Indiana Tribüne, Volume 29, Number 4, Indianapolis, Marion County, 28 August 1905 — Page 5

Jndiana Tribüne, 28. August 1905

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JahreSfest des Mufiker-Vereins.

Der Indianapolis Musiker Verein beging im Germania Park, begünstigt vom schönsten Wetter, sein 15. JahreS fest. Das ArrangementS.Komite, aus den Herren H. Sprengpfeil, R. A. Miller, H. Beiser, F. I. Mayer und H. O. Lewiy bestehend, hatte alle Vor. kehrungen für einen erfolgreichen Ver lauf deZ Festes getroffen und so konnte eS denn nicht fehlen, daß alle sich aufs Beste amüsirten und noch lange an diesen Tag gern zurückdenken werden. Alt und Jung vergnügten sich bei Spielen aller Art und wurden manche schöne Preise gewonnen. Von Herrn Henry C. AdamZ von der Pettibone BroZ. Manuf. Co. von Cincinnati wurde dem Vereine eine prächtige, seidene, amerikanische Fahne als Geschenk überreicht. Der Verein zählt jetzt 215 Mitglieder mit einer wohlgefüllten Kasse. Indianapolis ist Die Heimath oerAmerican Federation of MusicianS-, welche vor 10 Jahren von einigen hundert Mitgliedern gegründet wurde und jetzt circa 40.000 Mitglieder zählt. Sase-Ball. American Association. KansaS City. 27. Aug. Erstes Spiel. Kansas City....0 0000000 00 Indianapolis ..1 00021100-5 Batterien JustuS. Durham und Zearfoß; CurtiS und Weaver. Zweites Spiel, ttanfas City...00050000 5 Indianapolis. .00 0 02100 14 Batterien Durham und Butler; Reidy und ZaluSky. MinneapoliS, 27. Aug. Erstes Spiel. MinneapoliS ..1 1001000 3 Toledo 1 0000 0 00 0 1 Batterien Thomas, Kahoe und Schmidt; Cannitz und McAlfeefe. . Zweites Spkel. MinneapoliS 4 0 5 01 2 12 Toledo 0001 0203 Batterien Kellum und Marshall: Cannitz, Piatt und Mcseese. St. Paul, 27. Aug. Erstes Spiel. St. Paul 0 0 0 0 0 0 2 0 0-2 Columbus . ; 1 0 0 0 0 0 0 0 0 1 Batterien Kilroy und Sullivan; Berger, Suthoff und Brovn. Zweites Spiel. St. Paul 00000 01 1 0-2 Columbus 0 0 2 0 0 0 10 3 Batterien Slagle und Noonan; Hart und Brown. (?ine Abitnrientenrede. Ueber einen bezeichnenden Vorgang wird aus d:r Stadt Kowno, RussischPolen, gelegentlich der jüngsten Vertheilung der Reifezeugnisse an die Abiturienten des dortigen Gymnasium; berichtet. Nachdem der Akt vorüber war, trat einer der Abiturienten aus der Schaar seiner Kollegen hervor und hielt folgende Ansprache an die Herren Lehrer: Im Namen der Mehrzahl meiner Mitschüler will ich Ihnen, mei.ie Her ren, einige Worte sagen. Acht Jahre lang haben Sie uns gute Lehren ertheilt, erlauben Sie uns deshalb, uns Ihnen gegenüber einmal zu revanchiren. Vor acht Jahren haben wir die Räume dieser Anstalt als frohe Knaben betreten. Unsere Seelen waren bereit, alles Gute und Edle aufzunehmen. Wir dürsteten nach Wahrheit, Liebe und Freundschaft; statt Brot reichte man uns aber nur Steine. Und jetzt, nach Ablauf von acht Jahren verlassen wir diese Lehranstalt, jeglicher Zuversicht in uns selber und in unsere Mitbürger entbehrend, ermüdet durch den langjährigen Kampf mit Ihnen, ohne irgendwelche positiven Kenntnisse erwarben zu haben, mit dem bitteren Vewußtsein, daß wir die besten Jahre unseres Lebens verloren haben. Aus unserer Schulzeit tragen wir nicht eine freundliche Erinnerung hinweg. Kein einziger, heller Lichtstrahl hat dieses dunkle Reich der Unwissenheit und der Unterdrückung der Menschenrechte erleuchtet. Und jetzt, da wir in's Leben hinausziehen, sind wir nur von einem Gefühle durchdrungen, vom Haß' gegen die Zustände, die ein derartiges Unterrichtswesen schaffen konnien. . Während der ersten Hälfte dieser Rede herrschte Todtenstille, als aber der Herr Direktor merkte, wohin der Jüngling zielte, erhob sich unter dem Lehrerpersonal ein fürchterlicher Lärm. "Geb a ck e n e s Rindfleisch. Beilage zum Gemüse. Reste von Rindfleisch werden in Scheiben geschnitten, in Essig, Pfeffer und Salz eine Stunde liegen gelassen, dann in einem Eierku'chenteig (Milch. Mehl. Eier) gewälzt und in Buter gebacken. Ebenso bereitet man für den Zweck übrig gebliebene Zunge und Schinken.

König Sturm.

Von Hans Ulrich. Auf einsamer Straße wanderte ich, Won ferne die Glocken Hangen, Da kam mit rnfcsjcrn, gcflüiicltcm schritt Der Sturmwind stclz gegangen. Sie hohen Tannen beugten sich tief, : Tic Wolken flogen zur Seite. Die (locken aabcn ihm ehrfurchtsvoll Ein königliches Geleite. Ich stellte mich trotzig ihm in den Weg Mit glühenden, rothen Wangen, Da riß er mir meinen Hut vom Kopf, Und stolz ist er weitergegangen. m m m 1 ! lo plus Ultra. Humoreske von B. Rittweqer. Bei Amtsrichter Steins ist eine große Veränderung vor sich gegangen. Man war früher immer so vergnügt bei Amtsrichters. Der Herr des Hauses war stets lustig und guter Dinge. Frau Lotte, die ihren Gatten noch genau so innig liebte, wie in der Brautzeit, machte auf jeden ien Eindruck, als sei ihr eben ein ganz besonderes Glück widerfahren. Ein prächtiges KinderPärchen bildete die Wonne der Eltern. Selbst das Diestmädchen. das schon seit fünf Jahren man denke! dieser glücklichen Familie treue Stütze war, that die Arbeit unter Lachen und Singen, und. wenn Marie dies ihr Name einem Besuch die Thür öffnete, grinste sie so freundlich und verheißungsvoll, als sei es die Pforte des Paradieses, die sie dem Fremdling aufzuthun im Begriffe sei. Und es war ja auch wirklich ein Paradies an Glück und Zufriedenheit, das Heim des Amtsrichters. Es war! Der eben geschilderte Zustand gehört der Vergangenheit an. Schön seit geraumer Zeit geht der Hausherr mit der Miene eines brüllenden Löwen umher, und da er niemand findet, den er verschlingen könnte, macht er seinem inneren Groll durch stetes Brummen und Knurren Luft, bei einem Löwen immerhin schon ein nicht ganz unbedenkliches Zeichen! Frau Lottes früher so fröhliche Augen haben einen ängstlichen Ausdruck bekommen; die Kinder sind in Gegenwart des Vaters scheu und gedrückt, und Marie, das treue Mädchen, befindet sich in einem zwischen Unmuth und Zorn schwankenden Zustand. Sie überlegt sich fortwährend, ob sie kündigen soll, sie singt nicht mehr bei der Arbeit, und wenn sie einem Besuch die Thür öffnet, macht sie ein Gesicht, als wollte sie fragen: Willst du wirtlich eintreten, du Kühner, in dieses Haus des Jammers?" Diese große Wandlung hat sich nich: plötzlich vollzogen, sondern ganz allmählich, seit ungefähr einem Jahre, seit der Amtsrichter ein damals neuerschienenes Buch: Heb?? die verheerenden Wirkungen des .Alkohols" eingehend studirt hat. Er hat ja längst gewußt, daß der Alkohol an vielen Uebeln schuld ist, aber erst durch die Lekture dieses mit außerordentlicher Ueberzeugungskraft geschriebenen Werkes ist's ihm ganz klar geworden, welch' einen Frevel der Mensck begeht, der Alkohol zu sich nimmt, sei's auch nur in der harmlosen Form von allabendlichen zwei Fläschchen Bier und gelegentlich einem Glase Wein. Sehr gelegentlich. Denn Amtsrichters leben ziemlich zurückgezogen und ihre Einnahmen sie sind ganz auf den Gehalt angewiesen gestatten keinen Weinkeller. An Geburtstagen wurde mal eine Flasche leichter Frankenwein spendirt und je zur Saison wurde eine Waldmeister- und eine Erdbeerbowle angesetzt, mit Apfelwein und SeltersWasser. Man lebt aber nicht im Weinland, sondern in Thüringen, wo man mehr dem Gambrinus, als dem Bachus opfert. Aber bei Amtsrichters geschah auch das mit Maßen. Der Hausherr zwei Fläschchen ; 10 Pfennig, die Hausfrau und Marie zusammen eins so ist's Gebrauch gewesen. Die Kinder durften, wenn sie brav gegessen und ihre Milch geschluckt hatten, beim Gutenachtsagen mal an Papas Glas nippen; aber der gewissenhafte Vater nahm's ihnen immer so schnell wieder vom Mund, daß nur der Schaum ihre Lippen netzte. Daß natllrlich der, Amtsrichter bei besonderen Gelegenheiten, an Kaisers Geburtstag, an dem des Landesherrn, auf einer Sommertour, am Kegelabend mal sein gewohntes Quantaum mit Behagen überschritt, bedarf wohl keiner Erwähnung. Aber immer wurde dem Teufel Alkohol nur in bescheidenem Maße gehuldigt. Seit der Amtsrichter Abstinenzler ist, befindet er sich in fortwährender Unruhe. Frau Lotte glaubte anfänglich, es sei nur eine vorübergehende Marotte; aber bald mußte sie sich überzeugen, daß es ihm bitterer Ernst war. Mit- Eifer und Ausdauer begann nun ein Probiren von Getränken, die den gewohnten Abendtrunk ersetzen sollten. Denn trinken muß der Mensch doch etwas. Thee? ES war Sommer, als die Abstinenz begann, also nicht dran zu decken. Th konnte der Amtsrichter überhaupt nicht vertragen; seine Frau mochte keinen, und Marie, die vom Lande stammte, war der Meinung, Thee tränken nur franse Leut'". Da kekn Bier mehr inö öaus kam, erhielt sie die Erlaubniß, sich Abends manchmal Kaffee zu kochen, womit sie ganz zufrieden war. Ihr' Unmuth und ihr Zorn aalten nur dem veränderten Zustand oer Dince an sich. Es wurde viel

mehr gescholten als früher, viel weniger gelacht, und das drückte das brave Mädchen nieder. Mit Citronenwasser wurde die alkoholfreie Lebensweise eingeleitet. Aber Citronenwasser schmeckte dem Amtsrichter nicht und mit Zucker vabte es nickt zum Essen und zur geliebten Abendcigarre noch weniger. Trotzdem herrschte dieses Getränk, abwechselnd mit und ohne Zucker, fast einen Monat lang. Ein Engros-Einkauf in Citronen wurde gemacht; aber die Hitze verdarb die Hälfte der edlen Früchte und sie mußten ins Müllfaß wandern. Der Amtsrichter erklärte auch nach Ablauf der vier Wochen, er könne Citronenwasser nicht mehr ansehen, geschweige denn trinken. Er ließ nun ein alkoholfreies Getrank kommen, ein Präparat aus Aepfeln. Es schmeckte ungefähr, wie die Brühe von gekochtem Dörrobst und hatte eine trübe Farbe. Aber es sollte enorm gesund sein. Acht Tage lang schwor der Amtsrichter auf dieses Getränk, das auch die Kinder absolut mitgenießen sollten. Aber sie mochten's nicht, so wenig wie Frau Lotte, und es gab fortwährende Scenen darüber. Nach acht Tagen widerstand's auch dem Hausherrn; er versicherte, es verUrsache ihm Mazenbeschwerden, und nun versuchte man's mit einer in Flaschen erhältlichen rosenfarbenen Limonade. Die mundete den Kindern trefflich; auch Frau Lotte fand sie nicht übel. Doch der Amtsrichter behauptete, sie schmecke nach Pomade, und als seine Gattm in etwas spitzen Ton seit dem Abstinenzlerthum herrschte eine ständige Gereiztheit zwischen dem Ehepaar fragte, ob er schon mal Pomade zu sich genommen habe, schrie er: Nein, aber man kann doch denken, wie das Zeug schmeckt, wenn man's riecht, du willst auch alles besser wissen! Anstatt dich zu freuen und mir dankbar zu sein, daß ich bemüht bin, dir und den Kindern den Ernährer zu erhalten, gibst du dir förmlich Mühe, mir die Sache'zu erschweren." Ja. mein Gott. Albert, ich seh' doch, wie du dein gewohntes Bier entbehrst, und es hat uns doch auch wahrhaftig nichts geschadet. Ich sehn' mich oft förmlich banach!" ..So. nichts geschadet! Ausgezeichnet! Weißt du vielleicht, wie lange unsere Nerven noch Widerstand geleiftet hätten? Und unsere armen Kinder! Ich kann mir's nicht verzeihen, daß ich sie mitunter von dem Gist habe genießen lassen. Sie , wären entschieden der Verblödung entgegen gegangen. Ein Glück, wenn, einem die Augen noch rechtzeitig geöffnet werden." Aber Albert! Wie du übertreibst! Daß Kinder keinen Alkohol genießen sollen, ist doch eine .alte Geschichte, und von dem Tröpfchen Schaum, das unsere ab und zu mal kriegten, wären sie wohl nicht verblödet"." Trotz all' dieser MißHelligkeiten gab sich Frau Lotte immer wieder Mühe, neue alkoholfreie Getränke zu schaffen. Nach der pomadehaltigen Limonade versuchte sie es sogar mit Mandelmilch. Aus ihrer Kindheit entsann sie sich dieser lieblichen Mischung, die ' ihre Mutter für Patienten zu bereiten pflegte. Eines Abends fand der Amtsrichter vor seinem Gedeck ein großes Glas mit einer milchigen Flüssigkeit. Frau Lotte schaute ihn gespannt an, als er probirte. Aber kein Zeichen des Beifalls kam aus ihres Gatten Mund. Er schüttelte sich vielmehr und schob das Glas weit von sich! Also wieder nlchts! Es würde zu weit führen, all' die Getränke aufzuführen, 'die noch versuchte wurden. Das letzte war alkoholfreier Most, der vom Rhein bezogen wurde. Die Kiste kam in Abwesenheit des Hausherrn, und als er nach Hause kam, meinte Frau Lotte: Du, der Ä?ost ist angelangt, dreißig Flaschen. kosten dreißig Mark. Ich hab' sie ausgelegt." Ausgelegt? Du, hör' mal, die Getränke hast du doch immer aus der Wirthschaftskasse ob das nun Bier oder 'was anderes ist " SoZ Bier brauchen wir täglich für dreißig Pfennige. Wenn wir eine Flasche Most trinken, ist das 'ne Mark. Das kann ich unmöglich aus meiner Kasse bestreikn. Ich will meinetwegen zehn Mark übernehmen, aber zwanzig muß ich wiederhaben." Seufzend entnimmt der Amtsrichter seiner Börse ein Zwanzigmarkstück. Seine Frau hat ja entschieden recht, aber es ist doch bitter. Er hatte die zwanzig Mark zum Ankauf eines juristischen' Werks bestimmt gehabt. Als der Most probirt wird, meint der Amtsrichter befriedigt: Vortrefflicher Geschmack, nicht Lotte?" Ich weiß nicht, Albert, uns ist zu Hause mal Weißwein schal geworden. daran erinnert mich das Zeug lebhaft." Nun hab' ich'ö aber satt, Lotte an allem hast du 'was auszusetzen, aus purem Widerspruchsgeist. Das ist so recht Weiberart. Du brauchst ja keinen Most zu trinken, ich werd' schon allein damit fertig." Aber trotz seiner scheinbaren Begei,sierung bestellt er keine zweite Sendung. sondern dankt im Stillen seinem Schöpfer, als die dreißig Flaschcn öe find. Freilich steht er nun wieder vor der schweren Frage: Was trink' ich heute Abend?" Er legt sie seiner Frau vor, und die spricht lächelnd:

Diesmal hab' ich für etwas gesorgt, für einen Vierersatz, mit dem du sicher zufrieden sein wirst. Ich hab' mich schon die ganzen Tage auf die Ueberraschung gefreut." Als man sich zum Abendessen setzt, prangt eine Weinflasche auf dem Tisch mit einer Etikette,' die in sauberer Schrift die Worte: Non plus ultra" trägt. Der Amtsrichter lächelt: Du, das wird 'mal wieder was Schönes sein. Non plus ultra das klingt schon so nach Reklame! Ihr Frauen fallt eben auf alles 'rein!" Ja, ich kann doch nichts für den Namen es soll eben wirklich ein Non plus ultra sein, nicht von Bier zu unterscheiden." Der Amtsrichter entkorkte die Fla.

sche und gießt ein helles, schäumendes Getränk ein, setzt's an die Lippen und trinkt und wirft einen verklärten Blick nach der Zimmerdecke. Wahrhaftig, Lotte, es schmeckt, es schmeckt fast ganz wie Bier! Ich glaube. aran werd' ich mich gewöhnen! Ist es sehr theuer?" Gar nicht, ohne Glas fünfzehn Pfennige die Flasche." Vortrefflich! Dann gib nur Marie auch ein Glas davon; wir genehmigen uns eben noch eine zweite." Kriegen wir auch 'was davon, Mama?" So forscht Paulchen und hebt schnuppernb sein Näschen. Die Mutter aber spricht abweisend: Nein, Kinder müssen nicht von allem haben. Ihr bleibt ruhig bei eurer Milch." Und der Amtsrichter nickt zustimmend. Von foem Tag an herrscht bei Amtsrichters wieder der alte Frohsinn. Dem Hausherrn mundet seine geliebte Abendcigarre endlich wieder trefflich. Ganz merkwürdig, wie sich Non plus Ultra" damit verträgt! Es ist wirklich ein großartiger Bierersatz. Die Kinder sind immer fröhlich, seit ber Papa nicht mehr brummt. Marie, das treue Mädchen, singt bei ihrer Arbeit und öffnet die Thür den Besuchern wieder mit der früheren verheißungsvollen Miene. Nur Frau Lotte hat noch bisweilen etwas Gedrücktes in ihrem Wesen, besonders wenn's zum Abendessen geht. Dann schaut sie den Gatten oft prüfend von der Seite an, wenn er das erste Glas mit Non plus ultra" an die Lippen setzt, so, als fürchte sie irgend etwas. Eines Abends beim Zubettgehen spricht der Amtsrichter: Du Lotte, sorg' nur rechtzeitig wieder für neuen Vorrath von Non plus ultra". Ich möcht's keinen Tag entbehren. Hätt's wirklich nicht für möglich gehalten, daß es solchen Dollkommen alkoholfreien Bkrersatz gibt." Frau Lotte wird sehr roth: Ach, Albert, ich sei nur nicht böse, ich es drückt mich schon lange und ich kann's nicht länger verschweigen. Einmal mußt du's doch erfahren. Ich konnt's nicht mehr mit ansehen, wie du immer nach einem Getränk suchtest; es schien mir auch, als sähest du gar nicht gut aus.und du schliefst immer so unruhig. Da ließ ich mir von Hermsdorf ein Fäßchen von dem leichten Bier kommen, es hatte dir draußen mal so ausgezeichnet geschmeckt, und ich zog es ab und klebte die Etiketten auf die Flaschen, damit du nur erst mal ohne Argwohn aber eigentlich hätt' ich gehofft, du würdest's gleich merken und nun ach, Albert, sei mir nur nicht böse!" Frau Lotte bricht in heftige Thränen aus. Der Amtsrichter aber lacht, lacht und kriegt seine Lotte um den Kopf und ruft: Aber bu kleine, dumme Frau, hast du denn wirklich geglaubt, ich hätt's nicht sofort gemerkt? Na, da kennst du einen guten Deutschen, einen ehemaligen Burschenschaftler schlecht. Ich war nur viel zu froh über deinen schlauen Einfall, als daß ich dir den Spaß gleich hätte verderben mögen. Hätt' ich gewußt, daß du's so tragisch nimmst, dann hätte ich dir eher gesagt, wie bankbar ich dir bin. So, und nun geh' ich morgen wieder zum Kegelabend und bekenne offen, daß ich kein Abstinenzler mehr bin. Man muß sich niemals schämen, einen Irrthum einzugestehen. Gute Nacht, Lotte!" Sonderbare Eidesleistung. Hier und da war es im Mittelalter in Deutschland Brauch, daß Frauen, wenn sie vor Gericht einen Eid zu leisten hatten, auf ihren Zopf schwören mußten. Einen solchen Schwur legte noch im Jahre 1403 .die Gräfin Verona von Zollern ab. Sie mußte ihren langen schönen Haarzopf, nachdem untersucht worden war, ob er echt sei, um die, linke Hand wickeln und diese dann auf die Brust legen; die rechte Hand aber legte sie auf 'den Amtsstab des Richters, der ihr den Eid abnahm. Auch im Oesterreichischen war diese eigenthllmliche Art der Eidesleistung gebräuchlich; nur mußten dort dieFrauen auf zwei statt auf einen Zopf schwören, wie das Wiener Stadtrecht vom Jahre 1351 vorschreibt. Wahrscheinlich rührte dieser Unterschied nur von der abweichenden Haartracht her, daß die schwäbischen Frauen im Mittelalte; f r...r i C Ci oios einen Zops irugen, roagreno otz LsterreichischenEdeldamen sich mit zwei Zöpfen schmückten. , Unzugänglich. Den rei chen Müller solltest Du 'mal anpumden!" Hab' ich schon gethan der Mann hat aber absolut ttin Talent l M

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