Indiana Tribüne, Volume 28, Number 299, Indianapolis, Marion County, 9 August 1905 — Page 6
Jndiana Tribüne, 9. August 1905
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Vögel im jtoucr; SiOrcUetie von Chors Blanche. Er sah sie zum erstenmal bei einem Ausflug in das Grüne, den einige junge Post- und Vankbeamte arrangirt hatten. Den ganzen Winter über war er in dem dunklen Wechselkontor eingesperrt gewesen und hatte.mit ausgekrempelten Hemdärmeln und vom beständigen Gaslicht schmerzenden Augen die schmutzigen Silbermünzen der Pferdebahnwagen.Dampsboote. Bäcker, Brauer und Marktweiber sackweise nachgezählt. Als er nun so plötzlich hinauskam und der frische Seewind ihm den Duft der Wiesen und Wälder zuführte, berauschten ihn die Früh lingslüfte dermaßen, daß er nie so diele hübsche Mädchen wie an Bord des kleinen Dampfers gesehen zu haben glaubte. Sie aber war Nummer eins. Während der Fahrt nahm er jede Gelegenheit wahr, sie verstohlen zu be trachten, und als sie vor ihm auf die Landungsbrücke sprang, wußte er, daß sein Schicksal entschieden war. Sie wurden einander unter Lachen und Scherzen als Beamter und Beamtin roraestellt er war bei der Bank und sie bei der Post beide waren College auch darin daß sie arm waren. Doch -daö Wasser war fo klar, das Graö so grün und es duftete so Herrlich im Walde! Plötzlich trafen sich ihre Blicke, alles schien sich um sie herumzudrehen, sie brachen jäh ihre Unterhaltung ab und gingen zu den anderen zurück. Den Sommer trafen sie sich oft anfangs als Kameraden, die sich mit wichtiger Miene Reformpläne auf ihren verschiedenen Gebieten mittheilten, schließlich als Braut und Bräutigam. Den nächsten Frühling und den darauf folgenden Herbst gingen sie auf elle Auktionen und Gelegenheitsverkaufe ihrer schwedischen Heimathstadt und fanden zu ihrem Entsetzen, daß clleö Geld kostete. Doch worauf sollten sie warten? Keines von ihnen hatte eine Erbschaft in Aussicht, und es dauerte ja noch ein? Ewigkeit, bis eines fest angestellt werden konnte. Es würde schon gehen! Vormittags war er auf der Bank, Nachmittags bis neun Uhr auf dcr Postsparkasse und verdiente jährlich 1500 Kronen. Und sie wollte ihre Stelle bei der Post auch nicht aufgeben, die 60 Kronen monatlich waren wahrhaftig nicht zu verachten. Sie hatten sich vorn in der Wasavorstadt eine kleine Weiung von zwei Zimmern (vier Treppen hoch!) gemiethet. Abgelegener konnten sie nicht wohnen, wenn er nach dem Mittagessen pünktlich an der Postsparkasse sein wollte, und ihre Mittel und Möbel reichten nur eben zu zwei Zimmern aus. Eines Sonntag nahmen sie sich eine Droschke, fuhren zur Kirche und ließen sich mit einigen Arbeitern und Gesellen in Bausch und Bogen trauen. Sie hatten sich für den Montag beurlauben lassen, doch als sie sich am Morgen wieder zurück meldeten, fühlten sie sich genirt. Seine College neckten ihn, machten Witze und fragten, ob der junge Ehemann auch ein Glas Bier mit ihnen trinken dürfe (!), und der Controlleur kam alle Augenblicke zu ihr hin, um. wie er sagte, nachzusehen, ob sie sich auch sehr verändert hätte. Als die Herren bei der Post ihr gratulirten, erröthete sie und suhlte sich durch ihre Blicke unangenehm berührt. Doch alle waren nett und freundlich, und keiner machte unpassende Bemerkungen darüber, daß Leute, die mittellos sind und nur wenig vom Leben zu erwarten haben, so dumm sein können, sich zu verheirathen. Beim Nachhausegehen trat er in einen Laden und kaufte ein Pfund Weintrauben, und als er die vier Treppen hinausgestürmt war, erwartete sie ihn roth und erhitzt, die Küchenschürze vorgebunden, in dxr Thür. Nein, aber Weintrauben! Er war doch ein Leckermaul! Sie war so vernünstig gewesen, nur zwei Aepfel zu kaufen! Nun war er wohl neugierig auf das Mittagessen? Ja. ein bischen! Aber hungrig konnte er doch wohl unmöglich sein? Na, und ob!! Und dann machte sie sich los und eilte ihm voraus in die Küche, wo er sie wieder festhielt und küßte, während die junge Magd vom Lande . die als Ersatz dafür, daß sie die Milch überkochen ließ und ihnen statt der Eier grundsätzlich weiße Steine servirte, den bescheidenen Lohn von 5 Kronen monatlich erhielt ihrer jungen Herrschaft vergnügt grinsend zuschaute. Die Zimmer waren groß und hübsch, wenn auch gerade nicht sehr hell, denn sie erhielten das Sonnenlicht erst aus zweiter Hand von einer weiß getünchten Mauer an der anderen Seite des 'winzig kleinen Hofes. Doch die Möbel Pakten nicht recht zueinander und verriethen, daß sie nicht mit 'Rücksicht auf den Geschmack, sondern mit Erwägung des Preises angeschafft waren. Doch was schadete es, daß die Wohnstube zugleich als Salon und Eßzimmer diente; die Schlafstube war mit ihren rothen Bettdecken und dem aufpolirten Waschtisch, der wie neu aussah, wirklich allerliebst. Sie nannten die Wohnung ihr kleines Nest. Sie lag ja direkt unter dem Dache, und beide hatten sie Halme zum Bau herbeigetragen. Als der Winter sich sei nem Ende näherte, begann die junge Frau sichtbar abzufallen, sie wurde bleich und hatte dunkle Ringe unter den Auaen. Diesmal wurde ti aber
noq map. ete war ote Treppen zu hastig hinaufgelaufen, und der alte Kontrolleur segnete Gott und erklärte, daß er an eine gütige Vorsehung glaube, die den Vögeln unter dem Himmel und den noch nicht fest angestellten Beamten ihren besonderen Schutz zutheil werden lasse. Der'CV mann weinte aber cm Bette seiner Frau, verwünschte die vier Treppen und trug sie die ersten Male auf seinen Armen in den Hof hinunter. Als es Sommer wurde und die Ferienzeit kam, ing es auf der Bank lebhaft zu, und nun galt es für die außerordentlichen Beamten, sich einen Extraschilling zu verdienen. Und überall füllten sich die Räume mit diensteifrigen jungen Herren, die noch nicht die Kunst erlernt hatten, fünf Stunden auf eine Arbeit zu verwenden, welche sich bequem in der halben Zeit verrichten ließ. Und auf der Post wurde der Sonntagsdienst verkauft und diejenigen, welche es sich leisten konnten, nahmen einen Tag Urlaub und fuhren auf's Land, von wo sie frisch und sonnengebräunt zurückkehrten; die anderen aber, denen ihre Verhältnisse dergleichen nicöt gestatteten, steckten einige Kronen für die Vertretung in die Tasche und ließen sich die Reiseerlebnisse der glücklicheren Collegen erzählen. Das junge Ehepaar in der Wasavorstadt konnte es sich natürlich nicht leisten. Es ist dotfi merkwürdig, wie theuer das Leben ist. Der Schuster kostet Geld, der Schneider und die Näherin arbeiten nicht umsonst; das Essen kostet auch Geld, und der gute Doktor muß doch auch bezahlt werden, obgleich man ihm ansieht, daß es ihm leid thut, das Honorar nicht ablehnen zu können. Sie pflegte ihn Abends von der Postsparkasse abzuholen. Er war müde und hatte Rückenschmerzen; doch wenn er ihr in's Auge blickte, lachte er, und wenn sie ihren Arm vertraulich in den seinen legte, war die Müdigkeit verschwunden. Hast du heute viel zu thun gehabt?" Ja, die verwünschten kleinen Summen haben mich beinahe umgebr . . . hm! . . . waren recht lästig. Und du?" D nein, du weißt ja. Liebster, im Hochsommer ist Nachmittags auf der Post nicht viel zu thun!" Sie ließen sich nach dem Skeppshol men übersetzen und gingen dann zu Fuß bis zu dem Kastell. Sie hörten die Wogen an die Steinmauern plätschern und sahen, wie die Kutter sich zur Seereise rüsteten. Manchmal schlugen sie auch über die Stränge und aßen in dem kleinen Nestaurant zu Abend. Eine Krone das Kuvert! Er überredete sie, einen Schnaps zu trinken der Doktor hatte gesagt, daß ihr eine kleine Stärkung nicht schaden könne und er selbst trank zwei und eine Flasche Bier, was ihn so anregte, daß er hinterher, trotz ihres eifrigen Protestes, noch Kaffee und Benediktiner kommen ließ. Und als er seine Cigarre angezündet und ihr mit ceremoniösem Kopfnicken zugetrunken hatte, sahen sie einander an. fingen an zu lachen und hielten sich beide für entsetzliche Verschwender. Gegen den Herbst hin verdoppelte er seine Fürsorge für sie. Er half ihr stets die Treppen hinunter und erbleichte, wenn sie auf der Straße sich einmal den Fuß an einem Steine stieß. Jetzt begann droben im Neste ein gewaltiges Rechnen vor dem Herrn. Sie saßen stundenlang, die Köpfe über das Papier gebeugt, da, und er rechnete und sie rechnete und siehe, das Fazit stimmte bei beiden. Sie sollte ihre Stelle bei der Post aufgeben, aber er hatte auch ein wenig Gehaltserhöhung bei der Bank bekommen.' O ja, es würde schon gehen! Und dann hatte sich im Neste ein neuer Bewohner eingefunden, ein Mund mehr ein gefräßiger kleiner Mund, der alle Kräfte seiner Mutter in Anspruch nahm. Jetzt mußte Er die Seinen allein versorgen, und er arbeitete für zwei. Ueberall, wo sich ein wenig verdienen ließ, zeigte sich sein schmales Gesicht. Er besorgte an seinen freien Sonntagen die Arbeiten anderer und schrieb des Abends für einen Anwalt alles gegen Baarzahlung. Er hatte sich seine geliebte Nachmittagscigarre abgewöhnt der Hals thue ihm weh, wenn er rauche, sagte er und er trank nur ein Glas Wasser zu seinem Butterbrote. Und Gott allein weiß, wie es möglich war, aber es ging, und es fehlte ihnen nie an Geld, wenn die Miethe bezahlt werden sollte, und sie hatten noch nie nöthig gehabt, hungrig zu Bett zu gehen. Die Magd war entlassen worden. Wozu brauchten sie Bedienung, nun da die junge Frau nicht mehr bei der Post war und zu Hause, wie sie sagte, nur faule Tage hatte. Des Morgens kam eine Aufwärterin, die für sieben Kronen monatlich die grobe Arbeit verrichtete und um ein Uhr wieder fort ging. Dadurch wurde allerdings kein baares Geld erspart, desto mehr aber an Beköstigung und Wäsche, und nun, da die junge Frau selbst kochte, war auch der Holzverbrauch bedeutend geringer geworden. Und überdies hatte das vergnügt grinsende Mädchen vom Lande auch bald aufgehört zu grinsen, als ihre Kameradinnen aus den unteren Stockwerken über ihre sieben Kronen zu grinsen begannen sie wollten die sogenannte Herrschaft sich gern mal ansehen, die eS wagte, ihre Diensiböten mit einem solchen Lumpengelde abzuspeisen! Jetzt ist es wieder Sommer und die
Sonntagssonne scheint so heiß auf die wrißgetünchte Wand, daß die Luft auf dem Hofe förmlich vor Hitze zittert. Sie trägt den Kleinen auf dem Arm, währesd er den Kinderwagen die vier Treppen herunterbefördert. Sie gehen nach Haga und lassen sich dort tief innen im Park im Schutze eines ziemlich dichten Gebüsches mit dem Wagen nieder, und während er die Zeitung entfaltet, schlägt sie ein Buch auf keins von den modernen Büchern mit oder ohne Nervenfolter, sondern einen altmodischen Roman, eine richtige Liebesgeschichte. Sie weiß, daß sich alles zum Besten wendet und die beiden sich einander schließlich bekommen, denn sie hat schon einen verstohlenen Blick aus die letzte Seite geworfen. Doch wenn der Kleine sich rührt und zu schreien anfängt, springen sie beide auf und spiegeln sich gleichzeitig in zwei großen blauen Augen die größten und blauesien und herrlichsten auf der ganzen Welt. Manchmal, wenn die junge Frau allein zu Hause sitzt, wenn es in der Schlafstube ganz still ist und der Himmel, wie er es an heißen Sommertagen zu thun pflegt, mit beinahe weißblauem Schein über dem Dachfirste glänzt, läßt sie das kleine Hemd, an dem sie näht, in den Schooß sinken und träumt mit offenen Augen. Sie sieht eine kleine Hütte irgendwo draußen auf den Inseln, klares, durchsichtiges Wasser und so saftiges grüneö Gras, daß man sich gern darauf wälzen möchte, und hört Vogelstimmen und Waldesrauschen in der Luft. Und dann beginnt sie an den Fingern nachzuzählen. Ein Jahr ... zwei ... drei ... vier ... vielleicht auch fünf oder gar sechs, doch länger kann es nicht dauern, bis Friedrich es so weit gebracht hat. daß die Bauervögel einen Monat Ferien bekommen! Auch eine Gnade. Als der Fürst von SchwarzburgSondershausen noch Erbprinz war, stand am Fuße des Kyffhäusers ein Miethshaus, dessen Eigenthümer Stockmann hieß. Der Alte war durch seine klassische Grobheit berühmt, und Gäste, die ihm nicht gefielen, konnte er auf eine ganz besonders unangenehme Art behandeln, wobei es ihm ganz gleich war, ob der Betreffende ein armer Handwerksbursche oder ein vornehmer Herr war. Unter anderem hatte auch ein Kammerherr v. B. ein unangenehmes Rencontre mit dem Alten, daZ damit endigte, daß Stockmann den Kammerherrn einfach beim Kragen packte und ihn zur Thür hinausgeleitete. Der also Gemaßregelte machte gute Miene zum bösen Spiele. Er erzählte selbst die Begebenheit bei Hose und that, als habe er das Wirthshaus nur aufgesucht, um den wegen seiner Grobheit bekannten Stockmann persönlich kennen zu lernen und zu sehen, ob er sich nicht durch Vornehmheit imponiren lasse. Einige Wochen später redete ihn der Erbprinz an: Sie, V., nun habe ich auch den alten Stockmann kennen gelernt; ich war dort, der Kerl ist in der That grob!" Hahaha!" lachte der Kammerherr haben Hoheit auch die Gnade gehabt, sich von ihm ''rauswerfen zu lassen?"
Feine Rache. Eine Hausfrau beneidete ihre Nach barin um den Besitz einer vorzüglichen Köchin, einer wahren Perle, und ließ sich dazu hinreißen, selbst zu dieser Köchin zu gehen, um sie durch höheren Lohn ihrer Herrschaft abspenstig zu machen. Dies kam zu den Ohren der Herrschaft und als sich eines TageS die beiden Nachbarinnen bei einem Diner im Hause einer gemeinsamen Freundin trafen, fiel es auf, daß die Besitzerin der Küchenperle die Andere nicht grüßte. Sind Sie denn nicht mit Frau Smith bekannt?" fragte eine der Anwesenden. Mi! eisigem Tone kam die Antwort: Ich nicht; aber sie kommt öfters meine Köchin besuchen." Der Lriginal'Othello. In den alten Papieren der Familie Calergi zu Mailand, welche Herr Cesare Levi gesammelt und dem Institut der Wissenschaften und Literatur in Venedig geschenkt hat, wurde eine interessante Entdeckung gemacht. Eine genaue Durchsicht dieser Papiere hat die Feststellung der Identität des Othello ermöglicht, der ein gewisser Nicola Qucrini, Sohn des Francesco Querini, war, während Desdemona die Tochter des Palma Querini war. Beide gehörten adeligen Venetianer Häusern an. die miteinander verwandt waren. Die Episode, die den Stoff zur Tragödie abgab, ereignete sich im Jahre 1542 in der Kirche des heiligen Franz von Rethimus aus der Insel Candia wohin Desdemona geflüchtet war. Die Kirche steht noch, ist aber in eine Moschee verwandelt worden. Aus dem Testament des Antonio Calergi, das sich ebenfalls unter den PaPieren befindet, geht hervor, daß Ealergi ein intimer Freund des Schriftstellers Cinthio war, auS dessen Geschichten Shakespeare denVorwurf zum Othello" geschöpft hat. Zu r ü ck g e g e b e n. Frau (ihrem Manne eine Gardinenpredigt haltend): Du bist mit einem Wort? ein schrecklicher Mann Er: Und Du eine schreckliche Frau mit vielen Worten.-
Europaische Nachrichten. Sachsen. Dresden. Ein hochbetagter, mannigfach verdienter Bürger, EhrenMitglied der hiesigenUhrmacherinnung, Hofuhrmacher a. D. Moritz Weiße beging seiV 50jähriges Bürger- und Meisterjubiläum im Alter von nahezu 77 Jahren in geistiger Rüstigkeit. Während eines überaus heftigen Gewitters mit wolkenbruchartigem Regen zündete der Blitz in Adorf, wo er die Zöphel'sche Scheune einäscherte, während in Untergettengrün die Gehöfte der Gutsbesitzer Vollner und Schreiner völlig niederbrannten. Außerdem wurde in Pfaffengrün die Pammler'sche Bauernwirthschaft durch Feuer vernichtet, welches dadurch entstanden war, daß der Blitz die Scheune traf. Buch. Bor kurzem wurde das Stickereigebäude des Stickmaschinenbesitzers Emil Singer durch ein Schadenfeuer völlig vernichtet. Zerstört wurden auch die darin stehenden, den Herten Emil Singer hierselbst, Julius Hölzel in Elch, Richard Seifert hier, Emil Engelhard in Eich und Albert Lange in Eich gehörenden Stickmaschinen. Das Feuer soll durch Brandstiftung entstanden sein. C a n i tz. TödtlüH verunglückte auf-dem hiesigen Rittergute der Arbeiter Häusler dadurch, daß er von einem mit Stroh beladenen Wagen abstürztt und das Rückgrat brach. E b e r s b a ch. Beim Baden ertrunken ist hier im sogenannten alten Teiche der 18jährige GemeindeamtsKopist Albert Michel. Gießmannsdorf. Bei einem Gewitter, das sich über der hiesigen Gegend entlud, traf ein Blitzstrahl das Grundstück des hiesigen Gemeindevorsteherö Heidrich. Wohnhaus, Stallungen und Scheune wurden total eingeäschert. Leipzig. Dieser Tage beging die weltbekannte Maschinenfabrik Karl Krause ihr 50jähriges Geschäftsjubiläum. Die Gattin des Rittmeisters Nette, Frau Hannah Nette, ist infolge des kürzlich erlittenen Sturzes aus einem Wagen nach schweren Leiden im hiesigen Krankenhaus St. Jakob verschieden. Dr. phil. Gustav Cohen ist zum Lektor der französischen Sprache an der hiesigen Universität ernannt worden. M e i s s e n. Auf entsetztliche Weise kam hier der Aufseher und Hausbesitzer Weigel an der Jlschnerstraße um's Leebn. Um die Maurerarbeiten an seiner Düngergrube, die er vor einiger Zeit begonnen hatte, fortzusetzen, begab er sich abermals in die Grube. Beim Hinabsteigen scheint er von Gasen betäubt worden zu sein, denn er fiel von derLeiter in die Grube hinab und erstickte darin. Sein 10jähriger Sohn, der den Fall hörte, rief sofort Hilfe herbei, und obwohl solche sogleich zur Stelle war, konnte der Arzt nur den Tod feststellen. Der Verunglückte war Aufseher in der Jutespinnerei. P l a u e n. Beim Baden in der Elster ist der 12 Jahre alte Enno Weiß ertrunken. R o ß w e i n. Hier erhängte sich in ihrer Wohnung die Wirthschaften Jhle. Schuhmachermeister und Lederhändler Gruhle, früher langjähriger Stadtverordneter und Vorstand des Gewerbevereins, beging das 50jährige Meisterjubiläum. S o h l a n d. Hier ist das Wohnhauö des Webers und Musikers Böhe niedergebrannt. Wolfersgrün. In einem plötzlichen Anfall von Irrsinn machte die 50 Jahre alte Gutsbesitzersfrau Minna Lorenz, geb. Schmidt, imTeiche ihres Ehemannes freiwillig ihrem Leben durch Erhängen ein Ende. A.esseN'Zarmlkabt. D a r m st a d t. Der 52jährige Agent Peter Schneider wurde im sog. Kellerswäldchen gegwüber der Rennbahn an der Heidelbergerstraße erhängt aufgesunden. Dieser Tage beging der in allen Kreisen bekannte und beliebte Werkmeister der Sattlerwerkstätte bei der Preuß. und Hess. Staatsbahn Ignatz Eitel in voller körperlicher Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag. Groß-Umstadt. Das Ehrenzeichen für Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren wurde verliehen den Mitgliedern der hiesigen freiwilligen Feuerwehr Adam Seibert, Jakob Herzog und Jakob Händler. I u g e n h e i m. Hier ist im 79. Lebensjahre der aus Wien gebürtige Pianist Ernst Pauer gestorben. Pauer war ein Schüler Wolfgang Amadeus Mozarts, des jüngeren Sohnes des berühmten Meisters. Mainz. In der Kaiserstraße wollte die Köchin Katherine Vrauth die Fenster putzen, indem sie einen Schemel auf die Fensterbank stellte. Dabei bekam sie das Uebergewicht und stürzte kopfüber in den Hof. Sie wurde sofort in's Rochusspital gebracht, starb aber bereits unterwegs. Wolfs heim. Als hier der Gastwirth Schöll mit einem Licht den Keller betrat, erfolgte eine Erplosion, die das ganze Haus derart demolirte, daß es abgetragen werden muß. Selbst noch in den Nachbarhäusern wurden durch den gewaltigen Druck Fenster und Thüren beschädigt. Scholl erlitt an Gesicht und Händen schwere Brandwunden, während seine Frau, die gerade über den Hof ging, von einem Trümmerstein am Kopfe verletzt wurde. Das jüngste Kind, das noch zu Bette lan& blieb unversehrt. Ein
Gaserzeugungsappa-rat, der im Keller stand, soll fcn Anlaß zur Explosion gegeben haben. Wayern München. Neichsrath Graf Ludwig zu Papp-nheim, bei welchem dieler Taae Vrinz Alfons zum Iaadbesuche weilte, ist im Ust von 43 Iahren infolge Schlaganfalles plötzlich verschieden. In einer Gastwirthschaft des Stadttheiles Giesing sing der 28jährige, verheirathete und als äußerst streit- und rauflustig bekannte Metzger Johann Ertelmaier mit dem 40jährigen Fuhrknecht Josef Oberleitner. einem ruhigen, braven FamilienVater, Streit an, weil ihm ein Hahn, den er selbst gestohlen hatte, wieder weggekommen war. Der betrunkene Skandalmacher wurde hinausgeworfen, worauf er heim eilte und zwei große Metzgermesser holte. Diese beiden Messer stieß er dann dem ihm zuerst aus dem Wirthshause entgegenkommenden Fuhrknecht ix die Brust, so daß der Getroffene sofort zusammenbrach und alsdann verschied. In dmselben Stadttheile kamen der Sattlermeister Anton Hug und sein Miether, der Seilermeister Johann Jobst, in Streit, wobei der Miethsherr von seinem Miether kurzer Hand zusammengestochen wurde. Beide Todtschläger sind verhaftet. Augsburg. In der MorellStraße bei den Bahnunterfllhrungsarbeiten stürzte ein Gerüst zusammen und begrub die Arbeiter Michael Kraus. Benedikt Leibrecht und Ludwig Lautenbacher, die schwer verletzt wurden. Eine Gerichtscommission begab sich an Ort und Stelle. Nach langem, schwerem Leiden verstarb im Krumbade, wo er Genesung suchie, Dompropst Vermanne von hier. Bayreuth. Hier hat sich der Unteroffizier Puchta der 8. Kompagnie in der alten Kaserne erschossen. Eggenfelde n. Regierungspräsident Freiherr v. Andrian - Werburg weilte hier zur Feier des 50jährigen Bestehens des hiesigen Veteranen- und Kriegkrvereins. Hammelburg. Der Stationsgehilfe Lorenz Scheit wurde nach, Eintreffen eines Zuges bei einem Rangirmanöver durch Ueberfahren tödtlich verletzt und starb bald darauf. Mörslingen. Die 1.9jährige Söldnerstochter Barbara Burckhardt von hier wurde auf freiem Felde vom Blitze getödtet. Die Mutter des Mädchens wurde betäubt. Die Getödtete trug eine Hacke mit dem Eisentheil nach oben. Nürnberg. Seinen 90. Geburtstag beging dieser Tage bei noch großer körperlicher und geistiger Frische Ludwig Freiherr v. LöffelholzColberg auf dem Lehensgute GibitzenHof. Die Kapelle des 6. Feld - Artillerie - Regiments brachte dem Jubilar ein Ständchen dar. P a s i ri g. Dieser Tage wurde die Frau Schmöller, Aushilfskellnerin, hier vom Schlage gerührt. Als ihr Gatte, der einen Geisteskranken nach München in das Krankenhaus brachte, zurückgekehrt war, fand er seine Frau todt vor. T r i f e n r i e d. Vor Kurzem wurde durch einen Personenzug der vormalige Bahnarbeiter und Häusler Jakob Pfeffer von Zachenberg vor der hiesigen Station überfahren und getödtet. Es liegt ein Selbstverschulden vor. INöenpfarz. Sad Dürkheim. Vor einiger Zeit wollte der ledige 36jährige Fuhrmann Wilhelm Spatz von hier in de Wald fahren, um Holz zu holen. Zwischen der Zimmermann'schen Sägemühle und der alten Schmelz" im Jägerthal wurde Spatz von einem Schlaganfalle betroffen, er taumelte zur Seite und fiel in den daselbst vorbeifließenden Jsenachbach. Passanten, die den Vorfall bemerkten, konnten ihn nur als Leiche aus dem Bache ziehen. Frankenthal. Hier erhängte sich in einem Anfalle von Geistesumnachtung die Ehefrau des Schuhmachermeisters Jos. Weiler. Die Frau zeigte schon seit einiger Zeit Spuren von Gemüthskrankheit. Hohenecken. Der Schreiner Schick fiel in der Scheuer auf dieTenne herab und zog sich dabei so schwere Verletzungen zu, daß er bald darauf starb. Kirchheimbolanden. Das bald 4jährige Kind des Kutschers Friedrich Wilhelm Foß hier kam dadurch urn'3 Leben, daß das Gefährt des Fuhrmannes Schneider an einer abschüssigen Stelle der Straße in's Rollen kam und daS Kind an dieWand drückte, dermaßen, daß es alsbald eine Leiche war. Ludwigshafen. Vor zwei Jahren wurde beim , nächtlichen Patrouillengang der Schutzmann Kolb durch einen Schlag auf den Kopf derart verletzt, daß er nach kurzer Zeit starb. Ein wegen Getreidediebstahls in Untersuchungshaft sitzender Kohlenarbeite? Johann Stöböner hat nun ein Geständniß abgelegt, daß er dem Schutzmann., der ihn beim Kohlendieb stahl erwischte und zur Bestrafung anzeigteaus Rache den tödtlichen Schlag versetzte. . . PlrmasenS. Von emem von Zweibrücken kommenden Auge wurde kurz unter, der Biebermühle der dort stattonirte Bahnwärter Ragler, verheiratet und Vater mehrerer Kinde? erfaßt und durch Abfahre des Kopfes sofort 'getödtet.
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