Indiana Tribüne, Volume 28, Number 297, Indianapolis, Marion County, 7 August 1905 — Page 1
00 Ä AA iSS iCÄÄÄ!GßÄfe Tage und Tage, und 8 5onntazsblatt j 5onntagsblatt lOoiifr WoSe. IX lOo per Woche. V "- T V V, yX U'vx V' H k ssss?ss Erscheint soden Narizmittag. Jahrgang 28. Indianapolis, Ind., Montag, 7. August 1905. No. 297.
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Eine aufregende Jagd.
Gefährlicher Neger eingefan. gen und in der Station abgeliefert. ScharseZ Anstreten der Beamten Der hindert Einmischung von Ras sengenossen. Nach langer und aufregender Jagd, welche sich über 10 SquareZ erstreckte und die ganze Bewohnerschaft derselben alarmirte, gelang e- den Radlern AZkin und Duncan den allgemein be rüchtien und gesürchteten Neger Harry William festzunehmen. Williams hatte der 901 Colton Straße wohnhaften Flosfie Miller, mit welcher er in ein Argument gerathen war, die Gurgel abzuschneiden gedroht und er. soll zur Bestätigung seiner Drohung ein haarscharfes langes Messer gezogen haben. Aus Furcht, dak der Neger seine Drohung zur Ausführung bringen könne, wurde die Polizei alarmirt und die Radler eilten zur Stelle. William?, der ohne Zweifel ein schlechtes Gewissen hat, gab bei An. kunft derselben Fersengeld, und dann ging'S loS. Durch die Colton Str., die Agnes Str., die Lock Str., die Michigan Str. und viele andere Straßen der Nachbarschaft, sowie auch durch die AlleyS erstreckte sich die wilde Jagd. ASttoS fuhr auf der Straßenseite, Duncan in der Alley. Als Williams, der einen Hof durchlaufen, an der Straße ankam, um in. freiem Revier die Flucht fortzusetzen, fand er, daß ihm ASkinS schon entgegenkam, um ihn festzunehmen. Er sprang über den Zaun in'S Nach barhaus und lief zur Alley, wo Dun can ihm den Weg abschnitt. Auf diese Weise ging'S die ganze Strecke entlang von Straße zur Alley, über den Zaun und zurück zur Straße. Daß eine solche Jagd, bei welcher alle Bewohner der Nachbarschaft direkt von derselben benachrichtigt wurden, große Menschenmengen anlocken mußte, ist selbstverständlich. Eine Menge kleiner weißer Knaben lief gleichfalls mit und verkündete den Radlern im Voraus, wenn Wil. liams sich sehen ließ. Einige Steinwürfe, welche er denselben zudachte. trasen nicht und vermehrten so den Eifer der Jugend. Endlich gelang eS den beiden Radlern den Burschen zu stellen. Ehe n noch Gelegenheit hatte, sein Messer zu ziehen, erhielt er einen Schlag auf den Gedankenkasten, der ihn zur Raison brachte, und dann wurde er zur Sta tion gebracht. Nach Aussagen der Polizei ist Wil liam? ein geriebener Gauner, der schon verschiedentlich mit der Polizei in Con flirt gewesen. Er soll in Chicago, St. LouiZ, St. Paul, Minneapolis und hier overiren und auch schon seine An zahl Termine gesessen haben. Er ist übrigens derselbe Neger, in dessen Koffer man während der vielen Raub anfülle auf Frauen alle die geraubten Handtaschen und Geldbörsen fand. ES gelang damals nicht, ihn zu üderfüh ren, da der mit ihm angeklagte Neger alle Schuld auf sich nahm und so Williams frei ausgehen ließ. Eine auf 500 Personen geschätzte Anzahl Neger sammelte sich um den Gefangenen und die Radler an und Williams versuchte durch Heulen und Jammern das Mit leid derselben zu erregen. Einzelne dränaten ftä aucb dickt an die Radler heran, dieselben schwer behindernd. Das föarfe Auftreten der beiden Beamten zeigte den Leuten aber bald. daß mit etwaigen Einmischern kein Spaß getrieben werde, so daß eö ge lang, Williams ohne ernsten Conflik mit den Umstehenden zur Station zu bringen. Als man den Gefangenen Idurch suchte, wurde ein langes, spltzeS,1scharf geschliffenes Klappmesser in seinem Gürtel steckend, vorgefunden.
EtaatStruppen im Feldlager.
Seit einigen Tagen sind die Staats, truppen im Feldlager in Fort Harrison einquartiert. Am Sonntag über nahm der Gouverneur die Inspektion. Er saß zu Pferde, trug aber feinen schwarzen Civil'Anzug. Etwa 20.000 Personen hatten sich hinaus begeben, um sich das Leben im Feldlager anzu sehen. Die Umgebung des Gouverneurs war in Uniform. Die StaatStruppen hatten erwartet, in ihrer Parade-Uni-form anzutreten, jedoch wurden keine derartigen Befehle ausgetheilt und folglich traten alle in der Khakl'Dienft. Uniform an. Eine strenge Disziplin wird durchgeführt, so daß sich die kleinen Uebertretungen der Instruktionen, die meistens mit einem Tage harter Arbeit und Abzug deS Solde geahndet wurden, all mählich vermindern. Der Sturm am Samstag Abend hatte nur einen kleinen Schaden ange richtet. Da die Zelte im Freien errichtet wur den, dem Soloaten folglich nur wenig Schutz gegen Sonnenstrahlen geboten war, wurden einige leichte Erkrankun gen durch Hitze gemeldet, doch scheint dies meistens dem Trinken fcon kaltem Wasser zuzuschreiben zu sein. Aullage abgeändert. Die gegen Albert Kingery, der Frau Pauline Wehllng überfuhr, erhobene Anklage deS Mordes wurde in Todt chlag umgeändert und Kingery wurde unter $1000 Bürgschaft auS der Haft entlassen. Der Fall kommt am Frei zur Verhandlung. m Fiel in'S Waffer und ertrank. Die Polizei kommt", der SchreckenSruf, welcher James Parkr daS Leben kostete. JameS Parker, ein 17 Jahre alter Farbiger auS Jeffersonville, Ind., der mit einem ErcursionSzuge nach hier am. ist gestern Abend im Canal bei der North Straße.Brücke ertrunken. Eine Anzahl farbiger Jungen faßen beisammen und sangen, während Par er, angeblich schlief. Die Radlerpoliziften welche einen Ruf beantworteten, kamen bei der Brücke, vorbei und mit dem Rufe die Polizei kommt", stoben die Farbigen auseinander. , Parker fiel bei dieser Gelegenheit vor Schreck in'S Wasser. John Irwin, der in der Nähe war. sprang ihm nach und hätte bald seinen Rettungsversuch mit dem Leben be zahlt, denn der SchwimmenS Unkun diae. klammerte sich mit aller Gewalt an ihm fest und zog ihn auch zweimal mit sich unter die Oberfläche. Die Radler Bernauer und ttltzmiller eilten mit dem Boote zur Stelle und nach längerem Suchen wurde die Leiche geborgen. Die Mutter des Ertrunkenen, welche gleichfalls mit ihm nach hier gekommen war. war inzwischen nach Jefferson ville zurückgereist, da JameS versprochen hatte, heute nachzukommen. Die Leiche wurde heute Nacht abge sandt. Solman noch immer fluchtig. Obgleich sich die Polizei recht ernst lich bemüht, den Neger William Hol man, welchen man verdächtig hält, den Revolverschuß auf Charles Blankenship abgegeben zu haben, einzufangen, so ist dieses doch noch nicht gelungen. Die beiden Frauen, Carrie HM und Nellie Wyatt wurden nach der Jail ge bracht, doch wurde Besuchern nicht er laubt dieselben zu sprechen, da man an nimmt, daß die beiden mehr wissen, wie sie bisher kundgaben. Blankenship liegt, noch immer bei Besinnung, voller Schmerzen im Hospital. Die Aerzte hegen keine Hoffnung auf seine Ge nesung.
Der Deutsche Allgemeine Protestan-
tische lvaisenverein
Trifft Vorkehrungen für das
Waldfest der Waisen, don der Elks-Loge bcranftalttt, auf den 23. August verschoben.
Obiger Verein hielt gestern seine re gelmäßige Versammlung ab. Nach Erledigung verschiedener Routlne.Ge chäfte wurde zur Beamten-Nomination geschritten. Die Wahl findet am komwenden Sam-tag statt. (Die Verammlung des Frauenvereins, sowie auch die Bcamtenwahl desselben, finden am selben Abmde statt). Der Antrag, weitere Versammlungen, wie früher, in der MayorS'Ofsice im Courthouse abzuhalten, wurde ange nommen. Der Präsident ernannte folgende Comites, welche die Arrangements für daS diesjährige Waisensest in Händen haben werden: OrdnungSComite: Henry I. Meyer, Vorsitzender, Au gust Elbrecht, Fred Hartman, LouiS Koehler, Henry Harmening, John Blumberg, Caspar Heß, Wm. L. Am. hör, Geo. GiSler, ChaS F. JSke, William Lahman. ChaS. Bulmahn. ChaS. Freund, Fred GänSberg, Gust Cimonson, Anton Schäkel, Fred Prange, Henry Smler. KassenComite: I. Henry Ballmann, Vorsitzer, William Kleis,. William G. Weis, Henry E. ThornS, William C. Wei. and, Henry Roebke, Oswald Seiden sticker, Henry Tulking, Fred Berger, Albert Krull, Fred C. Grossart, Herman Rinne. E. I. Gausefohl, EmN Fertig, William Kiemeyer, H. A. Henschen, C. F. W. Waterman, Geo. Kirchhoff. ChaS. H. AdamS, ChaS. Rinne, Wm. F. GanSberg, ChaS. C. Off. W. E. Krieger, Geo. Obertaender, William Rothert, Au gust Buschman, ChaS. I. Roefener. CrfrischungLComite. O.R.Wald, Vorsitzender; Lorenz Witthoff, Sekretär; ChaS. Burk, Henry Behrend, William Buscher. John Feh. renbach, Jacob Flick, Emil ,Zahrion, George Grieb, Henry Grünert, Christ. Gebhardt, Gottfried Grass, Edward Harmering, Fred, Huckriede, Will F. Habeney, William Holt, LouiS C. Kosefeld, Peter Liehr, Eugene Lentz, H. C. Lahman, Henry Lösche, Henry I. Lichtenberg,'Jr., Gottlieb Leuk. hardt, William Luebking, August Marchmeyer, Arthur I. Neiger, Fred. Pottman, Erneft Schäfer, Ed. W. Stienecker, Henry Sudkamp, .Fred. Stickan, Fred. W. Schmidt, Ed. Santo, Geo. Scbultz, Henry Reinken, Chiftian Rudolf, Christian Roepke, John H. Rothert, Henry Sorhage, Fred C. Kramp, Adolf Ziegler, Henry Weghorst, William Westerfeld, Jacob Thoeney. Fred. Vehling, David Feß ler, Herman Lohman, John C. Ploe aer. Ed. Rahe, ChaS. Röpke. Albert Schorling. Die großen Comites, sowie auch die vorzügliche Auswahl der Mitglieder lassen erkennen, daß der Waisenverein Schlagerei im Nngarn-Viertel. Etwa 200 Ungarn hatten sich gestern Nachmittag an der West Maryland Str. zusammen gerottet und ein Streit, in welchem sich dieselben in Parteien getheilt hatten, war ausgebrochen, so daß man jeden Augenblick befürchten mußte, derselbe werde in Thätlichkeiten ausarten. Die Radler Hull und Shine wurden zur Stelle gesandt, und wie eS scheint, auch grade nicht zu früh, denn bei Ankunft derselben waren drei der Leute grade dabei, sich gegenseitig zu verhauen. DaS Erscheinen der Radler hatte zur Folge, daß die Kämpfer in dem Haufen verschwanden. Einer derselben, Nick Valschir, 672 West Maryland Str., wurde verhaftet. Die andern Beiden werden folgen.
diesjährige Waiseufeft.
auch sein dieLjühr. Waisenfest zu einem Erfolge zu gestalten gedenkt, welcher dasselbe seinen Vorgängern ebenbürtig zur Seite stellen wird. Das Fest wird am zweiten Sonnlag im September, also am 10. September, abgehalten. Ein Schreiben der Elks-Loge, in welchem dieselbe mittheilt, daß ihr Waldfeft, welches sie zu Gunsten der Waisen abzuhalten gedenkt, am 23. August, also an einem Mittwoch, abge. halten wird, wurde entgegen genom men. Der Sekretär benachrichtigte die Loge, daß dieser Tag dem Waisenverein genehm sei. Der Bericht des Waisen. Vaters wurde wie folat verlesen: An die Beamten und Mitglieder des Deutschen Allgem. Prot. WaisenVereins. Werthe Herren! Hiermit lege ich Euch meinen Be richt für den Monat Juli vor. Obwohl die Gesundheit der Kinder im allgemeinen recht gut war, so haben wtk doch einen Todesfall zu beklagen. Martha Schlegel starb am 23. Juli nach kurzer Krankheit, im Alter von 5 Monaten und wurde am 25. begraben. Herr Pastor Schory von. der Ev. St. Johannes Kzrche hielt die Leichenrede. Am 1. hatten wir 62 Kinder, am 8. wurden Paul, Marie und John Bern loehr ihren Vater zurückgegeben. iAm 23. ist Martha Schlegel ge. ftorben, somit haben wir am 1. August 58 Kinder. 26 Mädchen und 32 Knaben. Am 4. hatten wir eine patriotische Feier für die Kinder, wozu die Kipp BroS. Co. eine Anzahl Feuerwerks. körpern schenkte. Am 9. wurden 15 Kinder, Hazel, Bertha, Asa, Floyd und Thalma Crosby; Jva Carl und Hazel Hutchin son; William, Martha, Elfte und Marie Meyer; William und Albert Patterson und Bessie Sturgeon von Herrn Pastor PeterS in der ZionS getauft. Am 27. gingen wir zum Pic Nie der Cv. St. JohanneS'Kirche im Germa nia Park, wo sich die Kinder bei Li monade usw. gut unterhielten. W. H. Ballard schenkte 5 Gallonen Jce Cream. Herr Aug. Abraham schenkteeine Anzahl Celery Pflanzen. Allen sagen wir hiermit Dank. Achtungsvoll Henry F. Roesener. Als RevisionS Comite wurden die Herren Charles Forger, Georg Brink meyer und August Buchmann ernannt. Alle Beamten des Vereins waren bei der Versammlung anwesend. Außer den bereits angeführten Geschästen, wurden nur Routinesachen er. ledigt, und nach Abwicklung derselben vertagte sich die Versammlung bis zum nächsten Monate. Ein plötzliches Ende. Joseph James wird vom Schlagfluß befallen und stirbt kurz darauf im Hospitale. Während er gestern Abend im Trep pengange deS Marion County Demo cratic Club Gebäudes an der West Washington Straße stand, um vor dem Regen Schutz zu suchen, wurde Joseph JameS. 17 Süd Senate Ave. plötzlich von Unwohlsein befallen und fiel um. Augenzeugen riefen die Ambu lanz zur Stelle und JameS wurde in'S Hospital gebracht, wo er kurz vor Mit temacht starb. Ein Schlagfluß hatte sein Leben geendet. Er hinterläßt Frau und zwei kleine Kinder. Naucht Mi Tish I Mingo.
Polizeiliches.
Ein alter Mann, der in Lawrence Flora'S Wirthschaft, No. 702 Süd West. Straße, hinein wollte, wurde 'rauSgeschmissen. Die Radler Hull und Shine eilten zur Stelle, doch war die Ruhe bereits hergestellt. Geo. C o l e m a n von No. 1920 LewiS'Straße, der den Versuch machte, seine Familie zu verhauen, wurde ver haftet. Trunkenheit lautete die An klage. Sam Joseph, 124 Süd Jlli. noiS Straße, der angeblich den hier gestern zugereisten Excurfionisten die Billette abkaufen wollte, wurde des UebertretenS der Hausirer Ordinanz angeklagt und verhaftet. Elmer Boyd aus Nora, Ind., der sich an der West Washington Str. hinter einer Wirthschaft in eine Schläger verwickelt hatte, wurde unter der Beschuldigung, einen Aufruhr ange zettelt zu haben, festgenommen. M i l e s M c E a r t y, ein 23 Jahre alter Bursche auS Cinciunati, O., der an der Virginia Avmue ein Fahrrad bestieg, angeblich um einmal eine Lustfahrt zu machen, wurde von einem Angestellten in Pearson'S Apo theke gesehen. Der Clerk alarmirte die Polizei und McCarty wird sich vor dem Richter wegen Trunkenheit und DiebftahlS verantworten. Ruhe ift die erste Surgerpflicht. JameS Plummer, 534 BateS Str., gegen den die Anklage des Friedens brucheS erhoben wurde, brachte gestern früh ein wenig Leben in die sonst so ruhige Nachbarschaft seiner Behausung. Nachdem er an den Familienmit gliedern sein Müthchen gekühlt, dem Hund einen Tritt in die Rippen ver. setzt und die Katze in die Baumspitze gejagt, fand er sich als alleiniger Be Herrscher über AlleS was sein Auge sah. Die durch die Flucht aller Lebewesen ihm aufgezwungene Unthätigkeit schien dem einmal in Thätigkeit Gerathenen nicht zuzusagen, und so suchte er denn neue Welten zu erobern. Die Nachbarn brachten sich in Sicherheit und die Polizei wurde gerufen. Bei Ankunft der Radler AZkin & Dun can änderte sich die Sachlage gewaltig. JameS wollte schlafen," ausruhen von seinen Thaten. Wohl oder Übel mußte er mit. Er gestand den Radlern im Vertrauen, daß er während der Woche hart arbeite und so an Sonntagen der Erholung bedürfe. Stadtnenigkeiten. P a t D u f f e y, den feine Ver wandten als verloren meldeten, hat sich wieder eingestellt. Diebe schlichen sich in den Keller unter Reed'ö Apotheke, Noble- und BateL'Straße, und erbrachen die GaS rr.eter. Ein nomineller Betrag fiel ihnen zur Beute. LouiS Kifsel, 1149 Deloß Str., fiel gestern Abend an der Blake und New York Str. als der Straßen bahnwagen in die Biegung fuhr, ab, und brach sich das Schlüsselbein. Er wurde in feine Wohnung gebracht. Viola Smith von No. 119 Ost V.rmont'Straße nahm aus Ver sehen eine Dosis Jod.Tinctur und wurde erst nach mehrstündiger Arbeit seitens des DiSpensariumS-ArzteS Dr. Houtz als außer Gefahr erklärt. Viola kann von Glück sagen; denn ihre Lage war eine Zeit lang kritisch. I e n n i e L i ch t f e l d von No. 1204z West Market.Straße wurde wegen Mißachtung des Gerichts feftgenom men. Jennke war gelegentlich einer Klagesache als Zeugin vorgeladen, ließ sich aber nicht sehen, sondern trat eine Reise an. Als sie zurückkehrte, wurde sie vom Polizisten Bateö festgenommen. Yersonal-Nottzen. Frau F. Brandt, 420 Nord Noble Str., feierte gestern im trauten Freundes und Familienkreise ihr Wie gmseft. '
Die San Jose Lang Macht auch in Indianapolis ihr Erscheinen. Nach Aussagen des Park-CommissärS Power tritt die San Jose Blattlaus zur Zeit in äußerst verheerender Weise auf, und dieselbe hat sich auch schon recht park in unserer Gegend auSge breitet. Etwa 1500 Bäume, die von dieser Plage befallen waren, wurden im letzten Jahre durch die Parkbehör. den verbrannt. Die St. Jose Laus wurde im Jahre 1870 aus Chili nach Californien ein' geführt, und seit der Zeit hat sich die selbe zu einer echten rechten Plage für den Baumzüchter und Fruchtgärtner er wiesen. Fast alle Fruchtbäume werden von derselben heimgesucht. In den letzten Jahren tritt dieser furchtbare Feind der Bäume auch im Osten und in den Mittelftaaten auf. Keine Gelegenheit, dieselbe unnach. sichtlich auszurotten, sollte man vor übergehen lassen. DaS sicherste Mittel ist, die Bäume sofort zu verbrennen, um so einer Verbreitung auf andere Bäume entgegen zu arbeiten. Läßt sich dieses Radikalmittel aus einem oder dem anderen Grunde nicht zuS Anwen dung bringen, dann ift eine PetroleumLösung oder Walfischöl'Seise anzu. wenden. In allen Fällen aber sollte man sofort der Parkbehörde Meldung von dem Funde machen. Die von der San Jose SchildlauZ befallenen Bäume sterben bald ab, hauptsächlich die kleineren Zweige, da die Schmarotzer den Bäumen den Saft entziehen. Die Zweige der von der San Jose Laus befallenen Bäume sehen aus, als ob sie mit kleinen Rostschalen besetzt wären. Hoffentlich gelingt eS, der Plage hier Einhalt zu gebieten, ehe dieselbe zu großen Umfang erreicht und sich auch hier einnistet und den Frucht stand verheert. Falls man verüchtige Bäume vorfindet, sollte sofort ein mit dem Roste besetzter Zweig ur Office der Parkbehörde im Courthouse ge bracht werden, damit der Park'Com missariuS denselben ansehen kann.
Proben der von San Jose Läusen be fallenen Zweige und Früchte sind dort auch zu sehen. Männerchor Damenberein. Die nächste regelmüßige Veisamm lung veS Münnerchor DamenvereinS findet am Freitag, den 11. August um halb drei Uhr stalt. Alle Arrange ments werden von Fran Galloway, Vorfitzende der 10. Sektion getroffen. Dieselbe wird asfistirt von Frau Ju liuS Frick, Frau L. Off, Frau I. Vieler, Frau A. Hotze, Frl. Dora ReiSner und Frl. Laura Gintz. Eine bei der Gesund h e i t 8 Behörde eingelaufene Meldung, daß ein Mann an der In diana-Avenue am gelben Fieber leide, erwies sich glücklicher Weife als falsch. Der Kranke hatte die Gelbsucht. Frau Elizabeth Moore, welche angeblich auf die kleine McGin ley einen Angriff machte, wurde nach der Polizeiftation gebracht, wo sie unter Anklage des Angriffs in'S Register ein getragen und unter $25 Bürgschaft ge stellt wurde. DaS Mädchen befindet sich besser und und wird innerhalb der nächsten Tage als Zeugin auftreten. Ueber 65,000 auswärtige Gäste statteten am Sonntag unserer Stadt ihre Besuche ab. Die Jnterur ban.Bahnen hatten 50,000 Fahrgäfte zu verzeichnen, während die Eisenbah nen im Union.Bahnhofe etwa 15,000 beförderten. R' Reinmann, 726 West 43 Straße, ein 73 Jahre alter Mann, wurde gestern in der Nähe seiner Woh nung von einem Straßenbahnwagen getroffen. Der alte Mann war eine Zeitlang bewußtlos, doch hofft der Arzt ihn am Leben zu erhalten. Die beste 5 Cent Cigarre In der Stadt, Mucho'S .Longfellow".
