Indiana Tribüne, Volume 28, Number 303, Indianapolis, Marion County, 14 August 1905 — Page 7

Jndiana Tribüne, I. August 1905

'

o SS

.- TT Ts Tj tt stillen 4J. TT "l ?- TT tt VT Zvafserttj TT ?-4- 4-4- .. jj. TT TT 1. K a p i t e l. er Liinfjcrd breitete seine stillen Jyj Waffer aus, und der Himmel spiegelte slch darin, aber die Schatten spielten aus dem Grunde. An einer der Stellen, wo er am breitesten ist. lag eine kleine Insel, eine halbe oder ganze Meile von den nackten, gelben Halden entfernt, die die südlichen Ufer des Fjords begrenzten, und träumte ihre eigenen Träume. Und von da zog ein zwÄfjähriger Bursch: von untersetzter Gestalt und mit runden Backen unter Gloclenklang in die weite, weite Welt hinaus, um das Glück zu finden und zu gewinnen das ist eine alte Geschichte, die wir alle einmal erlebt haben. Manche Genossen blieben zurück, um denselben langweiligen Kreislauf zu machen, den sie seit vielen Jahren gemach! hatten, doch Paul so hieß der Bursch: würde um keinen Preis mit ihnen getauscht haben das ist wiederum eine alte Gschichie, und Wir Haben's wchl schon alle einmal ebenso gemacht! Aber dieses war eine besondere Begebenheit für die Insel, worüber die Meinungen sehr getheilt waren, und es hätten für jede Meinung Gründe angeführt werden können. Es war im Ganzen' genommen eine vortreffliche Insel, trotz ihrer Kleinheit. Soweit nicht das Heidekraut eine etwas dunkelbraune Wehmuth darübe? ausstreute, war sie grün und unmuthig im Sommer, wenn die Wogen im klaren Sonnenschein sorglos an ihrem Busen spielten oder an den milden, dämmerigen Abenden allerhand verliebtes Zeug flüsterten; grau und schwermüthig dagegen im Winter, wenn die See ihren bittern, salzigen Schaum über sie spritzte, und der Sturm ihr seine Klagelieder vorsang. Aber Sommers und Winters hatte st? den Charakter einer friedlichen Insel, die ihr eigenes stilles Leben lebte, ihre eigenen stillen Kämpfe und stillen Heldenthaten vollbrachte und nur im fernen gedämpften Wogenschlag die Unruhe der großen Welt drauß?n merkte, von der sie sich ab und zu erzählen ließ, daß st: auf der andern Seite der gelben Hald?n ein .sonderbar wildes und aöenteuerliches Dasein führe. Ihre Gestalt war dabei untadelig. Bon ihrem nördlichen, hübsch einwärts gebogenen und abgerundeten (5nde lief sie zu beiden Seiten in ein: Spitze gegen Süden zusammen, und von hie: aus schlangelte stch ein eigenthümlicher, scharf abgeschnittener Pfad weit in den Fjord hinaus, sich übe? den wogenden Spiegel erhebend, wenn das Wasser nicht zu hoch stand; und vom festen Lande kam ihm ein gleicher Pfad entgegen, ohne daft sie jedoch zusammengestoßen wären. Vielmehr verloren sie sich ein klein Stück weit draußen. Man sollte nicht glauben, daß eine solche Gestalt der Anlaß zu Verleumdungen werden könne. Und doch gab es drüben auf dem Festlande Leute, die in ihrem Dünkel beständig ein Vergnügen darin fanden, lügenhafte Gerüchte über sie auszustreuen. Sie erzählten, daß, als unser Herrgott gerade dabei gew:sen. die Welt zu schaffen, und ganz oben bei Skagen begonnen, außerdem den Limfjcrd als natürliche Grenze für des Landes Recht und Gesetz gezogen .habe und nun habe weitergehen wollen, 'ein Fleck, der zu faul wardem übrigen zu folgen, hinten an einem langen Faden hängen geblieben fei, bis der Faden zerrissen, und der ganze Fleck mit dem Faden hinter stch in den Limfjord geplumpst und seitdem in Gestalt dieses bischen Insel dagelegen habe, beständig 'eine kleine Meile hinter der übrigen, fortschreitenden Welt zurück. Aber das waren, wie gesagt, nur lose Reden, die die Insel ganz ruhig verachten konnte. Sie wußte selbst wohl, wie der Pfad ursprünglich dahingekommen war, und im Uebrigen meinte sie und dafür bot ihre ganze Gestalt genügenden Anhalt sei sie im Limfjord ein Herzblatt, dessen Stengel ein langes Stück auf dem Wasser hinausschwimme. Und so lag sie, Aahr für Jahr, tagaus, tagein. und träumte davon, daß sie durchaus nicht nur eine dreieckige Insel sei. sondern sicb sehr gut für den Himmel ansehen könne, der bei ruhiger Betrachtung sich rings um sie, oben sowohl als unten, wölbte. Unter den Bewohnern machten die .Ratten die zahlreichste und bis zu einem gewissen Grade auch die interessantste Klasse aus, denn es waren nicht jene garstigen, scbmutzigbraunen Burschen mit spitzer Schnauze, langgestrecktem Körrer und geschmeidigen Blutsaugereigenfchaften, wie man sie heutzutage überall trifft. Vielmehr waren es die richtigen guten, alten, dänischen, schwarzen Ratten, mit aufwärts stehenden Schnauzen und kurzen, aedrunaenen Formen, ohr e Falsch und bissig wie em Unglück, die von alters her das danische Vaterland durchwühlt haben, bis die vielen Wechselfälle der neueren Zeit auch sie verdrängten. Hart geprüft vom Schicksal und den neuen Ratten, hatten sie endlich hier eine glückliche Zufluchtsstätte gefunden, und die Insel war nicht ganz frei davon, ,polz auf sie. wie auf eine Art vater-

f tt tt tt tt '" VT W W

A

n n K n n n

Aus dcm Dänischen Von C. Rudde TT ft JL .... JJL. TT tS. .... .f... j IC n n n TT TT TT TT TT TT landiicyer Mtertyumer zu lein, uuoüm man auch kam, hatten sie ihre Schlupflöcher, aber ihr Hauptsitz war eine Höhe auf der Südspitze der Insel, Rattenberg genannt. Hier besaßen sie Loch an Loch, wo sie hinaus und hinein fahren konnten, wo sie nach ihrer alten Gewohnheit raufen, pfeifen und auf Raub ausgehen konnten, und tief im geheimmßvollen Innern der Hohe hatte ohne Zweifel der alte, bewährte Rattenkönig fernen gesunkenen Thron wieder ausgestellt und seinen Hof ganz nach seinem Geschmack eingerichtet. Dort schwang er gewiß nach Herzenslust sein gutes Zepter, fraß manchmal zwischendurch einen oder den andern von den fettesten seiner Unterthanen, erlaubte allergnadigst den Uebrigen, einander zu fressen, wenn sie sich darüber vereinbaren konnten, und freute sich in Frieden und Sicherheit darüber, daß es doch noch eine Stätte auf der Welt gab, wo das gute, alte Regiment in seiner Reinheit aufrecht erbalten werden konnte. Ja, die Ratten hatten wirklich alle Ursache, über die kleine Insel froh zu sein, und man konnte deutlich ein förmliches Behagen aus ihrem Pfeifen heraushören. Gleich hinter den Ratten kamen an Zahl die Vögel, kleine Sänger, die nicht zu stolz waren, eme so abgelegene Statte zu besuchen Hänfling und Buchfink, Sperling und Staar. Sie bauten und wohnten in einem kleinen. kurzstämmigen Gebüsch, das an der Seite des höchsten Punktes der Insel gegen Norden wuchs, und dort zwitscherten sie nun nach Kräften davon. daß es lieblich und gut auf dieser Insel zu wohnen sei, denn davon singen die Vögel wunderbarer Weise überall, und dann liegt aucy etwas Schönes. So waren die beiden zahlreichsten Klassen der Inselbewohner sei es nun, daß sie pfiffen, oder sangen darüber einig, ihre Vortrefflichkeit zu preisen, und was die Menschen betras, so waren es allerdings nicht viele, denn die Insel hatte nur ein einziges Gehöft und reichlich zwanzig Häuser, aber so viele da waren, die stimmten hübsch mit ein, und keiner that es mehr als Soren. Dieser ehrliche Kerl war hier geboren und aufgewachsen bis zu einem Alter von dreißig Jahren und nicht minder fest dazu bestimmt, einst an derselben Stätte begraben zu werden, wie seine Väter. Er war Großknechr auf dem Gehöft, das dicht unter dem erwähnten Gebüsch lag. gegen die scharfen Westwinde geschützt, und das nach seiner Ueberzeugung ein Gehöft war, das bequem für zehn ausreichte. Seiner unabänderlichen Meinung nach lag diese Insel genau mitten in der Welt, weil es nach allen Seiten hin akkurat gleich weit war, wohin man auch sein Auge wenden mochte. Er war-fest davon überzeugt, daß der Gutsbestker Vrus. der Eigenthümer des ansehnlichen GeHöftes, ein Landwirth von der rechten Art sei, eifrig, gutmüthig und Vollblut vom Kopf bis zu den Füßen, und ein Mann, der wie ein vollblütige? König auf seiner Insel sein gutes Recht hatte, über all das neumodische Freiheitsgeschwätz die Rase zu rümpfen und zwischendurch einmal sich fo seh? in Hitze darüber zu reden, als er nur Lust dazu hatte. Daß der Mann nicht schon lange Kammerrath oder Kammerherr oder so etwls geworden war, konnte Soren für fein Leben nicht begreifen. und es erwachte bei ihm zuweilen ein schwarzer Ve.oacht, daß Rang und Titel nicht immer nach Verdienst ver liehen würden. Auch würde Soren sei nen Kopf dransetzen, daß die Madame eine so vollkommene Madame sei. wie die Welt nur eine aufzuweisen hatte, und daß nicht einmal die Königin von Dänemark selbst ihrem Manne eine bessere Mahlzeit bereite oder ein saubereres Stück Butter in ihrer Meierei liesere als sie, in welcher Anschauung er allerdings die Königin sonst in allen Ehren der Wahrheit ziemlich nahe kam. Denn Madame Brus war wirklich eine ebenso geschickte und tüchtia Hausfrau, wie sie liebenswürdig und sanft und bescheiden von Wesen war. was die Bewohner de? Insel, besonde?s die Ae?msten unte? ihnen, wohl beweisen konnten und alle Ursache hatten. werthzuschatzen. Doch die größte Bewunderung stete So?en vielleicht fü? den alten Sckulmeister der Insel, denn er war überzeugt, daß er ein Gelehrter sei. de? sei nesgleichen suche, sowohl was seine Geistes- als seine He?zenseigenschasten betraf, 'und er konnte auch für diese Meinung gute Gründe anführen. De? Schulmelster.war nämlich in seiner In. gend Student gewesen und hatte teyauptet, er habe es einmal so w?it ae b?acht, daß er mit X rechnen konnte. Aber arm und alleinstehend, wie er geWesen zu sein schien, hatte d.eses und jenes ihm ein fü? ein U gemacht, so daß er es aufgegeben, den Studien d:n Rücken gewendet und sich dazu hergeqeben hatte. Schulmeister auf diese? kleinen Insel zu werden, wo er nun nach mehr als einem Menschenalter alt und grau geworden war. Als der Schulmeister zuerst nach der Insel gekommen war. soll etwas Un:uhiges xxt ihm gewesen sein, eine Lust.

sich in Sturm und Gefahr hinauszu-

stürzen, wie wenn m ihm ein Gefangener gewesen wäre, der von Zeit zu Zeit einmal etwas an seinen Eisenstangen rütteln mußte. 'Er hatte mit den gewandtesten Inselbewohnern um die Wette gerudert und gesegelt und als ein Lootse gegolien, den an Bord zu haben gut war. wenn der Wind die stillen Wasser aufrührte und die Wellen über den Untiefen schäumten, als ein Steuermann, denen Hand nicht bebie und dessen Wangen nicht bleicher wurden, wenn das Boot auch noch so unbändig tanzte. Die Alten konnten von mancher harten See erzählen die st: Seite an Seite mit ihm durchschnitten hatten, und manch einer hatte damals den Kopf geschüttelt und gemeint, daß es nicht so ganz richtig mit ihm sei. Aber bei alledem wn eine demuthige Milde über ihm ausgebreitet, die ihn unwillkürlich zu ihrem Freunde machte, und während die Jahre dahinglitten, lernten sie besser und besser verstehen. was für einen Mann sie in ihm'bekommen hatten. Es gab keine Sorge oder Freude, woran er nicht ebenso wie sie selbst theilgenommen hätte, und keine noch so kleine Verlegenheit kam über sie, bei der sie nicht ihre Zuflucht bei ihm gesucht. So kam es, daß er als einziger Beamte? der Insel doch gerade so viel werth war wie em ganzer Schwärm. Am Sonntag war er ihr Pastor, denn das Fahrwasser ringsumher war etwas unsicher, und es gab nicht viele Sonntage, wo man zur Pfarrkirche, die an der Küste gerade gegenüber mit ihrem Thurm emporragte, gelangen konnte. Aber wenn die Kirchenglocken drüben läuteten man "sonnte es gerade noch hören und entblößte ehrerbietig sein Haupt bei dem feierlichen Laut, wie die alte Sitte es gebot versammelte sich die Bevölkerung mit dem Gutsbesitzer und der Madame an der Spitze in einer alten Kapelle um. ihren Schulmeister, und dann las er ihnen die Epistel und das Evangelium des Tages vor und legte sie aus so weise oder so einfältig, als er eT vermochte, und fang Kingos Psalmen mit einer Stimme vor, die anfangs stark klangvoll gewesen war, später aber, als das Alter kam, mehr und mehr zitterte, doch stets die Zuhörer wahrhaft erbaute, weil sie sie nun schon so lange gekannt und geliebt hatten. Dann war er ein Arzt, der stets für jeden Fall Rath bei der Hand hatte, und das konnte er auch, denn er hatte ein gelehrtes, altes Buch, wonach er einige Tropfen bereitete, die so gut als eine ganze Apotheke waren. Sie wirkten gleich gut und kräftig, sei es, daß es dem Magen, der Brust oder dem 5lcpf galt, und schmeckten obendrein g'lt hätte er nur etwas Geschäftssinn gehabt, hätte er sein Glück mit den Tropfen machen können, aber den hatte er nun einmal ganz und gar nicht. Dann war er ein juristischer Rathgeber und Tokumentenschreiber, der Vertraute in Familienangelegenheiten und außerdem alles, wozu die Leute ihn haben wollten. Und doch fand er trotz aller dieser Aemter Zeit zu allerhand streng wissenschaftlichen Bestrebungen. Schon seit mehreren Jahren hatte er an der Erfindung einer Bildersprache gcurbeitet, die von allen Leuten ohne Rücksicht auf ihre Sprache gelesen werden könnte, und ein großes Buch ausgearbeitet, voller zierlich kolorirter Versuche hiervon. Ebenso sann er darüber nach, die Frage von der Quadratur des Kreises auf Grund der Halbmonde des Hippokrates zu lösen, und er besaß ein zweites Buch, voll von Anläufen dazu, ohne daß er jemals ganz damit fertig geworden wäre. Diese gelehrten Sachen wurden von Soren mit der größten Ehrerbietung und Bewunderung betrachtet, dagegen war er etwas im Zweifel in Hinsicht auf des Schulmeisters Neigung, Verse zu schreiben und Märchen zu erzählen, deren Sinn zu erfassen ihm gar zu schwer wurde. Aber verständig, wie er war. fühlte er, daß man jedenfalls wohl mit einer einzelnen kleinen Schwäche Nachsicht haben könne bei solch einem Mann, der so viele werthvolle Diensie für einen Lohn von anderthalbhundert Thaler das Jahr leistete, was .allerdings nicht gerade eine unverschämt hohe Bezahlung genannt werden konnte. Mit Recht konnte also Soren ihn als eine Zierde der Wissenschaft für sein Land betrachten und dieses Land glücklich preisen, daß ein solcher Mann dort wohnte. In solchen gesegneten Verhältnissen wuchs Paul, der einziae Sohn des Gutsbeschers Vrus und Kronprinz der Insel, in Gesellschaft seiner ein paar Jahre jüngeren Kousine Elfe auf, die ihre Heimath im Hause des Gutsbesitzers bekommen hatte, weil ihre Eltern gestorben waren, und sie in Folge dessen selbst ohne Heimath war. Treu unterstützt sowohl von ihr, so weit ihre Kräfte reichten, als auch von dem verständigen Soren. tummelte sich Paul lustig auf seinem beschränkten Gebiet herum und genoß sorglosen Sinnes die Freuden seiner väterlichen Insel. Er erwarb sich eine ungewöhnliche Fertigkeit darin, oben auf dem Erntefudcr zu sitzen, trieb es fast bis zur Vollkommenhcit in der Kunst, die Pferde zur Schwemme zu reiten, und war ziemlich erfahren darin, bei günstigem Wetter auf dem Fjord zu liegen und zu fischen. Nicht minder übte er sich fleißig darin. Fallen zu stellen für alle Arten wilder Thiere, als da sind Ratten. Vögel und sogar Füchse, obgleich die letzteren klugen Thiere beständig seinen Bemühungen zu trotzen wußten. In dieser Richtung namentlich war klein Else durcb

ihr; Behendigkeit, ihre Erfindungsgäbe und ihren Eifer im Stande, ihm unschätzbaren Beistand zu leisten. Und weder er selbst noch irgend ein andrer, am wenigsten Soren, träumte von etwas andrem, als daß eine so glücklich begonnene Lausbahn sich auch "in derselben Spur und an derselben Stätte weiter entwickeln würde. Aber da ereignete es sich einmal, daß plötzlich ein Märchen mitten in seinem friedlichen Leben auftauchte und Zerstörung hineinbrachte. Es kam an einem sonnenklaren Frühlingsabend zu ihm durch die Luft geflogen und über's Wasser gesegelt. Else und er faßen mit Soren am Strande, wo sie zum Fischen draußen gewesen waren es war an einem Sonntagnachmittag und die stillen Wasser schienen wie Gold im Glanz der sinkenden Sonne. Der Schulmeister kam wie gewöhnlich dorthin gewandert, etwas gekrümmt und schäbig, und keiner, der ihn sah, würde gedacht haben, daß hinter dieser welken Gestalt ein Abenteuer verborgen sein könne. Welche Gespenster von längst begrabenen Träumen und erstorbenen Hoffnungen hatten sich bei ihm eingeschlichen und auf sein Gesicht das Gepräge der Wehmuth gelegt, die ihn bisweilen überfiel, während er längs des Strandes dahingewandert war und in's Sonnenlicht und die Ferne hinausgestarrt hatte! Unbegreiflich, wie solche Dinge auf tausend Wegen kommen, und nicht einmal ein bemooster, alter Schulmeister auf einer einsamen, kleinen Insel sicher vor ihnen sein kann! Kurz, in demselben Augenblick begannen die Abendglocken drüben von der Küste he? zu läuten, und die Töne kamen leise schwebend über das Wasser mit -einem gedämpften, geheimnißvoll lockenden Klänge, als hätten sie etwas sehr Schönes von dort, wo sie herkamen, zu erzählen. Und als er neben den andern stand und, seine grauen Haare entblößt, darauf lauschte, ging ein wehwüthiges Lächeln über die gealterten Züge des Schulmeisters, und ein Seufzer kam und erfüllte seine Brust; es war. als ob der Seufzer beim Entfliehen die Schwingen des Märchens löste. Als die Töne der Abendglocke

verstummt waren, und die drei wieder beieinander am Strande saßen, kam es von selbst hervor, und Soren war keineswegs ohne Antheil daran. Denn er ergriff zuerst das Wort und bemerkte, daß das Lied nun aus sei. ?!ein!" lautete des Schulmeisters Antwort, ind"' er freundlich sein Gesicht erhob. Es hat erst angefangen. Es ist niemals aus, und das ist überHaupt kein von den Liedern, die etwas taugen." Wo ist es denn geblieben, bitte?" fragte Soren und sah stch trotz seiner Achtung vor der Gelehrsamkeit des Schulmeisters mit einer etwas ungläubigen Miene ringsum. Denn es war in einem so bestimmten Ton gesagt worden, daß man sich hatte schämen müssen, es geradeheraus für ein leeres Geschwätz zu erklären. Nun sind die Töne in die Welt hinausgegairgen an mannigfache Stellen," lautete die Antwort, und dort beginnen sie erst recht ihr Leben. Ich kenne eine Geschichte von einigen Glockentönenhabt Ihr Lust, sie zu hören?" Die Kinder hatten sofort Lust dazu, weshalb sie sich beeilten, näher an ihn heranzurücken. Soren gab seine Zustimmung nach der alten Regel, daß wer schweigt, zustimmt, und der Schulmeister begann: Es saßen eine Menge junger Töne unter einer alten Kirchenglocke und machten sich viele Gedanken darum, was sie wohl in der Welt werden würden. Zwar waren sie selbst noch nh draußen in ihr gewesen, denn ste waren noch nicht richtig aus den Windeln gekrochen, aber sie wußten doch ganz gut davon Bescheid und sehnten sich sehr in die Welt. Obgleich sie nämlich in ihrem Heim auf der Höhe ein stilles und zurückgezogenes Leben in einem kleinen Loch oben im Kircythurm führten, ohne sonderlich andern Umgang und Gesellschaft, als die sie untereinander haben konnten, so gab es doch einen, der ebenso hochgeboren war als sie, und der sie ab und zu besuchte sie waren, glaube ich. etwas verwandt und das war der Wind. Und der Wind war eine weitgereiste Persönlichkeit. Er war von den warmen Ländern zum Nordpol gefahren und vom Nordpol wieder zu den warmen Ländern, er kannte die ganze grüne Gotteserde inund auswendig und hatte eine ausgezeichnete Stimme, davon zu erzählen. denn er hatte die Gabe, daß ihm mekualse tusging." . (Fortsetzung folgt.) ?ur 2UtöMlinni Chef' (zum Lehrling): Dieses Jahr werden wir 'mal Pleite machen. damit Sie das uc& lernen. Müller!" Die vor einigen Jahren von de: Bande des Sandansh gelangen ge. nommene amerikanische Missionärin Mik Stone. für die damals bekanntlich ein hohes Löfegeld be'zahlt werden mußte, das von der inneren Organijation zu revolutionären Zwecken rerbraucht wurde, beabsichtigt, wie man uns aus Sofia meldet, im August die ses wahres wieder nach V!acedonien Ziurückzukebren. Min Stone. die durch Vorträge über die Valkanlage und ihre Gefangenschaft Geld gesammelt hat. will davon in Monastir ein Knaben gymnasium gründen. Sie gedenkt, sich einige Zeit auch in Bulgarien auszu halten.

WsSWdWölN

vandalia Abgang St. LouiS Spcl., Ugl g.. 1 50Vm St Louis Lw täglich sdib 6 50 Um Capital Expreß tägl i ä.. 7 0)Am St Louis Ac tägl 7 25Vm Eh St L Erpreß tägliiy da. 12 205tm St Vom, Erpreß tägl 8 l5Nn TH6? Elfinghsm Aee tägl. 4 00 Nrn St L gast Mail täglich.... 8 S5N

Vincennes Division. baixo & Bineen Exp? tätlich 7 20Vm Spencer & Bedsord Ae, tägl. 9 4öV VimermeS Slpreß tägl.. Z ö0Nm VineenneS Expreß täglich. 10 302? Spencer k Vedford Ae, tägl. 4 45Nm Cairo Spreb täglichS 155 Vincennes Accom,nur StgS. . .5 35Nm Vincennes Accom, nur Stg8..9 35Nm Cleveland, Qncinati, (Chicago & SU Ccrnls Railwaf. SledelaRd Divisiea. Abgang AnkasZl American Erpreß täglich.... 4 20V New sork Ltd tägl 6 12 1033m N S k Lim täglich kl... 7 50Vm Detroit fc Toledo Exp tägl s 7 6öNm Elevland Accom . ..10 4533m Fort Wayne Elk Erv tägl 10 3 ZI Anderson Exp 11 30Vm Southweftern Ltd tgl ds.. ..11 25Vra n 8 & 8 Lim, tägl d s.. 2 45Nm Anderson Expreß p 2 457! Winona Flyer, p 3 10Nm St LouiS Ltd tgl ä s 3 005! Ft Wahne & Slth' Exp tägl ö 5051m Winona Fly:r, p 6 10Nm uilkerbocker Sp tägl 6 & . . 6 559irn American Expreß täglich .... 6 45Ns. Toledo Detroit Exp tägl. 8 30Nm VHck Union City Accom. .. 8 I5m

St. Louis Ein, 3ndp8 St L Exp tgl 12 05Vm New Sork Ltd tägl 12 2053m St öouiö 2lccoin 7 15Vrn SouHtoeftnn Lim tgl & s. . .11 OöVm Et Louiö Ezpre?, tägl äs.. 11 45Bm St. LouiS Ltd tägl äs 3 1591m Tene Haute & Mat'n 2lcc 5 OöNm American Expreß tägl 7 05Nm Tiueinnat Ein & LouS Stachtezvreß tgl 3 46Vm St LouS Sc Ein Nachtexp tgs 4 80Vm Cincinnati Ezp täg 7 30vm Cincinnati Flyer tägl p.... 1 00Nm Cincinnati Lim tägl p . . . .. 2 56Nm LouiSville Expreß 2 655Zm Cincinnati Accom 4 0051m Sine & Wash F L rg d & p 6 205tm

Chicago Division. Shieago Nachtexpreß tägl .12 15Bm Cwe Nachtexpreß, tägl 3 Kankakee Accom 7 0053m Kankakee Accom ..10 Chicago Fast Expreß tgl d p 11 60Vm Cine Faü Expreß tägl p d 2 White City Spectal tägl dp 3 20N La Fayette Accom 5 LaFayette Accom 5 2bm Cine & Wash F L., tägl p C Miehigan Division. Venton Harbor Expreß. .... 7 30Bm Elkhart Expreß tägl. .10 Miehigan Mail Expreß p..11 8vVm Benton Harbor Expreß p. 2 Winona Flyer p 3 lONm Winona Flyer p 6 Etthart Aee täglich ... 6 60Nm Michigan Expreß.... 8 yeoria Division w eftli ch P:eria Expreß täglich 12 l5Vm Columbuö & ine Exp tgl 3 Peoria Erpreß & Mail.. 7 2öVm Champaign Aeeom ..10 Weftern Expreß täglich p dll övBm 91 3 k Obio Special 2 Champaign Accom 4 10Nm Peoria Expreß täglich p & d 6 Peoria Division östlich. Columbuö Expreß tägl... 6 00Vm Lynn Accom -.10 Ohio Special tägl... 2 50Rm CslumbuS Expreß tägl 11 Lynn Aeeom . . 6 15Rm ColumbuS Expreß tägl 8. 12

pittsbnrgh, Oncwnati, Chicago & 5t. konis R. Indianapolis Division.

Abgang Pittöburg Evecial, tägl s 3 49Vm ColumbuS Aeeom tägl. 7 30Vm New Sork Expreß täg 8 d . 8 lOVm Kehftone Expreß tägl ä & 8. 3 05Nm Atlantic Expreß täglich 9i S Lim täglich adK Pittöburg Expreß, tägl sd.. 5 00Nm 7 IvNm 7 20Nm Chicago Chicago Special, tglp d .. ll SSVm Von & Shi F Erpr täglich , 11 LONm SsuiSvill Southern Expreß tägl ....-. 3 35Vm PittS & fion F 8 tägl .. 7 OOVm Mad Aee nur Sonnt 7 30Vm LouiSv & Madison Aeeo 8 OöVm Chicago KLonFL täglich p d S 5öAm Madison Aeeom t8gl.. 8 L5Nm LouiSville Aeeom tägl 7 OONm Madison Accom, nur StgS... 7 OOVm

Cmcinnati, Hamilton & Daxton R. R.

Cincinnati Division.

Abgang Cineinnati Ve? täglich. 4 00Vm Faft Mail täglich 8 OöVm Cinc, Toledo, Det Exp p. . .10 40Vm Cincinnati & Det Expr V. 3 0ZBm Sin fc Dayton Lim tägl dp 5 00Rm Ein & Detroit Expreß täglich 7 COttm Springfiel Abgang Deeatur Aeeom, nur Sonnt. 7 OOVm Decatur Mall & Expreß.. .. 8 OOVm Chic & Springs Sxp taj p .11 6?Vm Tuscola Accomm 8 3)A Decatur Accom, nur Sonnt. 7 O)Nm Cin & Springs 5 stägl.. ll 10 Im

tast Lrie Sc Western R. R. Abgang Ankunft Mail und Expreß ...7 15Vm Indianapolis Expreß... 10 löV T Det M C Sk täglich II 3MN Mail & Expreß 3 ZON Chicago Expreß 6 50N Toledo Expreß S 40 Chicago, Indianapolis Sc kouisville Ry. (Monon Route.) Abgang Ankauft Chie Right Expreß tägl ...12 L5V Cincinnati Best tägl s 3 35Vm Jak Mail täglich .. 7 00 Fast Mail täglich ... 7 50V Chi Expreß, nur Sonn pd.. 11 50Vm Monon Ace,tägl auSgSsnn,10 00V Chick Mich City Veft dp.. Z 5551m Cincinnati Best täglich dp. 4 52Nm Monsn Aee, 4 OON Via C.H. S: D. Ny., (West) und Nsachdale. Shieago Sxpreßp 11 603 Cincinnati Expreß p... 2 45Hn

3 'tefccalt SUeper. PPlo Car, C

8 SWtzMiLM.

(ine. Ankunft PittSburg 3pcl, tazllch s..Z Z)S Stev Sork Erpreß tZzlich s d 6 503a Schneller Mail Mich.... 3 003cx Terre .Haute Tfjinz Aee täz 10 2533a Keyoae Sxpceß täglich ä 3. 2 50X Atlantis Expreß täglich. 4 45a The NA Limited tägl ib 6 46Rm PittSbExp, tägl 8 6".... 6 56N Division. American Expreß tgl 4 St L, Cin & Col N Exp tgl d s 4 0023m 20Vm 15AL, 3SBm 4M 35 05Nm 45Scm Ct. LouiS Expreß tägl s.... 7 Mat'n & T Haute Aee 10 N S k Boßon Lim tägl äs. 2 St Louiö Accom.... 6 Washington Ezp, tägl p ds. 6 Knickerbocker Sv tägl d 6 i Division. CincinnatiAce ,10 30V S5Vm 8Lvm 368 05NR 40R OOMit ZSLu 30V 40R Cinc u St L Ltd täg 10 Chic & St LErvreß tgdkps 11 LouS St L.K Chicago Expreßll White City Spezial tägl p.. 3 Indianapolis Acc,ausg.Stgs 6 Cine & LouiSv WaiiUtp tgl sll Eine Zndö St L Ex tg s . . lö 00 05R 3)Vm 455? 10Rm 15N 80L 3SB 25 035? 008 3025 OOMs St LouiS Spezial tägl St LouiS Lim täglich s ä b.. Ankunft 145V 6 65? 7 OZV Capital Expreß täglich sä . . . Chic & St 2 Erpreß tgl äs. 12 ISN Indianapolis Accom 12 40Nru St LouiS Expr tägl d fe i . . 3 053? Nimmt keine Passagiere tgl- 305k Indianapolis Acc, täg 11 15Nm D i v i s i c n. Southern Expr täglich ,. . . . 3 l5Vm Chic & Lou Expr täglich p d 3 40X t Division. LouiSv & Madison Aee tägl 10 105? Chic FS tägl pd 11 30Vm LouiöviSe u. Madison Ae:.. ö 4Ga LouiSv k PittSb F L täglich 6 35$ Madison Aeeomm Sonntags 9 15V Lon & ChiF Expr. täglich 11.85 8$ Ansäe f Cincinnati Vestibüle täglich , 12 45V Fast Mail täglich a.... S 35V Cinc & Chic Exp täglich p.ll 458 Cincinnati Best täglich d p 3 25X Cine & 3ndj lö Accom p.. 7 24A Cine Spgsild & Dec Extg 10 45 Rn d Divisi on. Ankunft Cin & Springs Expr tgl e.. 3 458 Tuscola Accomm . .10 35Vm Decawr Aeeom, nur Sonnt. 11 5 593m Cinc & Springfield Ex? p . . 2 50Nm Decatur Mztl & Expreß.. . 4 5bRm Oecatar Accom, nur Sonnt. 11 30Nm Ck&irCtt B-8ifet u. D. DiaitffCu

r