Indiana Tribüne, Volume 28, Number 305, Indianapolis, Marion County, 16 August 1905 — Page 7
Jndkana Tribüne, 16. Augufl 1005
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An stillcn wiisscrii Aus dem DZttischcn l n l Von S. Budde 1 v 94)-9-C9--0----0--Q--Q-(ZZortsetzung.) , ' Mein Freund, der Student der Theologie Svane." hatte er geschrieben, ist eine so eifrige geistliche Seele, daß er den ganzen -Norden der christlichen Gegenwart wiedergewinnen will. Ich habe die größte Achtung vor seiner Tüchtigkeit, dmn e? sitzt stets zu Hause und sinnt über des Landes Wohl und des Volkes Glück nach, wenn ich ausgebe, um mich zu amüsiren. Wir sind über jedes Ting zweierlei Meinung und verstehen, uns so ausgczeichnet darüber zu streiten, daß wir die besten Freunde von der Welt sind. Und zum siebenten und letzten halte ich wirklich sehr viel von ihm. denn er ist ein tüchtiger, guter Bursche, dabei ein liebevoller Sohn und eine treue Stüle seiner Mutter." Eine lobender? Erklärung . konnte nicht leicht gegeben werden. Madame Vrus hatte sich sehr gefreut, als sie erfuhr. 'daß ihr Paul so einen prächtigen, christlichen Menschen als ständigen Umgang hatte, der Gutsbesitzer war außerordentlich zufrieden, einen so würdigen Gegenstand für seine Gastfreiheit aufzunehmen, und die ehrbare Insel war ganz begierig, einmal einen richtigen Eingeborenen der fernen, märchenhaften Stadt vor Augen zu bekommen. Soren hatte die Sacke am rubiasien hingenommen und sich darauf beschränkt, gelegentlich einige abkühlende Hindeutungen auf einen mit einem Stern gezeichneten Gaul fallen zu las" sen, der kürzlich die Fuchsstute abgelöst hatte und der den Satan im Leibe zu haben schien, aber keineswegs den Erwartungen entsprach, wie viel Wesens man auch von seinem geckenhaften Aeußeren machte. Aber der Gutsbesitzer war so heißblütig gewesen, daß er ordentlich glühte. Ein paar Tage vor dem Ereigniß hatte er Soren unter dem Vorwand, ein paar Worte mit ibm weaen der Arbeit an wechseln, an geyalten, ln Wayryen aoer, um zw Herz ein bischen von seinen überströmenden Gefühlen zu erleichtern. E'. hatte sich schon umgedreht, um forizugehen, wandte sich aber plötzlich wieder um, als ob ihm etwas einfiele, und fragte hinwerfend: Richtig, Soren. Du hast wohl gehört, daß mein Sohn übermorgen nach Hause kommt und einen Freund mitbringt?" Jawohl, Herr!" antwortete So- . ren. ' Das ist ein Kopenhagen aus sehr guter Familie; er' heißt Herr Svane und studirt auf den Pastor," fuhr der Gutsbesitzer schmunzelnd fort. Aber nun müssen wir zeigen, daß wir hier auch etwas Lebensart haben, und deshalb sollst Du ihn Student nennen und die ankeren Leute ermähnen, es auch zu thun." Woln Sie so gut sein, Herr, und es mir noch einmal sagen?" bat Soren, den Kopf etwas auf die Seite legend. Student, Soren! Herr Student sollst Du ihn nennen!" wiederholte der Gutsbesitzer mit größtem Vergnügen. Das werde ich thun, H:rr!" nickte Soren. Du hast wohl nicht zufällig gehört, ob irgend Jemand auf der Insel krank ist?" fraate der Gutsbesider. Nein, nur glaube ich, daß ich ein Geschwür im Nacken habe, denn es juckt schrecklich und ist gefährlich groß," antwartete Soren. Ich werde es meinem Sohn Paul sagen," äußerte der Gutsbesitzer sichtlich zufrieden. Denn Tu weißt doch wohl, daß er auf gutem 23cge ist, ein Doktor zu werden. Aber es ist wohl nicht nöthig, ihn so zu nennen, -denn er ist ja eigentlich noch kein richtiger Doktor." Das verstehe ich wohl, Herr. Das. was einer nicht ist, soll man ihn auch nicht nennen!" antwortete Soren zustimmend. Ja, ich lege Dir keinen Zwang an. Soren!" fiel der Gutsbesitzer schnell ein. Du magst ihn nennen, lote Du Lust hast." Danke, Herr! Dann will ich ihn Paul nennen, wie ich's gewohnt bin. das gefällt mir am besten!" antwortete Soren, worauf der Gutsbesitzer sich umwandte und fortging, aber mit einer Miene, als ob er doch nicht völlig mit Sorens Bereitwilligkeit zufrieden wäre. : Es war wie Poesie über die schneeweißen Laken gekommen, die Madame Bruö auf ihre Gastbetten breitete, und in die duftenden Gerichte, mit denen sie in ihrer Küche beschäftigt war. eine Poesie, die nicht nur ihren verklärenden Schein über ihr treues, mütterliches Antlitz warf, sondern sie auch verleitete, sich verschiedene kleine poetische Freiheiten zu nehmen, die sie unter nüchternen Verhältnissen für völlig unzulässig in ehrbaren und rein praktischen Dingen angesehen haben würde. Einmal mußte sie sich dabei ertappen, wie sie mühsam versuchte, ein Oberbett in , einen ganz kleinen Kissenüberzug zu stopfen, so lächerlich es auÄ war, anzunehmen, daß er dafür bestimmt sei, und ein anderes Mal machte sie einen verzweifelten Versuch, Pfeffer aus einer leeren Büchse zu schütten, natürlich sehr verwundert, daß der gestoßene Pfeffer nicht herauskommen wollte, bis sie dann ihren Mißgriff entdeckte.
als sie sah, wie Elfe mit einem schelmisehen Lächeln auf den Lippen diese Anstrengungen beobachtete. Da mußte Madame Vrus beschämt die Pfefferbüchse hinstellen, während sie halb lachend. halb mit Thränen in den Augen und aanz mit dem Aussehen eines jungen Mädckcns bekannte: Ich freu? mich so unsagbar, meinen Jungen wiederzusehen. Ist das so dumm von mir. Elfe?" Nein, liebe Tante! Du weißt selbst nicht, wie gut Dir das steht!" beeilte sich Else zu antworten, indem sie zur Bekräftigung den Arm um der Tante Hals legte und sie zärtlich küßte. Madame Brus sah sie lächelnd an und fuhr gedankenvoll fort: Ja.-ist's nicht wunderbar, Else? Mir scheint, ich halte noch mehr von Euch allen, jedesmal, wenn ich an ihn denke. Ich bin so innig froh und dankbar für mein stilles, gesegnetes Heim, und am meisten sehne ich mich nach Paul, wenn ich sehe, wie groß und süß und hübsch Tu geworden bist." Nicht dcch. liebe Tante antwortete Else tief erröthend, indem sie sie noch einmal küßte.' Aber Madame Brus hatte trotzdem recht; denn der Zauber-
stab, der in einer schonen Junizeit dornige und wild gewachsene Rosenbüsche mit dem Flor allen Liebreizes bedeckt, hatte gerade in diesem Juni auch die kleine Else erreicht und sie sanft berührt, selbst in der bescheidenen Einsamkeit, in der sie wohnte. Es war eine Feinheit und Anmuth wie Blumenstaub auf ihre Wangen gekommen, die hohe, etwas eckige Figur hatte sich plötzlicb zu weichen Formen gerundet, und das kurze Kleid fiel jungfräulich über die leichten Füße hernieder. Ein Sonnenstrahl war in dem prosaischen alten Hof. sei es, daß ihre anmuthig? Gestalt flink und behende durch Küche und Stuben schlüpfte, oder ein heimlicher Traum seinen stillen Glanz über die klaren Augen in einer unbewachten Stunde hineinstahl. Und gerade das war in den letzten Tagen so häufig der Fall wie sonst nie, woraus man schließen konnte, daß Jungfer Else es war ganz von selbst gekommen, daß alle Inselbewohner sie nun so nannten ihr Theil Sehnsucht und Erwartung hatte so gut als jede? andere. Daß dies bei einem so jungen und hoffnungsvollen Herzen der Fall war. !Zkß sich allerdings ohne Schwierigkeit erklären; aber was den alten Schulmeister betraf, so war es nicht so leicht zu verstehen. Von dem Augenblick an. wo er Pauls Brief über den zwiefachen Besuch gelesen hatte, war es, als ob der Zauberstab auch seine ergrauende Vestalt berührt habe. : Ein fieberhaftes Leben war über seine runzeligen Züge gekommen, aber ob Lachen oder Weinen dahinter spielte, war unmöglich zu unterscheiden. Sein Rücken, der nun ein bischen mehr als vor sieben Jahren gekrümmt war, begann sich förmlich aufzurichten, und sein Rock, der vielleicht ' etwas fadenscheinig geworden war, bekam plötzlich ein unverkennbares Gepräge von Sorgfalt. Ein unruhiger Eifer und eine Beweglichkeit lag in seiner Haltung und in seinem Gang, wenn er geschäftig und glühend umherlief, um der ganzen Insel die Neuigkeit zu erzählen, und die steifen Vatermörder, womit er sich sonst nur Sonntaas beim Gottesdienst in der Kapelle auszuzeichnen pflegte, waren bei dieser Gelegenheit zu einem Alltagsschmuck geworden. Kam da ein Duft wieder von den verwelkten Blumen seiner Jugend, um ihn zu grüßen? Erfaßte ihn eine plötzliche Sehnsucht, wieder einem Schimmer von der Welt zu begegnen, der er entsagt hatte, ode? sehnte er sich nur wie die anderen ungeduldig nach Paul? Sicher war der Schulmeister vor Spannung und ErWartung wie um zwanzig Jahre jünger geworden,, und doch mischte sich in das alles etwas wunderbar Wehmuthiges und beinahe Furchtsames. Und alle diese Erwartung wurde nicht getäuscht, als endlich das Boot gelandet war und Paul die väterlich? Erde wieder unter seinen Füßen hatte. Die Puppe war geplatzt, und der Schmetterling hatte sich bunt und glänzend daraus entfaltet. Er war wie mit einem Schlage einen ganzen Kopf größer geworden, die edrungenen Formen hatten sich schlank und zierlich gestaltet, die runden, strotzenden Backen waren schmäler geworden und hatten einen bräunlichen Schimmer angenommen, der an den frischen Flaum der Pfirsiche erinnerte. Der heimische Schnitt des Rockes hatte nnen elegan ten Schwung bekommen, dazu trug er Band und Mütze und war von einer unendlichen Jugendfrische. Er war ja seit einem Jahr Student gewesen und fast einen Monat in's Hospital gegan gen. So kam er mit gewöhnlicher und ungewöhnlicher Entwicklung, mit klas sischer und fachmännischer Bildung. Der Gutsbesitzer hatte allen Grund. seinen Sohn, den Doktor, mit Freuden willkommen zu heißen, und billiger weise muß man es den mütterlichen Gefühlen von Madame Brus zugute halten, daß sie ein wenig ; heimlichen Stolz darüber nicht unterdrücken konnte, daß nicht einmal der richtige Kopenhagener Student sich so kopenhi gensch ausnahm wie ihr lieber Paul. Hübsch und gut mochte das Gesicht des Studenten cn und für sich wohl sein, das mußte sie willig einräumen, aber es lag ein gewisser Mangel an Schneidigkeit über ihm ausgebreitet. Das struppige Haar, das offenbar die Erlaubniß hatte, sich zu tummeln, wo es wollte, der jugendliche Bart, der frei über das ganze Gesicht hervorguckte, ! die etwas gedrunaene Figur und die
augenscheinliche Gleichgiltigkeit gegen, die Form, wovon die Kleidung Zeugniß ablegte, vertrugen keinen rechten Vergleich mit ihrem schlanken, eleganten Sohn, wenn sein Gast auch noch so eingeboren" war. Sie wußte ja nicht und konnte auch nicht wissen, daß der fremde junge Geistliche unter diesem bescheidenen Aeußeren eine glühende Seele verbarg, die sich voll geistlichen Reichthums fühlte und danach verlangte, ihn vor den Augen der Welt auszubreiten, und daß er mit dem bestimmten Vorsatz gekommen war, die Insel durch große Erscheinungen und Worte der Beredlsamkeit in Erstaunen zu setzen. Sie ahnte nicht, daß die Schüchternheit, die etwas drückend auf seinem Wesen ruhte, nicht ganz frei von einem bischen inneren Selbstgefühls war. das wohl wünschte, den äußeren Schein zu verachten, aber sich doch nicht ganz von seiner Macht losmachen konnte. Und doch war im Grunde etwas Gutes und Warmherziges in "ihm, und als deshalb Madame Brus sich erst an dem Gedanken erfreut hatte, daß er gern wie ihr Sohn aussehen möchte, aber dazu nicht im Stani. r c , . . y-jf.t..T. C a
oe t, uno zugleich oen ajiut oaraua gezogen hatte, ban derartiges wenige? auf äußere Bedingungen ankomme, als auf naturliche Begabung, da beeilte sie sich, liebevoll daran zu denken, daß er der Sohn einer Wittwe sei und vielleicht nicht einmal die Mittel habe, um elegant aufzutreten, und das machte ihren Willkommensgruß doppelt herzlich und aufrichtig. Aber hatte der Gutsbesitzer recht gewußt, wie er hier im Begriff stand, eine glühende Freiheitsflamme an seinen Herd zu führen. dann wurde er demneuenHausgenossen vielleicht die Hand nicht gar so herzlich geschüttelt und nicht mit so ruckhaltloser Gastlichkeit gesagt haben: Seien Sie willkommen. Herr Student, und nehmen Sie meinen Dank dafür, daß Sie auf unserer Insel Umschau halten wollen. Sie ist klein und einfach, aber so, wie sie ist, steht sie Ihnen von einem Ende 613 zum anderen zur Verfügung." Daß Jungfer Else eine jungfräuliche Schüchternheit zeigte, als sie zum ersten Male zwei solche junge Herren begrüßen sollte, wenn auch der eine von ihnen ihr Vetter und der Kamerad ihrer Kindheit war, ließ sich wohl verste&w, aber was mit dem Schulmeister vorging, als die Reihe auch an ihn kam, den Herrn Svane auf der Insel willkommen zu heißen, das war wieder unbegreilich. Er. der sonst der beredteste und entgegenkommendste alte Schulmeister von der Welt zu sein pflegte, der stets für jeden ein freundliches Lächeln und ein gutes Wort bei der Hsnd hatte, er stand nun mit zitternden Lippen vor dem jungen Fremden und konnte nur einen linkischen Versuch machen, ein paar abgebrochene und unzusammenhängende Worte zu stottern. Und während das Licht, obgleich es gegen Abend war, ihm in die Augen schien.so daß er blinzeln mußte, ging die sonderbare Bewegung, die zwischen Lächeln und Thränen zitterte, wieder über seine Züge. Unzweifelhaft hätte sein Benehmen Erstaunen erweaen müssen, wenn nicht Paul sehr gelegen das Schweigen unterbrocken und bemerkt hätte: Die Geistlickeit ha! gewiß großes Verlangen, etwas zu essen zu bekommen. Die See war etwas schwer für sie, aber sie ist vom alten Wikingergeschlecht und erholt sich wohl, wenn sie etwas zu ihrer Stärhing erhält." Ein leichter Aerger flog über Herrn Svanes Gesicht bei dieser leichtfertigen Bemerkung, die ganz zu Pauls gewöhnlichem,ungenirtem Verhalten ihm gegenüber stimmte, aber es war nichtsdestoweniger ein bedeutsamer Wink, der zur Folge hatte, daß sie wenige Minuten später in der gemüthlichen Wohnsiub? versammelt waren. Und es entstand eine Freude auf dem Hos, als Paul mit beredter Zunge seine Anschauungen und Pläne zu entwickeln begann. Ich lerne nicht für's Examen!" äußerte er, den Kopf schüttelnd, auf die sorgliche Frage des Gutsbesitzers, wie cs in dieser Hinsicht stehe. Nicht, Paul? Was zum Henker machst Du denn drüben?" fragte sein Vater mit einer überraschten und bedenklichen Miene. Ich studire, Vater!" antwortete Paul mit vergnügtem Lächeln. Ich höre gern alles, was die Herren Professoren mir zu sagen haben, aber ich fcetlje medä gut ohne eine freie, wissenschaftliche Forschung. Ich beabsichtige, Spezlallst zu werden, denn Dc3 ist et gentlich das einzige, womit man heut zutage zu etwas kommt, und ich werd.' mich wohl auf Brust oder auf Magen werfen, oder vielleicht auf beides. Ich werde genöthigt sein, um der Wissenschaft willen einen kleinen Abstecher nach Frankreich, Teutschland und viel leicht nach noch einigen anderen Ländern zu machen, denn unsere Hospitäler hierzulande lassen meiner Meinung nach viel zu wünschen übrig." Ja, aber erst das Examen, Paul! erklärte der Gutsbesitzer, der es noth wendig fand, in diesem Punkt streng zu sein. Das versteht sich! Das mache ich natürlich zuerst!" antwortete Paul mit emer Handcewegung, die seinen guten Vater vollständig beruhigen sollte. Und es lag em solcher Duft von Jugendübermuth in seiner Sprache, daß es fast schien, als sei dies alles zusam men schon gethan und besorgt. Das Gesicht des Gutsbesitzers strahlte, Madame Brus lauschte mit stiller Mutter freude, Else vergaß ihre Schüchternheit
und sah ihren fröhlichen jungen Vetier lächelnd an. und der Schulmeister, der
sich nun einigermaßen crefaßt hatte. rieb sich die Hände und richtete sich voll froher, lieoevoller Theilnahme in fei nen Vatermördern auf. Q) indessen der jung: Geistlich: sich ebenso glücklick frr.il. n suyne, ir em.e anoere rage. vJian Mut mcht alauben sollen, daß er der warme Bewunderer des Wortes sei, der er doch war, wenn man hörte, wie unbeholfen und schwerfällig jedesmal die Antworten von seinen Lippen kamen, wenn m der Gesellschaft eine freundliche Frage an ihn gerichtet wurde. Er hatte, wie aesaat. die Absicht gehabt, die Insel in Erstaunen zu setzen, aber der Erfolg war, daß er bei der ersten Begegnung verlegen und schüchtern dastand. Er ärgerte sich über Pauls Zunge, die wie eine Speiche im Rad lief, und konnte nicht begreifen, wie Jemand an so leichter Waare Gefallen finden konnte. Aber jedesmal. wenn Jungfer Elses leichte Gestalt und strahlendes Lächeln durch die Stube glitten, konnte er nicht unterlassen, ihr mit den Augen zu folgen, und ebensowenig konnte er es lassen, sie mit tief erröthenden Wangen jedesmal, wenn er sich dabei ertappt glaubte, wieder niederzuschlagen. Unter diesen Um ständen genirte es ihn obendrein, wenn sein Blick zur Seite fiel, wo der Schulmeister saß, unausgesetzt dessen Augen mit einem fragenden, halb bittenden Ausdruck auf sich gerichtet zu sehen. Das war ihm ungemüthlich, und deshalb war es ganz naturlich, daß ihm der Schulmeister weniger gut gefiel und ein stiller Argwohn in ihm ausstieg, daß er möglicherweise zu der alten, geistlosen Schule gehöre. Trotz aller seiner Vaterfreuden hatte der Gutsbesitzer doch seine recht trifti gen Grunde, sich etwas gereizt zu fuhlen. als er sich als Wirth an das Ende des wohlbesetzten Tisches setzte. Infolge seiner Vollblütigkeit hatte er nämlich Neigung zu Schwindel und Blutandrang zum Kopf, weshalb ein unbarmherziger Arzt ihm verschrieben hatte, jeden Morgen bei nüchternem Magen eine gewisse Meng: Wasser zu trinken und den übrigen Theil des Tages eine sirenge Diät zu halten. Er war gerade mitten in der Kur und voll gerechtfertigter Erbitterung darüber. Hier will er nun verlangen," rief er mit einem ärgerlichen Blick auf all die schönen Sachen, unter denen der Tisch sich bog, daß man sich mit einem lumpigen Ei und einem armseligen Bissen Franzbrot zu seiner Abend mahlzeit begnügen soll. Damit sei: man ja weder leben noch sterben! Rein, da halte ich es mit des Schulmeisters Kur. Er rieth mir, manchmal ein paar von seinen Tropfen zu nehmen, wenn es mir selbst räthlich schiene und ich Lust dazu hätte, und im übrig: Beefsteak zu essen und Portwein zu trinken, um zu Kräften zu kommen. Was sagst Du nun, Doktor?" Bei dieser Wendung warf der Schulmeister ängstlich verstohlene Blicke auf den jungen Arzt. Es gehörte nämlich zu den Eigenthümlichkeiten bei d:n meisten seiner Kuren, daß er gern suchte, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, was im Allgemein nen großen Beifall auf der unschuldigen Insel fand; aber in diesem Augenblick hatte er das etwas peinliche Gefühl, daß es doch vielleicht kein streng wissenschaftliches Verfahren sci. .Wenn Du Lust fcast" antworte!? der Doktor mit leichtem Achselzucken, eines Tages einen apoplektischcn Anfall zu bekommen, dann kannst Du ja immerhin Beefsteak essen und Portwein trinken, und es ist eine wohlschmeckend: Art, Apoplexie zu bekommen, das kann ich nicht leugnen. Aber sonst thust Du am besten, Dich an die andere Kur zu halten." Der Schulmeister sah verzagt aubei dem Gedanken, daß er das kostbar: Leben des Gutsbesitzers so leichtsinnig auf's Spiel gesetzt habe, und diese? zupfte sich ärgerlich beim Ohr, als er sah, wie die Entscheidung seiner Neigung entgegen ausfiel. Doch war es ihm ein Trost in seinem Unglück, zu bemerken, wie sicher sein Sohn schon seiner Sache war. Und als dersesb: Sohn, nachdem er so der Forderung des Fastens, die sein Beruf an ihn stellte, genügt hatte, obendrein gleich darauf sich milderte und erklärte, daß wir es doch nicht so streng zu nehmen brauchten, weil nun Ferien seien, und sich zugleich bereitwillig erbot, die Verantwortung für einige kleine Ausschweifungen auf sich zu nehmen, da klärte sich das Gesicht des glücklich:. Vaters völlig auf, und er begann mil frohem Eifer von den Gerichten vor sich zu nehmen. Die' Wissenschaft ist nicht so streng in unseren Tagen!" fügte d:r Doktor freundlich hinzu. Sie ist freisinnig und will den Leuten gern klein: xyctu heiten einräumen." Wissenschaft und Freiheit!" rief hier der junge Geistliche aus, da er plötzlich die Gelegenheit sah, sein Sieckenpferd zu besteigen. Die beiden ha ben miteinander noch nicht so viel zu thun. Wünschenswerth wäre es, wenn ein Hauch des Freiheitgeistes, der das Kennzeichen unserer Zeit ist. auch die Wissenschaft etwas befruchten und ihr neue Lebenskraft geben könnte. Aber altväterischer Schlendrian und " ' DK . Fortsetzung folgt.) . r Hindlidx. et n 8 (im Yooloai'scken Gartens: Papa, warum haben denn alle die i . . ' ' . - . i 1 Thiere auch noch einen lattiMjazen via men den verstehen sie a gar nicht!"
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