Indiana Tribüne, Volume 28, Number 292, Indianapolis, Marion County, 1 August 1905 — Page 6
Jndiana Tribüne, 1. August 1903
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Bon Adv Bk!t!a. Von der Gedächtnißkirche schlägt's vier Uhr Nachmittags. Der Vortier in einem der Paläste der angrenzenden Straßen öffnet das schwere Portal und befestigt geschickt ein kleinesFrieskissen an einem der schmiedeeisernen Flügel, damit er in den nächsten fünf Stunden nicht fortwährend den pneumatischen Ball drücken muß. Nun dürfen sie kommen. Mit Cigarre und Zeitung macht er slch's umständlich an dem kleinen Ausguck bequem, denn nun . muß er die Thüre ununterbrochen im Auge behal im. Es könnte doch mal einer darunter sein, der nicht hierher gehört. In der zweiten Etage rüstet man sich gleichfalls. Doktör Adler (selbstverständlich meine ich den berühmten) legt seufzend das wissenschaftliche Werk, an dem er seit Monaten arbeitet, in den Kasten des massigen Schreibtisches und giebt sich einen hörbarn Ruck. Eilig geht er in das elegante Schlafzimmer hinüber, wo die reizende Doktorin noch in friedlicher Nachmittagsruhe sich rekelt. Anni, der Thee?" Sie mauzt wie ein nervöses Kätzchen, ist aber im Augenblick auf den üßen. Und während er daZ legere Hausjackett mit Stehkragen und Gehrock vertauscht, alarmirt sie das Personal. Aber da klingelt's auch schon. Das zierliche Hausmädchen überläßt der Köchin den Theetisch und trippelt zur Korridorthllr. Sie kennt ihre Pflicht. Doktor Adler zu sprechen?" Bitte sehr." Sie weiß, daß die gleiche Frage heute noch mindestens sünfzigmal an sie gerichtet wird; immer mit derselben Ungeduld, dem schlecht verhehlten Wunsche schleunigster Abfertigung. Ihre Antwort hat etwas stereotyp Tröstendes. Der Herr Doktor kommen sofort." Geräuschlos fällt die Thür des Wartezimmers hinter der Besucherin m's Schloß. Lautlose Stille. Die Minuten dehnen sich zu Ewigkeiten. Die Harrende tritt von einem Fuß auf den anderen, sieht nach der Uhr, bekommt Gesellschaft einiger Leidensgefährunnen und tröstet sich zu guter Letzt mit dem wiederholten Versprechen des zierlichen Hausmädchens: Der Herr Doktor kommen sofort." Der Herr Doktor denkt nicht daran. Flüchtig prüft er die fünf Visitenkarten, die ihm das Mädchen mit der Nachmittagspost neben die Tasse gelegt hat. Lauter alte Patientinnen. Rennt ihm keine davon. Er vertieft sich von Neuem in den Brief eines Wiener Collegen, der um Rath in einem hochinteressanten und schwierigen gsall bittet. Das heißt doch noch Wissenschaft! Jene fünf blutarmen Frauen draußen mit t& vom ewigen stieren verdorbenen Magen, eingerechnet die anderen die im Laufe des Nachmittags folgen werden fad! Zum Aufhängen fad, wenn die eine hier vor ihm nicht wäre. Diese Eine, Süße. Die immer Heitere, immer Gesunde. Da ist nichts von Hysterie, Frauenleiden, Lanaeweile und Bleichsucht. Alles lacht Leben an ihr, Kraft und köstliche Frische. Sie nickt ihm zu, als hätte sie seine Gedanken errathen. Dann sagt sie mit einem Kopfnicken gegen die Thür: Du, sie werden sich totgrämen, wenn's gar so lang dauert." Nu, wenn schon." Nicht doch! Sie thun einem leid!" Gleich hat sie ihn fest. Natürlich, das Mitleid. Was wäre seine ganze gepriesene Kunst, wo seine Verühmtheit, wo seine schier öttergleiche Verehrung seiner Patientmnin ohne die zwingendste seiner zwingenden Eigenschaften das Mitleid. Für ihn sind die Frauen ohne Ausnahme und Altersunterschied Kinder. Trostund hilfsbedürftige Wesen. Der Brief fliegt beiseite. Die Wissenschaft ist vergessen. Doktor Adler ist wieder Mensch. Nein, mehr noch: Frauenarzt bis in die Fingerspitzen seiner schönen, feinnervigenHär.de hinein. ueoeryaupt dieje Hänve: Sobald er sie einer Patientin auf die Stirn legt, sind die Schmerzen vergessen, die sie eben geschaffen. Oder macht's der Blick? Dieser blaue, sachliche und doch so unendlich gütige Blick, mit dem er die Leidende mufiert? Und wie er eben die Thür zum Sprechzimmer öffnet und mit diesem Blick den vor Leid bis in die Ecken seufzenden Wartesalon überfliegt, weht's wie ein junger Wind durch die parfümbergiftete Atmosphäre. Haben Sie diese Augen gesehen?" Gott, ich finde sie nicht einmal schön. Es ist wohl mehr das Ganze, was solch felsenfestes Vertrauen erweckt." 3, niaji wagt Geraoe, mu er nicht wie ein Arzt aussieht " In das Wartezimmer kommtStimxnung. Man tauscht flüsternde Bemerkungen aus. Man will sogar wissen, daß sein Name nur das yseudonym für einen von altadligem Klänge bedeutet. Weshalb denn nicht? Die elegante Gestalt, das aristokratisch schmale und doch so kräftige Gesicht mit der leichtgebräunten Haut, sein distinauirtes Lächeln und die eigenartig singende Sprechweise, drücken ihm unzweiseiyast ven toiernpei eines vlbkömmlinas iel.er altpreußischea
Avelsgecyleazrer aus, v:e zwljcyen oer Memel und der Weichsel ihre Stammsitze haben. Dazu die dezent-pikantl Lichtung des blonden Scheitels nun, so etwas verfehlt allerdings seine Wirkung auf eine ehrbare Frau. Was jedoch allen untrüglichen" Anzeichen den Aussckilaa Liebt: sein Gana. Avsolut mcyl der Gang eines 2m bengelehrten," behauptet die Capitänin Knoblauch. Die muß es wissen. Ihr Mann hat als Herrenreiter einen bedeutenden Namen. Sieht man einmal genauer hin, fällt's schließlich auch dem Laien in's Auge. Das ist nicht der Gang eines Stubengelehrten, sondern der eines Mannes, dessen vornehmste Beschäftigung im Zureiten seiner Lieblingspferde besteht. Doktor Adler öffnet inzwischen mehrmals die Thür seines Sprechzimmers, um mit dem Ahnungsvermögen des Psychologen und Frauenkenners die Geduld der Harrenden abzuschätzen und die Dauer der Consultationen danach zu bemessen. Die Geschichte klappt glänzend. Er merkt an den auffällig schuldbewußten und keck heraussordernden Mienen, daß er selber immer noch daS Thema ist, uno so lange das anhält, fällt ihm keine in Ohnmacht. Er kann der Neuen, die ihn heute zum erstenmal aufsucht, seine volle und verlängerte Aufmerksamkeit schenken. Wenn er nur erst heraus hätte, wo sie der Schuh drückt. Ihre Krankheit ist eine von den harmlosen, häufigen. Was aber mag die Ursache der seelischen Depression sein, unter der die Aermste offenbar leidet? Ein anderer Gott neben dem Ehemann? Dazu ist der Typus zu farblos. Schon am besten, man geht geradeswegs auf's Ziel:. Er rückt ihr ein wenig näher und blickt scharf in das müde Gesichtchen. Also, meine gnädige Frau, über das Nächste wären wir einig. Jetzt mit frischem Muth an die Kur. Sie senkt hilflos den Blick. Nun. etwa nicht? Haben Sie keinen frischen Muth?" Natürlich hat sie keinen. Woher denn? Matt knickt sie zusammen. Er beugt sich vor und ergreift fest die eiskalten Händchen. Weshalb haben Sie keinen? Mir dürfen Sie's sagen." Ach, Sie verstehen doch nichts davon." Aus ihren Augen beginnt es zu tropfen. Ich verstehe sehr viel. Alles dersiehe ich," entgegnet er gedämpft. Das ist der Ton, dem noch keine wiverstanden hat. Keine! Sie mustert ihn blitzschnell durch
einen silbernen Schleier von Thränen. Was sie in seinem Gesicht sieht, achtungsvolle Theilnahme, nimmt ihr den letzten Rest von Befangenheit. - Minna!!!" Minna, das von der schwiegermütterlichen Seite ausgebildete und mit in die Ehe gegebene Faktotum. Minna, die wandernde Chronique scanda leuse der Familie. Minna, die alles besser versteht wie das Küken von Hausfrau. Minna, die seit zehn Iahren die Leibgerichte des jungen EheHerrn kocht und die Gnädige nicht an die Töpfe heranläßt, die das Wirthschaftsgeld empfängt und verausgabt kurz, den Pantoffel schwingt, wie eS die ' ärgste Schwiegermutter nicht thun kann. Und das ist beschämend, bitter beschämend. Die kleine Frau endet unter krampf haftem Schluchzen. Doktor Adler drückt ihr die Hand. Furchtbar." Unsicher schaut sie ihn an. Sein Gesicht ist tiefernst. Schweigen. Doktor Adler scheint m Beileid versunken. Nach etlichen schwülen Minuten hebt er den Kopf. Minna muß 'raus!" Bestürzt fährt sie empor. Er erhebt sich gleichfalls und nimmt die Verwirrte abermals sanft bei den Händen. Voller Ernst, meine Gnädigste. Heute noch muß sie weg. Wenn Sie sie los sind, kommen Sie wieder. Sagen Sie Ihrem verehrten Herrn Gemahl, dah ich nur unter dieser Vorbedingung die Behandlung übernehme. Ich habe die Ehre." Sie ist entlassen. Noch ganz benommen läßt sie sich von dem zierlichen Hausmädchen den Mantel umlegen. Auf oer Straße ab.er braust plötzlich einFrühjahrswetter durch ihre verschüchterte Seele. Minna muß 'raus!" Das singt und jubelt in ihr und wird zum fröhlichen Marschliede. Jetzt hat sie auch Muth, einen Muth ! Minna, erzittre! Inzwischen geht's bei Doktor Adler ohne Aufenthalt weiter. Einer Studentin, mit der er sich aus ehrlicher Rücksicht für die überreizten Nerven in puncto Frauenbewegung und Neformkleider begeistert solidarisch erklärt, folgt Frau Capitänin von Knoblauch, die gleich ihm über die geschmacklose Tracht (natllrlich nicht der Vorgängerin) endgiltig den Stab bricht. Hinterher in Vegleitung der Mama ein Jüngferlein von einigen dreißig. Sehr schüchtern, sehr naiv. Doktor Adler ist degoutirt. Diese Sorte mag er nicht leiden. Aber auch hier hilft ihm sein Mitleid über den Unwillen hinweg. Nun kommt wirkliche Jugend. Backfischchen! Backfischchen, das seit zwei Jahrtn nur von Mohrenkovf mit lcklaalabne lebt und nickjs anderes
mehr zu verdauen vermag. Baazcvchen, das heulend gesteht, unter diesem Laster Höllenqualen zu leiden, und ihm trotzdem täglich aus's Neue verfällt. Da giebt's kcinEntrinnen; es giebt kein Entrinnen. Ich muß einfach essen, wenn ich ihn sehe." ich auch." Sie auch?" Starr vor Staunen, mit halbgeösfnetem Mündchen sieht sie ihn an. Ja, das heißt, ich esse ihn nicht. Es kostet mich Kämpfe. Aber man kämpft eben. Man ist doch kein Tbier." l'iein, man ist kein agier," wieoerholt das fünfzehnjährige Kind hypnotisirt. Nun also !" Nun folgen die Verhaltungsmaßregeln, die ein väterlicher Händedruck siegelt. Kann sie absolut nicht Widersiehen," wendet er sich zu der begleitenden Gouvernante, erinnern Sie das gnädige Fräulein an mich." Er weiß, das ist niemals mehr Nöthig. Die Kleine wird über das Denken an ihn Mohrenkopf mit Schlagsahne for ever vergessen. Jetzt erscheint eine Dame, deren ganzes Wesen ruhige Gelassenheit athmet. Alles ist Harmonie an ihr, sichere Klärung; und an Stelle der ziellosen Sehnsucht anderer Frauen hegt sie eine bestimmte, aber bescheidene, ganz bescheidene Erwartung vom Leben., Ueber die inneren Kämpfe ist sie trotz der verhältnißmäßigen Jugend hinaus. Alles liegt bereits hinter ihr. Das Wichtigste nur, den Frohsinn, habe ich mir gerettet." Auch dieser Fertigen" thut er den Gefallen, sie ernst zu nehmen. Sie erhält ihre Verordnungen und scheidet wie ihre Vorgängerinnen mit der erbaulichen Genugthuung von diesem Sprechzimmer, als Individualität aufgefaßt und anerkannt worden zu sein. Außerdem konstatirt sie voll heimlicher Freude (und auch das hat sie mit den übrigen Patienten gemeinsam), bei Doktor Adler einen Sieg über die lieben Mitsckwestern errunaen
zu haben. Denn natürlich können sie alle nicht m einem so sreundschastuchen und intimen Verhältniß zu ihm stehen, wie gerade sie selbst. Gegen neunUhr Abends ist die letzte glücklich hinaus. Doktor Adler schöpft Athem. Er betastet instinktiv seinen Mund. Gott sei Dank, alles in Ordnung. Er hatte die Empfindung, als hingen ihm die Lippen in Fransen herunter. Nun wird er sick umkleiden, essen und mit der Doktorin am Arm einen Spaziergang antreten. Spater kann er noch ein oder zwei Stunden seiner aeliebten Wissenschaft widmen. Ein zärtlicher cvw rj r i c v . i r nr? Älill nreisl oen vajrciüiiiq. innen flüchtigen Gedanken will er nur noch schnell dem Manuskript 'nfügen, da Da stürzt händeringend das niedliche Hausmädchen in's Zimmer. Ach Gott, ach (Lott, die Frau Doltorin!" Anni?!" Er ist schon im Schlafzimmer und kniet vor der Chaiselongue, auf der die reizende Frau Doktorin anscheinend in Krämpfen sich windet. Er befühlt tfjien Puls, redet ihr liebreich zu, tröstet und beobachtet sie.' Er kann nichts entdecken. Ein wenig nervöse Erregtheit, nichts weiter. Nun beruhige Dich mal erst, Kindchen. Dir fehlt Gott sei Dank gar nichts." Wie gepeitscht fährt sie empor. Gar nichts? Ich fühle mich krank, todtelend fühle ich mich. Und das wäre gar nichts"?" Aufweinend sinkt sie zurück. Einen Moment steht er sprachlos. Solche Geschichten sind ja bei Anni unmöglich. Abermals beut er sich zu ihr und bettet das liebe Köpfchen in seinen Arm. Nun weine Dich aus. Sicher hat Dich wieder Jemand vomPersonal geärgert. Habe ich recht?" Sie wehrt seine Liebkosungen ab und dreht sich herum. Niemand hat mich geärgert. Krank bin ich. Ich will, daß man mir hilft. Ich mag nicht liegen und mich quälen. Ich will Hilse, ich will einen Arzt, der " Anni!" wehrt er erschrocken. Das reizt sie noch mehr. Jawohl einen Arzt, der sich nicht von meinen rothen Backen täuschen läßt wie Du. Einen Arzt, der ein bischen Mitgefühl hat, der einsieht, wie ich mich quäle." Nun wird tx wüthend. Es nutzt nichts. Er ändert die Taktik, nieend hascht er nach ihren rundlichen Händchen. Anni, blamire mich nicht." Es nutzt nichts. Sie verlangt stürmisch nach einem Arzt. Und zwar gleich, auf derSjelle. So geht's einem, so muß es einem gehen! Für Fremde reibst Du Dich auf, und Deine eigene Frau I54 Du sterben." j Die Sache wird komisch. Er lacht, daß sie sich empört die Ohren zuhält. Lachend fügt er sich in's unvermeidliche Schicksal, und immer noch lachend telephonirt er seinem Freund und Collegen. Herkommen, alter Kttabe. Aber schnell. Was ist los? 5ka hm ein interessanter Fall, solltf ich meinen
Uebermnschenf?essen, de Zigeuner kommt auZ Jaßöereny k Ungarn folgende Kunde: Die Gendarmerie verhaftete dort eine aus zwanzig Mitgliedern bestehende' Zigeunerkarawane, die schon seit langem im Verdachte stand, kleine Kinder zu rauben, um sie, wie man vermuthete, zum Betteln zu verwenden. Es fiel aber auf, daß man bei den Zigeunern nie fremde Kinder vorfand. Nun gelang es der energisch fortgesetzten Untersuchung, der Sache auf den GrunÄ zu kommen; es wurde festgestellt, daß der Zigeunerhäuptling die geraubten Kinder tödten ließ, worauf die Bande sie verzehrte. Erhärtet wurde dieser kaum glaubliche Fall durch den Umstand, daß aus dem Wagen der Karawane eir.e zerstückelte Kindesleiche gefunden wurde; auch sagten die Zigeuner aus, ihr Häuptling allein babe achtzehnKinder aufgefressen. Die Karawane kam aus Siebenbürgen, .und hat auch die meisten Greuelthaten dort verübt. Die Gendarmerie hat die weitestgehenden Untersuchungen eingeleitet. Einen interessanten Fund hat kürzlich der norwegische Gelehrte Dr. A. Vjernbo in einer Wiener Handschrift gemacht. Bei dem Studium pon Abschriften astronomischer und astrologischer Abhandlungen des Wiener Prozessors Johannes Voegelin aus demJahre 1625 fand Dr. Bjernbo einen lateinischen Tezt, welcher übel Norwegen, Island und Grönland genaue geographische Beschreibungen bringt und, wie sich nun herausstellte, den ersten Nordpolfahrer und Grönlandsorscher Claudius, geboren 1388, zum Verfasser hat. Die Existenz dieses Werkes des berühmten Kartographen, welcher eigentlich Claudius Clausson Swart hieß, wurde schon längst vermuthet, doch hatte man keine Spur, wo es sich befinden könnte. Durch diese Handschrift wird auch die Bedeutung einer Anzahl bisher unbekannt gebliebener Ortsnamen inGrönland, Island und an der Nordküste Norwegens ausgeklärt, denn, wie in einer Anmerkung gesagt wird, sind die Namen keine Ortsnamen, sondern BeNennungen von Runen, das heißt der Buchstaben des ältesten germanischen Alphabets. Herren auf Rollschuhen sind das Neueste, was man in den Londoner Straßen sehen kann. Knaven, die mit einem Fuß auf einem Rollschuh fahren, während sie sich mit dem anderen weiter fortstoßen, hat es in London schon immer gegeben, und besonders in den Vororten kann man sie sowohl auf der Straße als ganz besonders auf dem Trottoir sehen, wo sie eigentlich nicht hin gehören. Aber Herren in schwarzenGehröcken und Cylindern auf ganz modern ausgestatte-
ten Rollschuhen sind selbst in London etwas Neues. Die Rollschuhe sind, wie gesagt, durchaus modern gebaut, denn die Räder gehen nämlich auf Gummireifen. Der erste Herr, der auf ihnen fuhr, wurde dieser Tage in Whitehall angetroffen. Er fuhr äußerst sicher mitten durch daö Wagengewühl und erregte natürlich eine allgemeine Senfation. Als sich der Verkehr ein wenig staute, erhob er ruhig seine Hand, wie es die Kutscher auch thun, um den Nachkommenden ein Zeichen zu geben, daß sie anhalten müssen. Er verschwand dann in dem Gedränge des Strand, während viele Leute noch lange staunend ihm nachsahen. Gegen das neue Gefährt sieht eine Motorcar bereits vollkommen veraltert aus. Eine geheimnißvolle Millionenschenkung ist in Paris unter höchst eigenartigen Umständen aemacht worden. Msgr. Le Noy. der General obere der Missionsgesellschaft, saß in der Abenddämmerung auf seinemZimmer, Rue Lhomond, in Paris. Eine verlumpte Bettelfrau trat beim Pförtner des großen Missionshauses ein mit der Frage: Könnte ich nicht einige Worte mit Msgr. Le Roy wechseln?" Das wird schwerlich gehen," antwortete der Bruder. Könnten Sie nicht JhrVorhabcn mir anvertrauen?" Nein, ich muß ihn selbst sprechen; bitte, überbringen Sie ihm mein Begehren." Nun, meinetwegen, aber ich verspreche Ihnen nicht, daß er kommen wird." Und der Bruder klopft bei Monseigneur an, und der hohe Herr ist so gut, ungeachtet seiner Mü digkeit, die Treppe herunter in das Sprechzimmer zu kommen. Was wäre denn Ihr Wunsch, Madame?" Sie sind also Monseigneur," erwiderte die Bettlerin, der Vorsteher einer zahlreichen Missionsgesellschaft?" .Ja. diese Ehre habe ich." Ich möchte Jhnen.Hochwürden, auch etwas schenken für die Missionen (Bischof Le Roy rechnete auf einige Centimes), und ich bringe Ihnen hier eine Million Franken." Bei diesen Worten überreichte die Frau dem Bischöfe ein Säckchen Banknoten, die sie bis dahin unter ihrem Oberkleide verborgen gehalten. Der verblüffte Bischof traute weder seinen Augen noch seinen Ohren, nahm das Dargereichte in Empfang, öffnete das seltsame Ding und überzeugte sich, daß es wirklich eine MMion in Banknoten enthielt. Habe ich es mit einer Närrin oder Schwindlerin zu thun? dachte er. Als er sich erholt, fragte er: Wer sind Sie? Ich muß Ihren Namen und Ihre Adresse habm, um diese in unser Register einzutragen." DaS zu verrathen, ist durchaus nicht -nöthig," entgegnete die aeheimnißvolle Dame und verschwand sogleich im Dunkel der nächtlichen Weltstadt.
Es ist besser ein wenig Geld in einer guten Sache zu
haben, als viel Geld
Aktien zu oder über Pari, die Dividenden bringen,
sind besser als Amen
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