Indiana Tribüne, Volume 28, Number 302, Indianapolis, Marion County, 12 August 1905 — Page 4
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Indiana Tribüne. httauigeaeden von dt utendtrg ff. Indianapolis, Ind.
Crn O. Thudium Präsident. Weschäftsloealt 5lo, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269 Entered t th Poet Office oi Indianapoli econd cla matter. Die egegnung des Zaren mit dem deutschen Kaiser. Die vollkommene Ueberraschung, die da Zusammentreffen des Zaren mit dem Kaiser an Bord ihrer Yachten für die Welt bedeutete, dokumentierte sich in der allgemeinen Ungläubigkeit, der die ersten Nachrichten von einer bevor stehenden viertägigen Seereise deZ Zaren in der Presse begegneten. Da auch Witte seinen Pariser Freunden nur versichern konnte, daß bei seiner Abreife aus St. Petersburg an eine solche Möglichkeit noch garnicht gedacht wurde, so war eZ klar, daß es sich dieses Mal gewiß um keine lang vorbereitete politische Maßnahme, son dern um einen plötzlichen Entschluß handeln mußte, dem die Ausführung sofort folgte. Um so auffallender war nun aber dieser Entschluß, weil er gerade in die kurze Zeit der Anwesenheit Wittes in Paris fiel, die den französischen Zei tungen eine in der saison morte um so erwünschtere Gelegenheit bot, das besonders innige Verhältniß Rußlands zu Frankreich in gewohnter Weise mit mehr oder weniger Aufwand bewun dernSwertherelouence zu feiern und über des Pudels Kern, die neue An leihefrage, elegant hinwegzukommen. Da schlug wie eine Bombe daS Tele gramm hinein, das klipp und klar be wie: Der Zar von Rußland hat doch noch einen Freund, der ihm näher steht als die'.französische Republik, näm lich den Deutschen Kaiser. Diesen Eindruck abzuschwächen, gab eS kein Mittel. Denn der Versuch, die Welt zu überreden, daß Kaiser Wil Helm die Initiative ergriffen habe, der sich der Zar nicht!entziehen konnte, war zwar eine naheliegende VerlegenheitS auSkunft. konnte aber näherer Betrach tung nicht Stand halten. Man muß doch eine sonderbare Vorstellung von den Formens haben, in denen Souveräne mächtiger Staaten mit einander verkehren, wenn man glauben soll, daß der Kaiser dem Zaren etwa mitgetheilt hätte, daß er sich freuen würde, wenn der Zar sich auf seine Yacht begeben und nach Björkoe) fahren würde, um ihn dort an Bord der Yacht Hohen zollern" zu begrüßen. Selbst wenn aber dem Zaren eine solche unglaubliche Zumuthung gemacht worden wäre, hätte er jedenfalls einen für Rußland günstigeren Zeit. Punkt für feine Abreise von Peterhof festgesetzt; er! brauchte die Zusammen kunst ja bloß um drei Tage, bis nach der Abreise Witte's von Paris zu ver schieben. Daß der Deutsche Kaiser die Meerfahrt gerade in diesem Momente ostwärts ablenkte, beweist, daß der Zufall seiner größten Annäheruug an die Residenz deSZaren benutzt wurde, . obwohl jeder andere Zeitpunkt passender gewesen wäre. Hätte eS also der Deut fche Kaiser aufsein Zusammentreffen angelegt, so wäre er nicht gerade wäh rend Witte'S .Aufenthalt in Paris am Eingange des Finnischen Meerbusens angelangt. Nur aus der Initiative erklärt sich alles aufs vollkommenste: Zeit, Ort und Art der Begegnung. Was der Zar damit bezweckte, als er de dringenden.Wufch aussprach, mit dem Kaiser zuZ einem intimen Zwiege sprSch' zusammenzukommen, ist mensch lich ja begreiflich genug. Um den Be Herrscher aller Reußen, dem der Krieg in Oftasien und die Ausstünde im In nern daS Herz zusammenpressen, flu then die persönlichen und politischen Kämpfe und Intriguen der verschiede nen GeifteSrichtungen, die am russi schen Hofe früher Einfluß hatten oder ihn für die Zukunft m erhoffen. Da wirkt eS wie eine Befreiung und Klä rung, wenn man Jemandem, der au ßerhalb dieses Wirrwarrs steht, aber alle Verschlingungen dieses Getriebes kennt und zu dem man das unbedingte Vertrauen uneigennütziger Freundschaft hat, einmal daS Fazit seiner eigenen Beobachtungen darlegen und im Ge spräche die Zuverlässigkeit der darauf basierten Schlußfolgerungen prüfen kann. Nur ein gekröntes Haupt kann sich schnell in dlelSituation versetzen in der sich der Zar befindet. Die tra ditionelle Freundschaft der Dynastien
und die Hochschätzung der persönlichen Gaben des Deutschen Kaisers verstärkte für den Zaren die Ansicht, an Bord der Hohenzollern" im Austausch der Ge danken den Born der Erquickung und die über allem verworrenen Getriebe in seinem Reiche schwebende innerliche Freiheit zu finden, nach der er sich sehnte. Daß ihm kein Rath aufste drängt werden würde, und daß er auf jede Frage eine freimüthige und vor urtheilSlose Antwort erhalten würde, war ihm von vornherein sicher und be stärkte ihn gwiß noch in seinem Be schlusse. WaS er that, indem er den Kaiser um eine Begegnung bat, und waS der Kaiser ihm sofort zusagte, war ein Ausfluß deS Bedürfnisses und Ent gegenkommenS, ein Beweis inniger Freundschaft, ein natürliches Ereigniß, das hoch über allen Berechnungen des politischen Vortheils und der möglichen Wirkung auf das zeitgenössische Publi kum steht. WaS die beiden Herrscher in ver kur zen Zeit ihres Zusammenseins unter vier Augen mit einander gesprochen ha ben, wird natürlich noch lange, viel leicht für immer, ein Geheimniß bleiben. Ueber die allgemeine Richtung der Ansichten Kaiser Wilhelm'S über Rußland kann ja bei verständigen Männern kein Zweifel mehr sein. ES ist ja wohl bekannt, daß der Kaiser durch privaten Briefwechsel mit dem Zaren Roosevelt'S Plan einer direkten Aussprache japanischer und russischer Bevollmächtigter über die FriedenSbedingungen auf'S Eifrigste unterstützte, und daß er im Interesse Rußlands als guter Nachbar dem Zaren die Ent fchlußkraft wünfckt, mit der Tradition Alexander'S des Dritten, die sich als nicht mehr zeitgemäß erwiesen hat, zu brechen und auf den Bahnen bewußten Fortschritts mit Hilfe der intelligenten Kreise etwa nach Art Alexander'S deS Zweiten seinen eigenen Weg zu gehen. Daß der Zar doch mehr BewegungS freiheit hat, als ihm die allgemeine Meinung zutraute, hat er schon durch diesen schnellen Reiseentschluß und die Art semer Ausführung bewiesen. Jetzt kommt eS darauf an, ob der Zar auf
Grund der bisherigen Erfahrungen die Mittel und Wege finden wird, einen glücklicheren Kurs zu steuern und eine neue Reform-Aera herbeizuführen. i Für den Temperenzloller soll der Nativisten bacilluS verantwortlich sein. Das; die Japaner nicht daran denken, Sachalin wieder den Russen zu cedlren, kann nur ein sehr naiver Mensch bezweifeln. Morgen zum Deutschen Tage giebtö gutes Wetter, sagt der Wetter mannn. Wollen wünschen, daß er Recht behält. In Petersburg sind die Beamten noch damit beschäftigt, die Depeschen Wittes zu entziffern., Eigentlich ist's unrecht von Witte, dem Zaren und seinen Beamten so viel Arbeit zu ma chen, wo doch die amerikanischen Eor respondenten längst alles brühwarm hatten. ÄluSläuder auf deutschen Nniversi täten. Unter den an den deutschen Universitäten zur Zeit immatrikulirten Stu denten sind 33,750 (gegen 36,637 im vorigen Sommer) als deutsche Reichs angehörige und 3173 (gegen 3097 im Winter und 2944 im Sommer vorigen Jahres) als Ausländer bezeichnet, gleich 7J5 Prozent der Gesammtzahl; im Winter waren es 7.3 und im von ßen Sommer 7.4 Prozent. Höher als ini vorigen Winter war der Prozentsatz nur einmal, im Winter 19011902 mit 8.2. Auf die einzelnen Universitäten entfallen die Ausländer, nach dem Prozentverhältniß geordnet, folaendermasten: Berlin 976 (15.5 Vrozent), Heidelberg 237 (13.3). Leipzig 463 (12.1). Jena 110 (9.5). Königsberg 90 (8.9). Halle 170 (8.9), MUnchen 349 (6.7). Göttingen 110 (6.3). Freiburg 140 (6.3). Straßburg 83 (5.8). Marburg 72 (4.5). Gießen 47 (4.3). Würzburg 43 3.7). Greifswald 23 (3.5). Breslau 63 (3.3). Erlangen 23 (3.0). Tübingen 49 (2.9). Bonn 63 (2.2), Kiel 22 (2.1). Rostock 10 (1.5) und schließlich Münster 10 (0.7). An der Gesammtzahl ist Europa mit 2775 und Außereuropa mit 403 Mann betheiligt. Unter den Außereuropäern sind 263 aus Amerika, 108 .aus Asien (meist Japan). 19 aus Afrika und 8 aus Australien. lnüverlegto Annonce. . tundefutter ist immer zu haben im aurant zur Grünen Kugel." Auk dcnr Snnd. Aber. Herr Wirth, da sind ja gleich zwei Fliegen in der Suppe?" .Werden ha) willinae fein!"
Sozialer tsaürisiüetrirü. Llrbeiicr als Gcwinnthrilnchmer im Zciß'schcn Werke zu Jena.
PrssksZsr lbbc und die Jcih-Ztiftung. Lottauszah'uttg bei Uebernahme öffent lichcr Ehrenämter Krankenversicheruttg und Vension-ZlbgangsentschäSigungcn. In Jena, Thüringen.' trat im Jahre 1891 Professor Ernst Abbe, bis dahin Eigenthümer der optischen Werkstatt und Theilhaber der Glashütte, aus welchen beiden Betrieben sich das Zeiß'sche Werk zusammensetzt, seine hierauf beruhenden Rechte, die ein Vermögen von mehreren Millionen Mark repräsentirten. zu Gunsten einer von ihm begründeten Stiftung ab, die er nach dem Begründer des Werkes Karl ZeißStiftung" benannte. Durch diese Stiftung werden die Angestellten der Firma in gewissem Mafc zu Mitnutznießern gemacht. Jeder Angestellte besitzt unter Anderem das Recht. Ehrenämter im Reichs-, Staats- und Gemeindedienst anzunehmen und zu ihrer-Ausübung sich ohne Gehalts- oder Lohnverkürjung Urlaub geben zu lassen. In den Lohnvcrhältnissen wird unterschieden zwischen Beamten, die festes Gehalt beziehen, alsdann Akkordarbeitern, für die aber iroft des Stücklohnes noch ein Mindestsatz als Zeitlohn festgesetzt ist. und schließlich Zcitarbeitern. In ein besonderes Verhältniß sind die Arbeiterlöhne zu den Beamtengehältern da durch gesetzt, daß kein Beamter, einschließlich der Mitglieder der Geschäftsleitung, an Gehalt mehr beziehen darf als das Zehnfache von dem zur Zeit der Gehaltsfestsetzung geltenden durchschnittlichen jährlichen Arbeitseinkommen der über 24 Jahre alten und mindestens drei Jahre im Betrieb thätigen Lohnarbeiter. Die Idee der Gewinnbetheiligung baut sich zunächst darauf auf, daß der Zeitlohn, den bei Zeiß jemand einmal erreicht und ein Jahr lang bezogen hat, nicht wieder herabgesetzt werden darf, auch nicht bei schlechtem Geschäftsgang. Der Prozentsatz,, der von dem Geschäftsgewinn an den einzelnen zur Vertheilung kommt, richtet sich nach der Höhe des von ihm bezogenen Gehaltes oder Lohnes. Ausgenommen vom Gewinnantheil sind die Mitglieder der Geschäftsleitung. Dagegen sind die Vorstandsmitglieder nicht von einer anderen im Statut vorgesehenen Extrahonorirung ausgenommen, nämlich für den Fall, daß infolge einer besvnderen erfinderischen (technischen oder Wirth schaftlichen) Bethätigung eines Angestellten der Firma ein pekuniärer Vortheil zugeführt wird. Seit dem Jahre 1901 ist im Zeiß-Werke auch der achtstündige Arbeitstag, mit längerer Mittagspause, einqeführt. Jeder Arbeiter des Zeiß-Werkes erhält im Jahre sechs. Tage Urlaub unter Fortzahlung des. Normalzeitlohnes. An der Krankenkasse, bei der die Firma außer früheren großen Zuwendungen die Hälfte aller Beiträge übernommen hat. nehmen auch die Familienangehörigen des Versicherten theil, und die Krankenversicherung ist neuerdings auf ein ganzes Jahr ausgedehnt worden. Jeder An gestellte, der vor Vollendung des 40. Lebensjahres in Dienst tritt, hat nach fünfjähriaer Dienstzeit Anspruch auf Pension für sich selbst im Jnvaliditätsoder Altersfalle, für seine Wittwe und Waisen im Falle seines Todes; nach Vollendung des 65. Lebensjahres und von 30Dienstjahren beträgt die AltersPension drei Viertel des früheren Lohnes oder Gehaltes. Eine ganz eigenartige Einrichtung des Zeiß-Werkes ist die Abgangsent schädiaung. Jeder Angestellte, der eine dreijährige Dienstzeit hinter sich hat und ohne Verschulden seinersetts entlassen wird, erhält eine Summe, die mindestens so viel beträgt wie der halbjährliche Lohn und mindestens so viel wie der für ein Viertel der abgelaufenen pensions fähigen Dienstzeit berechnete Pensionsanspruch. Das ZeißWerk zahlt ferner den Lohn für die all jährlich in die Woche fallenden zehn oder elf Feiertage. In einer Fabriksparkasse werden dem Einleger seine Ersparnisse bis 1000 Mark mit fünf Prozent verzinst. Es werden den Angestellten Hochzeits- und Jubiläumsgeschenke, sowie billige Bauhilfsgelder und den jugendlichen Arbeitern Freitische und ermäßigte Preise in der Kantine gewährt. Es werden große Summen an die gewerblichen Fortbildungsschulen gezahlt. Während der ganzen achtstündigen Arbeitszeit darf eine zu dem Werk gehörige Badeanstalt kostenlos benützt werden, und schließlich ist für jugendliche Arbeiter noch eine besondere ärztliche Untersuchung eingerichtet, um rechtzeitig gewisse, gerade in diesem Alter häufig vorkommende Erkrankungen zu.beseitigen. Dicker Regen. An der Mosel in der Rheinprovinz ging jüngfihin ein außergewöhnlich starkes Gewitter nieder. Ein Moselschiff hatte von Kochem abwärts scklimme Fahrt. Der Regen prasselte so dicht nieder, daß die Ufer hinter der Regenwand vollkommen verschwanden und das Schiff in der Gegend vor Brodenbach die Richtung verlor. Die Fahrt stockte, und daö Schiff machte mehrere Drehungen, bis man sich zurechtfinden und die Fahrt fortsetzen konnte. Reisende, die aussteigen wollten, konnten nicht an Land gehen, weil bei dem Unwetter kein ftannnann vom Ufer abstien.
Europaische Nachrichten.
Aov'nz Rrlldcnvurg. Berlin. Das Falk - Realgymnasium in der Lützowstraße kann in diesem Jahre aus ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Es wurde in den Jahren 1877 80 von dem Stadtbaurath Blankenstein erbaut und am 1. Oktober des zuletzt genannten Jahres seiner Bestimmung übergeben. Zum Rektor der technischen Hochschule ist für das nächste Studienjahr der GeHeime Regierungsrath Osw. Flamm, Professor für Schiffbau und SchiffsMaschinenbau, gewählt worden. Dr. med. Moritz Borchardt, Privatdozent der Chirurgie an der hiesigen Universität, ist zum a. o. Professor befördert worden. Geheimer Sanitätsrath Dr. Croner ist einem langen Siechthum erlegen. Verhungert ist hier der 68 Jahre alte Bildhauergeselle Thumer. Thumer hatte von seiner bisherigen Wohnung 44 Mark 50 Pfennige Miethsschulden. Letztens kam er mit seinem wenigen Hausrath und abgetragenen Kleidungsstücken nach der Rüdersdorferstraße No. 12 und miethete ein leeres Zimmer. Der Verwalter nahm ihn aus Barmherzig keit auf. Als er den alten Mann anmelden wollte, fand er ihn, nur mit dem Hemde bekleidet, auf dem Fußboden liegen. Er starb bald darauf im Krankenhause. Das 21 Jahre alte Dienstmädchen Bertha Krefft, im Hause Dragonerstr. 15 bedienstet, gab einem Knaben das Leben und erwürgte ihn gleich nach der Entbindung. Vor Kurzem ist hier der Generalstabsarzt a. D. Dr. August v. Wegner gestorben. Der Hingeschiedene, einer der ältesten hiesigen Aerzte, gehörte von 1847 bis 1889 dem Sanitätskorps an. In einer Schankwirthschaft erschossen hat sich der 25 Jahre alte verheirathete Kaufmann Otto Sydlick aus Kosten. Wie lange Sydlick hier war und wo er hier wohnte, ist nicht bekannt. Potsdam. Der langjährige frühere Direktor des hiesigen SchauspielHauses, Ferdinand Pochmann, der seit 1901 in Dresden wohnte,' ist dort nach längerem Leiden gestorben. Er hatte im Jahre 1883 die Leitung der Bühne als Nachfolger seines Schwiegervaters Direktor Martorel übernommen und trat häufig als Darsteller von Charakterrollen auf. Charlottenburg. Ein sehr bedauerlicher Unglücksfall ist dem stud. techn. F. Rumpf zugestoßen. Er hatte an einem Damenausfluge seiner Corporation nach Neu - Babelsberg theilgenommen. Nach Beendigung desselben erreichte er den letzten Zug nach hier nicht mehr. Da er des Weges unkundig war, ging er, um sich in der Dunkelheit nicht zu verirren, am Bahndamm entlang, wo er von einem Eilgüterzuge erfaßt und sofort gtödtet wurde. Friedrichshagen. Vom Feuer heimgesucht wurde die Kunstgießei vormals Hermann Gladenbeck & Sohn Aktiengesellschaft, hier. WilHelmstraße 5152. Das Feuer wurde erst bemerkt, als es sich bereits über den rechten Flügel der Patentformerci verbreitet hatte. Neuruppin. Der Präsiden! des hiesigen Landgerichts Johannes Schneider ist in Karlsbad, wo er zum Kurgebrauch weilte, im Alter von 57 Jahren gestorben. R ! x d o r f. Ein eigenartiger Fall von Blutvergiftung hat den Tod des davon Betroffenen zur Folge gehabt. Der Tischfräser Hugo Riechel aus der Erlangerstraße hatte sich bei Grünau, wo er zur Erholung weilte, im Walde niedergelegt, und hierbei drang ihm eine Fichtennadel in den rechten Fuß. Es entstand bald darauf eine Vlutvergiftung, Riechel mußte nach demKrankenhause in Britz gebracht werden. Leider war das Leben des Bedauernswerthen nicht mehr zu retten; er starb unter großen Schmerzen. S p a n d a u. Von einem Automobil überfahren und schwer verletzt wurde auf der Charlottenburger Chaussee die 22 Jahre alte Verkäuferin Fräulein Noack von hier aus der Grunewaldstr. 12, die in einem Waarenhause in Berlin angestellt ist. Provinz Hstpreußen. Königs d erg. Der Fischer D. Schmeer aus Brandenburg hatte den Winter über hier in einem Holzgeschäft gearbeitet. Als es nun etwas wärmer wurde und er hoffen durfte, seinen Unterhalt wieder durch die Fischerei verdienen zu können, beschloß er. nach Hause zurückzukehren. Kürzlich ist er atseirf mit seinem Fischerfahrzeug von Königsberg abgefahren, aber mitten im Haff verunglückt. Der jüngst verstorbene Kaufmann Franz Rudolf Appelbaum hat unsere Stadt zum Gi be.n eingesetzt mit der Bestimmung, aus der Hinterlassenschaft eine .den Namen seines Vaters Karl Friedrich Appelbäum tragende Heimstätte für schwächliche oder kranke, besonderer Pflege bedürftige Kinder zu errichten. Das Vermögen beläuft sich auf 436.000 Mark. Allen stein. Der vom hiesigen Schwurgericht wegen Mordes zum Tode verurtheilte Wirthssohn und Agent Wilhelm Radzik hatte bei dem Reichsgericht Revision eingelegt, die jedoch verworfen -wurde.' Radzik hatte am 14. Juli v. I. seinen Vater vorsätzlich erschossen. Bialla. Schneider Kaminski verlebte kick beim Rasiren inen Aus
wuchs der Eesichtshaut. Nach kurzer Zeit trat eine heftige Blutvergiftung hinzu, die ihn zum Arzt trieb, der aber nicht helfen konnte. Eine auswärtige Klinik lehnte die Behandlung ab; es war zu spät. Den sicheren Tod vor Augen, trat der Mann die Rückreise an und starb bald darauf. Eydtkunen. Hier brannten die große Drescher'sche Tischlerei mit Dampfbetrieb, sowie die Gronau'sche Malerwerkstube letztere nicht versichert zehn Stallungen und Zubehsr nieder. Gcorgenburgkehlen. In unserem Dorfe glitt die elfjährige Tochter der Vesitzersfrau Blaszinski beim Waschespülcn in die Jnster und ertrank. Die Mutter der Verunglückten sprang nach, um ihr Kind zu retten, und ertrank gleichfalls. K r z y s a h n e n. Hier erhängte sich auf dem Bodenraume seiner Woh nung der 61 Jahre alte Hirt Schnittka. Schnittka litt seit dem Winter an Rheumatismus und war seit längerer Zeit schwermllthig. Panzerlauken. Das Fest der goldenen Hochzeit feierte dieser Tage das Altsitzer Klat'sche Ehepaar. 'Der König hat dem Paare ein Geschenk von 50 Mark bewilligt. S k a i b o t t e n. Ein schwerer Unfall ereignete sich hier, indem ein Knecht des Besitzers Gehrigk von einem Pferde so heftig gegen die Brust geschlagen wurde, daß der Verletzte nach kurzer Zeit seinen Geist aufgab. Tilsit. Selbstmord verübte der Dragoner Schmidt von der 3. Eskadron des hiesigen Dragonerregiments. Schmidt .hat sich im Mannschaftszimmer erschossen. Der Grund zur That ist unbekanntlji Weißuhnen. Im hiesigen Pfarrhause fiel der Töpfergeselle August Soboll aus Alt - Ukta so Unglücklich von einer Leiter, daß er sofort todt war. Frovinz Westpreußen. D a n z i g. Selbstmord verübte in seiner Wohnung der bereits 70jährige Postdirektor a. D. Max Kaempf wegen eines langwierigen schweren Leidens, das einem hoffnungslosen Ausgang zuneigte. B e r e n t. Einhundertdreiundzwanzig Nachkommen besitzen die Lehrer a. D. R. Kämmerer'schen Eheleute hierselbst, die kürzlich in ziemlicher Rüstigkeit die diamantene Hochzeit feierten. Aus ihrer Ehe sind 10 Kinder (7 Söhne und 3 Töchter) entsprossen, von denen ein Sohn vor acht Jahren gesiorben ist. Es leben also 6 Söhne und 7 Schwiegertöchter, 3 Töchter und 3 Schwiegersöhne. Enkel waren 86 und Urenkel 27 vorhanden; davon leben 41 Enkel und 24 Urenkel. G o l l u b. Der 45jährige jüdische Kaufmann Lux aus Dobrzyn hatte von einem Landwirth einen Posten Getreide gekauft. Dabei brachte ein Arbeiter des Landwirths 30 Pfund Erbsen für sich auf die Seite. Als Lux das Fehlen der Erbsen bemerkte und von dem Landwirth Ersatz verlangte, stellte sich der Diebstahl heraus. Hierüber aufgebracht, faßte der Arbeiter einen blutia.en Racheplan. Er bat Lux um Mitnahme auf seinem Fuhrwerk und ermordete ihn unterwegs. Ein anderer Arbeiter, der den Mörder vom Wagen springen und das Fuhrwerk führerlos weitergehen sah, hielt den Wagen an und entdeckte den in Säcke verpackten Leichnam deS Kaufmanns. Der Mörder wurde ergriffen. K r a m s k. In einem Anfalle von Geistesstörung schnitt sich die Arbeiterfrau Borkenhagen mit einem Küchenmesser in die Kehle. N e u g u t h. Vor längerer Zeit verschwand spurlos der 57 Jahre alte Rentier Czukowski von hier. Er war in Dt. Eylau auf dem Jahrmarkt geWesen, hatte in angetrunkenem Zustände den Heimweg angetreten und ist nicht nach Hause gekommen. Letztens fanden Fischer im Geserich - See in der Nähe der Fähre nach Gr. Werder die Leiche des Verschwundenen. Ob Selbstmord, ein Verbrechen oder ein Unfall vorliegt, ist nicht aufgeklärt. Preußisch-Stargard. Letztens ereiqnete sich in der Goldfarb'schen Tabakfabrik ein Unglücksfall, Der Arbeiter Fritz Mayer wollte einen Treibriemen, der von der Welle gefallen war, wieder auflegen, ohne daß er vorher die Welle zum Stillstehen brachte. Hierbei wurde er erfaßt und um die Welle gedreht. Der Tod trat sofort ein. S ch w e tz. In der Wirthschaft des Besitzers Wilhelm Lietke in dem nah gelegenen Königsdank ist kürzlich Feuer ausgebrochen. Das ganze Gehöft ist abgebrannt. Außerdem sind drei Kinder verbrannt. Das vierte Kind, welches schwer verletzt wurde, ist nach kurzer Zeit gestorben. T h o r n. Auf dem hiesigen Militärfriedhofe hat sich der zwanzigjährige Sohn des Kreissekretärs Wannmacher, der als Kaufmann in Kulmsee thätig war, erschossen. Provinz Fommern. Stettin. Letztens wurde auf einer Radfahrt von hier nach Stargard der MagistratssekretSr v. Versen von einem Unwohlsein befaNen, welches sich im Gasthaus zur silbernen Maräne derartig verschlimmerte, daß der Tod eintrat. Todt aufgefunden wurde an der Ecke der Pestalozzi- und Pionierstraße der 36 Jahre alte frühere Lehrer P. Preuß, der anscheinend einen Herzschlag erlitten hatte.
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