trete irgrissenyeu, und als wollte er ihr's abschneiden, daß jetzt wied'e: ein cmpfindungZreichcs Wort von ihren Lippen kam. bog er sich zu, ihr nieder, legte ihr die Hände um die feine Taille und schob sie vor sich her zu dem Kaffeetisch, daran sich Frau Mathilde bereits niedergelassen hatte. So. kleine Hausfrau, mache die ersten Honneurs von Moorheide!" Eine fröhliche Plauderstunde folgte. Aus allem, was Frau Mathilde sprach, wehte.ein Hauch gesunder Lebensfrische. der ansteckend wirkte, iane aber hatte jene geräuschlos anmuthige Art, die der verwöhnte Mann an einer Frau so sehr zu schätzen weiß. Gott sei Tank!" dachte Palir.er und wußte selbst kaum, daß er es dachte; es ließ sich ja alles verständig an. Und es würde gehen, wie es in Hunderten von Ehen ging, wo zweie friedlich nebeneinander lebten. Nur keine lange Uebergangszeit schnell den Wechsel geschaffen, so schnell als möglich! Die Doktorin fuhr kerzengerade vom Stuhl empor, als er ziemlich unvermittelt fragte, ob man die Hochzeit wohl in etwa acht Wochen feiern könne. In acht Wochen schon! Da.sieh man's, lieber Haupimann, daß Sie noch keinen Ehestand gegründet haben! Jede Braut muß doch eine ordentliche Aussteuer haben, und dafür soll die Tante Morand erst mit einem tüchtigen Griff in den Geldbeutel thun." Mit auffallender Hast fiel ihr Palmer in's Wort: Dessen bedarf es nicht. Moorheide ist mit allem versehen. Meine Mutter hat mit Wäsche und dergleichen für zwei Mcnschcnalter vorgesorgt, und die Zimmer sind alle möblirt. Ist es auch altvaterisch, so hoffe ich doch, daß es Liane genügu; wird." Ob es mir genügt! Lieb haben wil! ich jedes Stück in Deinem Hause. un was von Deiner Mutter stammt, das will ich heilig halten. Detlef." Liane stand vor ihm und reichte ihm die Hand wie zum Gelübde. Da zog er sie schweigend an sich. Seine Mutter! Da? war eine Stille in feinem Herzen, die hatte Frau Juttas Fuß noch nicht betreten Ein gemeinsamer Rundzanz durch das Haus und die Wirthschaftsgebäude folgte darauf und immer Heller wurden dabei Frau Mathildcns Augen.- die in jeden Winkel hineindrängen. Es schien ja wirklich an nichts zu fehlen, und das Mädel machte am Ende eine bessere Partie, als man dachte. Nach den Cerüchten, die im Umlauf waren, hatte sie sich Moorheide viel abgewirthsckafteter vorgestellt und sie verstand doch was von Landwirihschaft als-eines Landwirths Tochter. Es war ja geradezu Staatsvieh, was in den Ställen stand. ' Liane ritt auch. Drüben in Amerika als Kind auf der Farm, da war sie gewissermaßen auf dem Pferderücken her-
angewachsen, und so was bleibt im
Blut stecken.
Na ja, dort stand sie ja schon und klopfte einer der unruhig tänzelnden Bestien den Hals und lehnte ihren Kopf dagegen, als tätschele sie einen guten alten Freund. Nicht. Liane, der Gaul ist ein Durchgänger und tritt," warnte Palmer und wollte sie von dem Pferd zurückziehen. Doch sie lächelte nur, sah dem Thier in die Augen und sagte zärtlich: Mir thust Du nichts, nicht wahr! Wir fcio? werden gut Freund miteinander. Und mich trägst Tu. Mit Liebe gewinne ich Dich mir, und Du trägst mich dann, wenn's sein muß, über das Moor so-
aar: " Das Pferd stand plötzlich wie versteinert und blickte regungslos seine künftige Herrin an. Siehst Du!" frohlockte Liane. Palmer aber wandte sich kurz um und kniff die Lippen ein in heimlicher Pein. Er, sah Frau Jutta vor sich, die sich immer vor diesem Pferd gefürchtet hatte. Frau Mathilde drängte, als alles besichtigt war, zum AufbrUch. Palmer gab den beiden ein Stück Weges das Geleit, und als er sich verabschiedete, hatte er erreicht, was er wollte: die Zusage, daß, sobald die Ernte hereingebracht war. die Hochzeit sein sollte. In sonnigster Stimmung kehrten Tante und Nichte zu Fuß nach Lindenstedt zurück. Einmal war Liane da. wo am Waldrand der Weg sich zweigte, stehen geblieben. Die Läden sind geschlossen, als wäre sie verreist. Und nun hätte ich sie doch gern kennen gelernt," sprach sie ganz leise und blickte nach Frau Jutta Gerlands weißem Haus hinüber. Einigermaßen betroffen suchte die Doktorin den Grund dieses unvermittelten Interesses für die Malerswittwe zu erforschen. Da erklang die schlichte Antwort: Sie soll mit Detlef befreundet sein, und weil ich immer an ihn denke, trat durch ihn auch sie in meine Gedanken, als wir an ihrer Villa vorüber kamen." Befreundet?" Frau Mathilde that harmlos verwundert, sah aber mit äußersier Spannung ihrer Nichte in's Gesicht dabei. Wer hat Dir denn das gesagt?" Wilibald, Tante, ganz beiläufig einmal." So, so der Wilibald! Na ja. der hört ja manchmal das Gras wachsen!" Damit schob Frau Mathilde das für sie unbehagliche Thema einstweilen beijette. )och eme ganz leniame isuc hatte auf einmal ihre Schritte beschwingt. Wilibald! Sie hatte den Jungen etwas zu sehr aus den Augen verloren in diesen Tagen allgemeiner Verlobungswonne, und schreckhaft war ihr jetzt der Gedanke aufgestiegen: wenn jene undefinirbare Atmosphäre von Verliebtheit, die so um ein neugebackenes Brautpaar zu schweben pflegt, vielleicht gar ansteckend auf den empfanglichen Sohn des Hauses gewirkt hätte? (Fortsetzung folgt.) Bestrafter Thierquäl c r. Ein Lljä'hriger junger Mensch befand sich bei einem Ackerer in Rathheim. Rheinprovinz, als Pferdeknecht in Stellung. Schon eine lange Zeit hindurch hatte er das seiner Obhut anvertraute Pferd in roher Weise gequält; unter anderem hatte er dem Thiere ein brennendes Streichholz dicht vor den Augen auf- und abgestrichen; ferner hatte er sich mehrfach auf das Pferd gestellt und sich dann mit voller Wucht auf das Rückgrat deS Thieres niederfallen lassen. In der Absicht, sich als Fabrikarbeiter eine Stelle zu suchen, kündigte der Knecht seinen Dienst, jedoch nahm sein Arbeitgeber diese Kündigung nicht an, weil er den Mann für ein Jahr angenommen hatte und eine vorherige Kündigung nicht statthaft war. Aus Aerger hierüber trieb der Knecht dem seiner Pflege anvertrauten Pferde einen über eine ?)ard langen spitzen Gegenstand durch das Maul in den Schlund, wobei das Thier erhebliche innere Verletzungen erlitt und fünf Tage später einging. DaS Gericht verurtheilte den rohen Patron zu einem Jahre Eefängniß. Harsche Liebeswerbung e n. Seit mehreren Jahren warb ein gewisser Salvatore Vinciano zu Eestellamare, Unteritalien, um Herz und' Hand einer Schönen Namens Paolina de Ponti. Zunächst suchte er Paolina dadurch zu rühren, daß er ihr mit einem Rasirmcsse? die Wange aufschnitt. Das Resultat dieser eigen, artigen Liebeserklärung war: 19 Mo nate Gefängniß und beharrliche Ablehnung der Liebeswerbung durch die schöne Paolina. Nunmehr versuchte Salvatore die Hausthüre seiner Angebeteten mittelst Dynamit zu sprengen. Hierfür erhielt er wiederum 19 Monate Gefängniß und ein energisches Nein" von Seiten, der Dame. Letzthin verwundete der beharrliche Liebhaber Paolina durch zwei Flintenfchüsse und landete nun abermals hinter den schwedischen Gardinen. zUevervasckiender Wrfotg. Was machst Du für ein glückliches Gesicht. Frauchen ist Dir 'was besonders Erfreuliches passirt?" Denke Dir: ich habe heute selbst gekocht und Niemand von Euch hat's ge-merkt!"
Seuer-Signale.
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WaHingtoq.SU ii T.o. io EvritzenhauS IUinoUuWerrill 5 Jllino n Loutsiana i West und South H West und ZZZcTarry 8 Senat Ive. u Henrtz ff Meridian und Ztatz 91ö.4 Spritzchlk Radisonkv.uVorrN Skadiion Av.uDmllop 3 o Haken Leiterhaue South nahe Delatvarz Prn.uxiJ Dtlad?.reitz ji 3mbKtert$ X Jersq u. VJ Ln-g..u Lradftv 8 Eaft und Prospekt Licking und High , No. 11 Spritzenhaul Wir Ave. nah Hur Ess! und Seorgia i Tedar und Cln :t Davidson u ezyrgia 5 knglish Tv.u Pine ShelSy und ate W 3lo. l Tpritzenhauk Prospekt nah Ebelly Fletch v. u Shelb, Market u. 5eto Jersey S Delawar und Wash. ?ft u Washington A New York n. Davids 38 Tanbswmmen Anstalt 55 8er. Staaten Lrsen 17 Orient! und Wash. Z Frauen-Reformat. 1 No. iz Spritzenhaus Vtarhland nah Mer. 3 Vkridian u. yevryia. 93 Meridian und rath n Penntzlz u. Louiftsna Z5 Lirgini Ave u. Zllab. J6 Haxptquartt. 7 Grand Hotel. )8 Capital Lve und Lhk No. 1 SpritzerchauZ is. und Slsh. H Llabama und 16. 13 Centra! Ave und tf. 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Aeystom .CT Arsenal Ave unH 23. 48 Lellefontai und 169 Carl So und 12. tlS Capital CSt und 17. 213 PennZhlv. .ichig 214 Jllino und . 215 Senate Ave und 21. 21 Pennsvlvania und 22 217 Meridian und 1. 19 Capital Lve td 24 219 Broadway und 10. 231 Jllino und VcLe 134 No. 14 CpriZenhau Kenwood und M. 235 Jllinvii und 33. 226 Zlnnetta und 30., 237 No. 9. epritzenyau Udell und Rad 23g Ldell Ladder Wor 229 Jsabcl und 27. 241 Meridian und 24. 242 Minoi u St av. 243 ldridge und 23, 312 Wcst uud OaKmt 12 West und 12. 814 Howard und 1. 15 Zovto und Paca 81 Capital Ave und Z 81 Rorthwsftern Lve u ii $18 Gent und 18. 819 Caiul und 10. 17A Eerealine SEirtt 824 Vermont und Lvn 25 ViSma,Zu Srandviöl L2S S?o. Q Spritzenhaus Haughville. 527 ZKichigan u. jewkt 823 Slichigan tt. Encord 841 Oefi und WcJntyre 412 Missouri u. Maryiau 13 Missouri und k)hio 415 Eapita! Ave i. seorgia 41 ZMssouriu entuckyA. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und 9 Nundkau W. 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Die )o bezeichnet SigimK nrd nur om Zn Ächter angegebm da cm den Ktrrffenda Ltttj iuzungeN keine AlarmMien UngekAcht And Mit äußer st er LebenSge fahr rettete Herman Wagner in Asbury Park, N. I., George Huff und Carle Anderson vom Tode. Die beiden Männer waren beim Fischen im Duck Creek infolge des K-.nterns ihres Bootes ins Wasser gefallen. Keiner konnte schwimmen. Wagner sprang ihnen nach, als sie schon zum zweitenmal ge sunken waren, brachte sie mit Mühe ans Land, und es gelang ihm auch, sie wieder zum Leben zu erwecken. Drei Ortschaften in Vrmont, Richford, East Eichford und Stevens Mills, stehen, wie sich tt einer Grenzregulirung herausgestellt hat, uf kanadischem Boden. Da di Bewohner nicht kanadische Untertha nen werden mögen, wird sich der Staat genöthiHt sehen, der Dominion den betreffenden Strich Landes abzu-kaufen.
