Indiana Tribüne, Volume 28, Number 311, Indianapolis, Marion County, 23 August 1905 — Page 5
Jndiana Tribüne, 23 Ott anst 1905
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Rougo gagne! Cm Nachtstü aus Monte-Carlo. Von Emil Berdau. Gegen vier Uhr Morgens knallte im zweiten Stock des Cafe de Paris, das dem Kasino gegenüberliegt,, ein Schuß. Der Knall weckte einige Schläfer auf. Man machte Lärm und eilte auf den Flur hinaus. Man rief, fragte, schrie und schimpfte durcheinander. Dann klopfte man die Zimmer der Neihe nach ab und weckte alle Schläfer des Stockwerkes. Nur einen einzigen Gast konnte man trotz wiederholten Klopfens nicht wach bekommen. Man öffnete die Thür. Sie war nicht verschlossen. Im Zimnur war es stockfinster. Pulverrauch und . ein süßlich - brenzlicher Geruch nach verbranntem Papier drang auf den hellerleuchieten Flur hinaus. Man horchte hin und hörte dumpfes Stöhnen und Nöcheln. Man machte Licht. Beim Schein der Glühlichtlrone.sah man Jemand angekleidet und regungslos auf der Ottomane liegen. Aus den ersten Blick erkannte man, daß der Daliegende, ein grauhaariger Alter, todt war. Aus einer brandgeschwärzten Kugelwunde in der rechten Schläfe sickerten träae Blutstropfen. In' der linken Faust, die er fest auf die Brust gepreßt hielt, umkrampfte er einen rothsammtnen Gegenstand, ein Pompadourtäschchen, während duNechte vom Körper schlaff herabhing auf den Teppich, auf dem ein großkalibriger, amerikanischer Coltrevolver lag. Ah, rnon dieii!" schrie da einer dlötzlich, das ist ja der Amlricnin, btt gestern Abend die Bank gesprengt
yat! Ma soll" Allgemeines Staunen folgte diesem Ruf. Was?" Wie?" Bank gesprengt?- , .Und todt?" Bank gesprengt und Selbstmörder?" Man wollte es gar nicht glauben Man schüttelte die Köpfe. Man lachte schließlich. Bank sprengen und dann sich todt schießen? C'est dien drole!" Platz da, Messieurs! Bitte! Im Namen der Polizei!" Man wich beiseite. Der Sergeant der Karabinieri trat an die Leiche, sie zu visitiren. Sowie er das rothsammtne Pompadourtäschchen It lührte, schlug der Daliegende noch ein mal die Augen auf, preßte die Hand noch fester auf die Brust, stieß einen tiefen Seufzer aus und ließ dann das Täschchen los. Der Sergeant unter suchte dasselbe. Die starke, rothseidem Zugschnur daran war zerschnitten. Es war leer. In den Taschen des Verendeten fand sich ein wenig RevolverMunition, ein blutbeflecktes Tascheniuch, dessen Flecken offenbar von einer kaum gestillten Kratzwunde auf der Wange des Todten herrührten, ein schweres texanisches Bowiemesser in gestickter Lederscheide, ein wenig amerikanische Scheidemünze u. f. w., aber von, einer größeren Geldsumme keine Spur. Man fragte sich nun, wo mochte das Geld hingekommen sein? Der Texa ner hatte sein Zimmer nicht verlassen. Lin Verbrechen im Zimmer war, nach dem Befund der Leiche, vollkommen ausgeschlossen. Aber was war mit ihm in der Zeit vom Schluß derSpiele um 11 Uh? bis zu seiner Ankunft im Cafe gegen 1 Uhr geschehen? Er hatte große Aufregung gezeigt. Sollte er vielleicht irgendwo überfallen und beraubt worden sein? Auch das war nicht denkbar. Er hatte ja im Speisesaal mit den Hundertfranknoten nur so um sich geworfen. Außerdem ent hielt der Revolver noch fünf scharfe Patronen. Und ein Amerikaner, vor allen Dingen ein Texaner. sollte bei einem Ueberfall keinen Gebrauch von seinem Schießeisen gemacht haben? Unmöglich! Man suchte und suchte und suchte nach dem Gelde. Endlich! Voila! Dort auf der blauseidenen Steppdecke des unberühr ten Bettes fand man, zwar nicht das Geld, aber einen auf beiden Seiten eng beschriebenen Bogen Papier. Die englische Schrift war entsetzlich unleserlich, viel ausgestrichen und verbesseit; die Sätze kurz und wie zerhackt. Die Unterschrift lautete: Tom Culbertson". Der Wirth recognoscirte sie gleich als die eigenhändige Signatur des Todten. Schließlich fand sich ein Dolmetscher, der das Geschreibsel mühsam übersetzte: Ich, Tom Eillbertson, aus Guadalupe County, Texas, war ein reicher Baumwollpflanzer. Während eines Aufenthaltes in New York lernte ich die junge, bildschöne Tochter eines alten italienischen Violinspielers Torini kennen. Marietta spielte die Guitarre. Ich gewann Marietta lieb, und sie wurde mein Weib. Auf der einsam gelegenen Hazienda lebte ich anfangs sehr glücklich mit ihr; ich, der Vierziger, und sie, mein achtzehniäbriges Weib. ' Ich alt; sie noch so jung und blühend. Jeden Wunsch erfüllte ich ihr. Aber ich war zu alt, zu ernst für sie. Marietta weinte viel. Sie hatte Heimweh. Ich ließ sie aber nicht von mir, denn ich liebte sie zu sehr. Ich war vierzig und war bisher Junggeselle gewesen. Sie war meine erste Liebe. Da kam ein Engel zu uns, ein Töchterchen. Ganz die Mutter. Aber die Mutter liebte ihr Kind nicht. Sie
schlug die kleine Maud oft. Dann gab es Streit, Unfrieden und Thränen. Eines Morgens hatte Marietta mich verlassen, und ich sah sie nicht wieder. Ich hatte nun die kleine Maud. Ich vergötterte das Kind. Da kam das gelbe Fieber undsie starb. Ich blieb leben. Nun war ich wieder allein. Mein Haar wurde grau, und ich noch kein Fünfziger. Ich verlor alle Lust am Leben und Schaffen. Ich fing an zu trinken, um zu vergessen. Aber ich konnte Marietta nicht vergessen. Ich verkaufte die Pflanzung, bezahlte meine Schulden und mit dem Rest spielte ich. Ich hatte Unglück. Marietta, mein Glück, war"dähin; Maud, mein Glück, war dahin. , Wie sollte ich Glück im Spiel haben! Ich verlumpte. Da zog'S mich-nachMonte Carlo. Hier hoffte ich. Glück zu haben. Ich ging zu Schiff und .es zog mich immer, wie mit Geisterhand, bis ich den Boden von Monaco betrat. Die Herrlichkeit der Gegend machte mir meine einsame, unglückliche Lage um so schmerzlicher fühlbar. Immer dachte ich an Marietta. Ich konnte nicht anders. Alle die rothen' Lippen, die ich sah, lispelten mir: Marietta". Alle die schwarzen Augen funkelten: Ma rietta". Immer und immer wieder Marietta. Mir war es schließlich so zumuthe, als müßte ich mein junges, geliebtes und doch so treuloses Weib hier irgendwo wiedersehen. Ich lachte mich aus. Wie sollte ich Marietta hier, gerade hier, wiedersehen! Aber der Gedanke an sie verließ mich nicht mehr. Gestern gegen ' Abend, als ich in's
Kasino wollte, da o Gott! da sah ich Marietta! Auf dem Kasinoplatze sah ich sie! Am Arme emes Dandy! Ich schwur mir. daß sie's sei. Und sie war's! Mein Weib, mein armes, geliebtes und verlorenes Weib! Sie scherzte -kokettirte, lachte so schamlos! Q mein Gott! Ich traute meinen Augen, meinen Ohren nicht, nicht meinem Verstand! Ich hörte sie kichern. So kicherte Marietta einst. Ich horte sie plaudern. So plauderte Marietta einst. Und doch zweifelte ich und zweifelte. Mein Weib, und dieses Weib? Nimmermehr! Es war ihre Doppelgängerin, aber mein Weib konnte es nicht sein! In dieserGemüthsverfassunq durfte ich nicht wagen, zu spielen. Ich irrte lange unschlüssig rn den Kasinogarten umher. Die Meeresbrise beruhigte mich schließlich etwas und ich eiüe. ohne mich umzuschauen, zur Roulette. Ich setzte Schwarz, die Farbe meiner Herzenstrauer. Die Kugel hupfte rsoir perd! Ich hatte verloren. Ich forcire Schwarz. Ich verlor wieder. Mein Geld ging zur Neige, und dann? Ich wollte noch überlesen. Aber da hörte ich hinter mir Frauenstimmen, Frauenkichern. Rauschen und Duften von Frauenkleidern. Da übermannte es mich! Ich setzte meinen Reft auf emen Coup Schwarz. Xoir perd!" Nun hatte ich alles verloren. Nun blieb mir noch der Tod. Ruhig verließ ich den Saal und irrte in die Kasinogärten hinaus. Ich suchte die Einsamkeit zum Sterben und ich fand sie. Rasch zog ich meinen getreuen Colt hervor. Ich setzte ihn an die Schläfe und schloß die Augen. Aber das kalte Eisen schreckte mich ab. Ich lud die Waffe frisch. Da hörte ich in der Ferne Frauengekicher. Ist's Marietta? fragte ich mich. Und schnell entschlossen eilte ich. sie auszusuchen. Sie sollte mit mir sterben! Eine Kuel für sie, eine für mich. So wollte ich's. Auf einer Bank, taghell vom Vo genlicht beleuchtet, sah ich ein schlankes, geputztes Weib sitzen. Sie fächelte sich. Ob's Marietta war? Ich trat näher und fah ihre rothsammtnePompadourtasche schimmern. Es war das Weib von der Place du Casino. Ich biete ihr den Arm und führe sie aus eine leere, schattige Terrasse. Ich bleibe stehen. Sie auch. Ich schaue sie an. Sie mich auch. Ich erkenne sie. Sie mich auch! Marietta!" flüstere ich, bist Du nicht die Tochter des Jiolinspielers von dcrBowery in New Jork? BistDu nicht McriettaCulbertson aus Guadalupe County. Texcs? Bist Du nicht mein Weib, die treulose Mutter meiner todten Maud?" Da zuckt sie, wie unter einem Messerstich, zusammen. Sie fühlt ihre' Schuld. Schon bin ich auf dem Punkte, ihr das Schlimmste zu vergeben. Sie war ja damals noch so jung! Da will sie fort. Ich halte sie zurück. Ich bitte, ich flehe, ich beschwöre. Sie schimpft. Sie meint, ich sei verrückt, wahnsinnig, toll! Dadurch aber verräth sie die Kenntniß meiner Sprache und ihre Stimme. Treulose Schlange!" zische ich in aufwallender Wuth. Du bist's also! Du verspottest mich noch? Du willst keine Vergebung? Wohlan denn machen wir's kurz " währenddessen zerre ich mit der Rechten am Revolver. Da will sie um Hilfe rufen. Ich werde rasend und drücke ihr mit beiden Händen die Kehle zu. &t wehrt sich, stoßt mir den Fächer in's Gesicht, aber ich halte krampfhaft fest und fester, und ich wußte ja nicht, was ich that! ich erdrosselte das Weib! Sie sank mir aus den Händen, schlaff eine Leiche! Nun . erwachte ich aus meinem Wuthrausch. Entsetzen packte mich. Aber meine Rache war gekühlt! Für iahrelange Schmach und Trauer und Verzweiflung hatte ich Genugthuung
erhalten, genommen. Ich war zufr
den. Ich schleppte die Leiche tief in's n . i r t ? C i
i2K0Ucg mnein uno varg jic um. Dann wollte ich neben ihr sterben. Der Revolver aber hatte sich im Tasckenfutter verfanaen und wollte nicht i heraus. Und die Zeit drängte! Schon v glaubte ich Tritte und Stimmen zu hören. Da riß ich das Bowiemesser j aus der Scheide, um mir die Halsfchlagader durchzuschnneiden aber ; da! da! fiel mein Blick auf. dir Leiche, und wieder sehe ick die' rotysammtm .Pompadourtasche! Da blitztmir ein Gedanke auf! . Mit einem Schnitt trenne ich die Tasche von der Leiche, öffne die Tasche, und mir kmstert eine nagelneue TausendfrancsNote in den Fmgern. auicno Francs!" flüsterte ich schaudernd. Im nächsten Moment aber sind alle meine i Selbstmordgedanken wie fortgeblasen! ' . . , , . . . s. Me spttlwuio,, Die gr.mmr, Spielwuth,'- packt mich auf's neue! -NrtM fl?mtrt!" streit's in mir. Nnu, muüt-Du seken! Rouae! Die ' Pompadourtasche wird .Dein Talis man sein! Stecke sie ein! Auf! Setze Nouge! Ei ist Dein Glück. Dern Glück!" . - Und ich .Jlkrsiehe nicht. Ich stecke das Messer efn:,. Ich stecke die Pompadourtasche ein. Ich .tupfe mir die Schmarre auf der Wange vorsichtig mit dem Tascbentuck ab. Ich schleiche in's Kasino zurück, beschaue mich im r t . 5 l. . 2 411 uacynen picgc. uno oaim yiuuu ,t nirnranie! fefee setze aus Roth! Ich gewinne! Setze wieder Rouge! Gelcmne gewinn, nehTinne. und. o mein Gott! Ich sprenge die Bank! Ich sprenge die Bank!! Und nun dieser Hoyn: wttz grauliche, grimmige Hohn! Nun war ich Zck durck Marietta! Glücklich durch sie! Und sie todt! todt! Und ich ihr Mörder! Und die Pompadourtascke mein Talisman! Welch possenhafter, toller Hohn! Aber Hohn oder mcht Hohn es war Thatsache! Ich war nicht von o, - . i. ..! ri.j binnen, war ganz Lciuuuina (o vernünftia. dak ick mir meinen Kewinn kalten Blutes in Tausendsrancsscheine einwechseln lassen konnte. Aber -dann ! urer dann : Dann kam's! Die Furcht vor Entdeckung und die Marter des Gewissens. Gluckt war mein erster Gedanke. Er verflog wie Spreu vor dem Winde. Das Geld vrannte mir in der Tascke. ?.eder Tausendfrancsnote schrie einzeln: Elender, verworfener Wcibermörder!" Und alle Hundert schrieen zusammen: Elender, verworfener Weibermörder !" O, daß mein Herz abgestumpfter gewesen wäre! Daß ich einer von denen gewesen wäre, die über Weiberleichen tretcn können wie über Pflastersteine! Ich konnte das nicht. Ich hatte zu rein, zu innig und im Alter zum ersten Male geliebt.. Diese Liebe verflackert nicht, verlösit und verascht nicht, wenn sie einmal Feuer fing, wie das sinnliche Strohfeuer der raschen Jugend! Und Weibermörder ich! Weibermörder ich! Und mein Trieb? Schandenlohn! Fort mit mir! Roth gewann. Roth soll wieder gewin nen! Fare well,. Weib, . Welt, Glück und Schmerz ! Füre well! . Tom Culbertson." Hier endigle das Schreiben. Todtenstille herrschte im Zimmer auf dem Flur im ganzen Hause. Den Zuhörern grauste es. Man schaute in den Kamin. Dort verglommen noch die letzten Reste des Mordgeldeö. Bewundernd und kopfschüttelnd starrte man auf die Aschenflöckchen eines Vermögens. Ah, bah, er war verrückt! Er war wahnsinnig!" so kommentirte man durcheinander. . .Ein alter Jankee und Gewissen! C'est ridicuie!" Der Geldteufel hat Dich verrückt gemacht, Alterchen! Du hast im Wahne geträumt!" Der Traum" des Wahnwitzigen" muß aber doch wohl Wahrheit gewesm sein. Man fand die Leiche am Morgen: ein schönes, schlankes, junges Weib in kostbarer Spitzentoilette erdrosselt und beraubt. Und auf dem Friedhof der Selbstmörder" sah man Tags darauf zwischen ödem, zerbröckeltem Gestein zwei frische Gräber ohne Hügel, ohne Blumen. Nur zwei gezimmerte Vfäble ragten am Kovtende über die wuchernden Dornen und Disteln und i?fir1t"f w St Qvntfs in Vs. Git v vttvtfc viv yj vv l 4 v v vvu Ufct (CltVk eines Greises zu seinem jungen, verlorenen Weibe. .ir 1 " m m m m ' "i nunttdeaeiiteruna. üuu. den modernen Dichter laden wir öfters in unsere Gesellschaft ein: der träat immer im Dunkeln seine Gedichte vor vaourcy sparen wir an Llcki. Der freiaebiae Onkel Bringt der Onkel denn auch immer etwas mit, wenn er euch besuchen kommt, Oskar?" Der kleine Oskar: O ja. eine Düte Fliegen für unsern Laubsrojch!" Eine praktische Saus fr au. Mann (brummend): Scköne Wirthschaft; an dem einen Hemd fehlt der rechte Aermel und an dem andern der linke!' Frau: Nun, dann zieh doch einfach beide übereinander an." orsoralick. Arzt: Also wie aesaat. wenn die Villen zu bitter sind, können Sie dieselben mit einem schluck Bier ylnunterspulen; nur das Einnehmen niemals vergessen!" Patient: Bewahre; ich habe mir bereits 4 m m ' ' leazs laichen Bier urner's Bett ge stellt!"
D e r A n d r a n g a n d e n J8 a x
gam - Eounter" in den Großstädten kann unter Umständen verbänanikvoll werden. So wird aus New Nork berichtet: In einem 5 und 10 Cents Laden an Fünfter Avenue war großer Bargain Verkauf", und um zwei der drei Cents vom üblichen Preise abzwacken zu-, .können, hatten fo viele fl f" . CY I I . l 4 ifaijame, crireiennnen ver yoioen Weiblichkeit ,fünf oder zehn Ceits auf oer Straßenbahn : verfahren, ' daß . der Andrang ein fürchterlicher war. Eine Abtheilung Polizei, war .ersorderlich, um schließlich denLaden .zu räumen und die Ordnung wieder, herzustellen. Mehreren -Frauen, wurden- in. der drangvoll fürchterlichen. Enge die Klei-der-zerrissen, und die Qübneräualein abgetreten, die Ambulanz des' Homöoi..l!rj. r- . " e r .w. fuigiiajen .ojpiiais wuroe für aue ffäüc reauirirt und eine ??rau mukte ohnmächtig fortgeschafft werden. Ein geschäftseifriger Leichenbestatter! wollte eben per Telephon anfragen, ob :fcinc rrs !. p w r w?-. sincniie erwuncqr jcicn, ais xtjxi oz Kunde erreichte, -daß die Polizei den Laden geräumt habe. Wie die Furcht v'o m einer Gardinenpredigt zum SeaW werden kann, beweist folgender, Falli"John 'T. Sylvester, ein gut situirter Farmer von Bulls Run, Pa., machte neulich Abends einen kleinen Abstecher nach McKeesport. Er blieb ein wenig über die Zeit aus, und um bei seiner Helmkehr Muttern" nicht zu stören, zog er sich bereits im Hofe die Schuhe aus und schlich vorsichtig und leise die Treppe zu seinem Zimmer hinauf. Dort fand er zu seiner größten Ueberraschung einen mit der DurchstSberung seines Pultes beschäftigten Einbrecher vor, und da dieser sein Kommen nicht gehört hatte, schlich sich Sylvester sachte von hinten an den Kerl heran. packte ihn mit eisernem Griffe am Halse, lud sich den nach Luft schnappenden Spitzbuben auf den Rücken und schleppte ihn in den Holzschuppen hinab. Dort stand in einer Ecke ein prächtiger Ochsenziemer, und mit diesem oergerbte er dem Eindringling das Fell dermaßen, daß nach seiner Ansicht dem Kerl die Lust, in FarmHäuser einzubrechen, auf lange Zeit vergeben wird. Die Blindenschule in Knoxville, Ja., ist eingegangen und man hat daraus eine Anstalt für Trunksüchtige geschaffen, die zu gleicher Zeit als Hospital und Strasanstalt dienen soll. Hierob sind die Blinden und ihre Freunde unzufrieden. Nun wird auf demPrivatweg eine neue Anstalt geplant. Wenn sich das Unternehmen bewährt, wird voraussichtlich der Staat demselben unter die Arme greifen. Eine Klapperschlangenplage ezistirt in La Crosse Co.. Wis. Wie aus den Büchern in der Office des Countyclerks hervorgeht, werden jährlich Hunderte von Dollars als Prämien für erlegte Klapperschlangen bezahlt. Farmer haben sich organisirt und verbringen viele Tage damit, die Reptile zu bekämpfen, nebenbei ist dies auch eine lohnende Beschäftigung bei einem Preise von 50 Cents per Schlange. Die Klapperschlangen hausen in der Regel an besonders bevorzugten Plätzen, aber zuweilen wandern sie auch und setzen dann dieSommerfrischler am Mississippi in Angst. AmSarge ihrer Tochter gestorben ist Frau Mary Shearon in Brooklyn, N. Y. Die Tochter, welche 14 Jahre alt gewesen war, war am Typhus - Fieber gestorben, und ihr Tod hatte die Mutter tief bekümmert. Einen ganzen Tag und- eine Nacht hatte sie am Sarge gesessen. Als der Sohn Thomas am nächsten Morgen in das Zimmer trat, fand er die Mutter neben dem Sarge auf dem Fußboden liegen. Ein herbeigerufener Arzt constatirte, daß sie todt sei. Wahrscheinlich hatte ihr der Kummer das Herz gebrochen. Mutter und Tochter fanden ein gemeinschaftliches Grab. In derNäye vonSalisbury, Md., ertrank der Farmer Wm. T. Lord auf sonderbare Weise. Lord, der in der Nähe von.Elorado, Caro-line-County, eine Farm besitzt, befand sich mit ungefähr 1000 Exkursioniste.i auf einem Zuge der Baltimore-Che-sapeake-Atlantic-Bahn", um nach Re-Hoboth-Beach zu gehen. In der Nähe von Salisbury hielt der Zug in der Dunkelheit an, um Wasser und Kohlen einzunehmen. Lord wollte au6 dem warmen Waggon an die frische Luft gehen, trat aus dem Waggon und herunter auf dieErde, wie er glaubte, doch statt dessen siel er in 12 Fuß tiefes Wasser und ertrank, ehe ihm Hilfe zu Theil werden konnte. Auf wunderbare Weise gerettet wurde die 28 Jahre alt: Frau Kate Getin in New York. Sie kam von einem Sturz aus dem obersten Stockwerk eines fünfstöckigen Hauses mit einem gebrochenen Arm, aber sonst unverletzt davon. Sie befindet sich jetzt' im Bellevue Hospital, aber nicht wegen des lrmö. sondern in der alkobolischen Abtheilung. Es wurde behauptet, daß sie so viel des Guten genossen habe, ' daß sie angeblich schwarze Männer" sah, vor deren Verfolgungen sie sich durch denSprung aus dem Fenster rettete. Daß sie so glücklich -davonkam, verdankt sie dem Umstände, daß eine Zeugleine im dritten Stockwerk den Fall brach und zugleich legte sich ein Teppich, der auf der Leine hing, unter sie, sodaß sie mit diesem als Fallschirm auf der Erde an-langte.
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Aus dem Bahnhof in Mailand traf neulich Abends mit dem Gotthardzuge in einem Abtheil erster Klasse Herr M. de Hondt, Direktor der italienischen Oper im Haag, ein. Nachdem der Zug unter der großen Halle zum Stehen gekommen war, beugte sich dieser Herr über seine Koffer, um auszusteigen. In diesem Augenblicke wurde er plötzlich von einem Unbekannten am Halse gewürgt und gleichzeitig seines im zugeknöpften Cehrocke befindlichen Portefeuilles mit 6000 Francs beraubt. Hierauf flüchtete der Räuber und verschwand in der dem Ausaange zudrängenden Menge. Herr de Hondt versuchte wohl ihm nachzueilen, wurde hieran aber durch zwei elegante Mitreisende, die sich ihm anscheinend aus Theilnahme in den Weg stellten, verhindert. Inzwischen gelang es dem Räuber, den Ausgang zu gewinnen und mit einer Droschke davonzufahren. Da aber glücklicherweise Jemand die Nummer der Droschke erkannt hatte, so konnte die Spur verfolgt und zur Verhaftung des frechen Banditen geschritten werden. Er ist ein Italiener, Emilio Corsl aus Casale Monferrato, der lange im Auslande gelebt hat. Das Portefeuille und fast der ganze gestohlene Betrag wurden noch bei ihm gefunden. Er und seine beiden Cumpane, die noch nicht ermittelt werden konnten, hatten ihr Opfer seit Basel in demselben Abtheil begleitet; offenbar aus Wuth, auf der ganzen Reise. keinen günstigen Augenblick zu einem einfachen Taschen diebstahl gefunden zu haben, entschlossen sie sich im letzten Moment zu dem frechen Ueberfalle. EinmodernesGtschäft. A.: Wie geht das Geschäft, das Dein Vetter jetzt hat?" Ä.: Hm... Er lebt recht gut, führt ein anständiges Haus, läßt seine Kinder gut erziehen, gibt auch den Armen nur zahlen kann er nicht!" Selb st verrath. Unter. sechs Kostgängern, die zusammen auf einem Zimmer logiren, ist dem einen des Nachts das Portemonnaie mit 12 Mark 90 Pf. gestohlen worden, welches er seinen Stubengenossen mit thränenden Augen mittheilt. Da erhebt sich der .eine vom Lager und spricht: Nee, Hannes, Du most ewer ok nik leigen. et wöhn blaus twölf Mark und twintig Pennge drirme."
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ropäisches WtPartmrLj Wechsel, Creditliricsc, Postanweisungen, auf alle Städte Europas, chrffsscherns von und nach Europa. An- und Verkauf auölSndi scheu Geldes. F No. 35 Süd Meridian Str. Merchants National Bank Taubstummheit. Ueber die Taubstummheit hat der französische Arzt Dr. Castex Utersuchungen angestellt, die ihn zu intzressanten Ergebnissen geführt haben. Von 100 Kranken ist durchschnittlich bei 63 die Taubstummheit angeboren, wäh rend sie bei 32 erst im Laufe des Lebens eingetreten ist. Die Ursachen der angeborenen Taubstummheit sind verschiedenartig. Unter den Faktoren spielen in erster Linie auch bestimmte Eigenthümlichkeiten der Geburtsländer eine Rolle; das Leiden ist zum Beispiel sehr häufig in den Alpen und in den Pyrenäen. Ferner werden aufgezahlt: Schlechte hygienische Zustände. BlutsVerwandtschaft der Eltern. Unfälle, die während der Schwangerschaft der Mutter eingetreten sind, erbliche Belastung, namentlich durch Mkoholismus und Syphilis. Die direkte Vererbung des Gebrechens vom Vater oder der Mutter auf das Kind ist dagegen äußerst selten. Umgezogen. WilliamA. Greyer, Verfiche. rungö.. Grund.ElgenthumS'.Anleihell und Mlethe'Agent, Zimmer No. 51 im Jltzgerald.Gebäuoe. Z OS Market Str.
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