Indiana Tribüne, Volume 28, Number 311, Indianapolis, Marion County, 23 August 1905 — Page 7
Jndiana Tribune, 23. Augusi 1005
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H)0-H0-00--000-X An stillen Wassern !
Aus Itm DZittschcn Von L. Vudde -0 .-0-.-9--0-.--. q Q-0--0-0-0-G-1 (Fortsetzung.) , Einen größeren Ruhm jedoch sollte er als Arzt gewinnen. Schon in der Nacht nach der Fuchsjagd und dem Fischfang ging das Geschwür in Sorens Nacken auf, der Eiter kam heraus, und die Sache war wieder in Ordnung. Eine so schnelle und glückliche Kur mußte der Bevölkerung der Insel nothwendig das größle Zutrauen zu der Tüchtigkeit und dem Glück des jungen Arztes in seinem Fach einflößen und warum sollte der Sohn des Gutsbesitzers nicht ein ausgezeichneter Arzt sein? Von der Zeit an gab es dort keinen alten Mann, keine alternde Frau, die nicht in Gedanken auf allerlei Schäden gekommen wären, mit denen, sie behaftet waren oder die sie ertrugen, ohne vorher recht darüber nachgedacht zu haben, und der Doktor war gerade der Mann, etwas daraus zu machen. Endete er auch in der Regel mit der Erlaubniß, die Tropfen des Schulmeisters als ein unschuldiges Hausmittel noch eine Weile zu gebrauchen, und mit der Erklärung, die Sache einige Tage mitanseheu zu wollen, so lag doch schon eine Herzenserquickung in der äugenscheinlichen Freude und Theilnahme, womit er dem weitläufigen Bericht über die Natur und die Umstände des Falles zuhörte. Des Schulmeisters Praxis begann offenbar auf schwachen. Füßen zu stehen, denn er hatte nie halb so viele Krankheiten auf der Insel entdecken, nie den zehnten Theil von denen, die er entdeckt hatte, kuriren können, und wie hoch der Gutsbesitzer auch seinen alten Freund schätzte und achtete, so konnte er doch eine lebhafte Spur von väterlichem .Stolz nicht unterdrücken, als er sah, wie er so vollständig von seinem eigenen, wissenschaftlich ausgebildeten Sohne überstrahlt wurde. Nur Soren bewahrte mitten unter dem allgemeinen Rausch der Begeisterung seine gewöhnliche, verdrießliche Ruhe und ging seinen Weg fort, als ob nie ein neues und strahlendes Licht über seiner geliebten Insel aufgegangen wäre. Gar nicht so sanft war das Schicksal, das dem jungen Geistlichen mit seinen mehr geistigen Bestrebungen widerfuhr, denn der volksthümliche Boden auf der Insel erwies sich beständig als sehr zäh und unempfänglich. Er konnte bis tief in die Nacht wachend daliegen, um zu überlegen, mit welchen unwiderstehlichen Worten er in die Tiefen der Herzen eindringen und sie zu geistigem Leben erwecken könne, aber wenn er dann auf den Punkt kam, daß er sie gebrauchen sollte, versagten st ihm trotzdem. Und wenn ihm einmal die Zunge gelöst war. dann starrten ihn alle diese undurchdringlichen &f sichter so erstaunt an, daß seine Begeisterung sofort wieder schwand, und die höchste Beifallsaußerung, die hervor, zurufen ihm glückte, war der Aus spruch. daß das alles vielleicht eine' Lüge sei. Und das Aergerlichste war, daß, wenn Paul gleich darauf das Wort für feine leichteren Materien ergriff, plötzlich Leben in dieselben undurchdringlichen Gesichter kam, ihre Augen leuchteten und ihr Schweigen gebrochen wurde, wie die träge Erde vor einer unwiderstehlich hervorbre- . chenden Quelle berstet. Ein Mal über's andre stieg der heimliche Groll gegen Paul in seinem Herzen auf. und ein Mal über's andre verhinderte Paul durch seine unüberwindliche Gutmüthigkeit und seine vollständige Un kenntmß dieses Grolls, daß er zum Ausbruch kam. Am allermeisten aber war es offen bar, daß der Gutsbesitzer jedenfalls gar keine geistigen Fortschritte machte. Es war geradezu interessant, zu beobachten, wie diese oder jene Aeußerung des eifrigen jungen Freiheitmannes, der es für seine Pflicht ansah, bei jeder möglichen Gelegenheit freimllthig mit seinen Anschauungen herauszuplatzen, den lieben Gutsbesitzer stets . dazu brachte, wie eine Bremse aufzufahren, um dann, sich seiner Stellung und Pflichten als Wirth erinnernd, wieder niederzusinken und sich mit gewaltsamer Anstrengung zu zwingen, daß er nicht wie ein Donnerwetter auf seinen Gast stürzte. So brachte er während der Mahlzeiten und der übrigen Zusammenkünfte seine Tage in ununterbrochenem Kampfe zwischen seiner Hitzigkeit und seiner gastfreien Natur zu, während er einer Blase glich, die jeden Augenblick zu platzen drohte. Und nicht einmal bei Else sand Herr Svane den Trost und die Stärkung. die er jeden Tag, der verging, heißer ,und sehnsüchtiger begehrte, und die e: bei all seinem übrigen Mißgeschick wohl hätte brauchen können. Wenn . sie mit Paul redete, war sie freimüthig und freundlich entgegenkommend wie immer, aber sobald sie sich an ihn wandte, wurde sie gleich anders. Sei! jenem stillen, glücklichen Abend am Strande war gleichsam eine Wolke über ihr ganzes Wesen gezogen, so daß es ihren Augen scheinbar schwer fiel, sich frei zu ihm zu erheben, und ihr Gespräch mit ihm gezwungen klang. Er ahnte nicht, daß gerade hinter dieser Wolke ihr Herz in seiner reinen und unversuchten Unschuld ihm ßeaem
über sich beugte. Er wußte nicht, wie gern sie seiner Rede lauschte, wenn Paul, müde von seiner rastlosen Thätigkeit, sich nach seiner Gewohnheit zurückgelehnt hatte, um seinem geistreicheren Freunde das Wort zu überlassen, und sie alle drei in einem guten und friedlichen Augenblick beisammen saßen. Denn dann war es, als ob das Band wieder gelöst sei, das sonst Herrn Svanes Zunge lähmte, und er sprach warm und innig von dem Reichthum des Volkes, der seit Jahrhunderter: verschlossen und vergessen dagekger, habe und nun wieder ausgegraben werden müsse, von den Kleinen und Geringen, die mit in des Lebens Licht und Freude geführt werden, von Glauben und Liebe, die ein neuerwachtes Volk erfüllen und es stark und glücklich machen müßten. Und Else lauschte mit niedergeschlagenen Augen und erröthenden Wangen, die Welt erschien ihr weiter und schöner um sie her zu werden. Ihr Leben bekam einen Höheren Flug, und eine tiefere Sehnsucht erfüllte ihre Brust aber sie verstand es nicht. Und er verstand nicht, daß er die Quelle des ersten, stillen Streits in ihrem klaren, ruhigen Leben wurde. Jedesmal, wenn eine schnelle und unbesonnene Aeußerung Herrn Svanes eine Gewitterwolke auf dem Gesicht des Gutsbesitzers hervorrief und einen traurigen Ernst in die milden Züge seiner Frau zeichnete, mußte sie ihre Theilnahme für den jungen Missethäter fast als eine heimliche Verrätherei gegen ihre alten, treuen Freunde und Beschützer empfinden. Wie diese widerstreitenden Gefühle sich vereinigen und versöhnen lassen könnten, begriff sie nicht, und sie sah ein. daß sie plötzlich in die verzweifeltste Lage gekommen war, die sich denken läßt sie wußte ja nur so wenig davon, was die Welt bot. Bei solchen Gelegenheiten konnte sie so betrübt aussehen, daß der Schulmeister, wenn er zugegen war, sich beeilte, leise zu ihr zu treten, um seine Hand tröstend und beruhigend über ihre Locken gleiten zu lassen, wie er es bei so manchem kindlichen Kummer gethan hatte. Und manches liebe Mal unterbrach dann seine freundliche Stimme, wenn auch stets zu Herrn Svanes Aerger, den jugend-
lichen Redner und leitete das Gespräch versöhnend auf weniger verfängliche Gegenstande. Else meinte, daß sie- nie mals früher so wie jetzt verstanden habe, wie gut und prächtig der Schulmeiste? war, aber sie sah nicht, wie er Taq für Tag stiller herumschlich und hinfälliger aussah, und das bemerkte auch keiner von den andern, denn sie waren alle zu beschäftigt mit all dem Neuen und Aufregenden, um recht an etwas so Altes und Gewohntes zu denken. Doch eine ruhige und stets unveränderte Gestalt sah ihm zuwel len mit einem bedächtigen, aufmerk samen Blick nach und schüttelte bedenk lich den Kopf und das tt?ar Soren. Aber jeden Tag wanderte Herr Svane auf den Steig hinaus in den Llmfiord und suchte mit gespannte-. Sehnsucht nach Elses Kreuz, aber er fand es nicht. So verstrich endlich der nebeligt Morgen auf der Insel, aber Niemand träumte von etwas, anderm, als daß das, was sich hinter dem Nebel vcrberge, lauter Sonnenschein und Freude sei. Denn die Heucrnte war zu Ende, und nach alter Sitte gab der Gutsbesitzer ein Gastmahl im Waldchen für die ganze Jnselberolkerung, für Groß und Klein, und dann wurde gegeben und getrunken, getoastet und bis tief in die helle- Sommernacht hinein getanzt, wäbrend der Schulmeister die Violine dazu spielte, so lange seine alten Finger den Bogen zu halten vermochten, denn das war auch ems se:ner vielen Amtsgeschäfte. Er pflegte wie ein Vater dazusitzen, der seinen Kindern zum Tanz ausspielt, und es gab mcht eins unter den sonnenderbrannten, verwctterten Gesichtern, das sich nicht mit Scham über jede Ausschreitung gesenkt haben wurde, sc lange sein Antlitz seinen Frieden über das Fest leuchtete und es zu alle? guten und unschuldigen Freude einweihte. Den ganzen Tag vorher hatten Ma dame Brus und Else in der Küche ge schafft, der Gutsbesitzer hatte seinen Tag durchgebracht und im Schweiß: seines Angesichts sein Brot gegessen. Paul hatte 'sich auf viele Weise ausgezeichnet und besonders schöne Proben davon abgelegt, daß er über seiner Wissenschaft auch nicht ein Tüttelcben von seiner alten Fertigkeit vergessen hatte, oben auf dem Heufuder zu fahren: selbst Herr Svane hatte seine höheren Jnterejien beiseite gesetzt und sich befleißigt, seinen Antheil an dem Gastmahl zu verdienen, und so schie alles auf's Beste bereit zu sein. T en a stieg wie ein Nebel in früher Morgen stunde das Gerücht auf und flüsterte, daß der Schulmeister krank geworden sei, und wie ein Wind flog es über die Insel. Und es war. als ob ein Schlag niederfiele und alle mit Bestürzunq treffe. Denn so lange man denken konnte, war er nie krank gewesen, aber m einem Augenblick begnf fen sie, was es heißen würde, ihn nur einen einzigen Tag zu entbehren. Das würde ja so viel bedeuten, als in tausend kleinen Verlegenheiten, wo er ihre Hilfe und Stütze gewesen war, rathlos dazusitzen; als in allerhand kleinen Sorgen, wo er ihr Tröster und Freund gewesen war, allein zu stehen; als nun die Festfreude und ihre Musik zu verlieren, und noch viel mehr. Soren hatte zuerst die Botschaft gebracht, und wenige Minuten, nachdem
ie laut aeworden war. standen Ma-
dame Brus, der Gutsbesitzer und Else beim Schulmeister. Du kannst einmal hinaeh?n, mein Junge, und sehen, was da eigentlich os ist!" sagte der Gutsbesitzer mit beümmertem Gesicht, als er kurz darauf zurückgekommen war. Mutter bleibt natürlich bei ihm. und so muß Else as Gastmahl besorgen, wenn es überHaupt gehalten werden wird, aber ein großes Vergnügen wird es nun kaum ur einen von uns werden. Eine leise Verwirrung malte sich bei dieser Aufforderung auf dem Gesicht des Doktors, und sonderbarer Weise ah er aus, als ob er sich in emer kmnen Klemme befinde, aus der er herzich gern entschlüpfen mochte. Es blieb ihm indessen nichts andres übrig. als zu gehen, und das that er denn auch. Unten in dem kleinen Hause lag der Schulmeister mit geschlossenen Augen, die Runzeln in seinem Gesicht sahen charf und tief aus. und eine Schlaffheit war über die freundlichen Züge gekommen, die sonst in lebhafter Theilnähme für alles und alle zu spielen flegten. Mit einem etwas verzagten Gesicht setzte sich Paul an das Bett, offenbar unsicher, was er sagen oder hun solle. Etwas mußte indessen doch gethan . werden, weshalb er des Schulmeisters Hand ergriff und bedächtig seinen Puls zu fühlen begann. Da aber schlug der Schulmeister die Augen aus und lächelte ihn mit dem alten 2lusdruck freundlich an und sagte m:t emer Stimme, die nur etwas schwächer als . sonst war: Es hat nichts zu bedeuten, lieber Paul. Mir wurde nur etwas schwindlig, als ich aufstehen wollte, und nun bin ich etwas matt und möchte gern ein wenig schlafen. Wenn nur die armen Leute einen Spielmann für ihren Tanz hatten, so Ware das Ganze gar nichts. Es ist vorüber, sobald ich ein wenig geruht habe." Nun wohl!" antwortete der junge Arzt, augenscheinlich erleichtert. Dann können wir es ja noch zwei oder drei Tage mit ansehen. Und inzwischen können Sie ja versuchen, ein paar Tropfen des Schulmeisters ich meine Ihre eigenen Tropfen zu nehmen. Es ist ein unschuldiges Hausmittel, und ich meine, schaden können sie keinesfalls. Es ist," fuhr er in belehrendem Ton, sich an seine Mutter und Else wendend, fort, aller Wahrscheinlichkeit nach etwas fieberhafte Mattigkeit, die leicht eintritt. wenn man sich nach einem heißen Sommertag zu viel in der kühlen Abendluft aufhält, und die ihre Wurzel in einer deprimirten Magenthatigseit hat. Ich selbst habe auch etwas davon, denn ich kann zu Zeiten auffallend matt sein, wenn ich Abends zu Bett gehe, aber das hat nichts zu sagen, denn eö ist lange vorbei, ehe ich am Morgen erwache. Laßt ihn nur schlafen, dann werden wir ihn bald wieder auf die Beine bekommen!" Bei diesen Worten streichelte er zart. um eruiuniernv 1 einem alten eyrcr die Hand und sah sich wieder rings um w ein Mann, der sich seinem Beruf und seiner Stellung gewachsen gezeigt hatte, woraus er und Elfe das Haus verließen, wahrend seme Mutter still an dem Bette sitzen blieb. Unterdessen hatte Herr Svane draußen gewartet, und während er dastand, war eine Gestalt nach der andern mit ängstlich fragendem Gesicht leise herangekommen.' bis eine aanze Menae nck um ihn gesammelt hatte. Auf Pauls Erklärung, daß keine Gefahr vorhanden un) es nur eine kleine Unpäßlichkelt sei, die der Ruhe und Stille bedürfe, trennte sich die Menge ebenso still, wie sie gekommen war. Aber ein barhäuptiger kleiner Bursche mit struppigem, flachsgelbem Haar, das auf allen Seiten um ein erhitzt auzsehendes Gesicht niederhing, schlich sich zurück, setzte den Mund an die Thür und rief mit eifrig:?, obgleich halb gedämpfter Stimme: Schulmeister! Schulmeister!" Als der Doktor sah, wie so cffenba: seinen Anordnungen getrotzt wurde, flog er zornig zurück, packte den Sünder im Racken und führte ihn schreiend fort, während er ihn fragte, ob er durchaus seinem lieben alten Lehrer das Leben nehmen wolle. Rein!" antwortete der Junge heulend. Aber ich habe mich gestern, als ich in der Schule war. mit Niels Vesterhus gehauen, und ich wollte dem Schulmeister nur sagen, daß er sich daraus verlassen könne, dan ich es nie wieder thun werde!" Else beugte sich üöer ihn nieder, strich freundlich das struppige Haar weg und küßte ihn auf die Stirn, während. sie ihm versprach, daß sie es bestimmt dem Schulmeister sagen w:rde. Da gab sich der Junge zufrieden und ging besänftigt mit. Aber es lag etwas in der ganzen kleinen Szene. daS Herrn Svanes Herz heimlich rührte und bewirkte, daß auch seine Gedanken sich liebevoll und theilnehmend dem Bilde des kranken alten Mannes hinter der Wand des ärmlichen Hauses zuwandten. Wir brauchen vielleicht etwas Ferment!" lautete Pauls Erklärung, als er wieder nach Hause gekommen war. Und könnten wirdann den peristaltischen Bewegungen im Unterleib einen kleinen Stoß geben, ohne allzu drastische Mittel anzuwenden, würden wir gleich obenauf sein." Eine so klare und unzweideutige ärztliche Erklärung mußte seinen Vater natürlich vollkommen beruhigm und ihn zu der Entscheiduna veranlas-
sen. daß das Gastmahl trotzdem' gehalten werden solle. Mitten in dem kleinen Wäldchen war ein offener Platz, der Schutz gegen alle Winde und gegen alle durchdringenden Strahlen bot. und mitten auf dem Platz stand ein Baum, der schlankste und laubreichste, den die ganze Insel auszuweisen hatte. Dort wurden gewöhnlich an milden Sommerabenden die Feste mit Tanz unter der breiten Krone des Baumes gefeiert, und dort sollte auch diesmal das Fest stattfinden, wenn auch ohne Spiel und Musik, so doch mit Sonnenschein und guter Laune. Dem Schulmeister gehe es viel besser, hieß es, und er wolle sogar in seinem gewohnten Eifer für die Erfüllung seiner Berufspflichten mit seiner Violine draußen sein; aber der gewissenhafte Doktor, der es liebe, selbst den leich-
testen Fall ernst zu nehmen, habe es ihm auf das Bestimmteste verboten, und das fand die Insel sowohl vcrnünftig als auch wissenschaftlich, und Madame Brus sei auf seine Anordnung bei ihm geblieben, um darüber zu wachen, daß die Vorschriften des Arzles genau befolgt wurden. Diese auten Nachrichten waren wie ein befreiender Lufthauch über die Stimmung hingeflogen, und es laq ein frokes Lächeln auf den treuherzigen, erwartungsvollen Gesichtern, die sich zu dem einfachen, heimischen Fest versammelt hatten. Und konnte Jemand Madames aewohnte mütterliche Gestalt als Wirthin ersetzen, so mußte es unleugbar Else sein. Es war, als ob eine erhöhte Schönheit aus einem heimlichen Born hervorquölle und sich in spielenden Wellen über ihre jungfräuliche Cestalt ergozje, wahrend sie sich, ein Lacheln im Auge und Rosen auf den Wangen, geschäftig und anmuthig zwischen Großen und Kleinen, Alten und Jungen bewegte. Es war wie ein Bild des sommers selbst anzusehen, wie sie mit einem gefüllten Korbe in jeder Hand von Gruppe zu Gruppe glitt, um mit schelmischer Miene vor den Männern zu knicksen oder mit einem einladenden Lächeln den Frauen vertraulich zuzunicken und ihnen gleichsam überredend ihre verlockenden Gaben anzubieten, obgleich gar keine Ueberredung nothwendig zu sein schien. Und es war ein Vergnügen, die feierliche Zurückhaltung zu beobachten, womit die Frauen langsam und zierlich sich jede ein Stück nahmen, das sie ihnen anbot, oder den gründlichen Ernst, der sich auf den Gesichtern der Männer abmalte, wenn sie sich mit dem Handrücken den Mund wischten, ehe sie den Trunk empfingen, den sie ihnen eingeschenkt r)atte, als ob sie. die alten Freunde und Bekannten, die sie alle waren, doch fühlten, wie die Umstände hl'er so viel Anstand als möglich forderten. Eine ganze kleine Garnitur von Würmern kreiste überall unermüdlich herum in den Falten ihres weiken. eng anschließenden Kleides unv warteie mit yaiv lacyenven, yalv sehnsuchtsvollen Gesichtern darauf, daß sie mit einem Klaps auf die Backen und einem scherzenden Wort ihnen ein StückKuchen in den Mund stecken sollte, was sie auch fleißig that, wie wenn sie Vöglein speiste. Die Stimmung des Augenblicks erfaßte Herrn Svane mit besiegender und überquellender Macht. Es schien ihm, als sähe er einen Strahl seines Traumlandes, und Else war die Königin in dem Lande. Und seltsam genug hatte er diesen Strahl bei einem bescheidenen Fest auf einer einsamen und geistesarmen Insel gefunden, denn er fand ihn nicht nur bei Elfe. Er hatte eine Empfindung bei dieser ganzen Schaar von starken, treuen und unschuldig fröhlichen Gesichtern, als bedürften diese Menschen nur der Macht des lebendigen Wortes, um sich zur Klarheit und zu höheren Gesichtspunkten zu erheben.' Aber nie war das lebendiae Wort zu fassen. Unfehlbar blieb jedesmal, wenn er sich mit einem Herzen voll begeisterter Gefühle ZU dieser oder iener Gruppe setzte, um ein veredelndes Gespräch zu beginnen. augenblicklich sowohl bei ihm als bei den andern der Mund stehen, während, wenn Paul mit dem strahlendsien Gesicht von lauter Geringfugigkei ten und gleichgiltigen Dingen faselte, weder bei ihm noch bei seiner Umgebung der Mund auch nur einen Augenblick stillstand. Er ärgerte sich dar über. 'S, (Fortsetzung folgt.) Beim Wildern umgekommen. Im Walde bei Tettau. Oberfranken, wurde der Glasmacher Richard Heinz aus Kleintettau mit durchschossenem Halse todt ausgesun den. Wie sich herausstellte, war Heinz mit einigen Freunden m den Wald ge gangen, um zu wildern. Bei dieser Gelegenheit erhielt er durch d:e Unvorsichtigkeit eines Kollegen einen Schuß in den Hals, so daß der Tod alsbald eintrat. Ter unglückliche Schütze ist gefluchtet. GewilfenlaN. Dame: Warum haben Sie sich eigentlich scheiden lassen, Herr Vroses sor, da Ihr eheliches Glück doch nie eine Trübung erfahren?" P r o f e ssor: Ja. das ist so; ich schreibe geaenwärtig ein großes Werk über das Liebesleben der Seeigel, und da sind Mir in der Zerstreutheit Beobachtungen aus meinem Eheleben mit unter laufen, da mußte ich der Wissenschaftlichen Genauigkeit fcilto dies kleine Opfer bringen. '
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