Indiana Tribüne, Volume 29, Number 7, Indianapolis, Marion County, 31 August 1905 — Page 7
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lsö, dann geh und hol ihr
meinetwegen für fünfzig Pfennig einen Beilchenwpf."
hatte Frau Doktor Mathilde Föhrenbach in einer bei ihr seltenen Anwandlung verschwenderischer Noblesse zu ihieni Eohne Wilibald gesagt. Und Wilibald war gegangen, um für den erwarteten Besuch den blühenden Willkomm zu holen, auf den sein sinniges Gemüth die Mutter hingelenkt hatte. In dem freundlichen Easistübchen droben stand jetzt Frau Mathilde vor dem Tische, darauf der Aeilchentopf seinen Platz finden sollte, und erwartete ungeduldig des Sohnes Rückkehr. Wo um alles blieb er denn nur? Gute anderthalb Stunden war er schon fort, und die Gärtnerei war kaum zehn Minuten entfernt. War denn der Jung? auch zu rein gar nichts zu gebrauchen? Oder lungerte er vielleicht unten in der Wohnstube herum und hatte es vergessen, daß der Topf hier oben zu Lianens Empfang bestimmt war? Frau Mathilde stieg die Treppe wieder hinab, eilig, energisch, doch nicht in würdeloser Hast, drückte drunten eine Thürklinke auf und rief es gleich einem Trompetenstoß hinein in den Tabaksqualm der Wohnstube, die sie geöffnet hatte: Wilibald Wilibald! Ist denn der Vengel wirklich Nicht wieder da?" Aber Mathilde!" erklang es mild verweisend aus der Ecke, wo der Tabuksqualm am dichtesten war. Bengel ! Der Junge geht in's zweiundzwanzigste Jahr!" Ja, Gott sei's geklagt, er geht hinein, und seine Beine werden immer länger dabei, und sein Verstand immer kürzer. Hermann, ich frage Dich, wo soll das mit dem Jungen noch hinaus?" . Na, ich denk' mir, wenn er aufhört in die Länge zu schießen, wird er in die Breite gehen," meinte der befragte Hermann voll schöner Gemüthsruhe, und. riß durch solche die Gattin zu völliger Empörung hin. Hermann, Tu bist kein Vater!" Einigermaßen starr, ließ Doktor ev". v ! r- '
tfügrencaeg vie Heilung sauen, oaim er gelesen hatte. Nanu," sagte er alsdann und setzte hinzu: Hm" strich liebevoll seinen stattlichen graumelirten Vollbart erst einmal von unten herauf, dann von oben herunter, sagte schließlich noch einmal hm" und rauchte dazu wie ein Schornstein. Eine energische Armbewegung Frau Mathildens aber theilte die graue Qualmschutzmauer, hinter der sich ihr Gatte barg, und sie wiederholte: Du bist kein Vater, Hermann! Für Deine Familie hast Du keinen Sinn! Bauern kuriren. Zeitung lesen und mir die Gardinen verqualmen das ist Dein Tagewerk! Um den Jungen kümmerst Du Dich nicht, der kann faulenzen so viel er will! Nie macht der sein Examen, nie! Da" gleich einem Meilengeigen deutete ihr Arm nach der Wanduhr eine Stunde und achtundvierzig Minuten ist er jetzt fort nach einem Leilchentopf. Wer weiß, hinter welcher dummen Pute er da mal wieder herstelzt, folch ein Kiekindiewelt! In jede Schürze vergafft er sich ja. Die Rike, die fönst ganz . brauchbar war, hab' ich extra seinetwegen fortgeschickt, weil er sogar anfing, um die herumzuscharwenzeln. Und die war doch wahrhaftig nicht zum Verlieben." Nee," sagte Föhrenbach, zum Ver lieben war die nicht. Nun, hoffentlich zeigt der Junge in Zukunft besseren Geschmack, Tillichen." Tillichen aber horchte auf wie ein Streitroß, das die Kriegstrompete hört. Hermann, das ist frivol! Das .ist frevelhaft! Das klingt nach Erfahrung. Und das sag' ich Dir, die Verliebtheit hat der Junge von Dir!" Da lachte Doktor Föhrenbach, daß feine Schwerenötheräuglein nur so funkelten, und die Brille schief zu sitzen kam. Wohl möglich, Alte. Du mußt's ja wissen!" Sein Glück war's, daß er sich so und nicht anders ausgedrückt und somit bewirkt hatte, daß wieder ein weniges jener menschenfreundlichen Stimmung über Frau Mathilde kam, von welcher Doktor Föhrenbach zu behaupten pflegte, sie sei wohlthuend wie Kamil-lenthee.
Dementsprechend s'anftigte sich denn
auch- ihre Stimme, als sie, jetzt, dem Gatten gegenüber Platz nehmend und von dem säumigen Wilibald zunächst
absehend, die Frage that: Wann wird
denn nun wohl endlich die Depesche einlaufen, die Deiner Nichte Ankunft
meldet?"
Unserer Nichte!" verbesserte der
Gatte.
Frau Mathilde zuckte die Achseln. Meinetwegen. Obwohl ich wirklich
mcht weiß, ob die Tochter Deiner ver
siorbenen Stiefschwester in Wahrheit noch meine Nichte ist.' Aber darauf kommt's ja auch nicht an. Da Deine Nichte ja nun zunächst mal wieder hier ''bei uns leben wird, ist sie natürlich
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auch meine Nichte, und ich bin nun blos mal neugierig darauf, wie sie sich in all den Jahren, die sie mit der Tante Morand herumgereist ist, 'rausgemustert hat. Viel Gutes kann ich mir von dem Einfluß der alten schrulligen Person für Liane nicht versprecken." Aber erlaube, Mathilde " fiel Föhrenbach ein. Doch Mathilde erlaubte nichts.
Eine abthuende Handbewegung und ein Feldherrnblick hießen den Gatten schweigen. Ach was. Du mit Dir läßt sich über gewisse Dinge überhaupt nicht vernünftig reden. Du läßt ir von jedem ein X für ein U v'ormacheu.
Was wissen wir denn eigentlich von
der alten Morand Genaues? , An die
zwanzig Jahre lang hat sie als linder-
lose Wittwe die Welt durchstreift, rein wie verschollen ist sie .gewesen, und
dann läßt sie auf einmal durch die Ge
richte ihre einzige Blutsverwandte auf-
spüren und will an der Mutterstelle vertreten. Warum ist sie denn nicht
schon damals gekommen und hat sich
um Liane bekümmert, als der ihre El-
tern drüben in Amerika alle beide am
gelben Fieber starben und ihr Kind
ohne einen .rothen Heller zurückließen? Haben wir damals das Kind Deiner
Stiefschwester zu uns kommen lassen
und für sie gesorgt, so wär's auch noch
weiter geschehen, und was Besseres
wär' dabei für Liane herausgekommen, als jetzt über dem jahrelangen Herumzigeunern mit der grämlichen, ewig kranken Tante, von der man noch nicht mal recht weiß, ist sie steinreich, oder
hat sie wirklich nur eine Lebensrente.
wie sie sagt, und hat nur deshalb Liane
zu sich genommen, damit die sie sanft zu Tode pflegt für nichts und wieder
nichts.-
Aber Mathilde, weißt Tu denn" suchte der Gatte wieder einzuwenden. Und wieder schnitt sie, ihm die Rede ab. ..Ich weiß, was ich weiß. Dir freilich imponiren die hundert Mark Monatspension, die sich die Alte erboten hat, uns für Lianens Aufenthalt zu zahlen. Am allerliebsten hättest Du nobel das Geld abgelehnt. Na, wir haben's ja noch nicht. Und wenn. Laß die alte wunderliche Person doch zahlen. wenn sie's kann. Wir sind keine Millionäre und haben selber einen Sohn, der " Ihr Sohn ihr Einziger! Da waren der Mutter Gedanken wieder zu ihm zurückgekehrt. Aufspringend, von ihrem Stuhl rief sie: Jetzt ist er nun zwei geschlagene Stunden fort! Kommt denn der Bengel heute überhaupt nicht wieder?" Da ist er ja schon," sagte Föhrenbach, nach der Thür deutend, die sich langsam öffnete und wieder schloß. Jawohl, da war er, da schritt er in die Stube herein. Wilibald, dieses Sorgen- und Schmerzenskind seiner Mutter, diese Hoffnung und Zukunftsleuchte des Hauses Föhrenbach. . Da stand er in seiner ganzen unglaublichen Länge und Hagerkeit, die glatten schwarzen Haare zu beiden Seiten des schmalen Gesichts wehmüthiglich über die Ohren hängend, die dunklen Augen in irgend eine geträumte Ferne geheftet, um die Lippen ein sehnsuchtsvolles, zärtlich sö?mach-
tendes Lächeln, und die überlangen Arme, die um die Handgelenke herum stets indiskret bekleidet schienen, baumelten schlaff zu beiden Seiten des
Korpers hernieder.
Der Mutter Augen hingen starr an dem Sohne, dann trat sie mit einem
gebietenden Schritt vor ihn hin. Wo
ist der Veilchentopf?"
Da schoß es glühendroth über des
Jünglings blasses Antlitz, der ver
träumte Blick kehrte zur Wirklichkeit
zurück, das schmachtende Lächeln wich
einem Ausdruck peinlicher Verlegenheit,
die baumelnden Arme zuaten fahrig
empor, und Wilibald stammelte: Der
Veilchentopf, den den hab' ich ganz
vergessen."
Vergessen!" schmetterte Frau Mathilde und wandte von dem . Sohne sich dem Gatten zu.. Hermann' er hat den Veilchentopf vergessen! Das, weshalb er einzig und allein fortgeschickt
worden ist das hat er vergessen!
Hermann, ich frage Dich, was sagst
Du dazu?"
Aber Junae. wie ist es blos mög-
lich. daß Du den Veilchentopf vergessen
hast? sagte Hermann m einem so ge-
müthlichen Tone, daß die Gattin ihn
nur mit emem Blicke tiefster Ver
achtung ansah und dann wieder auf
Wilibald die runden, alänzenden.. jetzt
ganz hervorragend glänzenden Augen
heftete.
Was soll das heißen? Wo bist Du
gewesen? Und über was. ich frage Dich, über was hast Du den Veilchen-
topf vergessen?" Ueber über über dem Den
ken." stammelte Wilibald, womöglich
noch röther werdend. Nachgedacht habe ich aber ich kann ja schnell noch
einmal "
Eilig machte er. kehrt und wollte zur
Thur hinaus. Mer der Mutter Hand hielt ihn zu
rua. Hier bleibst Du! Auf Lianen?
Stube kommen em paar grüne Zweige aus dem Garten, die genügen auch. Und Tu setzest Dich oben hinter Deine
Bücher und denkst da weiter nach. Noth
thut's. Die fünf. Groschen für den
Veilchentopf gib mal wieder her."
Wortlos langte der Jungling ,n die Tasche, legte mit stolzer Geberde das Geldstück auf den Tisch und 'verließ in
schweigsamer Kränkung das Zimmer.
Na. weißt Du. Mathilde, die paar Pfennig Attest Du ihm auch lassen können." sagte Doktor Föhrenbach. Als Lohn für die gute Besorgung
etwa? Und damit er noch mehr heim-
liche Allotria treibt? Denn der vergessene Veilchentopf da steckt was dahinter. Eine neue Verliebtheit wahrscheinlich! Den verhimmelnder. Augenaufschlaz, wie er in die Stube kam. den kenn' ich an ihm. Und die
verdächtige Bereitwilligkeit, daß er gleich noch mal fort wollte. Aber dies-
mal komm' ich ihm auf die Sprunge, verlaß Dich darauf, Hermann, dies-
mal komm' ich ihm auf die Sprünge!"
So sprach Frau Mathilde und schritt erhobenen Hauptes gleichfalls
aus dem Zimmer.
Der vielumsorgte Sohn aber stand droben am Fenster .seiner Dachstube, hatte die Kränkung längst vergessen.
die mütterlicherseits sein Mannesge--
fühl erfahren, hatte auch das Vaslem vergessen, deren Ankunft im Haus erwartet wurde, und der sein empfängliches, ach nur allzu empfängliches Herz seit Tagen süßer, unbestimmter
Empfindungen voll entgegengeschlagen.
Wohl klopfte ihm wieder das Herz, doch nicht ihr, deren Name ihn berührt hatte wie duftiges Blumengeranke. nicht Lianen galt das stürmische Pochen. Nein, eine andere füllte sein? Seele ganz, eine andere, deren Namen
er nicht kannte, die er nur anbetungsvoll
von ferne geschaut durch eines Fensters blanke Spiegelscheibe. Eine Blume mitten unter Blumen. Jköölrin Nösleiil Noölein roth " Und in den knospenden Frühling hinaus den sehnsuchtsfeucht verträumten Blick gerichtet, pfiff er es voll Feuer und tremolirender Innigkeit, das Lied vom Knaben, der ein Röslein sah. Doch plötzlich hielt er inne. horchte auf, strich mit beiden Händen über das dunkle Haupt, daß die wehmüthizglatten Haare noch wehmüthiger über die Ohren herabfielen, riß die Thür auf und stürmte die Treppe hinab. Drunten aber im zugigen Hausflur in der geöffneten Thür stand mit flatterndem Haar und wehenden Kleidern eine lichte Gestalt und rief lachend etwas, das Niemand verstand, weil Frau Mathilde auch etwas rief, und Doktor Föhrenbach ebenfalls redete, und nun stürzte zu der Gruppe auch Wilibald und rief und gestikulirte, wie die anderen es thaten. Liane ja um alles in der Welt, wo kommst denn Du schon heute her?" verschaffte sich endlich Frau Mathildens Stimme Geltung. Direkt aus Meran! Tag und Nacht bin ich gefahren! Ueberraschen wollt' ich Euch! Meine Koffer hab' ich auf dem Bahnhof gelassen und nun seid mir erst einmal alle von ganzem, ganzem Herzen gegrüßt!" Ehe sie sich's versah, fühlte sich die Doktorin umarmt und geküßt, daß, ihr die tadellose weiße Batisikrawatte zerdrückt wurde, und bevor sie diese Regelwidrigkeit noch in Ordnung gebracht, war Vater Föhrenbach demselben Schicksal, umarmt und geküßt zu werden, anheimgefallen. Darob strahlte sein Antlitz, strahlte fast wie dasjenige Wilibalds, der in Erwartung schöner Dinge sich mit gespitzten Lippen dem freigebigen Gaste zubog. Ta legte. Frau Mathilde Einspruch erhebend 'ihre Rechte auf Lianens Schulter. Nicht. Liane! Das kattn er nicht leiden, der Wilibald."
Der schien noch länger zu werden
vor staunen über diese Neuigkeit, Dok
tor Fölrenbach aber schmunzelte vergnügt rit sich hinein, und Liane, das
schlanke, graziöse Geschöpf mit dem Blumennamen. lachte.
Dann wurde der Besuch von Frau
Mathilde hinauf rn sein Zimmerchen
gefuhrt. Des guten Doktors Land
Häuschen hatte keine große Auswahl an Stuben. Liane mußte mit einem
recht kleinen, fehr bescheiden ausgestat teten Raum zufrieden sein.
Daß sie es war, zeigte ihr strahlendes Lächeln, als sie in ihrem kleinen
Reich die Blicke umherschweifen ließ.
das Tannengrün aus dem Tische sah und dann plötzlich impulsiv der Tante Hand ergriff. Hier oben will ich glücklich sein, hörst Du und ich werde
essein!"
Ta sagte Frau Mathilde mit jener
unerschütterlichen Gemüthsruhe, die sie für zu hochgespannte Gefllhlsäußerungen ihrer lieben Mitmenschen allzeit bereit hatte: Na. ich denke, zum Schlafen genügt das Stübchen. Und jetzt mach Dich schnell ein bischen zurecht und komm dann zum Abendbrot 'run-
ter."
Sie ging, innerlich noch nicht, ganz
mit sich im Klaren über den von Liane
empfangenen Eindruck. Nach den
Schönheitsidealen der Doktorin war
das Mädel sicherlich nicht hübsch. Zu
hager, zu beweglich ihre Gestalt, zu schmal ihr Gesicht, zu wirr und lose das Haar, zu absonderlich verschleiert ihre Augen, zu unharmonisch roth ihre Lippen. Aber dennoch hatte sie nn Etwas an sich, das wohl im Stande
sein konnte, auf schlicht gewöhnte Menschen den Reiz des Originellen, Fremdartigen auszuüben. Der wohlbehütete Wilibald Föhrenbach war nun solch ein schlicht gewöhnter Mensch, nnb Frau Mathilde machte große Augen, als sie in die Wohnstube trat, um das Abendbrot zu richten, und den Sohn gewahrte. Vor ihm stehen bleibend, besah sie ihn von oben bis unten und sagte kühl: Der gute, neue schwarze Rock für -zu Hause! Tu und Liane. Ihr seid sechs Jahre lang wie Bruder und Schwester miteinander aufgewachsen.
da wird's jetzt wohl wie alle Tage auch die braunkarirte Joppe thun."
Wilibald senkte das Haupt, e?röth:te sanft, stieg noch einmal in seine Dachstube hinauf, zog den neuen schwar-.en
Gehrock aus, nelobte sich dabei, hinfort
keine andere Göttin mehr zu haben als die eine, einzigste, um die er heut den Veilcher.iopf veraessen, und trat in
braunkarirter Hausioppe wieder in die
Wohnstube, als eben von der Küche her das Madien mit dem Abendessen kam.
Ohne .yast und Aufregung und un-
nütze Schwätzereien verlief die gemeinfame Mahlzeit, wie das so bei Föhren-
vachs ubiio) war. Erst als ein großer Teller mit Aepfeln aufgetragen war
und der Doktor sich seine Pfeife anaezündet batte, lehnte sich Frau Mathilde
behaglim m ihrem Sessel zurück und
nickte Liane ermunternd zu: Nun er-
zähle mal! Von Deiner Herumreiferei,
von der Tante Morand und, davon, ob
sie auch immer gut zu Dir war."
Gut?" Liane senkte die Augen und
zog die Schultern hoch. Ja. ach ja
sehr gut, sie schenkte mir alles, was sie nur irgend entbehren konnte. Aber es war wie im Grabe bei ihr." Beklommene Stille, folgte den Morten. Jcdcs hatte das Gefühl, Liane etwas Liebes, Freundliches sagen, sie für irgend etwas entschädigen zu müssen, und doch wußte keiner so recht, was es war, das sie entbehrt hatte. Die Jugend, die Fröhlichkeit." sagte sich der Doktor. Die Liebe!" schwur Wilibald. Die Mutterhand," entschied Frau Mathilde. Dabei wurden ihre Züge weich und milde wie selten. . Laut aber sagte sie: Ein Segen nur, daß Frau Morand selber etwas Aehnliches empfunden haben muß, als sie sich entschloß, sich in einem Sanatorium unterzubringen, damit Du bei uns wieder mal ein richtiges Familienleben hast." Ja, es ist ein Glück für mich, hier zu sein!" Das klang so wahr und hell, daß es war, als sei ein Sonnenstrahl über alle hinweggegangen. Und nun blieb es licht und behaglich während des ganzen Abends, bis der DoAor im Hinblick auf ihre weite Reise Liane mahnte, zu? Ruhe zu gehen. Ach ja sie war müde wonnig müde. Doch obwohl sie es war, suchte sie nicht sogleich ihr Stübchen auf, nachdem sie das Wohnzimmer verlassen, sondern trat auf den Altan hinaus, in den der Flur des ersten Stockwerkes mündete. Allzu gewaltig hatte der durch die offenstehende Thür hereinathmende Frühling gelockt, hatte das schimmernde Mondlicht gewinkt. Ten Kopf zurückgeneigt,- die Arme im Nacken verschlungen, die Lippen geöffnet, stand Liane und athmete den Duft knospenden Grüns und leimender Erde. Und sie durfte ihn trinken, diesen be-
rauschenden Trank von Werde- und
Lenzesduft, war wieder hier, durfte diese Luft athmen die gleiche Luft mit ihm, dessen Bild sie heimlich im Herzen getragen, seitdem sie vor Iahren von hier geschieden war.
Wieder hier! Wo Jugend, Frohsinn und Gesundheit um sie waren, wo auf
allen Wegen die Erinnerung ging, vz
hoffende, wartende Erinnerung an ihn. Das war das Hier, dem sie aus dumpfer Krankensiubenluft sehnsüchtig die
Arme entgegengebrenet hatte.
Als wachse etwas in ihr empor, das Flügel trug, dehnte und reckte sie die Glieder, ließ sie die Blicke weit hin-
ausschweifen über den im Dammer
schein ruhenden Garten hinüber und plötzlich Halt machen vor etwas, das früher noch nicht dagewesen war, dem sebnsücktiaen Schauen noch keinen
Widerstand geboten, sich nicht hineingedrängt hatte in den Weg von diesem
Altan bis zu seines Hauses Zinnen.
Diesen Weg, den ihre Augen, den ihre
Seele, den all ihr junges, scheues Seh-
nen und Sinnen so oft gegangen war.
Ihr Blick hatte sich an das Bild dieses
Weges gewöhnt. Aber nun war da etwas anders geworden, hatte sich verschoben. Da standen fremde Mauern
mitten darauf und weyrten ihm.
Wer wohnte wohl dort drinnen in dem gespenstisch weißen Hause? Wer hatte es sich hierher in ihrer Sehnsucht
WegLestellt?
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(Fortsetzung folgt.)
Dem'Elep'h anten ist die
Arbeit, die hundert Menschen faumjbe- . j.
wattigen rönnen, eine icicyic picuui.
I n O st a f r i k a hat die Entv. v. e n i. 7ttr:?
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vorgefundenen Gumnnoaumes grotze-1
Aussehen erregt.
In Indien dient der Elephant als Hausthier. dem man kleine Kinder
anvertrauen kann, die er spazieren
führt und bewacht.
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