Indiana Tribüne, Volume 28, Number 307, Indianapolis, Marion County, 18 August 1905 — Page 4
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Indiana Tribüne. ttaalautlen ton der utdrs O. Indianapolis, Ind.
varry D. Thudinm Vrästdeut. GeschSftSlocalt No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. EnUred at the Pot Office ol Indianapolis as accond clait matter. DaS Blutbad auf dem Potemkw. . Das Pariser Blatt 2t Journal" hat seinen Mitarbeiter Jtrnaud Hau. ser nach Conftanza entsendet, damit er an Ort und Stelle 'eine authentische Darstellung der Vorgänge cuf dem russischen Kriegsschiffe Knlaz Potem im" am Tag; der Revolte sammle. Hauser sprach im Spital zu Coftanza die russischen Matrosen ttazleneo, Ko waliow and Kiffelow, weiter den Feldwebel F:dor Pogarnetz. Er fuhr sodann nach Kalarasch, Braila, Galatz, Verlad und Jaffy, wo die siebenhundert Aufständischen deö Potemkin" der theilt sind, und vernahm die Mehrzahl von ihnen. Wir folgen der Erzählung Hauser'S in allen ihren Einzelnhelten: Das Panzerschiff Kniaz Potemlin" verließ am 24. Juni Sebastapol, um auf offener See Schießübungen zu ma chen. 64 gelangte an die Stelle, auf welcher die neuen Kanonen am folgen den Morgen versucht werden sollten. An diesem Tage herrschte an Bord volle Ruhe. Man sendete ein Torpedoboot nach Odessa, um Lebensmittel zu holen. Das Boot kehrte gegen Mitternacht zu rück. Am 26. Juni beim Mittagessen wurde den Matrosen die bekannte ruf stfche Suppe Borfcht" gereicht. Sie war mit dem am Vortage in Odessa gekauften Fleisch gekocht worden. Die Matrosen erklärten fast einmüthig, sie würden den Borscht", der aus verfaultem, von Würmern wimmelnden Fleich bereitet sei, nicht essen. Einige aßen dennoch davon, und es wurde von dem VorfallZ nichts Verlautbart. Am folgenden Tage, 27. Juni, wurde abermals Borscht aus demselben der faulten Fleisch zubereitet. Diesmal weigerten sich die Matrosen auSnahmSloS, davon zu essen. Der zweite Schiffskommandant Gelerowsky und ein Unterleutnant fragten die Matrosen, weßhalb sie den Borscht verschmähten. Einige wagten zu er widern,, das Fleisch sei verfault. Beide Offiziere kehrten lauf ihre Posten zu rück, ohne etwas zu . sagen. Die Sache wäre nun wieZam Vortage ruhig der laufen, . wenn der .-Kommandant des Potemkin-, GoMow, nicht bei Tische bemerkt hätte, daß GelerowSky die Speisen nicht anrührte. Weßhalb essen Sie nicht? fragte er. .Wie soll man essen, wenn es auf dem Schiffe 800 Mann giebt, die ebenfalls nicht essen!" lautete die Ant wort. Der Commandant schwieg. Er hatte erfahren, daß eine Revolte gegen alle Offiziere der SchwarzenlMeer Flotte von den Mannschaften geplant sei; man hatte ihm davon. erzählt. Nach einigem Nachdenken ließ er den Feld webel Pogornetz rufen und befahl ihm, alle Matrosen durch den Tambour auf Deck zusammenrufen zu lassen. - "AIS die Matrosen Aufstellung genom men hatten,, fragte der Commandant: Weßhalb eßtlJhc den Borscht nicht?" Keiner antwortete. Golikow wieder holte die Frage, doch Alle schwiegen. Da sprach der zweite Commandant: Sie essen nicht,' weil man ihnen wurmkgeö, faules Fleisch gereicht hat." Ein Murmeln der Zustimmung drang aus den Reihen der Matrosen. Dr. Smirinow!" rief der Schiffs Commandant, ist es wahr, daß das Fleisch von Würmerm voll ist?" Der Arzt salutirte und erwiderte: Com Mandant, dieses Fleisch ist frisch und gesund, eS ist gut, ich habe nie besseres Fleisch gesehen!" Wie?" fiel Gele rowsky ein, ich habe eS mit eigenen Augen voll Würmer gesehen!" Smi rlnow: Vielleicht sahen Sie es, als es aus Odessa anlangte. Aber seither habe ich eS mit Salz einpökeln lassen. so ist eö gut geworden, man kann es essen!Der Schifföcommandant erhebt die Hand: ES ist genug! Wenn der Dok tor sagt, das Fleisch ist gut, so ist eö gut! Jene, welche den" Borscht essen wollen, sollen rechts treten, jene die nicht essen wollen, sollen links treten! Folgsam traten die Matrosen, einer nach dem anderen, auf die rechte Seite des Commandanten. Sie schritten langsam, wie beschämt Über ihre Unter
wersung. Aber eö war die DiSzi plin.... AIS nur noch dreißig Mann auf der linken Seite blieben, die sich eben nach rechts, gleichfalls zum Zeichen der Unterwerfung begeben wollten, hielt sie der Commandant mit einem Wink zurück: Es ist genüg! Wache, umzln gelt diese Lete!" Und dieselben Ma
rosen. die kurz vorher noch gemurrt hatten, gingen ihre Gewehre holen und umzingelten ihre dreißig Kameraden. Der Commandant stieg in seine Cabine hinab. Eine Minute später sprang Feldwe bel Mastutschenko mit wildem Blick und erdfahlen Wangen auf die Zwischen brücke, ergriff sein Gewehr, stürzte sich gegen die Offiziere und schrie: WaS wollt ihr mit diesen Leuten machen, die hr umzingeln ließet? Wollt ihr auch sie niederschießen?! Hat eL denn nicht ge nug vergossenes Blut in Rußland ge geben? Nach den Massenmorden von Liaojang und Mukden, von PeterS bürg und Warschau, nun auch solche aus dem Potemkin"? ES ist genug! Wir wollen mit diesem Regime grausamer Barbarei ein Ende machen! ES lebe daS freie Rußland! Matrofen! Los auf die Offiziere! Wir sind die Mehr, zahl! Wir werden die Herren sein! Nie der mit der Tyrannei!" Der zweite Commandant Gele rowSky fiel bestürzt ein: Schweig'. Unglücklicher! Schweig' oder man schießt dich sofort nieder!" Mastutschenko: Dich wird man sü filieren!" Und er ladet sein Gewehr. Gelerowsky erfaßt seinen Revolver, feuert auf Mastutschenko, fehlt ihn aber und die Kugel streckt den Matro sen Wakulentschuk (nicht Omeltfchuk) todt nieder.' ES folgt ein Augenblick allgemeiner Starre. Mastutschenko schreit: Mör der! Mörder! Du hast den Wakulen tschuk getödtet! Was Hot er dir gethan? Er war unschuldig!" Er legt sein Ge wehr an und schießt GelerowSky nieder. DaS Blut färbt GelerowSky'S blonden Schnurrbart roth. - , Auf dem -Schiffe entsteht ein tolles Durcheinander. Die Matrofen laufen hin und her und wissen nicht, was sie thun sollen. Trommler Pogownetz schleudert seine Trommel inS Meer. Mastutschenko, zum rasenden Tiger ge worden, tödtet zwei Ossiziere, die gegen ihn kommen, um ihn zu , entwaffnen. SchiffSarzt Smirinow eilt in eine Kabine, zieht seinen Revolver und jagt sich, eine Kugel in den Bauch. Ma ftutschenko streckt einen vierten Offizier nieder. Der Schiffspope kommt ihm entgegen, er feuert auf ihn. Die Ma trosen. terrorifirt, eilen auf die Zwi schenbrücke, mehrere Offiziere und Un terosfiziere springen in'S Wasser. Sie schwimmen in der Richtung gegen das Ufer. Aber Mastutschenko, überzeugt. sie werden auf dem Lande alles erzäh len, holt acht bis zehn Mann, und diese feuern auf die Schwimmenden, bis sie alle getödtet sind und im Wasser verschwinden DaS Torpedoboot 267" hat vom Ufer aus bemerkt, daß etwas Unge wohnliches sich auf dem Potemkin" zugetragen habe. ES dampft gegen das Panzerschiff ab. Trommler Po gownetz, Mastutfchenko's Mitverschwo rener, läßt durch einen Matrosen zwei kugellose Warnungsschüsse auf das Torpedoboot abgeben. Sodann wird dem Boote durch Signale gewinkt, heranzukommen. Als das Torpedo boot am Potemkin" anlegt, läßt man feine Offiziere an Bord des letzteren kommen und verhaftet fie. Der Offi zier der elektrischen Apparate proteftirt. Wenn du mit mir sprechen willst," ruft Mastutschenko, so reiß' zuerst deine Epauletten ab und sprich als Gleicher zum Gleichgestellten!" Wie, so benimmst du dich gegen deinen Vor gesetzten?" fragt der Unglückliche. Du wirst gleich sehen!" heult Mastu tschcnko und streckt den Osfizier mit einem Revolverschuß nieder. In diesem Augenblick steigt Com Mandant Golikow aus seiner Kabine herauf. Der alte Mann ist bleich und zittert. Was hast du gethan?" ruft er Mastutschenko zu, du bist ein Mör der!" Mastutschenko legt sein Geweh an und rust: Befiehl deine Seele Gott! In einer Sekunde bist du todt!" Commandant Golikow wankt. Er macht das Zeichen deö Kreuzes, doch noch bevor er geendigt,- sinkt er, von Magutschenko'S Kugel in die Stirn ge troffen, todt nieder. Mastutschenko be stehlt hierauf: Man verhafte die Of filiere!" Die Offiziere werden feftge. rwmmen und feierlich degradirt. Drei
von ihnen reißen ihre Epauletten selbst
ab und rusen: Wir find mit euch für das freie Rußland!" Diese drei bleiben an Bord; einer von ihnen, Alexejew, wird zum Com Mandanten deö Potemkin" ernannt. Die anderen Osfiziere werden in einer Barke abgelassen und nach Odessa geschickt. ES war genau halb 12 Uhr Mittags, als die Revolte Mastutschenko'S auSzebrochen war. Fünfzehn Minuten später waren die empörten Matrosen Herren deö Potemkln". Mastutschenko versammelte die Ma irosen und sprach: Wir erklären sortab allen Russen, die nicht mit unS für die Freiheit find, den Krieg! Die Revolutionäre werden unserem Bei spiel folgen." Unglückseliger," fiel Tambour Po gownetz ein, haft du vergessen, daß die Mannfchasten aller ESkaderS sich am 5. Juli erheben sollten? Noch haben alle das Losungswort nicht erhalten. Du hast zu früh angefangen, niemand wird uns folgen." Was geschehen ist, ist geschehen," erwiderte Mastutschenko, der Fehler ist nun einmal begangen worden. Wir müssen vorwärts, ohne Umkehr!" Und er stimmt das Lied der Jnterna tionale" an, in welches einige Matro sen einstimmen. Der Gesang ist verklungen. ES herrscht dumpfes Schweigen. Plötzlich vernimmt man ein Seufzen und Stöhnen. Wer stöhnt so?" fragt Mustu schenko, geh' hin und sieh' nach!" be fiehlt er Pogownetz- Dieser kehrt bald mit der Meldung zurück, der Schiffs arzt Smirnow liege röchelnd in seiner Kabine. Ah, daZ Schwein, das an Allem schuld ist, liege krank darnieder? Was sollen wir mit ihm anfangen?" fragt Maftuschenko. In den Tod mit ihm! In den Tod!" heulen die Matrosen. Zwanzig Mann stürzen in die Kabine, zerren den sterbenden SchiffSarzt an Armen und Beinen her aus und wersen ihn in'S Meer. Vom Deck herab feuert Mastuschenko einen Schuß auf den Arzt ab und die Leiche versinkt im Wasser... Einige Ma trosen flüstern: DaS war eine Dumm heit". Sie wagen nicht, laut zu sprechen. Woher kommt dieser Anstifter der Revolte und zwanzigfache Mörders Niemand weiß eS. Mit seinen tatari schen wildblickenden Schlitzaugen und der eingedrückten Nase flößt er Furcht ein. Er sagte, er komme aus Sibi rien, sieht aber eher wie ein Japaner aus. Mastutschenko diente feit drei Jahren in der kaiserlichen Marine und niemand kennt seinen Geburtsort, nie mand weiß, ob und wo er noch Eltern und Verwandte besitzt. Das Handelsdepartement veröf fentlicht eine interessante Statistik über das rasche Wachsthum unseres Export haudels. Danach repläsentirte in dem unlängst beendeten FiScaljahr der Ex Port amerikanischer Jnduftrieprodukte einen Gesammtwerth von $548,620, 907 gegen 452,415,921 im vorigen Jahre, 5433,854,756 im Jahre 1900 und $183,595,743 im Jahre 1895. Ganz besonders wird in dem Bericht hervorgehoben, daß der Export von Lokomotiven nach Japan ganz bedeu tend war, indem im letzten Jahre 151 derselben nach Japan verschickt wurden, gegen 74 im Jahre vorher außerdem wurden auf amerikanischen Märkten von Japan viele elektrische Maschinen und Eisenwaaren, die bei Bauten ver wandt werden, gekaust, so daß der Export in dieser Branche auch eine be deutende Zunahme aufweist. Nach den Angaben des Ackerbau Departements wird die Weizenernte 705.525,000 BushelS bringen, was bei einem Preis von 87 Cents eine Ge sammteinnahme von 5613,666,750 bedeuten würde. Die Maisernte wird auf 2,651,. 000,000 BushelS" abgeschätzt; zu 57 Cents pro Bushel würde das einen Reinertrag von S 1,500, 070, 000 aus machen. Die Haferernte wird auf 5949,. 693,000 BushelS berechnet, was 5302,903,360 bei einem Preise von 32 Cents für den Bushel ergeben würde. 141,262,000 BushelS Gerste wür den eiuen Ertrag von 563.557,900 ergeben; 65.000,000 Tonnen Heu 5650,000,000; 10,000,000 Ballen Baumwolle 5500,000,000 usw. Im Ganzen werden die Bodenerträge dieses JahreS zu den jetzt geltenden Preisen die ungeheure Summe von 54,000,000,000 ergeben.
Vier Billionen Dollars als Jahres ertrag du Farmwirthschaft der Ver. Staaten! Man sieht, die allgütige Mutter Natur ist dem Lande Onkel Sam'S in diesem Jahre wieder einmal ganz besonders gewogen. Von der Größe dieser Summen kann man sich nur schwer einen rechten Be griff bilden. Man lernt sie durch Vergleiche am besten verstehen. So haben die vier großen Weizen produ zirenden Gebiete Canada'S, Ontario, Manitoba, New Brunswick und die nordwestlichen Provinzen, im letzten Jahre zusammen 69.029,266 Bushels Weizen ergeben, während die Weizen ernte dieses Jahr in KansaS ganz allein 80,000,000 BushelS ausmacht; in Nord.Dakota 78.000.000 und in Minnesota 75.000.000 BushelS.
Nationales Deutschamerika nischcs Lehrerseminar. Der diesjährige Nationale Deutsch, amerikanische Lehrertag, der in den Tagen vom 30. Juni bis 3. Juli in Chicago tagte, beschäftigte sich einge hend mit der Thätigkeit deö Lehrerse minarS zu Milwaukee. Als Grundlage für die Verhandlungen diente der Be richt der vom Lehrerdunde ernannten PrüfungS.ttoRmisston, der wie folgt lautete: An rn Präsidenten und die Mitglieder deö Nat'l. D. A. LehrerbundeS. Die SeminarPrüfungSKommisston hat sich der ihr aufgetragenen Pflicht unterzogen und erlaubt sich ihrer Kör Perschaft hiermit Bericht abzustatten. Die diesjährige dritte Seminar oder Abiturlentenklasse bestand aus fünf Da men und drei Herren. Allen ist das Zeugniß der Reife für den Unterricht zuerkannt worden. Lehrproben und die mündlichen Prü. fungen aller Klassen fanden vom 22. bis zum 24. Juni statt. Von den acht Abiturienten waren vorher unter Klausur schriftliche Arbei ten, deutschen Aufsatz, englischen Auf satz, deutsche Literaturkunde, englische Grammatik und Pädagogik umfassend, angefertigt und der PrüfungSkommis sion zur Begutachtung unterbreitet worden. . . Die Arbeiten bekundeten ohne Ausnahme viel Fleiß und Sorgfalt und verdienen alle Anerkennung. Drei der Lehrproben wurden in eng lischer, fünf in deutscher Sprache ge halten.' Die jungen LehramiSkandida ten unterrichteten in würdiger Weife und bewiesen, daß sie selbst sich der Schwierigkeiten deö erwählten Berufes wohl bewußt, aber auch, auf eine gute Vorbildung vertrauend und festen Wil len hegend, sicher feien, allen gerechten Anforderungen genügen zu können. ES fei hier erwähnt, daß neuerdings die Einrichtung getroffen worden ist. die einzelnen Zöglinge, der Abiturien tenklasse je einen Monat lang in drei verschiedenen Klassen der öffentlichen Schulen von Milwaukee als deutsche Hilfslehrer arbeiten zu lassen. Darauf ist gewiß die bei den Lehrproben dewie sene Sicherheit zurückzuführen. Für die später möglicherweise in die Milwaukeer Schulen als Lehrkräfte eintretenden Abiturienten erwächst der weitere Vor theil, daß ihnen bei der Festsetzung des Gehaltes für die geleistete Arbeit ein Jahr Erfahrung angerechnet werden soll. Eine Errungenschaft ist ebenfalls das Zugeständniß, daß Abiturienten des Seminars, ohne sich einer nochma ligen Prüfung unterwerfen zu müssen, in den Schulen MilwaukeeS als deutsche Hilfslehrer angestellt werden können. Möchten doch andere Städte ähnliche Bestimmungen treffen. Klasse 1. aus vier Damen bestehend. wurde in der Ver. Staaten Geschichte und in der Physiologie, neun Zöglinge der Klasse 2 in der Geometrie und in der Psychologie geprüft. Das deutlich erkennbare Streben die ser Seminarzögllnge, Gutes zu leisten berechtig zu dem Schlüsse, daß auch sie später würdig und sähig sein werden den hohen Anforderungen des Lehrer und Erzieheramtes zu genügen. Zur vollen Ausnutzung der Vortheile einer femaristifchen Bildung gehört tnl schieden eine gewisse Reife des Alters Daher ist die Bestimmung zu billigen daß Zöglinge, welche um Aufnahme in das Seminar nachsuchen, das 16 Le bensjahr überschritten haben müssen und daß ferner Abiturienten gutstehen der Hochschulen wohl in die zweite aber nicht die höchste Klasse Aufnahme finden sollen, somit den Kursus in zwei Iah ren, aber nicht in einem Iah , beenden können. Angesichts dieser verschärften Auf nahmebedingungen und um der vil leicht eintretenden Verminderung in der
Zahl der um Aufnahme' Nachsuchenden , entgegenzuwirken, ist eine . ledh aftere Agitation zwecks Zuführung von Schü lern und die regste Unterstützung der Ziele des Seminars dringend geboten.
ES wäre ein Unrecht, diesen Bericht u beenden, ohne der aufopfernden Thätigkeit sowohl des Direktors als auch des gesammten LehrpersonalS des Seminars nnd der Akademie Erwäh nung zu thun. Auch das Benehmen der Schüler verdient ungetheilteS Lob. H. H. Fick. Bernard A. AbramS. Otto Heller. Auf Grund dieses Berichtes faßte der Lehrertag folgende Beschlüsse: 1. Der Lehrerbund sieht in dem Lehrerseminar das vorzügliche Mittel, geeignete Kräfte für den Unterricht der deutschen Sprache im amerikanischen Schulsystem heranzubilden, und be trachtet eS daher als eine seiner Haupt aufgaben, die besagte Anstalt aus'S Kräftigste zu fördern. Zu den auf die Hebung des Seminars hinzielenden Bestrebungen feien gerechnet : a) Die Beschaffung von Geldmitteln, um das Kapital der Anstalt zu erhöhen. b) Die Zuführung von geeignetem Schülermaterial. c) Die Erwirkung von Begünstigun gen für die Abiturienten der Anstalt derart, daß sie, wie es feit dem letzten Jahre in Milwaukee der Fall ist, auf das Diplom der Anstalt hin Anstellung finden. 6) Der Hinweis auf das Seminar für alle Lehranstalten, welche tüchtige Lehrer des Deutschen zu gewinnen suchen. 2. Um eine allseitige und einheitlich wirkende Agitation inS Leben zu xxtrt, soll in jeder Stadt, welche als ein Agi tationSzentrum angesehen werden kann. ein Komite aufgestellt werden, welches die Agitation einzuleiten und im Gang zu erhalten hat. Wir bringen diese Beschlüsse zur all gemeinen Kenntniß und hoffen daß sie die Anregung dazu geben werden, daß die Deutschamerikaner, denen an der Erhaltung und Förderung deS deutschen Sprachunterrichts in unserem Schul wesen liegt, in einer oder der anderen Weise in die Agitation zu Gunsten des Lehrerseminars eintreten. Ein Punkt verdient die augenblick liche Beachtung. . Es zeigt sich von Jahr zu Jahr ein immer größerer Mangel an deutschen Lehrern, und das Lehrer feminar ist nicht im Stande, auch nur einen geringen Theil der Nachsrage nach Lehrkräften zu befriedigen. Wir rickten daher die dringende Bitte an unsere Freunde, solche junge Leute, welche in sich den Trieb zum Lehrerbe ruf fühlen und die nöthige Vorbildung namentlich auch im Deutschen besitzen, zum Eintritt in's Lehrerseminar zu er muthigen. i DaS Lehrerseminar bietet bei voll ständig freiem Unterricht die Gelegen heit zur tüchtigen Heranbildung von Lehrern deö Deutschen für öffentliche und private Schulen in einem Maße wie keine zweite Anstalt deö Landes. Zu jeder weiteren Auskunft ist der Unterzeichnete gern erbotig. Der Katalog steht kostenfrei zur Ver fügung. Milwaukee, WiS., 10. Aug. 1905. Max Griebfch, Seminardirektor, 558563 Broadway. Von dem großen Auswanderer' ström, der jährlich von Europa über den Ocean nach den anderen Weltthel len, besonders nach Amerika, sich er gießt, fließt ein beträchtlicher Theil wie der in die alte Heimath zurück. Ein großer Prozentsatz von Auswanderern, vor allem slavischer und romanischer Nationalität, zieht überS Meer über Haupt nur mit der Absicht, in einigen Jahren eine genügende Summe Gel des zu verdienen, um in der Heimath sich ein Grundstück zu kaufen und sich seßhaft machen zu können. Ein kleiner Theil von Auswanderern kommt wie der zurück, weil er das Glück, maS er suchte, in fremden Ländern nicht sin den konnte. Auch eine temporäre Rück Wanderung findet statt, besonders in Zeiten von Streiks oder sonstigen wirthschaftlichen Depressionen in den überseeischen Ländern. Wie bedeutend die Zahl der über, seeischen Rückwanderung ist, zeigt eine Zusammenstellung der in den letzten fünf Jahren vom Norddeutschen Lloyd von Bremen nach überseeischen Ländern und von überseeischen Ländern nach Bremen beförderten Auswanderer, be ziehungsweise Rückwanderer. Die über
MnropaischeS Dleparteraet " rv-y-y-j-u-u-xri-i-ij-is- rW" f Wechsel, Crcditöricsc, Postanweisungen, auf alle Städte Europas.
chiffsscheins von und nach Europa. n- und Verkauf ausländi schen Geldes. No. 35 Süd Meridian Str. Mer&iants National Bank 5lerzte. Dr. j. A. Sutcliffe, Wund -Arzt, !tlchlechts.,Urin nnl&ecinm Arankheiten. OlZlce : 15S Ost Market Stt. Tel. 941 ck?kk.StRde, : I lll 19 Uhr Bau ; 1 lll iUt. Dr. Carl Q.Winter Deutscher Llrzt. 'handelt alle akute und chronische StxartU heilen. SeiurtShülfe Spezialität. Osstee: 14 West Ohio Cir. ZZKtkdt 1011 ,. -4R4$m. ftttai i M19M . litt, en u. Soynnng: i50 Staltf! Kit 4 stunde : 7 cttst Sonntags : b 9ta$a. lSohuung relkvho t tut. o6 9i es, na seeische Auswanderung über Bremen betrug im Jahre 1900 insgesammt 95,961 Personen, die überseeische Rück. Wanderung 23.622 Personen; im Jahre 1901 betrua die Auswanderuna 1 1 n ?nr vi. rni j v n i nnn. . iu,uvu, v ii wiuutvuuvtiuiiM x, itj im Jahre 1902 die Auswanderung 143,329, die Rückwanderung 28,820; im Jahre 1903 die Auswanderung 175,320, die Rückwanderung 26,048 und im Jahre 1904 die Auswanderung 133.631 und die Rückwanderung 33,166 Personen. . Sase-Sall. AmericanAssociation. Toledo, 17. Aug. Toledo 0 000000000 Indianapolis ..2003200108 Bakterien Cannitz und R. Clark; Morgan und Weaver. Columbus, 17. Aug. ColumbuS 0000400004 LouiSvill:. ....3010200017 Batterien Hart, Dorner u.Brown; Kenn, Stoner und Shaw. KansaS City, 17. Aug. ttansaSCity....0102 0 0 30 0 6 Milwaukee. ...01 0 1 00000 2 Batterien 'JuftuS und Butler; Morrison und Towne. National Liga. . Philadelphia, . 17. Aug. Philadelphia. ..03010000 4 St. Loulö....0 1 000 0 00 0 1 Batterien Duggledy und Dooin; Thielman und Leahy. Boston, 17. Aug. Boston ..0010001 1 0 3 Slncinnati...,01 12001 00 5 Batterien Joung und Needham; Cwing und Street. Brooklyn, 17. Aug. Brooklyn 10201000 04 PittSburg 202010000 5 Batterien Lynch und Peitz; Scanlon und Bergen. New Aork, 17. Aug. RewYork 0 0 2 010 0 0 3 Chicago ......0000000000 Batterien Mathewson und Bowerman; Wicker und Kling. Seraeant Sbafer und
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Sheriff Eheste.' aus Rewcastle, Ind.. die sich gestern aufmachten, die seit meh reren Tagen aus Rewcastle vermißte Nellie Abbott aufzusuchen, fanden die selbe in einem Restaurant an der Oft Washington Straße. Das Mädchen hatte dort eine Stellung in der Küche angenommen. Das Mädchen reiste in Begleitung deö Sheriffs nach' New caftle zurück.
