Indiana Tribüne, Volume 28, Number 301, Indianapolis, Marion County, 11 August 1905 — Page 3
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Kaiser Wilhelm Erzählt den Polen von seiner Zusammenlunft mit Leo XIII.
Englische Industrielle in Stuttgart. Deutsche Banken wollen dem Sultan von Marokko pumpen. Franzosen verschnupft darüber. Nothstand in Spanien. Begeisterung in Frankreich für die englische Freundschaft.
Deutschland. ElneRededeSKaiser. Berlin, 10. Aug. Kaiser Wil Helm sagte gestern in einer Rede, die er zu Gnesen, Provinz Posen, der alten KrönungSstadt der polnischen Konige, hielt, er wünsche, daß jeder polnische Katholik wisse, seine Religion werde von seinem Kaiser geachtet. Bei meinem letzten Besuche im 33a tikau-, fuhr der Kaiser fort, ergriff der große Papst L eo XM. meine beiden Hände und gab mir, obgleich ich Protestant bin, seinen Segen mit dem Ver sprechen: 3ch verspreche Ew. Majestät, im Namen aller Katholiken, die Ihre Un terthanen find, welcher Rasse oder wel chen Standes sie auch sein mögen, daß sie treue Unterthanen des deutschen Kaisers und des Königs von Preußen fein werden."" Ihr seid meine Mitarbeiter, sagte der Kaiser zum Schlüsse und der Ger maniömus ist für Kultur, für Freiheit der Religion in Gedanken und Thaten." Besucher aus Birming h a m. Stuttgart, 10. August. Hier weilen gegenwärtig sechs Mitglieder der städtischen Verwaltung von Birming ham, England, auf einer Studienreise. Die britischen Gäste finden in der schwä. bischen Hauptstadt eine äußerst freund liche Ausnahme. Bei dem Diner, welches die hiesigen städtischen Behörden zu Ehren der Birminghamer veranstalteten, wies Oberbürgermeister Gauß auf die ge meinsamen Kulturaufgaben Deutsch landS und Englands hin, welche geeig net seien, die obwaltenden nationalen Mißverständnisse zu beseitigen und die beiden Völker einander näher zu bringen. Der Führer der englischen Studien reisenden, Herr Nettlesold, entgegnete, es sei thöricht und verbrecherisch, Un frieden zu säen und nicht vorhandene Gegensätze künstlich zu schaffen. Die besonnenen Elemente beider Nationen müßten gemeinsam der Sensationssucht eines Theiles der Presse (gerade wie in Amerika), die an Allem schuld sei, entgegenarbeiten. Geld für den Sultan von Marokko. Berlin, 10. August. Nach einem Gerüchte an der Börse find die Bankhäuser Mendelssohn & Co., Bleichrvder & Co., DiSconto-Gesell. schaft und Berliner Handelsgesellschaft bereit, dem Sultan von Marokko $2,500,000 zu pumpen. Auffordev.ung zur Feier des SedntageS in den Schulen. B e r l i n, 10. Aug. Der preußische Kultusminister Dr. Studt hat in einem Rundschreiben an sämmtliche verbün dete Regierungen das Ersuchen ge richtet, dafür Sorge zu tragen, daß der gute alte Brauch der Veranstaltung von Schulfeiern am Sedan-Tage beibehal ten werde. Der in würdige Worte ge kleidete Erlaß wird als die treffendste Antwort auf die Verunglimpfungen bezeichnet, die in sozialistischen Blättern :uerdingS anläßlich der fortdauern den festlichen Begehung des Sedan tageS vom Stapel gelassen worden find. Kein einfichtiger Mensch, so wird her vorgehoben, denke bei der Feier des Se dantageS daran, Frankreich herauSzu fordern oder auch nur irgendwelche mittelbare Spitze gegen die dritte Re publik zu richten. Im Gegentheil wünschen alle auf das Lebhafteste ein gutes nachbarliches Verhältniß zu den Franzosen aufrecht zu erhalten, und die fortgesetzten Bemühungen der amt lichen Kreise zur Erreichung dieses Ziele? entsprächen durchaus den Em pfindungen, die das deutsche Volk Frankreich gegenüber hege. Zweite Einfahrt in den Nordostseekanal. S a m b u r a . 10. August. Bei BrunSbüttel plant der FiökuS die Her pellung einer zweiten Einfahrt in den Nordostseekanal und hat bereit? mit mehreren Grundbesitzern daS nöthige Abkommen getroffen. Die Molenköpfe
an der Kanalmündung find mit Schnellfeuergeschützen und der Schleu sendeich mit Revolverkanonen ausgerü stet worden. Marineartillerie wurde zum Anschießen kommandirt. i I u l i u S S t i n d e. Berlin, 10. Aug. Julius Stinde, der wohlbekannte Schriftsteller
und Schöpfer der Buchholziaden, ist, 63 Jahre alt, plötzlich dahingeschieden. Für seine zahlreichen Freunde und Ver ehrer ist die schmerzliche Kunde wie ein Blitz aus heiterem Himmel gekommen, da Stinde noch bis in die jüngste Zeit fich anscheinend guter Gesundheit er freute. P o ss a r t'S Nachfolger. München, 10. Aug. Als Nach folger PossartS, des früheren Inten danten der hiesigen Hrfbühne gilt Graf Karl Moy, der seiner Zeit den vom Centrum deS bayerischen LandtageS verweigerten Betrag von 100,000 Mark für Kunstzwecke aus eigenen Mitteln hergab. f Graf zu DohnaSchlo dien, f Königsberg, 10. Aug. Zu Schlodien im Regierungsbezirk Kö nigöberg ist Graf Adolf Rud. Chriftof zu DohnaSchlodien, ReichZtagSmit glied und erbliches Mitglied des preu ßischen Herrenhauses, gestorben. Er vertrat den 7. Königsberger Wahlkreis (Preuß. Holland'Mahrungen) und kge hörte zur deutsch-konservativen Partei. (Graf Dohna war am 30. Januar 1846 in Königsberg geboren. Er nahm an den Feldzügen von 1866 und 1870-71 theil, war Major a. D. und trat in den Besitz der Fideikommiß, herrschasten Schlodien und Carwinden im Jahre 1890.) B a h nu n g l ü d f o r d e r l zahlreiche Opfer. F r a n k f u r t a. d. O., 10. Aug. Unweit Spremberg ereignete fich, wie bereits kurz gemeldet wurde, auf der Bahnlinie BerllnGörlitz, entweder in folge falscher Signale, oder wegen der Verspätung des Görlitzer Schnell zugeS, eine Katastrophe, die zahlreiche Opfer forderte. Zwei Züge, deren Lokomotiven fich gleichsam in einander bohrten, kollidir ten mit aller Wucht und rollten sodann die Böschung hinab. Mehrere Passagiere in deu vorderen Waggons wurden fast bis zur Unkennt lichkeit zermalmt. Bis zur Nachmit' tagsstunde wurden zwanzig Leichen aus den Trümmern hevorgezogen. Die Zahl der Todten wird auf 25 bis 30 geschätzt. Viele Passagiere wurden ge fährlich und etwa fünfzig leichter ver letzt. Unter den Todten befindet fich Hein rich Graf v. Plauen, ein Sohn deS Fürsten Heinrich XXVI. von Reu'p, der einem Zweige der jüngeren Reuß' schen Linie angehörte. Man erzählt fich, daß der Bahn beamte, als er die falsche Signalabgabe gewahrte, fassungslos hinter dem Schnellzuge herlief, bis er ermattet zu fammenbrach. Frankreich. Englifch-franzöfifche Freundschaft. Paris, 10. Aug. Hier erwartet man, daß König Edward auf der Heim kehr von Marienbad dem Präsidenten Loudet abermals einen Besuch abstat ten wird. Ob des Empfanges des französischen Geschwaders in SoweS ge räth die Jingo.Presse fast in Verzü ckung. Dieselben Zeitungen, die noch vor wenigen Jahren in allen Tonarten auf daS perfide ' Albion schimpften, streuen jetzt den Briten Weihrauch. Sie rühmen die stets noble Gast freundfchaft," die fich diesmal selbst übertroffen. Der Siede" nennt den Austausch der Höflichkeiten ein glück licheS historisches Ereigniß" und sagt: Neben dem stark abdämmernden Bündniß mit Rußland erhebt fich ein solches mit England in voll strahlen dem Glänze." Der Sozialistenführer JaureS dämpft in der Humanile" die naive Begeisterung etwas mit den Wor ten: ES wäre ein sonderbarer Irr
thum, wenn man die Flottenbegnung
als eineDemonftration hinstellen wollte, an welcher andere Mächte Anstoß neh men könnten. Es handelt fich dabei lediglich um eine Bekundung der ganz natürlichen Genugthuung, welche die beiden großen europäischen Demokra tien anläßlich der Festigung der Gntente Cordiale" empfinden, die bereits so gute Wirkungen aus den Weltfrieden ausgeübt hat." Zu empfindlich. Paris, 10. Aug. In hiesigen Kreisen ist man verschnupft darüber. daß deutsche Banken, ach wenn eS Privatgesellschaften sind, dem Sultan von Marokko Geld pumpen wollen. ES wird erklärt, eS bestehe gegenwärtig bezüglich Marokko'S eine Art Waffen stillstand zwischen Deutschland und Frankreich. Die Gewährung einer deutschen Anleihe an d.'n Sultan komme aber einem Bruche des Vertrags gleich. Oesterreich'Nngarn. Frau von Hervay abge wiesen. W i e n , 10. Aug. DaS KreiZ. gericht zu Leoben in Steiermark hat daS Gesuch der seinerzeit vielgenannten Frau von Hervay, welche mit Rücksicht auf ihre Eesundheit um einen Aufschub der ihr zudiktirten viermonatlichen Arrestftrafe bat, abgelehnt. Sie wild die Strafe am 1. September anzutreten haben. Ihr Gatte, Bezirkshauptmann Franz von Hervay in Mürzzuschlag, Steiermark, beging bekanntlich Selbst mord, nachdem er von dem Vorleben seiner Frau Kenntniß erhalten hatte. Die Affaire Hervay hat sowohl das Kreisgericht in Leoben wie das Ober landeSgericht in Graz geraume Zeit de fchäftigt. Thomas ttofchat'S 60. Ge. b u r t S t a g. Wien, 10. Aug. Hier feierte gestern Thomas Koschat, Komponist deS bekannten Volksliedes Verlassen bin I", seinen 60. Geburtstag. (Kosckat, geboren 1845 in Viktring bei Klagen furt, trat 1367 als Bassist in den V:r band der Wiener Hofoper, wurde 1874 Domkapellsünger und 1873 Hofkapell sänger. AlS Komponist ist er durch zahreiche Lieder, Chöre und Quartette rühmlich bekannt.) Belgien. Von Menschenfressern verspeist. Antwerpen, 10. Aug. Afrika Reisende bringen aus Kamerun die Schauermär, daß ein dortiger Kann! balenftamm, NiemS genannt, vor Kur zem etwa zweitausend'(!)Neger und acht deutsche Ansiedler erschlug und ver speiste. Die Menschenfresser, so heißt eS, verschlangen daS Fleisch ihrer ge rösteteu Opfer in einer für solchen Massenschmaus bemerkenswerth kurzen Zeit. Großbritannien. Besuch französischer Offiziere. London, 10. Ang. Vize.Admi ralGaillard, Kommandeur ZdeS franzö sischen Geschwaders und 80 seiner Ossi siziere kamen heute Rachmittag in Lon don an. Sie waren Gäste der Stadt bei einem Gabelfrühstück, an dem 800 hervorragende Persönlichkeiten Theil nahmen. Später wurde die französische Kolo nie auf der französischen Botschaft von Admiral Galllard empfangen. Spanien. Nothstand. Se Villa, 16. August. Die Lage der Landbevölkerung ist eine geradezu verzweifelte geworden. Tau sende von Arbeitern haben kein Brot sie leben von Wurzeln und wildwach senden Kräutern. An vielen Orten wurden Bäckereien geplündert. Die lokalen Behörden haben sich um Hilfe an die Regierung gewandt. Philippinen. Taft. Gesellschaft. Manila, 10. Aug. Erzbischof Harty gab heute der Taft-Gefellschaft ein Diner. ES wurden Toaste auf den Papst und den Präsidenten auSge bracht und zum Schlüsse erbarmte fich Repräsentant Cochrane auch der Phi lippinen. Bulgarische Vertretung. New Y o r l , 10. Aug. Unter den Passagieren deS Dampfers Kaiser Wilhelm II.", der gestern von Bremen, via Southampton und Eherbourg, hier eintraf, befand fich unter Anderen Theo dor K. Schipkow, der von der bulga rischen Regierung hierher geschickt wurde, um Vorbereitungen für die Jnftallirung einer Gesandtschaft in
diesem ande zu treffen.
Deutsche Emigranten
Finden ein neues Heim in New Z)ork. New I o r k, 10. Aua. Statt. lich und schmuck steht das neue Gebäude für das Deutsche Emigranten-HauS in State Str. zwischen dem Leo.HauS und dem ungarischen Einwanderer Heim anscheinend vollständig fertig da, doch erklärte gestern Rev. Gustav DS ring, der Missionär deS Deutschen Emi granten.HauseS, daß noch einige De tails zu vollenden sind, und der Umzug in ungefähr 14 Tagen stattfinden wird. und zwar wird, wie eS sich bei einer solchen seltenen Gelegenheit gebührt, eine festliche Weihe stattfinden. Ein bestimmtes Datum für die Eröffnung haben Rev. Döring und das Bauko mite deS Hauses noch nicht festgestellt. Das Haus, wie eS jetzt dasteht, ist eine Zierde für die State Str. Die Front des Gebäudes besteht bis zum zweiten Stockwerk aus Granit, im übrigen aus hellen Backsteinen mit Terracotta-Ein fassung. ES ist sechs Stockwerke hoch, der sechste Stock ist im Mansardenftil mit Schieferdach gehalten, und der Bau ist feuerfest. Das neue Heim hat mit dem Grundstück einen Werth von $200,000. Das Haus hat zwei Ein gänge, gut ventilirte helle Räume, Elektrizität und Gasbeleuchtung, Dampfheizunz, moderne Badeeinrich tungen, breite Treppen und läßt an Bequemlichkeit nichts zu wünschen übrig. Schweden und Norwegen. H o n n i n g s v a g, 10. Aug. Der arktische Dampser Terra Nova", wel cher nach der Ziegler'schen Nordpol Eipedition abgeschickt wurde, hat An thony Fiala und alle anderen von der Expedition gerettet mit Ausnahme ei neS Seemannes, der aus natürlichen Ursachen starb. DaS Schiff America-, welches die Erpedition an Bord hatte, wurde zu Anfang des Winters von 10031904 im Eise 1 .erdrückt. Ein großer Theil der Lebensmittel und Kohlen ging verloten. Schiffsnachrichten. QueenStown: Teutonic" von New York; Baltic" von New York; Yokohama: Empreß of Jndia" nach Hongkong; Korea" nach Hong kong zc. Liverpool: Jvernia" von Boston; Corinthian" von Montreal; Teutonic" von New York. London Hungarian" von Montreal und Quebec". Havre: La Touraine" von New York. Sase-Sall. American'Association. Indianapolis, 10. Aug. Indianapolis 1 MinneapoliS .10 Batterien Riedy und ZaluSky; Sievers und Marshall. Toledo, 10. Aug. Toledo 1 0 020021 6 KansaS City....0 020000024 Batterien Minnehan und Zearfoß; Wright und Butter. ColumbuS, 10. Aug. SolumbuS 002 0 0001 3 Milwaukee . . . .0 0000000 00 Batterien Dörner und Brown; Dougherty und Towne. National Liga. St. LouiS, 10. Aug. St. LoulS....10 1003 0 0 5 Brooklyn.....001010101 4 Batterien Taylor und Leahy; Mc Jntere und Ritter. Chicago, 10. Aug. Chicago 0 0000000 00 New York 000001000 1 Batterien Reulbach und Kling; Nathewfon und Bowerman. Cincinnati, 10. Aug. Cincinnati . . . . 1.0 0 0 10 2 0 4 Philadelphia. ..0 0000100 01 Batterien Ewing und Schlei; Ni cholS und Abbott. PlttSburg, 10. Aug. PittSburg ....003 00010 04 Boston 000600001 7 Batterien Roberthaille, Case und Gldson; WiltiS und.Moran. Brutaler Neger gelyncht. H u n t i n g t o n, Tenn., 10. Aug. Nach zweitägiger Jagd wurde heute Nachmittag der Neger McChard. wel cher bei Clifton, Tenn., ein 13.jährlgeS weißes Mädchen vergewaltigt hatte, von von einem Mob gefangen und kur zerHand khängt.
3m englischen Unterhaus.
Der neue Sprecher und die mit dem Amt verbundenen Bezüge. Gin Sieg der onservativen wthers Aus lildu,g uns parlamentarische Laufbahn. Althergebrachte eigenartige veremonie. BekleiSung ud Abzeichen dS Sprechers. James William Lowther, der neue Sprecher des Unterhauses des britischen Parlamentes, ist seit 72 Jahren der erste Vorsttzenoe jener Körperschaft, welcher wieder aus den Reihen der Konservativen hervorging. Im e gensatze zu der traditionellen Wlrtyschaftspolitik Englands, dem Freihandel, xt er em AnHanger der SchutzZollpolitik. James Wlllmm Lowther wurde 1855 in Westmoreland geboren. Seine Ausbllounz empfing er am Kmgs College zu London und am Trmity College zu Cambridge. Er wurde 1819 zur Anwaltspraris zugelassen und ist seit 1883 Mitglied des UnterHauses, in dem er als Vorsitzender des Komites für Mittel und Wege und seit 1895 als Vizesprecher fungirie. Im Jahre 1895 vertrat Lowther Großbritannien auf der internationalen Konferenz zu Venedig. Der Sprecher des englischen UnterHauses behält sein Amt bis zur Auflojung des Parlamentes, für das er erwählt ward, und die Person des Sprechers wechselt nicht, auch wenn die bisherige Regierungspartei zur Opposttlonsparter wird. Obwohl er von der Regierung nominirt wird, gilt er als ein Beamter des Hauses. Er erhalt, außer freier, fürstlich erngenchteter Wohnung im Westminster-Pa-laste, ein Jahresgehalt von $25,000. Außerdem ist ihm eine Summe bis zu $5000 für den Ankauf von Roben. Perücken. Halskrausen und andere Zugehörigkeiten seines Amtes zugestanden. Die Nation 'schenkt ihm eine JameS William Lowther. 2000 Unzen schwere Silberplatte für seine Tafel und zwei Hogsheads Nothwein für seinen Keller. Von den Jägern erwartet man. daß sie den Sprecher mit einem guten fetten Hirsche und einem Rehbocke regaliren, während die Tuchwirker ihrer Verehrung für ihn dadurch Ausdruck verleihen, daß sie ihm ein Stück feinen Tuches übergeben, groß genug, um zur Anfertigung eines Anzuges zu reichen. Nicht minder eigenartig, wie diese Aequivalente. ist die aus alter Zeit stammende Art des täglichen Einzugs des Sprechers in den Sitzungssaal des Unterhauses. Kurz vor Beginn der Sitzung nehmen alle Beamten und Angestellten des Hauses in Frack und Kniehoftn, angethan mit einer vergoldeten Kette, an der eine mit dem Merkur geschmückte Medaille hängt, in einer Doppelreihe in dem Korridor Aufstellung, der von der Centralhalle in den Sitzungssaal führt. Der Polizeiinspektor. der die ParlamentsPolizei befehligt, ruft beim Herannahen des Sprechers mit Stentorstimme: Hut ab! Der Sprecher!" Zuerst erscheint ein Polizist, der aber an der Thüre des Saales Halt machen muß. Ihm folgt der Sergeant-at-arms" in Hoftracht und mit dem Degen an der Seite, mit dem schwer goldenen Szepter, dem Symbol der Macht und Würde des Sprechers, auf der Schulter. Hinter ihm schreitet der Sprecher in seiner alterthümlichen Tracht. daS Haupt mit einer Allonge Perücke bedeckt. Die Enden seines schwerseidenen schwarzen Talars trägt der Schleppenträger. Es folgen der Kaplan des Hauses und der Sekretär des Sprechers. So geht der Zug durch die Reihen der sich tief verneigenden Angestellten in den Sitzungssaal. Jetzt tritt der Sergeant-at-arms" zur Seite: der Sprecher nimmt die Enden seines Talars über den Arm und schreitet zwischen den Mitgliedern hm durch, die ihn stehend erwarten. Drei mal verbeuqt er sich, was von den Mit gliedern erwidert wird. Vor dem Präsidentenpulte trttt der Sprecher zur Rechten, der Kaplan zur Linken. Der Kaplan spricht das Gebet, das genau fünf Minuten dauert. Mit einer dreimaligen Verbeugung zieht er sich dann zurück. Der Sprecher läßt sich auf dem Wollsack nieder, das Szepter wird auf seinen Platz gelegt, und die Sitzung beginnt. I n F u n ch a l auf Madeira wurde jüngst der Grundstein zu einem Armensanatormm der deutschen Ma deira-Gesellschaft gelegt.
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