Indiana Tribüne, Volume 28, Number 311, Indianapolis, Marion County, 23 August 1905 — Page 4

Judtana Tribüne, 23 August. 1903.

ndiana Tribüne. Htraukgkgtbea von der Sutrs 8. Indianapolis, Ind. ksrry O. Thndin Präsident. VeschäftSloealt 5Io. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE Jgg. Entcred &t the Pott Office 1 Inditntpolis x ccond cl matter.

Die Gasfrage. Das Comite für die neue GaSOrdi nanz hat rechtschaffen gehandelt, als es sich weigerte, die 60 Cents GaS.Vor. läge, wie sie vorlag, zur Annahme zu empfehlen. Die Erfahrungen, die die Stadt mit ähnlichen Freibriefen, die später sich als lückenhaft und für das Gemeinwesen unvortheilhast erwiesen, sind nicht ver geblich gewesen. Jetzt ist die Zeit, den Freibrief in so fehlerloser Form auszusetzen, daß endlich das Volk in der GaZfrage sicher gestellt wird. ES würde dringend geboten sein, ein paar tüchtige Anwälte seitens der Stadt anzustellen, welche die Ordlnsnz in allen ihren Einzelheiten prüsen und da für sorgen, daß die Rechte der Stadt und der Bürger für diesmal wenigstens siqer gestellt. Wir waren schon für 60 Cents Heiz Gas, weil wir wußten, daß es für die sen Preis hergestellt werden konnte, als die News noch ihren Lesern blauen Dunst mit der 50 Cents Gas . Ordi. nanz, welche ein so jämmerliche Ende nahm, vormachte. Wir ertrugen damals den Tadel, den Jeder erhält, der einen schö nen aber eitlen Traum zerstört, ge duldig. weil wir sicher waren, daß Wahrheit überZTrug siegen würde. Der Telegraph- schrieb am 7. Ja nuar d. I. über die 50C:ntS.GaS. Ordlnanz wie folgt: .Der Vorhang ist über den ersten Akt der Poffe Fuel GaS" von Holtz. man, mit Musik von Stadtrath", Kapellmeisters The News", Ort der Handlung: no rnean city", in die Höhe gegangen, wird aber wohl noch vor Schluß der Aufführung unter dem Gezische des genarrten Publikums, welches sich verleiten ließ, die Novitätzu besuchen, fallen. Der Gang der Handlung allein genügte, um das Publikum über die Er bärmlichkeit des sinnlosen Machwerks aufzuklären; er ist in Kürze folgender: Eine sensationssüchtige Zeitung sucht durch AnschwSrzung verschiedener lei tenden Industrien und öffentlicher An lagen, wie Brauereien, Wasserwerke :c, gewisse Vorurtheile, die ja stets im Publikum gegen erfolgreiche Corpcra tionen bestehen, auszunutzen, um billige Reclame zu erhalten. Bald schimpft sie über'S Wasser, weil eS nicht gekocht ist: dann wieder Über'S Bier, weil das Wasser darin doch gekocht ist. Sie faselt von Epidemien, die nicht exiftiren und veranlaßt die städtischen Behörden, welche daS alarmirte Publi !um beruhigen wollen, Tausende sür Experten, Untersuchungen, Analysen etc. zu verschleudern, mit dem vernich tenden Ergebniß, daß das Waffer als zuträglich erklärt un unser Bier preis gekrönt ird. Um die Scharte auszuwetzen der spricht die Schwätzerin der Bevölke. rung, ihr billiges KohgaS zu verschaf fen. Nicht etwa, indem sie selbst ihr koscheres Geld investirt, sondern durch Drangsalirung einer GaSgefellschast die sich der Stadt gegenüber verpflichtet hat Leuchtgas, und nur solches, ' zu einem gewissen Preise zu fabriclren. Sie weiß die städtische Obrigkeit zu verleiten ihr Plänchen zu indosftren und der Stadtrath nimmt eine Ordi nanz an, daß KochgaS für 60c per 1000 zu liefern fei. D'er Schluß ist ebenso fade wie der Anfang, das Publikum ist in seiner Hoffnung 50 Cents Gas zu erlangen, gründlich getäuscht und die Steuerzah ler bezahlen die Aufführungskosten. Der Kapellmeister wird aber seinen Dirigentenftab hinlegen und die Ande ren die Suppe auslöffeln lassen. ES ist kaum möglich, die 50 Cents EaZAgitation ernst zu nehmen. Ob wohl gerade wir billiges KochgaS sehn lichst herbeiwünschen, sehen wir ein, daß der eingetretene Weg nur dazu ange than ist, jede Hoffnung darauf im Keime zu ersticken. Kein Geschäfts, mann kann in diesem Lande gezwun gen werden, einen Artikel zu einem Preise zu sabriztren, der ihm nicht be hagt. ES gehören eben zwei Leute dazu.

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Die Kilties im Zairbank park. Der berühmten ttilties Kapelle wird von den vielen Besuchern deS Fairban! ParlS großer Enthusiasmus entgegengebracht. Die Mitglieder der Kapelle, 40 an der Zahl, alle von schottischer Abstammung und gekleidet in ihrer schottischen Nationaltracht, gaben an den beiden ersten Abenden dieser Woche sehr interessante Programme zum Besten. Die Clan Johnstone Gruppe führte einen lebhaften schottischen Tanz mit größter Taktmüßigkeit auf und erntete lebhasten Beifall; nicht minder daS Dudelsack'Solo von Major AlbertZJohnstone und die Musik von Wilhelm Tell von Rossini. CineS der schönsten Stücke des Abends war Die Zauberflöte- von Mozart. Das Publikum hatte genußreiche Abende im Fairbank und werden die KieltiZ sich auch weiterhin zweifellos als bedeutende Zuglrast erweisen.

um einen Handel abzuschließen. Wenn der Stadtkith der GaS-Gesellschast er klärt hätte, daß man ihr einen Freibrief zur Herstellung von Koch'GaS gewüh' ren würde, wenn sie einen annehmba ren Preis dasür festsetzte, so hätte die städtische Verwaltung im Wege gütli cher Vereinbarung eS sicher vermocht, ein Entgegenkommen bei der GaS'Ge sellschaft zu sinden, und die B e v ö I k e r u n g v o n Indianapolis h ü t t e v i e l l e i ch t Koch. Gas für etwa 60 Cents per tau send Ku bikfuß erhalten kön nen. Nun muß abgewartet werden, bis der angebahnte Prozeß, der nur mit der gänzlichen Niederlage der Stadt enden kann, beendigt ist. Dann muß die 50 Cents Ordinanz umgestoßen werden und dann erst kann man entweder einer neuen Gesellschaft einen Freibrief zur Fabrikation von billigem KochgaS ge ben oder eine vernünftige Vereinba rung mit der GaSgefellschast treffen." So schrieb unsere Zeltung damals als der 50 Cents Gasschwindel florirte. Stadtanwalt Warrum verfaßte mit großem Fleiß die bezügliche Ordinanz, welche gleich nach der ersten richterlichen Prüfung vom Richter als unvernünf tig (unreasonadie) erklärt wurde. Jetzt ist die begründete Hoffnung vorhanden, daß unsere B!.'gerschaft das 60 Cents KochgaS erhält. Einem Consortkum soll die wichtige Gerecht same von der Stadt gegeben werden und zwar ohne jede Entschädigung. ES ist daher einfache Pflicht deS Stadtrathes, dahin zu trachten, daß die beziehungsweise Ordinanz, ehe sie rati sicirt wird, nach jeder Richtung hin ge prüft wird, damit sie nicht etwa das Schicksal der Warrum'schen 50 Cents GaZ.Ordinänz theilt. Da kommt wohl in erster Linie die Frage, ob die Klausel, daß nach Ab lauf von 25 Jahren die Stadt das Recht erwirbt, die Gasanlagen eigen thümlich zu übernehmen, vor dem Ge fetze bestehen kann oder nicht. Im Lichte der Baker'fchen Entscheidung betreffs der ähnlichen Klausel in der ConsumerS GaS Trust Ordinanz werden von vielen einsichtsvollen Leu. ten Zweifel laut, die auch berechtigt er scheinen. Wenn dieser Vortheil für die Stadt wegfüllt oder im geringsten zweifelhaft wird, fo sollten die Unternehmer, weil nach der sehr eingehenden Berechnung der News bei einem Preise von 60 Cents per 1000 die Herstellung von Heizgas einen erklecklichen Gewinn ab wirst, eine Freibrief Steuer bezahlen müssen. Sehr bedenklich erscheint ein Passus in der Ordinanz, der der proponirten Gesellschaft das Recht giebt, auch Leuchtgas durch ihre Röhren zu leiten, weil dies mit dem schon der In dlanapoliS GaS Co. verliehenen Frei briefe confllktirt und zu Ligitation füh ren kann, deren Kosten eventuell die Stadt bezahlen muß. Dieser Passuö ist in der Ordlnan derartig versteckt, daß er wohl von dem Comite übersehen wurde.

Aber da die Stadtbehörden genaue Controlle über die Herstellungskosten der neuen GaSgefellschast unter den Be. dingungen der Ordinanz erlangt, sollte der Stadt das Recht zustehen den Preis des Gase zu reguliren. Die Angelegenheit ist für die Bürger schaft von so großer Wichtigkeit, daß die Ordinanz von anerkannt fähigen Anwälten geprüft werden muß, ehe sie Gesetz wird. Die Bürgerschaft will billiges Gas, aber den reellen Artikel und kein Traumgas, wi.' es die 50 CentZ.Ordi nanz ihr vorgegaukelt hat. Die vielen Beschwerden, die über die mangelhafte Straßenreinigung ein lausen, sind leider zu wohl berechtigt. In den Wohnungsvierteln liegt Staub und Schmutz Zolldick, da sollte unbe dingt Wandel geschaffen werden. Die englische Flotte wird heute oder morgen in der Ostsee anlangen. Das Ereigniß ruft, obwohl anscheinend gänzlich harmlos, eine berechtigte Spannung in den Gemüthern wach. Ein Versehen, ja eine Rauferei zwi schen britischen und deutschen Seeleuten mag eine Krisis von hohem Ernste her beiführen. Aber John Bull wird sich jedenfalls hüten, in irgend einer Weise anzubändeln; denn der kuror teutonicu" könnte auch ihm, trotz seiner großen Flotte, derhängnißvoll werden. WCs Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho'S Longfellow-.

Gerüst gebrochen. 1 Mann todt, 7 verletzt. Buff al o,N. Y.,22. Aug. Ein etwa 40 Fuß hohes Gerüst an den .American Radiator WorkS" brach heute Nachmittag und 3 Arbeiter stürzten auf den Steinboden des ' Erdgeschosses. Einer der Leute starb nach wenigen Mi nuten; sein SZame ist Schuld von Cle veland. Verletzt wurden: George JoneS, Edward Warner, August Reinifton und Patrick Sheppy, sämmtlich von Cleveland, JameS T. Mattersch von Unionville, und Everett McMann von Buffalo. Schiffsnac)richten. New York: Kronprinz Wilhelm- von Bremen; Friedrich der Große nach Bremen. Antwerpen: Vaderland- von New York. Bremen: Kaiser Wilhelm II." von New York. Queenötown: Mercen" von Philadel phia. Liverpool: Lake' Erie" nach Quebec und Montreal. Genua: Romanic" nach Boston. C3 Die gröhte und Pas sendsteNuSwahl von Vchnitt blumen und Olumenstücken für alle freudigen und trau rigen Ereignisse. Wir find jederzeit gern bereit bei der Auswahl behülstich zu lehn Oertermann Oroö. Vo. 241 lff. Ave. Tel. 840.

C o o k Affaire noch im Un klaren. RufHville, 22. Aug. Aus den jetzt vom Coroner bekannt gegebenen Zeugenaussagen in der Cool Mordaffaire geht deutlich hervor, daß die Sachlage sehr unklar ist und hat dies im Publikum Anlaß zu mancherlei Be merkungen gegeben. Jetzt, wo die Zeugenaussagen wörtlich publizirt wer den, bekommt man von der ganzen Sache einen andern Eindruck. Nach des CoronerS Befund ist Cozk an Wun den gestorben, die ihm von unbekann ter Hand beigebracht wurden. Nach den Aussagen der Frau Bankert insultirte Cock.fie Abends um 7 Uhr und bedrohte die ganze Familie, worauf sie nach den unteren Räumlichkeiten der Wohnung lief, einen Revolver zu ho len; in der Zwischenzeit holte Cook sich ihres ManneS Rafirmeffer. Der Ehemann Bankert soll auf die Angabe der Frau, daß Cook sie insul tirt habe und sie ihn mit dem Revolver in der Hand zur Rechenschaft ziehen wolle, nur gesagt haben: Tddte ihn nicht." Die Frau will sich dann nach oben begeben und auf Cook loSgeschos sen haben; als ihr Mann, der ihr nach gekommen war, ihr den Revolver ab nahm, holte sie sich den andern Revol der und schoß noch einmal, worauf ihr Mann ihr auch diese Schußwaffe ab nahm. Sie weiß nicht, wie Cook zu der Schnittwunde kam. Auch der Ehemann Bankert, dessen Aussagen mit denen der Frau überein stimmen, will nicht wissen, wie Cook zu der Schnittwunde kam. Nach den Aussagen des 14jährigen Knaben, Ralph Bankert, liefen er und Willie Horr, als sie die Schüsse hörten, nach oben, sahen dort das Elternpaar und Cook, letzteren am Fußboden lie gend. die Mutter mit EtwaS" auf ihn losschlagend. Der Vater befahl ihm dann, den; Arzt telephonisch herbeizu rufen. Bei seiner Rückkehr fand er Cook, seinen Vater und Willie Horr im nördlichenZimmer, während vorher alle im südlichen Zimmer gewesen wa ren. Er bemerkte dann auch die Schnitt wunde in Cool'S Nacken. Die Dienftmagd Sady Sway sagte u. a. au, daß sie von nicht wußte, bis Willie Horr ihr sagte, daß Frau Bankert den Norman Cook erschossen. Sie ging dann in'S obere Stockwerk, wo sie im nördlichen Schlafzimmer, das Bankert'sche Ehepaar, Ralph und How ard Bankert und auf dem Fußboden Norman Cook sah; Bankert hatte einen Revolver in der Hand. Sie begab sich nach unten, um Was ser zu holen, und hörte inzwischen noch mehrere'.Schüsse. Als sie wieder nach oben kam, hatte Frau Bankert einen Revolver in der Hand, den ihr Mann ihr abnahm. Schon das erste Mal bemerkte sie die Schnittwunde in Cool's Nacken; als sie zum zweiten Male nach oben kam, sah sie Bankert das Rafirmeffer aufheben und in feine Tasche stecken. Frau Bankert bewahrte sich bis jetzt im Gefängnisse ihren guten Humor.

Ein vorläufiges Verhör ist auf den 1. September vor FrhdenZrichter W. T. Jackson angesetzt worden.

Ein neuer Baumwollrau peN'Vertilger entdeckt. Guthrie, Okla.,22. Aug. In der AckerbauVersuchSstation in Olla homa ist ein einheimisches Insekt, ein Feind der Baumwollraupe, entdeckt worden, welche den jungen Baumwoll pflanzen großen Schaden zufügt. Die seö Insekt ist eine kleine Fliege, welche der gewöhnlichen Hausfliege sehr ühn lich ist. Diese Fliege legt ihre Eier auf die Raupe und die ausgebrüteten La:, den bohren fich in den Körper derselben ein, ernähren fich von ihrem Zellengewebe und tödten fie schließlich. ES wird mitgetheilt, daß 90 Prozent der im Juni ausgebrüteten Raupen auf diese Weise getödtet wurden. Vater, Tochter und Sohn ertrunken. Jefferson, WiLc., 22. August. Frank Hall, seine 14 Jahre alte Tochter und sein 12 Jahre alter Sohn find gestern zwei Meilen von hier im Crawfisch River ertrunken. DaS Mädchen, welches fich im Flusse befand, war dem Ertrinken nahe und der Vater sprang in den Fluß, um dasselbe zu retten. C5 gelang ihm, sein Kind bis in die Nähe des Ufers zu bringen, jedoch verließen ihn die Kräfte und er versank. Daraus machte der Knabe einen Versuch Vater und Schwe fter zu retten und ertrank mit denselben. Sase-Lall. American Association. MinneapoliS, 22. Aug. MinneapoliS. ..04000343 14 LoulSville 0 00000001 1 Batterien Graham und Schmidt; Ferguson und Stooner. . Milwaukee, 22. Aug. Milwaukee. ...1 42 0 000 0 7 Columbuö 2 0100010 04 Batterien Doughertyund Beville; Dorner, Berger und Brown. N ational. Lig a. Philadelphia, 22. Aug. Philadelphia. ..34200000 9 Cincinnati ....0 2011000 26 Batterien Diggleby und Dooin; Walker, Chech und PhelS. Brooklyn, 22. Aug. Brooklyn 0 0 0 10 10 103 Chicago 1 2011001 6 Batterien Stricklett und Bergen; Wicker und Kling. Boston, 22. Aug. Boston 0 00 00000 0 0 St. Louiö....0 0 1 0000001 Batterien Willis und.Moran; Toylor und Grsdy. New York, 22. Aug. New York. . ...0 0100000 01 PittSburg ....00130010 05 Batterien AmeS und BreLnahan; Lynch und Gidson.

EineeingeHendeUntersuchung des Berliner Straßenstaubes wird gegenwärtig vorgenommen. Das Königliche Gesundheitsamt hat im Einvernehmen mit den städtischen BeHorden an mehreren Stellen Berlins Staubfänger in Höhe hon etwas über zwei Metern anbringen lassen. Diese Staubfänger find wenig über VJ hohe, runde Blechkästen, deren Deckel geöffnet bleibt und so den in der Luft schwebenden Straßenstaub aufnimmt. Der Bleckkasten wird nach einiger Zeit geschlossen und so zu dem Chemiker gebracht, der hierauf die Analyse des in dem Staubfänger befindlichen Staubes vornimmt. Insbesondere soll tte Untersuchung des Staubes das Ergebniß haben, ob und welche Krankheitserreger fich in diesem vorfinden und welches Quantum und welcher Art gesundheitsschädlicher Substanzen die Athmungsorgane gefährden. Gutparirt, möchteman einen kleinen Vorfall überschreiben, der fich vor einigen Tagen im Hotel Rothes Haus" in traßburg zutrug. Dort war ein russischer Oberst a. D. abgestiegen, der seine Mahlzeiten in einer Fensternische des nach dem KleberPlatz zu gelegenen schönen Empiresalons einzunehmen pflegte. Ebenda marschirte eine Abtheilung des 105er Regiments, die wohl nicht gerade dem rechten Flügel desselben entnommen war, vorbei, in welchem Augenblick der Oberst mit lautem Lachen fich zur Frage verstieg: "Sind das die unsagbaren, martialischen deutschen Soldaten, diese Pikkolos?", worauf der Wirth ihm mit verbindlicher Ironie zurückgab: Macht nichts, Herr Oberst, die Japaner sind auch klein!" Das Eßbesteck entglitt den Händen des Obersten, er erhob sich mit der Elisti-

zrtat emes Äorturners: Oberkellner meine Rechnung!" er zahlte und verschwand. Ein seltener Vorfall soll fich unlängst in einem Nheinstädtchen zugetragen haben. Doit war ein Eisenbahnbeamter gestorben; da er ein alter Krieger war, wünschten die Angehörigen ein feierliches militärisches Begräbniß. Nun war man aber gezwungen gewesen, die Leiche wegen der großen Hitze schon vorher im Leichenhause auf dem Kirchhofe unterzubringen; ein Leichenzug durch die Straßen des Städtchens war daher nicht möglich. Man verfiel deshalb auf den Ausweg, eine Leiche" zu markiren. Es wurde ein zweiter Sarg beschasst, der alsdann unter Begleitung eines Kriegervereins mit der Fahne, zahlreicher Leidtragender und eines Prie-. sters leer zum Kirchhofe gebracht wurde, wo der nothwendige Austausch und die richtige" Beerdigung stattfanden. Die Verwandten des Todten sollen von ' dem Erfolge ihres Vorgehens sehr befriedigt, das Gefolge jedoch nachher einigermaßen enttäuscht gewesen sein. In dem Seebad Lubmin an dr pommerschen Küste stürzte während der Hauptbadezeit die Damenbadeanstalt zusammen.- Bei ganz stillem Wetter senkte sich plötzlich das ohne jede Schutzvorkehrung auf der See aufgebaute Badehaus, durch den Sturm der letzten Tage in seinen Grundfesten erschüttert, ins Wasser. Glücklicherweise fielen die Zellen rücklings um, so daß der Zugang zu ihnen ermöglicht wurde und die in ihnen befindlichen Damen schnell gerettet werden konnten. So kamen die zahlreichen Insassen mit dem Schreck und dem Verlust ihrer Sachen davon. Unter den beinahe ausschließlich aus B:rlinern bestehenden Badegästen, die fich in Ungewißheit um das Schicksal ihrer Angehörigen zu Hunderten am Strande ansammelten, entstand eine Panik, die fich erst, nachdem die sämmtlichen Badenden ans Land gebracht worden waren, legte. Es ist übrigens, wie der Meldung hinzugefügt wird, das dritte Mal, daß die Badeanstalt zusammenstürzte. Die Reise der British Association nach Südafrika hat zum Entstehen einer besonderen Briefmarke Anlaß gegeben. Sie wird von der British South Africa Company, der Verwalterin von Rhodefia, herausgegeben und stellt die Victoria-Fälle des Zambefi dar. Die South Africa Co. will durch den Verkauf der Marke zum Theil die Unkosten decken, die ihr die Reise der British Association verursacht. Die Reise von England nach Südafrika ist theuer, trotz der Preisermäßigungen, welche die Dampferlinie gewährt, und trotz der Freipässe der afrikanischen Bahnen. Die British Association hat keine auswärtigen Mitglieder, hat aber zahlreiche Gelehrte aus dem Auslande als Gäste eingeladen, und diesen wird ein Theil der Reisekosten ersetzt, zu welchem Zwecke die südafrikanischen Colonien rund 125.000 Mark beisteuern. Die Reise geht von Johannesburg nach Bulawayo in Rhodefia, und von dort aus wird ein Ausflug nach den Victo-ria-Fällen unternommen, etwa am 12. Sevtember. Aus Anlaß dieses Besuch'es weilt bereits G. W. Lamplugh, , vom geologischen Vermessungsbureau,' an Ort und Stelle, um die Fälle genau zu studiren und dann einen Vortrag über diese zu halten. Zwei Tage find für ihre Besichtigung und die ihrer Umgebung bestimmt. Dann wird die Gesellschaft fich' theilen und theils von Kapstadt, theils von Beira. aus die Seimreise antreten.