Indiana Tribüne, Volume 28, Number 303, Indianapolis, Marion County, 14 August 1905 — Page 6

Jndiana Tribüne, 14. August 1905

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- j!DcrCoöfcmr)öc5 4fücßs! t Novelle von Mar Sfcinfurt. S xxx4xxt

i (Schluß.) Ich begann nich von allen zurückzuziehen, und ganz besonders mied ich das Neuenstein'sche Haus, nach der.: ich bisher so gern meine Schritte gelenkt hatte. Natürlich fiel das auf. Was ist denn mit Ihnen, Kamerad?" fragte mich Neuenstein eines Tages. Sind Sie uns gram geworden?" Ich gerieth in Verlegenheit. Was sollte ich antworten? Sollte ich gestehen, daß es die Qualen der Eifersucht waren, die mich fern hielten? Lächerlich! Ich bin gesellschaftlich ein wenig abgespannt," log ich dreist. Er lachte mich aus. Na, hören Sie 'mal. wovon denn? Sie haben ja kaum in drei, vier Häufern verkehrt. Sie Einsiedler ! Und davon wollen Sie abgespannt sein? Die Geschichte kann ich Ihnen wahrhaftig nicht glauben, Kamerad! Sie müssen sich also schon auf eine glaubhaftere b. sinnen." Ich fürchte hm, hm daß ich zi: oft" Wieder lächle er. Zu oft? Sie haben ja verdammt schnurrige Ansichten! Zu oft, wo mein? Angehörigen an Ihnen einen Narren gefressen haben, wo man Sie, den geistvollen Plauderer, den hochgebildcten Mann nanu! Roth brauchen Sie deshalb doch nicht zu werden, wenn ich die Wahrheit sage wo man Sie also schwer vermißt. Reden Sie mir nichts vor, lieber Kamerad; ha ist irgend etwas nicht in Ordnung, und ich als der Sohn des Hauses muß ein bischen Untersuchungsrichter spielen. Also, wer hat Sie beleidigt?" Und wie ich den frohen, lieben Jungen so sprechen hörte, wollte mir beinahe das Herz auf die Lippen treten. Aber rechtzeitig hielt ich noch an mich, hustete ein paar Mal, um nicht zu ersticken, und sagte dann: Wer sollte mich beleidigt haben, lieber Freund? Beleidigt in Ihrem Hause, in dem es mir so wohlgefiel?" Da hatte ich aber unbedachter Weise Wasser auf seine Mühle gegossen. Na also!" rief er. Wenn's Ihnen bei uns wohlgcfiel. weshalb kommen Sie nicht mehr? Sagen Sie mal" und dabei trat er einen Schritt auf mich zu, spreizte die Leine auseinander und stemmte die Arme in die Hüften sind Sie etwa verliebt?" Ich wurde roth wie ein gesottener Krebs. Aber antworten konnte ich kein Wort. So was kommt manchmal vor," fuhr er jovial fort, und der Verliebte weiß selbst nicht recht, wo 's ihm fehlt. Da wollte ich Sie also nur 'mal darauf hinweisen. Solche Krankheit läßt sich heilen, am besten durch die. die man liebt. Nur Muth, Kamerad, und kommen Sie wieder zu uns!" Das sagte er in so warmem, herzUchem Tone, daß ich lebhaft in seine dargebotene Hand einschlug und ihm versprach, an einem der nächsten Gesellschaftsabende wieder zu erscheinen. Es sollte aber nicht dazu kommen. Ein höheres Schicksal griff dazwischen. Der Juli 1870 war da mit seinen zzlU bewegenden Ereignissen, und wenige Tage nach jener Unterredung erfolgte die Mobilmachung. Diesmal sollte ich aber nicht daheim bleiben; ich kehrte zu meinem Reaiment zurück, und schon in den nächsten Tagen sollte es in's Feld gehen, sobald das Regiment auf Kriegsstarke gebracht worden wäre. Mein Schicksal wollte es, daß gerade in jenen Tagen mehrere aktive Offiziere des Regiments krank lagen. mt nicht im Stande waren, mit auszi? rucken. Seitens des Kommandos wurde 'in Folge dessen durch telegra phischen Bericht Ersatz gefordert, und noch an demselben Tage traf die telegraphische Entscheidung ein, daß zu den Offizieren, die an Stelle der nich feldmarschmäßigen dem Regiment zu getheilt wurden, auch der Freiherr Hans von Wartberg gehöre, der sich ur gesäumt zu stellen habe. Also wieder er! Aber der tiefe Ernst der Stunde liefe diesmal kewe persönlichen Gefühle auskommen. Sie wären hier auch noch veniger als sonst angebracht gewesen Hans war ein wackerer, tapferer Soldat das hatte er vor vier Jahren icyon Qew:eic!i, uno ciqt tonnten wir m Regiment gar wohl gebrauchen. Und dann: er war ja noch immer der Liebling des Regiments, den sich alle zurückwünschten, und der Jubel wollte denn auch kein Ende nehmen, als c: wieder bei der alten Truppe eintraf. Offiziere und Mannschaften hießen ihn . gleich herzlich willkommen. Und plötzlich stand er auch vor mir, da ich in düsterem Sinnen den freudlgen Empfang beobachtet hatte. Nun sind wir wieder beisammen Ernst!" sagte er, und seine Stimme Uang warm und bewegt. Ich denke wir wollen unseren Mann stehen Schulter an Schulter. Ich werde meine Pflicht thun." ' sagte ich kühl. Daran zweifelt Niemand, der Dich kennt," entgegnete er. Aber als gute Kameraden wollen wir kämpfen, nebeneinander' und, wenn 's sein muß, füreinander! Das hao ich gemeint! Sag 'mal," fuhr er nach einem kurzen Schweigen .fort, weshalb bist Du

eigentlich nicht mehr zu Neuensielns gekommen?" Wollte er mich ärgern? Mir seine Ueberlegenheit zeigen? Mich zur Anerkennung zwingen, daß er auch da der Sieger gewesen? Bitterkeit und Groll quollen unaufbaltsam in mir emvor. Ich wollte Dir nicht im Wege stehen," stieß ich rauh heraus. Er sah mich an. Ein seltsamer, eigenthümlicher Blick. Du mir?" fragte er. Nun ja ich-Dir." Wieder derselbe seltsame Jlick. Das ist nicht möglich." sagte er dann ruhig und wandte sich an einen Kameraden, der, nach irgei d etwas fragend, nähe? getreten war. Das ist nicht möglich." Ti:f brannte sich dieses Wort in meine Seele ein; er wollte mich offenbar fühlen lassen, daß ich mit ihm nicht zu rivalisiren vermöge, und daß er mich in keiner Beziehung zu fürchten habe. Freilich, er hatte recht damit; er war ja Überall der Sieger geblieben.

Die Fülle der Ereignisse jener großen Tage, die auf's Höchste gestiegenen Anforderungen des Dienstes und endich der Auszug zur bedrohten Grenze ießen mir keine Zeit, meine? Bitterkeit nachzuhängen. Große Zeiten lassen oft die kleinlichen Züge eines Menschen völlig zurücktreten, und damals ha. manch' Einer seine Seele von Schlacken gereinigt. Mit freiem Herzen zog auch ch dem Kampfe entgegen. Es ist am 6. August 1870. Wir stehen bei Saarbrücken. Rings im uns tobt die Schlacht. Vor unö legen die Hohen von Spichern mit ihren steilen, schroffen Abhängen und hrem nach Norden voripringenden. scharfen Winkel, und überall dort sehen wir die rothen Hosen der Gegner leuchten, wir sehen deutlich den Rauch des mö?derischen Gewshrfeuers, das unseren anrückenden Sturmkolonnen entgegenscylagt und ihre Reihen lichtet. Unser ganzes Regiment ist schon im Vorgehen begriffen, nur zwei Züge hat der Oberst zurückbehalten, den meinen und den Wartbergs. Gewehr bei Fuß stehen wir regungslos; über uns hin au)m französische Granaten, thun unZ aber keinen Schaden, da sie alle zu hoch gehen. Wir achten auch kaum aus die leichten, weißlich-grauen RauchWölkchen in den Lüften; unsere Blicke folgen den vorrückenden Regimentskameraden. Deutlich erkenne ich durch den Feldstecher die schweren Verluste, e die Tapferen erleiden. Wartberg tritt neben mich. Er stützt sich auf den blanken Säbel. Ob die wohl da hinauf kommen? fragt er und sieht besorgt zu den Höhen empor.' Bei Trautenau und Königgrätz war's ahnlich, letzt er hinzu. Hol' der Kuckuck das Warten hier weshalb hat uns der Alte nicht mit fortgeschickt?" Der Alte" aber reitet einige fünfzig Schritte hinter uns auf seinem Braunen hin und her. Wiederholt läßt er lern Pferd eine Acht laufen das un trügliche Zeichen, daß er erregt ist und sich über irgend etwas ärgert. Da sehe icn ihn stillhalten, einen Blick durch den Feldstecher thun, und gleich darauf höre ich seine Stimme: Herr Leutnant Schröder!" Zu Befehl, Herr Oberst!" Treten Sie doch 'mal hier neben mich! So! Jetzt sehen Sie 'mal da in die rechte Flanke unseres Regiments da liegt ein Graben mit Buschwerk. Können Sie ihn erkennen?" Sehr genau, Herr Oöerst!" Gut. was sehen Sie da?" Der Graben ist mit Franzosen besetzt, die aus sicherer Deckung heraus auf unser Regiment feuern." Ganz richtig. Die Schockscbwerenoth soll die Kerls holen sie dezimiren mir mein Regiment! Sie schießen vortrefflich. Es ist im Interesse des Regimentsangriffs dringend nöthig, daß man sie unschädlich n-acht. habe noch ?.wei Züge an der Hand nehmen Sie beide, Leutnant von Wa?tbe?g tritt unter Ihr Kommando, und jagen Si? mir die verfluchten Kerls aus dem Graben heraus. Das ganze Regimen! wird Ihnen dankbar sein. Und nun vorwärts mit Gott. Herr Leutnant, die Lage ist kritisch!" Er reichte mir die Hand. Im nächsten Augenblick schon gingen unsere zwei Zuge im Sturmschritt acgen den verhängnisvollen Graben vor. Mir schlug das Herz hoch; ich konnte eine entscheidende That vollbringen, und alle meine Smne richteten sich dar aus, es gut zu lyun. ijiux an mein? Aufgab? dachte ich, und ich weiß noch heute gai-.z genau, daß cs mir in jenen Augenblicken gar nicht gegenwärtig wurde, daß endlich einmal ich und nicht das Glückskind Wartberg der Auserwaylte war, und daß ich eigentli) !er anlassunq zu einem stillen Triur.ph ge habt hätte. Aber, wie gesaqt, ier Gedanle kam mir gar nicht. Schulter an Schulter, fast genau so, wie er es vor einigen Tagen gesagt hatte, ging Wartberg mit mir zum Angriff vor. Sein schönes, männliches Gesicht strahlte vor Freude, als es jetzt unaufhaltsam vorwärts ging und wir bald genug in den Bereich des feindlichen Gewehrseuers kamen. Die Feinde im Graben, die in der That ausgezeichnete Schützen wa ren, bemerkten schnell, daß unser Angriff ihnen galt; sie ließen daher von dem Feuer aus das Gros unseres Regiments ab und wandkn sich erbittert gegen uns. Und wie sie schössen, das zeigten uns sofort die stürzenden und fallenden Leute, die Lücken in den Zu gen. Warfen wir einen Blick zurück,

so sahen wir die ganze Strecke, die wir durcheilt hatten, mit todten oder verMundeten Kameraden bedeckt, und mancher Todesschrei und mancher Schmerzensruf schallten uns nach als das letzte Lebenszeichen eines Fallenden Aber nichts hielt uns auf. Näher und näher kamen wir. - Endlich nochmals alle Kräfte zusammengenommen, einen kurzen Augenblick Ruhe, um zu verschnaufen, dann ein Heller Kommandoruf, ein donnerndes Hurrah als Antwort, und nun im wilden Laufschritt über die letzte h;m Strecke zum Ziel. Jeyt stnd wir yeran. Mit lauten Flüchen springen die Feinde aus der vortrefflichen Deckung auf. Ein fürchterliches Handgemenge entsteht, kein Pardon wird gegeben oder genommen. Säbel o.eaen Säbel, Kolben gegen Kol-

"ben, Bajonett gegen .Fatagan, Faust gegen Faust das ist der Krieg. Ich fühle, daß ich irgendwo blute; aber ich weiß nicht wo. Ich fühle, daß es mir dunkel vor den Augen werden will ist das der Tod? Ich glaube, er ist es. Ich sinke in die Kniee, und in demselben Augenblick sehe ich einen Kolben über meinem Haupt geschwungen, einen Nataaan dicht vor mir blitzen. Ja. das ist der Tod. Mi? schwindelt. Ich sehe nicht mehr deutlich. Nur eins sehe ich noch: Wartberg springt zwischen mich und meine beiden Gegner, sein Säbel fährt dem Träger des Vatagans durch cie Brust, ich fühle das warme Blut des Feindes auf mein Gesicht spritzen, aber in demselben Moment sehe ich auch den Kolben des Franzosen, der mir gedroht hat, auf Wartberg niedersausen. Mit dumpfem Schmerzensschrei stürzt der Tapfere über mich, sein Körper kommt auf den meinen zu liegen. Und dann ist es Nacht, volle, dunkle Nacht. Als es wieder Tag um mich wurde, sah ich mich zu meinem Erstaunen in einem großen Saal liegen, in dem zwei lange Reihen Betten mit Kranken und Verwundeten standen. Wo war ich. und wie war ich hierher gekommen? Ich grübelte nach und versuchte mich aufzurichten; aber ein unerträglicher Schmerz ließ mich den Versuch sofort wieder aufgeben. Es geht nicht, Herr Leutnant, es geht nicht," sagt da plötzlich eine sonore Stimme neben mir, und vor mir steht dermir wohlbekannte Stabsarzt Doktor N. Ruhia. liegen bleiben! Das ist das Beste. Die Geschichte ist nicht schlimm: Fleischschuß im Oberschenkel und ein Säbelhieb über den Kopf. Ein paar Wochen Ruhe, und alles ist gut. Aber den da, Ihren Kameraden neben Ihnen den hat's! Er lag gerade-auf Ihnen, und wir glaubten, er stürbe uns unter den Handen, als wir ihn aus hoben. Ein Bajonettstich sitzt m der Brust und ein Kolbenschlag über den Kops 's ist ein Gotteswunder, daß er noch athmet." Ich wandte mein dröhnendes Haupt leise zur Seite, dem Nachbarbett zu. Da lag, kaum erkenntlich vor dem Verband, der den ganzen Kopf umgab, einer, den ich kannte, den ich gut kannte, regungslos wie ein Todter, Hans von Wartberg. Der Arzt war zu ihm getreten und beobachtete ihn. Er hat eine eiserne Natur," sagte er, sonst hätte er 's nicht ausgehalten. Eine von den sieghasten Naturen, wls sen Sie, die selbst den Tod besiegen können." Eine Diakonissin hatte mir ein Glas Wein gebracht. Gierig schlürfte ich den duftigen Trank. Nur Ruhe," wandte sich der Arzt wieder an mich, Ruhe und tüchtig essen und trinken! Tann können Sie Ihr Eisernes Kreuz bald selbst in Em v'fang nehmen, verdient haben Sie sich's ehrlich, Sie und der Kamerad von Wartberg. Der Korpskommandeur selbst hat Ihren Angrrn auf den Gra ben, der dem Regiment Erlösung von einem vernichtenden Feuer brachte, ge nau beobachtet da kann's nicht fehlen. Bis nachher. Adieu! Die Patienten rufen 0, es sind ihrer schrecklich viel." Er ging. Ich aber suchte meine Gedanken zusammen. ' Nach und nach wurden die Bilder der Erinnerung wie der klar und deutlich. Ich sah mich mit den beiden Zügen vorgehen, sah das Handgemenge, sah den tödtlichen Kolben, den Batagan über mir und dann Wartberg!" Unwillkürlich kam der Name über meine Livvcn. Kein Zweifel war mir; wäre er nicnr oazwisazen gesprungen, hätte er nicht den vernichtenden Streich ausgefangen, so deckte mich jetzt schon die kühle Erde. Vielleicht aber würde sie mich auch trotzdem bald decken. Ich fühlte mich unsäglich müde und matt, an allen Gliedern zerschlagen, die Augenlider drückten wie Blei, die Gedanken verwirrten sich aus Neue, und bald sank ich m einen tiefen Schlaf. Wie lange ich geschlafen habe, weiß ich nicht; es muß eine halbe Ewigkeit gewesen sein, meine ich, aber frei und leicht fühlte ich mich nach dem Schlummer. Das erste, was ich hörte, als ich die Augen wieder aufschlug, war eine wohlbekannte stimme, die vom Nach barbett her an meine freudig und er staunt , aufhorchenden Ohren klana. Na, bist Du glücklich wieder da? Hör' 'mal. Du schläfst ja, daß man denken könnte, Du wolltest gar nicht wieder wach werden! Und wie ich langsam den Kopf wende, seh: ich Wartbergs Gesicht unter den dicken Binden hervor k ,v n

Er streckte mir die Hand herüber. Willkommen im Leben. Kamerad!

Beinahe hätten wir in's Gras beißen müssen. Wie fühlst Du Dich denn?" Gut! Aber.Du?" sage ich. und ein seltsames Gefühl überkommt mich dabei. Ganz famoö! Sie hatten mich schon todt gesagt, die guten Doktoren, aber ich bin doch wieder da! Weißt Du. ich hab' Gluck, Mi! Mir kann selbst der Tod nicht anbinden ich zabl's ihm heim!" Wahrbaftig!" entgegnete ick. Aber laß mich Dir danken " Wofür?" Daß Du den Hieb, der mir den Garaus machen sollte, auffinast " Rede nicht so dummes Zeuq! IÄ kam eben rechtzeitig dazwischen, das ist ,es! Das hattest Du auch qeiran. Gar nicht der Rede werth. Na, und dann dann " Er stockte, und ein Lächeln flog üUi seine bleichen Züge. - , Forschend sah ich zu ihm hinüber. Er war doch sonst wahrhaftig nicht der Mann, der eine Bemerkung verschluckte, die ihm auf der Zunge lag. Äann?" fragte ich. sollende doch!" Na ja," brummte er. Das verdämmte Schweigen! Wenn man vor dem Thor der Ewigkeit steht, soll man den Mund austhun. Und wieder schwieg er. Erwartungsvoll und gespannt blickte ich zu ihm hinüber. Weißt Du," sagte er dann langsam, ich habe Jemand versprechen müssen, ein bischen auf Dich Obacht zu geben, wenn Du etwa in Gefahr geriethest " Auf's Höchste erstaunt starrte ich ihn an. -yu tai ueti, suchen nniiscns kam es mir allmälig über die Lippen. Wem hast Du das versprochen?" Wem? Wie Du fragst! Ich sollte es eigentlich nicht sagen, aber es gibt Leute, denen man vieles sagen muß, wenn sie ihr Glück finden sollen." Sprich deutlicher!" drängte ich. Wem hast Du das Versprechen geben müssen r Hm, emem gewissen, sehr hübschen. jungen Mädchen, um das sich Dutzende bewerben. Du blinder Bär! Siehst Du, so einen Vetter sehen die jungen Mädel als ein Mädchen für alles an, vor dem haben sie keine Geheimnisse, und dem plappern sie zuweilen aus, was sie noch angstlich vor sich selbst verbergen. Na, und da hab' ich denn erfahren, daß Jemand Dich seh? lieb hat" Ich hatte fast laut aufgesch?ieen. . Lieb? Mich?" Natü?lich Dich! Wen denn sonst? Abe? Du warst ja ein Trotzkopf und kamst nicht mehr, wo Dir doch ein warmes Madchenherz so liebevoll entgegen schlug." Mir hatte dieses Herz geschlagen? Mir? Aber sie lachte, sie scherzte, sie sprach doch nur mit Dir, wahrend sie mich floh, wenn sie mich nur sah. Er lacvte. Zum Don Juan hast Tu nicht die geringsten Talente. Du kennst die Frauen schlecht. Den Sack schlagen sie, und den Esel meinen sie: dem, den sie lieben, gehen sie schüchtern aus dem Wege, um sich irgend emem Anderen lustig lachend in den Arm zu hängen Und diesmal war ich der Andere. Merkte aber bald, was die Stunde ge schlagen hatte. Und dann, als der Abschied kam und Du Starrkopf auch da nicht erschienst siehst Du, da durchbrach das heiße Herz die kalten Formen der Konvemenz, und mir wurde anver traut, was bis dahin ine reine Mäd chenseele tief verborgen in sich getragen hatte. Schadet auch nichts ich war ja blos der Vetter! Das sind sehr brauchbare Menschen, kann ich Dir versichern. Ich brachte kein Wort über meine Lippen. Er. schien sich an meiner Verlegenheit zu weiden. Na ja." fuhr er fort, so ist die Geschichte. Und dann hab' ich versprechen müssen, aus Dich gut aufzupassen, damit Du leine tollen Streiche machtest und heil und gesund wieder heimkehrst. wo Du sehnsuchtig erwartet wirst Sein Versprechen aber hält ein anständiger Kerl Du hättest es auch gethan." Wariberq. wi? soll ich Dir" Halt' gefälligst den Mund! Und halt' Ruhe! Mir thut's nichts, wenn ich schwatze. Unkraut, wie ich. hat zähes Leben. Einen guten Ralh will im Dir noch aeben: wenn Du beimreyrsi. ais Sieger naiurncy. so gevsi Du sofort in ein gewisses Haus und sagst: Liebe Maria, die abscheuliche Plaudertasche, der Wartrerz. hat geschwatzt ich w:iß alles! Da bin ich. sei so gut und werde meine Frau! Dann gebt Ihr Euch einen herzhaften Kusz, und alles ist m Ordnung ' Nein, das ist ganz und gar nicht in Ordnung, Herr Leutnant von Wartberg," sagte da plötzlich der Stabsarzt, der unbemerkt herangetreten war. das ist gar nicht in Ordnung, daß Sie hier große Vortrage halten Keine Sorge! Ich bin eben dabei. einem Bunden den Staar zu stechen und das ist für den Operateur eine durchaus ungefährliche Operation! Der Arzt lachte, und auch ich mußte lachen. Vor Ihnen, lieber Wartberg." sprach der Erstere, müssen die Aerzte davonlaufen. Sie helfen sich schon selbst, und wenn der Tod eben noch alle zehn Finger nach Ihnen ausstreckte .Dann wird er sie eben hübsch zurückziehen und ein sehr enttäuschtes Gesicht machen müssen. Unterkriegen lassen wir un$ nicht, das haben wir be

diesen. Nicht wNhr, Ernst, oben am Graben?" -

Ich antwortete nur mit einem stummen Blick. Er aber fing ihn auf und verstand ihn. Denn er nickte und lächelte leise. Ich war bald wieder hergestellt und stieß kurz nach den großen Schlachten vor Metz wieder zu meinem Regiment. Wartbergs schwere Wunden aber heilten nur langsam, und erst vor Le Mans kam er wieder zu uns. Etwas bleich noch, aber doch schon wieder voll Jugendlust und Jugendmuth. Schulter an Schulter fochten wi? in den heißen Janua?tagen und kamen unversehrt davon, um als glückliche Sieger nach geschlossenem Frieden in die Heimath einziehen zu können. Das war damals. Heute sind dreißia Jahre und mehr seit jener großen Zeit verflossen, aber ihre Bilder und Ereignisse sind in der Brust der. Mitstreiter nicht verwischt. Ein Leben voll Gluck und Smneben heit an der Seite einer innig geliebten Frau liegt hinter mir, und wir Beide wissen, daß es der beste Kamerad ist, dem wir dieses Glück zu danken haben. eben der, den ich einst für den Todfeind desselben gehalten babe. Ich aber, ich weiß beute auch das andere: nicht ein Mensch, er sei, wer er sei, ist der Todfeind unseres G!ückes, sondern in uns selbst tragen wir diesen mit uns herum, hegen und pflegen ihn wie einen guten Freund und lassen ihn wachsen und gedeihen. Häßlich aber sind seine ZLae, fahl ist sein Antlitz, und Neid ist sein Name. Der mknschlichc nft als Grcisorgan. Die Hindus bedienen sich bei mannigfachen Tätigkeiten nicht nur der Hände, sondern auch der Füße. Dem Tischler dient der Fuß als Bankhalter, dem Schuhmacher als Leisten, und die Schlächter pflegen das Messer zwischen der ersten und zweiten Zehe zu halten und das Fleisch unten zu durchschneiden, wahrend sie es mit den Handen festhalten. Diese Thätigkeit beruht hauptsächlich auf der Beweglichkeit der großen Zehe, wozu noch eine anatomische Eigenthümlichkeit binzukommt, nämlich der beträchtliche Abstand zwischen der ersten l großen) und zweiten Zehe, welche sogar zuweilen den Betrag von zwei Zoll erreicht. Ohne Mithilfe der Finger können die beiden Zehen weiter von einander entfernt werden, und wenn sie einander genähert werden, so berühren sie sich nur mit den Spitzen, wie eine richtige Zange. Diese Beweglichkeit des Fußes mag bei den Asiaten wobl damit zusammenhängen, daß sie kein Schuhwerk tragen. Auch in Persien bedient sich bei den meisten Handwerken der Arbeiter des Fußes wie der Hand. Dem Drechsler ist er ein unentbehrlicher Gehilfe, und der . Schlächter, der Ciseleur verschmähen es Nicht, ihn zur Mitthätigkeit heranzuziehen. In Indien sieht man taglich die jungen Madchen mit nesigen Kupferqefäßen auf dem Kopf vom Brunnen kommen. Sie halten die große Last im Gleichgewicht, indem sie nur mit der linken Hand das Gesan berühren. Sobald sie aber einen Gegenstand, so klein er auch sei, im Sande blinken sehen, ergreift ihn ihr Fuß mit der größten Geschicklichkeit zwischen der ersten und zweiten Zehe und übergibt ihn der rechten Hand, fast ohne daß im Gehen Halt gemacht würde. Hier und in den anderen Fällen ist es besonders der rechte Fuß, der in Thätigkeit tritt. SilberueS Eßgeschirr. Der ebenso schöne als praktische Teller aus Porzellan oder aus Steingut hat sich seit Langem bei Reich und Arm seinen Platz erobert und alle Teller aus anderem Material verdrängt. Nur ausnahmsweise bet besonders feicr lichen Gelegenheiten finden wir auf der Tafel der Fürsten oder der ganz Reichen noch den silbernen Teller. Früher hatte jede Gesellschaftsklasse ihren eige nen, ganz bestimmten Teller. Die Reichen und Vornehmen aßen von silbernen Tellern, der Burger aus Tellern von Zinn und das niedere Volk benutzte hölzerne oder irdene Gefäße. Das Silbergeschirr des Erzherzogs nf;r;v sa c;.ö sa rt,? c, yjmY vw vwyvuwi, W9 jutvillt llw" nigs von Spanien, wog nach einem Verzeichniß aus dem Jahre 1501 nur etwa 200 Pfund. Der Herzog von Angouleme, der Vater König Franz I. von Frankreich, besaß im Jahre 1497 176 Pfund Silberaeschirr. Da ein silberner Teller von mittlerer Große mehr als ein Pfund wog, so repräsentlren 200 Pfund Silber, wenn man die Kannen, Schalen. Saucieren, Tassen und Becher abrechnet, nur eme ge ringe Anzahl Teller. Tischnachbar und Tischnachbarin aßen daher nach franzosischer Manier immer zu zweit von ein und oemseloen Teller. Die Postbeförderung d'u rch Kameele wird von ben Behörden in Kapstadt, Südafrika, ausgedehnt. Die diesbezüglichen Ver suche haben sich als höchst erfolgreich erwiesen. lttvegrciflirls. Was ist denn eigentlich Gretchens Vräutiaam?" .Standesdeamter! Nicht möglich ... Und der he'.rathet?" ZlttZttganglil. .Den reichen Müller solltest Du 'ma anpumpen!" Hab' ich schon gethan der Mann hat aber adsomt kem lent zum Glaubiger!"

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