Indiana Tribüne, Volume 29, Number 3, Indianapolis, Marion County, 26 August 1905 — Page 6
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Europäische Nachrichten.
Frovinz Wrandenburg. Berlin. Der Gynäkologe Geh. Rath Prof. Dr. Robert Qlshausen feierte seinen 70. Geburtstag. Robert Qlshausen gehört zu den Universitätslehrern, o:e sich einer beispiellosen Popularität erfreuen. August Reiff, der bekannte hiesige Darsteller und Regisseur, ist im Krankenhause BethaNien gestorben. Eine Verkalkunq der Arterien setzte dem Leben des in Bühnenkreisen und beim Publikum beliebten Mannes nach länaerem Schmerzenslager ein Ziel. Die Berliner Borsenzeltung , das älteste der deutschen Handelsorgane, konnte dieser Tage das Jubiläum ihres !50jährigen Bestehens feiern. Letztens gerieth der 30 Jahre alte Johann Rostes aus der Jägerstraße 65 in einem Restaurant mit mehreren Gästen in einen Wortwechsel. Als er später das Lokal verließ, wurde er auf der Straße von seinen Gegnern, die ihm helmlich gefolgt waren, überfallen und mit Fäuten und dem Messer bearbeitet. Von mehreren Messerstichen getroffen, brach der Ueberfallene schließlich zusammen. schwerverletzt mußte Rostel nach dem Krankenhaus am Arban gebracht werden. Der Neickstaa- und Landtaasabgeordnete Vlell ist auf der Treppe ausgeglitten und hat sich einenKnöcheldruch zugezogen. Beim Baden ertrunken ist der 9 Jahre alte Sohn des Handlungsgehilfen Hasselmann aus oer melüzenoeraerttrake 86. Der Stadt ist eine neue große Waisenstiftung zugefallen. Sie führt nach dem Namen des Erblassers die Bezeichnung rz'1 t- r.r ..r, u " 3 umu üucnjei - lljlung und verfügt über eine Aktivmasse von rund 665,000 Mark, worauf jedoch lebenslängliche Renten und Vermächtnisse in Höhe von 22,700 Mark lasten. Fehlgeschlagene Spekulationen haben den 52 Jahre alten Koch Friedrich Konrad zur Verzweiflung gebracht. Er war 17 Jahre lang in einem Eaf6 des Centrums beschäftigt, hatte sich 10,00t) Mark gespart, diese aber bei Spekulationen wieder eingebüßt. Seit einiger Zeit ist er verschwunden und beabsichtigte, wie er emem Bruder mittheilte, wegen der Geldverluste sich das Leben zu nehmen. Er wohnte Spenerstraße No. 1. Briefen. Vom Blitz erschlagen wurde die Frau des Zimmermanns Ballhorn aus Kersdorf in ihrem Garten. Es war nur ein kleines Gewitter, da nur drei Blitze zu bemerken waren. Der erste erschlug die Frau in dem Aügenblick, als sie ihr Kind auf den Arm nehmen wollte, um vor dem Regen in die Stube zu flüchten. Das Mnd blieb unverletzt. Frankfurt. Vor Kurzem ist durch Kentern seines mit einem Segel versehenen Bootes der Regierungssekretär Hermann ertrunken. Köpenick. Vor Kurzem ist die 34 Jahre alte Frau des Kaufmann Furk aus der Grünauer Str. 36 hier verbrannt. Frau Furk, die vier kleine Kinder hatte, war aufgestanden, um für eines der Kleinen auf dem Spirituskocher Milch zu wärmen. Sie schüttete zu diesem Zweck aus einer gefüllten Flasche Spiritus in den Behälter und zündett dann die Flamme an. Jm nächsten Augenblick explodirte die Flasche, die Kleider derFrau fingen Feuer, und bald darauf stand sie in helle Flammen. Landsberq a. d. W. Der hie?ge 18jährige Buchhalter Wattke hat sich durch einen Schuß in die Brust getödtet. Niederlandin. Infolge einer rapid umsichgreifenden Blutvergiftung mußte der Gemeindevorsieher Otto Brunow von hier im besten Mannesalter von 35 Jahren sein Leben lassen. Er hatte sich einen spitzen Weidenstumpf durch das Stiefelleder in den Fuß getreten; das Blut wurde durch die ziemlich bösartig sich gestaltende Wunde vergiftet, infolge dessen binnen kurzer Zeit trotz ärztlicher Vemühungen der Tod eintrat. T e g e l. Ein schwerer Bauunfall ereignete sich auf dem Terrain der neuen städtischen Gasanstalt Hierselbst. Der 24 Jahre alte Schlosser August Freiberg war auf einem 20 Meter hohen Gerüst bei dem Bau der Schwebebahn - Construktion beschäftigt; er derlor hierbei das Gleichgewicht und stürzte in die Tiefe. Der Unqlückliche schlug im Fallen mit dem Kopfe auf einen Eijentrager und blieb leblos am Boden liegen. Ein sofort hmzugeru fener Arzt konnte nur den bereits ein getrenenen Tod des Verunglückten fest stellen. FroVurz Hstprcußcn. K ö n i gs b e r g. In der Pillauer Straße entwickelte sich unter einigen Arbeitern eine Schlägerei, in deren Verlauf einer der Arbeiter einen Re volver zog und mehrere Schüsse auf seine Gegner abfeuerte. Zwei Perso nen wurden leicht, eine durch einen Schuß in den Unterleib schwer verletzt. Der Unfallwagen brachte die Verletzten in das städtische KrankenHaus. Die Namen der Verwundeten sind: Arbeiter Tiedtke, Nasser Garten 21, Arbeiter Höpfner, Heinrichstraß? 15, und Arbeiter Radziwill, Nasser Garten 21. Der Revolverheld wurde verhaftet. Ertränkt hat sich in einem Graben im Wilhelmspark der 23 Jahre alte Arbeiter Gustav Grohnert Lorkstraße 22 wohnhaft. Die Leiche
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wurde , dem Schauhause zugeführt. Ueber die Motive der That ist nichts bekannt geworden. Allen st ein. Der Maurer m chof stürzte aus einer Höhe von ungeähr 15 Metern zur Erde. Außer einer Zertrümmerung des Kinnes erlitt er schwere innere Verletzungen, so daß er mittels Droschke sofort nach seiner Wohnung gebracht werden mußtt. Dort ist der Verunglückte kurze Aeu darauf gestorben.' Ein Sohn Blsü:vsZ st vor zwei Jahren auf eine ähnliche Weise zu Tode gekommen. Bittehnen. Vor Kurzem ist der hiesige Besitzer Böhm beim Baden ertrunken. Grünlinde. Erhängt hat sich der hiesige Bauunternehmer Lauzat. Er hinterlaßt seine Frau und vierKinder. Das Motiv der That soll darin bestehen, daß Lauzat einen Bau zu niedrig veranschlagt hatte und dabei' erheblichen Schaden erlitt. I n st e r b u r g. In der Angerapp st . der Bureaugehilfe Schmidtke errunken. Laukischken. Der Zimmerpoirer Gustav Krell von hier wurde beim Repariren einer Krippe von einem Bullen mit solcher Gewalt gegen iiese geschleudert, daß er schwere innere Verletzungen erlitt. M e h l s a ck. Beim Baden m der Oberwalsch ertrank der Schlossergeselle Kurt Neimann aus Heillgenbeil. Die Leiche wurde geborgen. Neukuhren. Der Fischer Toobe, der vor einiger Zeit von feinem im hiesigen Hafen liegenden Kutter verchwunden war, ist nun gefunden worden. Po bet hen. Dem Ortsarmen August Lehwald aus Tannenhain, der mit seiner Ehefrau die goldene Hochzeit beging, ist anläßlich dessen ein Gnadengeschenk von 50 Mark zugegangen. B.ide Eheleute sind noch rüstig. Der Ehemann zählt 74, die Ehefrau 79 Jahre. Stolzhagen. In Mankelsen ertrank der Stellmacher Geriak von hier, der seine Frau mit fünf Kindern zurückläßt. 'F'roninz Westprcußcn. Danzig. Letztens gab sich die 72jährige Hospitalitin Anna Steffanowskl in einem Hause auf Langgarten, wo sie sich bei ihrer Schwester auf Besuch aufhielt, durch Erhängen den Tod. Eine schon seit längerer Zeit bei derselben beobachtete Schwermuth hat die Lebensmüde anscheinend in den Tod getrieben. E l b l n g. Der junge, ca. 19iahrlge Sohn des Gutsbesitzers Droß in Freiwalde machte mit einem gleichalterigen Freunde eine Spazierfahrt durch den Vogelsanger Wald. Jn loer Nahe der Thalsicht gingen die Pferde durch. Die beiden jungen Leute wurden hierbei aus dem Wagen geschleudert. Drnß erlitt einen Schädelbruch und andere Verletzungen, wahrend sein Freund beide Arme brach und noch andere innereVerletzungen davontrug. Graudenz. In der Weichsel bei Vöslershöhe ertrank der 20 Jahre alte MaurerlehrlingHeinrich Tietz von hier. Frau Hebamme C. Alexewitz konnte kürzlich auf eine 40jahrlge Thätigkeit in ihrem Berufe zurückblicken. Hochstublau. Der Arbeiter Neumann schlachtete eine Milzbrandkranke Kuh. Er ritzte sich dabei am Daumen der rechten Hand. Nach einiger Zeit schwoll der ganze Arm stark an. und alsbald lag Neumann am Milzbrand hoffnunaslos darnieder. Marien werder. Todt aufgefunden wurde der erst seit einiger Zeit hier besuchsweise sich aufhaltende 71 Jahre alte Rentier Friedrich WilHelm Schneider cus Soest. Es kann kaum einem Zweifel unterliegen, daß sich der alte Herr aus einem Fenster serner in der Vahnhofstraße gelegenen Wohnung gestürzt hat. Schneider hatte unter einer heftigen nervösen Erkrankung schwer zu leiden. P r e ch l a u. Kürzlich uxirde an der Chausseebaustrecke nach Flötenstein der domizillose Arbeiter Lippeck todt aufgefunden. Die Besichtigung der Leiche durch den Kreisarzt hat ergeben, daß Lippeck einem Schlaganfall erlegen ist. Ä'ovinz Schrcswig-Aolltein. A l t o n a. Der in der Lornsenstraße wohnende Rentier Mansfeldt besuchte das Grab seiner vor Jahresfrist verstorbenen Frau, ging dann in einengn der Nähe des Kirchhofes bekindlichen Wirthschaftsgarten und erhängte sich. Ertrunkenist am Fischmarkt der Schiffer Trolsen. Jm Begriff, sich auf einem Laufbrett nach seinem Fahrzeug zu begeben, glittTrolsen aus und stürzte in den Strom Obwohl sofort Rettungsversuche angestellt wurden, konnte die Leiche erst nach längerer Zeit geborgen werden. Aura. Vor einiger Zeit ist hier der Sanitätsrath Dr. Mariens, nationalliberaler Landtags - Abgeord neter für den Wahlkreis Süder-Dith marschen, gestorben. Dr. Detlef Mar tens hat dem Abgeordnetenhause seit 1893 angehört. E ck e r n f ö r d e. Dieser Tage feierten der frühere Buchhändler C. Heldt und seine Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit. Trotz ihres hohen M ters. 80 und 76 Jahre, sind beide Ebe leute geistig äußerst frisch und korperIich sehr rüstig. I Flensburg. -Als der Tischler-
geselle Georg Werner von einer Rad
our zurückkehrte, mußte er hier emem Kinde ausweichen. Dabei kam er so unglücklich zu Fall, daß er schwere knnere Verletzungen erlitt, die sich sofort durch einen Blutsturz anzeigten. In kurzer Zeit starb der Verunglückte an den Folgen des Sturzes und Frau und Uil lllllll- alllllUll VfciluyiU Vlil ,isU hres Ernährers. Heide. Jm hohen Alter von 84' Mm4 ßinn ff1 nan Vta. Jahren starb hier der frühere Bonbonabnkant Jakob Brumng. Der Vertorbene war am 25. November 1820 Hierselbst geboren als Sohn des Arennereibesitzers Lühr Brüning. J tz e-bo e. Kurzlich beging W. Schulzeck, Sandkuhle 23. sein 25jähriges Dienmubilaum bei der hiesigen Firma C. Hirschberg. Kiel. Ein todtllch verlaufener Unglllcksfall ereignete sich am Marensdamm h'erselbst. Dort wurde der dreijährige Sohn des Feuerwehrhauptmannes Stutzer von einem Lastwagen überfahren und so schwer verletzt, daß er auf dem Wege nach dem KrankenHause starb. Neuzellingsdors. Das Haus des Landmannes Wilh. Kortum ist gänzlich abgebrannt. R e n z e l. Hier ist das Wohnhaus und die Scheune des Landmanns und Schäfereibesitzers Seiler niedergebrannt. S ch i p h o r st. Eine große Feuersbrunst hat hier acht Gebäude in Asche gelegt. Zuerst brannte die Scheune des Vollhufners Joh. Nehls und bald darauf standen das Wohnhaus des Husners I. Nehls, sowie dessen Scheune, das Wohnhaus nebst Scheune des Hufners Johannes Dohrendorf, sowie das Wohnhaus des Hufners Johann Naefken, ferner das Wohnhaus des Halbhufners August Wulf in Flammen. Ein seit vier Jahren bei zwei Schwestern (Näherinnen) in Altona wohnender Beamter mußte kurzlich eine Examensrelse nach Hannover machen. Als er am Vorabend an das Einpacken der mitzunehmenden Kleidungsstücke u. s. w. ging, entdeckte er zu seinem Schreck, daß seine beiden schwarzen Anzüge fehlten. Nachdem n eine halbe Stunde lang vergeblich die Wirthinnen gesucht hatte, kam endlich eine der beiden Frauen nach Hause, aber auch sie wußte nichts über den Verbleib der Sachen. Eine halbe Stunde später erschien dann aber ihre Nichte, und nun traten beide Frauen weinend ins Zimmer; die Nichte erklarte, daß sie die beiden Anzüge im Leihhause versetzt habe. Mit Mühe und Noth gelang es am nächsten Morgen loch bis kurz vor Abgang des Zuges die Sachen einzulösen. Nach der Ruckkehr aus Hannover stellte der Beamte aber fest, daß auch noch weitere Sachen fehlten, die ebenfalls versetzt waren. Die Wirthinnen hatten es in der fünftägigen Abwesenheit nicht mal der Mühe werth gehalten, diese Sachen einzulösen. Ein tragikomischer Vorfall wird aus Rheinbach in Westfalen gemeldet. Hatte da der Män nergesangvereln eines kleines Ortes zum Gesangwettstreit eingeladen und auch mehrere Zusagen erhalten. Unter andern kam auch ein Verein, dessen Mitglieder sich in wochenlangen Proben auf das große Ereigniß vordere!tet hatten und nun mit Sicherheit auf einen ersten Preis rechneten. Die wackeren Sänger betraten mit stolzen Schritten und im Bewußtsein des sichern Sieges das Podium. Tiefe Stille tritt ein. Jeder hält mit Feierlichkeit das Notenblatt vor sich. Schäfers Morgenlied soll erklingen. Der Dirigent erhebt den T'aktstock. Dreißig Lippenpaare öffnen sich, und ein brausendes Gelächter durchdröhnt den Zuschauerraum. Die Sängerschaar steht ganz verdutzt und will aufs Neue beginnen. Das gleiche Ge lächter. Da wird zum mindesten dem Dirigenten die Ursache klar. Jeder der Sänger hatte sich kurz vor dem Auftreten reichlich an Heidelbeeren gütlich gethan und natürlich die Spuren auf dem ..Sängermund" zurückbehalten. Die blau und schwarz gefärbten Lippen und Zähne der dreißig Herren machten, als sie sich gerade im Augenblick allgemeiner Spannung und Er Wartung öffneten, einen unbeschreiblich komischen Eindruck. Mit der SUmmung war es natürlich vorbei und mit dem ersten Preise auch. Ein unangenehmes Abenteuer erlebte der amerikanisch Eisenbahnmagnat George I. Gould aus einer Automobilsahrt bei Kuß nacht. Gould. der sich mit seiner Fa milie in Luzern aufhielt, machte mit seiner Frau und feinem Sohne einen Ausflug in die Umgegend. In der Nahe von Kußnacht stießen sie aus ti nen vor ihnen herfahrenden Ocksen wagen, dessen Lenker trotz wiederholter Ausforderung nicht ausweichen und das Automobil vorbeilassen wollte Als sich dann endlich eine Gelegenheit bot und das viuiomobll vorbei fuhr hob der Fuhrmann seine schwere Veib sche und schlug auf die Insassen des Automobils ein. Frau Gould erhielt einen Schlag über den Hals und die schultern, der einen blunaen Stne 'men zurückließ, und der junge Gould einen Schlaa in's Gesicht. Am nächsten Tage begab Gould sich in Begleitung ,.3 it irjc rr r.. t 3 uzd umciuuiufujeii oniuis uno eines Polizeiveamten nach Kußnacht und er hob Anklage gegen den Bauern.
Mein Schanklsinhl..
Plauderei von Heinrich Terveles. Viele Menschen halten mich für einen Wittwer. weil ich schöne Möbel habe. Vielleicht auch aus anderen Gründen aber die gehören nicht hierher. Die Wahrheit ist, daß ich kein Wittwer bin. Erstens, weil ich nie verheirathet gewesen bin, zweitens, weil ich keine Naturanlage zum Wittwer überhaupt habe. Ich bin überzeugt, daß meine Frau, wenn ich sie geheirathet hätte, heute noch lebte, während ich vielleicht schon gestorben wäre. Es ist sogar noch jene Frau am Leben, welche ich einmal hatte heirathen wollen, aber wie das Schicksal wollte nicht sollen. Wenn jedoch meine Feinde behaupten möchten, daß derjenige, der einmal , verlobt geWesen, es aber nicht mehr ist, doch auch gewissermaßen ein Wittwer ist, so bin ich meinetwegen ein Witkwer. Das Gefühl. Wittwer zu sein, ist ja außerordentlich angenehm, wenn man den Verlust nicht erlitten hat, der einen zum Wittwer macht. Aber die schönen Möbel? Die haben jedes ihre Geschichte. Mein Schaukelstuhl ist schuld daran, daß ich heute nicht Wittwer bin oder meine Frau nicht Wittwe ist. Doch nein, nicht mein Sckaukelstuhl, sondern der Schaukelstuhl in der Idee. Ich war mit einem hübschen, netten Mädchen verlobt, das einige zehn Mille als Mitgift bekommen sollte. Wir hatten uns eines .Abends nach dem Nachtmahl wie gewöhnlich auf das Sofa zurückgezogen, wo wir Hand rn Hand saßen und verdauten und von unserer zukünftigen Häuslichkeit träumten. Es wird doch sehr hübsch sein," sagte ich, wenn wir nach dem Abendessen ungestört und nicht, wie jetzt, von den lieben Eltern und demen vorwitzigen Geschwistern beobachtet auf mein Zimmer gehen werden. Dort werde ich mir ein schönes Buch heraussuchen, werde mich m den Schaukelstuhl setzen und dir, während du für mich die nöthigen Wäschereparaturen vornimmst, daraus vorlesen. Ach ja. Liebster," erwiderte Evchen, ich "denke mir das auch ganz reizend. Nur daß der -Schaukelstuhl natürlich nicht in deinem Zimmer, sondern im Salon stehen wird, wo er doch einzig und allein hingehört." Erlaube, im Salon wird möglichst wenig stehen. Wenn's nach mir geht, nur ein paar Polster, auf denen sich die Gesellschaft nach türkischer Art niederlassen wird. Was hat ein Salon für einen Zweck? Man kommt nie hinein, im Winter ist er nicht geheizt, bei der Beleuchtung kann man nicht lesen, man zerbricht alle Nippes,, besonders wenn man schaukelt nein, liebes Evchen, schlag dir den Schaukelstuhl aus dem Kopf!" Evchen zog ihre Hand aus der meinen. Verschone mich mit deinen türkischen Anwandlungen. Vorlaufig herrscht be: uns noch die Monogamie. Und schließlich ist es doch die Frau, die eigentlich wohnt und über die Einrichtuna und Ausschmückung oer Wohnräume zu entscheiden hat. Daß ich übrigens selbst Lust haben könnte. mich im Schaukelstuhl zu wiegen und von meiner glücklichen Mädchenzeit zu träumen, daran denkst du Nicht. Na türlich, von dem Egoismus der Männer ist ja auch nichts anderes zu erwarten." Ist es ein geringerer Egoismus, daß du den Schaukelstuhl für dich verlangst? Logik schwach!" Lieber Adalbert!" (Wenn sie freundlich war, nannte sie mich Vertel.) Derartige Anwürfe sind denn doch sehr abgebraucht. Die Leiftungen der Frauen auf allen Gebieten sind schon zetzt derart, daß die Manner sich verstecken können. Und wenn du glaubst, mir gegenüber Mit der mannlichen Supenontat auszukom men, so kann ich dir nur sagen: Entweder der Schaukelstuhl kommt in den Salon, oder ..Oder? Willst du mir vielleicht drohen? Nun ich erkläre dir, der Schaukelstuhl kommt nicht in den Salon, sondern in mein Zimmer. Dann dann " Dann?" .Dann komn , 'ich nicht in dein Zimmer." Na. und ich nicht in deinen Salon Das wäre mir eine schöne Gemüthe lichkeit! Eine anheimelnde Häuslichkeit! Haha! Ein wahres Glück, daß wir diese. Frage heute erörtert haben. Ja, ein wahres Glück," sagte sie tromq. Adieu," sagte ich und erhob mich. Die Eltern schauten verwundert auf, ich kümmerte mich nicht weiter um sie. Evchen gab mir nicht die Hand auch gut. Hinter der Thür wartete ich noch ein wenig. Sie kam nicht, sie rief mich Nicht zurück. Ich sollte also allein in meinem Schaukelstuhl schaukeln. Am nächsten Tage wartete ich, ob sie sich nicht entschuldigen würde. Ob ihr nicht ein Vermittlungsvorschlag ernaefallen wäre, etwa daß der Schau kelstuhl an den geraden Tagen in meinem Zimmer, an den ungeraden meinetweaen m ibrei.t Salon stehen sollte. oder sonst irgend ein Vorschlag; die . ..". Tn r t wacrc leoe ii ja jo crsinoungsicicg. Sie brauchte mir überhaupt nur zu schreiben, ohne den Schaukelstuhl zu berühren. Sie schrieb sonst oft ein
Villet wegen einer Nichtigkeit. Aber gerade diesmal nicht.
So ging ich denn auch am Abend nicht hin. Und damit war der Bruch endgültig b:siegelt. Niemand meldte sich bei mir, auch die Eltern nicht, kein Onkel, keine Tante, nicht einmal die Köchin, die ich mit Trinkgeldern überüttert hatte. Ein Warten hinüber und herüber. Oder war man froh, mich los zu sein? Daß ich im Recht gewesen, war doch zweifellos. Der Mann, der tagsüber fleißig gearbeitet, hat doch ein Recht, am Abend ein bischen zu schaukeln. Und schließlich war ich Derjenige, der laut vorhergegangener Vereinbarung mtt den Schwiegereltern m spe den Schaukeltuhl nebst den übrigen Möbeln zu bezahlen hatte. Und wenn ein junges Mädchen, eine Braut, nicht sanftmühig und aufopfernd genug ist, ihrem Zukünftigen den Schaukelstuhl zu gönnen, dann ist sie nicht werth, einen Mann mit einem Schaukelstuhl zu bekommen. Nach drei Tagen war ich wieder Mitglied meines Stammtisches, und nachdem sich der ganze Stammtisch über die Angelegenheit vollständig ausgeschwiegen hatte, war aus die Sache Gras gewachsen. Vollends als sich Evchen wieder verlobte mit einem Herrn, der ihr lange den Hof gemacht und den sie eigentlich geliebt. Der Schaukelstuhl war also offenbar nur ein Vorwand gewesen. Und ich durfte mich trösten: ich hatte kein Mädchen unglücklich gemacht und war vor Unglück bewahrt geblieben. Aber ein Stachel blieb doch in meinem Herzen zurück und dieser Stachel hatte die Form eines Schaukelstuhls. Mein Junggesellenleben kam mir nur sehr kahl vor. Ich fand, daß es sehr unrecht sei. sich als Junggeselle mit dem Nothdürftigsten zu begnügen und sich erst durch eine Heirath zu einer besseren Einrichtung anreizen zu lassen. Und wenn ich auch nicht allzu heftig von den ichonen Mobein geträumt hatte, die ich hätte kaufen müssen, so erwachte doch andrerseits zener conservatlve Sinn m mir, den ich als junger Mann so lange an Anderen bekämpft und ironisirt habe, bis ich ihn selbst bekam. Die Freude am Besitz erfaßte mich; nur schwer trennte ich mich von meinen ältesten Kravatten und nach und nach sing ich an, mir überflüssige Möbelstücke anzuschaffen. Zuletz kam ein Schaukelstuhl daran. rs t V Vl noer oen yaoe icy mir nicy: geiauri, sondern ich habe ihn mir schenken lassen. Es ist ein herrliches Stück, von einer kühnen Gebogenhe:t ohne gleichen. Nach und nach wurde der nackte Schaukelstuhl auch bekleidet. Er bekam eine wundervolle Teppichdecke mit ganz modernem Dessin und ein Hängepolster . in Scherebeckscher Arbeit. Aber da stand er da und da steht er noch jetzt und ich wahrhaftig, ich bin noch nie daringesessen. Ich habe, da ich Junggeselle geblieben bin, mich ganz auf die Arbeit geworfen und habe keine Zeit,' mich zu schaukeln. Wenn ich Nachts nach Hause komme, streckt mir der Schaukelstuhl seine im Glanz des Auerlichts blinkenden braunen Arme einladend entgegen. Aber, so leid er mir thut, gerade in solchem Moment thut's eben der Schaukelstuhl nicht mehr, da muß schon das Bett heran. Und eine gewisse Scheu habe ich vor ihm, die. vielleicht mit daran schuld ist, daß ich mich nicht m ihn setze. Er erinnert mich an meine Dummheit. Es ist ja richtig, ich wäre vielleicht mit Evchen nicht glücklich geworden, vielleicht auch sie nicht mit mir, woraus ich mir allerdings weniger gemacht hätte. Aber hatte ich nicht damals meine Inferiorität bewiesen, indem ich genau fo egoistisch und rechthaberisch war, wie meine Braut? Und mein Unrecht nicht binnen vierundzwanzig Stunden erkannte und anerkannte. So steht nun der schlanke, aufge takelte Schaukelstuhl da. Heute würde ich ihn gern in den Salon stellen. wenn meine Frau es so haben, wollte. Giebt es nicht irgendwo in der Welt ein Mädchen, das es mit meinem Schaukelstuhl versuchen wollts? Gefällige Offerten unter Beischluß der Photographie und Angabe sonstiger bemerkenswerther Umstände nebst Rückporto loerden höflichst erbeten. Unheimliche Temperaturen Ueber die tiefste Temperatur der Erdatmosphäre werden interessante Daten veröffentlicht, die für unsere meteorologische Kenntniß der höheren Luftschichten von großer Bedeutung sind. In der Nähe der Erdoberfläche beträgt die tiefste bisher beobachtete Temperatur 70 Grad Celsius, die in Sibirien vorhanden ist. Die tiefste, bisher bei den internationalen Ballonaufstiegen über Europa, in einer Höhe von etwa 13.000 Meter registrirte Temperatur beträgt 73 Grad Celsius, die mit Hilfe sogenannter Registrirballonö gefunden worden ist. Man glaubte nun, damit das Mazimum der in der Atmosphäre noch meßbaren Lufttemperatur erreicht zu haben, und. doch ist neuerdings bei Aufstieaen Aß-' mann'scher GummiballonZ mit Registrirungs - Instrumenten, die bei St. Louiö stattfanden, in einer Höhe von 15,000 Meter eine Temperatur von sogar 85 Grad Celsius constatirt worden.
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