Indiana Tribüne, Volume 28, Number 280, Indianapolis, Marion County, 19 July 1905 — Page 6
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Liline. Bon Charles Foley. Autorisierte llebersetz ung von Wilhelm Thal. In der düsteren Bannmeile starrt daZ Gefängniß mit seinen gähnenden Luken, die tui glanzlose Augen in's Dunkel blicken, auf dieLandschaft hinaus; wie das Röcheln eines Sterbenden stöhnt die -erzwungene Arbeit in seinen Stein und Eisenflanken. Die Sonne wirst ihr grelles Licht in dreiten, weisen Streifen auf die engen Höfe, auf den Garten und die Rundengänge. Ein tragisches Schweigen lastet auf den- düsteren Gebäude, das in der drüö'den Mlttagshitze daliegt. Lilme, das Töchterchen deZ Gefängnißwärters. spielte mit ihrer Puppe in ihremGarttn einem Garten, den sie schön fand, weil zwischen den schwarzen Mauern, in der schwargen Erde, drei rothe Geramen wuchsen und ein Brunnen sich befand. Sorglos und fröhlich flatterte Liline wie eine Goldfliege in der Sonne, denn sie wußte ja nichts von den Anbrechen, die ganz in ihrer Nähe gesühnt werden mußten. Plötzlich vernahm sie hinter der Mauer ein leises Geräusch, und schnell wandte sie die Blicke nach der 2hur, die auf den Nundengang führte, und sich jetzt ganz langsam öffnet:. Langsam, mit katznartiger Geschmeidigkeit beugte sich ein in graue Leinwand gekleideter Mensch erst nach rechts, dann nach links, spähte umher, sprang geräuschlos in den Garten, schloß ebenso geräuschlos die Thür und schob den großen, inneren Riegel vor einen so hohen Riegel, daß Liline ihn nicht zu erreichen vermochte, selbst wenn sie sich auf die Fußspitze stellte. Dann hob sich die Brust des Mannes in tiefem Seufzer, als wäre er von einer schweren Last befreit. Da Liline mit einzelnen harmlosen, gefügigen Gefangenen, die man zu Reinigungsarbeiten verwendete, sehr vertraut war, so betrachtete sie auch diesen ohne Ueberraschung, obwohl sie ihn nicht kannte. S fand ihn häßlich mit seiner schmutzigen Leinwan)kleidung, seinem blassen, aufgeduns nen Gesicht und seinen grünlichen, tückischen Katzenaugen. Er hatte nackte Füße und ungeheure, knochige Hände mit abgeplatteten Fingerspitzen. Mit dem Behagen eines Raubthieres, das aus seinem Käfig entflohen, reckte er sich, und da er Niemand weiter vor sich sah als dieses schwache, kleine Mäh chen, so gähnte er und Machte lange, doch geräuschlos, vor sich hin, denn alles, was er that, schien gleichsam in Watte gewickelt. Doch schon machte sich Liline, ohne sich weiter um ihn zu kümmern, an ihr Spiel' und stieß einen Stein vorwärts, dem sie nachhüpsen wollte. Der Mann schritt auf Liline zu. Liline stolperte, und da sie nichts weiter sah als ihren Stein, so klammerte sie sich ohne Umstände an die Bluse des Mannes. Er öffnete die Hände, zwei scheußliche Krallen, die sich krampfhaft be- ' wegten, als ob sie der Kleinen den weißen Hals zuschnüren wollten. Sie sah ihn mit ihren klaren, sorglosen Augen an und sprach mit lyrer lieb lichen Stimme: Tritt ein bißchen zurück! Mein Stein liegt an Deinem Fuß, und da Dein Fuß nackt ist. so würde ich Dir wehe thun, wenn ich ihn weiter schiebe .... Die zusammengekrampften Finger des Mannes losten sich. Er trat zu ruck. Liline warf mit ihrem Stiefelchen den Stein über die durch ein Brett gebildete Scheidewand und rief fröhlich: Gewonnen! Ich habe gewonnen! Jetzt wollen wir beide spielen. Wollen wir Gärtner spielen, ja? Sie lief nach einer Mauernische. holte eine Schaufel von dort und rief: Da! Ich laffe Dir die Schaufel; Du siehst, ich bin nett!" Als der Mann das scharfe, glänzende Eifen erblickte, blinzelte er mit den Augen, schwankte hin und her, wich scheu zurück und stotterte mit heiserer Stimme, die die Worte förmliS zerriß: Ich will nicht nein, nein! Ich will Nicht ich will das Nicht an rühren!" Ach, Du bist gar nicht nett," sagte Liline schmollend und warf dieSchaufel hin. Es giebt hier weit nettere. w:- r:.r , rr cr - : r u,.f vic (yicicii lUUUCU. A)U ll Vlltlll Grein? Das ist ein Lump. stöhnte der Mann zornig. n' Lump? Ich weiß nicht, was das ist." versetzte Liline zerstreut. Aber Greln ist nett, daö kann ich Dir sagen; er hilft Papa, man läßt ihn herumgehen, und er thut alleS, was ich von ihm verlange. Wenn Dir die Schaufel keinen Spaß mach!, dann wollen wir was anderes spielen. Wollen wir die Blumen begleßen?" Vertrauensvoll zog sie ihn von neuem an der Bluse. .Komm hierher, da ist der Brun nen; Du wirst das Wasser herausziehen; ich kann's nicht allein; es ist zu tief Der Mann folgte ihr wie betäubt. Sie neigte sich über den Rand, ohne seine Bluse loszulassen, und ihre ganze kleine Gestalt schwebte über dem dunklen Loch. Bücke Dich doch auch. sagte sie; unten auf dem Grunde ist ein Spiegel; man kann sich dann ganz deutlich sehen. Siehst Du mich? Ich
sehe Dich! Ach, wie böse Deine Augen im Wasser aussehen!" '
Sie neiqte sich immer meyr, und xuz kleiner, zarter, dünner weißer Hals tauchte immer tiefer in das schwarze Loch.. Sl Mann, der mit krampfhaft geschlossenen Augen zurückgetreten war, keuchte mit wuthend verzweifelter Stimme: Bücke Dich nicht so! Bücke Dich nicht so über da Loch mich packt das Fieber! Llllne richtete sich mit lustigem La chen auf: Es ist ja gar keine Gefahr, daß ich hineinfalle: Du bist ja da!" Doch kaum hatte sie sich ausgenchiet, da stieß sie der Mann, ohne hinzublicken, so brutal von dem Brunnen zurück, daß zwei kleine Thränen die klaren Augen des Mädchens trübten. Du thust mir weh," stöhnte sie, ich hielt Dich für lieb; aber Du bist schlecht. Greln thut mir nie etwas zuleide." Er sah, wie sie weinte, da sagte er mit sichtlicher Anstrengung, als könne er die Worte mcht herausbringen, :n sanftem Tone: Weine nicht, Kind, weine nicht! Ich wollte Dir nichts zuleide thun, auf Wort! Aber rühre daö Eisen nicht an und beuge Dich nicht über den Brunnen! Ich werde Dir nichts mehr thun! Sofort getröstet, lächelte sie unter Thränen: Dann pflücke mir die Geranien, und ich werde nicht mehr weinen. Er pflückte die Blumen und reichte e ihr mit linkischer Gebärde. Sie nahm sie und steckte das rothe Bouquet an ihre Gimpe, neben ihren k!emen, schneeweißen Hals. Dann fragte sie keck: Das sieht auf meiner weißen Haut hübsch aus, nicht wahr? Das ist roth wie Blut." Um nichts mehr zu sehen, verarub der Mann ds Gesicht in seinen grobrnKnochenhändtn und brüllte zitternd wie ein wüthendes, losgelassenes Thier: Nimm das Roth fort! Zum Henker, nimm das Roth fort!" Bon dem Fluche geängstigt, ließ Li line die Blumen fallen. Ihre Augen füllten sich mit Thränen. Als der Mann wieder die Augen aufschlug, sah er das Roth auf dem schneeweißen Halse nicht mehr. Da neigte er sich zu ihr, verbuchte mit einer Grimasse, zu lächeln- und sagte, seine heisereStimme zu sanftem Ton zwingend: Weine mcht mehr es ist ia vorbei denn jetzt sehe ich das Roth nicht mehr. .... Und ich will auch nett sein. Mädel, - nett wie Greln! Aber weine nicht . ich will's nicht haben!" Mit scheuer Unterwürfigkeit über sie geneigt, streichelte er schüchtern mit seinen großen Knochenhänden die feinen Goldhaare der Kleinen, als sich plotzlich auf dem Rundengang ein wüstes Hin- und Herlaufen vernehmen ließ. Entietzt richtete der Mann sich aus, sprang zurück und versteckte sich in der Gartenmsche. Man donnerte an bit Thür, und eine donnernde Stimme rief: Liline. bist Du da?" Ja. Papa!" Oeffne mir öffne schnell!" Ich kann nicht Du weißt doch, der Riegel ist zu hoch!" Wie hast Du irrn denn vorgeschoden?" Ich nicht, Papa, e hat ihn vorge schoben. Wer er? fragte die Stimme ent setzt. Er der Gefangene. Semen Namen weiß ich nicht!" Man hörte einen Angstschrei. Doch Lilme drehte sich ruhig um, als wollte sie dem Manne sagen, er mochte doch antworten. Da sah sie ihn erstaunt zusammengekauert dastehen, wie ein Stier, der auf seine Beute zustürzen will. Nein," rief sie ärgerlich, nein, sieh die Blumen nicht an auch den Brunnen nicht heb auch die Schau fel nicht auf wenn Dich das so böse macht!" Draußen donnerte man mit wüthenden Schlägen gegen die Thür. Nun hllpste Liline auf den Mann zu. hmg sich an seme Bluse und sagte schmeichelnd zu ihm: Du mußt Papa aufmachen.., Du hast mir doch versprochen, nett zu sein wie Greln und vor allem gieb mal die Schaufel her sonst muß ich weinen. Leichenblaß, am ganzen Leibe zi! ternd, blickte der Mann in die klaren Augen, die sich auf ihn richteten. Wieder zeigten sich die beiden Thränen. n 5i e. c r.s ri"t. ..s M rncn er ein oumpses lvynen aus wie ein besiegtes Thier und lieft die Schaufel fallen. Liline legte ihr klei neS Händchen in die große, rauheHand und führte den Mann zjur Thür. Dann begann sie fröhlich herumzu springen. Siehst Du, ich bin zu klein schieb Du den Riegel zurück!" Er erhob die Hand, zögerte eine Sekünde und öffnete dann plötzlich mit einem Ruck. Drei Warter stürzten sich auf den Mann m dr grauen Bluse und war fen ihn zu Boden, während ein vierter Wärter das kleine Mädchen ergriff und fieberhaft an sich preßte. Doch als Liline sah, daß alle zusammen den gefesseltenMenschen wüthend nach dem Gefängniß zerrten und ihm heftige austschlage zwischen die Rippen ver sedten. oeaann sie zu schluchzen: .Papa, Ihr dürft ihn nicht schla
gen. Er hat mit mir gepteir. i
. . m m gar nicht böse. Papa, Ihr sollt ihn Nicht schlagen, ich will es Nicht!" Der Gefangnißwarter zuckte ungeduldig die Achseln und versetzte: ! .Laß doch, kleines . Narrchen! Er ist ja ein Mörder und noch dazu ein halbverrückter!" Europaische Nachrichten Sachsen. Dresden. Auf ein 40iähriqes Bestehen konnte dieser Tage die hiesige Firma Gebr. Augustm, Zeltzerstratze 5, zurückblicken. Aus bescheidenen Anfängen heraus hat sich dieses Lan de-produlten- und ColomaiwaarenEngroshaus zu einem der ersten in dieser Branche am Platze emporgearbeitet; an seiner Spitze steht noch Wilh. Louis Augustin, ein Mitbegründe? der Firma, in seltener Nüstigkeit. Ferner beging die 81 Jahre alte Frau Flarng ihr LoiahriaeZ Hausmanns-Jubiläum. Chemnitz. Den Eheleuten, pensionirtem städtischen Baubeamten Künzel und Therese Juliane Emilie Künzel geb. Seyfert Hierselbst, war es vergönnt, die goldene Hochzeit zu feiern. Das Jubelpaar wurde in der Schloßkirche durch Ephoralhilfsgeistlichen Wustmann eingesegnet und ihm eine vom Kirchenvorstand gestif tete Bibel überreicht. Dennheritz. Auf dem hiesigen Haltepunkte wurden dem Privatmann Engelmann beim Aussteigen rnil einem Personenwagen 4. Klasse eine noch im Gang befindlichen Personen zuges beide Füße überfahren. Der Berungluckte wurde dem Krankenhause in Meerane zugeführt und ist dort bald darauf verstorben. Groß - Schonau. Hier erhängte sich die 69 Jahre alte Wittwt Häbler. H e r r s a u. Am Rechen der hiesiaen Papierfabrik ist der 32 abri alte, seit längerer 3m vermine Po samentier Paul Hermann Röscher aus Eltestedt - Woldenburg, zuletzt tu Schmollen, als Leiche aufgesunden worden. Leipzig. Dieser Tage beging der Spiegelfabrikant und Glasermei ster Albert Kabitzsch und Frau, hierselbst. Windmühlenstraße 39, das Fest der goldenen Hochzeit. Kabisch konnte übrigens bereits am 2. December 1904 sein 50jähriges Meisterjubiläum feiern. Naundors. Infolge Schwermuth hat sich die im hiesigen Erbgericht wohnhafte Auszüglerin verw. Wolf das Leben genommen. O e I s n x fe. Einer Blutvergiftung ist der aus Tirpersdorf stammende 15jährige Fleischerlehrling Paul erlegen. Er hat nch unbedeutend am Finger verletzt; es trat Wundstarrkrampf ein und Paul verschi?d nach kurzem Kranksein. P I a u e n. Todtlich verunglückt ist hier auf einem Neubau der im 20. Lebensjahre stehende ledige Zimmermann Arno Meyer. Rerchenbrand. Hier äscherte ein Schadenfeuer das alte Fabrikgebäude der Diamant-Fahrradfab'rik von Gebrüder Nevoigt vollständig ein. ?ln dem Gebäude befand sich die Schmiederei, die Dreherel und die Lo therei der Fabrik. Waldenourg. Zwei größere Schadenfeuer wütheten letztens m un serer Gegend und äscherten 5 Gebäude ein. Im nahen Wolperndorf brach im Berger'schen Gute Feuer aus, dem zwei Seitengebäude zum Opfer fielen. Hier konnte das Wohnhaus gerettet werden. Im nahelie aenden Grumbach wurde das Anwe sen des Gartengutsbesitzers Gimpel ein Raub der Flammen. Mühle, Wohnhaus und Seitengebaude brann ten total nieder. Fast alles Mobiliar und die Mühlen-Maschinen wurden vernichtet. Die Flammen verbreiteten sich so schnell, daß die zahlreichen am Platze erschienenen Feuerwehren sich nur aus.Lokallsirung des Brandes beschränken konnten. In beiden Fällen wird Brandstiftung vermuthet. KesseN'Varmlkadt. D a r m st a d t. Das fünfjährige Sohnchen des Ingenieurs Thesing ge rieth beim Spielen unter die Räder eines Möbelwagens und wurde schwer verletzt m s städtische Krankenhaus aebramt. Gießen. Letztens waren es 2o Jahre, daß Kirchenrath Dr. Naumann sein Amt als erster Pfarrer mer angetreten hat. Leider verbot sein schon seit längerer Zeit leidender Gesundheltszustand, den Tag, wie es sonst qeschehen wäre, mit einer größeren Feier zu begehen. Doch kamen aus allen Theilen und Kreisen der Ge-m-mde die Zeichen herzlich liebevollen und dankbaren Gedenkens m Gratu lationen, Blumengrüßen und Gaben. Habltzhelm. In den Ruhestand versetzt wurde der hiesige Schullehrer an der katholischen Schule Johann AloyS Gieles auf sein Nachsu chen unter Anerkennung seiner lang jährigen treuen Dienste und ihm aus diesem Anlaß das silberne Kreuz deS , Verdienstordens Philipps des rofr muthigen verliehen. Mannhelm. In der (Sautot kaserne machte der Unteroffizier Dui von 87. Jnfanterie-Regiment seinem Leben durch Erschießen ein Ende. Er hatte vierzig Mark unterschlagen und sollte sie abliefern, ohne das un Stande zu sein. Ein Schnellzug
überfuhr unweit der Bahnhofshalle
den Guterboden-Arbeiter Schmitt aus Heidesheim. Dem Aermsten wurden beide Beine und ein Arm abgequetscht. Er wurde noch lebend in das Hospital gebracht. N a u h e i m bei Groß-Gerau. Dieser Tage feierte Gemeinde-Einnehmer Müller sein fünfzigjähriges Dienstiubiläum. Die ganze Gemeinde betheiligte sich an der Ehrung des verdienten Mannes; alle seine Collegen aus dem Kreise waren erschienen. 'ZJayern. München. Oberregisseur Sadits am hiesiaen Hoftheater erhielt anläkich seines vierzigjährigen Kunstlermbiläums als Ehrengabe der Intendanz einen silbernen Lorbeerkranz, während Intendant v. Possart dem Jubilar persönlich einen silbernen Becher überreichte. Vor Kurzem erschoß sich hier der Leutnant Friedrich Frhr. v. Feilitzsch vom 1. Feld - Artillerie-Nc-giment. Schon seit längerer Zeit bemerkten Verwandte und Freunde des Frhrn. v. Feilitzsch, der in der ersten militärischen Charge, seit 1. November etzten Jahres diente, auffallende Nervosität. Der so jäh aus dem Leben Geschiedene ist ein Sohn des in Ebermannsdorf lebenden Oberstleutnants a. D. und Gutsbesitzers Frhrn. v. Feilitzsch und ein Neffe des Ministers des Innern, Grasen Feilitzsch. B a m b e r g. Justlzrath Franz Kreppel, der älteste hiesige Notar, ist an einem Schlaganfall gestorben. Donauworth. Im 81. Lebensjahre verstarb auf seinem Gute Neudegg der lebenslängliche Reichsrath Hermann Freiherr von GaisbergSchockingen. E l ch st ä t t. Letztens waren es 50 Jahre, daß das ehemalige 3. JägerBataillon hier seine Garnison baog. wo es So Jahre verblieb. AuZ diesem Anlaß wurden vom Verein ehemaliger 3er Jäger Hierselbst größere Festlicheiten veranstaltet, zu denen die JagerVereinigungen München und Nürnberg erschienen waren. Eine prachtvolle Standarte wurde enthüllt. Landshut. Dampfwaschansialtsbesitzer Geyer wurde auf dem Wege durch die Stadt von einem hcftigen Unwohlsein befallen und m em naheliegendes Geschäft verbracht. Die sofort herbeigerufene Sanitätsmannschaft konnte keine Hilfe mehr leisten, da Geyer inzwischen bereits einem Schlaganfall erlegen war. Nürnberg.. Der m Passau stationirte Packmeister Kainz, der einen Nachtpersonenzug von dort hierher zu begleiten hatte, stürzte bei der Durchfahrt in Haltestelle Pölling, ohne daß es von dem übrigen Zugspersonale bemerkt wurde, aus dem Packwagen und zog sich am Kopfe ziemlich bedeutende Verletzungen zu. Pfaffenberg. Außerb'lb ununseres Dorfes scheuten die Pferde d.'s Dr. Schreiner schen Fuhrwerks an einem entgegenkommenden Motorfahrrad und warfen die Kutsche über die Straßenboschung. Von den Insassen des Wagens wurden die beiden Töchter Dr. Schreiners leichter verletzt, während der etwa 70 Jahre alte Kutscher bereits auf dem Wege in's hiesige Krankenhaus verschied. Schwandorf. Kurzlich wurde der verheiratheteHeizer Johann Brunhold von hier, der sich vom Maschinenhause heimbegeben wollte, von einem einfahrenden Zuge nächst dem Bahnmeistermagazin erfaßt, bei Seite geworfen und tödtlich verletzt. Würz burg. Daö hiesige Korps Franconia", eine der ältesten deutschen Studenten - Verbindungen, oe ging dieser Tage sein 100jähriges Stiftungsfest. WUrttemverg. Stuttgart. Dieser Tage beging dcr Rahmenschreiner Zaul Zim merle bei der Firma Louis Rath, K. Hofkunsthandlung hier, sein 2oiahn ges Geschäftsjubiläum. Der Jubilar wurde aus diesem Anlaß mit einem Geldgeschenk erfreut und sein Arbeitsplatz mit Blumen geschmückt. In der Bahnhofstraße ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Zwei Pferde des Fuhrwerksunternehmers Gustav Kurtz. die vor einen Latrinenwagen gespannt waren, kamen mit dem Wa gen, von dem sich zwei Räder losgelöst hatten, so schwer zu Fall, daß beide vereadeten. Der Kutscher wurde dabei vom Wagen geschleudert, erlitt einen Schädelbruch und bliebt todt am Platze liegen. Bietigheim. Auf tragische Weise verlor der 19jährige, von Großbottmar gebürtige Gotthilf Baldreich, der bei dem Metzgermeister Dietz aushllfweise beschäftigt war, sein Leben dadurch, daß ihm der 15jährige Sohn seines Prinzipals aus Unvorsichtigkeit mit einem Messer in das Herz stach. Dürrmenz. Unter außerordentlich großer Betheiligung wurde Kunstmllhlenbesitzer Fritz Bauer hier, der nach langem und schwerem Leiden im Alter von 65 Jahren in Stuttgart starb, zur letzten Ruhe bestattet. F e u e r b a ch. In ' der PapierWaarenfabrik und Buchdruckerei von I. L. Kraut hier wurde der Heizer Wilh. Kraut, der dem Schwungrad der Maschine zu nahe gekommen war, an die Wand geschleudert und erlitt einen Schädelbruch. Der Verunglückte wurde in das Krankenhaus gebracht und erlag bald darauf seinen Verletzungen. K L n g e n. In seiner Wohnung hat sich der 66 Jahre alte Bauer Benz erhängt. Er lebte in günstigen Ver-möaensverdältnissen.
Ludwigs 6urg. Dragoner Un-
ger von der 2. Schwadron des hiesigen Dragoner - Regiments No. 25 wurde beim Satteln von einem Pferd derart auf die Brust geschlagen, daß er sofort todt war. 'Maden. Karlsruhe. Der Großherzog hat dem Kanzleisekretär Jakob Kölb bei derKaiserlichen Ober-Postdirektion Karlsruhe und dem PostVerwalter Pogsekretär Wilhelm Münch in Weingarten das Berdienstkreuz vom Zahringer Löwen verliehen. Baden-Baden- Hier trank. die Frau des Thierarztes Ferd. Rößer, dle sich unwohl fühlte, aus Versehen Hundegift und starb. Heldelbera. Vor Kurzem stürzte der 15jährige Sohn des Kul. urmeisters Weiser renn Spielen durch ein Glasdach der Engelbrauerei vier Stockwerke hoch herab und war sofort odt. Mannheim. Kürzlich fiel der 7.jährige Volksschüler P. K. Schwöbel von Neckarau, wahrend er lmNhem reibendes Holz herausholen wollte, rn den Strom und ertrank. Nie fern. In der Ent ertrank das 6 Jahre alte Töchierchen des Meallschlelsers Bauer. Das Kmd war auf der Suche 'nach Maikäfern auf einen kleinen Baum geklettert. Der Ast brach und das Kind stürzte in den Fluß. N e u st a d t. Hier verstarb - der langjährige Volksschul-Jnspektor Dr. Lutz infolge von Lungen- und Rippenfell - Entzündung. Lutz hinterläßt sechs Kinder, die nunmehr gänzlich verwaist sind, da die Frau des Dr. Lutz bereits vor mehreren Jahren gestorben ist. Oftersye,m. Hier wurde der Polizeidiener Müller von einigenBurschen überfallen. Einer schnitt ihm die Pulsadern am Unterarm durch. Der Zustand des Mißhandelten ist bedenklich. Pforzheim In einem Stalle der Bürkle'schen Sägemühle im Würmthal brach Feuer aus, das die Scheune, sowie große Borrathe zer schnitten Hölzer zerstörte. Der Schaden ist bedeutend, die Ursache unbekannt. Schtffersiadt. Das etwa zwei Jahre alte Kmd des Bahnarbeüers Johann Mayer im Waldseerweg gerieth an em Glas mit Benzm und trank hiervon. Trotzdem ärztliche Hilfe alsbald geleistet wurde, laßt der Zustand des Kleinen das Schlimmste befürchten. S ch l i e n g e n. Auf dem hiesigen Bahnhof erfaßte ein durchfahrender Schnellzug den 66jährigen WeichenwarterKiefer und warf ihn mit furchtbarer Gewalt zur Seite. Schwere Verletzungen führten alsbald den Tod des Mannes herbei, der 33 Jahre lang im Staatsdienst thätig war. Schwetzingen. Durch einen Sturz vom Rad erlitt der verheirathete Vicewachtmeister Sipplie von der hiesigen Eskadron so schwere Verletzungen, daß er bewußtlos vomPlatze getragen werden mußte. Im städti schen Krankenhaus, wohin der Berunglückte überführt wurde, konstatirten die Aerzte einen Arm- und Schädelbruch. Tiefe nbronn. Hier brach ktirzlicS Feuer aus, welches die Scheuer des Landwirths Schmitt und darauf daZ Gemeinde - Armenhaus zerstörte. Die einheimische Feuerwehr konnte der Weiterverbreitung Einhalt gebieten. Spielende Kinder haben den Brand verschuldet. V i l l i n g e n. Kürzlich verungluckte m Engen der 28iährige verhnrathete Bremser Maier von hier, indem ein Wagen aus dem Geleise sprang und ihn in die linke Seite traf, so daß er einen fünffachen Rippenbrück' erlitt. ßrsaß.Lotbringen. Straßburg. Der hiesige Bürgermeister Back wurde vom Kaiser zum Wirkl. Geheimrath mit dem Titel Excellenz ernannt. Be: Leguna ei ner Kabelleitung auf dem Gutenbergplatz stieß man auf mächtige Fundamente: Die Grundmauern der im Iahre 1321 erbauten alten Straßburger Pfalz. Den Gutenberqplatz, der vor 600 Jahren noch Martinsplatz hieß, hatte man deshalb für das Stadthaus erkoren, damit die Anhänger der beiden mächtigsten Geschlechter Zorn und Müllenheim von ihren Trinkstuben auö gleich weit dorthin hätten." Die Pfalz war em fchoneö gothisches Gebaude. M ii l h a u s e n. Dieser Tage wurde das 25jährige Jubiläum des Dr. Emilio Nölting als Direktor der Ehemieschule begangen. Dem Jubilar, der aus Amerika stammt, wurde eine goldene Erinnerungsmedaille gestiftet und durch drei Industrielle ein Betrag von 10,000 Mark für eine Nölting Stiftung übergeben. W a n z e n a u. Hier ist die Wlttwe Kuniaunde Acker geb. Obermoser in ihrem 102. Lebensjahre gestorben. Nachdem thr im Borzahre das seltene Glück zu theil geworden, ihr hundertsteS Lebensjahr in voller Gesundheit zu vollenden, stellten sich die Schwachen und Gebrechen deS AlterS' nach und nach ein. Wiewohl der Tod nicht unvorhergesehen eintraf, hat er dem langen Leben doch ein rasches Ende gemacht. Die Verstorbene war am 15. Februar 1804 zu Kestenholz geboren. NauHt Mi Tish I Mingo.
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