Indiana Tribüne, Volume 28, Number 297, Indianapolis, Marion County, 7 August 1905 — Page 6
Jttdiana Tribüne, 7. Tlugust 1903.
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f-fr Cf F 44 Der Fischotter TT H ö dos KöttigsSobiesln Ö,., .-. .... n n n n n n r TT TV TV TV TV Vohann III. Sobieski. König von ly Polen, berühmt wegen seiner G' Siege über die Türken, war in seinen späteren Regierungsjahn er starb am 17. Juni 1696 seh? vergrämt und verbittert. Von den westeuropäischen Monarchen fühlte er sich getäuscht, weil sie keine Miene machten, die so heib ersehnte Erblichkeit der polnischen Krone in seiner Jamilie anzuregen, mit dem Parlamente und den Großen des Landes gab es ewige Zerwürfnisse, und die fortwährenden Jnirizen und Machenschaften seiner Gemahlin Maria, der Tochter des Marquis d'Arquin, die bald für Frankreich konspirirte, bald ihr Vaterland mir- leidenschaftlichem Haß verfolgte, mochten ihm auch wenig angenehme Stunden bereiten. Oft zog er sich lange auf eines seiner zahlreichen Güter, am liebsten nach Vysoäo, zurück, lebte dort im engsten Kreise und widmete sich, da seine zunehmende Korpulenz kaum einen anderen Sport gestattete, dem Schießen nach der Scheibe und der Pflege und Zähmung verschiedener Thiere. So besaß er auch einen Fischotter Namens Kubusz, der ihm wie -ein Hund nachlief, aus der Hand fraß, auf seinen Pfiff in den Teichen fischte und die Beute redlich abführte und es sich in den königlichen Zimmern zum großen Aerger der Königin Maria oft gar zu bequem machte. , Im Frühling des Jahres 1695 weilte die königliche Familie wieder in Vysocko. Es war eine aufregende Zeit, denn in Kurzem sollte die einzige Tochier SobieskiZ, Therese Kunigunde, Haus und Land verlassen und dem Kurfürsten Maximilian von Bayern in sein fernes Land folgen. Nach hergebrachte? Sitte wurde im Schlosse zu Vysocko eifrig an der Ausstattung der jungen Braut gearbeitet, und sammtliche Hofdamen betheiligten sich daran. .Aber Soszinka," neckte Therese ihre Freundin Sophie Grzesicka, 2)u sprichst ja kein einziges Wort! Was ist Dir denn schon wieder über die Leber gelaufen? Sonst warst Du immer die Lustigste von allen, und jetzt hängst Du den Kops wie eine welke Butterblume!" Bescheidenheit ziemt dem Geringen im Verkehre mit Großen," antwortete .statt der Angeredeten die Gräfin Wielopolska. Sophie weiß eben, wie sie sich im Kreise von Königlichen Hoheittn und der ersten Damen des Landes zu betragen hat sie, die als Tochter eines einfachen Landedelmanns unserer Gesellschaft gewürdigt wird." .Ach was! Bei uns in Polen heißt es: So klein ist noch kein Edelmann, Daß er nicht König werden kann!" entgegnete schlagfertig die Königstoch ter und künftige Kurfürstin von Bayern. Nun, in Teutschland, meine Liebe, wirst Du von Deinen Ansichten schon kurirt werden!" erwiderte die Gräfin Wielopolska etwas spitz. Beruhige Dich nur!" tröstete die Königin Maria. Sie war die leibliche Schwester der Gräfin, der Gemahlin des Krongroßfeldherrn. Wir sind eben leider in Polen und nicht in Bayern oder gar im sonnigen lieben Frankreich." Leider leider!" Die Gräsin schürzte verächtlich die Lippen. Sophie Grzesicka war über und über roth geworden, und in ihren großen Augen perlten zwei helle Thränen. .Nicht weinen, meine Gute!" schmeichelte das Königskind. Wenn ich einmal in Bayern die Landesmutter bin, mache ich Dich auch zur Gräfin." flüperte sie dem Mädchen in's Ohr. Ich kann leider nicht mit nach Bayern, Königliche Hoheit," gab Sophie leise zurück. Du willst hier bleiben, willst mich wirklich verlassen?" Es ist eben ein Magnet da, der Fräulein Sophie zurückhält," mischte sich eine Dame, die sehr feine Ohren haben mußte, in das leise geführte Gesprach. Ein gewisser Kornett bei den Dragonern des Grafen Maligni. Nicht?" Sophie blickte die Sprecherin vorVurfsvoll an, erwiderte aber nichts. Der Kornett Strem vielleicht?" ifragte Therese. Er ist's, Königliche Hoheit, der uns unsere Sophie entführen will." Ei ei, Soszinka!" drohte Thkcese. mUrJb mir. Deiner Herrin und F'.euntil. sagst DU Nichts?" I Es ist ja gar mdjt wahr!" schluchzte i diese auf und verließ schleunigst den Saal. j ES ist doch richtig," beharrte die Hofdame auf ihrer Behauptung. In lKrakau haben sie Bekanntschaft geZmacht, sind auch in Warschau zusamwen gewesen, aber ; Wie sagten Sie doch, meine Äheure?" fragte die Gräfin Wielo'julska. Ein Kornett? Nicht einmal
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A Historische .?. Erzählung - 4-f von .t-l. vl ci. & -f..f. TT sl. D. 3Jonim ,?,,. . .t-f. .T-. ...T. .t-t. jt. n n n n n 12 n 4 VT Offizier! Sprechen wir von etwas anderem." Ein sehr gebildeter Kornett ist's, verehrte Tante," nahm Therese Partei. Er ist der deutschen und französischen Sprache mächtig, hat sich im Feld sehr hervorgethan, ist überall verwendbar und" Und trotzdem noch immer Kornett!" Bei uns müssen eben die Offiziersstellen leider gekauft werden, und für einen Nichtedelmann, wie Strem, ist die Taze eine sehr hohe." Das weiß ich," warf die Wielopolska leicht hin. Ein wahres Glück ist diese Einrichtung in diesem traurigen Lande." Aber ich habe gehört," ergriff jetzt die Königin das Wort, daß Herr Strem an den Reichstag die Bitte eingebracht und mit der nöthigen Summe belegt hat. sich den Adel und eine Leutnantsstelle kaufen zu dürfen." Woher sollte denn der das Geld haben? Ich kenne die Familie, arm wie Hiob ist sie!" meinte die Hofdame, welche die Nachricht zuerst berührt hatte. Nein, ich irre mich nicht!" beharrte die Königin. Ich sah die Dokumente in des Königs Kanzlei liegen. Er soll sie mit seiner Unterschrift bekräftigen." Wie groß ist denn die Taxe?" Viertausend polnische Gulden." Die wird er sich irgendwo ausgeliehen haben." Viertausend Gulden gibt in diesem armen Lande kein Mensch einem vermögenslosen Kornett," erklärte die Gräfin Wielopolska. Theuerste Mama," unterbrach Therese das Gespräch, wie wäre es, wenn wir heute die Nähstunde ausheben würden? Es dämmert ja schon." Wie Du willst, mein Liebling." enigegnete Maria. Sofort standen alle Damen, die genäht, gestickt und geschneidert, noch aber viel mehr den lieben Nächsten durchgehechelt hatten, auf, machten vor der davonrauschenden Majestät ihre steifen Komplimente und verließen nach ihr. in strenger Reihenfolge nach Rang und Adel, das Gemach. Therese fand ihre Freundin Sophie in ihrem Zimmerchen tief erregt und mit verweinten Augen. Was ist Dir. meine Liebe?" Nichts, gar nichts. Königliche Hoheit! Nur passe ich nicht hinein in den hohen Zirkel, wo man mich über die Achsel anschaut, mich mitleidig duldet und Genügt es Dir nicht, wenn die Tochter des großen Königs Dich durch ihre Freundschaft auszeichnet?" fragte Therese mit leisem Vorwurf. Ach, Königliche Hoheit sind ja so gut wie ein Engel!" rief Sophie, und weinend verbarg sie ihr Gesicht in den Händen. Ich habe eine Frage an Dich zu stellen, Sophie. Wirst Tu sie mir redlich und aufrichtig beantworten?" Habe ich je Eure Königliche Hoheit belogen?" Nein nein, gute Sophie. Auch jetzt wirst Du alles sagen." Fragen Sie, Königliche Hoheit." Du bist eine Waise. Dein Vater ist vor Wien bei Vertheidigung des Königs gefallen, und zum Danke dafür ließ Dich der König sorgsam erziehen und berief Dich an den Hof. wo Du mir eine wahre Freundin geworden bist " Hoheit zeichneten mich immer besonders aus." 3it firtff rtfu TrVnftTM in Win s. vvivuttvv 4 len?" Ich hatte einen einzigen entfernten Oheim, den Kastellan in Sandomierz." Richtig. Er ist im Vorjahre gestorben. und Du hast gegen viertausend Gulden von ihm geerbt?" Sophie wurde unruhig, sie wußte nicht, wo das hinaus sollte. Ist es richtig so?" Em stilles Nicken war die Antwort. Und willst Du mir nicht sagen, was Du mit dieser Summe gemacht hast?" Sophie antwortete nicht, sondern sah zitternd und bebend zu ihrer Herrin hinauf. Oder soll ich es Dir sag-n? Du hast dr.s Geld dem Kornett Strem gegeben, damit er sich die Leutnantscharge kaufen kann." Er weiß aber nichts davon." Wieso?" Er zerbricht sich vielleicht den Kopf, wer der Gönner ist. der ihm die Mittel zur Erfüllung seines heißesten Wunsches gegeben. Er glaubt, der König oder der Graf Maligni sei es." O. Du gutes, liebes Mädchen!" rief die Prinzessin gerührt, zog das Mädchen an sich und küßte es herzlich. Weißt Du denn, wie groß Du eigentlich gehandelt?" O. ich bitte Königliche Hoheit, mich nicht zu verrathen. Strem soll es nie erfahren, woher das Geld stammt." Aber wenn er nun sein Ziel erreicht
hat und dann Dich nicht rneyr will?" Er will. Hoheit, er will!" Das sprach Sophie so herzig, so Vertrauens, voll in die Liebe und den Charakter ihres Geliebten, daß Therese sie noch einmal in ihre Arme schloß. Wie glücklich seid Ihr, Ihr nicht im Purpur Geborenen! Ihr werdet geliebt und liebt, toi, es Euer Herz ein gibt. Ich aber muß einen Mann heirathen, den ich noch gar nicht gesehen habe." seufzte die Prinzessin. Er ist gewiß Eurer Hoheit würdig, ein edler, guter und schöner Mensch." suchte Sophie ihre Herrin zu trösten, uno oeioe jungen Mamzen rußten uno liebkosten einander wiederholt. Plötzlich fuhr Therese auf. Ich habe eine Idee! Möchtest Du Teinen Geliebten hier haben?" Aber das geht ja gar nicht, denn er ist in Warschau in Garnison." Aber hier ist ein Kommando der Königin-Dragoner zum Wach- und Ehrendienst. Man ruft ihn einfach her." Geht denn das?" Alles geht, meine Liebe, wenn man nur will!" belehrte altklug die junge Königstochter. Ich stecke mich hinter Onkel Maligni. (Graf Maligni war der Bruder der Königin.) Ter ist ja Kommandant der Dragoner, und der thut -mir alles zu liebe, wenn ich ihn recht schön bitte." Wie Jedermann. Gott segne Eure Königliche Hoheit." 0 Graf Ludwig Maligni, der in AbWesenheit des Königs dessen Privatgeschäfte in Warschau führte, .hatte auZ Bayern Nachrichten empfangen, daß die Abgesandten des Kurfürsten, welche die endgiltigen Verhandlungen abschließen und die Braut abholen sollten, bereits unterwegs seien. Auch erhielt er ein fein gekritzeltes Billet von Therese aus Vysocko, worin sie ihn bat, den Kornett Michael Strem dorthin zu kommandiren. Aus verschiedenen Gründen war ihm das nicht ungelegen; und da er selbst bei dem zu erwartenden Familienfeste anwesend sein wollte, befahl er Strem. ihn nach Vysocko zu begleiten. Auf dem stillen, weltabgelegenen Gute wurde er sogleich von seinem königlichen Schwager in Beschlag genommen, beide schössen zusammen nach der Scheibe, wobei meist der König Sieger blieb, und spielten das Brettspiel langer Puff," wobei gewöhnlich der Graf gewann. Strem aber suchte, so oft er konnte, mit seiner Sophie zusammen zu sein. Eines Abends begleitete Strem seine Braut von einem Krankenbesuche aus dem nächsten Torfe in das schloß. Er hatte wie gewöhnlich seine Jagdflinte bei sich, führte doch der Weg an der großen Reihe von Seen und Teichen vorbei, wo sich zahlreiches Geflügel. Wildenten und Wildgänse oft zu Hunderten befanden. Als am königlichen Hofe bedienstet, stand ihm die Jagd frei. Sophie ging als königliche Hofdame voraus, Strem folgte in respektvoller Entfernung. Machen Sie doch keine Geschichten, Herr Kornett, und geben Sie das lakeienhaste Nachlaufen auf! Hier sieht uns Niemand. Kommen Sie also zu mir, und gehen wir miteinander." O wie gerne thue ich das. mein Fräulein. Allein es ist nicht Vorschrift. Ich bin ja nur einfacher Kornett, und Fräulein sind Hofdame der königlichen Prinzessin." Aber hier sieht es ja kein Mensch!" Wer weiß! Ich muß jetzt doppelt vorsichtig sein, denn mein Gesuch liegt in der königlichen Kanzlei. Die geringste Unzufriedenheit meines Königs würde sofort einen Strich machen durch meine hochfliegenden bald hätte ich gesagt unsere hochfliegenden Pläne." Sagen Sie getrost: unsere Pläne! Aber kommen Sie endlich näher, damit Sie mir, wenn ich falle, gleich helfen können. Ich fürchte mich auch allein zwischen den Wassern auf dem Damme." Ja. wenn es so ist. muß ich wohl gehorchen!" rief Strem, kam eilig näher, und die beiden Glücklichen plauderten nun miteinander, wie zwei Verliebte eben zu plaudern' Pflegen. Plötzlich schrie Sophie erschrocken auf. Ein Fischotter, einen großen Fisch im Maule, war eben den Damm heraufgekommen, stutzle knapp vor den beiden Wanderern, wandte sich dann um und trottete im gemächlichen Lauf vor ihnen her. Warte, Du Fischdieb!" rief Strem. schon lag die Flinte an der Wange, der Schuß krachte, und der Fischotter machte einen Satz nach vorne, überschlug sich und lag zuckend auf der Mitte des Dammes. So gut kommt der Fischotter selten dem Jäger," rief Strem, auf das erlegte Thier zuschreitend.- Aber, was soll denn das heißen?" fuhr er erstaunt fort, als er das schöne Thier aufhob. Der Otter trägt ja ein Kettchen am Halse." Mein Gott!" stöhnte Sophie. Es ist des Königs Fischotter, den Sie getödtet haben!" Des Königs Fischotter?" Sehen Sie hier am Kettchen das kleine Schild mit den königlichen Jnitialen? O. daß ich Sieicht verhindert habe, zu schießen! Mein Gott mein Gott dieses Unglück!" j)lun, so schlimm wird es dock nickt
,ln: vltte oen nomg, memerwege.i kniefällig, um Gnade und Berzeihung." Da kennen Sie den Jähzorn des Königs nicht. Er ist im Stande, Sie eigenhändig niederzuschießen." Wie?" Ach gewiß. Namentlich wenn es sich um seinen Fischotter handelt, den er so sehr geliebt hat. Er wird schrecklich in seinem Zorn. Das Geringste ist. daß er Sie sofort zurückschickt. Ihre Bitte um Beförderung zum Offizier ist jedenfalls vergeblich." Das wäre schlimm für uns. theuerste Sophie!" Den Sohn eines ruthenischen Geistlichen hat er durch Lakaien halbtodt prügeln lassen, weil durch seine Schuld eine sprechende Elster davonflog." Nun ward Strem doch unruhig. Ich bin nicht Edelmann und noch nicht Offizier, aber, sollte mir das bevorstehen, lieber erschieße ich mich sogleick!" saate er dumnf. Was reden Sie da für gottloses Zeug! Das werden Sie nicht thun! Es muß uns glücken, einen Ausweg zu finden." Verscharren wir das Thier, und schweigen wir darüber." Das ginge vielleicht. Toch nein, es geht nicht. Wir sind bereitö entdeckt. Da kommt der Graf Maligni." In der That kam der Bruder der Königin den Parkweg entlang im Gespräch mit 'dem eben zu Besuche am königlichen Hoflager weiknden Fürsten Joseph Szumlanski. Er bemerkte die Beiden, begrüßte das Fräulein vertraulich und , winkte' dem Kornett freundlich zu. Hier, lieber Fürst, stelle ich Ihnen den Kornett Strem vor, einL tüchtigen Soldaten. Er wird jetzt bald Offizier, sein Patent liegt bereits in der königlichen Kanzlei." Gratulire, gratulire!" näselte der alte Fürst. Und dann gibt's wohl Hochzeit? Was?" Da schluchzte Sophie laut auf, warf sich vor beiden Herren nieder und begann weinend und händeringend um Gnade und Vermittlung zu flehen. Als Maligni endlich die Ursache erfahren, wurde er sehr ernst, und auch der alte Fürst zuckte verlegen die Schultern. Das ist eine böse Sache, meine Liebe. So viel Einfluß haben wir nicht auf den König." Ich muß Sie sogar arretiren, lieber Strem," fügte der Graf hinzu. Da hilft nichts. Verfügen Sie sich auf Ihr Zimmer, bis Sie Weiteres von mir hören. Vorher aber verbergen Sie Ihre Jagdbeute, damit sie wenigstens vor morgen Niemand findet. Ich will zur Königin gehen, vielleicht fällt unö etwas ein. das Sie retten kann."
V.. . "rwv (Schluß folgt.) Chinesen als Tabakschunpfer. Die Chinesen benützen zur AufbeWahrung ihres Schnupftabaks sögenannte Noßfläschchen." Dieser Gebrauch befindet stch in Uebcreinstimmung mit der Meinung der Chinesen, daß alle für Männer bestimmten Ge fäße flaschcnförmig sein müßten, weil oie Gallenblase, in welcher der Sitz der Tapferkeit ist, auch einer Flasche gleicht. Die aus Bein oder Buchsbaumholz gefertigten Noßfläschchen haben übrigens nicht nur Flaschen-, sondern auch Birnenform. Zu jedem dieser Fläschchen gehört ein Löffel aus Bein oder Metall, an dessen oberem Ende sich der Verschluß des Behältnisses befindet. Mit diesem Löffel wird der Tabak aus dem Fläschchen hervorgeholt und in jene Vertiefung geschüttet, welche an der Daumenwurzel entsteht, wenn man Daumen und Zeigefinger auseinander spreizt. Nun schnupft man den Tabak entweder mit der Nase auf oder man zieht ihn in den Mund ein. Vüchcrskorpion und ZZliegc. In Bibliotheken wird des Oefteren der Bücherskorpion, ein winziges, flügelloses Insekt, beobachtet. Das Thier lebt von kleinen Insekten und ist deshalb zwischen alten Büchern nicht selten. Man beobachtete nun mehrfach, wie der Aücherskorpion sich mit einer seiner Schceren an dem Bein einer Fliege festklammerte, und glaubte zuerst, er thue es, um sich an eine andere, vielleicht, nahrungsreZchere Stelle verschleppen zu lassen. Recker hat nun nachgewiesen, daß die ihn tragende Fliege, nachdem sie eine längere oder kürzere Strecke mit ihm gflogen ist, der Einwirkung seines Giftes unterliegt und alsdann von ihm aufgefressen wird. Jedenfalls aber wird das Insekt durch seine unfreiwillige Luftreise auch ia eine andere Region versetzt, wodurch für die Verbreitung der Thiere gesorgt ist. Geheimniß? olles Kehlk o p f 1 1 i b t xl Das Ehepaar Ashland inMouessen.Pa.,hat ein hübsches 3ja riges Töchterchen; da aber der Vater meist als Handelsreisender abwesend und die Mutter kränklich ist, wurde die Pflege des Kindes einem Kindermädchen übergeben. Jüngst gab daS Kind so seltsame Töne von sich, daß die Mutter einen Arzt beizog. Dieser, der etwas Finnisch versteht, erklärte jedoch der erstaunten Mutter, daß es sich nicht um einen Fehler im Kehlkopf handle, son dern daß das Kind von seiner Wärterw ganz einfach . finnisch zu sprechen gelernt habe.'
Die Fürsten Truvezrot. In der letzten Zeit ist der Name deZ Fürsten S. N. Trubezkoi, der als rnu thiger Wortführer der Semstwo-De-putation dem Zaren die berechtigten Wünsche der Nation unterbreitet Hz!, sehr oft genannt worden. Es verlohnt sich deshalb, einen Blick auf die Ge. schichte dieser Familie zu werfen. Das Geschlecht der Trubezkoi ist uralt. Litauischen Stammes, leitet es seine Herkunft von Rurik ab. Dank seinem Reichthum und seinen Verbindüngen hat es stets eine glänzend? Rolle am russischen Hofe gespielt und zahlreiche Höflinge und geschmeidige Werkzeuge jenes verderblichen Mili. tärdespotismus hervorgebracht, welcher Rußland Jahrhunderte lang bedrängt und heute an den Rand des Abgrundes geführt hat. Nur ein Trubezkoi, Fürst Sergius, hat einen Anlauf zur Thaikraft genommen, der aber kläglich scheiterte. In den Schlachten bei Borodino und Kulm hatte er sich wohl all tapferer Offizier gezeigt, doch der wah re Bürgermuth ging ihm wie so viele:, anderen Russen ab. Deshalb hätte er nicht die gefährlichen Pflichten übernehmen sollen, wie die Führerschaft der Dezember-Verschwörung von 1823 sie erheischte. Statt sich im entscheidenden Moment au dem Senatsplatze an die Spitze der Verschworenen zu stellen, leistete er dem Kaiser Nikolaus den Eid. verbrannte dann seine Papiere und versteckte sich schließlich im Hause seines Schwagers, des österreichischen Gesandten Grafen Lebzeltern. Als man ihn ergriff und ins Winterpalai brachte, warf er sich dem Kaiser mit den Worten zu Füßen: Gnade für mein Leben!" Seine Gattin, eine geborene Gräfin Laval, verließ ihn im Unglück nicht. Sie folgte ihm in die Bergwerke Sibiriens und starb 1854 in der Verbannung, zwei Jahre vor der Amnestie, welche dem Fürsten und den anderen Dekabristen die Freiheit brachte. Für die Genealogen bietet die Geschichte der Trubezkoi mancherlei Inpressantes. Bemerkenswerth zum Beispiel sind die Eheverbindunaen des Fürsten Bastlius Trubezkoi (Mitgliedes des Reichsrathes und Generals der Kavallerie, gestorben 1841). In erster Ehe heirathete er Katharina. Prinzessin von Kurland und Herzogin von Sagan, die älteste der vier Töchter des letzten Herzogs von Kurland. Diese vornehme Dame zeichnete sich durch ihre eheliche Unbeständigkeit aus. In erster Ehe war sie mit dem Prinzen de Rohan vermählt gewesen, und sie ließ sich nach fünf Jahren von ihm scheiden. In zweiter Ehe verband sie sich mit dem Fürsien Bastlius Trubezkoi, harrte aber nur ein Jahr bei ihm aus. In dritter Ehe reichte sie dem Grafen Schulenburg die Hand zum Bunde, trat jedoch nach acht Iahren zum Katholizismus über, um die Beihilfe des Papstes zur Scheidung ih, rer dritten Ehe zu erlangen. Seinerseits heirathete Bastlius Trubezkoi nach Auflösung der Ehe mit der flatterhasten Prinzessin von Kurland eine Zirkuödame. Die russischen Aristokraten bezeichneten zwar die Nachkommenschaft, die dieser Ehe entsproß, als Troubezkoi de la corde", d. h. die Seiltänzer-Trubezkoi. immerhin heirathete eine der Töchter der Zirkusdame einen Halbbruder Napoleons 111.. den Herzog von Morney.
?rirÄrich dcr Große im Parkett. Der deutsche Kaiser hat unlängst für das königliche Schauspielhaus in Berlin das Verbot beseitigt, das den Offizieren untersagte, in den Berliner Theatern andere Plätze als den ersten Rang und in den Logen zu benutzen. Das Verbot stammte aus den letzten Jahren der Regierungszeit Friedrich Wilhelms III. (1797 bis 1840). Ziemlich demokratische Anschauungen kamen noch unter Friedrich dem Großen (1740 bis 1786) in den Berliner Theatern zur Geltung. Der König selbst saß bei den Opernaufführungen stets im Parkett und zwar in der Mitte der ersten Reihe, unmittelbar hinter dem Orchester. Von hier aus verfolgte er mit der Lorgnette in der Hand, oft auch stehend, das Spiel und den Gesang auf der Bühne. Der rückwärts gelegene Theil des Parketts, das Parterre, erfreute sich allerdings zu jener Zeit eines sehr viel geringeren Ansehens. Wenigstens schreibt Thiebault. der Vorleser des großen Königs, jedes Regiment der Garnison habe das Recht gehabt, so und so viel Mann in das Parterre zu schicken, so daß die Bürgersleute nur schwer zu diesem Einlaß bekommen hätten. Auch machten die Soldaten viel Lärm und behinderten die in den Logen zu ebener Erde Sitzend? am Sehen nicht nur durch ihre hohen Blechmützen, die sie auf dem Kopfe behielten, sondern auch durch die Sitte, ihre Weiber auf die Schultern zu nehmen. MilzversZändnisl. Junge Frau (zärtlich): Weißt Du noch, Egon, unter diesem Baume ..." E r : Erinnere mich nicht daran es war gräßlich!" S i e (pikirt): Gräßlich, als Du mich zum ersten Mal geküßt hast?" E r : Ach so. das meinst Du! . . . Unter diesem Baum habe ich nämlich auch zum ersten Mal geraucht!" ES giebt eigentlich nur zwei Worte, die nicht Lügen sind: ja" und nein". Alle anderen Worte können auch anders gemeint oder aufgefaßt werden.
Polittfchc Anlündlgungcn.
John ZI. Heinlein. empfiehlt sich den Steuerzahlern und Stimm geben, der 6ten Ward als Kandidat für Otadrrath, unterworfen der demokratisch eu Nomina tionS Konvention. John Heidenreich, .Der Florift", Ecke Applegate und Iowa Straße, empfiehlt fich den Stimmgebem der 13. Ward als Kandidat für Etadtrath, Unterworfen der Entscheidung ltx denukra tischen Nominationö Convention. Michael Vinci, ColfflonS Handler, 122 Süd Delmoare Straße, empfiehlt fich fern Stimmgebem der Uten Ward als Kandidat für de Otadtrath für diese Ward. Unterworfen der Entscheid dung der demokratischen Nomwationö'Kon vention. Merzte. ry t ä fcj.i-is.re 1. tl. 21.. iSULUllllU. Wund 'Arzt, 5eschlecht5., Urin. unÄectnm Krankheiten. Offfce : 155 OS Market Stt. Tel. 941 Lfflttrt : 1 611 18 NtrBm.: IUHttt. Dr. Carl Q.Winter Deutscher Slrzt. c5dklt alle akute und chronische XxatiU Wien. Sedurtöhülfe Spezialität. vsstee: I4Weft Ohio Str. f)Lctetxstai t 10-11 trat. 4 84481. 5,kg t Ufr-lQJOglXt, ,,KIZ. XtS it. ?nna:ig SUfetl , rp5stunde : 71 Itttf, cnntafll : b Nach. E8$nnnfl Teltpho : Alt. sou 2 t, nn Wie Verfect Gas Wange wird zum Kofienpreise verkauft, abgeliefert und aufgestellt ohne - Unkosten. Der sparsamste Ofen für Kunftgaö. Sprechen Sie vor und sehen Sie dieselben im Gebrauch. TUE INDIANAPOLIS 6AS CO., 49 S. Pennsylvania Str. Warum nicht n s h sparen beim Einkaufe Ihrer . . und. ... chpiche . . . .sowie. . . . ....Garland Ocfen ... und . eG beiWILLKTS ...LMel'Handlnng.. 141 West Washington Straße. JOHN H. ANDING, Nachfolgn von Edvard Müller, 110 Nord Delaware.Str. llomlinson loZt fiegestttr Neue Matjcs Hörlngc, gksalkt, marin irt und gerkuchnt. ine geräucherte Weißfische, linen geräucherten Stör, kinen geräucherten Rhein-LachZ. jeste SeoraeS Stockfisch und Englische Bloaderö. Allerlei Fifch.Delieatessen w üchsen
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