Indiana Tribüne, Volume 28, Number 308, Indianapolis, Marion County, 19 August 1905 — Page 5

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Die Vesrclttng. , . Von Walter Turs;ins!y. '.' . . Und so fügen Sie sich ergeben 'n das Geschick. Ihm, dem Todten, ist wohl. Denken Sie an ihn inmitien Ihres tiefen Schmerzes als an ein leuchtendes Vorbild männlicher TuLenden. Dann wird die Zeit, die alles heilende, auch Ihre Wunden deruarben lassen." Die sonore Stimme verklang, während bei all' den in dem geräumigen Zimmer Herumstehenden und Herumsitzenden die Taschentücher Arbeit bekamen. Der Prediger aber neigte sich leicht, fest mit beiden Händen die ihre fassend, gegen Frieda Wellmann, die, schwarz gekleidet, in der Mitte des Zimmers auf dem dunkelsammtenen Paneelsopha saß. Ueber ihren blonden Kopf ging die dünnen Gazestores an den Fenstern als Durchgang benutzend ein kleiner Sonnenstrahl. Und sie erhob, dankend, nur ein wenig die schlanke Figur von ihrem Sitz. Dann warf der große Mann" mit einem kurzen Kopfruck die grauen Locken zurück, ergriff mit den schwarz behandschuhten Händen den Cylinder, ließ seine runden Augen über die finstere Versammlung fliegen.verbeugte sichnoch einmal, während Doktor Otto Wellmann, der jüngste Bruder des Todten, ihm das Geleit gab. Man hörte die Worte seiner rauhen Bierbaßstimme: Wir dürfen doch hoffen, Herr Doktor, beim Begrabniß . . Ueber dem Zimmer lag ein schwü.ler, staubschwerer Dunst. Sobald die Thüren zum Saal geöffnet wurden, der dem Empfangsraume benachbart '''lag, sah man das gelblich-düstere Flackern der Kerzen, die in schweren, silbernen Stehleüchtern zu Häupten und zu Füßen des Ausbaues brannten, der die, Leiche trug. Die Saalthür knarrte beständig. Wenn neue Besucher vom Wohnungsflur her in das Empfangszimmer kamen, wo die nächsten . Verwandten sich um die Wittwe schaarten. hielten sie sich dort zunächst nur so lange auf, um ihr mit beiden Händen wüthend die Rechte zu schütteln oder ihr einen Kuß auf die Wangen zu pressen. Dann schlichen sie sich leise, auf Zehenspitzen, als könnte der Todte ihre Schritte hören, in das Nachbarzimmer, sahen der Leiche zwei Sekunden lang kopfschüt telnd in das bartlose, scharf prosilirte Antlitz, dem die Hand des Todes zwei dicke Linien zu beiden Seiten des Mundes eingegraben hatte, und kamen zurllckgeschlichen, das Tuch gegen die Augen gedrückt, wie Pagoden mit dem Kopfe wackelnd. So stellten sie sich zu einer der Gruppen, die sich sitzend, stehend in großem Kreise um das Sopha geordnet hatten, flüstände Conversation trieben und ab und an einen Deputirten zu dem Platze der Wittwe hi('ibersandten. ...Jetzt kam Onkel Leopold Wellmann, verlegen an dem graumelirten Spitzbvrt drehend, das Taschentuch in der Linken. Der schwarze, seidengefütterte Rock fiel tadellos über die Rundung seines gewölbten Bäuchleins.'.' Unter den blanken Kneifergläsern hervor spähten unruhig die fchmalgeschnittenen schwarzen Augen. Ganz langsam setzte er sich auf den Puff, der zur Seite des Sophas stand, und warf die Blicke nach oben, wo Über dem dichtbesetzten Paneel zwischen breiter Ebenholzrahmung das Bild des Todten hing. Dann ließ er das Haupt sinken und brummelte: Enffetzlich" . . . und noch einmal, etwas leiser Entsetzlich... leider aber ... na. Friedchen, du entsckuldiast woll... waS soll man ma-

chen... dringende Abhaltung., muß jetzt auf de Börse... na morgen seh'n wir wieder nach... schrecklich!" Noch einer jener Händedrücke, wie sie Frieda heute schon zu Dutzenden gespürt hatte, und hastig ausschreitend verschwand die kleine, schwarze, runde Gestalt in der Menge. Auf dem Puff saß nun Tante Marie, üppig, vollbusig, mit riesigem Rembrandt, den ein paar breite, schwarze Federn kränzten, die Pelzstola über der straff die volle Büste umspannenden, schwarzen Seidenbluse weit geöffnet. Ihre Augen hatten einen feuchten Schimmer, und die Ränder .waren von der häufigen Benutzung des Taschentuchs feuerroth gerieben. Ja, ja, Friedchen... so geht's!" Der Rembrandt kam dem feinen, blassen Gesichtchen Friedas immer näher. Was hast du bloß verloren. o'n Mann . . . Aber weißte: so' Schmerz, so'n tiefes Leid sollte man doch ehren... Ich muß aufrichtig sagen, Leopold Wellmann versteh' ich nich. Unfaßbar is er mir. Wer soll sich denn um dich kümmern, wenn ' nich der? Kaum 'ne Viertelstunde war er hier. Der älteste Vruder! -Wenn er damit seine zukünftige Stellung zu dir fiziren will, das wäre ja 'n edler Zug . . Der spitze Sopran der Tante ward immer höher und schriller. Frieda zuckte die Ach sein, sah vor sich hin und sagte leise: Daran denk' ich noch gar nicht. Das kommt ja soviel später." Jetzt trat auch Onkel Martin Kronthal an die Seite seiner Gattin. Die runde Glatze war fett und blank. Der Kneifer schwankte auf der hügeligen Nase, und die Hand glättete mechanisch den eisgrauen, viereckig geschnittenen Vollbart. Tante Marie drehte den runden Kopf mit den perlengroßen Brillanten in den Ohren so scharf zu ihrem Manne zurück, daß die Stäbe des Mieders kragten: Was sauste denn

zu Leopold r Herr Lronlyal zucrir die Achseln: Rüde, rücksichtslos, wie immer. Solange Heinrich gelebt hat, hat er sich an ihm satt schmarotzt; zetzt rückt er aus. Ja, Frieda, du wirst doch aber bald mit ihm reden müssen? Bon wem soll's denn kommen, wenn nich von ihm? Er is Junggeselle; hat keinen Anhang" . . . Frau Marie verzog ein wenig den Mund... na ja, also wenigstens keinen, dem er zu geben verpflichtet ist. Die Familie geht doch vor, nich wahr?" Frau Marie Kronthal ließ in ihrem hohen Sopran plötzlich eine weinerliche Nuance auftauchen: Leider ist es ja immer so: wer c.eben möchte, um alles in der Welt gern geben möchte, dem is ein Siegel vor die Kasse geklebt Max studirt, Hulda soll doch auch 'n guten Mann kriegen . . . Wir haben so viel auf uns! Wir haben so sehr unser Päckchen zu tragen. An die Brüder meines Mannes müssen wir ja auch geben." Die Hände in den Taschen, gesenkten Hauptes, schlenderte jetzt Dr. Otto Wellmann zu der Gruppe. Der breitschultrige Hüne mit dem feuerrothen Mensurschmiß, der, an der Schläfe einsetzend, bis zur Nasenwurzel reichte und die linke Wange in zwei Hälften schnitt, überragte die andern mit Haupteslänge. Er hatte die letzten Worte Tante Maries gehört und nickte: Kinder, das Andenken des Todten soll man ehren. Er war ja 'n Prachtkerl. 'Ne Seele! Na, offen gestanden, Frieda, ich wundere mich 'n bißken,- daß du -so starr bist . . . so . . . so, wie erstorben. Na, aber das is ja gleichgültig. Ich muß trotz alledem sagen: 'n guter Wirth is Heinrich nich jewesen. Kinder, was is in dem Hause verdient worden! Und was is jetzt da? Nichts, außer dem bißchen Mobiliar. Nich mal 'ne Lebensversicherung. Immer aus der Hand in den Mund, das war so Heinrichs Praxis. Und jetzt natürlich das Ende mit Schrecken." Frieda richtete sich straff empor, zum ersten Male: Wenn deine Vorwürfe auch an meine Adresse gehen sollen, so würde ich dir rathen, dir alle die unpassenden Redensarten zu sparen. Du weißt, ich habe auf Heinrich niemals Einfluß gehabt. Er that, was er wollte, nicht, was ich wollte. Und was nun geschehen wird, ist ja einzig und allein meine Sache." Dr. Otto warf ihr einen wüthenden Blick zu, sagte: Ganz, wie's dir beliebt", und ging. Auch Kronthals erhoben sich sofort und verabschiedeten sich mit fsrmeller Kälte. Kurz vor der Thür trafen sie mit Tante Auguste Meiringer zusammen, die jetzt schnurstracks auf den Condolationspuff lossteuerte. Tante Marie hatte noch Zeit, den Verwandten einen Tip zu geben: Sieh dir bloß mal Frieda an. Glaubst du, sie hat schon eine Thräne vergossen?" Dann aber zog sie ihr Gatte, dem die Sache schon zu lange gedauert hatte, schnell mit sich fort, während Frau Meiringer, das Schnupftuch bereit machend, mit geknicktem Oberkörper langsam auf ihre Nichte losschlich. Eine Weile saß sie stumm neben dem Sopha. Unter dem Capottehut mit dem hochgeftreiften, schwarzenSchleier war das dürre, gelbliche Antlitz in melancholische Falten geschlagen. Und die schmalen Lippen kräuselten sich, wenn ein tiefer Seufzer mit wehem Mollton die Stille des immer leerer werdenden Zimmers durchbrach. Dann aber flüsterte Tante Auguste sehr weinerlich und sehr leise: Friedeken, was ich sagen wollte . . . duljast doch gewiß so wundervolle Sacken von Heinrich: Anzüge, Stiefel. Wäsche..; Wenn ich davon etwas für Hugo haben könnte. Wir brauchend so nöthig . . Sie sah scharf blinzelnd in Friedas Gesicht, während diese, tief Athem holend, ihr stumm zunickte... Frieda war nun allein. Ganz mechanisch war sie auf ihrem Platze, an den sie durch Stunden gefesselt gewesen, sitzen geblieben. Dann aber waren ihre wie erloschenen, hellen Augen wieder lebendig geworden, hatten den jetzt ganz vom Mittagslicht erfüllten Raum des Zimmers spähend gemustcrt und niemanden der schwarzen, düsteren Besucher mehr entdeckt. Mit einem tiefen Athemzuge begrüßte Frieda die Wonne dieses Alleinseins. Langsam erhob sie sich und ging zum Fenster. Das dünne. Gewebe der Vorhänge wehte zurück, der Riegel klirrte, und der frisch und ungestüm hineindrängende Frühlingswind nistete sich in den schweren Sammetportieren ein und ließ sie unmittelbar in der Nähe des Todes munter flattern. So stand die junge, schlanke Gestalt in dem lang dahinfließenden schwarzen Seidenkleide mitten zwischen Sonne, Licht und Wind, und all' die freundliche Helligkeit, die voll auf sie einströmende Luft, zerstört5n langsam jene Mauer, welche der Kreis der sinsteren Gestalten fest um sie geschlossen hatte. Sie fühlte sich frei, frei und ruhig. Die Empfindung, die sie in der Nähe des ihr bisher unbekannten und als etwas Neues, Starkes sie vollends überwältigenden Todes zunächst völlig gelähmt hatte, wich nun langsam. Sie hatte den Muth, sich zu gestehen, daß jener Mann da drinnen auf dem weißen Bahrtuch von ihrem inneren Selbst niemals auch nur den kleinsten Theil eingenommen hatte: daß er der Genosse ihrer zeitweiligen Wohnung, nie der Gefährte ihrer Seele, ihrer Hoffnungen und Wünsche gewesen war. Und wenn sich jetzt die Verwandten mit ihrer Theilnahme,

die eigentlich nur der Vorhang tot den selbstsüchtigsten Motiven war, an sie drängten sie ließ sich das ruhig gefallen, als eine Sühne für die Zeit der tiefsten Erniedrigung. Mochten sie ihr alles nehmen, was von dem persönlichen Eigenthum des Todten ihr geblieben war. Ja, sie war zum ersten Male in ihrem Leben, jenem Manne da drinnen dankbar und rechnete ihm seine Vorliebe sür weit über seine Verhältnisse hinausgehende, repräsentative Lebensführung hoch an. Auf diese Weise brauchte sie doch jetzt nicht von dem zu leben, was er ihr hinterlassen hatte. Auf diese Weise mußte man ihr alles nehmen, was er in den ersten Ehejahren verschwenderisch, und mit ihr als dem schönsten Möbelstück protzend, um sie gehäuft hatte. Nur fort mit dem allen! Nicht der kleinste Rest dieses unrechten Gutes durfte zurückbleiben. Sie war jung, kräftig und klug, auf dem ganz kleinen pekuniären Fundament, das sie einst in diese nach außen hin so glänzende Ehe getragen hatte, würde sie sich freudig und gern ein neues Lebensgerllst' zimmern.. Wenn es auch Schweiß kosten würde. Heinrich Wellmann hatte sie genom men, wie man eben so die jungen Mädchen nimmt, wenn sie ein paar Winter durchtanzt und durch öfteren Theaterbesuch, seichte Tischgespräche und oberslächliche Schulbildung die Reife für die Ehe erlangt haben. Man war ihr zu Hause nicht mit einer Frage, sondern mit einer vollendeten Thatsache gekommen; und sie war in jene Ehe mit dem um zwanzig Jahre älteren Manne gegangen wie in einen Ballsaal: leichtfüßig, überzeugt, daß der liebenswürdige, grauköpfige Cavalier sie wie einen Prunkgegenstand hüten und hegen würde. Das hatte er ja auch gethan, durch zwei volle Jahre wenigstens. Da hatte er sie in das Bad eines schimmernden Wohllebens getaucht, sie geblendet mit einem Rausch von Festen, durch die sie an seiner Seite als seine Frau" aufrecht und stolz geschritten war. Freilich, schon' damals nie ohne leise Ernüchterung, wenn der Aschermittwoch nach jedem dieser bunten Carnevalsabende den galanten, zuvorkommenden Gatten zum nörgeligen, müden,' kranken Kerkermeister wandelte. Er hatte einigermaßen verständig zu spekuliren geglaubt: die Pflegerin, die er für seine müden Tage brauchte, würde sicher eifriger an ihr Werk gehen, wenn er sie .an den Freuden, jener Nächte, wie sie das unentbehrliche Stimulans seines Lebens bildeten,' theilnehmen ließe. Und als Frieda ihm dann anbot, gern aus zede Freude zu verzichten, wenn er sie nur aus der Fessel dieser sklavischen Abhängigkeit entließe, die tausend persönliche Dienste, nur Rücksichten, Handreichungen, Aufmerksamke!ten forderte, - da hatte er sie undankbar, herzlos gescholten. Nicht daran gedacht, 'daß dieses junge Ding, das früher vom Leben kaum die leichtesten, grauen Schatten gekannt hatte, jetzt eine Stütze ober eine Seele suchte, nicht nur ein Dasein,-das sie zwischen der Rolle einer Gesellschaftspuppe und dem düsteren Beruf einer Krankenpflegerin hin und herpendeln ließ. Frieda Wellmann stand im Fensterrahmen, und die volle Mittagssonne streichelte ihr goldfarbenes Haar. Sie dachte an die letzten sieben Jahre ihrer Ehe, als Heinrich nun auch von materiellen Sorgen bedrängt die Reste der Rücksicht abgestreift und sie ganz zur Dienstmagd seiner Bedürfnisse und Launen degradirt hatte. Stundenlang mußte sie an seinem Bette hocken, wenn die gichtischen Schmerzen kamen, die ihm die Nachtruhe raubten, und deren Samen tolle Jugedjah?e ihm eingepflanzt hatten. Sie mußte mit auf jene kostspieligen Reisen, die jeden größeren, schnell errungenen Verdienst seiner gesunderen Tage denn er verstand sein Börsengeschäft aus dem ff bis zum Rest verzehrten. Und wie an einer eisernen Kette hielt er sie vom Polster seines Krankenstuhls aus. Ihre Dienste hätte ihm jeder bezahlte Domestik ersetzen können. Aber er war neidisch, daß die strahlende Jugend, die er durch glänzendes Auftreten schlau an sich gefesselt hatte, es besser haben sollte als er selbst. Frieda trat vom Fenster zurück. Das alles war jetzt aus. Zu Ende war die Zeit der Heuchelei, die um Vorwürfe zu vermeiden das Martyrium stumm und passiv ertragen hatte. Keine Thräne sollte auf ihr Antlitz kommen um jenen fremden Mann, der ihr zehn Lebensjahre gestöhlen und' ihr nichts als die ekle Versorgung- dafür gegeben hatte. Sie war jetzt frei, und sie wollte es zeigen. Arbeiten, bis das Blut unter den Nägeln hervorkam: gern. Aber allein, sür sich oder ' für' einen Menschen, der ihr etwas gelten konnte. Welch' Glück, daß man ihr dieses Alleinsein gönnen wollte; daß die Verwandten verstohlen, aber sehr geschickt retirirten. Sie würde ihr Unterkommen finden. Die Zeit der Befreiung war da: die Zeit des, seligen, ruhigen Alleinseins. Und einen freien Blick zu dem schwarz umrahmten Bilde des Todten an der Zimmerwand emporrichtend,, ging Frieda Wellmann aus dem Zimmer, aber nicht dorthin, wo der Todte, von Licht umglänzt, auf seinem, weißen Lager lag...

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,Ty-rtt , , i 4. ! lT Inland &4!iiix. W $ h y..T Müssen berappen. Der Comptroller of the Currency hat verfügt, daß die Aktionäre der 1. Nationalbank in Barberton, ., welche ihre Zahlungen einstellte, mit $100 für jede Aktie die Schulden zu decken haben. Zahlreiche Familie. Die kleine holländische Niederlassung Little Chute unweit Appleton. Wis., erhebt Anspruch darauf, die zahlreichste Familie in Wisconsin zu besitzen. Herr und Frau Anton Verkuilen sind die Eltern von 27 Kindern, von welchen 24 am Leben sind. Der Vater ist 54 Jahre alt, seine Frau 55. Die meisten Kinder sind daheim und alle gesund und kräftig. .Sturmes Wüthen. Wa rend eines Sturmes wurden in Beßmay, La., zwei farbige Knaben getödtet und 20 weitere Personen verletzt. Beßmay ist mitten in Fichtenwaldungen gelegen, und das Unglück erfolgte durch das Umreißen mehrerer Baume durch den Sturm, wodurch die Häuser niedergeworfen wurden. Die Tele-graph-un Telephon-Verbindung mit dem Orte war unterbrochen. ZugstürztindenFluß. Ein nach Osten fahrender Frachtzug der Northern Pacific-Bahn verunglückte jüngst zwischen Myers und Big Horn, östlich von Billings, Mont. Als der Zug über eine eiserne Brücke fuhr, welche über den Big Horn River führt, gab die ganze Brücke in Folge einer früheren Ueberschwemmung nach und stürzte mit dem Zuge in den Fluß. Die vier Zugbediensteten kamen hierbei um's Leben, und der Zug, einschließlich der Lokomotive, wurde total zertrümmert. Leichenwagen gestohlen. Daß ein Leichenwagen gestohlen wurde, ist auch noch nicht oft vorgekommen, aber es ist thatsächlich in der Nähe von Le Sueur Center, Minn., geschehen Der Leihstallbesitzer Harnon wurde per Telephon benachrichtigt, mit dem Leichenwagen auf eine angegebene Farm zu kommen, und fuhr selbst hinaus. Einige Zeit später fand man ihn bewußtlos am Wege liegen, er war arg zerschlagen und beraubt worden, Pferde und Leichenwagen waren verschwunden. Eine von einem Sheriff angeführte Posse nahm die Verfolgung der Leichenwagenräuber auf und schon nach wenigen Stunden befanden sich d! Banditen hinter Schloß und Niegel. Von einer Ratte gebissen. Im Schlafe wurde ein sieben Iah altes Mädchen Namens Regina Moeller in Parkville, N. I., von einer riesigen Ratte angefallen und in die Zee gebissen. Die Kleine schlief in eintm Zimmer unterm Dach, während die Eltern in dem Stockwerk darunter ihre Schlafzimmer haben. Es war gegen Morgen, als die Eltern durch gellende Schreie ihres Töchterchens geweckt wurden., Sie eilten hinauf und der Vater zündete das Gas an. Beim Scheine desselben sah er, eine große Ratte, die sich in einer Zehe des Kindes festgebissen hatte. Trotz des Schreiens des Mädchens und, seiner Bemühungen. das Thier abzuschütteln, hatte die Ratte nicht losgelassen. Erst als das Gas aufflammte, ließ das Thier los und sprang zu einem offen stehenden Fenster hinaus. Zieht Gattin einer halben Millionvor. Der Kaufmann Karl F. Miller in Pittsburg, Pa., hat den Beweis geliefert, daß ihm seine Gattin lieber ist als eine halbe Million. Eine gewisse Anna M. Gunning, welche jüngst das Zeitliche segnete, hat ein Testament hinterlassen, in welchem sie Miller, ihrem Jugendgeliebten, den größten Theil ihres Vermögens. etwa $500,000, unter der Bedingung vermachte, daß er sich von seiner Frau scheiden läßt, ihr aber unter keinen Umständen etwas von dem ererbten Vermögen abgibt. Wie es scheint, konnte die Verstorbene es nicht vergessen, daß Miller einer Anderen den Vorzug gab, an welcher sie in der angegebenen Weise Rache zu üben gedachte. Als Miller mit den Bedingungen des Testaments bekannt gemacht wurde, erklärte er, daß er mit seiner Frau vollkommen glücklich lebe, und es ihm nicht im Traume einsalle, sich von ihr scheiden zu lassen. Niesiger Oelbrand. Die RoHöl-Reservoirs der Texas Kompagnie in Humble, Tex.. fielen kürzlich den Flammen zum Raube. Die Feuersbrunst wurde durch einen Blitzstrahl hervorgerufen, der in das 233,000 Faß .enthaltende Haupt-Reservoir einschlug. Sobald die emporschlagenden Flammen bemerkbar wurden, sandte man eiligst 200 Arbeiter mit 75 Maulthieren dahin, um rings um das Reservoir herum Erdwälle aufzuwerfen, um das Feuer solcherart von den übrigen Reservoirs abzuhalten. Aber Plötzlich wallte die enorme brennende Fläche auf, warf Blasen, und eine Masse der brennenden Flüssigkeit wurde weit weggeschleudert, wodurch das Feuer sich weiteren drei Reservoirs mittheilte. Die Männer mit den ..Maulthieren wurden von den brennenden Fluthen ereilt, und zehn farbige Arbeiter fanden in den Flammen ihren Tod. Der durch die Feuersbrunst angerichtete Schaden wird auf 5876.000 geschätzt; 2,600,000 Faß Oel sind durch das Feuer zerstört worden.

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