Indiana Tribüne, Volume 29, Number 6, Indianapolis, Marion County, 30 August 1905 — Page 5

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Indiana Tribüne, 30 August 1905 5

Ein TodcZritt.

Erinnerungen eines Offiziers der Fremden legion. Von Fritz Ohle-Berlin. Der Aufstand des Bu Hamara hat ie kaum begonnen, da erhielt ich als derzeitiger Führer der berittenen Kompagnie des 1. Fremdenregiments den Bcfehl,mich mit meinerKompagnie von Djenan-ed-Dar aus ungesäumt auf marokkanisches Gebiet zu begeben. Da die Kämpfenden der algerischen Grenze immer mehr zudrängten. hatte ich die Aufgabe, mich über die Lage des Aufstandes in Marokko möglichst genau zu unterrichten und mit versteckter Abficht, jedenfalls um einer Intervention von Seiten Frankreichs die Wege zu bahnen, ein Zusammentreffen mit den Sultanstruppen oder den Leuten Bu Hamaras herbeizuführen. Ich sollte mir die Art hex Kriegführung dieser marokkanischen Hunnen, über deren raffinirte Grausamkeit uns aus diesem Aufstande bereits fabelhafte Dinge berichtet worden waren, aus thunlichster Nähe betrachten und ein Ueberdrängen der einen oder anderen Partei über die algerische Grenze mit Gewalt verhindern. Ein solches Unternehmen war gefährlich, aber immerhin durfte ich es mit meinen Legionären wohl wagen, denn wir waren vorzüglich be waffnet, hatten reichlich Munition und führten zudem zwei Gebirgseschütze mit uns, so daß ich einen feindlichen Zusammenstoß mit den entmenschten Horden nicht zu fürchten brauchte. Auf der ganzen Südstrecke, vom Fuße des Großen Atlas bis zur weiten Alfasteppe BeniGill, welche wir durchritten hatten, war vomAufstand nichts zu bemerken. Der Herd desselben lag mehr nordwärts. Ich wählte daher zu meinem Rückzüge nicht den Weg, welchen wir gekommen waren, sondern wandte mich mit meiner Compagnie direkt nach Norden. Im Bewußtsein unsererWaffengewalt ritten wir wohlgemuth, immer aber mit der nöthigen Vorsicht, durch die öden Thäler des Atlasgebirges, bis wir nach wenigen Tagen die Ebene Nlad" el Hadsch erreicht hatten. Wir befanden uns hier auf der großen Karawanenstraße, wel che aus dem fruchtbaren Norden Marokkos durch die Sahara nach Timbuktu führt. Vor einigen Jahren bereits war ich mit einem kleinen französischen Expeditionscorps in diesen Gegenden gewesen und hatte topographische Aufnahmen gemacht. Damals hatte ich an der Karawanenstraße alle 50 bis 60 Kilometer eine stark bevölkerte Duar gefunden, viele tausend Kameele, mit reichen Schätzen beladen, waren an mir vorübergezogen, und auf den Lagerplätzen der Karawanen, die ich mit meinem Expeditionscorps aufsuchte, entwickelte sich allabendlich ein recht orientalisches Leben voll Geschrei, Lust und Tamtam. Von dieser Pöesie-det' Wüste- ' fand ich heute nichts mehr. Der Aufstand des Bu Hamara hatte hier alles Leben vernichte:,' allen Handel und Verkehr lahm gelegt. Ringsum starre Oede wo vordem eine Duar gestanden hatte, fanden wir nur noch verkohlte Reste und viele-Hundert verstümmelter und halbverwester Leichen, von denen ein pestartiger Geruch über die ganze Gecjcnfc sich verbreitete kein Zelt, kein Strauch so weit der Blick schweifte: nur Sand, furchtbarer, heißerWllstenfand und entsetzlicher Mrderduft! Der wochenlange Anblick des gelben Wüstensandes stimmt das Gemüth melancholisch, ähnlich wie eine lange Seereise unter der Tropensonne. Dazu war die Sonnenhitze, welche von dem durchglühten Sandboden zurück.strahlte, so unerträglich, daß die Mannschaft meiner Compagnie apathisch in sich zusammengesunken auf den trägen Efeln saß und froh war, wenn sie nach einem täglichen Ritt von 50 bis 60 Kilometern am Abend eine Etappe erreicht hatte und die müden Knochen ausruhen konnte. Ein Tag verging so thaten- und interesselos wie der andere; nichts wollte sich ereignen, was im Stande war, den Wagemuth oder auch nur den Soldatenwitz meiner Legionäre herauszufordern. Am Abend nach einem heißen Tagesritt saßen Leutnant Boudin und ich vor unserm gemeinsamen Zelte. Wir gähnten uns gegenseitig an und starrten gelangweilt in den am westlichen Horizont verschwindenden blutrothen Sonnenball. Alle Wünsche und Verwünschungen meines lebensfrohen, jungen Pariser Kameraden, den nur sein Leichtsinn und - seine Tollheiten aus einem Pariser Regiment in die Fremdenlegion verschlagen hatten, halfen uns nicht über unser momentanes trauriges Dasein hinweg.' Boudin knurrte bereits den ganzen Abend etwas in sich hinein, was kein Mensch verstand. Nachdem er noch eine Zeit lang in der neuesten" Pariser Zeitung, welche bereits sechs Wochen in ' unserem Besitz war, herumgeschnüffelt hatte, warf er das Blatt plötzlich auf die Erde und richtete sich stramm auf. Ich gehe auf die Jagd!" rief er entschlossen. Willst du mit?" Ich war gerade dabei, mir eine frische Pfeife zu stopfen. Ich blickte überrascht meinen Kameraden an. Du willst hier wohl Sandflöhe schießen, Boudin?" fragte ich ihn und wies mit der Pfeifenspitze auf di: ringsum endlos scheinendeSandwüste. Wenn du aber dabei meine Hilfe gebrauchen kannst, will ich dich gern begleiten EineViertelstunde später waren wir

auf unseren Pferden aus dem Sehkreis des Lagers verschwunden. Nach der furchtbaren Hitze des Tages, wir waren imAuzust, strich jetzt eine wohlthuende KühV über die gewaltige Sandfläche. Der Lufthauch that unserm durchglühten Korper woyl, wx wir mäßigten den Gang unserer Pferde. Der dicke, sonst so bequeme Boudin wurde immer mehr aufgeräumt: er blies mit Behagen den Rauch seiner Cigarette in die Luft und erzählte mir dabei, was er sonst nie gethan hatte, die-uinglaublichsten Schnurren aus seiner Militärschulzeit von St. Cyr und gab die lustigsten Stücke seiner späteren Pariser Abenteuer zum besten, as denen man erkennen konnte, was für

Um loser Vogel er gewesen war. Sein Vater war General und hatte, als der Bengel es gar zu bunt trieb, dafür gesorgt, daß er zur Abkühlung" nach Afrika geschickt wurde. Boudin stellte gerade Betrachtungen darüber an, daß ein Ritt im Boulogner Wäldchen doch eine ganz andere Sache sei, als unser heutiger Abendritt in der Sahara, da schlug ein mattes Schreien einer menschlichen Stimme an unser Ohr. Fast gleichzeitig hielten wir mit einem Ruck unsere Pferde an und schauten unsrerblüfft an. - Hast du es auch gehört?" fragte Leutnant Boudin. Ja, es war mir, als ob ein Sterbender um Hilfe schrie. Die Stimme schien mir wie aus der Erde zu kommen," antwortete ich. Wir horchten gespannt, doch nichts ließ sich mehr hören, eine unheimliche Stille, die in de? Ferne nur zuweilen durch das Geheul der Schakale und Hyänen, welche jetzt beim Anbruch der Nacht ihr Lager verließen, unterbrochen wurde. . , Wir scheinen uns getäuscht zu haben," meinte Boudin. Woher sollte auch in diese schreckliche Sandöde ein Mensch kommen? Vielleicht war es nur der Schrei einer'jungen Hyäne." Sonderbar," murmelte ich. noch immer gespannt horchend, daß wir beide die unheimlichenRufe gehört und beide sie für menschliche gehalten haben. Ich glaube kaum, daß hier bei unseren geübten, an jeden Wüstenlaut gewöhnten Ohren von einer Täuschung die Rede sein kann." Nichts ließ sich mehr vernehmen, so sehr wir unser Gehör auch anstrengten. Ueber dem gelben Sande flimmerte das Mondlicht in tausend Reflexen, welche in der Wüste das Auge blenden und in einiger Entfernung die Umrisse aller Gegenstände tanzend erscheinen lassen. Tief in den Sand geduckt, schlich von Zeit zu Zeit lautlos und scheu eine Hyäne an uns vorüber. .Wir waren im Begriff, weiterzureiten, als wiederum, diesmal aber deutlich, menschliche Klagerufe an, im ser Uhr schlugen. -Wir waren wie gebannt von diesen kläglichen Tönen in der schauerlichen Oede. Es klang auch jetzt -wieder, als ob das Wimmern aus der Erde komme. Wir stiegen von den Pferden und begannen zu suchen, wir suchten eine halbe Stunde lang und fanden nichts. Doch hörten wir von Zeit zu Zeit immer wieder die Klagelaute. Es war, als ob ein unsichtbarer Geist uns narrte! Schließlich feuerte ich einen Schuß us meinem Gewehre ab. um dadurch, falls wirklich ein Mensch in unserer Nähe sein sollte, dessen Aufmerksamkeit auf uns zu lenken. Mein Schuß hatte die Wirkung, daß sofort hinter einem nahen Sandhllgel ein ganzes Rudel Hyänen hervorbrach und nach allen Seiten hin auseinanderstob. Wir eilten auf jene Stelle zu. Der Anblick, der uns hier sich bot, war ein so sonderbarcr, daß es mehrere Sekunden bedürfte, bevor wir uns von unserer Ueberraschung erholt hatten. Vor uns, aus dem Sande heraus, ragte ein Araberkopf, der uns mit großen, glühenden Augen anstarrte. Als er unsere weißen Uniformen sah, erhob der im Sande .Vergrabene ein herzzerreißendes Hilfegeschrei. Boudin und ich lebten schon seit mehreren Jahren in der Sahara. Wir waren schon mit den Sitten und Gebräuchen der hier lebenden Völkerstämme gut vertraut; daher war uns die augenblickliche Situation sofort verständlich. Wir wußten, daß wir in dem im Sande Vergrabenen einen nach den hierzulande bestehenden Begriffen schweren Verbrecher vor uns hatten. Namentlich, wenn ein Stammesungehöriger an seinem Stamme Verrath geübt hat, dann ergreP man den Verräther, reitet mit ihm weit in die Wüste hinaus, entkleidet ihn hier vollständig, bindet ihm Hände und Füße fest zusammen und vergräbt ihn darauf bis an den Hals in den Sand. Vor den aus dem heißen Sande hervorragenden Kopf stellt man, aber unerreichbar für den qualvollVerschmachdenden, einen Krug mit Wasser hin und leg! ein großes , Stück Brot daneben. Dann verläßt man ihn. Unter den glühenden Sonnenstrahlen, die mit unbarmherziger Wucht auf den unbedeckten Schädel herabbrennen, leidet der Verurtheilte oft tagelang, geplagt von Dursi und Hunger und geängstigt von den ihn umschleichenden Raubthieren. Anfangs erfüllt sein gellendes Angstgeschrei die Luft, doch nur das Geheul der Schakale und Hyänen antwortet ihm; Niemand kommt, ihn aus seiner furchtbaren Noth zu befreien. Niemand darf den so bestrafte., Verräther befreien, wenn er nicht der gleichen Strafe verfallen will.

An seinem Schicksal ändert sich nichts, selbst wenn er von einer zufällig vorüberziehenden Karawane noch lebend gefunden wird. Jedermann flieht den Ort und achtet das heilige Gesetz, welches den Verräther gerichtet hat. Wenn dann nach den entsetzlichen Qualen der Tod eingetreten ist, dann kommen die Geier der Wüste: die Hyänen und Schakale, graben den Leichnam aus dem Sande heraus, um ihn unter wildem Geheul zu zerreißen und ihr scheußliches Mahl daran zu halten. Obgleich wir nun wußten, daß de? Mann vor uns nach den Gesetzen seiner Volksgenossen den Tod verdient hatte, so durften wir uns als Christen und Soldaten nicht an dieser harbarischen Sitte stören." Wir waren nicht Richter über den Verbrecher; wir fanden in ihm einen Unglücklichen, der un serer Hilfe bedürfte. Zuerst ließ ich den Kopf aus meiner mit Wein gefüllten Feldflasche trinken. Dann machten wir uns, Leutnant Boudin und ich, daran, den Körper aus dem Sande Herauszugraben. ' Geeignetes Handwerkszeug dazu besaßen wir nicht; die. nicht, leichte Arbeit mußte mit den Händen geschehen. Während des Ausgrabens erfuhren wir von dem Marokkaner, der etwa 40 Jahre alt sein konnte, daß er denSultanstruppen als Spion und Führer gegen Bu Hamara gedient, und daß dieser ihn gefangen genommen und' zur Strafe für seinen Verrath hier bereits seit zwei Tagen hatte eingraben lassen. Er selbst drängte zur Eile und machte uns . weiter die Mittheilung, daß ein Lager von mehreren Hundert Rebellen in der Nähe sei und daß allnächtlich ein Trupp derselben komme, um sich zu überzeugen, ob er noch an Ort und Stelle sei. Wir erkannten aus diesen Mittheilungen, daß wir uns hier in der offensichtlichsten Gefahr befanden, von der Bande des Bu Hamara gefangen geuommen zu werden. Was in einem solchen Falle mit uns geschehen konnte, entzog sich vorläufig unserer Berechnung. Wir arbeiteten, daß uns der Schweiß vom Gesicht perlte. Nach einer fast einstündigen Anstrengung gelang es uns endlich, den Bedauernswerthen, der vollständig entkleidet war, aus seinem Grabe herauszuheben und in den Sand zu legen, denn stehen konnte der Aermste, auch als wir die Stricke an seinen Händen und Füßen durchschnitten hatten, nach den erlittenen furchtbaren Qualen noch nicht. Allen Dank wies Leutnant Boudin, um seine Rührung nicht zu zeigen, mit den groben Worten zurück: Halts Maul, Bandit! Glaubst wohl gar. es sei eine Ehre für uns, hier deine Bekanntschaft gemacht zu haben!" Der arme Kerl that uns leid, wie er so hilflos im Sande lag und Gebete für uns murmelte. Es blieb', uns nichts anderes übrig, als ihn mit uns ins Lager zu nehmen. Wir überlegtenit der Transport am besten sich werje bewerkstelligen lassen. Unser Lager war nur etwa 5 Kilometer entfernt. Ich hatte ihn kaum vor mir auf dem Pferde liegen, als er den Schreckensruf ausstieß: - . Da kommen sie!" Alle Teufel noch einmal!" -.fluchie ich und ließ den schweren Körper des Marokkaners schnell wieder vom Pferde in den Sand hinabgleiten. Jetzt geht der Tanz los! Zieh' vom Leder, Boudin, und hau' fest drauf!" Mein Zuruf war kaum nöthig gewesen, denn Leutnant Boudin machte sich schon fertig zur Arbeit. Mir gelang es noch, zwei Raketen, deren ich stets einige bei mir führte, anzuzünden. Man mußte sie in unserem nicht zu fernen Lager zum Nachthimmel emporsteigen sehen und' die Leute meiner Kompagnie veranlassen, sofort zur Hilfe in den Sattel zu springen. Nicht lange, und ein regelrechtes Reitergefecht' entwickelte sich. Hageldicht sausten die Säbelhiebe nieder. Flinten und Revolver knatterten durch die stille Wüste, und der feine Sand stiebte unter den Hufen des keuchenden Pferdeknäuels meterhoch empor. Es war ein Glück, daß die Kerle vom Fechten keine Ahnung hatten und mit ihren langschaftien Flinten so schlecht schössen! Wir konnten in dem Geditlnge unsere Revolver besser verwenden. Schon nach wenigen Sekunden bekamen wir etwas Luft, denn vier der Angreifer walzten sich mit ihren Pferden bereits am Boden. Bald blutete ich aus mehren Wunden. Die Uebermacht war zu groß. Ich fühlte meine Kraft allmählich erlahmen, meine Säbelhiebe pfiffen nicht mehr so elastisch durch die Luft, so daß ich mich bald darauf befchränken mußte, die Angriffe abzuwehren, statt, wie bisher, selbst anzugreifen. Ein riesiger Kerl rief mir zu, ich solle mich ergeben. Dem Satan ergeb' ich mich!" war meine Antwort, und im selben Augenblick hatte der Marokkaner eine Revolverkugel im Gesicht. Auch Boudin schlug und schoß wie rasend um sich. Der sonst so bequeme. dicke Leutnant zeigte eine großartige Tapferkeit und Behendigkeit. Ich sah, daß er sich in harterBedrängniß befand und sprengte ' an seine? Seite. In demselben Moment hieb er einen seiner Angreifer vom Pferde. So. ist'S brav. Dicker l" rief ich. Noch ein paar solcher Hiebe und das Kreuz der Ehrenlegion ist dir sicher!" Danke! traut mir mein Alter in Paris gar nicht zu; würde ihm aber

riesigen Spaß machend brüllte er, wüthend um sich hauend zurück. Aber diese Bande hängt mir das Ding verflirt hoch!" Immer aufs Neue drangen die braunen Bestien auf uns ein, und ich wurde besorgt um das Ende des ungleichen Kampfes. Wenn nicht bald Hilfe kam, nützte uns alle Tapferkeit nichts mehr, wir wurden überwältigt und waren verloren In einem solchen Falle leistete dann die lchte Revolverkugel ihren Liebesdienst. Diese letzte Kugel" trägt jeder Offizier der Fremdenlegion, wenn er in den Kampf geht gegen die wilden Wüsienstämme, stets in der Tasche. Die Araber sowohl wie die Marokkaner kennen keine Gnade für einen Europäer, am Allerwenigsten für einen Offizier oder Soldaten der Fremdenlegion, wenn er in ihre Hände gefallen ist. .' , In der Hitze des Gefechts war ich schnell wieder von Boudins Seite gedrängt, hatte aber bald darauf das Vergnügen, wiederum einen der braunen Rebellen vom Pferde herunterzuhauen. Plötzlich erhielt ich einen furchtbaren Hieb über den Kopf, daß mir fast die Sinne schwanden; ein heißer Blutstrom floß mir aus der Wunde durch das Gesicht. Ich hob den Kopf und sah wie durch einen Schleierdaß Leutnant Boubin vom Pferde sank. Eine namenlose Wuth packte mich, und ich versuchte, mich zu der Stelle durchzuhauen, wo mein tapferer Kamerad gefallen war da erscholl ein hundertstimmiges Hurrah! . Das war Hilfe in der höchsten Noth! Meine brave Mont6e raste im Galopp heran und schlug alles nieder, was von den Banditen noch auf den Beinen stand. Leutnant Boudin, dessen tapfere Faust den Säbel noch fest umspannt hielt, lag regungslos und bleich im Sande er war todt, in den Kopf geschossen von einer Rebellenkugel. Der Marokkaner, welchen wir hatten retten wollen, lag mit gespaltenem Schädel auf derselben Stelle, wo ich ihn beim Angriff der Bande vomSattel hatte heruntergleiten lassen. Als die Kompagnie den Tod ihres tapferen, geliebten Leutnants Boudin erfuhr, umdrängte sie. mich mit wildem Rachegeschrei und verlangte mit Ungestüm, sofort zum Sturm auf das marokkanische Lager von mir geführt zu werden. Ich muß gestehen, daß echter Soldatenstolz meine Brust schwellte, als ich in diesem -Augenblick durch das Blut, das mir,' vom Gesicht herabfloß, über meine Kompagnie hinwegblickte. Das waren Soldaten, mit welchen ich alle Hollenschlllnde gestürmt hätte! Noch in derselben Nacht suchten wir das marokkanische Lager auf. Wir überraschten die Rebellen so vollständig, daß wir nur geringen Widerstand, fanden. Nur wenige entrannen , dem entsetzlichen Blutbade, das meine erbitterten Legionäre unter ihnen anrichteten. Der Tod des Leutnants Boudin wurde furchtbar gerächt! Als dann am Morgen die Sonne über den Wüstenrand emporstieg, ritt die . Compagnie monte im Galopp mit dem begeisterten Rufe: Vive la legion!" über mehr als 300 Banditenleichen hinweg. C'e5t la guerre on Afrique!

Selbstmord im Anfall von S ch w e r m u t h. E v a n L v i l l e , 29. Aug. In einem Anfall von Schwermuth beging der 66jährige John Dadidsohn Selbst, mord durch Erschießen. .Er war 40 Jahre lang als Mechaniker in den Maschinenwerkstätten der EvanZville & Terre Haute Bahn thätig gewesen, hatte aber wegen Arbeitsmangel seinen Posten verloren. Er hinterläft eine Wittwe und zwei verheirathete Töchter. Neue Inkorporationen. Folgende Gesellschaften reichten beim Staatssekretär ihre Jncorporatlons Papiere ein: Die Farmers Gram Co.", Hunt ington; Capital $7,700; Directoren: Douglas Lesh, Daniel W. Lesh, C. C. Höflich und C. E. Wert. Bauerlaubnißschein e. Budget Coleman, Wohnhaus, Bel. mont und LeedS Ave. $2200. E. Huckreld. Reparaturen, 4321 S. State Str. $700. John Vesper, Wohn, haus. Parkview Ave., nahe New York Str., $2800. B. B. McFarlanX Wohnhaus, 1422 Lee Str., $1800. A. A. Wright, Wohnhaus, Bertha und Harris, $1900. E. L. Cothrell, Cottage, Edgewood, nahe Southeaftern Ave. $1200. Rosa Fitzwiller, Cot. tage, Edgewood, nahe Downey, $1235. C. E. Ruck, Cottage, Columbia Ave., nahe 15. Str. $600. Jra Scudder, Cottage, Ehester Str.. nahe Michigan, $600. H. Fulmer, Cot. tage, Lerlngton Ave., nahe Harian, $1400, V Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho'S Longfellow".

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