Indiana Tribüne, Volume 28, Number 313, Indianapolis, Marion County, 25 August 1905 — Page 7
9 0-M-t30--0-0--0 An stillen wassern Ü
w Aus dcm Dänischen Von 2. Budde -r W VVV T i --O -3 '9'8 -ca o--o-(Fortsetzung.) r Es ging indessen Soren nicht besser als vielen andern begabten Naturen, die nicht wissen, im rechten Augenblick einzuhalten, wenn die Stimmung am schönsten ist. In seiner natürlichen Freude übe? sein Rednertalent, das er so unerwartet bei sich selbst entdeckt hatte, konnte er nicht umhin, auch noch di folgenden Toaste auszubringen: er sagte Else Tank sür,die köstliche Bewirthung. erklärte von Paul, daß er des Gutsbesitzers lieber Sohn sei und doch nie etwas andres werden möchte, und wünschte schließlich Herrn Svane eine Versorgung und eine Liebste, ehe das Iah? um sei. Aber wie unschuldig und allgemein auch, sonst dieser Wunsch hätte scheinen können, so war er doch unter den gegenwärtigen Umständen übel angebracht. Paul hatte schon mit einem schelmischen Lächeln seinem Freund das Glas hingehalten, aber Herr Svane stieß es heftig und feindselig beiseite, sprang mit heißen Wangen auf und rief aus: Ich danke und trinke auf das Wohl meiner Liebe, auf den Traum meines Herzens und den Stern all meiner Hoffnung! Ich liebe die frische, junge Freiheit, die ihre Maien über mein Volk ausgebreitet hat. Eine andre Braut bekomme ich nicht und wünsche ich nie. denn die meine ist treu und täuscht ihren Freier nicht. Möge sie wachsen und blühen auf dieser kleinen Insel wie in unserm ganzen g-liebten Vaterland! Möge sie die Hoffärtigen beugen und die Temüthigen erheben! Möge sie wie ein gewaltig brausender Frllhlingswind jeden Sumpf des alten Vorurtheils und Schle:idrianZ wegblasen! Möge sie als reinigender Gewitterregen über uns fallen und jede Spur der Schläfrigkei! in der Luft rings um uns tödten, möge .sie wie ein Sonnenstrahl mit Licht und Wärme, mit Glauben und Liebe zu uns allen kommen dann habe ich die einzige Braut gewonnen, die ich liebe und um die ich mich kümmere!" Mit einem finsteren und glühenden Feuer hielt Herr Svans seine donnernde Rede, aber sehr verschieden war die Wirkung, die sie auf. die Zuhöre?, ausübte. Während die meisten einem der verdutzt anstarrten, ohne verstehe:: zu können, was sie bedeuten solle, betrachtete Soren den jungen Redner mit einem bedächtigen, herausfordernden Lächeln, als ob er wohl verstehe, daß es ein Nebenbuhler sei. mit dem sich zu meen er xtxrt eoenien rrage. Ave? Else nrigte ihr Haupt mit einem unbeschreiblichen Ausdruck von Schmerz und Angst, und trotz all seines leichten Sinnes konnte Paul nicht umhin, ängstlich verstohlene Blicke auf des Lateis Gesicht zu werfen. Und das war nicht ohne Grund. Denn aus keinen hatte die Rede augenscheinlich einen größeren Eindruck gemacht als auf den lieben Gutsbesitzer. Schon während sie gehalten wurde, vergrößerten sich seine Augen und wurden starr, und sein Gesicht schwoll in wechselndem Farbenspiel, bis es einen ängstlich durchscheinenden Glanz angenommen hatte, als ob es zu zerspringen drohte. Wäre Madame Brus dagewesen, um ihre sanfte, beruhigende Hand auf seinen Arm zu legen, so wäre dem Ausbruch vielleicht vorgebeugt worden, aber nun konnte keine Macht der Erde den Erregten verhindern, noch ehe das letzte Wort gesprochen war, auf den feurigen Redner zuzustürzen und mit eine? vor Zorn zitternden Stimme auszurufen: Entschuldigen Sie, Herr Student! Ich kenne die Gesetze der Gastfreiheit, und kein Mann im Lande achtet sie höber als ich. Aber wenn Sie, als mein Gast, sich nicht schämen. herzukommen und geradezu Aufruhr und Gesetzlosigkeit unter meinen Leuten zu predigen, so geht das zu weit!" Der Angriff kam so unerwartet und überwältigend, daß Herr Svane mitten in seiner Heftigkeit die Fassung verlor und stotternd antwortete: Herr Gutsbesitzer! Ich meinte nur einige ganz allgemeine Freiheitsgedanken ausgesprochen zu haben, über die wir alle einig sein könnten!" Nein, bei meiner Seligkeit, wir sind nicht einig!" rief der Gursbesitzer, seiner Heftigkeit in ihrer ganzen Unbändigkeit die Zügel schießen lassend. Gehen Sie zum Henker mit Ihrer Freiheit! Wir wollen nichts von ihr wissen auf unsrer guten, altmodischen Insel!" Herr Svane stand da, als ob er nicht recht wußte, ob er wache oder träume. Das glühende Feuer erlosch auf seinem Gesicht, bleich und schwei'gend ließ er seine Augen rund im Kreise herumlaufen. Und als sie zuletzt zögernd an Elses Gestalt hängen . blieben, die mit abgewendetem Antlitz dastand, da war es, als ob ein Schmerz um seine Lippen zitterte, den er nichr länger beherrschen konnte." und Thränen brachen aus seinen Augen hervor. Aber in demselben Augenblick drehte er sich schnell um und verschwand im Ge"hölz. Dtk Gutsbesitzer sah ihm nach und fing an, mit heftigen Schritten hin und her zu gehen, während der Schweiß in großen Perlen auf seinem Gesicht stand es war, als ob die Heftigkeit herausschlüge und nach und nach.. infolge der Beweguna verrauche.
Laßt ihn laufen, den Grünschnabel! Mir ist es einerlei, wo er ist!" sagte er wie er selbst meinte, leise murmelnd in Wirklichkeit aber ziemlich laut, denn er hatte noch Volldampf; seit vielen Jahren hatte ihm Niemand widersprochen, und nun wagte so ein halbwüchsiger Junge, es zu thun. Eine oder zwei Minuten lang ging er auf seinem Berserkergange weiter, dann stand er still, sah sich rings um und fuhr mit langsam sinkender Spannkraft fort: Wo, zum Henker, ist er geblieben? Das geht aber doch nicht, ihn so laufen zu lassen. Und dann ist es ja leichtmöglich, daß er es gar nicht so schlimm gemeint hat, wie -er es sagte!" Immer langsamer wurde der Takt seiner Schritte, seine Züge glätteten sich und nahmen einen etwas besorgten Ausdruck an, während er in fast furchtsamem Tone äußert:: Was hat er denn eigentlich gesagt? Wenn man's genau nimmt, war es doch im Grunde nichts weiter als dummes Zeug, um das sich zu kümmern nicht der Mühe werth gewesen wäre. Es ist auch ärgerlich, daß die Mutter nicht hier war. Hört. Paul und Else, thut mir den Gefallen, ihn zu suchen, und redet ihm zu! Ihr könnja sagen, daß es so ein kleiner Anfall sei, wie ich ihn manchmal hätte, und das ist keine Lüge. Erzählt ihm. daß ich selbst darüber böse werde, wenn er vorbei ist." Verlegenheit, Gutmüthigkeit und etwas launiger Spott über seine eigene Thorheit malten sich bei diesen Worten in merkwürdiger Verwirrung auf dem Gesicht des -Gutsbesitzers, aber Paul, der nur auf diese Aufforderung gewartet hatte, die, wie er wußte, kommen mußte, war fort, bevor ein cinziges Wort hinzugefügt werden kennte, und Else folgte ihm. Aber Herr Svane war so spurlos verschwunden, als' ob er in die Erde versunken wäre. Der kleine Wald wurde kreuz und quer durchsucht, aber keine Spur war von ihm zu finden. Man rief seinen Namen an allen Ecken, aber es kam keine Antwort. Sie ginaen in d?n Gutsbof..aber dort war er auch nicht. Vergebens suchten sie draußen auf der Insel, bis sie an den Strand kamen und beim Rattenberg stillstanden. Der Abend fiel schon nieder, die Hitze des Sornmertages war plötzlich verschwunden, ein eigenthümlicher kalter Schauer kam wie ein Windstoß durch die Luft gefahren, und als sie über die See hinaussahen, war es, als ob ein leichter Nebelschleier von Weste." über sie bingerollt käme. Es war des Nordens bleiche Luftsce, die ihr Schloß unter den Schatten des Sommerabends errichtete, nicht bunt und farbenreich strahlend wie die des Südens, aber ebenso reich an allen täusckenden Er-
cyemungen unv eoenjo iicyer die döjen Kräfte in sich tragend. Es kam ein Gefühl über die beiden, als ob sie sich plötzlich von den sicheren, freundlichen Gefilden der Heimath verirrt hätten und an der Grenze des Landes ständen. wo zweifelhafte und launenvolle Geister herrschten. Und auf dem Steig, weit draußen im Fjord, zeigte sich ihren spähenden Augen durch den dünnen Nebel eine menschliche Gestalt, die sich immer mehr von ihnen entfernte. Das ist er!" rief Paul. Das Wasser steigt, und der Nebel kommt. und er geht immer weiter hinaus!" Unwillkürlich ergriff Elfe seinen Arm, als ob sie einen Stützpunkt suchte und brauchte, aber Paul stand einen Augenblick schweigend und überlegend da, während alle leichtsinnige Sorglosigkeit aus seinem Gesicht verschwand, und rief eifrig: Es geht nicht, ihn dort allein zu lassen. Er kennt die jütländischen Nebel nicht und weiß nicht, daß ein Fehltritt ihn in den Fjord stürzen und für immer draußen gefangen halten kann. Ich will ihm, so schnell ich kann, nacheilen, aber aller Wahrscheinlichkeit nach strömt das Wasser, bevor ich ihm so nahe bin, daß er mich hören kann, über den Steig und macht den Schritt unsicher und ist der Nebel so dicht, daß man weder aus noch ein weiß. Deshalb mußt Du, Else, zurückeilen und sehen, ein Boot zu bekommen, dann werden sie uns wohl schließlich auf eine oder die andre Weise auffischen!" Else sah auf, und ihr Antlitz war bleich, aber es hane einen Ausdruck von Entschlossenheit, der sonst nicht darin heimisch zu sein pflegte, und ihre Äugen leuchteten, als it )t erhob. Geh Du zurück, Paul!" sagte sie. Du kannst schneller laufen als ich, denn ich bin müde und weiß kaum, wie ich ein Boot erreichen soll. Es ist die sicherste Art, ihm - Hilfe zu bringen, und ich werde mich etwas ausruhen und hier auf Dich so lange warten." Paul stand wieder einen Augenblick unschlüssig, aber als sein Blick auf Elses bleiche Züge fiel, legte er zärtlich die Hand auf ihre Schulter und ant wortete: Ich glaube. Du hast recht, aber nun mußt Du nicht verzagen, meine liebe Schwester Else! In einer Viertelstunde werde ich mit Hilfe wie der hier sein, und Du sollst sehen, es geht noch alles gut. Wenn er sich nur ruhig hält und nicht versucht, sich durch den Nebel zu arbeiten, dann ist ja keine Gefahr!" Der Laut von Pauls letzten tröstenden Worten war kaum entschwunden, als Paul fort war, und Else sah ihm mit einem fast triumphirenden, frohen Lächeln nach. Ihre Schuld war ja dies alles, ihre Gefahr sollte es nun auch sein, und sie selbst mußte die Rettung bringen, die gebracht werden
mußte das waren die Gedanken, die sie jetzt erfüllten. Sie hatte in ihrem einsamen Leben nur wenig von der Welt kennen gelernt, aber es war doch genug darin gewesen, um ihrem unschuldigen Herzen Stärke zu geben, einen kräftigen und kühnen Entschluß zu fassen das hatte sie von der frischen See ringsum gelernt! Deshalb dachte sie nicht an Angst und Leben sie kannte ja jeden Fleck auf dem Steig und konnte ihn mit verbundenen Augen gehen und es fiel ihr gar nicht ein, danach zu fragen, was sie sagen sollte, wenn sie ihn draußen erreicht haben würd?, ode: was andre darüber urtheilen könnten. Sie hatte nur eins im Sinn, nur das faßten ihre Gedanken, und sie faltete dieHände und betete in der Unschuld undFrömmigkeit ihres Herzens: Lieber Herrgott! Sei nun mit mir und laß cs mir gelingen!" Und Elses Füße flogen schnell und sicher hinaus über den schlüpfrigen Steig, wo die verschwindende Gestalt noch dunkel zu unterscheiden war. und der Nebel schlug seinen Maniel um sie und zog sie kalt und eisig in seine Umarmung. Aber durch den fallenden Schleier erklang das Pfeifen der Ratten mit boshaftem und unheimlichem Ton: ..Sie sind doch für die Ratten!" pfiffen sie triumphircnd. Hätten wir doch nur auch den Dritten und Schlimmsten!" Nur Geduld! Nur Geduld! Er kommt!" sagte der Rattenkönig und leckte sich wohlgefällig um den Mund. Und er soll schmecken!" Es kommt alles darauf an, wer der Stärkste ist. treue Liebe oder der Nebel des Zauberers." sagten die Vögel, und das hatten sie vom Schulmeister gelernt. Aber es wurde nur ein
leises Piepen und hatte diesmal nicht den rechtm Klang. Lautlos und aeschäftiq baute indessen die Nebelkönigin an ihrem Schloß, ohne weder die eine oder die andre Rede zu beacbien. und als die Viertel stunve um war, vie Paul senden: hatte, stand es da zwischen Himmel und Erde mit weichenden Wänden, die kamen undgingen.mlt wog?ndemTach. das stieg und sank. Die Bäume standen wie Kämpfer mit wehenden Helmbuschen und Mit drohend m die Luft erhobenen Armen, jeder kleine Busctwurde zu einem launiaen Kobold, desich auf dem Boden in sonderbaren Fi guren drehte, und dunkle Schatten stie gen überall zwischen den geschmeidiger. Wänden auf und schwammen langsam m wecqselnden Formen vorüber. Ader aus der Insel erhoo sich ein Summen von Stimmen, das mit wachsender Kraft näher kam, und cs klang wie Stimmen aus einer fernem. fremden Gegend. Es war die Bevölkeruna der Insel, die mit Paul an der ?plne zum Ekranoe eure, eifrig reoenc und Vermuthungen und Vorschlage auswechselnd. Aber eine Stimme crhob sich nicht im Chor, und das war gerade die, welche am kräftigsten und gebietendsten auf der Insel zu erklingen pflegte, des Gutsbesitzers eigene Stimme. Jetzt folgte er der Schaar still und schweigend mit seiner Frau am Arm, denn das Gerücht von dem, was geschehen war, war auch in die Wohnung des Schulmeisters gedrungen, und Madame Brus hatte den inständigen Bitten des Kranken nachgegeben, mit den übrigen zu gehen er sei ja nun ganz gesund und brauche keine Krankenpflegerin. Voll Eifer stürmte Paul von Ort zu Ort umher und suchte Else, um zu erfahren, wo sie den Flüchtling zuletzt aus den Augen verloren habe. Aber Else war nicht zu finden, und es gab eine neue Angst, die die Verwirrung noch größer machte. Ruhig Blut, Paul! Ruhig Blut!" erklang Sorens besonnene Stimme untcn vom Boot her. Es nutzt nichts, lange davon zu schwatzen. Das Boot ist klar, aber wer soll nun steuern?" Die Leute, die um ihn standen, hatten sich mehr als einmal auf der See versucht, wenn sie am schwersten war. und keiner von ihnen würde sich eine Sekunde besinnen, das Leben zu wagen, um seinen Nächsien zu retten, wenn er in Gefahr war davon hatten sie früher Proben abgelegt und sie waren bereit, es wieder zu thun. Aber hier sollte mit eine? Binde vor den Augen zwischen Riffen und Untiefen gesteuert werden, nur die sicherste und tüchtigste Hand konnte hier das Steuer führen, und deshalb herrschte einen Augenblick Schweigen. Aber d erklang plötzlich eine Stimme, die sich niemals erhob, ohne Vertrauen und Freude in ihren Herzen zu erwecken, obwohl sie sie diesmal mit Erstaunen begrüßten. Hier muß i ch steuern!" sagte de? Schulmeister und stand plötzlich mitten unter ihnen. Aber Sie sind ja 'krank!" rief Ma dame Brus erschreckt, und sollten in Jh?em Bett liegen, anstatt hie? in dem feuchten, ungesunden Nebel zu stehen. ?ag ihm doch. Paul, daß e? das unter keinen Umstanden thun darf! Ganz sicher!" antwortete der ver wirrte junge Arzt. Ich habe schon gesagt, daß wir es einige Tage mit ansehen wollten. Liebe Freunde!" lautete des Stfrnl Meisters Antwort freundlich, aber bestimmt. Ich fühle mich so gesund und stark als nur je, und ich muß diesmal meinen Willen haben. Nicht, weil ich mich für einen besseren Steuermann als Euch halte, sondern ich habe ein altes Recht in dieser Sache, und heute Abend wird Gott mir Gluck geben. Es lag in seiner Stimme ein Klang von Festigkeit und Kraft, der die Alten
daran erinnerte, wie sie' so oft in längst entschwundenen Tagen bei. ähnlichen Gelegenheiten geklungen hatte, der den Jüngeren klarmachte, daß er hier wie sonst so oft ihr Führer sein müsse, und der selbst Madame Brus' Einwendüngen zum Schweigen brachte. Aber Soren sprang auf. hielt das Boot gegen den Brückcnj?fahl fest, damit er einsteigen könne, und rief: Platz für den Schulmeister! Wenn er ans Steuer sitzt, will ich mit einem Sack überm Kopf fahren und ganz zufrieden sein!" Soren hat recht!" rief Paul und sprang eifrig in's Boot, alle wissenschaftlichen Bedenken als Arzt zugleich über Bord werfend. Wohin der Schulmeister geht, dahin gehe ich mit. und ich verlang: keinenbesserenSteuermann!" Es wogte durch den Nebel eine Schaar von Gestalten, die sich gegen die Landungsbrücke drängten.denn alle waren derselben Meinung wo der
Schulmeister war, wollten sie alle mit. Aber Soren erklärte, daß es genug Mannschaft sei. der Schulmeister gab ihm recht, und dabei blieb es. Nur der Gutsbesitzer schritt, nachdem er seiner Frau schweigend die Hand gedrückt. ruhig durch die Schaar, stieg in's Boot und setzte sich still neben den Schulmeister. Soren wollte eine bescheidene Einwendung machen, wurde aber sofort unterbrochen. Ich habe auch ein Recht, mit hier zu sein!" sagte der Gutsbesitzer. Der Schulmeister legte die Hand fest und sicher an's Steuer, die Ruder fielen in's Wasser, und das Boot glitt hmaus in den gehennmßvollen Raum, wo der Nebel herrschte, während es kurz und einfach von des Steuermanns Lip pen erklang: In Gottes Namen!" Amen;" antwortete d-e Schaar ant strande und blieb in gespannter und lautloser Stille stehen, auf das Plätschern der Ruderschläge lauschend und. als sie sich entfernten, auf die rusendcn Stimmen, die ab und zu aus dem Boot erklangen und wie Laute aus einer geheimen Gegend schwächer und schwächer das Land erreichten. Aber weit draußen in dieser Gegend stand Herr Svane, allein und kämpfend, wie in einem Märchen, wo die bösen Mächte sich gegen ihn erhoben satten und besieat werdm mußten, bevor Klarheit und Gluck lich um ihn ausbreiten konnten. Heiß und glühend war er von dem Gastmahl durch d:n Wald fortgestürzt und - hinaus über dtf offen: Feld, ohne daran zu denken und sich darum zu bekümmern, wohin er ging. Er fühlte nur. daß sein Traum und seine Hoffnung wie eine Seifenblase oeplatzt waren, daß alles unatt Jrtfy geaen.ihn gewandt hatten, und daß er allein und machllos'us einer fernen, fremden Insel stand. Und doch brauste das Blut durch seine Adern, und er fühlte einen unöezwinglichen Drang, dies oder jenes zu verrichten, um einen letzten, verzweifelten Kampf zu versuchen, ehe er seine verlo.tnt Hoffnung fahren lassen konnte. Da kam ihm Elses Kreuz in den Sinn. Er hatte es ja gesucht, als ob ''ein Glück daran haftete, und im stillen hatte er es so eng damit zusammengewoben, daß er es nicht länger davon trennen konnte. War es auch zu spat, so mußte er es doch noch einmal suchen. er konnte nicht ruhen, bis es gefunden war. Wie von einer heimlichen Äcacq: geführt, erreichte er den Strand und schritt eilenden Fußes auf den Sieig hinaus in den Fjord. ' (Fortsetzung folgt.) Sc,'.ndcr!!llg. H a u s i r e r (den ein Räuber im Walde bis auf's Hemd ausgeplündert): Gott, mit was for emem hohen Nutzen Sie arbeiten!" Dio Hauptsctrlxe. Fremder (der Nachts aus dem Schlafe aufgeschreckt wird): Zum Kuckuck, was ist denn los!" W i r t h: Schnell, stehen Sie auf. das ganze Hotel brennt . . . hier ist Ihre Rech rnrng!" Spekulation. Sagen Si' 'mal, was treiben denn dort die Herren am Strande?" Ja, sehen Sie, die Tochter des reichen Ban kiers Meyer macht eine Kahnpartie, und da hofft nun jeder auf einen Ungluckssatt." DerMagistratvonFrankfurt a.' M. Plant im Hinblick auf den im Jahre 1907 dort stattfindenden ' .... ii . m . . . CV.sl Sängerwettstrel! ven au einer tftn halle mit 20,000 Sitzplätzen.
Der rehabilitirte Dackel.
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Herrje, schaut Ihr Dackel aber dumm drein!" O, da irren Sie sich. Mein Dackel ist gar ein- gescheidter Kerl; macht bloß so gern die Gesichter von anderen Leuten nach!"
Beim Advokaten. Die drei Prozesse haben mich ganz ruinirt! Wenn ich jetzt alles 'zahlt hab', da bleiben mir rund fünfhundert Thaler!" Na, zu einem kleinen reicht das arad noch!" P a r i r t. Sie (am Schaufenster): Was hältst Du don diesem Hut?" Er: Ich glaube, daß er Dich alt machen würde!" Erkundigung. Gast (dem unverdauliche Speisen servirt wurden): Herr Wirth, Sie haben hier am Orte wohl einen mit Ihnen verwandten Arzt, der Spezialist für Magenkrankheiten ist?" Ungerechter Verdacht. Onkel: Wenn ich Dir auch wirklich Geld gäbe, Eduard, Du würdesi es doch nur gebrauchen, um Deine Schulden zu bezahlen." Neffe (einfallend): Du thust mir unrecht, lieber Onkel, ich habe noch nie Schulden bezahlt." V onderSekundärbahn. Nun, Vetter, die neue Kleinbahn wird euch gewiß viele Vortheile gebracht haben!" Gewiß, gewiß! D' Schnecken san weniger 'worden." Wieso?" Gift' haben s' sich wegen der Concurrenz." Ein Pedant . . . Und nun, mein Fräulein, ehe Sie mir Ihr Herz fürs Leben schenken, noch eine Frage: Sind Sie mit Erfolg geimpft?" Maliziös. Dichterling: Ich bestnge jetzt meine .Frau." Kritiker: Leben Sie denn so schlecht mit ihr?" Schelmisch. Sie werden mein spätes Eintreffen gewiß entschuldigen, wenn ich Ihnen sage, daß ich schon sieben Stunden im Bureau war." O, Sie Siebenschläfer!" Auf dem Wohlthätigkeitsball. Sind denn dem Fräulein Eulalia von Stumpfenstiel auch schon Küsse abgekauft worden?" Abgekauft schon, aber erhalten hat sie noch keinen."
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MachtderGewohnheit. Sergeant (zum Rekruten, der am Einrückungstage bei einer Instruktion aus der Reihe tritt): Ja, was ist denn mit Ihnen los? Wie können Sie sich untersteben. auszutreten?" Rekrut im Civil Maurer): Es hat g'rad' sechs gschlagen!" WillkommeneGelegenheit. Fräulein: Ich glaube, Sie sitzen zu nahe am Klavier, um mein Spiel richtig beurtheilen zu können!" Herr (nach seinem Hut greifend): Ich meine auch, gnädiges Fräulein!... Wenn Sie erlauben, werde ich mich etwas entfernen!" Ein Reisender comme il fant". ... Also mit Weißwein ist's diesmal nichts! Wünschen gnädige Frau vielleicht. Rothwein?" Ebensowenig! ... Ich habe Ihnen doch gesagt, daß mein Mann gestorben ist!" Aber, gnädige Frau, seinen Affenthaler" könnten Sie doch aus Pietät weitertrinken!" Eine gefährliche G egend. Bekannter: Warum haben '-n Ihr Gastspiel in dem Ort so rasch abgedrocui..? Schauspieler: Wissen Sie, die Gegend war ,j gefährlich; da haben sie mit faulen Kürbissen geschmissen!" Ländliche Auffassung. Bauer (welcher in der Stadt in einem Schaufenster - ein Oelgemälde einer Dame mit ausgeschnittenem Kleide steht): Siegst, Alte so san de Stadtweiber! Nit g'nuag zum Anzieh'n hab'n s', aber malen müss'n siehst' lass'n." Vom Theater. .,. '. Also bitte, Herr Direktor, wollen Sie mich als komische Alte" engagiren?" Bedaure, diese Rollen spielt bei mir die Naive"!" Unberechtigte Klage. Ehemann: Meine Strümpfe sind wieder voller Löcher!" Frau: Rege Dich doch nicht auf. . . ich habe gar keine an!" Aus der Schule. Nun. Moritz, wenn 6.000 Mark 240 Mark Zinsen bringen, wieviel Zinsen bringen dann 100 Mark?" Moritz: Viel zu wenig!" Mit Tank. Ist denn das Dichten nicht sehr undankbar?" s Na, daMonnle ich nicht behaupten, meine Gedichte kommen immer mit (Dank zurück!"
f, WM M r c
