Indiana Tribüne, Volume 28, Number 304, Indianapolis, Marion County, 15 August 1905 — Page 5

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Letzte Lebenökunst

Von Fritz Erdner. Wir Stolzen, die am Lcbcn leiden, Tcr armen Sinnst uns tief bewußt: Galt' cs vom Lcbcn heur zu stierten, Wir preßten heiß an uns'rc Brust. Mit all dem unerfüllten Hoffen, Mit Scbuld und Qual: (5s ist unö werth I Und wo's am härtstcn uns getroffen. Ta hal's am reichsten uns bcfchccrt. Ihm dankend warm die Sand zu drücken Für all das Weh. für all den Sckcin. Und straff zu wenden dann den Rücken, Laßt unsrer Künste letzte sein! Französische Küche. Von Earry Brachvogel. Kultur" das ist das Wort., mit dem man die Pariser Küche und den ganzen Apparat, dessen sie zu ihrer Erscheinung bedarf, bezeichnen muß. Gerade weil sie so kulttvirt sind, werden die Pariser Restaurants, insbesondere die theueren und theuersten, dem reisenden Fremden, hauptfüchlich dem Deutschen, eine gewisse Enttäuschung bereiten. Nichts von dem Prutf, den Farbeneffekten, dem Gomfort der Neuzeit", die in Berlin eine große Anzahl von nicht einmal kostspieligen Speisehäusern zu Sehenswürdigkeiten machen und dem Gast die sympathische Gewißheit geben, daß Qlles tip-top und nagelneu ist. Tischzeug, Bestecke, Geschir? alles ist gediegen, geschmackvoll, aber durchaus nicht immer letzte Mode. Solch Pariser Restaurant läßt kaum errathen, daß es der Oessentlichkeit gehört, muthet viel eher an wie diesererbte Pracht eines aristokratischen Familiens peisezimmers. So barock es klingen mag auch das Essen in diesen allertheuersien Restaurants muß den deutschen Reisenden enttäuschen. Nicht als ob e seines guten Rufes unwürdig wäre, keineswegs! Aber es ist eben international, d. h., m nahezu jeder europäischen Großstadt oder auch nur grofcen Stadt kann man dieselben Leckerbissen mit genau demselben Wohlgeschmack und denselben Garniturmatzchen haben, wenn man einen auch nur annähernd so hohen Preis bezahlt, wie ihn die Rechnung des abgeschlissenen Lakaien fordert. Steigt bei den Spei sehäusern dtt oberen Vierhundert die Wage zu Ungunsten der Pariser im Vergleich zu anderen Metropolen, so sinkt sie tief, sobald es sich um die Verpslegungsmöglichkeiten der Restbevölkerung von 1.996.600 Menschen ban. delt. Die äußere Ausstattung bleibt freilich hier erst recht gegen die deutschösterreichische Concurrenz zurück, und vergebens würde man in Paris Lokale.im Goldprunk- oder Historienstil suchen, in denen Qualität und Preise der Speisen im umgekehrten Verhältniß zu dem äußeren Pomp stehen. Im Pariser Durchschnittsrestaurant merkt man zunächst, wie verschiedenartig die romantisch-ger-manischen Rassen physiologisch und kulturell sind. Die nicht sehr weitläufigen, engvollgestellten, niedrigen Lokale mit ihrer oft altmodisch-gro-ben, aber immer tadellosen Wäsche, ihrem bunten Blumenstrauß auf jedem Tisch, ihren Spiegelwänden, der gten Luft, sind kleingewachsenen, behenden Menschen angepaßt, die viel uf ihr Aeußeres halten, in Verzllckung gerathen, wenn eine Frau vor vem Spiegel Frisur oder Spitzenjabot zurechtzupft, denen jede Mahlzeit, auch die bescheidenste, nicht Fütterung ist. sondern ein estchen, und deren feine Gewöhnung nimmermehr an Speisen rühren möchte, die sie vor Cigarrendampf kaum sehen könnten. Die Bedienung ist theils männlich aber ohne Frack, sondern., im Jackett und in weißer Schürze theils weiblich. Die Pariser Kellnerin ist ein eigenes erfreuliches Capitel für ich. Das :st ein reizendes, wohlnsirtes Mädchen, das mit seinem beonderen persönlichen Geschmack seine Uniform graues oder schwarzes Kleid, weiße Schürze, weißen Umlegekragen, weiße Haube trägt, ausgezeichnet, ohne Ansehen des Geschlechts und der Person bedient, und dem jeder Gast wohl mit Höflichkeit, keiner mit Zudringlichkeit begegnet. Der Mangel an Kneiptalent hat die Franzosen zu einem hohen Grad der Feinschmeckern gebracht. Während der Deutsche sich daran hat gewöhnen müssen, daß das tägliche Menu seines t n zurcyj aznmsrettauranls jur einen Preis von 12 Mark alles bietet. was einem Küchenchef nur an Zusam menstellung und Zubereitung einfal len kann, speist der Pariser sein Diner zum festen Preis von 1.252 Francs (eine Flasche Wein inbegriffen), das 45 Schüsseln umsaßt, die er aus einer reichen Kategorienkarte nach Belieben zusammenstellt und die immer nach der Speise schmecken, die sie dar stellen, nicht nach einem schaudervollen Universalsaucentops. Dem Pariser ist es nicht die Haupt sache, daß er sich rasch an einem möglichst großen Stück Fleisch den Magen möglichst vollstopft, sondern gemach lich, mit allerlei reizenden, kleinen Verzogerungen erreicht er das Ziel der Sättigung, ohne Verdauungs faulheit und Verdauungssieber. Con servativ, wie er in allen nichtpoliti .schen Dingen ist, liebt er Suppen, die schönen dicken Suppen unserer Großinutter, ohne trügerisches Zwiebölbraun, mit einem sanften Embonpoint von Gerste, Reis oder Gemüsen,

Mll oem Mylgemacr von ftietja, Wurzelwerk und weiser Würzung. Nach ihr stürzt er nicht gleich mit Kriegergier - auf den sattmachenden Braten los, sondern hält sich erst noch bei dem pikanten Esors d'oeuvre aus, das aurf) dem einiacksten Mabl nicbt fehlen darf. Das Fleisch wird am Spieß oder auf dem Rost gebraten, ermangelt also der Sauce, wird auch nicht vom Gast selbst bis zur Unkenntlichkeit in Kartoffeln, Gemüse oder Salat herumgetunkt, sondern meist nur mit roher Kresse oder Zichorie gegessen, denn Salat und Gemüse stellen für den kundigen Esser je ein besonderes Gericht vor. .Den Salat bereitet sich der einzelne mit den nöthigen Ingredienzien nach eigenemGeschmack. Kalte Zwischengerichte fehlen nie: kalter Braten mit Mayonnaise, Halbgefrorenes in zierliche Röllchen oder

Formchen gepreßt. Von .dem, was der Süddeutsche Mehlspeise" nennt, hat der Franzose keine Ahnung. Souffles, Omelettes, ja! Auch sehr süße Kuchen, die besser aussehen, als sie schmecken. Ersatz dafür findet er in der verschwenderischen Auswahl der prächtigsten Obstsorten, in Käsen, von deren Gute und Namen das Ausland kaum eine Ahnung hat, vor allem aber in dem überall und von jedermann beliebten (Sterne d'Jsigny, einer Art säuerlichen Schlagrahms, der besonders im Sommer, zu Himbeeren oder Erdbeeren gegessen, Pracht voll schmeckt. Wundtkes Frühlingspartie. Berliner Skizze von Georg Kreffe. ' Nun, weeßte Willem", Frau Meisier Wundtke stemmte resolut die Fäuste m die Husten, morgen Mit dem Ausflug, da kann's nischt sein. Denn erschdens is et Donnerstag, wo ick mit die Wäsche zu thun habe und zweetens is Mamertus, das is einer von die kalten Tage". Willem stellte ärgerlich das Bügeleisen zur Seite. Und es wird doch was sein", antwortete r ärgerlich, denn erschdens kannst Du Dir das mit de Wäsche auch anders einrichten und zweetens, was Dein' Mamertus anbelangt, uff den pfeif' ick. Seit Falb dod is, hat sich's das Wetter janz andersch eingerichtet." Die Frau versuchte zwar noch eine Anzahl Gründe gegen den geplanten Ausflug vorzubringen, aber Willem verstand sie alle zu widerlegen. Und der Himmel that Meister Wundtke den Gefallen, die Sonne strahlte in hellem Glänze, und die Strahlen wärmten sogar, wie der Meister behauptete. Er warf sich also in kürzester Frist in seinen Sonntagsstaat und machte sich mit seiner Frau, die inzwischen den traditionellen Eßkorb" bis an den Rand mit Semmeln und Stullen gefüllt hatte, auf den Weg nach dem Bahnhofe. Nach dem landesüblichen Gedränge hatte man sich auch Fahrscheine und Plätze in einem Wagenabtheil erobert, und nun qing's mit Damps hinaus in den Wald. Zuerst kam der kurze Spaziergang um den See, über den eine ziemlich frische Brise strich. Alle Wetter". knurrte der Meister und schlug sich den Kragen seines dünnen Röckleins in die Höhe, da hätte man sich eigentlich sei nen Ueberrock mitnehmen müssen . Dtti hast Du ja mitiehabt", fuhr die Frau herum, ick hab Dir'n ja noch ledern Arm lehanaen. Dunnerkiel", der Meister ' machte ein sehr verdutztes Gesicht. Den muß ich reine weg im Bahnwagen haben lleien lassen. Na, denn mal los. Trapp und Galopp nach die Station zurück," ei ferte die Frau und stellte den Eßkorö beiseite, da meldest Du Deine Dussei beim Aorsteher. Meister Wundtke machte Kehrt und setzte sich in Lausschritt. Du!" rief ihm seine Frau noch nach, ick schien dere immer voraus in's Forsthaus, dort warte ick uff Dir. Bald war der Meister im Gebüsch verschwunden, und seine Frau setzte den so jäh unterbrochenen Marsch fort. Das Forsthaus hatte sie erst kurze Zeit erreicht, da trabte auch schon wieder ihr Mann heran. Er war ganz außer Athem, und der Schweiß perlte ihm von der Stirn. Ick habe allens gemeldet, keuchte er, vorläufig is der Ueberrock nachPots dam spazieren jefahren. Mutter lang mal den Eßkorb rieber, und trinken werden wir zuerscht 'ne kleene Weiße und weil ick so erhitzt bin, 'nen großen Kümmel. Der Kellner brachte das Bestellte. Schönchen", schnalzte der Meister mit der Äunae. .hierzu wird 'ne Stulle mit Schlackwurst prächtig schmecken. Na, Mutter, wo bleibste denn?" rief er in den Garten hinein. Es dauerte eine ziemliche Weile, ehe die wieder auf der Bildfläche erschien. Raus mit die Stullen", verlangte der Meister, her mit dem Eßkober!" Ja,. wenn det so leicht wäre", meinte die Frau und machte ein sehr beirllbtes Gesicht, ick kann den Eh. korb nich finden, der is fort." Hast'n etwa dort schdehen lassen. wo wir uns vorhin getrennt haben?" Das wäre meeglich. Ja, ja, 's wird sckon so sind. Den hol' ich so fort wieder", und ehe der Meister seine Frau zurückzuhalten vermochte, war die schon zum Thor hinaus. Nach einer Weile stand der Meiste, aus und trat an das Gartenthor. Na

ja, da unten kam seine Frau, und den

Korb trug sie auch in der Hanv. ic hatte also augenscheinlich mehr Glück gehabt wie er mit seinem Ueberzieher. So, Mutterchen, na, das ist famos, daß das Essen jetzt endlich losgehen kann." Hat sich was mit 'rn Essen!" stöhnte die Frau. Nu, der Korb ist doch da," sagte der Meister erstaunt. Da ist er schon", lautete die trübselige Erwiderung, aber leer ist er aucb." Nich meechlich". sagte Meister Wundtke. Doch, überzeuge Dich selbst", die Frau hielt ihm den Korb unter die Nase, in dem sich nichts weiter befand als ein Häuflein zusammengeknülltes Stullenpapier. Na, wo sind denn die ganzen Essalien hin?" fragte der Meister.Kann ich mit Bestimmtheit mcy sagen", lamentirte die Frau, nur als ich an dem Korb bald heran war, sprangen zwei Handwerksburschen aus dem Grase und machten sich, noch mit vollen Backen kauend, eiligst davon." Die Spitzbuben, die sin's jewesen," tobte der Meister, wenn ich sie erwische, verklopf' ich sie windelweich." Werden gerade so dumm sein, sich von Dir greifen zu lassen", die Frau warf den Korb ärgerlich in die Ecke, dann mußt Du eben hier ein paar Stullen bestellen." Wünscht Du nicht vielleicht ein Sahnenfileh?" höhnte der Meister, damit uns die Frühlingspartie nur ja nicht zu billig kostet? Kellner, zwei Käsestullen un noch 'nen Jroßen!" Die Partie würde gar nicht so theuer werden", wandte die Meisterin ein, wenn Du das Kümmeltrinken sein lassen würdest." Da hatte sie aber die Achillesferse ihres Mannes getroffen. Wis?" fuhr er auf, na. das wär' ja das Aller - Allerneueste. Das Oberhaupt der Familie Wundtke soll auf der Frühlingspartie nich 'mal 'nen Jilka schmettern dürfen?" Und wüthend stürzte er den Inhalt des Glases in die Kehle. Seine Frau machte eine begütigende Handbewegung. Nee, jrade bin ick nich stille", tobte der Meister weiter, jejen so 'nen Unverstand von 'ne Frau muß im janzen Lande 'ne Protestbewegung anjesacht werden. Bei so 'ne jrimmige Kälte, wie sie der Eismann jedes Jahr zu bringen pflegt, soll, ick nich mal 'n bißken von innen mir erwärmen? Willst mir woll als todte Leiche wieder nach Haus bringen, du blutdürstiges Jeschöpf? Nee, daraus wird hei! noch nischt. Damit mußt de denn dir noch gedulden. Der Kellner brachte die gewünfchten Stullen, die der Meister mit mißiranischen Blicken musterte. Det soll Käse sin?" schnauzte Meister Wundtke weiter, der besteht ja aus lauter Löcher! Wenn Sie meenen, det ick Jhnen die mitbezahlen werde, da sin Sie aber sastig im Irrthum. Jber' diese Lodderwirthschaft hier werd' ick wat in die Zeitung setzen lassen, so 'ne Bedriejerei. . ." Ach entschuldigen", unterbrach der Kellner, der seine Pappenheimer schon kannte den Redeschwall, den Kummel hatte ich vergessen mitzubringen." Und als der vor dem Meister stand, glätteten sich sofort die Wogen seines Zornes. Sie, Fritz", lobte er den Kellner. Sie könn' so bleiben. Na, siehste, Mutter", wandte er sich an sei ne Frau, ick bin nich der Mensch, der Talente unterschätzt. Allens, was recht is: Schenie bleibt Schenie". Und lachend bezahlte er die Zeche und spendete einen Nukel Trinkgeld. Nu werd'n wir in 'n Wald jehn. Wenn mu's zu kalt wird, kommen wir bald wieder, denn det eene is jewiß: det Forsthaus is de beste Kneipe im zanzen Jrunewald." ...Noch war keine Stunde verflossen, da landete das Paar schon wieder im Forsthaus. Et is herrlich in die schöne, jriene Natur", erzählte Meister Wundtke. Ick hätt' mir zu jern den lanzen Tach mang die schienen Bau me rumjetrieben, aber's sind ja noch zwee Kälten draußen. Na also, 'ne kleene Weiße. . ." Un 'n jroßen Kümmel", setzte die Frau Meisterin hinzu. In dieser Weise verlief der Nachmittag ganz harmonisch, und als die beiden den Bahnhof wieder erreicht hatten, war auch schon der Stahons Vorsteher da. Meister Wundtke aus Berlin, Ihr Ueberrock hängt schon seit Mittag in meinem Bureau. Sie können lhn dort m Empfang nehmen. Siehste, Mutter." erklärte der Meister pathetisch. Jott verläßt die Berliner nich. Un was det nächste Jahr is, da mach'n wer am Mamrtus zrade wieder 'ne Jrunewaldpartie!" Bei Gelegenheit. Varonesse Fisi hat Dir ja die Hand für's Leben gereicht!?" Ja und sich gleich ein paar Brillantrinae daran ge wünscht!" -r Höchste Ironie. Richter: Warum haben Sie den Einbruch begangen?!" Gauner: Ich brauchte Geld zu einer Erfindung!" Richter: Na, das ist wirklich gelungen, waö wollten Sie denn eigentlich erfinden?" Gauner: Emen diebessiäxren Kassen schrank!" -

Der von Vremerhaven in Baltimore angekommene Dampfer Chemnitz" hatte unter seinen Matrosen Emil Bähr aus Westfalen. Bähr war auf der Ueberfahrt eines Morgens

an der Seite des Damrners mit dem Anstreichen beschäftigt und batte sich ein oben auf Deck befestigtes Seil um oen llderkorper geschlungen. Aus un aufgeklärte Weise rutschte ihm die Schlinge des Seiles über die Schultern nS r ftitv-ila Aul (T. OfrTtrPi v iutgiv lli 9 CUUl4. vvijui sofort ein Boot ausgesetzt und der Dampfer eine Stunde lang zum Stillstand gebracht wurde, gelang es nicht, den Mann zu retten. Bähr war 24 fVj - -f i i r f 5 r i - ayre au uno icyon lungere 3i m Diensten des .Llond". Seme Eltern sind todt, doch hinterläßt er mehrere Geschwister. Bei dem Versuche, die sogenannte Bären -Höhle an der Bahn oberhalb Rockwood. Md.. zu erforschen, kamen Pastor Cartwright, Wesley Wlley und drei Damen Namens Irma und Ethel Dick und Franziska Cupp nahezu nm's Leben. Während die Gesellschaft sich weit in die Höhle hinein gewagt hatte, schoß in Folge eineö Gewitters ein Bergström durch eine Oeffnung in das Erdinnere und füllte den Ausweg mit Wasser. Die Fünf versuchten sich erst aus einen Felsvorsprung zu retten, doch sie mußten in Folge herabstürzenden Gesteines fluchten und wateten bis an die Arme im Wasser nach dem Ausgange zu. Sie hielten sich gegenfettig fest, um ntcht von der Strömung umgerissen zu werden. Sie hatten nur eben den Ausgang erreicht, als ein heftiger Blitzschlag in einen Baum vor der Höhle fuhr und die herabstürzende Erde den Eingang verschüttete. Waren sie eine Minute länger in der Höhle geblieben, dann wären alle Fünf unrettbar verloren gewesen. Ueber einen eigenartigen Diebstahl wird aus Newark, N. I., berichtet: Vor einigen Tagen wurde in Bayonne am Fuße der 31. Str. ein mit Ziegelsteinen beladener, Wagen umgeworfen und die Ziegel versanken im Wasser. Friedrich Koepke. 14 Jahre alt, der in jener Gegend als der beste Taucher bekannt ist. tauchte so oft unter, bis er. so viel Ziegel heraufgeholt hatte, als sein Vater zum Bau eines Schornsteines nöthig hatte. Er konnte jedesmal nur zwei Ziegelsteine herausholen, und man kann sich dahr denken, daß es kein geringes Stück Arbeit war, das der Knabe verrichtete. Später stellte es sich heraus, daß die Ziegelsteine Eigenthum von Thomas Brady, dem. Sohne des Bürgermeisters von Bayonne seien. Sobald dieser erfuhr, daß Koepke den größten Theil der Ziegel aus' dem Wasser herausgeholt , hatte, ließ er den Knaben und seinen Vater verhaften. Der Necorder , hielt Beide für das Verfahren der,Grand Jury fest, welche entscheiden soll, ob hier ein Diebstahl vorliegt. Ueber eine schmachvolle Keilerei zwischen Bundesmilitär und Civilisten wird aus Baltimore berichtet: Ein Wortwechsel, welcher am Sonntag auf'' dem Dampfer Rock Creek" zwischen einer Anzahl Soldaten und Civilisten wegen der Schießerei auf Hammond's Wcrfte, bei welcher der Soldat Patrick Cummings erscrossen wurde, anfing, führte später zu Fair-View zu einer Prügelei zwischen den beiden Parteien, bei welcher die Soldaten den Kürzeren zogen. Während der Fahrt hatte einer der Civilisten einen Soldaten einen Hundefänger genannt, und kaum hatten die Passagiere das Ufer erreicht, als es zwischen den Beiden zu Thätlichkeiten kam. Eine Anzahl Soldaten eilte ihrem Kameraden zu Hilfe, und dies war das Signal zu einer allgemeinen Keilerei, bei welcher Steine. Biergläser, Stöcke und Todtschläger als Wassen dienten. Der-Kampf tobte beinahe eine halbe Stunde lang, und schließlich wurden die Soldaten m die Flucht ge schlagen. Etliche der ihrigen flohen in ihren Kleidern rn das Wasser hinaus, wohin ihnen natürlich die Civilisten nicht folgten. Mehrere Frauen wurden vor Schrecken ob der unerhörten Hergänge ohnmächtig. In einigen Hotels in Asbury Park bei Newark. N. I., ist seit dem Beginn der Campagne gegen den Spirituosen-Berkauf fogar das Wasser theurer geworden, und die Gäste, darunter selbst viele Temperenzler, sehnen die guten alten Zeiten wieder herbei. Gegenwärtig ist es in einigen Hotels schwieriger, ein Glas Eiswasser zu erlangen, als früher ein Glas Bier, und gegen die Wassersnoth in einzelnen Hotels giebt es nur ein Mittel und das Mittel heißt: Bezahle! Zuerst wurde die Wasserzufuhr der Eiskllhler abgeschnitten, und Durstige waren aus Sooa - Wasser - tfomau u r l-. ex . I nen ngewiei. en, ooer ne inuijien i nem Laufjungen ein Trinkgeld geben, um einen Schluck Eiswasser zu bekommen. Früher wurde Eisthee und EisKaff in großen Gläsern servirt. Jetzt muß man mit mittelgroßen Gläsern vorlieb nehmen. Handtucher werden sehr sparsam ausgetheilt und jedes Bad kostet 60 Cents. Bis Mayor Ten broeck veranlaßt wurde, den Kreuzzug gegen die Uebertreter des Spirl tuosen-Gesekes zu unternehmen, wa xtA die Bäder frei. Die Hoteliers erklä1 ! m wm m f unumwunden, dan ne ncy aus u gen, eine Art helfen müssen, nachdem die Einnahmen der Bar" abgeschnit-

tensind. I

Am Hochzeitstage des deutschen Kronprinzen wurden den Werkmeister Urbanczik'schen Eheleuten in Ratibor - Hammer zwei Knaben geboren. Mit Rücksicht auf die Bedeutumz dieses Tages wandte sich U. mit

der Bitte an den Kronprinzen, bei den Neugeborenen die Patenstelle zu übernehmen. Der Kronprinz sagte dem glucklichen Familienvater die Ersullung seines Wunsches zu und gestattete, daß sein Name m das Kirchenbuch eingetragen werde. Gleichzeitig ließ der Thronfolger den kleinen Weltbürgern ein Pathengeschenk von le 30 Mark zugehen. Das neue lenkbare Luftschiff Lebaudys stieg dieser Tage in La Ferte sous Jonarre auf, passirte bei heftigem Winde Chateau Thierry um 8 Uhr 50 Minuten, und als das Luftfchlff Epernay um 10 Uhr erreichte, wurde das Wetter besser. Um lV2 Uhr landete das Luftschiff im Lager von Chalons. Als das lenkbare Luftfchiff mit Hilfe von Soldaten, die zu diesem Zweck in die Gondel gestiegen waren, fest gemacht wurde, brach ein Unwetter los. Der Ballon zerbrach die Taue und scheiterte an Bäumen, wobei er vollständig aufgerissen wurde. Die in Unordnung gebrachte Maschinerie wurde mit den Soldaten zu Boden geschleudert, doch erlitten diese nur Quetschungen. NeuenSchutzgegen Thea terbrände hat der Chef der Feuerwehr zu Nantes Gonz6 erdacht. Er nennt seine Erfindung Der automatische Feuerwehrmann". Elektrische Apparate, die im ganzen Haus vertheilt sind, ermöglichen, daß in dem Augenblick, da die Temperatur an irgend einer Stelle einen gewissen Grad erreicht, ein Läutewerk hier selbstthätig in Bewegung gerath. Das Publikum Hort diese Glocke nicht, fondern nur eine Centralstation, die mit 3 bis 500 Klappen ausgerüstet ist. Diese zeigen genau den Ort des Feuers an. Zugleich treten aber auch die äutomatischen Feuerlöscher rn Aktion und setzen den gefährdeten Raum völlig unter Wasser. Es sind einfache Wasserleitungen, deren Verschlüsse bei 70 Grad Celsius schmelzen. Außerdem kommt auch ein Apparat zur Verwendung, der die Umwandlung des gewöhnlichen Wassers in kohlensäurehaltiges automatisch bewirkt. Dieses .besitzt bekanntlich eine größere Löschkraft. Das neue System ist bereits bei dem Grand Thatre in Nantes eingeführt, und in nächster Zeit dürsten auch andere französische Bühnen damit ausgestattet werden. Ein droliH?rZwischenfall beim Besuche bcS deutschen Kaisers auf der Stubbenkammer wird unter den Saßnitzer Badegästen viel belacht. Als in Satznitz bekannt wurde, daß der Kaiser den Königsstuhl besichtigen wollte, machten sich natürlich viele Badegäste auf. um dabei zu sein. Die an dem hohen Felsen Harrenden waren sehr enttäuscht, als der Monarch nicht am Königsstuhl landete, sondern auf dem sogenannten kleinen Fischersteg an Land ging und von hier aus den Aufstieg zur WilHelmssicht", einem nahe gelegenen Aussichtspunkte, machte. Ein besonders schaulustiger Kurgast eilte nun nach jener Stelle zu, kam aber auf dem glatten Moosboden zu Fall und kollerte den steilen Abhang hinab. Kurz vor dem Weg zur Wilhelmssicht fand er an einn dicken Buche einen StützPunkt. Aber da gab es für den Abgestürzten, der krampfhaft die Buche umklammerte, einen neuen Schreck: zwei Teckel stürmten bellend auf ihn zu und zeigten nicht übel Lust, ihm zwischen die Beine zu fahren. Erst der energische Zuruf eines Herrn in hellem Sommeranzug hielt sie zurück. Es war der Kaiser, der seine beiden Teckel mitgebracht hatte und nun, belustigt über den drolligen Anblick lächelnd, die ehererbietigen Grüße des Mannes an der Buche erwiderte. w r o y e s vrusseyen yai der Selbstmord der zwanzigjährigen Tochter Rallu des Generals Smolenski, des früheren Kriegsninisters, in Athen hervorgerufen. Seit längerer Zeit zwischen der jungen Dame und ihrem Vater bestehende Zwistigkeiten veranlaßten diese schon im vorigen Jahre, das väterliche Haus zu verlassen und einige Monate in London bei Verwandten zuzubringen. Nachdem sie nach Athen zurückgekehrt war, wohnte sie bei ihrer mit einem höheren Finanzbeamten verheiratheten Schwester, die sich vergeblich bemüht zu haben scheint, eine Versöhnung zwischen Vater und Tochter herbeizuführen. Dieser Tage beaab sich die Lebensmüde zum Friedhos, um sich auf dem Grabe ihrer vor einigen Jahren verstorbeneu Mutter zu erschießen. In der Wohnung hatte sie einen Brief an ihre Schwester hinterlassen, der sie ihr Vorhaben mittheilte und von der das Schreiben bald aufgefunden . wurde. Die Schwester eilte mit ihrem Manne zum Friedhofe; kaum am Grabe der Mutter angelangt, hörte sie in der Nähe einen Schuß fallen. Die Lcbensmüde hatte sich eine Revolverkugel in die rechte Schläfe geschossen. Eine balbe Stunde später verschied sie. Bei ihr fand sich ein Zettel vor, durch den sie den letzten Wunsch aussprach, daß ihre Leiche nicht mehr in lyss Haus ihrer Schwester zurückgebracht werde. Die Beerdigung fand, in Gegenwart ihres Vaters sowie vieler hochstehender Versönlichkeiten und Politiker statt.

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