Indiana Tribüne, Volume 28, Number 298, Indianapolis, Marion County, 8 August 1905 — Page 6
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"4 l Der Fischotter - - bcs - - JU J, 55 KönigsSobicsKi J. M z. 4z. J? 4- 4r -!4 S B (Schluß.) Ja, die Königin ist gut, die wird uns helfen. Und ich falle der Prinzessm zu Füßen," rief Sophie. .Nun, und wenn aLe Stricke reißen, so werde ich dem König die Kugel zeigen, die mir an seiner Seite bei Wien ben Arm zerschmettert hat. (Diese Sliinil hängt in einem vergoldeten Schilde mit der betreffenden Legende im Dom zu Zemberg). Sie war ihm zugedacht. Er versprach sie mir einst einzulösen. Noch ist das nicht geschehen!" erklärte tröstend der alte Fürst. mD Dank, tausend Dank!" riefen Strem und Sophie in einem Athem. Der Kornett verbarg das todte Thier in einem kleinen Zielerhäuschen zunächst deZ königlichen Schießstandes, und dann begab er sich besorgt und angsterfüllt in seine Wohnung, während Sophie die beiden Würdenträger zur Königin begleitete. Es war ein sehr schwieriges Unternehmen, hier einen geeigneten Ausweg zu finden. Ein Eeständniß dem König zu machen, wäre zwar rechtlich, aber höchst gefährlich gewesen, denn Sobieski war furchtbar jähzornig, griff sofort zum Säbel oder zur Reitpeitsche und verschonte in seiner Wuth selbst Offiziere und Edelleute nicht. Aber der um Ränke und Jntrigen nie verlegene Maligni fand doch einen Ausweg. Der König muß selbst seineu unseligen Fischotter erschießen!" erklärte er endlich nach langen Erörte ivngen der Königin. .Wie das? Selbst erschießen? Das Thier ist ja doch schon todt?" .Nur einen Moment Geduld, meine Herrschaften!" fuhr der Schwager des Königs fort. Und je länger er alle Einzelheiten seines Planes schilderte, um so einleuchtender wurde dieser den Zuhörern. Nur Therese Kunigunde blickte traurig und unentschlossen vor stch hin. .Onkelchen." begann sie endlich, ich kann den guten Papa nicht belügen, und das käme doch darauf hinaus." .Nein.Purpurina (Kosename der Prinzessin), das sollst Du auch nicht. Es schickt stch allerdings nicht für das Kind, gegen den Vater zu intrigiren, wenn es auch einer guten, edlen Sache gilt, und es ist genug, wenn Ihr Beide, die Königin und Du, Euer Gewissen mit Schweigen belastet. Was aber Strem anbelangt, so darf er als an gehender Offizier diese Stellung nicht durch Lüge und Verrath an seinem König erkaufen. Ihn lassen wir ganz aus dem Spiele. Ich allein führe die Rolle durch und trage auch die Versntwortung. Im Nothfalle nehme ich die Schuld auf mich." .Das ist edel gedacht und noch edler gehandelt." lobte der Fürst Szumlanski. .:as :&5oni uno iua zweier Menschen wiegen meine Handlungsweise schon auf, und außerdem möchte ich unserem guten König eine schlimme Stunde ersp.ren." Noch spät- am Abend trug der Graf höchst eigenhändig den armen Kubusz vorsichtig und ungesehen zum 23aer und warf ihn dann in den Teich, nachdem er vorher die Fährte desselben auf dem Joden so abgedrückt hatte, daß sie deutlich zu erkennen war. 5 5 Am nächsten Morgen regnete es fein und durchdringend vom tiefzrauen Himmel herab, ein echter polnische? Landregen, der die Aussicht eröffnete. vor einer Woche nicht aufzuhören. Die königliche Familie und deren Gäste versammelten sich an solchen Tagen gewöhnlich in einer Art Wintergarten, von dessen Vorhall: aus man auch nach der Scheibe schoß, wozu deren zwei Fenster als Schießstände dienten. Die Schußlinie führte etwa hundert Schritte in einer Allee von damals noch jungen Linden, welche die 'Königin Maria eigenhändig gepflanzt hatte. (Jetzt stehen nur noch sieben diese? zu herrlichen Riesenstämmen erwachsenen Ääume.) Dann setzte sich die Schußlinie etwa noch dreißiz Schritte fort und endete am Teich. Alle Schüsse, die zu weit, oder hoch gingen, fielen in das Wasser ein. Der König Sobieski war sehr schlechter Laune, wie immer, wenn er an's Zimmer gefesselt war, und ginn brummend und , gähnend in der Halle auf und ab, während die Damen sich mit Handarbeiten beschäftigten. .Ein scheußliches Wetter!" schimpft: er. .Das wird nun so vier oder fünf Tage weiterplätschern. Schöner Empfang für unsere bayrischen Gäste!" die kommen, wird es stch schon wieder aufhellen. Wie wäre es. wenn wir ein wenig nach der Scheibe sch'össen?" meinte Maligni. .Na, meinethalben! Wollen also ein paar Loth Pulver verknallen Kablnettschießen was? Den Punkt um einen guten Gulden?" .Zu theuer. Majestät, viel zu theuer!" lackte Maligni. .Geen. einen
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ik C3 Nt. T ---tXX TV Historische Erzählung t Xt ..,. von ü. D. ZZorum JLJm TT tt ö ä TV VT w f solchen Schützen wie König Sobieski verliert Jeder. Höchstens um einen Mariengroschen." Der König nickte geschmeichelt, denn der alte Herr war sehr eitel auf seine Eeschicklichkeit als Schütze. Das Schießen begann. Der Fürst Szumlanski zog den größten StrohHalm und schoß zuerst. Er machte steben Kreise. Dann schoß Maligni, aber nur fünf Kreise und zog stch kopfschüttelnd vom Stande zurück. .Ihr seid mir schöne Schützen!" spottete der König. .Ich will Euch zeigen, wie man schießt." Er -nahm das schwere Nadschloßrohr, legte es an die Schulter und zielte bedächtig. In dem Moment aber, als das Schloßrädchen kreischend ablief, schrie plötzlich Maligni ein erschrockenes: .Halt ein!" Der König zuckt zusammen, wodurch im gleichen Momente das Gewehr sich dröhnend entlud. .Was sollen das für Dummheiten sein!" schrie er erbost zum Schwager hinüber. .Du möchtest wohl Deinen Groschen retten! Das ist ich möchte sagen perfide gehandelt." .Verzeihung, Majestät, tausendmal bitte ich um Verzeihung! Der Mensch kann seinen Gefühlen nicht immer Zwang anthun, und so entfuhr mir der unglückselige Ausruf, als eben vor Lö sen des Schusses stch etwas in der Schußlinie bewegte." .Unstnn! Ich habe nichts gesehen." .Weil Majestät zu sehr mit der Scheibe beschäftigt waren. Hier vom anderen Fenster konnte man das Thier deutlich sehen," beharrte Maligni. .Also ein Thier war es. das mir zu einem Fehlschuß verhalf? Hat noch Jemand dieses Thier gesehen?" Die anwesenden Herren und Damen zuckten schweigend die Achseln. .Es schien mir kein gewöhnliches Thier," versetzte Maligni mit Betonung. .Es war ein Fischotter. Ich kann mich ja täuschen, aber ein metal lisches Blitzen in der Halsgegend " Donner und Blitz! Du willst doch nicht behaupten, daß es mein Kubusz gewesen ist?" rief der König erschroen. .Behaupten behaupten? Das ist schwer. Aber möglich wäre es schon." .Und was geschah weiter?" fragte der König aufgeregt. .Das Thier lief noch einige Schritte und verschwand dann im Teich. Es schien getroffen zu sein. Der Pulverrauch des abgegebenen Schusses nahm mir dan?i die Aussicht, so daß ich nichts weiter sah." .Merkwürdig sehr merkwürdig! Was der gute Maligni für Augen hat!" spottete der König mit verhaltenem Aerger, aber ein leises Befürchten der Möglichkeit, daß die Angelegenheit doch so stehe, klang durch seine Stimme. Der Graf antwortete nicht, und auch die anderen verblieben in schweigender Haltung. .Nun denn! Sehen wir uns die Eeschichte näher an!" entschied Sobieski. warf einen Mantel um, und gefolgt von Szumlanski und dem Grafen ging er hinter die Scheibe. Nichtig, da war ein wenig Blut, vom Regen schon verwaschen, einen Schritt weiter ein Abdruck im lehmigen Boden, der deutlich bewies, daß das getroffene Thier sich im Todeskampfe überschlagen habe, und dann noch einige Fuß spuren, die zum Wasser führten. AIS kundiger Jager prüfte der Konig genau die Fährten. Es war kein Jrrtbum. Ein männlicher Fischotter war das gewesen und aller Wahrschcinlichkeit nach in den Kopf geschossen. Sobreskl stieß einen kernigen Fluch aus. .Aber, mein Herr und König," besänftigte der Fürst, .wegen einem Thier!" .Wenn es aber wirklich mein Kubusz gewesen wäre? .Er ist auch nur ein unvernünftiges Thier! Und übrigens solange wir nicht den Körper haben, kann man nichts sagen." Im finsteren Schweigen schritt der König zum Stande zurück, ergriff den kunstvoll eingelegten Stutzen und schmetterte ihn wuchtig zu Boden. .Du bist schuld, elendes Nohr!" rief er dabei. Vergebens suchten die Königin und der' Fürst den König zu berumgen. Plötzlich rief er nach dem Thierwärter Janek. Dieser erschien ahnungslos, verneigte stch tief vor seinem Herrn und bat um dessen Befehle. .Wo ist Kubusz?" herrschte ihn der König an. .Wo wird, er sein, hochmächtiger Herr und König! Er wird wieder auf eigene Faust jagen, was er so gerne thut. Eure Majestät weiß ja, daß er oft drei, vier Tage ausbleibt. .Mann hast Du ihn das letzte Mal gesehen?" .Gestern Mittag. Majestät..Marsch, Du Hundesohn, und such lyn! Sosort bringe lhn her!" . Erschrocken lief der Alte davon. In höchst verdrießlicher Stimmung .blieb
der- König in seinem kleinen Kreise, und
eö war sehr gefährlich, den gereizten Herrn anzusprechen. . Sie sind aus dem Arreste entlassen," rief Maligni dem trübsinnig auf seiner Stube sitzendes Strem zu. .Die Sache ist geebnet wie, das geht Sie nichts an. Man sucht eben den Körper des armen Kubusz. Ich habe ihn im Wurzclwerk der Weide, die in der Schußlinie steht, verborgen. Sorgen nun Sie dafür, daß man ihn dort sindet, aber mcbt vor vier bis fünf Stunoen. Dann bringen Sie die Meldung und meinctwegen den Fischotter selbst dem Komg, der Ihnen dafür noch dankbar die Hand drücken wird." Ehe der bestürzte Kornett eine Antwort geben konnte, hatte stch Maligni schon wieder entfernt und war wieder zur Gesellschaft zurückgekehrt. Man versuchte hier, den König auszuheitern, aber da Stunde um Stunde verging, ohne daß eine Nachricht über Kubusz kam, ward sein Bedenken, daß er vielleicht doch seinen Liebling selbst erschossen habe, immer starker, und schließlich versuchte auch Niemand mehr, ihm dies auszureden. Selbst ein erlesenes Mahl Sobieski war ein großer Gourmand und Vielesser hatte nur unmerklichen Einfluß auf die Stimmung des Königs geübt, und als letztes Mittel schlug endlich Fürst Szumlanski eine Partie .langer Puff" vor. Bald klapperten denn auch die Würfel, und der König war bald in großem Vortheil seinem heute merkwürdig ungeschickten Partner gegenüber. Da meldete der Kammerdiener den Kornett Strem an, und Sobieski ließ ihn sofort vor. Strem brachte in kurzer militärischer Art die Meldung, daß er die Leiche des Fischotters gefunden habe. .Und ist es wirklich mein Kubusz?" fragte athemlos der König. .Es ist der Fischotter Eure? Majestat, dem das Unglück passirte." Die Königin und Therese Kunigunde liefen auf den König zu und ergriffen seine zitternden Hände. Aber seine Erregung war nur kurz; sanft wehrte er die Damen ab und sagte in scheinbar gleichgiltigem Tone zum Kornett: .Es ist gut. Ich danke Ihm. Lasse Er eine Pelzhaube für Seine Herzallerliebste aus seinem Felle machen. Lieber Fürst, Sie sind jetzt am Zuge." Alles staunte, denn man hatte einen schrecklichen Wuthausbruch befürchtet. .Majestät," unterbrach da der Kornett die peinliche Stille, .darf ich mir die Gnade ausbitten, einen neuen Fischotter für Eure Majestät zu zähmen?" Sobieski blickte auf und in das gebräunte Gesicht des Kornetts, das ihm erst jetzt auffiel. Meiner Treu und Seligkeit! Der Mann hat recht. Wie heißt Er denn? Ich meine das Gesicht zum ersten Male zu sehen." .Michael Strem. Majestät. War schon als junger Bursche mit vor Wien." .Strem Strem? Wo habe ich den Namen doch gelesen?" .In der Kanzlei liegt ein Dokument über ihn. Der Kornett hat um die erledigte Leutnants stelle in meinem Negimente nachgesucht, den Kaufpreis erlegt, und das befürwortete Gesuch harrt nur noch des Signums des Königs," beeilte sich Maligni zu antwor ten. .Man bringe mir die Papiere sofort fjtX." In einem Augenblick war der Graf mit den Dokumenten wieder zurück. Der König las flüchtig, nahm die Feder und schrieb nebst einigen Zeilen mit kräftiger Hand seinen Namen darunter. .So. Herr Leutnant, :ch gratulire. Und da ich heute für mein gottloses Fluchen wegen des Verlustes eines unvernünftigen Thieres eine Buße thun muß, so zahle ich Ihm die Offizierstaxe aus meiner Tasche." Der neue Leutnant stotterte einig: heiße Tankesworte, die Königin wischte sich eine Thräne aus den Augen, und die Prinzessin stürzte auf den Vater los, küßte ihm die Hand und rief wcinend: , Papa! Du bist so gut, so gut! Und wir anderen wir " Na, was ist's mit den anderen?" Der König streichelte sein Lieblingskind. .Wic sind alle schlecht, wir lügen Dich an." .Nun, so arg ist's wohl nicht." lenkte der Fürst ein. .Allerdings sind die Tugenden des Königs Berge gegen unsere Sandkörner." Die Ankunft der bayrischen Gesandten verzögerte sich noch einige Wochen. Als ste endlich kamen und dem Könige sein Liebstes entführten, war er stark und zeigte keine Schwäche. Er unterhielt die deutschen Gäste so gut er konnte, und besonders waren diese über die Künste eines zahmen Fischotters entzückt, den der Dragonerleutnant Strem für den König abgerichtet hatte. Beim Abschiede konnte stch die Prinzessm kaum von ihrem Vater trennen. immer wieder hing sie an seinem Halse. sie hatte offenbar etwas auf dem Herzen, und das mußte heraus. .Vava." stammelte sie endlich. .Du Du hast den vorigen Fischotter, den Kubusz, nicht selbst erschossen, son dern " .Sondern?" fragte der König er staunt.
.Das kann ich Dir nicht saaen. lieb-
ster. bester Papa!" bat Therese. .Brauche es auch nicht mehr zu wissen. Aber Du, kleine Heuchlerin.warte. ich will es Deinem Künftigen schreiben!" .Ich habe es schon gebeichtet, und er schickte mich zu Dir." .Bravo! Das gibt eine gute Bürgschaft für Euer künftiges Eheglück. Gott segne Dich, Purpurina." ?5ürst Älvcrt vou Monako, der jüngst als Gast des deutscheu Kai. ftrs an den Veranstaltungen der ilic lcr Woche theilnahm und auch Berlin besuchte, hat über die allgemeinen politischen Verhältnisse, die zwischen Deutschland und Frankreich bestehen, interessante Aeußerungen lundgege' ben. Der Figaro veröffentlicht eine be deutsamc Aeußerung des nürstcn. der Frankreich auffordert, der großen Aufgaben der Weltvolitik eiuedeuk zu sein, die Deutschland und Frank reich noch gemeinsam werden zu lösen haben. Frankreich möge daran d:nken, wie oft der Teutsche Kaiser seinen und des deutschen Volkes Empflilduu' gen für Fraiikreich hochherzig Ausdruck gegeben habe: Vergessen in weiter Ferne wird bald der marokkanische Zw!schenfall liegen. Teutsch' land wird Mitel finden, mehr als jemals zum Wohlergeben Frankreichs beizutragen. Auf friedlichem Wege kann Frankreich die Erfüllung seiner auf Größe und Gedeihen gerichteten Wünsche erhoffen." Tiefe Aenßernnaen des Fürsten Albert erregen in Paris das größte Interesse. Namentlich die Schluß Worte werden im Publikum sehr günstig aufgenommen, weil sie den zahlreichen Franzosen aus der Seele sprechen, deren Wortführer der ehemalige ?.arineminister Lanessan ist, und welche die Lösung mehr als eines Zukunftsproblems von dem gedeihlichen Znsammeiiwirkeil der beiden großen Kulturmächte Teutschland und Frankreich erhoffen. Rothschild als Wohlthäter. Aus Paris schreibt man: Mit dem Ableben des Chefs es Pariser Hauses Nothschild. Baron Alphonse de Rothschild, hat die Gesellschaft der Seinesiadt einen ihrer eigenartigsten Erscheinungen verloren. Er bedeutete für das .High Life" von Frankreich beinahe so viel, wie für die Hochfinanz. Bis in die letzten Jahre konnte man den alten Herrn mit den weißen Favoris.fast immer eine Blume im Knopfloch tragend, überall sehen, wo sich die elegante Welt zusammenfand, im Sattelplatz der Pferderennen, bei den Theaterpremieren. auf den Promenaden des Boisde Boulogne, bei den großen Kunstauktionen. in den vornehmsten Klubs. Bei dieser Pflege des gesellschaftlichen Lebens hat er sich doch allem Dandythum ferngehalten und blieb persönlich ein einfacher, anspruchsloser Mensch, den eine stete, unermüdliche Thätigkeit erfüllte. Die ausgedehnte Wohlthätigkeit, die das Haus Rothschild in Paris übt, nahm ihm ein gutes Theil der Muße, welche ihm das Geschäft ließ. In fast allen philanthropischen Stiftungen von Paris war Baron Alphonse Vorsitzender des Aufsichtsratathes und bekümmerte sich um alle Einzelheiten der Verwaltung. Speziell im Rothschild-Hospital und in dem erst voriges Jahr gegründeten. 10.000.000 Francs ($1,930,000) betragenden Fonds für billige Arbeiterwohnungen ließ er sich angelegen sein, überall seine geschäftliche Erfahrung zur Geltung zu bringen. Die Liebe zur Kunst theilte er mit seinen Brüdern. Sein sumptuöses Hotel an der Rue de Rivoli, mit der Aussicht auf den Eoncordienplatz und den Tuileriengarien, ist ein Museum auserlesener Kunstwerke und ebenso das Schloß Ferrieres, wo er d:n Sommer zu verbringen Pflegte. Damit irar sein Kaufeifcr noch nicht erschöpft. Die öffentlichen Galleuen Frankreichs erhielten viele Schenkungen. Jedes Jahr erwarb er im Pariser Salon eine große Anzahl Gemälde und Skulpturen, die in die Provinzialmuseen vertheilt wurden. Seine Verdienste um die Kunst waren längst durch seine Wahl zum Mitglied der Akademie der Schönen. Künste anerkannt worden. Ueber die Art und Weise, wie Rothschild seine Wohlthätigkeit ausübte, erzählt man Folgendes: Oft, wenn er auf seinen Spaziergängen von einem Bedürftigen angesprochen wurde, drückte, er diesem einen Louisdor in die Hand. Wenn dann der eine oder andere Bettler ihm nachrief: Sie müssen sich -ge-irrt haben, mein Herr," so drehte stch Rothschild um und gab ihm einen zweiten, manchmal auch eine Banknote mit den Worten: .Ja. ja. Sie Hahn Recht, hier ist die Ergänzung." Mit Rathschlägen über finanzielle Fragen hielt er zurück. Wenn man ihn in den aristokratischen Salons mit solchen Ansuchen belästigte, so konnte er sehr trocken, ja sogar heftig antworten: .Da müssen Sie mich schon in der Rue Lafitte aufsuchen. Im Salon-Habe ich keine Rathschläge bei mir." Als ihn Leute fragten, ob ste stch dieses oder jenes WerthPapier kaufen sollten, antwortete er: .Wenn Sie gut speisen wollen, so neb men Sie das erstere; wollen Sie aber gut schlafen, so nehmen Sie das an-dere!"
Albanksischrr Kronprätendent. Prin, hikaK ehrgeizige Pläne und die Mit ttl u ihrer Ausführung. Das vor 500 Jahren von den Türken unterworfene Albanien ist schon öfter das Ziel ehrgeiziger Pläne kühner Männer gewesen. Den Umstand erwägend, daß in einigen Theilen des Landes Stämme Hausen, die die Herrschaft der Türken nur widerwillig anerkennen und sich eine mehr oder minder große Selbsiständigkeit bewahrt haben, sowie in der Erwartung, daß bei der fortschreitenden Zerbröcklung der europäischen Türkei der Zeitpunkt kommen müsse, in dem sich die Albanesen gegen die Türken erheben würden, haben es wiederholt schon Abenteurer versucht, diesen Auflösungsprozeß zu beschleunigen, um sich dann zum Herrscher von Albanien ausrufen zu lassen. Bisher sind jedoch diese Versuche über die ersten Anfänge nicht hinausgekommen. Entweder scheiterten sie an der Persönlichkeit des Prätendenten oder an dem unbotmäßigen Charakter der Albanesen, die sich auch einem nationalen Führer schwer unterordneten, oder an der Wachsamkeit der türkischen Behörden. Neuerdings macht ein Prätendent vielfach von sich reden, der seine Abstammung von dem albanestschen Nationalhelden Skanderbeg (1403 bis 1468) ableitet. Es ist dies Prinz Albert Ghika, dessen Familie seit dem 17. Jahrhundert in der Moldau ansässig ist und sowohl der Moldau als auch der Walachei, welche beide Lander seit 1859 unter dem Namen Rumänien zu einem Staate vereinig! sind, wieder-
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J. A. Sutcliffe, Wnnd'Arzj, Zeschlechts.,Urin. unl-ctecinrn Arantheiten. OüZce z 155 OS Market Str. Tel. Osste : 9 tll 18 vir.; Hl Hüt. 0n Carl Q.Winter Deutscher Arzt. 'SHzndell kLe akute und chronische XxanU seum. VttunsyAse S?e,ialtt2t. Osstee: I4Wett Ohio Str. !Kktd t io n 5-4 Ach. tagZ i tM-l9.K . i?S. 7ZUI 41. woysung: 1S50 adffv v, prkZstunden : 7 tu , Gntaz : 6 ach. Wohnung tlVstont t ftU, 036 ; 18, KO S7.00 Rundfahrt 7.00 $lia$ita Falls Dienstag, den iö.AugustigOö i mm CEN1RAL & ABASH EI. durch 5nd otr Detroit nnd D ii B. Dampfer. BiZige NebenauSflüze nach Toronto. Tizousand Island, Montreal. Ticket fiiltia für 12 Tage. Der Lpezialzug de. stelzend cui Touristen. Speise- und Schlaf Waggon erlaßt Indianapolis um 10.40 Uizr Vormittags. Sichert Such e!blasmaqgonpiäge intig. R. P, Algeo, . V. Sl. Warum nicht $ $ $ sparen beim Einkaufe Ihrer Möbel ...und.... chpiche . . . .fowie. . . . Garland Oefen ... und Rangesi bei WILLIG': ...Möbel-Handlung... 141 West Washington Straße. No. 449 Ost Washington Str. Qrsn Hl Office: S333 R. Ccntc Cc Neu TkleMn 6485. GEH COLLEGE OF UUSIO, 550 Nord Meridian Str. ...Schule jetzt eröffnet.... Las'Schüler loroie auöroktige Schiller, welche hier im College völlige Ausnahme Zuen, könnep jeder Zeit eintreten, gi odernes gut euSgerufteteZ Institut, voll. Kündig in allen Abtheilungen deS Lernenl der Kustder Musik und den rndadttt fftnften. atalog frei. Edward Taylor, Direktor. i8 "City Ctatltrt 1863, nimmt jederzeit Sngsg, ttntl entgege. Irgendwelche Orchester, Efcf.! und irgend eine Onzahl von NustZe vkd geliefert. Nnu Ausstattung und nev Knissnnen. R. A. Nil ler, Direetor Qtnry vpregxseil, SeschkftZstHr, 1103 Madison Avenue. elq,hon t 51 9696.
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