Indiana Tribüne, Volume 29, Number 5, Indianapolis, Marion County, 29 August 1905 — Page 6
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Europäische Nachrichten.
Provinz Kannover. H a n n o v e'r. Ein hochherziges Vermächtnis ist der Stadt mit dem Tode des Ziegeleibesitzers Stamme in Nicklingen zugefallen, der seine werthvolle Kunstsammlung der Stadt zum Geschenk gemacht hat. Es handelt sich in .erster Linie um eine Sammlung werthvoller Gemälde, die jedenfalls im Künstlerhause zu einer Sonderausstellung vereinigt werden dürften. Ferner sollen sich in der Sammlung auch werthvolle Gegenstände der plastischen Kunst befinden. Verunglückt ist im Hause Uhlandstraße 5 die Arbeiterin Dina Behufen. Beim Aufstecken von Gardinen beschäftigt, fiel sie vom Stuhl und so unglücklich mit dem Unterkörper auf die Stuhllehne, daß sie innere Verletzungen erlitt. Assel. Die hochbetagten Eheleute H. v. Busch feierten das Fest der goldenen Hochzeit. D u d e r st a d t. Während eines niedergehenden heftigen Gewitters brach in den Wirthschaftsgebäuden des Landwirths Bremer am Westerthore Feuer aus. Der vierjährige Sohn des Besitzers, welcher auf dem Futterboden spielte und vermuthlich das Feuer angelegt hat, fand in der Angst über den schnell um sich greifenden Brand den Ausgang nicht und mußte in den Flammen elendiglich umkommen. E i n b e ck. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich hier dadurch, daß das ohne Aufsicht auf der Straße spielende vierjährige Kind des Tischlers Binnewies unter einen schweren Mühlenwagen gerieth und zweimal schwer überfahren wurde. Grotz-Moor. Hier schoß der 19jährige Bahnarbeiter Vergeest auf mehrere Nachbarn, die ihm kein Geld borgen wollten. Die Ehefrauen Heitmann und Kaiser wurden durch fünf Schüsse getödtet. Der Mörder ist in Hamburg verhaftet worden. Hildes heim, hdem ihn erst vor Kurzem durch den Tod seiner Gattin, einer Frau von außergewöhnlicher Thatkraft, ein harter Schicksalsschlag getroffen, ist Senator Brehme im städtischen Krankenhause, wo er sich seit einiger Zeit befand, an einem hartnäckigen Leiden, das das Alter mit sich gebracht, in seinem 78. Lebensjahre gestorben. L i n g e n. Im Speller Moor wurde der Hofbesitzer Hösing nebst zwei Kindern, die hinter einem Torfhaufen Schutz gesucht hatten, vom Blitz getroffen und alle drei sofort getödtet. vtöttgesvutkel. Den Eheleuten Johann Heinrich Christian Kordes und Dorothea, geb. Frömling, wurde vom Kaiser anläßlich ihrer goldenen Hochzeit ein Geschenk von 50 Mark zuerkannt. Stebbesse. Einen schnellen Tod erlitt der 55 Jahre alte unverheirathete Arbeiter Aug. Nothdurft von hier. Derselbe kehrte von seiner Arbeitfiätte, dem Kalkwerk zu Almstedt, nach hier zurück. Er bestieg in der Scheune seiner Schwägerin, der Wittwe Nothdurft, eine Leiter, um auf dem Boden zu nächtigen bezw. seinen Rausch auszuschlafen. Anscheinend ist er von der Leiter auf eine unter dieser stehende Karre gestürzt und hat dabei das Genick gebrochen. , Wilhelmshaven. Der Zimmermann Wilke Janssen beging sein LJjähriges Dienstjubiläum auf der Werft. Eines plötzlichen Todes ist der Eisenbahn-Putzer Krick gestorben. Er war beim Aufladen von Kohlen beschäftigt und gerieth infolge eines Versehens zwischen die Puffer zweier rangirender Wagen. Provinz Wcskfnken. M ü n st e r. Ein Schadenfeuer, wie es seit Langem hier nicht gewüthet hat, zerstörte binnen kurzer Zeit die im südlichen "Stadttheile gelegene, der Firma Gebr. Hagedorn & Eo. gehörige große Brauerei Westfalia". Beim Baden ertrunken ist im Hiltruptt Hafen des Dortmund-Emskanals der Steinmetz Alois Schraut aus Vinsbach. Altenbecken. Zwischen Büke und hier ist ein Wolkenbn:ch mit Hagelschlag niedergegangen, der großen Schaden an Gärten und Aeckern anrichtete. Das Hochwcrsser drang in die Parterrefenster ein, verschiedentlich ist Vieh ertrunken. Der Gutsbesitzer Evers wurde vom Blitzschlag getödtet. Vurgsternfurt. Von einem Zuge nach Münster wurde der Stationsvorsieher Meyer zermalmt. Dortmund. Auf dem hiesigen Bahnhofe wurde in einem Eisenbahnzuge der Weinhändler Nöhl aus Koblenz erschossen aufgefunden. In dem Revolver, der sich bei der Leiche fand, waren noch zwei Patronen. H o p st e n. Während eines heftigen Gewitters schlug der Blitz in das Wohnhaus des (Zigenthllmers Linnenschmidt - Vreischen, welches bis auf den Grund niederbrannte. Herford. Kürzlich wurde aus der Werne unterhalb der Schmeichler Mühle die Leiche des Restaurateurs Frik Viermann gezogen. Die Oberkleider (Jacke, Weste) lagen etwa 100 Meter oberhalb. Man nimmt daher Selbstmord an. Jserlohn. Dem Fabrikmeister Fried. Buchen ist aus Anlaß seines goldenen Arbeitsjubiläums bei der Firma Hauser Söhne das Allgemeine
Ehrenzeichen verliehen worden. Sein goldenes Arbeitsjubiläum beging bei der Firma A. Sudhaus Söhne der Gießermeister Ludwig Jsing. MilSpe. Kürzlich gerieth das fünfjährige Töchterchen des Formers ivvenstiel unter ein leeres Fuhrwerk und wurde todtgefahren. Den Fuhrmann soll keine Schuld treffen. Schwerte. Von einem wüthend gewordenen Bullen wurde der Arbeiter Strom so schwer verletzt, daß er an den Verletzungen schon nach kurzer Zeit starb. Westereiden. Bei einem Gewitter, welches über den hiesigen Ort niederging, schlug der Blitz zuerst in das Haus des Steinhauers Clemens Grote. Dieser, ein sogenannter kalter Schlag", beschädigte nur einige Dachsparren. Bald darauf traf ein zweiter Schlag das massiv gebaute 'Haus des Steinbruchbesitzers Franz Wegener, welches bis auf die Umfassungsmauern ausbrannte. Menschen wurden nicht verletzt, Vieh und Jnventar konnten gerettet werden. 'FIlieiprovinz. Köln. Der Sohn des Oberregierungsraths Fink von hier stürzte während einer Dampferfahrt über Bord und ertrank. Ä a'ch e n. Regierungs-Baumeister Max Domke in Berlin ist als etatsmätziger Professor für Jngenieurwissenschaft an die hiesige Technische Hochschule berufen worden. Bonn. Professor Wilhelm Kuppe, der im hiesigen musikalischenLeben eine angesehene Stellung einnahm und besonders für die Erwerbung des Beethovenhauses durch den Verein gleichen Namens eintrat, ist gestorben. Düsseldorf. Bei einer Automobilfahrt, die Varon Leyen in Vegleitung des Ehepaares Engels und des Studenten Walther Engels aus Barmen unternahm, wurden die Infassen des Gefährts infolge eines Reifendefekts herausgeschleudert. Der Student Engels wurde getödtet, die übrigen Personen wurden erheblich verletzt. Elberfeld. Zwei Mädchen des Kaufmanns Clarenbach im Alter von 8 und 12 Jahren kochten in einem kupfernen Kinderspielzeuge, in dem Grünspan war. Reis. Beide starben darauf. Höhrath. Im Hause des BandWirkereibesitzers RichardBerghaus kam auf unaufgeklärte Weise Feuer zum Ausbruch. Mit großer Schnelligkeit uoertrug es sich von einem angebauten Holzstall auf das Dach des Wohnhauses und bald stand der ganze Dachstuhl in Flammen. Infolge der angestrengten Arbeit der Äeuerwebr und der Be wohner von hier gelang es, das entfesselte Element zu dämpfen. Koblenz. Professor Conrad Heubner, städtischer Kapellmeister, Direktor des hiesigen Conservatoriums, ist hier im kräftigsten Mannesalter gestorben. Solingen. Stadtverordneter Felir feierte die silberne Hochzeit. Aus diesem Anlaß ließ er seinen sämmtlichen Arbeitern den doppelten Wochenlohn auszahlen, während die Bureauangestellten ebenfalls namhafte Geschenke erhielten. Urdenbach. Den Tod in den Wellen fand der 51jährige Spicknagel von hier. Derselbe war mit einem Kameraden auf den Rhein zum Fischen gefahren und hatte seinen Kahn an einem Schlepper befestigt. Ter Kahn riß sich aber los und schlug mit Gewalt gegen das Schlepptau und schlug um. Während sein Begleiter sich an dem Tau anklammern konnte, bis Hilfe kam. wurde Spicknagel in die Wellen geschleudert und konnte bi-hcr nicht aufgefunden werden. rcvin.z LcssenIttssu. Kassel. Vor Kurzem hat sich der 51 Jahre lte Maschinenheizer H. Grabow erschossen. Eine hosfnungslose Krankheit soll den Bedauernswerthen in den Tod getrieben haben. Bad E m s. Der Besitzer der Mlla Margot. Ingenieur Sinell aus Verlin, fuhr mit seiner Schwiegermutter, Frau Vurchardt, im Automobil. Als er in die Rathhausgasse einbiegen wollte, nahm er die Kurve zu kurz. Frau Burchardt aus Berlin wurde aus dem Gefährt herausgeschleudert, und der Wagen ging über den Körper. Der Arzt konnte nur den Tod der Dame constatiren. Frankfurt. An den Folgen eines Nierenleidens starb der Direktor am hiesigen Landgericht Otto Forkel. Er war am 4. Juni 1854 zu Gehren in Schwarzburg - Sondershausen geboren, wurde 1878 Referendar, 1883 Gerichtsassessor, 1838 Amtsrichter in Bergen auf Rügen. Seit 1890 sungirte er als Landrichter in Stolp, seit 1893 in gleicher Stellung in Hannover, wo 1897 seine Ernennung zum Landgerichtsrath erfolgte. Seit dem 1. April 1903. wirkte er als Landgerichtsdiener in unserer Stadt. H a n a u. Vor Kurzem ereignete sich auf dem Kasernenhofe der hiesigen Ulanenkaserne ein schwerer Unglücksfall beim Ausreiten von Remonten. Der im ersten Jahre dienende Schmied und Schlosser Peter Jäger von hier wurde vom Pferde geschleudert und erhielt hierbei einen derartig wuchtigen Hufschlag auf den Hinterkopf, daß ein schwerer Schädelbruch entstand. L o r ch. Die beiden erwachsenen Geschwister Christ wollten das erlosehende Herdfeuer mit Petroleum wieder entfachen, als plötzlich die Kanne
ezplodirte und beide in hellen Flammen standen. Die auf d'asHülfegeschrei herbeieilenden Leute kamen leider zu spät, um die Unglücklichen zu retten. Mittcröetttscho Staaten. A l t e n b u r g. Nach längerem Leiden verstarb Oberbaurath a. D. Otto Vorehsch. Der Verstorbene war länger als 30 Jahre im staatlichen Baufach thätig. A r o l s e n. Letztens hat sich der in weiteren Kreisen allseitig geachtete PostHalter Steinrück in seiner Wohnung erschossen. Er hatte unlängst zwei Pferde verloren und es wird angenommen, daß dieser Schicksalsschlag seinen Geist umnachtcte und er in diesem traurigen Zustande den Tod auf diese Weise gesucht hat.Vraunschweig. Selbstmord verübte der etwa 30 Jahre alte Stanzer Wilhelm Behrens aus Lehndorf, indem er sich in der Nähe des SchützenHofes auf die Schienen der LandesEisenbahn vor einen daherkommenden Zug warf. Der Räumer der Maschim erfaßte den Lebensmüden und schleuderte ihn zur Seite, wobei er das Genick brach und bald eine Leiche war. Behrens hatte ein Briefcouvert mit seiner Adresse in der Tasche, auf dem er als Grund seiner That Familienzwistigkeiten angab. G e r c Vor Kurzem verschied hier der Notar und Justizrath Karl WilHelm Gerhardt. G o t h a. Seiner schweren Verletzung erlegen ist der vor Kurzem weq?n Fälschung und Betrugs verhaftete L4jährige Kaufmann Friedrich August Lippert us Breslau, der sich auf der hiesigen Polizeiwache eine Revolverkugel in den Mund schoß. K a h l n. Der Porzellanarbeiter Erdmann stürzte von der Brüstung der Saalebrücke in die Saale und zog sich dabei so schwere Verletzungen zu, daß an seinem Aufkommen gezweifelt Wird. M e i n i n g e n. Plötzlich zur reichen Erbin geworden ist die bei dem Rentier Letsch bedienstet gewesene Alma Fleischmann aus Hindfeld bei Römhild. Das Mädchen hatte den kinderlosen Greis bis zu seinem Tode treu gepflegt und der alte Mann belohnte diese Treue dadurch, daß er das Mädchen zur alleinigenErbin einsetzte. Die Erbschaft besteht in einem schönen, schuldenfreien Hause und 35,000 Mark Vaargeld. Meuselwitz. Im Schachte des Vraunkohlenwerkes Fürst Bismarck" wurde der ledige Bergarbeiter Grellert verschüttet. Ottstedt. Auf dem Felde am Berge schlug der Blitz den Tischlermeister Vockspieß nebst seinen beiden Kindern nieder. R e m st ä d t. Der kürzlich infolge eingetretener Geistesgestörtheit und Tobsuchtsanfälle in das Landkranlenhaus nach Gotha überführte 77jährige Landwirth Schmidt von hier ist daselbst gestorben. Weimar. Aus Furcht vor eine: Schulstrafe hat sich der 12jährige Untertertianer Rotsch in der Jnn er-tränkt.
. -, Aufrichtig. Sie, Kellner, ich möchte gern eine Kleinigkeit zu mir nehmen! "Was ist denn zu haben?" Im Vertrauen, mein Herr bei uns ist alles klein!" Der Protz. Tochter des Hauses: Haben Sie schon gehört, 'Herr Baron, die Tochter unseres Nachbars soll 2 Millionen Mitgift bekommen." Commerzienrath: Gott, Rosalie, was de schon wieder fachsimpelst!" Billiges Verlangen. Als Du uns neulich auf der Promenade trafst und mit uns gingst, da war der Assessor gerade im Begriff, mir einen Antrag zu machen; nachher ist er nicht mehr darauf zurückgekommen jetzt, lieber Cousin, kannst Du mich heirathen!" Abgewinkt. Freier (zum Water seiner Angebeteten): DerMann, der einmal Ihre Tochter zur Frau bekommt, dürste der Glücklichste aller Sterblichen sein! Da haben Sie recht, und den dürfen Sie schon heute beneiden!"
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Tie Wahrheit über deu Mann!
Die Wahrheit über den Mann! sie wird jetzt in einem ganz stattlichen Buche von einer englischen alten Jungfer", die sich nur in dieser Eischaft zu erkennen gibt, verkündet. Schmeichelhaft ist das Bild, das da vom Herren der Schöpfungentworfen wird, gerade nicht; aber es ist nicht etwa die Philosophie der saueren Trauben, die zum Ausdruck kommt. Die Verfasserin versichert uns ausdrücklich, daß ihr Abscheu vor dein anderen Geschlecht durchaus nicht von jeher in ihr tief eingewurzelt gewesen sei, vielmehr habe sie ehemals die Männer wohl begehrenswerth gefunden, und als Ausweis für ihre Befähigung. über dies Thema mitreden zu können, kann sie die stolze Thatsache bekannt- geben, daß wenigstens 75 Männer in sie verliebt gewesen sind! Aus der Fülle dieses reichen Ersahrungsmaterials weiß die alte Jungfer nun ihre Schlüsse zu ziehen. Ihre Hauptthese ist freilich, daß die Frau in jeder Beziehung dem Manne überlegen ist. Die alte Jungfer unternimmt zunächst eine Eintheilung in drei Klassen für Mann und Frau in ihrem Verhältniß zueinander. Die Frauen zefrallen in folgende dreiKlassen: 1. in solche, die mit einem Auge immer auf die Hauptsache ihr Ziel gerichtet haben; 2. solche, die den Flirt aus Liebe betreiben; 3. in solche, die sich die Sache mit ansehen. Die ersten heirathen immer, die zweiten heirathen manchmal,, die dritten nie. Die Männer kann man in ihrer Gesammtheit nach den großen Grundzügen in drei Gruppen theilen, die Feurigen, die Schüchternen und die Gleichgültigen. Zur ersten Klasse gehören die Männer, die selbstsicher und verliebt jedem jungen Mädchen, das ihnen über den Weg läuft, die Kur schneiden und es glühend umwerben. Die zweite Gruppe besteht aus den guten Jungen, die eine unbegerenzte Verehrung für das Weib" überhaupt im Herzen tragen und oft ganz still ein weibliches Wesen in scheuer Verehrung anbeten.ohne so viel Selbstvertrauen zu haben, um ihre Liebe- zu gestehen. Die dritte Klasse besteht aus den geschäftstüchtigen und erwerbsfleißiaen Leuten, die nur Geld machen und den Frauen völlig gleichgültig gegenüberstehen. Sie heirathen, wenir es ihnen Vortheil bringt, und betrachten die Liebe als ein Geschäft wie jedes andere. Auf die Feurigen" schimpfen wir unaufhörlich und finden sie unwiderstehlich. Die Schüchternen bewundern wir sehr, sprechen von ihnen mit Achtung und hohem Lob und kümmern uns nicht um sie. Die Gleichgültigen verabscheuen und verachten wir und heirathen sie." Nach der Meinung der Dame ist alle Verstellunz uns Schmeichelei der Frau nur von den Männern gezüchtet worden, die in ihrer kindischen Eitelkeit und Dummheit keinen Widerspruch und keinen Vorwurf vertragen und von den klugen Frauen bei ihren Schwächen' gefaßt werden müssen. Was für eine Geistesgegenwart und Selbsibeherrschung, welch ein Aufwand an Schönheit, Grazie und Liebenswürdigkeit, was für eine feine Berechnung und psychologische Durchdringung seiner Lieblingswünsche gehören dazu, solch ein störrisches, dummes und schwerfälliges Wesen wie den Mann zum gefügigen Diener des weiblichen Willens zu machen! Ein charakteristisches Merkmal des Mannes sei vor allem seine Unfähigkeit zu logisch consequentem Denken. Die Männer sagen mit Vorliebe, daß die Frau beim Streiten immer das letzte Wort haben müsse. Und warum das? Nun, doch nur, weil die Frauen jeder Situation gewachsen sind und richtige Schlüsse zu ziehen wissen. Der Mann benimmt sich bei einer Auseinandersetzung jämmerlich. Er stockt und stottert. widerspricht sich zwölfmal in zehn Minuten, sein Geist ist immer in eine Meinung verrannt und verliert für alles andere jedes Verständniß." Die alte Jungfer meint auch, daß die Männer immer mehr der Degeneration verfielen, während die Frauen zunähmen an Kraft und Tüchtigkeit. Wie häßlich sind doch die Männer", ruft sie, ein Anblick, um die Götter der Griechen mit Schauder zu erfüllen und den Schönheit liebenden Engeln im Himmel traurige Thränen auszupressen." Das kommt daher, weil von allen Wesen 'der Erde der Mann am meisten Sklave der Mode undConvention ist. So lange ein Ding Stil" ist, mag es häßlich sein wie ein Gespenst und unbequem wie eine Zwangsjacke, wird er es ertragen und vertheidigen, weil er Angst vor dem Lächeln seiner Genossen hätte, wenn er eine kleine, von dem Schneider nicht sanktionirte Abweichung an sich trüqe." Und dabei spottet der Mann über die Moden der Frau, die doch immer eine gewisse Selbständigkeit erkennen lassen und eine Fülle von Geschmack und künstlerischem Verständniß enthalten. Ein ebenso sinnloser Vorwursden fcie Männer den-Frauen" zu machen "wagen, ist r der Schwatzhaftigkeit. Re. den wir denn mehr als die Männer? Ich sage nein, tausendmal nein, und ich frage alle ehrlichen Menschen auf Ehre und Gewissen, kann jemand mehr und sinnloseres Zeug reden als der Durchschnittsmann? Das ist völlig unmöglich!
Ver der Vesiat-tung einer Frau auf dem Friedhofe in Altona befanden sich unter den Leidtragenden auch der erwachsene Sohn und die erwachsene Tochter der Verstorbenen. Als nun die Tochter gerade von einer Schaufel Erde auf den Sarg der Mutter zu werfen sich anschickte, stürzte der Bruder hinzu und versetzte ihr eine schallende' Ohrfeige. Rasch entschlössen drehte die so Angegriffene die Schaufel um und schlug damit auf den Bruder ein. Alsbald betheiligte sich das ganze Trauergefolge an derSchlägerei, ergriff theils für den Bruder, theils für die Schwester Partei und kämpfte erbittert miteinander, bis die schließlich requirirte Polizei die Kämpfenden trennte. Oliver Eromwell's Todtenmaske wurde kürzlich in einer Auktion bei Stevens in London zum Verkauf ausgeboten. Jedoch wurde der als Minimalfatz angenommene Preis nicht bei den Geboten erreicht und die Maske wieder aus der Auktion zurückgezogen. Sie ist nun für 5430 unter der Hand verkauft worden. Von diesen Todtenmasken, die die Züge des Protektors am genauesten wiedergeben, sind nur drei Exemplare bekannt, von denen sich das eine in der National Portrait Gallert)" befindet und das zweite im Besitz eines Privatmannes ist. Das dritte beglaubigte Exemplar ist das verkaufte, während eins, das sich im Britischen Museum befindet, angezweifelt wird. EinVewohnervonAntwcrpen sandte kürzlich eine dem Nest entnommene, von ihm gezeichnete Schwalbe gleichzeitig mit 235 Brieftauben der Federason Colombophile" nach Campiegne. Mit den Tauben wurde hier auch die Schwalbe morgens 7 Uhr 15 Min. losgelassen. Blitzartig nahm sie sofort ihre Richtung nach Norden, während die Tauben vorher verschiedene spiralförmige Flugversuche machten, ehe sie sich für diese Himmelsgegend entschieden. Schon um 8
Uhr 21 Min. erschien der Bote des Frühlings" bei seinem Nest in Ant. wcrpen, während die ersten Tauben um 11 Uhr 30 Min, dort anlangten. Die Schwalbe hatte also die Strecke von 235 Kilometer in einer Stunde und sieben Minuten zurückgelegt mit einer Geschwindigkeit von 3435 Meter die Minute, 207 Kilometer die Stunde. Die Tauben flogen nur 57 Kilometer in der Stunde, 922 Meter die Minute. Die erstaunliche Flugkraft und Schnelligkeit der Schwalbe dürfte von keiner anderen Vogelgattung übertroffen werden. Im Polizeicommissariat Lcopoldstadt in Wien erschien kürzlich der aus Deutschland zugereiste Kaufmann Johann HeinrichBeerholdt und brachte zur Anzeige, daß er am 18. Juli die ungarische Sängerin Josefine Weiner geehelicht habe, daß diese aber schon am Tage nach der Hochzeit aus der gemeinsamen Wohnung verschwunden sei. Er habe nichts von ihr gehört, bis ein Brief von Frau Beerholdt - Weiner eintraf, in dem sie ein: Zusammenkunft mit ihrem Gatten im Volksprater erbat. Herr Becrholdt lcistete der Einladung, neugierig, was die Frau ihm zu sagen habe, Folge und begab sich in den Volksprater an den vereinbarten Rendezvous platz. Er wartete und wartete, doch die Frau kam nicht. Als er schließlich, des Harrens müde, heimkehrte, harrte seiner eine höchst unangenehme Ueberraschung: Er fand die Thür seiner Wohnung aufgesperrt, und aus den Zimmern war der größte Theil leiner Mobilien im Werthe von 1000 Kronen weggeschafft. Herr Beerholdt erkundigte sich bei der Hausbesorgerin, wer ihm diese Ueberraschung bereitet, und erfuhr, daß es die eigene Frau war, die mit einem Möbelwagen vorgefahrcn war, die Wohnung aufschließen und das Mobiliar wegschaffen ließ. Durch den Brief war der betrogene Gatte aus dem Hause gelockt worden. Wiederum kommt die Kunde von einem tödtlich verlaufenen Absturz in den Schweizer Alpen. Zwei englische Touristen, der S2jährige Rektor Haslehurst aus Westfelton und sein Freund Emmet aus London waren auf den Arnigrat im Canton Bern gestiegen und auf dem Gipfel von einem heftigen Gewitter überrascht worden. Um den Heimweg abzukürzen, entschlossen sich die beiden, vom Wege abzuweichen, und schritten den Grat entlang über eine steile, mit kurzem Gras bewachsene Halde. Ein heftiger Regen hatte den Pfad unwegsam und schlüpfrig gemacht; zudem waren beide Touristen mit nur leichtem, mangelhaft beschlagenem Schuhwerk ausgerüstet. Plötzlich stürzte Haslehurst und glitt mit sausender Elle die schlüpfrige Halde hinab. Sein Begleiter Emmet eilte in seiner Angst auf Umwegen nach und fand den Gefährten 300 Meter unterhalb der Absturzstelle regungslos liegen. Er breitcte seinen Rock über den Unglücklichen und eilte bei strömendem Regen thalw'ärts. Eine Hilfscolonne von sechs Mann, an ihrer Spitze der bekannte Ä'ergführeeDurr. brach sofort aus""s und langte 10 Uhr Nachts berlxr Un- I glücksstätte an. Sie konnte nur constatiren, daß der Verunglückte bereits todt war. Offenbar hatte er bei dem kr... Hinabgleiten verzweifelte Rettungs-' i' toersntfip rrrtsisf)t? Wttn frtrr TOtn, i-
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