Indiana Tribüne, Volume 28, Number 302, Indianapolis, Marion County, 12 August 1905 — Page 7

Jndlana Tribüne, 13. August 1003.

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(Schluß.) Es war ein köstliches Wetter, und die Wellen der Ostsee küßten den weißen Strand. Die dunkelgrünen Wipfel des Buchenwaldes, der wie ein Brautkränz Neukirchen umgab, wurden von dem Winde geküßt, und eine Holztaube, die im Geäst saß, schnäbelte mit ihrem Täuber. Es küßte sich eben so ziemlich alles, und Felix Leu, der Arm in Arm mit Bertha am Saum des. Waldes langsam entlang schritt, sprach den gleichen vernünftigen Wunsch aus. Unsinn!" sagte Bertha und zog den weißen Schleier vom Nande des Hütchens vor das (Besicht. Aber wir wollen uns doch heirathen, Schatz!" Das hast Du allerdings vorhin bchauptet. Aber zwischen Wollen und Vollbringen liegt ein großer Schritt," entgegnete Bertha und machte ganz kleine Schritte. Nur bis auf das Standesamt; und dabei fährt man in Berlin." Dieses gräßliche Berlin! Wenn ich denke, daß mein zukünftiger Mann immer mit Spitzbuben umgehen muß " Ich will ja mit Dir umgehen, Liebchen!" Aber, bitte, etwas zarter!" sträubte sie sich, als er den Arm um ihre Schultern legte. Geht man so mit jungen Mädchen um? Lernt Ihr das in Eurem greulichen Klub der Hagestolzen?" O, noch viel mehr! Aber ich trete jetzt aus." versicherte Felix. Das will ich wünschen. Du " Was denn?" Findest Du nicht, daß die Sonne hier sticht?" Sie lenkte ein wenig tiefer in den Wald, blickte sich um und streifte den Schleier zurück. Hier könnte es allenfalls aehen." Was denn?" Ach laß mich. Tu Ungeheuer!" Nach einer Weile ließ er sie wirklich gehen, und sie athmete mit rothen Wangen tief auf. Tie Uebung haben Sie nicht aus Ihrer Praxis, Herr Polizeipräsident das stammt wohl noch aus der Leut'nantszeit!" Ganz gewiß nicht," versicherte Felix ernsthaft, Du bist die allererste. "Mer i ch bin es leider nicht; Egon hat mir gestanden, daß er " Ach. Egon! Das ist ja mein Better! Den lüßt man ganz anders." Bitte, zeig mir's!" Sie legte weich und zärtlich ihre Arme um seinen Nacken und begrub schelmisch die rothen Lippen in seinem Schnurrbart. So etwa!" Nachdem sie eine Weile getändelt hatten, setzten sie sich auf eine Bank, und Bertha wurde nachdenklich. Du, wie ist das eigentlich mit uns so plötzlich aekommen?" . Plötzlich? Gar nicht! Das war eine Jugendliebe. Wie oft haben Egon und ich. wenn wir die Nacht hindurch arbeiteten, von Dir gesprochen!" Ihr werdet wohl gekneipt haben ich kenne Euch. Und diese Jugendliebe hat Dich wirklich hierhergeführt?" Nur halb und halb." gestand er ehrlich. Tu mußt nämlich wissen. Kind, daß ein richtiger Kriminalmensch immer vielseitig ist. Ich war eigentlich zwei Mädels auf der Spur." Oho!" Nämlich Dir und einer Hochstaplerin." Das wird ja immer schöner! Wie heißt denn die andere?" Sie war vergangenes Jahr hier im Bade und beißt mit Vornamen Mar got. Oder sie nennt sich wenigstens so. Etwas weiteres kann ich Dir leider nicht mittheilen, denn ich weiß selber so gut wie nichts." Bertha spitzte die Ohren und machte ein Pfiffiges Gesicht. Also gar nichts weißt Du? Das soll bei Euch Polizisten nicht ungewöhnlich sein. Was hat denn diese sogenannte Margot eigentlich verbrochen?" Gestohlen, mein Schatz. Hast Du niemals von dem berühmten Rembrandtgemälde gelesen, welches im verflossenen Jahr hier entdeckt wurde und so viel Staub aufwirbelte? Tu mußt doch davon wissen, Kind, denn es ist ja drüben in dem Schlosse Eichkamp gefunden worden!" Weiter!" sagte Bertha statt aller Antwort. Nun also dieses Bild ist geraubt worden, und ich hege den gegründeten Verdacht, daß eben jene Margot, von der vorhin die Rede war, ihre Hand dabei im Spiele hat." Bertha drückte ihr Taschentuch an die Lippen und hüstelte ein wenig; aber es konnte auch ein verstecktes Lachen sein. Von dem Diebstahl weiß ich gar nichts," entgegnete sie dann mit einem verwunderten Gesicht, und Du hast recht, Schatz, wenn dergleichen in nachster Nachbarschaft passirt, dann müßte man doch eigentlich davon hören." Felix schüttelte den Kopf. So war eö ja gar nicht! Der Baron v. Geldern hatte das Bild nach dessen Entdeckung

in seine bei Berlin gelegene iu:ua geschafft, und dort ist es dann entwendet worden." Bon jener. Margot?" Wenigstens vermuthe ich das. Denn sie war es, die den Nembrandt ursprünglich auf Eichkamp entdeckte." Wirklich? Warum stahl sie ihn denn nicht schon auf Eichkamp?" Da liegt eben das Geheimniß. Sie muß den Versuch dazu gemacht haben, und dieser Versuch ist mißlungen. Tarauf lassen einige Aeußerungen schließen, welche der inzwischen verstorbene Schloßverwalter kurz vor seinem Tode gethan haben soll." Ter alte Reichmann? Der ist ja im Delirium gestorben!" Stimmt. Aber das ist kein Beweis für das Gegentheil." Berthas Gesicht hatte den übermüthigen Ausdruck verloren; sie saß da und dachte nach. Schatz." sagte sie endlich kleinlaut, nun wird mir die Sache selbst unheimlich; das wäre ja gräßlich, wenn ich auch noch mit hinein verwickelt werden sollte. So, wie Du glaubst, kann es nicht sein, aber vielleicht bin ick) selbst betrogen worden. Mir schwirrt der Kopf " Du?" fragte er unruhig, was weißt denn Du, Bertha?" Ich will es Dir erzählen. Also das war im verflossenen Jahr, unmittelbar nachdem Egon bei uns einen Besuch gemacht hatte. Ich badete jeden Tag da unten am Strande, und bei dieser Gelegenheit wurde ich mit einer jungen Dame bekannt. Du lieber Gott, bei

solchen Gelegenheiten wird man ja so leicht miteinander vertraut. Sie zeigte ein sehr lebhaftes Interesse für das Schloß Eichkamp und dessen Besitzer, und gestand mir endlich, daß sie die Nichte des Barons wäre. Ihre Mutter. eine geborene v. Geldern, war mit dem Pariser Gelehrten Tubois verheirathet gewesen; nach dem Tode beider Eltern war :hr em bedeutendes Vermögen zugefallen, und sie hatte sich, ihrer Neigung folgend, zur Malerin ausgebildet. Tu glaubst gar nicht. Schatz, wo sie überall gewesen war; sie kannte die halbe Welt und behauptete, diese unbändige Reiselust sei nicht sowohl eine Folge ihres Berufes, als das Erbtheil von ihrem Oheim mütterlicherseits. Mit letzterem aber ist ihre Familie vollständig zerfallen; die beiden haben einander nie gesehen, Margot behauptete sogar, daß der 'Baron nicht einmal genau wisse, ob seine Schwester Kinder hinterlassen habe. Sie that mir so leid, das arme Ding, denn sie stand ganz allein in der Welt, und es war ihr sehnlichster Wunsch, sich mit ihrem Oheim auszusöhnen. ,Er ist ein Sonderling sagte sie. ,und wenn ich ihm als Tochter des Professors Tubois unter die Augen .trete, dann wird er mich voraussichtlich von seiner Schwelle weisen. Aber ich hoffe immer auf einen glücklichen Zufall!' Lach mich aus, Felix, aber ich habe ihr alles Wort für Wort geglaubt." Weiter!" sagte Felix nachdenklich und grub mit der Spitze seines Stockes in der Erde. Also nun kommt die Geschichte mit diesem unglückseligen Rembrandt. Margot erzählte mir, daß sie auf dem Schlote Eichkamp gewesen sei. Sie hatte als Kind aus dem Munde ihrer Mutter von einer Gemäldesammlung erzählen hören, die ein sehr altes und schönes Bild enthalten sollte, und die Neugier der Künstlerin war in ihr rege geworden; nebenbei wohl auch das Interesse an dem Stammsitz der mütterlichen Familie. Und sie hatte wirklich ein Gemälde entdeckt, welches nach ihrer Meinung von Rembrandt herruh ren konnte. Ganz gewiß schien sie ihrer Sache nicht zu sein, aber sie hegte den brennenden Wunsch Das Bild zu besitzen!" warf Felix mit spottlichem Lächeln em. Nein, Schatz, nur eine Kopie. Sie hatte sich deshalb auch an den SchloßVerwalter gewendet, aber Du kennst den alten Reichmann nicht, wie ich ihn kannte. Der gab nichts heraus, dafür hegte er viel zu große Angst vor seinem Herrn. Sehr verständig. Bertha. Wahr scheinlich bist Du selbst " Weniger verständiger gewesen, willst Tu sagen. Nun ja, ich will es nur gestehen. Ich verschaffte meiner neuen Freundin durch Bitten und Schmeicheln das Bild auf em paar Tage, aber der Alte stellte dabei die Bedingung, daß die Sache zwischen uns ein tiefes Geheimniß bleiben müsse. Er war auch erst vollkommen beruhigt. als das Original endlich wieder an sei nem Platze hing." Es kam also wirklich wieder dorthin?" Natürlich. Felix! Ich war selbst zugegen, wie Margot die fertige Kopie in ihren Koffer packte, und ich habe selbst das Original in's Schloß zurückgetragen. Glaubst Du jetzt noch immer, daß Margot die Absicht hatte, es zu stehlen? Tann wäre es ihr doch ein leichtes gewesen, einfach damit durchzugehen, und ich schaudere jetzt noch vor der Möglichkeit, daß sie trotz alledem eine Schwindlerin war!" Ich schaudere mit," entgegnete Fe lix, aber nicht vor dieser Möglichkeit, sondern vor etwas anderem. Geliebte Bertha, wirst Du mich noch zum Manne wollen, wenn ich Dir ge stehe-' Was denn, Schatz?" Daß ich mich unsterblich dlamirt habe?"

. O, wenn es weiter nichts ist," sagte Bertha lachend, dann will ich mich beruhigen. Alle Männer blamiren sich von Zeit zu Zeit. Aber wenn sie eine vernünftige Frau kriegen, dann nimmt diese Untugend allmälig ab." Es war um dieselbe Zeit und Stunde, als der Baron v. Geldern und Doktor Egon Westhof einander auf der Jsola Bella gegenüberstanden. Ter Baron sagte: Sehr geehrter Herr Doktor, ich kenne Sie nun seit einigen Tagen, und ich schätze Sie als einen tüchtigen jungen Mann. Aber wenn ich aus unserem soeben stattgehabten Gespräch schließen zu müssen glaube, daß Sie Mitglied der geheimen Polizei sind, so wünsche ich dennoch in Ihrem eicenen Interesse, daß ich mich getäuscht habe." Ich bin 'Journalist," entgegnete Egon aufrichtig. Geldern nickte zufrieden. Nun, für einen Journalisten besitzen Sie die nöthige Phantasie; für einen Kriminalisten hätten Sie davon zu viel. Sie behaupteten soeben, daß das Original des Rembrandt im Koffer von Fräulein Duraniegt, und damit begehen Sie nicht werter als fünf Irrthümer. Erstens ist dieser Nembrandt überHaupt kein Nembrandt, sondern irgend ein anderer alter Schmöker; zweitens liegt das Original thatsächlich in meinem Eeldschrank; drittens ist das Bild, welches Sie wahrscheinlich drüben auf der Fischerinsel in dem Malkästen von Fräulein Durand gesehen haben, nicht das Original, sondern

eine Kvpie; viertens heißt Fraulem Durand in Wirklichkeit Margot Dubois; fünftens endlich ist Fräulein Tubois meine Nichte, und sie kann schon aus diesem einfachen Grunde den Rembrandt nicht gestohlen haben, obwohl Sie so gütig sind, das anzunehmen. Bitte, setzen Sie sich!" Egon hatte wirklich einen RuhePunkt nöthig, und der Baron schob ihm ein Glas Wein hin. Tann fuhr er gelassen fort: Die Unkenntniß von Punkt Nummer fünf verzeihe ich Ihnen mit sammt den daran geknüpften Folgerungen, denn ich selbst habe erst m Engelberg am Abend unserer verunglückten Titlisbesteigung erfahren, daß der Himmel in unverdienter Güte mir eine solche Nichte bescherte. Ich bin im Allgemeinen weder für Nichten noch sonstige Anhängsel, aber jede Ausnahme bestätigt die Regel, und da Margot mein Herz nicht als die Tochter des Professors Tubois, meines wissenschaftlichen Gegners. sondern als eine seltene Perle ihres Geschlechts erobert hat, so lasse ich die Ausnahme gelten. Und da wir drei nun einmal in eine Art Verhältniß zueinander getreten sind, so sollen Sie auch den Zusammenhang erfahren. denn ich mußte mich sehr irren, wern Margot Tubois nicht dasselbe Interesse an Ihnen nehmen sollte, wie Sie es an Margot Durand genommen zu haben scheinen. Er zündete sich die erloschene Pfeife wieder an und bestellte eine Flasche Asti Spumante. Und es sank auf die Jsola Bella ein Abend nieder, wie er nur aus dem Schooß des Südens geboren wird und allein würdig ist, in der Nacht Italiens zu vergehen. Auf den fernen Schneegipfeln der Alpen leuchtete ein rosenrothes Licht, und die dunkelgrünen Hänge der Uferberge wurden von violettgefärbten Schatten berieselt; über das Spiegelbild des Wassers lief der silbergraue Abendnebel wie ein Hauch, und das Duften von Orangen und Oleander durchtränkte die lauwarme Luft. Langsam zogen die Barken der Fischer vom Strande in den See, und das Ave Maria der Glocken mischte sich mit den Volksgesängen, die einer versunkenen Heidenzeit entstammten. Egon hatte die Osteria verlassen und stieg langsam die steinernen Stufen empor, welche zwischen Geröll von Glimmerschiefer und zerfallenem Mauerwerk zu den Borromeischen Gärten hinaufführen. Dort traf er Margot. Sie saß vor dem Eingang einer Muschelgrotte und hatte das Haupt an den Stamm eines uralten Baumes gelehnt; über ihr schwebten Scklinggewachse, und Leuchtkäfer huschten durch das Grun. Kommen Sie auch, um die Schönheit der Welt anzubeten?" fragte sie lächelnd. Bald wird es Nscht werden." Eine einsame dunkle Nacht," entgegnete er und blieb vor ihr stehen. Warum? Kennen Sie nicht den ruß der Schiffer?" Wie lautet er?" Felicissima notte." Er sah auf ihre weiße Hand nieder, die eine der dunklen Locken aus der Stirn strich. Das gilt nicht mir, Fräulein Dubois. Ich komme, um Abschied zu nehmen. Sie wissen V Ich weiß alles.Und warum wollen Sie jetzt gehen?" Es ist wie im Garten Eden," sagte er halblaut und lehnte sich an den rauhen Stamm. Ich habe von dem Baume der Erkenntniß gegessen, und meine Augen sind sehend geworden. Das verstehe ich nicht." Sie sollen es auch nie begreifen. warum tej Scham und Reue empfinde.

Sie würden mich sonst verachten, Fräulein Maraot."

Das ist em kartes Wort, Herr Doktor. Es überkam mich ja bisweilen die Ahnung, daß Sie aus irgend einem Grunde Mißtrauen gegen mich hegten, aber daran trage ich wohl selbst die Schuld warum habe ich mein Spiel mit Ihnen getrieben!" a, warum haben Sie das gethan, Margot?" entgegnete er schmerzlich. .Sie hätten mir durch Wahrheit Kumlner und Zweifel erspart." (js-loar nicht böse gemeint," ent gegnete das Mädchen leise. Und nun wollen Sie gehen? Gut. mein Herr, so gehen Sie. wolnn Ihr Herz Sie treibt!" Er stand noch immer vor ihr und sah auf sie nieder. Die Leuchtkäfer hatten sich aus dem Grün gelöst und schwebten um ihr Haupt; einzelne ließen stch in den dunklen Haaren nieder und ruhten dort gleich strahlenden Juwelen. Wie schön!" sagte Egon unwillkürlich. Aber Margot schrie leise auf. O Gott, die schrecklichen Thiere! Bitte. helfen Sie mir. Egon!" Uno als er nun die Hände m ihre Locken vergrub, da war es um ihn geschehen. Er glitt an ihrer Seite nieder und umschlang sie mit seinen Armen. Süße Margot." sagte er, und seine Stimme bebte vor Sehnsucht, mein Herz zwingt mich zu Dir! Du hast selbst gesagt, ich sollte meinem Herzen folgen. Wirst Du das Wort zurücknehmen?" Mit einem schiefen Gesicht stieg der Mond herauf und beschien das glückliche Paar. Von seiner hohen Warte aus war es ihm vergönnt, die Hälfte der Erdkugel zu überschauen, und er stellte fest, daß die thörichten Menschen einander nicht nur unter den Orangenbäumen Italiens küßten, sondern daß sie unter den Eichen Holsteins das gleiche Spiel trieben. Und er schaute herab auf Berlin, wo die Vernunft ihren Sitz aufgeschlagen hat. Tort sah er hinter modernen Vutzenscheiben die Versammlung der HagestoUe. Doktor Ubl stand am Ende der Tafel, schlug an sein Glas und hielt nach hergebrachter Sitte eine Rede auf die abwesenden Glieder des Bundes. Die Gefahren der Welt sind groß," sagte er. aber die größte Gefahr ist das Weib. Ob wir in den Gefilden des Südens weilen, oder an den Gestad'n des Nordens, überall lauert an unseren Pfaden ein Knalleffekt der Natur, und aus ihren schwarzen oder blonden Haaren spinnen sie das Netz, um die Gimrel einzufangen. Unsere fernen Genossen sind keine Gimpel, aber dennoch trinke ich mit zagender Seele auf den Wunsch, daß sie heimkehrcn mögen, wie sie ausgezogen sind." Da zerbrachen klingend der Gläser zwei, und der Mond lachte dazu. Ende. Die Kompagnie dcs Kronprinzen. Ueber einen heiteren Zwischenfall, der sich am Jfage der Einholung der deutschen Kronprinzessin im königlichen Schloß abgespielt hat, lassen sich die Hamburger Nachrichten" Folgendes erzählen: Der Prunkwagen mit der Kaiserin und der Herzogin Cäcilie war in den Schloßhof gefahren. Der Kronprinz kommandirte die Fahnenkompagnie des ersten Garde-Regiments z. F., die als Ehrenwache zur Stelle war. Nach dem Programm des Tages sollte er die Truppe der Herzogin, nachdem diese ausgestiegen war, vorführen. Da ereignete sich etwas Unvorhergesenes: Ter Kaiser vergaß wohl zum ersten Male in seinem Leben in seiner freudigen Erregung den in Aussicht genommenen militärischen Akt, reichte der Prinzessin, nachdem die erste Begrüßung vorüber war, den Arm und' verschwand mit ihr und den übrigen Fürstlichkeiten im Inneren des Schlosses. Na, das ist ja noch schöner!" rief der Kronprinz einigen Offizieren in seiner Nähe zu, jetzt entführt Majesiät meine Braut! Und wo bleibe ich?" Als einige Minuten vergangen waren, ohne daß der Kaiser und die Herzogin zurückkehrten, wurde der KrönPrinz darauf aufmerksam gemacht, daß er gut thäte, den Verschwundenen zu folgen, er werde oben" wahrscheinlich schon vermißt. Nein, das geht nicht!" . antwortete der Kronprinz, erstens kann dort oben Wichtiges ohne mich nicht vorgehen, denn schließlich soll doch ich hier heirathen, und zweitens: Befehl ist Befehl. Ich soll die Kompagnie vorführen, und muß also warten, bis die Prinzessin sie sich ansehen kommt." Und er blieb. Inzwischen war der Kaiser von der Schwierigkeit, die entstanden war. benachrichtigt worden. Lachend erschienen er. die Kaiserin, die junge Braut und die übrigen Festtheilnehmer an den Fenstern über dem Platze der Kompagnie, und von dieser höheren Warte aus wurde der Parademarsch der Potsdamer Kompagnie dann . entgegengenommen. Vrsto Rechnung. Bankier (beim Milliardär, neben dessen spielendem Söhnchen): Na. Ihr Bubi wächst ja tüchtig." Milliardär: Nicht wahr? Rechnen kann er auch schon; zähle einmal bis drei. Bubi!" S ö h n ch e n : Eine Million, zwei Million, drei Million."

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