Indiana Tribüne, Volume 28, Number 308, Indianapolis, Marion County, 19 August 1905 — Page 4

Jndtana Tribüne, 19. Slgust 1005.

Indiana Tribüne. Hnaulgegtdenvon der uteXg Indianapolis, Ind. garry O. Thudinm Präsident. OeschäftSlocalz Slo. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269.

Entcred at the Poit Office oi Iadianapeli sccond clats matter. Zum Göbel-Fall Wohin eö führt, daß die Verwaltung von höheren Lehr.Jnftituten, die durch Schenkungen reicher Philantropen ins Leben gerufen wurden nicht unter völlig uneigennützige' Kontrolle gestellt wer. den, zeigt die Unverfrorenheit, mit wel cher Dr. Jordan, der Leiter der Leland Stanford Universität einem verdienst vollen und bewährten gelehrten den Stuhl vor die Thüre setzte um seine Stelle einem Günstling, der weder Ruf noch Gelehrsamkeit befitzt, zu geben. In dem Goebel.Fall ist das Deutsch. Amerikanerthum besonders interesfirt, obwohl auch,die Entlassung von 5 anderen gediegenen Wissenschaftlern, die sämmtlich Fachgelehrte von hohem Ruf warm, und deren Lehrstühle von Dr. Jordan an zumeist unfähige linst linge vergeben wurden, schweren Tadels verdient.' Die so reich, von der Stanford Fa mitte bedachte Universität, welche unter ehrlicher und fähiger Leitung eines der herrlichsten Lehrinstitute des Landes hätte fein können, wird nun dadurch, daß sie ganz in den Dienst von Privat zwecken gestellt wird, nicht nur bei der Gelehrtenwelt, sondern unter der auf" strebenden Jugend in Verruf gebracht. Die ganze Nichtswürdigkeit des Jordanschen Verfahren? wird durch den folgenden an die Verwaltungsbehörde der Stanford Universität durch einen früheren Studenten Herrn Martin Singer, der von der Universität promovirte dloßgestellt. Herr Singer schreibt: Petaruma, 10. Aug. 1805 An die Verwaltungsbehörde der Le land Standford jr. Universität. Geehrte Herren! Ich habe soeben erfahren, daß Sie Professor Grisfin zum Vor sicher der deutschen Abtheilung, dem bisher von Professor Goebel innegehab ten Posten, ernannt haben. Denjeni gen von uns, welche die deutsche Ab theilung an der Stanford Universität kennen, ist dies eine Erklärung des Falles Goebel'S. Wir haben endlich dadurch einMotiv für Prof. Goebel'S Entlassung entdeckt. Die dafür bisher angegebenen Gründe waren, wie Sie und wir wissen, fadenscheinig und un genügend. Dr. Joldan wollte seinen Freund Professor Griffin im Range er Höhen. Um Platz für ihn zu machen, stellte er das Anerbieten, daß Sie Prof. Goebe! eine große Summe zahlen soll ten, damit er resigniere. Professor Goebel wies diese Offerte zurück und stellte sie alö Bestechung hin. Dann entließ ihn Dr. Jordan. Sie waren damit zufrieden und zahlten Professor Goebel eine liberale Summe aus. Sie ernannten dann.Professor Grisfin für den vakantenPoften. Haben Sie aber irgend welche Erkundigungen eingezo gen, ob Prof. Griffin fähig ist, den Posten zu bekleiden, oder ist Dr. Jor dan'S Worj auch Metz für die Ver. waltungSbehörde, wie für die Profef soren der Universität ? Professor Grisfin hat nie auf irgend einer Hochschule oder Universität pro movirt. Er war Jnstructor" im Deutschen, als er nach der Stanford Universität kam und hat dort dreizehn Jahre die Arbeit eines JnftructorZ gethan, obwohl ihn Dr. Jordan schon vor vielen Jahren zum Range eines Prusessorg beförderte. Mit anderen Worten: Professor Grlffin hat während seiner ganzen UnlverfitätSKarriere die selbe Arbeit gethan, die wir in Sekun därfchuleu thun und ist vielleicht dazu recht geeignet, obwohl er nicht deutsch spricht und in der Regel Jemand dingt, umblt Arbeiten seiner Klassen zu korri giren. Sie haben ihn nun aus einen Posten gestellt, auf dem von ihm er wartet wird, drei Jahre Post Gra duate" Unterricht zu geben, und er hat nie selbst solchenzUnterricht genommen. Von ihm wird erwartet, daß er alt hochdeutsche, all angelsächsische, alt gothische undZvergleichende Grammatik lehrt, und er weiß nichts von diesen altdeutschen Dialekten. Er soll nach den in seiner Abtheilung geleisteten Arbeiten sagen, wer zu dem Titel Ph. D." (Dr. der Philologie) berechtigt ist, wahrend eröselbft nicht einmal den Grad A. B. oder einen ähnlichen Rang erlangt hat.

Die Stanford.Universitüt muß sich wahrlich in den Augen der Gelehrten' Welt lächerlich machen, wenn Dr. Jor dan'S Verfahren noch länger tolerirt wird. Die EhefS der Abtheilungen sind es, welche den Ruf einer Univerfi tät ausmachen. Dank dem eminenten Wissen deS Professors Göbel, ermög licht es mir mein A. M. Titel, mit gleichem Range die besten Universitäten im Osten zu besuchen. Welche Beweise von Gelehrsamkeit hat aber Professor Griffin geliefert? Keine, so weit ich weiß, und ich habe mir Mühe gegeben, Nachforschungen darüber anzustellen. Professor Grisfin ist thatsächlich, wie eS scheint, zu beschäftigt gewesen, sich bei Dr. Jordan lieb Kind" zu machen, um Zeit sür Studium übrig zu haben. Und die jüngsten Vorgänge haben ge zeigt, wie weise er damit gehandelt hat. Einem Professor der StanfordUni versität steht nur ein Weg offen, um sich auf seinem Posten zu halten. Er muß sich bei Dr. Jordan einschmeicheln. Gelehrsamkeit und Erfolg im Lehrfache gelten nichts. Während der letzten paar Jahre find fünf Chefs von Abthei lungen, die alle erfolgreiche Lehrer und Gelehrte waren, entlassen worden. Ihre Posten wurden in jedem Falle mit Männern besetzt, die im Range niedri ger standen. Diese fünf Hauptprosts soren wirkten alle in Fächern der humanitären Wissenschasten. Frau Stansord'S letzte Botschaft an die Uni versttüt war eine Bitte zur Hebung deS Unterrichts in diesen Fächern. Die Universität hat jetzt Geld im Ueberfluß sür Saläre. Ueberall im Osten würden Männer von Ruf und hervorragendem Wissen gern nach unserem Staate kommen. Warum versichert sich Dr. Jordan nicht ihrer er sprießlichen Dienste und hebt damit den Unterricht in den humanitären Wissen schaften? Er kann dies nicht thun. Das Beste, was er auf seiner Reise im Osten in diesem Sommer für die Universität thun konnte, war, daß er einen In structor" für das Deutsche engagirte. Kein Professor von Ruf ist für Geld zu bewegen, einen ehrenvollen Posten zu verlassen und an die Stanford Universi tät zu kommen, um sich Dr. Jordan'S autokratischer Herrschaft zu unterwer fen. Inzwischen verlassen aber Män ner von Ruf und unabhängigem Den ken einer nach dem anderen diese Uni versität. ' ES ist soweit gekommen, daß Dr. Jordan'S schleunige Entlassung zur dringenden Nothwendigkeit geworden ist, wenn die Stanford Universität je das werden soll, was ihre Gründer von ihr erwarteten, wenn sie je dem Staate und der Nation zum Stolze gereichen soll, wie eS sein sollte und auch könnte, wenn eS nicht wegen seiner wäre." Das Vorgehen deS Dr. Jordan ist insam. Er erstickt in dem aufstreben den jungen Gelehrten, der unter seine Hände kommt, jede Begeisterung für das Ideale. In unzweideutiger Weise wird den Studirenden demonstrirt, daß nicht Tüchtigkeit, sondern Gunst zum Erfolge führen. Verdeutsche Nationalbund hat sich die Aufgobe gestellt, Dr. Jordans un verantwortliche Handlungsweise vor der Oessentlichkeit bloßzustellen und den Verwaltungsbehörden der durch Pri vatmittel in's Leben gerufenen Lehr inpituten die Augen über die Verwerf lichkeit solcher Methoden, wie die durch Dr. Jordan geübte zu öffnen.

KriegS-Wurfmaschine. Ehe die mit Pulver geladenen Kanonen erfunden wurden, benutzte man im Kriege bei der Belagerung von Städten sogenannte Wurfmaschinen, die zum Vewerfen der Stadt mit ungeheuren Steinen dienten. Diese Wurfmaschinen bestanden im Wesentlichen aus einem langen Balken, der gleich einem Wagebalken beweglich zwischen zwei senkrecht siehenden Stützen hing. An der einen Seite des Balkens war, dem Feinde zugekehrt, ein Eisengeflecht oder ein Kasten angebracht, der mit schweren Steinen gefüllt war. Diese Last hatte den Aweck, als Gegengewicht zu dienen und oie andere Seite des Balkens, auf der die Schleudersteine lagen, emporzuschnellen. Zu diesem Zweck zog man mit starken Seilen die unbelastete, dem Feinde abgekehrte Seite des Balkens nieder, wobei zugleich die belastete hoch ging. Am unbelasteten Valkenende war eine Art mächtiger Schaufel befestigt; auf diese legte man die Schleudersteine, ließ dann die Seile plötzlich los. und nun sauste das belastete Valktnende mit gewaltiger Kraft nieder, schlug auf eine Unterlage von .Wollsäcken auf und durch diese Schnellkraft wurde der am anderen Balkenende liegende Schleuderstein in weitem Bogen gegen die belagerte Stadt geworfen. Mit solchen Maschinen vermochte man Steine von zehn und mehr Centner Gewicht zu schleudern. -

AaNliluligkeil.

Skizze von I. H. Uosny. Der ganze Cirkus schrie auf, und ich selbst .hielt schon trotz meines großen Vertrauens Laotit, den König der Klowns, wie man ihn allgemein nannte, für verloren. Die beiden Troikas, die mit unglanhlicber Schnelligkeit ju der Manege hcrttmwirbelten, kamen gerade auf ihn zu, und er müßte in j&er nächsten Sekunde von den Pferden zerstampft und von den Fuhrwerken zu Boden gerissen werden. Thatsächlich fühlte Laotit den Hauch der Pferde in seinem Rücken, und die leichte Schwäche in den Knieen wandelte ihn an, die wir stets empfinden, wenn wir dicht oon-eimm Wagen gestreift werden, aber er zeigte nicht den geringsten Schreck, und während die Frauen in Ohnmacht fielen und die Männer Angstrufe ausstießen, schlug er plötzlich eine Pirouette, dann noch eine, mit einer Geistesgegenwart und Behendigkeit, daß die Pferde ihn kaum streiften. Könnt Ihr denn nicht ein b'schen acht geben?" rief er dann im Tone eines beleidigten und ärgerlichen Fußzängers. Der ganze Cirkus brach wie erlöst in ein lautes Lachen aus und klatschte wüthend Beifall. Nach der Vorstellung suchten wir Laotit in der Bar cuf. wo er Eiswasser mit einigen Tropfen Whisky trank. und als wir ihn beglückwünschten, daß er der Gefahr entronnen sei, zuckte er die Achseln und meinte: Cs ist immer derselbe Schwindel, das Publikum läßt sich nur von den gröbsten Effekten verblüffen. Gibt eS vielleicht in unserem Beruf nicht hundert Gelegenheiten, wo man sich den Hals in aller Gemüthsruhe brechen kann? Von den Gefahren, den wirklichen Gefahren, in denen wir schweben, seht Ihr nicht die Spur! Das ist mir nie so sehr aufgefallen, als an einem bestimmten Abend, wo ich keine zwei Finger breit vom Tode entfernt war, und an diesem Abend, kann ich sagen, habe ich unter dem lauten Lachen deS Publikums die fürchterlichsten Sekunden erlebt. Ich war zusammen mit diesem Halunken von Will Cadfish cngazirt, dem einzigen Cirkusmenschen, der nach mciner Kenntniß fähig ist, die strenge Pflicht der Kameradschaft zu verletzen, die uns sonst alle während unserer Produktionen mit einander verbindet. Er war ergrimmt auf mich, der unangenehme Mensch ich will nicht sagen weshalb, denn das hat nichts mit meiner Geschichte zu thun, ich müßte sonst einen Frauennamen nennen, der mir immer noch theuer ist. Ich sehe ihn noch vor mir, diesen Cadfish, mit. seinem Kinn, das viereckiger als ein Grabstein war, und seiner Haut, die sich auf den Backenknochen spannte, seinen Sommersprossen, seinen blauen Augen, die den Eindruck machten, als wenn er sie alle Tage mit Panamaholz wasche, so blöde und farblos sahen sie aus. Der Teufel hat ihn nicht lange auf dieser Erde herumtreiben lassen, er ist todt, und soviel ich weiß, thut es keinem Menschen um ihn leid. Im Uebrigen war er der beste Klown der Welt, ein Kerl, der imstande war, den doppelten Saltomortale über eine? Reihe Rasirmesser zu machen, wie er unaufhörlich selbst erklärte, denn er war trotz seinem großen Talent ein gehöriger Prahlhans. Diese Geschichte mit den Rasirmessern hatte zur Folge, daß wir einen Trick ersannen, wobei wir spielend, als wäre es gar nichts, in der Schlußpantomime über eine Gruppe von Hellebardieren sprangen. Das war eine Sache, bei der einem ein. Schauer über den Rücken laufen konnte, und darum verlangte auch die Polizei, die man rebellisch gemacht hatte, die letzten beiden Reihen Hellebarden sollten aus Pappe gefertigt und täuschend ähnlich angestrichen werden. Auf diese Weise riskirten wir weniger, und die Zuschauer merkten nichts, weil die Hellebardiere fortwährend mit den eisernen Dingern zusammenschlugen und so die Illusion wach erhielten. Uebrigenö wäre es uns selbst schwer geworden, die richtigen Lanzen von den falschen zu unterscheiden. Der größeren Sicherheit halber traf bald Will Cadfish. bald ich die näheren Veranstaltungen und Vorbereitunaen zu dem Trick. Ich hätte mir eher oie Nase abgeschnitten, als an die Verrätherei eines Kollegen geglaubt, und so sprang ich denn vertrauensvoll, drehte mich zweimal um mich selbst und fiel mit lautem Geschrei zu Boden. , So war es schon viele Abende gegangen, und als ich eines Abends wieder auf dem Tremplinbrett stand, war es ganz natürlich, daß es mir gar nicht einfiel, die Hellebarden näher nachzusehen. Doch kaum war ich in der Luft, als ein gewisses Etwas meine Aufmerksamkeit erregte. Dieses Etwas war ein ungewöhnlicher Zwischenraum, der die einzelnen Lanzen von einander trennte. Wie eine Maschine, die aus den Fugen geht, durchlebte mein Geist, von der ungeheuren Gefahr überreizt, in weniger als einer Sekunde mehrere Stunden. Ich erinnerte mich plötzlich an das grinsende Gesicht Cadfishs, als mir am Nachmittag dieses Tages eine gewife Person ich will den Namen nicht nennen mit großer Bewunderung von einer kleinen Pantomime sprach.

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Schmetterling ausgeführt wurde. Diese Pantomime hat seitdem die Reise um die Welt gemacht, aber damals hatte ich sie gerade frisch erfunden. Sie erklärt mir, welchen schrecklichen Eindruck das erumwirbeln dieses schwärzen, weißgestreiften Schmetterlings machte, der nach und nach die Gestalt eines Todtenkopfes annahm und den armen Leichenbitter quälte, dessen Wahnsinn er symbolisch darstellen sollte, .Jhre Physiognomie.' erklärte die Dame, ,war ganz eigenthümlich wandlungsfähig in dieser Szene ,Das ist noch gar nichts,' warf Cadfish dazwischen, .aber was würden Sie von dem Gesicht eines Laotit sagen, den der wirkliche Tod bedrohte? Da' zu sehen, lohnte schon der Mühe!' Naiv bestritt ich. daß die Wirklichkeit den Schreck ebenso gut wiedergeben könnte wie die Fiktion, und stets werde ich das erloschene Auge Willis und sein verzerrtes Lachen vor mir sehen, während sich seine dünne Haut auf seinem Gesicht spannte. , Als ich so über den Hellebarden schwebte, mußte ich wieder daran denken, und plötzlich kam mir die entsetzliche Gewißheit, daß die letzte Reihe der Spitzen, die Reibe, auf die ich infolge der ungewöhnlichen Entfernung sicher fallen mußte, aus wirklichen Lanzen spitzen bestand! Nun denn. Herrschaften, selbst bei dieser Gelegenheit verlor ich meine Kaltblütigkeit nicht. Sie erinnern sich jedenfalls an die Diskussion, die sich eines Tages in der Akademie der Wissenschaften erhob, wo man sich über die Fähigkeit der Katzen, stets auf ihre Pfoten zurückfallen zu können, lebhaft herumstritt. Um die gelehrte Versammlung zu überzeugen, nahm man die MomentPhotographie zu Hilfe. Ich machte jetzt das Experiment an meiner eigenen Person. Ich kauerte mich während meines Sprunges so geschickt zusammen und drehte mich mit einer so instinktiven Gewandtheit, daß ich unter dem lauten Lachen des Publikums ge--nau in den Zwischenraum von dreißig Centimetern fiel, der die beiden letzten Reihen der scharfen Spitzen von einander trennte. Ich rempelte dabei die Träger ein bischen an, aber das war meine geringste Sorge. Wie die kleinen Teufel, die aus einer Büchse springen. und vor denen sich die Kinder so ängstigen, erhob ich mich sofort, stürzte mich auf Will Cadfish und verabreichte ihm vor aller Welt die fürchterlichste Tracht Prügel, die er je in seinem Lc ben bekommen hat. Das merkwürdigste war, da das Publikum an eine abgekartete zcuc glaubte. Allgemeines Gelächter ließ Niemand das Stöhnen meines lieben Kameraden hören, den ich für todt auf dem Platze liegen ließ. . , Später erklärte ich dem Direktor und meinen Kollegen alles. Sie begnügten sich nicht damit, mir Recht zu geben. Will Cadfish wurde mit Schande zum Teufel gejagt, der, wie bereits bemerkt, unsere Spende einige Jahre später mit Dank acceptirte." i Holunderbeeren- und A p s e l -Gelee. Ein vorzügliches und sehr billiges Gelee bereitet man aus dem Saft unreifer Aepfel und dem der Holunderbeeren. Zu dem Zweck kocht man unreife Aep'el mit derSchal: in nicht zu viel Wasser weich, schüttet diesen Stand in einen Flanellbeutei oder in ein Haarsieb und läßt ihn ohnc zu drücken durchlaufen. Gleichzeitig kocht man Holunderbeeren und verführ! ebenso. Man nimmt von jeder Saftsorte die Hälfte, giebt auf ein Quart Saft Wfund Zucker und läßt die langsam 20 25 Minuten einkochen. Da Holunder wild wächst und unreife Aepsel meist auch billig zu haben sind, erhält man auf diese Weise ein sehr wohlfeiles Gelee. Leberröllchen. Man nimmt ganz harte Semmel. Pfund Kalbsleber, i h Pfund Kalbfleisch oder set.tes Schweinefleisch, etwas Majoran, Tbumian. Salz. Pfeffer. auch wohl etwas grüne Petersilie und treibt dies alles zusammen durch eine gute FleischHackmaschine. Dann formt man mit den in Mehl oder geriebene Semmel getauchten Händen kleine Rollen aus dem Teig. Sollten sie nicht fest zusammenbleiben. so ist es praktisch, die Hände in kaltes Wasser zu tauchen und darin die Rollen noch einmal zu for. wen. . Man bratet sie in singender Butter und giebt recht schöne kräftige Kalbsjus daran. Zu diesem Gericht reicht man gern Blumenkohl mit brauner Butter und Kartoffelkroquets oder .pommes frites". 3 u g t n o 1 1 q t )v ! e o e. Gecrzs 13jährige Jungen, die innerkalb weniger Wochen 25 Ladendiebstähle verübt hatten, standen vor der Strafkammer in Mannheim, Baden. Ihre Methode war unter Anderem die, daß sie zu zweien oder dreien einen Laden betraten, wobei einer sich sofort versteckte, die anderen nach Einkauf einer Klei'ntgkeit stch wieder entfernten. Hatte der Ladenbesitzer das Lokal verlassen, so schlich stch der zurückgebliebene Junge an die Kasse und leerte sie; die erbeuteten Beträge schwankten von Pfennigen bis über 100 Mark. Der Anführer, Sohn eines Steueraufsehers, erhielt 83 Tage Gefängniß, ein anderer 53 Tage, zwei kamen mit je 19 Tagen davon, die übrigen zwei wurden freiaelvrocken.

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