Indiana Tribüne, Volume 28, Number 302, Indianapolis, Marion County, 12 August 1905 — Page 5

Jndiana Tribüne, 12. Vugust 1905

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Sommerabend,

Von K. A. H. Nn ros'gcm Wolkcnbctte Im Westen stirbt der Tag. Nun schweigt der Räder Sausen, lLcrstummt der Hämmer Schlag. Ihr Haupt an VcrgcZlchne Gestreckt den Ricsenleib Lluf grüne Wicsenmattcn Lehnt müd' daö Ncbclwcib. In sternbesätem Kleide Erhebt sich nun die Nacht, Auf Wiesen und in Wäldern Viel Märchcnvolk erwacht. c lauten, lärmenden Tages Trübbleichcr Cpuk entschwand, Jungcw'ge Lichtgcstaltcn Zich'n schimmernd durch das Land. Hochzeiten in China. Eines haben die heirathsfähigen Mädchen China's in ihrer Gesammtheit vor denen des Abendlandes vorcus: sie bekommen alle einen Mann. Denn einerseits ist die Tödtung kleiner Mädchen in frühester Kindheit seitens ganz unvermögender Eltern, wenn auch keineswegs ein alltägliches Ereigniß, so doch in manchen Gegenden wenigstens so üblich, um immerhin eine Ueberfülle des Heirathsmarkts nach dieser Richtung hin etwas einzuschränken; und andererseits steht es ja denjemgen Mädchen, die nicht Hauptgemahlin werden, immer noch offen, als Nebengemahlin einen Gatten zu finden oder wenigstens sich finden zu lassen. Denn in solchen Dingen haben weder sie noch ihr Künftiger viel drein zu reden. Das ist Sache der Eltern, rer Freunde des Hauses und professioneller Kuppler. Sind diese sich über die beiden Personen einig, aus denen sie ein Paar machen wollen, so werden nun die umständlichen Schritte eingeleitet, welche die gute Sitte erheischt und welche so recht die chinesische Liebe für langwierige Ceremonien darthun. Ja, die Bewohner des Reiches der Mitte wissen, was sich schickt. Die folyenden sechs Präliminar - Ceremonien sind für alle Vermählungen in China unbedingt unerläßlich: 1. Ein Freund des auserkorenen Bräutigams begiebt sich zu den Eltern der Braut, ihnen Tag und Stunde der Geburt desselben mitzutheilen und oon ihnen genaue Angabe derselben Einzelheiten rn Bezug auf deren Tochter zu empfangen. Diefe werden dann in beiden Häusern in der Ahnenhalle das heißt dem allgemeinen WohnZimmer vor dem Familienaltar, auf dem die Gedächtnißtafeln der Vorfahren aufgestellt sind, ausgebreitet und der Segen der Vorfahren wird für das künftige Paar erfleht. 2. Nun werden die Astrologen befragt, und sind die Horoskope der beiden jungen Leute günstig, so ist die Verlobung nun schon bindend. Oftmals findet diese bereits zwischen Kindern statt und nichts kann sie rückgängig machen, als etwa eine schlimme Krankheit, wie der Aussatz oder ja, das gilt für ein noch wichtigeres LöseMittel ein Unglück verhnßendesErkigniß in Verbindung oder auch nur zu cv Zeit einer der erforderlichen Ceremonien, wie das Zerbrechen einer kostbaren Vase in einem der beiden betheiligten Häuser. Bleiben die Vasen und alles ankere aber heil, so wird dann der Freund des Bräutigams mit einem Schreiben seines Vaters an den Vater der Braut entsandt, das einen formellen Heirathsantrag enthält. Wie in allen, höflichen Redewendungen, wird der Verfasser des Briefes auch darin von allem, was ihn und die Seinigen betrifft, nicht nur mit größter Befchei-denh-eit sprechen, sondern auch mit größter Demuth sich und seinen Sohn als erbärmlich" und verachtungswürdig" bezeichnen, während alles, was sich auf den Angeredeten bezicht,' ehrenwerth" und erhaben" ist. Mit demBnef überbringt der beste Mann" auch einige Schachteln mit Leckerbissen und ein lebendiges Schweinchen oder Zn manchen Gegenden Chinas auch wohl ein paar wilder Gänse. 3. Mit nimmer endendem Ceremcniell wird dem Vermittler darauf vor dem Hausaltar die Antwort übergeben, die natürlich alle BeschaffenheitsWörter und andere qualifizirenden Ausdrücke in Bezug auf Braut und Bräutigam und die beiderseitigen Häuser in umgekehrter Weise zur AnWendung bringt, wie das chinesische Höflichkeit nun einmal erheischt. Dann wird der beste Mann" zu einem Mahle geladen. Zweimal lehnt er die Einladung bescheiden ab. So verlangt es die Etikette. Zum dritten Male aufgefordert, sträubt er sich aber nicht länger und kehrt dann in das Haus seines Auftraggebers zurück, reichbeladen mit süßem Kuchen. 4. Jetzt werden erst die eigentlichen Hochzeitsgeschenke von dem Bräutigam der Braut Lbersandt, Seidenstoffe, Ohrringe und andere Geschmeide, je nach seinen Vermögensverhältnissen, während auch die Eltern der Braut iherseitö, aber im Allgemeinen weniger kostbare Geschenke senden. Nach Ueberlieferung seiner Gaben lädt der Bräutigam feine Freunde zum Mahle ein, daS den besonderen Namen Napi führt, das heißt Ueberreichung der Seide". 5. Nun wird -mit vielen Umstandlichkeiten der Hochzeitstag festgesetzt. Thatsächlich bestimmen diesen die Astrologen, die sich gewöhnlich sür die Zeit des Vollmondes entscheiden. Die Etikette verlangt aber, daß der beste Mann" den Vater der Braut um Fest-

setzung des Tages ersucht, der seinerseits ihren künftigen Schwiegervater bittet, den Punkt zu entscheiden. 6. Je näher nun der Tag selbst heranrückt, desto lauter klagt und jammert die glückliche Braut, das Elternbaus verlassen zu müssen. Am Hochzeitstage selbst zieht dann der Brautlgam, begleitet von seinen Freunden, mit Musik und Jubel und Bannern, nach dem Hause der Braut, sie heimzuholen. Oftmals wird aber auch dieses noch dem besten Manne" überlassen. Dieser oder der Bräutigam selbst wird dann wieder in die Ahnenhalle" geführt. Abermals endloses Ceremoniell. Dann wird die vom Scheitel bis zur Sohle dicht vermummte Braut mit großem Ceremoniell in die Sänfte gehoben, nach dem Hause des künftigen Gemahls gebracht, mit noch größerem Ceremoniell aus der Sänfte herausgenommen und zur sinnbildlichen Reinigung über ein mit feurigen Kohlen gefülltes Becken in die Wohnung getragen, wo sie sich vor dem Bräutigam auf die Kniee niederläßt. Dieser sollte bis dahin nie zuvor ihr Gesicht gesehen haben. Jetzt hebt er den Schleier zum ersten Mal auf und die Etikette erheifcht. daß er einerlei Laut von sich giebt. Das mag unter Umständen sehr angebracht sein, zumal, wenn die professionellen Kuppler ihre Reize über Gebühr herausgestrichen, wie das sehr bäufig der Fall ist. Er lügt wie ein Kuppler" ist längst sprichwörtlich geworden. Nun führt der Bräutigam die Braut in die Ahnenhalle", wo er unter abermaUgen vielen Verbeugungen und Kniefällen den Vorfahren formell die Mittheilung macht, daß er auf Geheiß seiner Eltern die ihnen Zugeführte zur Gattin genommen und für sich und seine Lebensgefährtin den Segen der Ahnen erfleht. Danach leeren die beiden Brautleute einen Becher HirseBranntwein zusammen und sind Mann und Frau. Nun setzen sich alle zum Hochzeitsmahl nieder. Die junge Frau sitzt neben ihrem Gatten, aber es schickt sich für sie nicht. Speise oder Trank anzurühren. Nach dem Mahle nimmt sie einen erhöhten Sitz ein. stellt ihre künstlich zusammengeschrumpfelten Füßlein- auf eine Fußbank und dieses ganz besondere Anzeigen chinesischer Frauenschönheit wird dann allgemein in Augenschein genommen. Kruger und Sohn.

Von 5. Grabomski. Krüger und Sohn das war die neue Firma des alten Handlungshauses. Mit Stolz betrachtete sie der Kaufherr er hatte sein Ziel erreicht. In seinem Sohne wird das Werk seines Lebens weiter blühen, bis es der Enkel übernimmt. Ewiges Leben! Eine Auffassung, die mit den Lebensanschauungen wechselt. Als Kind hatte Herr Krüger das ewige Leben im Fortbestehen seiner Seele gesucht heut? Er reckte sich Krüger und Sohn!" Seine Gebeine werden modern, aber sein Name wird leuchten durch Generationen hindurch. An den Besitz seinesVermögens war der Name seines Schöpfers gebunden. Nur im Weiterführen der Weltfirma konnte es genossen werden. Da war alles klipp und klar vor seinen Augen denn verbrieft und notariell war es als sein Wille auf dem zuständigenGericht hinterlegt. Heut, es war ein warmer Frühlingstag, erwartete er den Erben seines Namen, seines Vermögens den einzigen Sohn, der zur Vollendung seiner kaufmännischen Wissenschaften seit drei Jahren in der Fremde gelebt hatte. Seinem Empfang zu Ehren war die Villa festlich geschmückt. Ein Ausdruck höchst?? Zufriedenheit belebte das Gesicht Krüger's, als er die fürstlich eingerichteten Räume durchschritt. Nirgends protzenhafte Ausdringlichseit; von feinstem Kunstverständniß getragene, vornehme Pracht das war die Einrichtung seines Hauses. Ja, er konnte sich auf seine Schwester Johanna verlassen sie besaß Takt und Geschmack, verstand es, im Sinne seiner verstorbenen Frau weiter zu walten. In der Mitte des großen Speisesaals war eine Festtafel aufgestellt. Silber, Porzellan, Kristall überboten sich an Kostbarkeit. Nur wenige Gedecke waren aufgelegt; nur im engsten Freundeskreise sollte die Heimkehr des Sohnes gefeint werden, des Sohnes, dem alle Liebe und Sorge gehörte, deren das ehrgeizige Herz des Kaufherrn fähig war. Die Welt nannte ihn hart nun, die Welt kannte eben in ihm den Vater nicht. Von dessen Nachsicht, ja Schwäche wußten die dicken Geschäftsbücher mehr zu erzählen. Da waren Summen verbucht für den Sohn Summen? Ja, Paris war theuer, und die Weltfirm z Krüger mußte doch würdig vertreten werden. Schließlich, was hatten die verbrauchten Kapitalien zu sagen? Die wurden hundertmal ersetzt durch die Heirath seines Sohnes mit der Tochter eines Geschäftsfreundes. Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu," sagt ein altes Sprichwort; Ada Krieghammer bekam ine fürstliche Mitgift. Und das beste an der Sache war die Liebe, die die Kinder derband. Schon in frühester Jugend hatten sie Bräutigam und Braut gespielt, und als sein Sohn vor drei Jahren das Vaterhaus verließ, wußte er, daß Ada auf ihn warten wolle. Nur die Klugheit der Eltern hatte eine offi-

zielle Verlobung verhindert. Siewaren ja beide noch so jung! Ada zählte heute erst achtzehn Jahre. Herr Krüger stand am Fenster und schaute hinaus in die sonnige Frühlingspracht. Er hörte Kinderfüßchen im Geiste über den weißen Kies trippeln, kleine, niedliche Füßchen seine Enkel. Er fuhr mit der Hand über die Stirn, als sei der Blick in die Zukunft zu herrlich, um vorzeitig genossen zu werden. In demselben Augenblicke kamen die ersten Gäste, und die Pflichten des Hausherrn zügelten die Ungeduld des Vaters. Bald war die Gesellschaft im Salon versammelt, der in Rosen zu schwimmen schien: so verschwenderisch waren die Blumen umhergestellt. Lauter tiefdunkle, Leben athmende Rosen Ada, die zarte Blondine und heimliche Braut, trug dieselben sinnberauschenken Blüthen an ihrem Busen; ein großer Rosenstrauß lag ihr imSchooß. Ihr Herz klopfte in stürmischer ErWartung. Hatte sie doch den Erwählten in heimlicher Liebe , verehrt und mit tausend Vorzügen geschmückt, wie dies junge Mädchen thun, die die Welt, nicht kennen und in den Menschen die Gebilde ihrer unreifen Phantasien suchen. So oft von dem Hausfohne gesprechen wurde, erglühte ihr Gesicht in heißer Röthe; sie fühlte die Blicke der Anwesenden auf sich ruhen, und einmal lag die Hand des Hausherrn liebkosend auf ihrem Haar. Sie füllte, wie diese Hand bebte sie ergriff sie in impulsiver Aufwallung und küßte sie. Draußen fuhr ein Wagen in rafcher Auffahrt vor. Da kam ein seltsames Bangen über den Hausherrn. Blitzschnell, wie dies in großen Lebensmomenten zu geschehen pflegt, flogen tausenderlei Gedanken durch seinen Kopf, und schließlich stand er vor der noch nie gedachten Frage wie wird er heimkehren, der Sohn?" Heiß stieg das Blut nach seinem Kopfe. Er warf seinen Blick voll väterlicher Güte auf Ada, die sich erröthend über ihre Rofen neigte und ging den Sohn zu empfangen. Und Ada? Das volle Leben tost plötzlich durch ihre Adern und drängt nach ihrem Kopfe. Mit ausgebreiteten Armen möchte sie ihm entgegeneilen, aber Sitte und Erziehung versperren ihr den Weg zu ihm. Einige lange Minuten vergehen in spannender Erwartung. Der Sohn mußte eigentlich schon oben sein! Man hört Schritte hin und hergehen, Thuren heftiger zuschlagen, als dies in feinen Häusern üblich ist. Zu der Spannung in den Gesichtern trittVerwunderung. Die Gäste sehen sich mit stummer Frage an. Da kommt der Hausherr allein. Wie verändert ist sein Aussehen! Erloschen der Glanz seiner Augen; die Stimme gebrochen und klanglos, nur mit Mühe hält er sich aufrecht. Ich bitte um Verzeihung," spricht er tonlos mein Sohn wird heut kaum erscheinen können. Die Reise er ist etwas unpäßlich und bittet um Entschuldigung." Mit krampfhaft erzwungener Freundlichkeit bittet er die Gäste zu Tisch. Zögernd folgen sie seiner Aufforderung. Unheimlich, die Gemüther erregend, liegt es, in der Luft. Dumpfer Ernst beherrscht die Tafelrunde. Der Duft welkender Rosen zieht wie Leichengeruch durch die Räume. Ada kämpft mit den Thränen. Sie ist noch nicht geschult im Ertragen von Enttäuschungen unverhüllt zeigt sich ihr Schmerz. Der Hausherr bietet seine ganze Willenskraft auf, den heiteren, liebenswürdiaen Wirth zu fvielen vergebens. Das glänzende Mahl trägt das Gepräge eines Todtenfestes. Und ist es denn nicht so? Begrub der stolze Kaufherr nicht in dieser Stunde dieHoffnungen seines Lebens? Er wand sich förmlich in heimlicher Qual. Wie war er heimgekehrt, der Sohn! Der blühend und gesund vor drei Jahren das Vaterhaus verlassen hatte! Wie müde war sein Blick wie gleichgültig war die Umarmung des Vaters gewesen. Laß nur," hatte er wie geistesabwesend gewehrt ich bin so müde, ich möchte nur schlafen schlafen." Und mit verwunderten, müden Blicken hatte er nach den erleuchteten Fenstern geschaut und höhnisch aufgelacht, als er die Kränze sah, welche ihm zum Willkomm die Hausthür schmückten. Todtenkränze", hatte er gemurmelt. Ja, er war krank, der Sohn, sehr krank. In der Gesellschaft erhoben sich seit jenem Abend leiser und lauter die zi schelnden Stimmen: Der junge Krüger soll recht elend sein." Hin ja die Welt und das Geld und der schwache Wille!" Der arme Vater! Er hat nur das eine Kind." Und Herr Krüger? Sein Gesicht ist bseicher, sein Haar weißer geworden; weniger stolz ist seine Haltung. Wie ein unsichtbares Joch liegt der Gram auf seinen Schultern, aber seine Augen blicken wie Stahl, und seine Stimme ist kalt und hart wie Eisen. Seine einzige Freude ist die Arbeit. Schaffen, schaffen für wen? Die Frage steht noch offen. Aber er kann nur leben in rastloser Arbeit. Es kommt wohl vor, daß die aufgehende Sonne ihn am Schreibtisch findet. Dann huschen ihre glänzenden Strahlen über sein weißes Haupt und über die dicken Mcher, die Zeugniß geben vom steten Wachsen des HauseS Krüger und Sohn.

Vom Jnlaude.

Ein gewisser Frank Trochinski aus Berlin. Wis.. wurde in seiner Zelle im Countygefängniß inGreen Lake als Leiche gefunden. Eines Nachmittags schien es, als ob der Mann irrsinnig geworden sei und er wurde veranlaßt, sich ins Bett zu legen. Gej gen 11 Uhr Abends fing er an zu toben und kaum eine Stunde später war er todt. Bei dem Jnquest stellte es sich heraus,daß Trochinski an akuter AlkoHolvergiftung gestorben war. Die Leiche wurde nach Berlin geschickt. Der Verstorbene war 35 Jahre alt und war wegen Widerstands gegen einen Beamten verhaftet worden. DurcheinenSchreckgetödtet wurde in Hasbrook, N. I., Lizzie Schultz, die 17 Jahre alte Tochter von Frederick A. Schultz. Sie begleitete unlängst eine Frau John T. Bulmer mit deren krankem Kinde nach dem Bureau eines Arztes. Kurz bevor sie die Office erreicht hatten, sprang ein großer Hund auf einen Zaun und begann furchtbar zu bellen. Fräulein Schultz wurde dadurch so erschreckt, daß sie zu wanken begann Und von Frau Bulmer gestützt werden mußte. Der Arzt gab ihr Stärkungsmittel und sie erholte sich soweit, daß sie nach Hause zu gehen im Stande war. Dort bekam sie einen neuen Schwächeanfall, im Laufe der Nacht wurde das Herz immer schwächer und kurz darauf trat der Tod ein. Eine von einem Richter der Supreme Court von New Jork erlassene Verfügung hat den vor einigen Monaten aus Neuseeland zurückgekehrten James Trams, dessen Vater Anfangs der achtziger Jahre mit Hinterlassung eines großen Vermögens gestorben war, als erbberechtigt anerkannt. James Travis ging vor über vierzig Jahren auf See und nach längeren Kreuz- und Querfahrten ließ er sich schließlich auf Neuseeland nieder. Seinen Angehörigen war viele Jahre hindurch sein Aufenthalt unbekannt, und als sein Vater starb, wurde sein Erbantheil, eine Summe von etwa M.000, dem Staatsschatzmeister zur Verwahrung übergeben. Nach vielen Jahren wurde in Erfahrung gebracht, daß der Verschollene auf Neuseeland wohne. Er wurde in Kenntniß gesetzt, daß sein Vater gestorben sei, und daß sein Erbantheil zu seiner Verfügung siehe. . Er kam nach New Jork und wies sich als den Erbberechtigten aus. Der Staatsschatzmeisier wurde vom Richter angewiesen, ihm seinen Antheil auszuzahlen, nach Abzug der Prozeßkosten. Eine schreckliche Rache übte ein Quacksalber in dem Orte Basin im Staate Wyominq. Ein reisender angeblicher Augen-Spezialist, Dr." Arnold'aus 'Montana, kam 'vor kurzer Zeit nach Basin, um eine Auzensalöe zu verkaufen. Der Reklame wegen hatte der Dr. Eisenbart" eine Sammlung von Merkwürdigkeiten" bei sich, darunter auch mehrere Kisten mit angeblich gezähmten Klapper-Schlangen aus den Big-Horn-Vergen, welche einein Schlangen - Beschwörer" unterstellt waren. Weil er ärztliche Praxis ausübte, ohne dazu vom Staate Wyoming ermächtigt zu sein, wurde Dr." Arnold verhaftet, um $60 gestraft und für eine Woche eingelocht. Nach feiner Freilassung waren seine Raritäten" verschwunden mitsammt dem Schlan-gen-Veschwörer"; nur die KlapperSchlangen waren noch vorhanden. Aus Wuth über sein Mißgeschick ließ Dr." Arnold die fünfundzwanzig gejährlichen Reptilien am Abend mitten in der Stadt frei und jagte dann auf einem Pferde davon. Jetzt zittert ganz Vasin vor Schrecken und Niemand wagt sich unbewaffnet aus dem Hause aus Angst vor den Schlangen, deren mehrere übrigens schon erlegt sind. Den Dr." Arnold wollen die Vasiner lynchen, wenn sie ihn erwischen. Doch er ist über alle Berge. Wegen ganz beträchtlicher Unterschlagungen wurde der erst 21jährige Hermann Schadow aus Berlin bei der Ankunft des Bremer Lloyd -Dampfers Main" am Dock in Hoboken von zwei Bundes - Beamten verhaftet und nach dem Gefängniß gebracht, um die Erledigung der Formalitäten für seine Auslieferung nach Deutschland abzuwarten. Schadow wird beschuldigt, dem Bankhaus Simon Katz & Co. in Berlin, in dem er einen Posten, bekleidete, mehr als 10,000 Mark veruntreut zu haben. Es wird behauptet, daß die Summe 75,000 Mark erreichen mag. Um temporär die Unterschleife zu verheimlichen, soll er dann die Bücher gefälscht haben. Der junge Mann verschwand aus Berlin und der Telegraph begann zu spielen. Die deutschen Behörden : verfolgten seine Spur nach Bremen, und an den deutschen Generalkonsul wurde eine genaue Beschreibung gekabelt. Bei der Taschendurchsuchung des Arrestanten wurde ein geladener Revolver und ein großes Jagdmesser zu Tage gefördert. Die amerikanisehen Beamten hatten dem Jüngling indeß nicht Zeit gegeben', das gefährliche Spielzeug an sich oder Anderen zu erproben. Eine größere Geldsumme oder Anweisungen wurden nicht bei Schadow gefunden. Es wird behauptet, daß Schadow einer sehr angesehenen Familie entstammt und gleichzeitig, daß eine Dame vom Ballet ihm auf der abschüssigen Bahn ein nur zu gute Führerin gewesen sei.

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