Indiana Tribüne, Volume 28, Number 296, Indianapolis, Marion County, 5 August 1905 — Page 6
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K 9TH i5 ' JkfA." JkJk 1K Atf 44 ' z 44 44 Z4 44 44 44 (Schluß.) Jetzt galt es, entschlossen zu handeln, um Gewißheit zu erlangen, um zuzugreifen! Als die Glocke zum Lunch läutete, war ich der erste im Speisesaal. Die beiden Saaltöchter," die des Morgens Dienst hatten. Jane und ihre Gefahrtin, waren kaum für einen Augenblick in dem nebenliegenden Anrichteraum verschwunden, als ich in größter Eeschwindigkeit das meinem Gedeck nahestehende Salzfaß etwas entfernter auf die Tafel rückte. In demselben Moment rauschte scüon Madame de la Richardiere in den Saal. Sie lachte. Es war ihr etwas sehr Komisches passtrt. wie sie sagte. Sehen Sie doch nur, mein Herr!" Sie stand vor mir, hob den vorderen Saum ihres Kleides und dabei schütteie s:e sich aus vor Lachen. Ich sah an ihr hinunter. Den einen Fuß bedeckte ein halbhoher Knöpfschuh, den anderen ein eleganter Morgenpantoffel. Sie habe sich verschlafen gehabt und sich so schrecklich eilen müssen. Auf dem Gang zum Saal habe sie erst die ungleiche Bekleidung bemerkt. Aber sie sei zu hungrig. Sie ginge nicht wieder zurück. Und wieder lachte sie laut aus. Nach und nach versammelten sich die Tischgenossen. Obgleich erst seit zwei Tagen hier, schienen mir die Anwesen-, den so seltsam vertraut zu sein. Kein Wunder. Kannte ich doch eines jeden Verhältnisse, als sei ich mit ihm verwandt. Die Suppe war vorüber; selbst meine beiden lebensmüden Polen zur Linken, die sich stets verspäteten, waren schon angeschlürft gekommen. Nur ein Platz blieb noch leer. Mister Hakes" fehlte. War etwas Unvorhergesehenes geschehen? Durchkreuzte ein boshafter Geist mein Spiel? Mir brannten die Füße auf dem Boden. Es wurde mir schwer, mein Auge von der mir gegenüberliegenden Thür zu wenden. Währenddem klagte die brasilianische Mutter von dem Leiden ihres Mannes, der diese Nacht so stark gehustet habe. Aoh, aoh," brummte die gutmüthige Missis Todd, die trotz ihres eigenen Elends em warmes Herz für anderer Leiden bewahrt zu haben schien. Ihr lebhaftes Auge senkte sich mitleidig und die unglückliche krumme Gestalt schien noch mehr in sich hinein zu sinken. Da öffnete sich die Thür. Hakes erschien, um gemessenen Schritts an seinen Platz zu gehen. Sind Sie auch asthma tisch?" fragte mich langsam Herr v Zinsky, wie geistesabwesend mich mit seinen blöden Augen betrachtend. Ich hatte unwillkürlich tief auf ath men müssen beim Erscheinen von Ha kes. Da saß er endlich! Der Tisch machte bei den beiden Plätzen der brasilianischen Damen die Biegung. Dicht an ihr saßen der Burenkämpe Nolfs und dann Hakes, und an der anderen Seite mir schräg gegenüber die gute Missis Todd. Während Hakes die ihm nachservirte Suppe löffelte, konnte ich lhn eingehen der betrachten. Die Stirne war hoch, gut gewölbt, der Haarwuchs spärlich. Es laaen Ruhe und Verschloß enheit in den nicht unschönen Zügen. Nase und Kinn wa ren unbedeutend. Doch die Lehren der Physiognomik täuschen. Davon hatte ich mich öfters überzeugen müssen. Ah in der Hand war Energie ausgeprägt. Welche festen, kraftvollen Formen waren ihr eigen! Es wurde mir zur festesten Ueber zeugung: das war Serro, der seit Iahr?n vergeblich Gesuchte, ewig Unauf findbare der mehrfache Mörder! Zwei Schritte von mir saß er. Er unterhielt sich mit Missis Todd im realsten, unverfälschtesten NaiueeEnglisch. Gewiß, ein Mann von großen Gaben, von bedeutendster Jntelligenz. Er blickte auf. Unsere Augen begcg neten sich. Man reichte eben den Fisch herum. Mister Hakes würden Sie die Güte haben, mir das Salzfaß zuzuschieben?" wandte ich mich an ihn. Er erhob den rechten Arm, seine Hand fmg an, sich langsam aus dem Aermel zu strecken, meine Blicke bohrten sich an der Stelle ein, wo sich das Weiße der Manschette nach und nach verschieben mußte. Mit einem schnellen 9aick schob mir da eine andere Hand das Gewünschte zu das Werk des unglückseligen, Mi dem einen Arme so unerwünscht flin ken Vurenhäuptlings. Zu liebenswürdig. Herr Rolfs danke sehr!" Ich kochte im Innern. Denken Sie sich," erzählte auf der anderen Seite der gute Plojour gestern begegnete nur auf. dem Thea terplatz etwas höchst Seltenes ganz "Seltenes. Wissen Sie was? Sie
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tW KC ?? Aus den Erinnenlngen eines iUlicnisdjcu Liriminaldeamten ?ts Don d'Gr,ntte ZU XX ar '4'4 44 4'4 44 'X X4 4 4 '44 '4 44 '44 errathen es nie! Eine Hammelheerde, eine richtige Hammelheerde im Cenrum von Genf, lebend, richtig lebend. Da kam um die Ecke die Straßenbahn. Der Kutscher läutete, lautete wie verrückt. Der Leithammel springt aus die Seite " zaaiaiwtwr murmell mein pol nischer Nachbar, während sich Hakes weit zurückbiegt und die Serviette vor ich auf die Tafel wirft. Ich hatte die Richtung gut getroffen. Meine Weinflasche, die ich wie aus Ungeschick umgeworfen, ergoß ihren Inhalt gerade auf Hakes Teller zu. Mit beiden Armen preßte er die Ser viette auf das Tischtuch. Aermel und Hemd rutschten weit zurück. Gespannt hingen meine Augen an dem weit vortretenden Theile des rechen Unterarmes, suchten dort über dem Handgelenk das kleine Zeichen. Nicyts zu sehen! Härchen wie an jedem Arm. eine glatte gelbliche Haut, sonst mchts. Ich biß die Zahne aufeinander. Er war es also nicht. Eine falsche Fährte. Ich erging mich natürlich m Entschuldigungen über meine Ungeschick' lichkeit; ich sei ein wenig kurzsichtig. der Untersetzer habe sich verschoben at habt. Ks war mir unmoaliM. dem Luncd bis zum Ende veizuwoynen. opswr? vorschützend, suchte ich mein Zimmer auf. Auch da litt es mich nicht lange. Ich machte einen kleinen Gang durch die naheliegende Promenade des Bastions. Denkend und grübelnd, meinen Geist anstachelnd. Ich fühlte, daß mem ganzer Ruf aus dem Spiel stand. Oder handelte es sich bei der ganzen Sache vielleicht doch nur um sinnlose Halluzinatlonen emes Sterbenden? Amerikanischer Anarchist war Hakes wahrscheinlich. Deren gibt es Tausende. Serro war er aber nicht. Ich kannte zedock den Charakter meines Chefs. Er würde sich niemals von semer Idee abbringen lassen. Kehrte ich unverrichteter Sache heim, so war es um meine hervorragende Stellung, um jedes weitere Avancement, welches sich hätte glanzend gestalten können, ge schehen. Ich hatte das m mich gesetzte Vertrauen dann nicht gerechtfertigt. Wer blieb noch übrig? Mey ehr? Gestern Abend auf dem Konsulat hatte ich erfahren, daß er einen angesehenen hiesigen Fabrikanten zum Bruder habe. Den Ruckweg einschlagend, schickte ich die zwei Genfer Geheimpolizisten fort, die sich inzwischen nächst der Pension aufgehalten hatten, um auf ein von mir zu gebendes Signal die sofortige Verhaftung Serros vorzunehmen, die ich ja selbst nicht vornehmen durfte. Sie zuckten die Achseln. Als ich in der Pension im ersten Stockwerk am Salon vorbeikam, tönte mir große Heiterkeit entgegen. Der alte Plojour, der an der offenen Thür stand, nöthigte mich einzutreten. Mon sieur Meyer spielte auf dem Klavier und Mademoiselle Dupuis sang ein Lind aus dem Repertoir der Svette Guilbert. Der spanische Student, die beiden Polen, Plojoux und die gute Missis Todd bildeten das Auditorium, das sich augenscheinlich über den tollen Sang, der fein pointirt vorgetragen wurde, kostbar amüsirte. Nachdem die Sängerin geendet, sich m einen Fau teuil geworfen, man geklatscht und sich bedankt hatte, forderte sie den Spanier auf. einen spanischen Tanz mit ihr zu tanzen, wie er es schon öfters gethan habe, Missis Todd müsse spielen. Diese sträubte sich aber und erklärte: Mister Meyer macht das viel besser er mag begleiten." Nein." entgcgnete man von verschiedenen Seiten, Tänze spielt Niemand so gut wie Sie. Bitte, lassen Sie sich erweichen. Kommen Sie rni, ich führe Sie zum Klavier." sagte Fräulein Dupuis und nahm die Engländerin am Arm, die sich mühselig erhob und an das Jnstrument humpelte. Als sie sich hingesetzt hatte, ragte ihr Kopf nicht viel über die Tasten hervor. Vom Hofe her ertönte von einer Leierorgel die bekannte Arie aus Car men." Ah. unser guter Pietro! Seine Qr gelmusik kommt heute etwas ungeschickt." Orgelmänner wollen auch leben, entgegnete tiefsinnig Herr v. Pelikansky, und unser guter Pietro erst recht." Er ging an's Fenster, warf eine Münze hinab und schloß dann die Flügel. Missis Todd spielte wirklich vorzüg lich, und der Bolero der beiden Tanzen den war ganz leidlich. Als diese endlich ermattet innehielten, rief der uner sättliche Plojoux: Und jetzt spielen Sie noch das Stück von neulich, so etwas Wildes, ich glaube Mezikanisches." Aoh. aoh wenn ich denn durch aus muß!" klang es vom Klavier her. Nach einigen Akkorden hörte ich scharfer auf das begonnene Spiel. Welch eigenthümliche Melodie! Die kannte ich doch. Ich sann nach. Ki.in Zweifel mehr, ich hatte sie in Sizilien
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gehört. Eine ' Art : Tarantella." ein Volkstanz, der in der Nähe von Catama und Caltamsetta zu Hause ist. Unwillkürlich erhob ich Mich und trat einige Schritte hinter Missis Todd an das Klavier. Wie sie doch diesen Tanz spielte mit welchem Rhythmus und Feuer! Etwas Außerordentliches für eine Engländerin. Ihre Hände flogen mit solcher Geschicklichkeit über die Tasten da sah ich recht? Mein Gott, täuschte ich mich? Was war das dort über dem rtchttn iandaelenk? Da die Hände infolge der elgenthümlichen Körperform ziemlich hoch gehalten werden mußten, schoben sich die Aermel weit zurück und deutlich sichtbar wurde em kreisrundes Fleckchen, ein schwarzes Mal das Kains zeichen. Ich mußte einen Schritt zurücktreten. Solch ein Beben ging durch mein Inneres. Ueber dem Instrument hing ein großer Spiegel. In ihm konnte ich ihr Gesicht erblicken. Sie schlug gerade die Augen auf. JhrAusdruck hatte jetzt etwas Star res, Versteinertes ich konnte es mir nicht verhehlen entschieden Mannliches. Die Hände rasten weite? über die Tasten. Mit einer Verbeugung gegenFräulein Dupuis, die in einem Stuhle sich schaukelte, verließ ich den Salon. Oft genug hatte ich Außergewöhnliches zu erleben Gelegenheit gehabt. Meine Fassung war gestahlt. Aber m diesem Augenblicke schlug das Herz doch einen anderen Takt. Missis Todd war also Serro! yjtxt Gewalt mume ten lmaz vezwm gen. um nicht in auffälliger Weise die Treppe hinabzustürmen, sondern in gemessenem Tempo die teppichbelegten Stufen hinunterzuschrenen. Ich über legte. Die Genfer Polizisten waren weggeschickt. Das war fatal. Aber der eine oder andere meiner heimlichen Helfer war siche: auf der Straße zu treffen. Und während er den Ausgang der Pension sie besaß nur den emen sicher bewachen konnte, würde ich in emem Wagen nach dem Polizeigebäude jagen, um die Weggeschickten oder Er satzleute zu holen. Im Uebrigen konnte unmöglich Gefahr im Verzug sein. Serro hatte nicht das Geringsie ahnen können. Aus der Treppe hatte ich auch noch sein Spiel gehört. Ich traf meinen Mann, der. als Zeitungsausträger angethan, auf der Straße herumzulungern schien. Ich instruirte ihn in größter Schnelligkeit. Sie beobachten auf das Schärfste den Ausgaug der Pension Beauregard. Selbst auf die Gefahr hm auszusal len. Wenn eine Dame oder ein Herr die Pension verläßt, folgen Sie aus dem Fuß. Das Glück war mir hold. Während ich sprach, kam ein zweiter meiner Agenten vorbei, einen Kodak am Rie men über der Schulter. Und Sie thun, als wenn Sie eine passende' Stelle suchten, um die Straße aufzunehmen. Wenn Ihr Kamerad Jemand nachgeht, bleiben Sie in der Nähe des Ausgangs, ihn genau überwachend." Ich sah nach der Uhr. In fünfzehn Minuten bin ich wieder zuruck. Da das Genfer Rathhaus und in ihm die Polizeiverwaltung auf einer Anhöhe in der alten Stadt liegt, ging die Fahrt, so gut es der Droschkengaul fertig brachte, bald im Galopp, bald im' Trab die stelle Straße La Zmui hinan. Auf der Polizeidirektion er ledigte sich alles schneller, als ich gehofft hatte. Zuerst bezweifelte man zwar die Identität der Person, sprach die Befürchtung aus, einen Skandal in der Fremdenwelt herbeizuführen und zögerte einige Minuten, meinem Wunsche zu willfahren, die Intervention des mir günstig gesinnten Poleidirektors schnitt indessen alle Einwände ab. Ich erhielt meine Leute, und als wir an der Pension erschienen, sah ich die beiden Agenten auf ihrem Posten. Es war also alles in Ordnung. Ich athmete auf. Der Portier nannte uns die Zimmernummer von Missis Todd. Sie sei zu Hause. Die Dame ginge ja so sel ten aus, höchstens dann und wann zu ihrem Sohn. Wir kamen in die erste Etage. Ich blickte in den Salon. Er war leer Desto besser, dachte ich, denn eine VerHaftung in einer Gesellschaft ist stets peinlich. An der Ecke des Ganges lag Rummer 11. Ich zog meinen Revolver hervor. Bei einem Menschen wie Serro konnte man auf alles gefaßt sein. Der eine meiner Begleiter machte die Hand schellen zurecht. Ich riß die Thüre auf und trat mi raschen Schritten in das Zimmer. In der Mitte desselben stand ein Mann. Er w5.r nur mit einem Hemd bekleidet, einem schmutzigen, zerrissenen Hemd. Schwarzes, struppiges Haupt und BarThaar umgaben ein dunkelfar biges Gesicht. Um diese fragwürdige Gestal herum, am Fußboden, sah es bunt ge nug aus. Frauenkleider und Röcke Tamen, Bänder, Haubchen und Pe rücken lagen neben geöffneten Koffern und Kasten, aus denen allerhand Gegenstande heraussahen und wild durch einander gerissen worden waren. . In einer Sekunde hatte ich alles uoersehen. Dann .starrte ich die sprach
los und regungslos verharrenöe Er scheinung vor mir an.. Zeigte dieses
gelbe, verschwommene, bis an die Augen behaarte Antlitz auch nur die Spur einer Aehnlichkeit mit Serro? Hinter mir lachte Jemand aus vollem Halse. Pietro Du? Wie kommst denn Du hierher? Und in diesem Aufzug?" Mein Begleiter sprach die Worte. Da schien Leben in die Gestalt zu kommen. Mit übersprudelnder Schnelle quollen zwischen schwarzen Bartborsten die Worte hervor in savoyisch-italieni-schem Patois. Ich verstand ihn schwer, aber genügend. Er hatte im Hofe seine Leierorgel gedreht. Plötzlich war ein Fenster trn ersten Stock aufgerissen worden und eme Dame hatte ihm zugerufen, er möge schnell heraufkommen und oben svielen. Er erkalte einen Franken. Das yave er sich nicht zweimal sagen iaen. Oben an der Treppe hätte ihn eme kleine verwachsene Frau erwartet, ihn in dies Zimmer geführt, ihm zwei Fünffrankstücke in die Hand gedrückt und weitere zehn Franken versprochen, wenn er ihr auf der Stelle seinen Anzug und seine Orgel überlasse. Es handle sich um einen Scherz und eine Wette. Sie wolle Jemand im Hotel überraschen und etwas vorspielen. Dies sagend, habe sie sich ausgezogen mit unglaublicher Geschwindigkeit prestissimo, Slgnorl!" hiebcl f et sie ganz gerade und groß geworden wie durch Hererei. Er wisse kaum, wie alles geschehen und vorgegangen sei. Er sei gar nicht zur Besinnung gekommen. Seine Sachen hätte sie ihm ausziehen helfen, sogar seine Schuhe. Fast vom Leibe gerissen yütte sie ihm oie. Mii unglaublicher Geschicklichkeit wäre sie hineingeschlupft. Dann," so fuhr er fort, riß sie aus einem Kasten einen schwarzen Bart und eme Perücke, lies vor emen Spiegel, rieb sich aus verschiedenen Flaschen und Büchsen allerlei Zeug in's Gesicht und .corpo di Bacco!' ich sank fast :n die Erde, ganz ähnlich sah sie mir plötzlich. Sie warf sich meinen Orgelriemen über die Schulter, steckte noch aus jenem Koffer dort ein Packet Papiere in die Tasche und ging hinaus. An der Thüre wandte sich die Signora noch um und sagte: .Warte hier in fünfzehn Minuten bin ich zurück!' Thränen habe ich gelacht. Das hat einen Spaß geben müssen! Der Aermste wurde bald aus allen Traumen gerissen. Auf der Straße erfuhr ich von mei nen Leuten, daß sie den stadtbekannten Orgelspieler in das Haus hatten gehen sehen, kurz bevor ich herausgekommen war, um ihnen die letzten Befehle zu geben und auf die Polizeidirektion zu eilen. Als dann nach einiger Zeit der Italiener mit seiner Orgel wieder die Straße betreten habe, sel es ihnen natürlich nicht in den Sinn gekommen. daß er eine Person sein könne, der sie hatten folgen sollen. , Alle ungesäumt angestellten Versolgungen, alles Suchen und Fragen mit ben ohne Resultat. Wodurch aber hatte Serro die ihm drohende Gefahr gewittert, um ihr gerade noch im letzten Augenblick entgehen zu können? Hatte er am Klavir meinen Blick aufgefangen und Verdacht geschöpft? Unter seinen zurückgelassenen Sachen fanden sich merkwürdige Dinge. Eine Kombination von Riemen, um den Rücken zu halten und herunterzubiegen. Em elektrischer Apparat, wie ihn Fn seure haben, zum Entfernen der Barthaare. Eine ganze Verkleidungsausstattung. Schriftstücke aber waren nicht zu finden. Der angebliche Sohn von Missis Todd. der seit einigen Jahren in Genf praktizirende Zahnarzt, konnte als em amerikanischer Anarchist festgestell werden, in dessen Wohnung Zusammenkunfte .verschiedener Gruppen statt fanden. Von Serro aber fehlte wieder jede Spur. Er blieb unfaßbar. . -i wc: Jahre später hatte ich in Triesi ü1 zu thun. Em Prinz unseres Hauses berührte den Hafen und es sollte vor her, da man Anzeichen von einem geplanten Attentate zu haben glaubte. das Terrain sondirt und, wenn nöthig gesäubert werden. Um meine Veobach tungen besser anstellen zu können, hatte ich mich wie ein Fischer der Umgegend gekleidet und schlenderte eines Mittags nachlässig meine Virginia rauchend von der Promenade di San Andrea kommend, den Kai nächst der Piazza Grande entlang. Als ich mich einer kleinen Menschengruppe, anscheinend Hafenarbeiter oder Lastträger, näherte trat einer von ihnen, der mich gesehen hatte, zurück, ein Levantiner, wie man deren viele m Trust zu Gesicht bekommt, und schob sich den Feß etwas mehr in die Stirn, wie um sich gegen die Strahlen der Sonne, die glühend herniederbrannte, besser zu schützen Dann wendete er sich einer der Molcn zu. Es überkam mich in diesem Augen blick ein so unwiderstehliches Zwangs gefühl, diesem Menschen folgen zu sol len, daß ich ihm nachgab. In meinem Berufe hatte ich die Erfahrung machen müssen, daß ,ch oft besser that, mich au einen gewissen Instinkt oder eine vlötz liche Eingebung zu verlassen, als an der Hano von allerhand wohlerwoge nen Plänen vorzuaehen. Bitte, geben S:e mir etwas Feuer redete ich .denMgnn. a.ij.-Wid naüm
meine Cigarre aus dem Munde. Der Angeredete antwortete in jenem eigen-
humlichen leoantinischen Sprachgemisch, daß er bedauere, er habe keines. Die Klangfarbe der Stimme und der Blick, welcher während der Dauer einer Sekunde in dem meinen ruhte, kamen mir nicht ganz unbekannt vor. Im Moment wußte ich aber nicht, wohin ch meine Gedanken in die Vergangenheit lenken sollte. Im Uebrigen bot der Mann in seinem Aeußeren und Wesen mchts, was mich an Jemand bestimmt erinnert hätte. Trotzdem blieb ich so gänzlich unter dem Einflüsse einer mich beherrschenden gebieterischen Ahnung, der Mensch müsse von größtem Interesse für mich fein, so daß ich, fast möchte ich sagen unbewußt, hart an ihn herantrat und ihm blitzschnell den Feß vom Kopfe riß. Ich erhielt zwar zu gleicher Zeit einen solchen Schlag vor die Brust, daß ich zurücktaumelte, war aber doch noch im Stande, ihm. der jetzt nicht mehr ging, sondern lief, ziemlich dicht auf den Fersen zu folgen. In der Hand hielt ich nicht nur den Feß. sondern auch eine schwarze Haartour, die ich bei dem derben, hastigen Zugreifen mit in die Finoer bekommen batte. Deutlich und klar trat es mir jetzt vor die Seele: Serro ist es, der da vor Dir läuft." Auf dem Molo standen nur ganz vereinzelt einige Schiffsleute. Ehe sie noch meine Rufe und das. was sich abspielte, begriffen, war der Verfolgte, der ein weit besserer Läuftr als ich war. bereits eine kleine Steintreppe hinabgerannt und in ein Ruderboot gesprungen, dessen Kette er mit unglaublicher Schnelligkeit aus dem in der Kaimauer eingelassenen Ringe zu losen verstanoen batte. Die Ruder ergreifend, ließ er mit mächtig ausholenden Schlägen den Nachen durch den Hafen gleiten. Glücklicherweise fand sich in der Nähe ein anderes Boot, das ich mit zwei Schiffern besteigen konnte, um die Verfolgung aufzunehmen. Es war freilich von etwas schwerer Bauart, wurde dafür aber von vier Rudern vorwärts getrieben. Eine wilde, aufregende Jagd beaann. Ich suchte die Aufmerksamkeit der Schiffsleute auf den Dampfern und Segelschiffen, die vor uns im Hafen lagen und an denen wir vorbeikamen, dem Flüchtigen zuzuwenden, ihnen zurufend, Schaluppen oder Boote herunterzulassen, um ihm den Weg zu verlegen: stets aber, bevor noch die Auf geforderten ihre Fahrzeuge loszumachen vermochten, war der Verfolgte schon an ihnen vorübergeschossen. Eine Zeitlang hoffte ich dem Hasenwacht schiff zu begegnen, einer Dampfbar lasse, der es ein leichtes gewesen sein würde, Serros Nachen einzuholen und zu stellen, aber weder dieses noch ein anderes Schiff war gerade jetzt, um die stille heiße Mittagszeit, im Hafen un terweas. Die See lag als glänzende, hell flimmernde Flache vor uns, nur von wenigen weißgekrönten leichten Wellenlinien durchschnitten. Leicht knarrend beim Anziehen klatschten die Ruder in's Meer. Mit unbändiger Kraft arbeitete Serro, und ich bemerkte, daß es ihm der um sein Leben ruderte, gelang, nach und nach den Abstand zu erweitern trotz des unablässigen Antreibens und Anfeuerns meiner Schiffer. Dumpfe Energie, die ganze Kraft einer konzentrirten Seele verzogen die Züge seines Gesichtes, das ich deutlich erkannte Trafen sich unsere Blicke, so glitt ein bitteres, hämisches Lächeln über seinen zusammengepreßten Mund. Auf der einen Seite des Hafens ifl demselben eine Landzunge vorgelagert Gelang es dem Flüchtenden, diese zu erreichen, so waren ber seiner ungemei nen Gewandtheit neue Hindernisse für die Verfolgung, vielleicht fogar sein Entweichen zu befürchten. Serro war jetzt kaum noch hunder Schritte vom Ufer entfernt. Meine Leute setzten ihre ganze Kraf ein. Unser schwerfälliges Fahrzeug ächzte und krachte in allen Fugen. Da sah ich plötzlich Serro die Ruder hinwerfen, ausrecht im Boot stehen und sich des Rockes entledigen. Im Nu erkannte ich seine Absicht. Sie war: in's Meer zu springen unterzutauchen, und, so viel als mög uch unter dem Wasser schwimmend, an einer unvermutheten Stelle an's Land zu kommen, um von da die Flucht fort zusetzen oder sich zu verbergen. Ich riß den Revolver aus meiner Tasche und schoß. In demselben Augenblick aber ver schwand Serro in der See. Könnt Ihr schwimmen?" schrie ich meinen Bootsleuten zu. Ja? Mir nach dann. Es gilt eme hohe Beloh nung!" Wir sprangen in die Fluth. Schon nach kurzer Zeit sahen wir Serros Kopf auftauchen. Aber sowie er uns erblickte, verschwand er wieder. Da wir dicht am Ufer waren, fühl ten wir bald Grund unter den Füßen. Wir warteten lange Zeit, allein Serro kam Nicht mehr zum Vorschein. Er war und blieb verschwunden. Sein Schicksal hatte ihn endlich ci reicht. Gin Pessimist. A.: .Semen Sie. was ist denn etgentNch ein Trugschluß?" B.: Das ist leicht erklärt. Wenn Ihnen z. B eine junge Dae sagt, sie sei 21 Jahre alt und man wollte daraus solae'-n, dak.Le im Iabre 1884 aeboren ulz
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