Indiana Tribüne, Volume 28, Number 301, Indianapolis, Marion County, 11 August 1905 — Page 5

Jndlana Tribüne, II. lugust 1905

S

Mit Kellen umspannte Kirchen. E Wirke d,S heiligen Leonhard und di ihm gewordene Verehrung. In Krain. Körnten. Steiermark, Salzburg, Tirol und Bayern finde! man hier und dort mit Ketten umspannte Kapellen und Kirchen; die Ketten ziehen sich meist im obern Trittel der Kirchenfensier rings um das Gebäude und werden durch eiserne Klammern festgehalten. Nach einer Mittheilung Richard Andrces sind diese kettenumspannten Kirchen durchweg fam heiligen Leonhard geweiht. Leonhard, Abt von Noülac bei Limozes war im 12. Jahrhundert als Heiliger aus Frankreich über den Rhein gewandert und hatte sich hier ein größeres Königreich erobert als in seiner Hzimath. Leonhard nahm sich besonders der Gefangenen, Kranken und Wöchnerinnen an. Eine beherrschende Bedeutung gewann er sich ferner dadurch, daß er sich auf alle Nöthe eines Viehzucht- und ackerbautreibenden Vo!kes verstand. Zum großen Eisenherrn wurde Leonhard durch die Ketten und Hufeisen der Pferde, die man ihm weihie. In gewaltiger Menge häuften sich die Eisenopfer in den Leonhardskirchen; in St. Leonhard in JnchenHöfen war die Außenwand vollständig gleichsam mit Ketten überzogen, die im Innern keinen Platz mehr fanden. Wollte man das alte Eisen" nicht vergraben, so lag es nahe, es zu einer gewaltigen Botivkette zusammenzuschmieden und diese als prangendes Zeugniß rings um die Kirche zu spannen. Desgleichen wird die kleine Leonhardskapelle auf dem Kalvarienberge bei T'ölz von einer eisernen Kette umspannt. Die Sage berichtet, einem Bauer sei das Viergespann auf einer Wallfahrt scheu geworden und den sieilen Abhang nach der Jsar hinunter gerast; in dieser Noth habe der Bauer dem heiligen Leonhard eine Eisenkett? gelobt, so groß, daß sie seine ganze Kapelle umspannen könne. Eine ähnliche Sage geht von der kettenumspannten Kirche zu Hanacker bei Landau an der Jsar. Das eigenartigste Standbild Leonhards trifft man in Kundl bei Kufsiein; einsam in Wiesen liegt ein altes gothisches Leonhardskirchlein, in dem der Heilige steht; Kette und Hufeisen umgürten ihn; um Hals und Oberkörper schlingt sich eine Guirlande von Weihegeschenken, Kühen, Kälbern, Pferden, Schafen, Armen, Beinen und Herzen. Mazedonisches. . Aus Saloniki wird geschrieben: Klöster und Schulen. Geistliche und Lehrer, die Herde und Träger der Propaganda sind es, gegen die sich die Anschlage der kämpfenden Parteien in Mazedonien mit besonderer Vorliebe richten. Immer erneuern sich gegen sie die wildesten Unternehmungen der zügellosen Freischaren. In der Gegend von Karaferia und Agustcs wimmelt es von einer größeren Anzahl griechischer und bulgarisches Freischaren, die das ganze Agustosaebirge unsicher machen und jeden Verkehr unterbinden. Das zur Stelle befindlich; Militär soll nickt ausreichen, um Ordnung zu schaffen. Bis vor Kurzem waren Zusammenstöße hier nicht vorgekommen, aber dieser Tage geriethen bewaffnete Griechen und Bulga.ren auf den Höhen von Agustos ernstlich aneinander und kämpften so lange, bis auf beiden Seiten mehrere Todte und Verwundete gezählt wurden, worauf sich die Helden zurückzogen. Gleich darauf aber nahmen die Vulgaren Rache durch einen Ueberfall auf das patriarchistische Kloster Prodromos von Agustos. Der Bandenführ:: Lukas erschien mit seinen Leuten, umzingelte das Kloster, nahm die Geistlichen gefangen und steckte das Gebäude in Brand. Bis zum nächsten Morgen wüthete das Feuer, das mit Ausnahme der eigentlichen Kircke sämmtliche Baulichkeiten verzehrte. Die Geistlichen wurden darauf von den Bulgaren freigelassen. Für die Griechen der Gegend von Agustos ist dieser Streich der Bulgaren ein sehr empfindlicher Schlag, da das- Kloster Prodromos von Alters her einen großen Ruf genießt und, weit und breit verehrt, als Wallfahrtsort bekannt ist. Das Ereigniß läßt daher eine neue Reihe von Gegenunternehmungen der Griechen voraussetzen, um Rack-e für die zugefügte Sckmach zu nehmen. z?orcflitigto Srcirde. Sommerfrischler iungeduldig): Warum hört denn die Henne gar nicht auf. zu gackern?" V ä u e -r i n : Stolz ist sie ... sie hat nämlich heute ihr hundertstes Ei gelegt!" Als Vertreterin der Arbeitgeber ist Fräulein Marie Wellhausen in der Generalversammlung der Ortskrankenkasse in Heidelberg gewählt worden, als erste Frau in Baden, die ein sol ches Amt übernimmt. Vertreterinnen der weiblichen Arbeitnehmer sind zwei Angehörige des dortigen kaufmännischen Vereins für weibliche Angestellte. Ein Lehrerinnenseminar das mit einer Fachschule verbunden wird, ist gegenwärtig auf der in den Templiner See hineinragenden Spitze der Havelinsel Tornow im Bau begriffen. Frau Kommerzienrath Hoffbauer, die bereits auf dieser Halbinsel ein Krankenhaus (Hermannswerder), eine Diakonissenanstalt. ein Altersheim etc. errichten ließ, läßt dieses Seminar aus eiaenen Mitteln erbauen.

Gerettet,

Humoreske von Paula Zlaldcmey. Tagelang hatte ein fein herniederrieselnder Regen die Natur in einen dichten grauen Schleier gehüllt. Die sonnigen, lachenden Herbstwochen schienen ihre Herrschaft endgiltig dem tau hen Wettergotte abgetreten zu haben, der die Menschen in die Zimmer bannte und mit Sehnsucht der vergangenen Zeit gedenken ließ. Trotzdem hatte er es nicht so ernst gemeint vielleicht sollte es sogar nur eine Mahnung an die leichtfertigen Menschenkinder sein, seines Daseins nicht ganz zu vergessen, denn heute hatte er sich noch einmal der Regierung begeben und das Scepter dem Sonnengotte überlassen, der mit seinen Strahlen alles, was mit ihm in Berührung kam, gleichsam vergoldete. Nach langer Zeit, nach trüben, dunklen Regentagen, ein Herbstmorgen mit seiner ganzen Schönheit und Lieblichkeit, obgleich'dem Kalender nach das Weihnachtsfest nicht mehr allzufern war. Was konnte man da besseres thun, als hinauszueilen in die freie GotteSsratur und sich der herbstlichen Landschaft zu erfreuen, ehe vielleicht binnen Kurzem eine dichte, weiße Schneedecke neidisch verhüllte, woran sich jetzt das Auge des Naturfreundes noch erquickte. Auch in der Brust des Dr. Karsten, eines stattlichen Herrn Ende der dreißiger Jahre, tauchten ähnliche Gedanken auf, als er von seinem Schreibtische aus die Sonne so verlockend in sein stilles Studirzimmer lachen sah. Darum schnell die Arbeit beiseite geschoben und hinaus in den herbstlichen Wald. Kaum eine Viertelstunde spä ter eilte denn auch der Doktor dem nahen Bahnhöfe zu, um von hier aus den Zug zu besteigen, der ihn binnen weniger Minuten hinausführte aus dem Gebiete der Großstadt mit ihrem rastlosen Hasten und Treiben, in die stille Gottesnatur. Bald lag der Wald vor ihm mit seinem tiefen anhaltenden Schweigen. Von Birken und Erlen fällt leise das herbstlich gefärbte Laub, geräuschlos fügen sich die sanft herniederschwebenden Blätter zu einem dichten Teppich, der die sröstelnde Muttererde gleich einer wärmenden Hülle umgibt. Und Riet all dieser Pracht lacht verlockend die Sonne. Ein Tag, wie geschaffen, um für das große Werk, das der Gelehrte plant, neue Gedanken zu sammeln und sich zu vertiefen in angestrengtestem Grübeln und Sinnen. Bald ließ der Doktor, ein rüstiger Fußgänger, die wenigen Villen und Miethshäuser hinter sich, die am Eingang des Waldes, nahe der Bahnstation, errichtet waren. So schritt er denn vorwärts, des Weges nicht ach-, terdnur immer -den Plänen und Ideen nachhängend, die sein ganzes Interesse in Anspruch nahmen. Stundenlang mochte er wohl so gewandert sein, als ihn die allmählich lereinsinkende Dämmerung, die sich im Walde ja besonders früh bemerklich macht, aus seinem Grübeln emporsahren ließ und ihn zur Wirklichkeit zurückbrachte. ..Bombenelement, wo mag ich wohl hingerathen sein," philosophirte er, den blonden Schnurrbart streichend. Jetzt wird's hohe Zeit, daß ich an den Rückweg denke, denn allein im Finstern in diesem einsamen Walde brr! es gruselt mir bei dem bloßen Gedanken! Besonders bei der Unsicherheit, die immer mehr in der Riesenstadt überHand nimmt. Ungesühnte Morde, entflohene Gefangene, was weiß ich, was die Zeitungen da alles tagtäglich vermelden. Donnerwetter, taucht da nicht gar so eine verdächtige Gestalt in dem Dickicht auf?" Ter etwas kurzsichtige Gelehrte zog sein Glas aus der Tasche, setzte es aus und begann den sich Nahenden verstohlen zu mustern. Und was sein Auge da erblickte, ließ ihn vor Schrecken bis in's Innerste erbeben. Eine kräftige, gedrungene Gestalt, das Gesicht von einem langen, verwilderten Barte umgeben, in der Hand einen dicken Knotenstock, näherte sich ihm mit großer Eile, und ließ, besonders im Hinblick auf die mehr als reduzirte Kleidung, das Schlimmste für den kommenden Augenblick ahnen und befürchten. Was thun?" überlegte der erschrockene Doktor. Das einzige Mittel ist, unbefangen den Weg fortzufetzen, vielleicht, daß dann der Kerl sich nach einer anderen Richtung wendet." Gedacht, gethan. Karsten schritt in seinem gewöhnlichen Tempo vorwärts, im Stillen hoffend die Strecke zwischen sich und seinem unheimlichen Gefährten zu vergrößern. Vorläufig wagte er es noch nicht, sich umzusehen, um dadurch nicht die Aufmerksamkeit des anderen aus sich zu ziehen. Die Dämmerung war inzwischen intensiver geworden, so daß das Auge nur noch mit Mühe die einzelnen Gegenstände zu unterscheiden vermochte. Nun konnte man es getrost einmal wagen, sich umzusehen; der Doktor blieb einen Augenblick stehen und starrte angestrengt in die zunehmende Dunkelheit, dabei konnte er noch deutlich, wenn auch nur in den Umrissen erkennen. wie sich die Vassermann'sche" Gestalt ihm näherte. Ob er es wohl auf mein Leben abgesehen hat? Oder ob ihm meine Geldbörse so verlockend dünkt? Die paar Kröten werden ihn auch nicht

glücklich machen. Aber gutwillig überlassen will ich sie ihm doch nicht. Kommt es zu einem Kampfe, dann soll er auch mich gewappnet finden! Dabei streckte der Doktor drohend die Faust in die Luft. Doch ist es jedenfalls rathsamer, wenn man es nicht zum äußersten kommen laßt, oesycrio nm ich lieber meine Schritte verdoppeln. Vielleicht gelingt es mir, den rettenden Hafen, in Gestalt des Bahnhofes, zu erreichen, ehe der Mörder mich eingeholt hat! Diesen Ehrentiteflegte der Gelehrte seinem Bedränger in Gedanken schon bei, während er seine Gangart bis an die Gienze des Menschenmöglichen anspannte. Von Zeit zu Zeit schaute er sich um, doch immec blieb die Entsernung zwischen ihm und seinem Äersolger dieselbe, ja, es schien dem geängstigten Doktor, als wenn sie sich höchstens noch verringert hätte. Da die Dunkelheit inzwischen den letzten Schimmer des Tageslichtes vollständig verdrängt hatte, beschloß Karsten ein letztes Mittel zu versuchen. Half auch dieses nicht, dann mochte Gott ihm gnädig sein. Er begann mit dem ganzen Aufgebot aller ihm noch zur Verfügung stehenden Kräfte einen Laufschritt anzuschlagen, der ihn doch sicher seinem Gegner entrinnen lassen mußte. In einem Tempo, dessen Schnelligkeit nur hin und wieder durch eine hervorspringende Baumwurzel oder einen im Wege stehenden Stamm gehindert wurde, stürmte der Doktor dahin, kaum noch eines klaren Gedankens sähig. Das Herz klopfte ihm zum Zerspringen, seine Pulse vibrirten, während ihm trotz der empfindlichen Abendkühle die hellen Schweißtropfen von der Stirn perlten. Dabei schien es ihm, als wenn die Schritte hinter ihm immer näher klängen. Und noch immer nichts vom Bahnhofe zu sehen! In seiner fieberhaft erregten Phantasie malte sich der Doktor die Aufregung aus, die wieder die Bewohner der Hauptstadt ergreifen würde, wenn die Zeitungen am morgigen Abend in gesperrten Lettern den Raubmord verkündeten, der sich im Dunkel der Nacht in dem nahen Stadtwald, dem so beliebten Ausflugsort der Großstädter, zugetragen hatte: Ein Herr, Ende der dreißiger Jahre, hochgewachsen, mit blonden Haaren und starkem, blondem Schnurrbart, nach Ausweis seiner in der Brieftasche vorgefundenen Papiere den Namen Erich Karsten führend, seines Standes Dr. phil. und Privatdozent, wurde in der Nähe der &. Station ermordet und beraubt aufgefunden. Der Mörder, von dem bis jetzt noch jede Spur fehlt, ist sicher flüchtig geworden." So oder ähnlich würde die sensationelle Nachricht lauten, die morgen durch alle Blätter eilen würde. Und wie sehr würde die eine erschrecken, der alle seine Gedanken, gehörten und von der er auch wußte, dafc sie ihn wieder liebte. Die blonde Lehrerin an der V.'schen höheren Töchterschule, wo er den Geschichtsunterricht ertheilte, Fräulein Helene Schröder, wie würde sie die Nachricht aufneh men? Ob sie ihn wohl ihr ganzes Leben hindurch betrauern, oder ob sie seiner schon nach kurzer Zeit vergessen würde, und den Bewerbungen des anderen Gehör schenken, der ihr so ' verhaßt war. Ach, daß er das niemals erfahren konnte. Alle diese Gedanken durchrasten sein fieberheißes Haupt während des Dahinstürmens. Noch kurze Zeit, das fühlte er, dann verließen ihn die Kräfte, und er, war willenlos seinem Verfolger überliefert. Doch blitzten da nicht in der Ferne die Lichter der Bahnstation? Ja, er konnte "sich nicht irren, sie mußten eZ sein. In fünf Minuten-konnte er sie, seiner Schätzung nach, erreicht haben. Dann war er gerettet! Wie wenn ihm die winkende Rettung frische Kräfte verliehen hätte, so eilte er mit neuer Ausdauer vorwärts. Es war aber auch die höchste Zeit! Denn deutlich hörte er jetzt die Schritte seines Peinigers hinter sich. Von Sekunde zu Sctunde vernehmlicher, hörte er sein athemloses Keuchen und Pusten. Doch dem Himmel sei Dank, da war ja endlich der Bahnhof. Er war gerettet. Fast besinnungslos sank der Doktor auf die Bank nieder, die in der Wartehalle aufgestellt war. Was kümmerten ihn die erstaunten Blicke der Stationsbeamten, die sich nicht erklären konnten, weshalb der Fremde wie ein Verrückter an ihnen vorbeistürmte. Und dort kam noch einer in demselben Temp? dahergerast. Waren denn beide aus einer Irrenanstalt entsprungen? Karsten drohte für einen Augenblick der Herzschlag auszusetzen, als er den wüsten Patron, der ihm schon so viel Schreckniß bereitet hatte, athemlos, der Bahnhofbeamten nicht achtend, aus sich zustürzen sah. Mein Gott, was mag jetz'i mit mir geschehen," stöhnte der geängstigte Doktor. Doch ehe er noch recht zur Besinnung kam, hatte sein Verfolger seine Hand ergriffen und schrie ihm mit Donnerstimme zu: Jotte, nun sagen Sie man doch bloß, wat det für ein verrücktes Jerenne die janze Zeit jewesen ist. Ick loose mir nun ooch seit einer Stunde die Seele aus dem Leibe raus, immer Ihnen nach, und nun sehe ick, det wir mindestens noch zehn Minuten, Zeit haben, ehe der Zug abjeht.

Det hatten Sie ooch früher wlssen könnend ll.üiJ&

Mkik ZiabersaÄ's Zchreibebrltf.

Ko.404. Seohrter Mister Editboe! Ich hen in mei ganzes Lewe nit gedenkt, daß ich noch emol so in die Welt erum' komme deht, awwer mer kann nie nit sage, was in en Mensche stecke duht. Die ganze Zeit sin ich in La Frangs gewese und jetzt sin ich in Old Jngland. Awwer du meine Zeit, was en Differenz! In Perris lache alle Mensche un auch die Lehdies mit eim wo mer an die Stritte sehn duht. Hier in London, do nohtisse se eim gar nit un wann se gar nit helfe könne, eim zu sehn, dann mache se e Fehs, als wann se sage wollte: Well was will denn der Maulaff in unser schönes Jngland! Awwer uf die Schönheit brauche sie sich gar nicks einzubilde. Ich sin schon vier Däg hier un hen noch nicks von die Taun gesehn, bikahs se hen hier das ganze Johr en Newwel, so was mer uff deutsch Fahk rufe duht, daß mer die Hand vor die Auge nit sehn duht. Es Hot mich einer verzählt, wann die Feier - Jnscheins eraus gerufe wer'n dehte, dann müßte ersch! immer einer mit e Läntern das Feuer suche un ich denke, das is auch so. Enniweg gleich ich es gar nit hier. Un die Mensche, die sin all so stiff un so independent un halte sich so dißtent. wie ich gar nit dißkreiwe kann. Emol hen ich so en junge Feller an die Stritt gestappt un hen ihn for e Leit gefragt, bikahs mei Sickahr is mich ausgange. Do hätte Se awwer emol sehn solle. was mich der Kunne for en Blick zugeworfe Hot! Es Hot mich ordentlich die Schimmers gewwe. E Leit Hot er mich awwer nit gewwe. Un Se müsse emol sehn, was die Mennfohks hier en Stoff wehre duhn. Pehnts hen se an, do könnt mer drei Pehr von mache un es deht noch e Stückelche Gutts for t West iwwer bleiwe. Kohts die rietsche puttinier den Graund un die mehrschte wehre Vlockhätts odder wie mer uff deutsch sage duht, Stohfpeips. Die Lehdies hen all Pocknoscs un trage se all so hoch, for daß se nit sehn, daß se an den nämliche Graund steppe müsse, wo auch die annere Mensche gehn; no, so Hochmuthsbenzel hen ich in mei ganzes Lewe noch nit gesehn. Un die Lengwitsch wo die juhse! Ich sin doch schuhr gut genug in das englische gepohstet, awwer hier hen ich mein Trubel gehabt, die Piebels zu unnerstehn. For Jhne nur en Eckzembel zu gewwe: Jnstett von Ei", was so viel wie mich heiße duht, sage se Hei" un instett von hei" was hoch meine duht, do sage se Ei". Hen Se schon emol so ebbes dummes gehört. Ei tell juh, wann mer gutes Englisch höre will, dann muß mer nach die Juneitet Stehts gehn. Ich meiselbst hätt dene Fellersch ebbes zu rathe gewwe könne, awwer, was soll ich mich eckseite un uffrege;' die Kunne denke ja doch se wüßte alles un Niemand annerschter könnt se ebbes lerne. Ich kann gar nit begreise' daß es noch so diele von unsere Jenkies gibt, wo so for Jngland schwärme, un wo alles nachmache, was die Monkies duhn. Es is e schuhres Ding ich duhn se nicks nachmache. Ich hätt für alles in der Welt gern gegliche, den King Edeward emol zu sehn. Ich hen auch inkweiert, ob es nit e Tschehns gewwe deht, emol Händs mit ihn zu schehke. Do Hot mich der Mann gesagt, wann ich en gute Ettweis wollt, dann sollt ich so keine Rede füher. Mer derft ennihau nit sage, der König, mer müßt sage, His Mätschestie" un dann wär gar nit dran zu denke, daß er Händs mit so eme ordinehre Mensche wie .mich schehke deht. Wann ich so tahke deht, dann deht die Bolies schuhr denke, ich wär en Anarchist un deht mich einspinne. Ahlrecht, hen ich gedenkt, ich will kein Trubel hen un wann ich mit ihn Händs schehke deht. dann könnt er sich es höchstens als Ehr anrechne, bikahs mer weiß ja doch, gut genug, was es for e Pietsch war, bifor, daß er die Kraun uffgefetzt Hot kriegt un die Leut gefunge hen Gott fchehf auer glohrijus King". Ich sin awwer doch for Fonn emol nach den Kästel gange wo cr loschire duht un hen gedenkt, mehbie ich hen doch e Tschehns ihn zu sehn. Wie ich so for e Weil do erum gehängt hen, iZ uff eemol en Kapper zu mich komme UN Hot mich gefragt, was ich do zu suche hätt. Well, das is Gahl." hen ich gesagt, Jhne such ich nit, bikahs hier Hots jo soviele Boliesm'änner, daß mer, wo mer hin spitte duht, en Boliesmann streike duht". Do kann mer awwer doch sehn, was die englische Leut for wenig kämmen Horssenz hen! Ich hen mich nit in Trubel bringe wolle un do sin ich weiter gange. Ich hen noch keine fünf Steps gemacht, do sin t ganze Latt Sohlschers mit Dromms angetrete un hen gedrommt tu biet die Bänd. Off KohrS hen ich "do geguckt, was die Mütter war. Es Hot noch keine Min-

m: genomme.' do ZS so en kleiner fetter Feller autseit komme, is in e Kerritsch gestiege un is fort gefahre. Er Hot e arig schöne Juniform un graue Wißkersch gewohre. Wie ich nachher en Mann gefragt hen, warum for ien alle Mann so e Wese gemacht wnrwär, do Hot er gesagt: 'S! müsse en Strehnscher in diese hierTaun sein,das war ja HiS Mätschestie. der King von Jngland! Juh dont seh, hen ich gesagt. Ei tell juh, ich sin surpreist gewese; do kann mer sehn zu was es so en kleiner fetter Knopp in die Welt bringe kann. Ich hen schuhr gedenkt, es wär en Saluhnkieper odder en Bruhmäster wo rieteiert is un sich uff seine Lohrbicre ausruhe duht. So viel is' schuhr, wann mer träwwele duht, dann kann mer ebbes lerne un ich duhn nur wische, ich hätt en gute Freund mit mich bikahs wann mer so allein bei seine Lohnsomm in die Welt erum bomme duht, da duht mer die Seits doch nit arig Znscheue. Ich deht nicks drum gewwe, wanns auch blos der Christ Baldrian wär. Well, das Beste werd sein, wann ich bald Widder nach die Juneitet 'Stehts mache. Ich wer'n auch schon verdollt korz an Geld. Mit beste Riegahrds Juhrs trulie, Meik Habersack, Eskweier un Sheriff von Apple Jack, Holie Terrer Kauntie. Die gute alte Zeit. Bei den hohen Preisen, die so vi,le nöthige oder angenehme Dinge in unseren Tagen erreicht haben, sieht man häufig mit einem Gefühle, das man fast Neid nennen könnte, nach der Vergangenheit zurück. Insbesondere in diesem Sinne wird das Wort von der guten alten Zeit" häufig angewendet, da wir meist unter dem Eindruck der steigenden Lebensmittelpreise stehen und deshalb die Empfindung haben, es müsse sich um eine biständige Steigerung handeln eine Empfindung, die oft noch dadurch verstärkt wird, daß -uns eine alte Tante eine rührende Geschichte erzählt, wie in ihrer Jugend ein Kotelettchen kaum die Hälfte von dem gekostet hat, waS es heute kostet. Wer dagegen die sozialen Verhältnisse früherer Perioden zum Gegenstand des Studiums gemacht hat, kommt zu dem Ergebniß, daß es wohl nie viel anders war." Die Leute klagten auch immer, daß das Leben so viel kostet, und bei den meisten Schrifstellern längstvergangener Zeiten finden sich Klagen über Theuerung und die Sehnsucht nach der guten alten Zeit." War der eine Gegenstand billig, so war dafür der andere um so theurer, konnte man mit wenig Geld" gut auskommen, so hatte eben auch das Geld einen anderen Werth oder der Verdienst, die Gehälter waren entsprechend gering. Man könnte deshalb auch leicht eine Menge Zahlen anführen, die dafür sprechen, daß die alte Zeit eine schlechte" war. So kostete z. B. am Ende des 13. Jahrhunderts in Frankreich ein Pferd ohne besondere Qualitäten IG Livres (nach dem jetzigen Gelde 1280 Frank), eine Elle Tuch 136 Frank, eine Elle geringster Leinwand 4 Frank. Der Miethzins für ein kleines Familienhaus in Paris die Familien wohnten damals gewöhnlich alle in kleinen Häusern betrug 600 bis 2000 Frank. Der PremierChambellan" König Philipps IV. mußte sich mit einem Gehalte von täglich 3 Sols 6 Den. begnügen (19Frank 95 Cent.), der Kaplan des Königs mit 2 Frank 85 Cent. Auffallend gut bezahlt wurden dagegen Maurer und Zimmerleute, die durchschnittlich 1 Sol pro Tag (5 Frank 70 Cent.) erhielten. Dagegen verdiente ein Hufschmied, der doch damals gewiß auch eine geschätzte Person war, im höchsten Falle 1 Frank 90 Cent. In diesem Sinne gilt eben dasWort Zahlen beweisen" einmal gar nicht. Erst wenn man viele Zahlen miteinander vergleicht und die ganzen LebensVerhältnisse einer Zeit untersucht, kann man zu einem Urtheil über billiges oder theures Leben kommen. Und da ergibt sich zuletzt eben, daß es nie viel anders" war, nur mit dem Unterschiede, daß früher häufig das nackte Leben" erheblich weniger kostete, die bescheidenste Bequemlichkeit (um von Luxus ganz zu schweigen) aber erheblich mehr. Jetzt ist es umgekehrt. Ein armer Teusel kann für die Seinen oft kaum das Brot erschwingen, die Bequemlichkeiten" aber werden immer billiger, der Lurus dringt in immer weitere Kreise. Und doch muß auch diese Behauptung wieder eingeschränkt werden, da der bescheidene Luxus früherer Zeiten viel dauerhafter war. als der prunkende und so viel billigere unserer Tage, und als andererseits wenigstens in unseren Gegenden nur einzelne zuweilen kaum ihr Brot finden, während wir Hungersnoth" nicht mehr kennen. Weintrauben lange Zeit frisch zu erhalten. Hierzu steckt man den Stiel der Traube in große Kartoffeln, verklebt die Einsteckstelle luftdicht mit Wachs oder Kautschuk und hängt sie an luftigem, kühlem, jedoch frostfreiem Ort auf. Der Stielschnitt der Traube muß frisch in die Kartoffel kommen. Die Traube ernährt sich von der Feuchtigkeit, welche in der Kartoffel vorhanden ist

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