Indiana Tribüne, Volume 28, Number 302, Indianapolis, Marion County, 12 August 1905 — Page 1
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,:, xi oo fipitxv&sasßa S Tage und ' 5 S Sontttagsblatt 8 ?SK rrCVOnC) n W sp Caae und ? oniUagsblatt J älstrt tiir Mns,O ls j lOctrr Woche. X-J VJ fV. VVM(H Ü UA V l w j ? 'r3M (Svfäjtlnt ztfsn Naimittag. Jahrgang 28. Indianapolis, Ind., Samstag, 12. August 1905. No. 302.
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Unheimliche Gestalten durchstreif
fen die StraKen. Raubanfälle und Einbrüche mehren sich. Seit ewiger Zeit macht sich wieder eine Zunahme der Straßenräubereien bemerkbar und auch die Einbrecher scheinen mit vermehrter Emsigkeit und mit größerem Erfolge zu arbeiten. Eine Anzahl Ueberfälle wurden der Polizei gemeldet. Ein junger Mann will sogar die Reise von Illinois nach hier unbehelligt, theilweise zu Fuß, theils zu Wagen zurückgelegt haben, fo bald er aber JndianapoliZ'Gediet betrat, da gingS ihm schlecht. Wer der Unbekannte war, den man in voriger Nacht an der Jndiana Äve. zu Boden schlug, ließ sich leider noch nicht ermitteln. Ein neuer Ueberfall ist übrigens schon wieder von dort zu berichten. Durch die rechtzeitige Dazwischenkunft der Polizisten Hosbauer und De Rogett aber wurde der Straßenraub glücklich vereitelt. Beide sahen, wie an der Jndiana Ave. und West Str., ein Weißer durch zwei Neger angehal ten wurde.. Die beiden Burschen, welche dem Manne ein Schießeißen ins Gesicht hielten, rissen bei Ankunst der Poliziften sofort aus. Die Beamten liefen nach. Obgleich den Fliehenden mehrere Schüffe nachgesandt wurden, gelang es doch nicht dieselben dingfest zu machen. Einer der beiden Räuber ließ in der Angst seinen Revolver fallen, den die Beamten dann zur Station brachten. Als die Polizisten zurückkehrten, war auch der weiße Mann verschwunden, so daß dessen Name nicht zu ermitteln war. Zu Boden geschlagen und beraubt. Frank Schmidt, ein Böhme mit deut schem Namen, wurde gestern im DiZ pensarium verbunden. Derselbe arbei tete bei der Geleisehochlegung, war aber auf der Südseite, nahe der Gürtelbahn, von Straßenräubern zu Boden geschla gen und um $25 beraubt worden. Er meldete seinen Verlust der Polizei, doch ist eS fraglich, ob etwas in der Angele, genheit geschehen wird, da man den Mann nicht verstehen konnte und auch noch nicht einmal seinen Namen auf schrieb. Ein weiteres Opfer der Straßenrüuber. Heyt Pugh, ein junger Mann aus Graceland Co., Va., der sich auf der Reise von Hildreth, Jll., nach seiner Heimath befindet, meldet, daß er, so bald er vom Westen kommend, die Riverbrücke betrat, von drei jungen Burschen angehalten und um $40 beraubt wurde. Wurde gleichfalls ver jagt. Einbrecher, welche gleichfalls von der Polizei entdecktZwurden. dann aber die Flucht bewerkstelligten, suchten sich zu der Wohnung von Wm. Tush, 2125 College Ave. Zutritt zu verschaffen. Die Polizisten Henry und Russell be. merkten gerade noch, wie einer der Burschen von der Veranda herab, sprang und in der Alley verschwand. Sie eilten hinterdrein, sandten den Flüchtlingen auch noch ein paar Ku geln nach, konnten aber trotz alledem niemandes habhaft werden. Die Behörde öffentlicher Werke wird das von A. F. PottS, F. D. Stalnaker und Lorenz Schmidt un terbreltete Gesuch um einen Freibrief, dem Stadtrath wahrscheinlich schon in der nächsten Sitzung vorlegen. Da die neue Compagnie ja nur GaS für Heiz zwecke herzustellen berechtigt sein wird, glaubt der Stadt.Jngenieur Jeup, daß die Frage der Kerzenftärke völlig außer Acht gelassen werden solle und daß man an Stelle derselben einen etwas höheren Hitzegrad verlangen solle. Rosa Vanslack, 236 Süd Temple Ave., ein 15 Jahre altes Mäd chen wird fält Donnerstag früh vermißt, das Mädchen soll zuletzt in Gesellschaft von Daisy Miller, einer Freundin, ge vnnvXiw tln Xrtfh VnltH ftfir?
JCiytil lVVVil fc4. Wl. MV. gen? gleichfalls vermißt.
Eine Mlniatnr-Erplosion.
In NavinS Apotheke, Ecke Delaware und Market Straße, explodirte gestern Abend eine Flasche mit Chemikalien. Durch die Gewalt der Explosion wurden die Droguen, welche in der Nähe der Flasche standen, von ihren Regalen herabgeschleudert und verschüttet. Gla scherben und Medikamente' lagen im ganzen Laden zerstreut umher. O. G. Porter, ein junger Mann, der im Laden stand, wurde durch ein Stück GlaS an der Schläse verletzt. Die Fla sche war aus extra-dickem Glase und war mittels Gummikorkm verschlossen. Die Parkbehurde. Verbesserungen in Aussicht gestellt. Die Parkbehörde hielt gestern ihre regelmäßige Sitzung ab. Pläne, die städtischen ParlZ noch schöner zu gestal ten, kamen zur Verhandlung. Die Behörde wird Angebote für etwa 8000 Sträucher entgegennehmen, welche für die Parks im nächsten Jahre zur Aus theilung kommen sollen. Schöne Heckenzäune sollen für den Brookside.Park, sowie auch für den Shelby'Str.'Elngang zum Garfield Park angelegt werden. Der Kosten Punkt dieser beiden Zänne wird sich auf etwa 5500 belaufen. An Stelle des verendeten Seelöwen wurde in Chicago ein neues Exemplar angekauft. Die Kosten für dieses Thier belaufen sich auf $125, also bedeutend weniger, als für seinen Vor gänger erforderlich war. Personal-Notize. Frau Elisabeth Baase, besser bekannt als Mutter Baases feierte gestern Abend im Kreise ihrer zahlreichen Familie Geschwister. Kinder und Enkelkinder im Hause ihres Sohnes Henry Baase. 1106 Cheftnut Straße, ihren Geburtstag. Die alte Dame ist trotz ihrer 86 Jahre noch sehr rüstig und lebenslustig und war gestern eine der Vergnügtesten im frohen Kreise. In einem Anfalle von Schwermuth nahm gestern Mabel Mon ford, 336 Nord Illinois Straße, eine Dosis Morphium. Den Disspen sariumSärzten Stuckmeyer und Hautz gelang eS, das Mädchen am Leben zu erhalten. Frank P i e r s o n ein Photo. graveur, ist gestern im Hause seines Verwandten, des Sheriffs Sourbier, gestorben. Der junge Mann erlag der Tuberculose. Die Beerdigung sin det am Montag von der Wohnung des Sheriffs aus statt. Die Gesangsprobe des MünnerchorS, welche gestern Abend bei Herrn Geo. Sirebel, 1312 Laurel Straße, abgehalten werden sollte, mußte des regnerischen Wetters wegen in der Halle abgehalten werden und werden die Sänger sich am nächsten Freitag hinausbegeben zu Herrn Stre bel, so der Wettergott nicht wieder ei nen Strich durch die Rechnung macht. m tmt wm B e k a m e n 'S m i t derAngst. K n o x, 11. Aug. Durch die Ankunft eines Polizisten wurden 30 Chl cagoer junge Dämchen, die von Baß Lake hierher gekommen waren, um sich eine Vorstellung im Opernhaus anzu sehen, so in Angst und Schrecken ver setzt, daß sie auf die Pferde einschlugen. um in rasendem Galopp davon zu ja gen. Die Damen hatten mit BlaShör nern und Kuhglocken einen solch' Hei dens,"ektaktl verübt, daß die Einwohner sich beschwerten; beim Herannahen der Polizeigewalt schlug der holden Weib licbkeit das Gewissen und sie erariffen das Hasenpanier, nicht eher sich von ihrer Angtt erholend, blS ste fto) in Baß Lake tn tzs.qeryen wußten. Starker Besuch der Frei b ä d e r. Philadelphia, 11. August. Die städtischen Freibäder sind in der letzten Woche von 433.377 Personen, Männer, Frauen, Knaben und Mäd chen besucht worden. I
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Ein Augenzeuge
Giebt vor dem Coroner seine Aussage ab. Die Coroners Untersuchung des Sunshwe" Unfalles wurde gestern fortgesetzt. John Fr. Striebeck, der seit der Zeit, daß das Boot vor 8 Jahren nach hier gebracht wurde, verschiedent ich auf demselben beschäftigt war.sagte, daß das Boot, welches 65 Tonnengehalt hat, gistrirt wurde. Während der Zeit, daß er das Bovi handhabte, habe er mit nur einer Ausnahme die Passa giere stets gut unter Controlle gehalten. Striebeck sagte, daß er die Hilfesignale hörte und in einem Ruderboot Stelle rite. Er sah die Gefahr, daß das Boot sich seitwärts neigen könnte und so rief er den Passagieren zu, sich n der Mitte der Decks aufzuhalten. Er ergriff das Tau des Bootes, um das elbe ans Land zu schaffen, als dieLeute auf dem Dampfer nach der Seite ka men, auf welcher er sich befand. Das Boot neigte sich, bis 4 Fuß des unte ren Decks unter Wasser war. Plötzlich brach das obere Deck mit dem Dache ein. triebeck sprang inS Wasser und sein Fuß wurde unter dem fallenden Dache estgeklemmt, doch machte er sich loS und chwamm ans Ufer. Das Boot, in welchem er gekommen war, sank. Seit die Traction Co. den Dampser über nahm, habe er nichts mit dem Dampfer zu thun gehabt, einmal jedoch habe er 3 Zoll vom Rande abgenommen, um dem Dampfer mehrStabilitüt zu geben. Concert im Rathskeller des Deutschen Hauses. Der ungünstigen Witterung wegen and da? gestrige Concert im Deutschen nicht wie üblich im Garten, sondern im netten gemüthlichen Rathskeller statt. Die Indianapolis Militärkapelle unter H. W. KlauSman, welcher ein reizen des Programm ausgewählt hatte. pielte ganz vortrefflich. Alle Stücke wurden recht beifällig aufgenommen und man sah wie sehr sich jedemann bei den populären amerikanischen Melodien amüsirte. Frl. Auguste Rentsch trat als Soli. stin auf. Sie fang Waltz Songvon Arditi und Song of Sunfhine" von Thomas. Ersteren fang sie ganz brillant und letzteren so tief empfunden schön, daß ihr eö die Zuhörer wit stür mischem Applaus dankten. Das Conzert verlief recht animirt und wurde ganz prächtig, als der lie benSwürdige Präsident Herr EharleS Krauß bekannt machte, daß sich durch Zufall der von allen so gern gehörte Tenor Herr Orville Harrold auS Muncie unter den Anwesenden befinde und den Herrn im Namen aller einlud ein Lied seine vortrefflichen RepertoirS vorzutragen, was natürlich stürmischen Beifall hervorrief. Herr Harrold kam diesem Wunsche gern nach und brachte Secret" von Hasting und African Love Song" von Nevin ganz wunderbar zu Gehör und trug namentlich das erstere so tief empfunden schön vor, daß die Zuhörer ganz entzückt waren. Durch diese unerwartete Zugabe nahm da? Conzert einen brillanten Verlauf und hörte man nur ein Wort der Anerkennung. Neue J'nterurban Linie. B e d f o r d, 11. Aug. Oeftliche Kapitalisten beabsichtigen, eine Jnter urban'Linie zwischen Indianapolis und Evansville via VlncenneS herstellen zu lassen. Das Grundkapital des Syn dikats soll $150,000 betragen und In corporationSpaplere werden in einigen Tagen eingereicht werden. Diese Li nie soll ein Theil deS gigantischen In terurban'SyftemS von Ohio und In diana werden, so daß Indianapolis mit Chicago, LouiSville und Ein cinnati verbunden fein wird. R o b e r t K i n g e r y, der neu llch Frau Pauline Wehling überfuhr, gab gestern vor dem Coroner feine Aus sagen ab. Er erzählt den Unfall ge nau so, wie derselbe schon seinerzelt be richtet wurde.
In einer Erplosion getödtet.
Kessel einer Lokomotive explodirt während der Fahrt. Manley I. Lamb, 1457 West New Jork Straße, wurde durch die Explo. on einer Lokomotive nahe Roachdale, Ind., gestern getödtet. Der Maschinist des Zuges wurde gleichfalls verletzt. Der hier ansässige Bremser KnowleS erlitt einen Bruch des Handgelenkes und zugleich Verletzungen am Körper. Der Zug, ein Frachtzug aus etwa 20 Frachtwaggons und einer Lokomo ive bestehend, fuhr mit ziemlicher Ge chwindigkeit als plötzlich der Dampf, essel explodirte und die Stücke der 2oomotive in alle Richtungen schleuderte. Der Kohlentender fiel um und die ersten ünf Waggons des Zuges entgleisten. Lamb wurde nicht augenblicklich getöd et, starb vielmehr während man ihn aus den aus Roachdale gehenden Hilfszug bringen wollte. Seine Verwand en wurden sofort benachrichtigt. ' ' 1 1.Freie Jntershnodale Konferenz kommt znm Abschlnk. Die Jntersynodale Konferenz in Fort Wayne hat sich vertagt, ohne daß man sich auf alle in Frage stehenden Punkte geeinigt hätte. Eine weitere Conferenz wird im nächsten Jahre ab gehalten. Die differirenden Synoden waren d'lrch gute Redner und tiefgeschulte Theologen vertreten und alle waren be müht, die bestehenden MeinungSver chiedenheiten nach dem Worte Gottes zu schlichten. iProsefior Dr. Hönecke hob hervor. daß das in Christo" nicht ersetzt wer. den könne mit unter der Bedingung, daß sie glauben". Dr. Stellhorn: Wie man zum Glauben kommt, sagen die 8 Punkte. Gegen die Bekehrung muß sich der Mensch recht verhalten, 1. daß er das Wort äußerlich hört, 2. daß man nicht, wenn der hlg. Geist durchS Wort wirkt, muthwillig widerstrebt. Was versteht das Bekenntniß unter der Wahl? Die 3 Punkte. Diese enthalten die eaige Festsetzung deS allgemeinen Heils wegS. Dieses ist die ProtesiS". Dr. Speckhart: ES ist verkehrt, W Gerechtigkeit Gottes zu verbinden mit Gnade, Glaube und Gnadenwahl". Aus dem Zusammenhang von Epheser, 1. geht nicht hervor, daß .ProtefiS die Festsetzung deS allgemeinen Gnaden, willens sei. ESist grundverkehrt, die Wahl in Gegensatz zu bringen zum all gemeinen Gnadenwillen im Evangelium. Dr. Köpler hob hervor, daß Gott keine eigene Logik habe, die wir so weit erkennen, als wir die Aussagen der Schrist kennen. Pastor Fritschl legte seine Auffassung von der Gnaden wähl vor, erklärte euch, daß ekligeinbekehren bedeute. Auch wurde darüber berathen, ob die Konserenzen nutzbringend seien. ES wurde von Dr. iSpeckhart betont, daß eS wohl ersprießlicher sein würde, wenn von beiden Seiten die Streitschristen der Gegner verlesen würden. Die Schlußsitzung wurde um 3 Uhr eröffnet. ES wurde der Gedanke vor getragen, daß Gott Christum erwühlt" habe und darum sei die Welt in und' mit Christo zur Seeligkeit erwählt. Auch wurde geredet von den Bedingun gen deS Evangeliums, die der Mensch erfüllen könne, kraft der Gnade, die im Evangelium liege. ES wurde nachdrück lich betont, daß eS ein richtiger Schluß fei, bei gleicher Gnade von dem affir. mativen auf das negative zu schließen und umgekehrt. ES wurde beschlossen, zu geeigneter Zeit im nächsten Jahre wieder eine freie Konferenz zu halten und dem Comite, bestebend aus den Herren Pastoren H. K. D. Dörmann, Wm. WambSganß und C. F. W. Allwardt annr.mzuflel len, nach Ermessen Zeit und Ort zu ve stimmen, und die n Üthigen Vorkehrun. gen zu treffen. Dem Vorsitzer wurde der Dank votirt für feine Unparteilich keit in der Führung des Vorsitzes. Den Gemeinden von Fort Wayne wurde durch Aufstehen der Dank bezeugt für ihre Gastfreundschaft. ES wurde be. schlössen, auf der nächsten Konferenz über die Frage zu verhandeln, ob und in wiefern das Verhalten des Menschen im Werke der Bekehrung in Betracht komme. Darauf erfolgte Vertagung.
Nachrichten aus Jndiana.
Grauenhafte That. New A l b a n y, 11. August. Eine der schrecklichsten Tragödien, wie man sie wohl kaum in Schauerromanen liest, trug sich gestern in unserer Stadt zu. Eine Mutter ertränkte ihr L.jähr. Töchterchen in der Badewanne, ver wundete dann ihren kranken Gatten tödtlich durch einen Schuß in der Herz. gegend und beging dann Selbstmord mittelst einer Dosis Karbolsäure. Es handelt sich um die Familie von Ehester Winftandley, einem prominenten Bür ger unserer Stadt. Seine Frau, die im 34. Lebensjahre stand, hatte im letzten Jrühhr einen Anfall von Influenza gehabt, doch glaubte man, daß sie denselben voll, ständig überwunden habe, wenngleich sie zeitweilig sehr niedergeschlagen schien. Mit den Genannten zusammen im selben Hause wohnte Frau Renshaw, die Mutter der unglücklichen Frau, und Herr und Frau GilliZ. Schwager, re. spectiv Schwester, derselben. Die bei den Letzteren waren gestern nicht da. heim. Gestern Nachmittag gegen 3 Uhr nahm Frau Winstandley daZ Töchter chen nach dem Badezimmer, angeblich, um demselben ein Bad zu geben. Spä ter begab sie sich in'S Krankenzimmer zu ihrem Gatten, ließ sich von ihm zei gen, wo seine Herzgegend sei, um dann urplötzlich einen Revolver, den sie in den Kleiderfalten verborgen hatte, auf ihn abzufeuern und dann zu fliehen. Auf des Mannes Hülferufe kam die Mutter der Rasenden herbei, welch' letz. tere nach ihrem Zimmer lief, dortKarbol säure trank und sich außerdem mit der ätzenden Flüssigkeit Gesicht, Arme und Brust bespritzte, um dann zurückzukeh. ren und sich in die Arme ihres Mannes zu werfen, demselben hierdurch arge Brandwunden im Gesicht und Körper zufügend. Frau Renshaw, jetzt das Schlimmste ahnend, lief nach dem Ba dezlmmer, um dort dir Leiche ihrer Enkelin in der Badewanne schwimmend zu finden. Auf ihr Angstgeschrei kamen Nach barn herbei, Aerzte waren bald zur Stelle und nun wurde versucht zu ret ten, wenn möglich. Aber das Leben des armen Kindes war längst ent flohen und nach kurzer Zeit starb auch die Mutter. Der Coroner nahm sofort einen In ouest vor, zu dem Befund kommend. daß die Frau die That in einem Wahn finnSanfalle begangen habe. Raum ist in der kleinsten Hütte. E l w o o d, 11. Aug. Neu ist eS gewiß, daß ein junges Ehepaar seinen Honigmonat in einem Zelt verlebt. Doch ist dieS der Fall mit dem kürzlich verheirateten LouiS Critchelow. Der selbe kam kürzlich pon Pennsylvanien hierher, da er und sein Bruder hier Pächter von Oelfeldern sind, die einen guten Ertrag versprechen. Zwei Gru den find schon angelegt, die täglich 200 Tonnen Oel liefern. Critchelow hat die Verwaltung der Gruben in Händen und bewohnt mit seiner jungen Frau die eS geradezu köstlich findet im Freien zu wohnen ein Zelt, bis für besseres Quarticr gesorgt ist. Raubmord oder Selbst. m o r d ? D a r l i n g t o n, 11. Aug. Unter der Anklage des Mordes wurde John James hier verhaftet und später nach CrawfordSville überführt. Gestern Nachmittag fuhr er mit dem 63jährigen Paul Bechner und dem S7 jährigen Neger ChaS. Derickson auf die Jagd. Bechner, der sich mit der Er. richtung von Patent-Einfriedigungen beschäftigt, wohnt bei seiner Tochter Frau Frank Barker, reichlich 6 Meilen südlich von hier in Boom County. Er sagte seiner Tochter, daß er sich auf die Jagd begebe und nahm ein Schießge wehr und $40 in Baargeld mit sich. Nachdem erhob er noch $23 von der People'S Bank. Später sah man ihn, Derickson und den 23.jährigen John Jameö östlich auf der Thornton Landstraße fahren. Eine halbe Stunde später hörten in der
Nähe arbeitende Personen zwei Schüsse
schnell nach einander fallen. Kurz da. raus kamen JameS und der Neger in Bechner'S Fuhrwerk angefahren und agten dem Frank Rich, den sie rasen, daß Bechner auf den Neger ge (hoffen und dann Selbstmord begangen habe. Man fand die Leiche mit einer abwärts führenden ttugelwunde in der Brust und einer Schnittwunde auf der rechten Backe; die Taschen waren umge ehrt und alles Geld herausgenommen. Als da? Fuhrwerk beim Hause von JameS Schwester vorbeifuhr, rannte dieser hinein und gab seiner Schwester L35, um dann wieder das Gespann zu besteigen. Der Neger' hatte Verwun. düngen in der Brust und der Seite von einer Anzahl Schrotkörnern und giebt an, nur einen Schuß gehört, ohne den chützen gesehen zu haben. Ein Schuß verwundet zwei. Madison, 11. August. In einem Streite, den George Dittgen. der Inhaber eines Karougels von hier, mit ChaS. Rousey und Benjamin Gra. ham hatte, brachte er Beiden durch einen Schuß Wunden bei, in Folge dessen der Erstere tödtlich, der Letztere ernstlich verletzt ist. Die Kugel traf Rousey in der Brust, durch die Lungen, kam unter halb der Schulter wieder heraus und fuhr dann dem Graham in den Nacken hinein, ihn zu Boden werfend. Die beiden Männer, die angeblich getrun ken hatten, sollen an Dittgen Zahlung verweigert haben. Nachdem Dittgen ärztliche Hülfe für seine Opfer herbei geholt, überlieferte er sich selbst der Polizei. Beherzte Frauen. Peru. 11. Aug. Das schwache Geschlecht hier zeigt den Strauchdieben was 'ne Harke ist. Seitdem die Anlage für Straßenbeleuchtung in Re paratur genommen ist, find die Stra. ßen in Dunkel gehüllt und Wegela gerer und sonstiges Gesinde! macht sich dies zu Nutzen. Eisschränke, Hühner. ftälle u. s. w. sind verschiedentlich ausgeplündert worden. Jetzt haben die Frauen sich mit Pistolen etc. be waffnet und verschiedentlich sind den Gaunern blaue Bohnen um die Ohren. gepfiffen. Man hat sogar schon Ta geszeiten für Schießübungen festgesetzt und bald wird man wohl weniger von der Unsicherheit merken. Einböser Reinfall. L a f a y e t t e, 11. August. Einen -Reinfall erlebte Frank Olinger hier, der gern einen kräftigen Händedruck auszutauschen liebte. Gestern Abend schüttelte er einem Bekannten nach sei. ner Manier die Hand, doch war der selbe ihm gewachsen. Olinger zog seine Hand gewaltsam zurück, wo bei er zu Boden fiel und sich das Hand gelcnk brach. Methodiften.Verfamm. l u n g. Kn or, 11. August. Heute wurde die große Lager.Verfammlung der Freien Methodisten" von Nord.Jn. diana hier eröffnet und Hunderte nah men daran theil. Prediger von South Bend, Lopez, Fort Wayne und ande. ren Orten sind anwesend und viele Be sucher find von Ohio, Michigan, Pennsylvanien und Canada ringe troffen. Wer wird Recht behalten? Michigan City, 11. August. In der nächsten Woche wird eS hier leb haft hergehen. Nicht nur, daß ein wirklicher Karnival unsere Straßen un sicher zu machen gedenkt, auch die städ. tischen Behörden werden einen Karn! val aufführen und zwar gerade wegen deS Karnivals. Am letzten Montag passtrte der Stadtrath in aller Stille eine Resolution, nach welcher eS dem Künftlervolk gestattet wurde, in den Straßen unserer Stadt ein Zelt zu er richten. Als die Bürgerschaft davon erfuhr, demonftrirten sie, ganz . beson derS die Geschäftsleute, und wandten sich an die Behörde für öffentliche Werke um Abhülfe. Doch vergeblich; alles was diese that, war, den reisenden Kar. nivaliften aufzulegen, keine anstößigen Schaustücke vorzuführen. Jetzt wandte man sich an die hohe Polizei und diese sagte den Bürgern ihre Unterstützung zu. Jetzt kann der doppelte Spetakel loögehen.
