Indiana Tribüne, Volume 28, Number 303, Indianapolis, Marion County, 14 August 1905 — Page 5
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unbeschreiblichen Juwels, das in dem Herzen deS deutschen Volkes, der deut, schen Dichter seinen Ursprung findet und uns ein so unschätzbar reiches inneres Leben giebt, und das wir nur frisch erhalten können, wenn wir unermüdlich fortfahren auS dem unendlich reichen Born deS deutschen Sprach, schatzeö zu schöpfen. Dann theilen wir von unserm Reich' thum unsern Mitbürgern anderer Zunge mit, in leiser, unfaßbarer, ungreifbarer Weise, wie der Blumenduft unsichtbar, ungreisbar und doch so wohlthuend und labend sich über Feld und Wald ergießt. Deshalb wollen wir die deutsche Sprache und alles was in der deutschen Sitte Freundliches und Veredelndes liegt, hegen und pflegen, unser deut scheS Gemüth hüten und bewahren, und durch feine erwärmenden, leuchten den Strahlen deutschen Idealismus dem sich entwickelnden Volkscharakter einflößen. Und wenn wir nichts weiter als dieseS erreichen würden, so hätten wir für unser Land Großes geleistet und wir könnten schon allein sür dieses Vorrecht so stolz sein, um mit Heine zu sagen: Ich bin gewohnt, den Kopf recht hoch zu tragen. Wenn selbst der König mir in's Antlitz sähe, Ich würde nicht die Augen niederschlagen. Gewiß, die Deutsch'Amerikanerbrau chen vor Niemanden den Kopf zu hün gen, oder die Augen niederzuschlagen, wir wissen, daß auf dem Lande und auf dem Meere, im Reiche der Wissen schaft und tiX Kunst, deS Handels und der Industrie, in der Schule und auf dem Felde, auf der blutigen Wahlstatt des Krieges und im Wettstreit des Frie. den wir Ehre eingelegt und Lorbeeren errungen haben. Wie lehrreich würde es fein, wie würde eS die Selbstachtung, das Selbst gefühl erhöhen, wenn die Geschichte der Deutsch'Amerikaner allen unsern Lands leuten bekannt und geläufig wäre, wenn sie es nachfühlen könnten, wie schwierig und unerträglich in manchen Perioden die Stellung der Deutschen zu den Anglo-Amerikanern gewesen ist. und wie nun nach dem deutschfranzö fischen Kriege das Verhältniß sich so wesentlich vortheilhzst verändert hat. WaS unS bis dahin kehlte, und was König Wilhelm uns wie Geibel eS so schön ausdrückt wieder gab: DaS schone Recht, uns selbst zu achten. Das uns des Auslands Hohn verschlang Und Du im Donner Deiner Schlachten Uns heimgekauft o habe Dank! Vor dem 70er Kriege mußten wir einen Theil unserer Energie und Kraft darauf verwenden, von unseren Mit bürgern die Achtung zu erlangen, die unserer Ueberzeugung nach unseren Kenntnissen, Tugenden und Charakter Eigenschaften gebührten und eS wurde nicht immer leicht, daß der Tamn Dutch" sich die ihm gebührende Stel lung erkämpfte. Wie das arme schwache Deutschland verachtet wurde, so wurden auch seine Kinder, trotz aller ihrer Ver dienste im Auslande, mißachtet. Weil der. Eingewanderte nicht Englisch sprechen und mit seinem nach nnd nach erworbene Wortschätze kein? brillante Unterhaltung führen konnte, so wurde er vom Anglo'Amerikaner einfach für dumm angesehen, als einer, der nicht mehr wußte, als er im Englischen sagen konnte. Den Rückschluß zu machen, d.h. wie dann der AngloAmerikaner da stehen würde, wenn er sich im Deutschen ausdrücken soSte, fiel ihm natürlich nicht ein. Da hatte scheinbar der Malteser recht. Als ihn ein John Bull fragte: Do you spcak English?" sagte John auf das verneinende Kopsschütteln deS Maltesers: Damn fool". Nnn ver stand derMalteser etwa so viel Englisch, wie der Amerikaner, dessen WSrterschatz auS swei Lager" und noch eins" be steht, deutsch versteht, er kannte einen damn fool" wenn er ihn sah. So fragt er denn unseren Engländer: Sprechen Sie Deutsch, mein Herr? Mein Herr" glotzt ihn verständnißlos an. Parlez-vous, francais. rnonsieur? Monsieur sieht ihn an,' wie die Kuh das neue Thor. Vi parlero italiano, Signor? Signor starrt ihn an, wie die GanZ das Himmelszelt, wenn'S hagelt. Da nickt der Malteser Verständniß innig, schaut ihm herzlich bedauernd in die Augen sagt: Tree tirnes darnn fool." Und doch hatten beide Unrecht und beide waren Vielleicht ganz gescheite Menschen, obgleichlder Eine seine Weis heit nur in einer Sprache, der Andere
in drei - Sprachen auskramen konnte, aber leider in keiner gemeinschaftlichen Sprache, und deshalb nicht im Stande die gegenseitige schlechte Meinung um zuändern. Dem Deutsch-Amerikaner ist jedoch ein gutes Mittel gegeben, die falsche Meinung deS AngloAmerikanerZ zu berichtigen. Er braucht nur so rasch als möglich mit dem ihm Von Natur inne wohnenden ThütigkeitZdrang, seiner GeisteSsrische und RkAsamkeit sich den Vollständigen Gebrauch der englischen Sprache anzueignen, und sich mit dem Familienleben des Amerikaners, seinen Ansichten und LebenSgewohnheiten in tim bekannt zu machen. Dann ist er in den Stand gesetzt, den Schrullen und Verschrobenen Ansichten auf den Pelz zu rücken, was der Anglo Amerikaner deutsch nicht Verstehen würde dann kann er den deutschen Einfluß zu Voller Geltung bringen, eS wohl gar erreichen, daß der Anglo Amerikaner sich selbst im Vergleiche mit solchen Teutsch.Amerikanern ein BiZ chen dumm vorkommt. Wir haben als Deutsch-Amerikaner unS ein bestimmtes Ziel gesetzt; wir ver langen volle Würdigung und Anerken nung unseres Werthes als integrirender Bestandtheil deS in Bildung begriffenen amerikanischen NationalcharacterS und unbeschränkte Freiheit sür unsere hergebrachten Gewohnheiten, Sitten und Gebräuche, so weit sie in unsere jetzigen Verhältnisse sich einfügen. Dieses Ziel muß dem Auglo-Ameri kan:r bekannt gemacht werden, und da leider nur eine sehr verschwindend kleine Zahl Deutsck versteht, so müssen wir eS ihm in englischer Sprache beibrin gen wir müssen also zu seinem, zu unserm und des Landes Besten lernen die Landessprache zu beherrschen, wo Möglich, so gut oder noch besser als die durchschnittlichen Anzlo Amerikaner selbst. ' Präsident Roosevelt hat gewiß Recht, wenn er sagt: Arnericanism is not a matter of birth-place, of ancestry, of creed; of occupation; Arnericanism is a matter of spirit within a man's soul. Wenn wir auch kein Wort Englisch sprächen oder verstän den, so könnten wir doch unserer Re publik in unerschütterlicher Liebe er geben und treue Söhne derselben sein, aber wie verhältnißmäßig gering würde unser Einfluß aus unsere Mitbürger englischer Zunge sein, wie wenig könn ten wir von unsern guten deutschen Eigenschaften auf sie übertragen. Lassen Sie uns deßhalb den zufäl ligen Vortheil unserer Geburt mit dem selbst gewählten Vortheil, Amerikaner zu sein, verbinden, die Landessprache beherrschen und doch dabei Deutsch blei ben in Sprache, Sitten und Gewöhn heiten, deutsch in den alten deutschen Tugenden der Festigkeit und Treue für unsere Ueberzeugungen, deutsch in gei' ftiger Empfänglichkeit für jedes ideale Streben, deutsch im warmen, tiefen Gemüth. Lassen Sie uns fortfahren, diesen Tag feierlich zu begehen, alS Zei chen der Achtung für unsere trefflichen Vorgänger, als Anspornung für unS und unsere Kinder dieser Vorgänger werth zu sein. Herzliche Ovationen wurden dem Redner seitens deS zahlreichen Publi kumS dargebracht. Er verfügt über ein klangvolles Organ, welches selbst in weiter Ferne noch verständlich ist. Schlicht und einfach waren die Worte, aber begeisternd. Die Liederkranz Sänger" erfreuten hierauf die Anwesenden mit dem Vor trage eines weiteren Liedes. Obwohl der Redner und die Sänger zeitweilig unter kaufgespannten Para pluiö reden und fingen und die Zuhö rer unter gleichem Schutze zuhören mußten, that dies doch der Begeisterung keinen Eintrag. Aber nöthig wurde es das offizielle Programm etwas zu kürzen und so wurde denn dasselbe, nachdem Eapt. Jacob Vieler unseren Mayor John W. Holtzman als näch ften Redner vorgestellt und letzterer in beredter Weise die Verdienst: deS Deutsch.AmerikanerthumS um das Ge deihen der Stadt und die Schönheit deutscher Sprache und deutscher Ideale gefeiert hatte, durch ein weiteres schönes Lied Seitens des Liederkranz, in wel chem Herr Schulmeyer das Solo tress lich sang, geschlossen. Ein Telegramm wurde verlesen, in welchem Vkce.Präfident JairbankS und Gattin, welche in der Sommerfrische weilen, ihrem Bedauern Ausdruck ga ben, daß sie dem Feste nicht beiwohnen konnten. Dr. Eisenlohr von Eincinnati war leider durch den bösen Rheumatismus verhindert hier zu sein so war, außer
Richter Bode Herr Rattermann, der be kannte deutschamerikanische Dichter von Eincinnati, der einzige Ehcengast von unserer Rachbarstadt. Letzterer aber brachte die anmuth vollen Strophen, die wir unseren Le fern heute bringen und welche die Deut sche Tag.Feier' von Indianapolis ver herrlichen, eine meisterhaft durchdachte, poetische, Gabe mit. Als die offizielle Feier erledigt war entwickelte sich in dem herrlichen Parke ein fröhliches, harmloses Leben echt deutscher Heiterkeit. In den Hauptquartieren. In den Hauptquartieren der verschie denen Vereinigungen ging eS natürlich urgemüthlich zu. Ueberall herrschte Freude u. ringsumher erschallten Lieder. Gastfreundschaft wurde in auSgedehn teftem Maße ausgeübt. Der Feftred ner Herr Bote fand überall begeisterte Aufnahme. Kinderspiele. Für die Belustigung der Jugend war in ausgiebigster Weise gesorgt. ES war eine Lust, den Kleinen zuzusehen, wie sie sich um die Preise bemühten. Die Leiter der Spiele hatten oft ihre liebe Noth, die Kleinen im Zaume zu halten. Weder graue Wolken, grollender Don ner. noch die paar Regentropfen, ver mochten die Freude der Kinder einzu dämmen, ebensowenig wie sich die Tanz luftigen, die durch die flotten Weisen der City Band unter Reinh. Müllers Leitung stets aus's Neue verlockt wurden, in ihrem Vergnügen stören ließen. Um 3 Uhr fuhr die erste Ralete zischend zu dem nächtlichen Himmel empor und gab das Zeichen zum Beginn deS schönen Feuerwerks, welches nun alle ergötzte. Noch lange aber blieben die fröh lichen Menschen zusammen, um in harmloser Weise daS Leben zu ge nießen.
sFür den Jndianapoliser Deutschen Tag." 13. August 1905. Lied der Deutschen Pioniere. Verflossen ist nun manches Jahr Seit mir in dieses Land gekommen.Nicht bot die Hand zum Willkomm dar Der Fremdenhasser giere Schaar, Das machte uns das Herz beklommen. Oft griff des Lebens harte Faust UnS in die blonden Jugendlocken; Doch wie das Schicksal auch gehaust Und milde Stürme uns umbraust Wir strebten rastlos unerschrocken. Ist's ja daS Land der eig'nen Wahl, Das Land der Streifen und der Sterne, Das mit der Freiheit Sonnenstrahl Uns rief in dieses fchöne Thal Aus Baterlandes weiter Ferne. v Wir kamen nicht als Bettler her. Wir brachten uns're starken Glieder Und frischen Muth mit über's Meer Und frommen Sinn und, was noch mehr. Zur Arbeit Lust und frohe Lieder. Ob in dem Lenz der Robin sang. Im Garten Ros' und Lilie sprossen: Ob bei der Ernte Sensenklang Auch Schmeiß uns von der Stirne drang. Wir strebten froh und unverdrossen. Wir bahnten, hielt des Winters Frost Gefesselt Wiesen, Flur und Felder, Mocht's stürmen auch aus Nord und Ost Uns mit der scharfen Axt getrost Stets neue Wege durch die Wälder. DaS Tagwerk marv uns niemals schwer, Wir griffen zu mit frischen Händen; Bald schwand die Wildniß rings umher, Nicht blieben Feld und Garten leer Uns von des HimmelS reichen Spenden. Sank auf das Thal die stille Nacht, Dann scholl noch hell in mancher Hütte Ein deutsches Lieb voll Zauberpracht, Das hob deS Herzens tiefen Schacht, Nach Vaterlandes treuer Sitte. Und kam der Sonntag nun heran. Da trieb der Seele fromm Gemüthe Zum kleinen Kirchlein Frau und Mann, Wie'S uns're Väter einst gethan. Und dankten Gott für feine Güte. Doch war die hei'ge Pflicht erfüllt. Dann zogen wir zum grünen Rasen Mit Weib und Kind; und Frohsinn quillt' In jeder Brust, wenn sanft und mild Vom nahen Wald tönt Hörnerblafen. Und unter Spiel und Tanz entfloh Die Zeit der Lenz und Herbstesfeste; Beim Rebensaft war Alles froh Und manches jubelnde Halloh! Schloß dann des TageS Lust auf's Beste. So brachten wir in's freie Land Auch noch den freien Geist deS Lebens. Mög' nie vergeh' im Zeitenbrand DieS Festgeschenk, dies theure Pfand, Dann strebten wir doch nicht vergebens! H. A. Rat termann. Ralph Brady, 1532 Süd Meridian Str., ein 13 Jahre alter Junge, wird seit mehreren Tagen aus der Eltern Wohnung vermißt, und die Polizei wurde ersucht, nach demselben Umschau zu halten.
Europaische Nachrichten.
Provinz Schreswlg'Ksrstein. Schleswig. Ein s chwerer Unglücksfall traf hier an der Schiffbrücke den Matrosen Karl Brühn von der Valparaiso", als diese die fahrplanmäßige Fahrt antrat. Als Brühn das Tau vom Pfahl auf der Brücke losmachen wollte, wurde er, während daS Schiff schon in Fahrt gesetzt worden war, von der Schleife des Tauendes erfaßt, über das Geländer des Schis fes an das Ufer geschleudert und hier von dem Tau mit dem einen Bein gegen den uc d'Alben" gepreßt, so daß ein doppelter Schenkelbruch eintrat. A l t o n a. Es bestätigt sich daS Gerücht, daß das hier stehende Jnfanerie - Regiment (1. Thüring. No. 31) Graf Vose im nächsten Herbst nach der Garnison Mörchingen verlegt werden soll. V r e d st e d t. Bei den Deichbauten vor den Reußenkögen ist der 19jährige Arbeiter Karl Böttcher aus Ostpreußen verunglückt. Ein Bein mußte ihm unter dem Knie im hiesigen Krankenhause abgenommen werden. Dietrichsdorf. Als Leiche aus der Schwentine gezogen wurde die schon längere Zeit vermißte kleine Tochter des hiesigen Arbeiters Lange. F l e n s b u r g. Die Frau des Generalagenten Berg wurde am ganzen Körper entsetzlich verbrannt. Sie hatte Papier im Ofen mit Petroleum getränkt und angezündet. Nachdem sie von drei Aerzten verbunden worden war. wurde sie ins Krankenhaus gebracht. Hochfeld. Kürzlich ist hier das Wirthschaftsgewese des Landmannes Joh. Mohr vollständig niedergebrannt. Da nichts gerettet wurde, aber auch nichts versichert war, so ist der Schaden beträchtlich. Die Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt. Jordkirch. Ein Schadenfeuer vernichtete das Gewese des hiesigen Käthners und Räucherers Christen Hansen. Ein Pferd und zwei Kühe kamen in den Flammen um, sämmtliches Mobiliar ist verbrannt. Die Bewohner retteten mit genauer Roth das Leben. Lehbek. Niedergebrannt ist das unmittelbar am hiesigen Bahnhof zwischen Koppeln und Flensburg belegene Matzensche Gewese. Man vermuthet, daß das Feuer durch Funkenflug aus einer Maschine der Kreisbahn entstanden'sei. Nord er st apel. Kaufmann Hans Voß von hier wurde kürzlich todt aus der Treene gezogen. O t t e n s e n. In einer hiesigen Papierfabrik in der Donnerstraße ist den Arbeiter Merkel aus der ersten Etage in ein eisernes Bassin gestürzt. 5r Wuth sebr sckwer verleit! und in hoffnungslosem Zustande ins Kran kenhaus gebracht. W i l s b e k f e l d. Hier brannte das Gewese des Hufners Jver Mörk nieder. . : Provinz Schrclien. Ar es lau. Der 34 Jahre alte Rangirer Josef Neupauer von der Ziethenstraße 4 wurde durch einen Eisenbahnwagen überfahren, wodurch sein rechtes Bein zermalmt wurde. Der Verunglückte wurde im Allerheiligen - Hospital untergebracht, woselbst er bald darauf verstorben ist. Golinsky, Vertreter der Firma Fritz Sachs u. Co., hier (Karlsstraße 36) feierte das Jubiläum seiner 25jährigen Thätigkeit in diesem Hause. Antonienhütte. Auf der Gottessegengrube Hierselbst ereignete sich ein bedauernswerther Unglücksfall, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Beim Schachtabteufen wurde der 17 Jahre alte Bergpraktikant Adolf Golly aus Scharley durch einen herabstürzenden Balken so schwer am Kopfe verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat. D r e i ß i g h u b e n. Bei einem schweren Gewitter im Reichenbacher Kreise schlug der Blitz in das Haus deS hiesigen Landwirthes Krautstruck und tödtete dessen am Tische sitzenden neunjährigen Sohn. Das' Gewitter richtete im ganzen Kreise großen Schaden an.' Görlitz. Die Wahnsinnsthat einer Mutter, der 43 Jahre alten Ehefrau des Confektionsschneiders Adolf Erben, erregte die Gemüther der Bewohner unserer Stadt. Die Unglückliche ertränkte die beiden jüngsten ihrer acht Kinder, die dreijährige Lotte und den einjährigen Martin, in der Küche in einem Waschfasse, während der Vater und die übrigen Kinder ahnungslos schliefen. Die grausenerregende That wurde erst durch Mitbewohner des Unglückshauses entdeckt. K a n d r z i n. Vor einiger Zeit gerieth der aushilfsweise als Rangirer auf dem hiesigen Bahnhof beschäftigte Eisenbahnarbeiter Kalisch aus Lenartowitz zwischen die Puffer zweier Wagen und wurde derartig zerquetscht, daß fast augenblicklich der Tod eintrat. Kunzendorf.. Der hochbetagte Rentenempfänger Wilhelm Schmidt stürzte infolge eines Fehltritts die Haustreppe hinab und erlitt hierbei einen Schädelbruch. Der Verunglückte war sofort todt. Neubielau. Beim Holzsallen im Langenbielauer Forste wurde der Mfi,it üörnich von hier von einem
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abgesägten Stamme beim Fall an einen Baum gedrückt, wodurch er so schwere Verletzungen erlitt, daß er ihnen bald erlag. Rothenburg. Der Zimmerpolier August Röhr aus Spre. welcher hier mit Decken eines Daches besckäftigt war, stürzte in das Innere des Gebäudes und zog sich schwere innere Verletzungen zu. T hie lau. Beim Dreschen mit der Dampfmaschine hatte sich auf dem hiesigen Dominium Thielau ein mit Strohtragen beschäftigter galizischer Arbeiter unbemerkt unter die Strohpresse begeben und wurde von dieser, trotzdem die Maschine schon in Anhalten war, erfaßt und todt gedrückt. Provinz Fasen. A d o l 5 d.o r f. Hier vergnügten sich mehrere Kinder damit, ungelöschten Kalk in eine Flasche zu schütten, Wasser hineinzugießen und zuzukorken. Die Flasche explodirte, und der neunjährige Sohn des Einwohners Ribarreck, welcher dieser gefährlichen Spielerei zusah, wurde derartig von den umher fliegenden Glassplitteru getroffen, daß ein Auge vollständig ausgelaufen ist und bei dem anderen noch große Zweifel bestehen, ob es erhalten bleiben wird. V r z u st o w n i a. Der Arbeiter Lorenz Gadomski war auf einem Schober mit Strohpacken beschäftigt. Während der Arbeit fiel er vom Schoder und erlitt so schwere Verletzungen, daß der Tod eintrat. G n e s e n. Hier ist im Armenhause der ehemalige Großindustrielle Kratochwill, der früher zu den reichsten Personen unserer Stadt zählte, gänzlich mittellos gestorben. Sein Vater gründete seinerzeit mit einem Vaarvermögen von etwa 1 Million Mark hier eine große Dampfmahlmühle. Heuchlern und Schmeichlern zugänglich. verlor der Sohn das ererbte Gut. Krotoschin. Auf dem hiesigen Bahnhöfe wurde der Arbeiterin Miskiewicz von hier, welche unter einen Wagen gekrochen war, um Kohlen aufzulesen, durch eine Rangirmaschine das eine Bein abgefahren. Im Krankenhause, wohin die Verunglückte gebracht wurde, mußte ihr daö Bein bis zum Knie abgenommen werden. O st r o w o. Vor einiger Zeit ist in der Nähe der Molkerei Hierselbst der 80 Jahre alte Arbeiter Mariniak von hier von einem Fuhrwerk aus Jankow überfahren und auf der Stelle getödtet worden. Ro gasen. Beim Baden ertrunken ist im hiesigen See der Conditorgehülfe Bruno Hoppe. Obwohl der Unfall bemerkt und der Verunglückte sogleich au dem Wasser gezogen wurde, gelang eö nicht, ihn ins Leben zuiidburiiffjj
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