Indiana Tribüne, Volume 28, Number 280, Indianapolis, Marion County, 19 July 1905 — Page 5

Jndiana Tribüne, 59. Juli 1905

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CXO tOSOtOt&SQOiO tosotososo 1 Ltttttp und Schuft, f Q 5 o f w O JumorrsKe ton Eufcmia v. Adlersfcldt. 0 iSaUcflrcm. g 0 :5 SO tO OSO; COiO l OlOiO lOi ö Ob ich was liebe? Die Dackel? Na und ob!" sagte der Rittmeister v. Horst auf die an ihn gerichtete Frage. Sehen Sie, der Dackel ist überhaupt ein UeberHund durch die äußere Erscheinung und seine Charakter - Eigenthümlichkeiten, durch die er sich wesentlich von seinen Kollegen unterscheidet. Einen Dackel lernt man nie ganz auZ, weil er ja viel flüY.er ist als unsereins bitte sagen Sie nicht ,oho sondern schaffen (Bis sich einen cn und Sie werden mir recht getcn. Ich treiD: nun schon über zehn Jahre Dackologie. aber mein Dackel schlägt mich immer noch, wenn ich denle: jetzt bist Du ihm über. Na, und zweitens verdanke ich einem Dackel das Glück meines Lebens." Man sachte!" war die lachende Erwiderung. Lebensglück ist ein bischen viel, behauptet, denn einmal sind Sie unseres Wissens weder vermählt noch verlobt" Eben deswegen," fiel der Nittmeister behaglich schmunzelnd ein. Dunkel ist meiner Viede inn und ich soll herausrücken mit der Geschich'e? Warum auch nicht? Zehn Jahre sind drüber hingegangen, Verjährung also längst eingetreten. Zwar es heißt einem Andern Unrecht thun, wenn ich diesem Spezialdackel allein das Verdienst zuerkenne, der Nekter meines Lebensglückes zu sein, denn ein Kater ein richtiger, lebendiger, vierbeiniger roiher Kater theilt sich mit ihm in diesen Ruhm, aber da der Dackel durch seinen Intellekt die treibende Kraft gewesen und d:r Kater nur sein Werkzeug, so mag es mir Schuft verzeihen, wenn ich ihn bei dieser Episode bisweilen in den zweiten ang stelle und Lump in die erste Reihe; denn der Dumme, der die Arbeit thut für den Klugen, ist ja allemal der Geleimte in dieser Welt. Also: Ich war ein noch junger Leutnant und hatte meine ersten Jahre in der Löwenhaut redlich dazu benutzt, eine Menge Geld zu verbrauchen, dessen Werth einem in diesen seligen Zeiten natürlich ganz unklar ist. Nachdem meine gute Mutter eine Serie größerer und kleinere: Posten für mich bezahlt und summirt hatte, fand sie, daß das .so nicht weiter gehen könnte und wählte als sicherstes Mittel dagegen eine sogenannte ,gute Partie' für mich. Da ich es leugnete, die Bekanntschaft solcher zu haben, so entwarf sie se'.bst ihre Liste, und unter Absolvirung eindringlicher und öfterer Standpauken wurde ich denn auch glücklich zur 'Brautschau gepreßt. Obenan auf der Liste meiner Mutter stand das einzige Kind ihrer theuersten Jugendfreundin, die sie zwar seit ihre? Aerheirathung nicht mehr wiedergesehen hatte, mit der sie aber eine regelmäßige Geburtstags- und Neujahrskorrespondenz . aufrecht erhielt. Sie , war mit einem Gutsbesitzer in einer Gegend mit settem Boden vermählt. und nach der Schilderung meiner Mutter, die sie durch die rosige Brille einer angemessenen Entfernung betrachtete, ein Muster aller Tugenden,

die sich nothgedrungen auf ihre einzige Tochter vererbt haben müßten. Meine Mutter betonte darunter besonders die bewundernswerthe Sparsamkeit, mit welqer ihre Freundin gewußt hatte, mit ihren damals geringen Mitteln hauszuhalten. Es wollte mir nach den Schilderungen dieser Tugend zwar scheinen, als ob die Freundin ihre Sparsamkeit aus anderer Leute Un kosten ausgeübt hätte, aber meine Mutter wies diese ketzerische Ansicht sehr entrüstet zurück. Im Uebrigen gefiel mir die Photographie meiner Zukünftigen recht gut sie war danach ein aus fallend hübsches Mädchen und wenn sie nicht mit Vornamen Selma .geheißen hätte ich habe immer ein Vorurtheil gegen ,Selma' gehabt so wäre ich mit memem Loos ganz einverstanden geWesen. Nach einer längeren, geheimmßvollen Korrespondenz meiner Mutter mitFrau v. Mörbel wurde dann beschloßen, daß ich ,auf einer Reise nach dem Rhein' auf dem Landgut mit dem fetten Boden eintreffen sollte, ,um en passant bei dieser Gelegenheit Grüße und einen Brief von meiner Mutter zu überbringen.' Dieser Vor wand wurde nämlich gefunden, um ,den beiden jungen Leutchen ihre Harmlosigkeit nicht zu rauben' wenn dabei die süße Selma aber ebenso harmlos der Entrevue entgegensah wie ich, dann war die Umschreibung beziehungsweise die Legende gut. Ich ging alfo auf die Brautschau. Im wunderschonen Monat Mai. als alle Knospen sprangen, trat ich meine Rheinreise an, das heißt ich fuhr mi direktem Retourbillet nach der kleinen ProvlNZialstadt. in deren Nachbarschaf mein Mekka lag, logirte mich daselbsi im Gasthof ,zum grünen Kranze' ein und sandte den schon vorher aeschrieoe nen Brief an Frau v. Mörbel ab, in welchem ich um den Vorzug bat, meiner Mmte? Gruße personlich überbringen zu dürfen. Als dies geschehen, begab ich mich zum Abendbrod in den Speisesaal des kleinstädtischen Gasthauses, das sich nutür'Hotel' nannte und traf da zu meiner Tn&igen Ueberraschung meinen alten Freund Mayer Karl Mayer mit dem ich aus dem Gymnasium m .sammen gewcsct!, und der nun hier sei nein Jahr seine Jugend als Referen

dar vertrauerte.. Na, die Freude, uns.

wiederzusehen! Natürlich aßen wir zuammen und nach einer halben Stunde. wußte Karlchen auch glücklich, weshalb ch im Orte war. Ohne Erklärung wäre das Faktum ja auch ganz unvertandllch aeweien. das lab ick ein. und da ich mich nicht den r-beliebigen schwarzen Verdachten Karlchens aussetzen wollte, so vertraute ich mich ihm unterm Siegel der tiessten Verschwiegenheit an. .All riglit, jagte er. ,JH wünsch' Dir viel Glück, alter Junge, aber wenn ich Dir einen guten Rath geben darf weißt Tu, ich kenne die Verhältnisse fycr und Du nicht hm die Mörbels haben so ihre Ideen über Verpflegung, und gehen besonders von dem hygienischen Grundsatz aus, daß das Essen eine schlechte Angewohnheit im Allaemelnen, das reichliche Essen aber im besonderen ganz verdammungswürdig ist. Wenn Du Dich dort also gleich als ein Spatz ' ., Aber Karinen ich habe doch einen so herrlichen Appetit, einen wahren Scheunen-Akkorddrescher-Appetit ich kann doch nicht verhungern,' vertheidigte ich meine in jenen seligen Jahren noch heiligsten Gefühle. ,Laß mich doch ausreden sagte Karlcken vorwurfsvoll. .Also: iß bei Mörbels weniger als ein Zaunkönig Spatzen freien für die dortigen Anstchten, und für meine auch, maßlos viel, faktisch den ganzen Tag was wollt' ich sagen? Richtig, wenn Du also bei Tisch sait nichts gegessen hast, so qeye dann in Dein stilles Kämmerlein, ziehe eine mitgenommene Wurst und eine Buchte Sökeland heraus und futtere Dich daran satt. Wenn Tu aber bei Tisch der Stimme Teures Magens nicht widerstehen kannst, dann bist Du bei Mörbels gleich unten durch und kannst Dir die Reise dahin sparen. Verstanden?'. Ich hatte ja ein Heupferd sein mussen, das nicht zu begreifen, und dankte Karlchen gerührt für seinen guten Rath. Dann kauften wir uns zusammen einen Affen und verbrachten damit einen kolossal netten Abend. Als ich am nächsten Morgen so gegen elf Uhr mit etwas nein, mit -sehr dickem Kopfe aufwachte, begrüßte mich ein vom Gründorfer Vuttermann abgegeca.:.: c. '"!..; tmx.t.f : vcuci üiic vci yiuii u. jjiuiui, ui welchem die. würdige. Dame, mich in schrecklich steif und ungeschickt'stilisirten Phrasen aufforderte, 'eü paar Äage bei ihnen zuzubringen. Der Brief war evident auch schon vor Eintreffen des meinen verfant und truq mit frischer Tinte die Nachschrift, daß der Gründorfer Wagen Nachmittags in Geschäften nach der -tadt führe und mich dabe: abholen wurde. Karlchen Mayer, dem ich den Brief bei Tisch zeigte, meinte, auf ein paar Tage wurde mir eine Reservewurst nicht viel nützen und empfahl eine entsprechend vermehrte Mitnahme von- .Fressalien Wir gingen also nach Tisch aus und kauften in der übrigens sehr wohlassorirrten Delikateßhandlung des Stadtchens ein, was Karlchen als gut empfähl und den verschiedenen Tageszei ten entsprechend für nothwendig zur Stillung meines normalen Appetits erachtete. Danach hat er mich jedenfalls auf einen Vielfraß taxirt, denn ich hatte Muhe, meine geheime Speisekammer in meinem Koffer und Reifesack unterzubringen und als beides auf dem hartsedengen Stoßbock von einem Wagen verladen wurde, machte der Kutscher Bemerkungen über die Schwere meines Gepäcks. Kurze Zeit nach vier Uhr Nachmittags langten wir denn im Paradiese an die einstündige Fahrt durch die frische Frühlingsluft hatte mir gottlob meinen Kater auch anähernd vertrieben und ich sah den Ereignissen ruhig enigegen. Der stoßende Wagen mit den verhungert aussehenden Kleppern davor, brachte mich vor die Thür des nüchtern aussehenden und jeden dekorativen Schmuck verschmähenden ,Herrenhauses' und ich stieg die kleine Freitreppe hinan, ohne daß ich durch Begrüßungen irgend welcher Art in Verlegenheit gesetzt wurde, wenn das Knurren eines Dackels nicht etwa dazu gehörte. Dieses Hundevieh saß vor der Thür in der Sonne und lehnte sich gegen einen enorm großen, rothen Kater, der mich mit grünen Augen anblinzelte und da ich für Thiere immer eine Schwäche hatte, so machte mir dies sonderbare Paar auch gleich unleugbares Vergnügen. Der Dackel wies meine Annäherung aber durch ein ohrenzerreißendes Gekläff zurück, der Kater machte einen Buckel und spuckte mich an und jedenfalls daraufhin erschien in der Hausthür ein Herr in Pantoffeln, gestickter Sammtmütze und angethan in einen Schlafrock, der so .speckig' aussah, daß es mich heut' noch wundert, warum man nie versucht hat, Bouillon daraus zu kochen. .Maul halten, Lump! Aus dem Wege, Schuft!' grunzte der Inhaber dieser herrlichen Garderobe. .Erlauben Sie ' fing ich empört an, denn ich dachte, er meinte mich, aber er winkte mir sofort ab. .Weiß fchon Leutnant v. Horst. Sehr angenehm: v. Mörbel. Bitte einzutreten. Verzeihen Sie meine Toileite dachte nicht, daß Sie schon, so zeitig kämen. Will er wohl endlich ruhig sein, Lump!' Daß mit dem ,Lump' der Dackel und mit dem .Schuft' der Kater gemeint war, beruhigte mich wesentlich. .Welche reizende Freundschaft er widerte ich. das Thema sofort zur Einleirung.. eines . Gesprächs benutzend. .Diese beiden lieben Thierchen machen

ja das Sprichwort von Hund und Katze

zunichte ,är fragte Herr v. Morni, unv nachdem ich meinen Speech, der mir allmälig schrecklich dumm vorkam, drei Mal wiederholt hatte, begriff er, was ich meinte. . h .Ja, ja der Lump hat sich den Schust-selbst -erzogen theilte er mir dann mit. Einer stiehlt immer toller wie der andere. Wo der Lump nicht mehr herauf kann, schickt er den Schuft' Damit fchuffelte Herr v. Mörbel mir voraus und iübrte mich in ein nms ßes Wohnzimmer, das aber schrecklich unwohnlich aussah so furchtbar aufgeräumt , und kahl und ungemüthlich. Nachdem er mich hier deponirt. zog mein Wirth sich schleunigst zurück und nach einem reichlichen Viertelstündchen erschien die Dame des Gebäudes. Frau v. Mörbel. groß, mager und gekniffen aussehend. Sie begrüßte mich aber ganz liebenswürdig und während sie mich noch nach meiner Mutter ausfragte, kam der Alte wieder zurück: er hatte sich Stiefeln angezogen, eine Krawatte umgemacht und einen Rock angezogen, der jedenfalls seines Schlafrocks Zwillingsbruder war, was das Alter betraf. Meine Tochter wird sich freuen, Sie kennen zu leernen fügte Frau v. Mörbel in die Pause hinein, welche des Alten Wiedererscheinen verursachte. ,ie hat sich heut' einem Picknick angeschlössen, das unsere Gutsnachbarn zur Maifeier arrangirt ein Lunch im Walde und muß nun bald heimkehren. Aber Sie werden gewiß eine Erfrischung haben wollen, Herr v. Horst! Wir haben hier im Hause den Nachmittagskaffee oder Thee, von dem Grundsatz geleitet, aufgegeben, daß es direkt gesundheitsschädlich ist, sich den Magen zwischen den Hauptmahlzeiten mit Getränken zu überfüllen, welche den Magensaft verdünnen und dem Herzen eine Arbeit aufbürden, die es nur schwer und zum Nachtheil des Wohlbefindens überwindet. Aber die Fahrt hat Sie vielleicht durstig gemacht?' Mir klebte die Zunge am Gaumen vor Durst, aber nicht von der Fahrt, sondern in Folge meines schwindenden Katers und mein ganzes Ich drängte nach einer Tasse heißen, starken Kaffee! Ihr könnt Euch also denken, wie mir das Herz sank bei der hygienischen Rede meiner Gastgeberin, wie es wieder auflebte bei dem Schluß! Sie erwartete sicher nicht, daß ich ,ja' fagen würde, aber ich sagte es: darob zog sie an einer perlgestickten Klingelschnur-eine Zimmerdekoration, die einem ordentlich die Zähne stumpf machte und nach 'einer Weile erschien ein weiblicher dienender Geist mit einem Tablett und darauf stand ein Glas, eine Karaffe mit Wasser und eine Schale mit Streuzucker! Die Gänsehaut, die mich bei dieser Sorte von Erfrischung' überlief, nahm Mir fast den brennenden Durst, aber nur für den Augenblick. Den Zucker ablehnend, was Frau v. Morbel sichtlich freute und mir bei ihr einen Stern im Brett verschaffte, stürzte ich ein Glas Wasser hinab aber Wasser aanz allein so ohne Kohlensäure und ohne Nichts ist kein gutes Katergetränk und wenn man jung ist, hat man seine Gesichtsmuskeln auch nicht immer in der Gewalt, kurz, ich fühlte, daß ich ein Gesicht schnitt, als ich das Glas ab setzte. .Schmeckt Ihnen unser Wasser nicht?' fragte Frau v. Mörbel mißtrauisch. .Das Grünfelder Wasser ist sonst berühmt gut ' ,Doch es ist großartig beeilte ich mich zu sagen, .es war nur nur nur ein wenig kalt!' Ter alte Mörbel hatte meiner Tränkung mit Interesse zugesehen und dabei schien ihm eine Erinnerung besserer Tage gedämmert zu sein, denn er sagte, leise und vage beginnend, dann sich steigernd, um das letzte Wort förmlich heraus zu brüllen: vielleicht möchte Herr v. Horst lieber etwasetwas Wein!' Ich hätte viel lieber etwas Kaffee gemocht, aber schließlich, Weißwein mit Sodawasser, so was man .Schorlemorle' nennt, wäre auch nicht übel geWesen. .Wein welche Idee! Wer wird denn jetzt Wein trinken!' erwiderte Frau v. Mörbel mit einem vernichtenden Blick auf ihren Alten, der darunter förmlich in sich - zusammenkroch. .Nein fuhr sie fort. .Herr v. Horst wird jetzt lieber auf sein Zimmer gehen und sich von seiner Reise etwas erholen wollen, willst Du ihn vielleicht nach oben führen?' Ob der Alte das wollte oder nicht, tx that's halt und führte mich in eine ganz hübsche, aber ein bischen leere Mansarden-Fremdenstube. in der mir jedenfalls wohler war, als in der ungemüthlichen Wohnstube mit der Wasservesper. Meine Sachen waren nach oben gebracht worden, doch ehe ich daran ging, das Nöthige für meinen äußeren Menschen bei Tag und bei Nacht auszupacken, zündete ich' mir eine Cigarre an und lehnte mich damit zum Fenster hinaus. . . . . Die Aussicht, die ich hatte, ging nach dem Hofe heraus, in welchen ich meinen Einzug gehalten;, sie war also nicht gerade überwältigend oder zu Oden, Sonetten und Rhapsoden begeisternd, denn die Wirthschaftsgebäude schlössen ihn von drei Seiten ein. Vor der Freitreppe war ein Rasenfleck mit einem verkümmerten Apfelbaum mitten drin und in dessen dürftigem Schatten sah ich' Lump und Schuft sitzen, eng aneinander geschmiegt, regungslos wie eine bemalte Thongruppe. Der Kater

hatte die Augen geschlossen oder that so

und sah blltzdumm aus, der Dackel aber beobachtete scharf mem Fenster und mich... als ich ihn aber lockte, wendete er den Kopf ab und seinem Freunde zu, der sich sofort dagegen rieb, dann erhob er sich, schüttelte sich und ging langsam ....W y . ? . .o rrv . ' i ;rx unv lomucocu, iuic es o aaeiau von dannen, gefolgt von dem Kater. Keine fünf Minuten später kratzt es an meiner Thür. .Nanu?' denke ich und gehe aufmachen, und wer steht draußen? Lump und Schuft! War der Kerl draußen blos so langsam gegangen, um keine unwürdige Eile in der Annähme meiner Einladung zu zeigen; aber Dackel und Katzen sind die neugierigsten Vierbeinec, die es gibt und durch Ausnutzung dieser Charakterschwäche kann man bei beiden noch manchmal etwas erreichen. Nach sehr flüchtige? Begrüßung meiner Wenigkeit, was Lump durch eine zitternde Bewegung seines Schwanzes, Schuft durch Reiben an meinen Beinen mit obligatem Schnurren. ausdrückte, machten sich beide umgehend an die Jnspizirung meines Gepäcks, das heißt der Dackel, gefolgt von dem Kater, schnupperte an meinem Kofser herum und begann dann denselben mit seinen kräftigen Pfoten zu bearbeiten. Der Kater, dessen Geruchssinn sehr schlecht ausgebildet ist, begnügte sich damit, auf den Koffer zu springen und zu schnurren. Erst wußte ich nicht, was der Lump mit meinem Koffer .hatte, dann aber dämmerte es mir: der Kerl witterte meinen Proviant! Donnerwetter wo sollt' ich denn den aufheben? Die Kommode war nicht zum Verschließen, fri Kleiderschrank hatte auch nur ein Druckschloß im Koffer behalten will man Wurstwaaren doch auch nicht, wegen des sonst ganz angenehmen Parfüms, das aus den Kleidern auszuhauchen aber nicht gerade üblich ist. Halt! Der Ofen! Geheizt wurde jetzt nicht mehr und ich hatte sagen hören, daß das Innere eines Ofens ein vortrefflicher Aufbewahrungsort für Würste pp. sei, weil sie dort in der Zuglust lägen ein Blick aber in das Innere dieses braunen Kachelungethüms belehrte mich, daß das Zimmermädchen es auch zur Aufnähme des Kehrichts für geeignet hielt, sintemalen ihr diese Prozedur den Gang nach unten ersparte. Und dabei gibt es Hausfrauen, . welche diese sinnreiche Einrichtung zur, Erleichterung des dienenden Standes nicht lieben! Es. lebe die Dienstbotenfraae! Na. also das Ofenloch war jedenfalls außer Frage em ! Schacht femer Offenheit wegen dito, aber nun entdeckte ich, daß der Ofen eine hohe ''Krönung hatte, hinter der sich meine Schätze eventuell verbergen ließen. Ich kletterte also auf einen Stuhl, und'die dicke Staubschicht hinter der durchbrochenen Gallerte beruhigte mich über die Gefahr einer etwaigen Entdeckung durch reinigende Hände. ' 7 iJch packte also erst die in meiner Reisetasche befindlichen ' Blechbüchsen mit Gänseleber-, Wild- und Geflügelpain aus mib rangirte sie auf dem Ofen, nachdem ich vorher weißes Papier über den Staub gedeckt, dann off nete ich . meinen Koffer und entnahm demselben unter der aufmerksamsten Beobachtung . Lumps, während " Schuft sich auf dem Sopha einer eingehenden Katzenwäsche vnterzog, was ich sonst aus Karlchen Ä!ayers Rath im Städtchen erstanden: einen kleinen, gerollten Schinken, mehrere Buchsen von Sokelands Pumpernickelscheiben, eine Trüffelleberwurst,' einen Zungenpreßmagen und eine fabelhaft dicke, bindfadenumwickelte Mortadellwurst. Da ich letz tere Delikatesse aber sehr ungern mag. so bewies mir ihr Besitz nur, daß ich bei ihrem Einkauf ungewöhnlich verkatert gewesen sein mußte. Gutmüthig, wie ich nun 'mal bin, bot ich also dem Dackel eine Scheibe von der Mortadella an-und siehe da: er qenehmiate sie nicht nur anzunehmen, sondern sogar nach seinem Geschmack zu smden, und das Trolligste war, daß er sich den Kater dazu holte, indem er ihn am Schwänze faßte und einfach vom Sopha zog. Die Futterung der Me nagerie machte mir Spaß und ich gab ihnen Mortadella, bis sie nicht mehr mochten, bis der Lump mit einem Seus zer der Befriedigung, angefressen wie eine Riesenschlange, hinsank, während der Kaker längst schon qenuq hatte. Unter dieser angenehmen Beschäftigung war die Zeit ganz hübsch vergangen, und bis ich meinen äußeren Menschen sein gemacht, wurde ich zum Abend essen gerufen. (Schluß folgt) .Vereitung der Ziegenb u t t e r. Wo in einem Haushalt mehrere Ziegen gehalten werden, berei tet man vielfach auch Butter aus ihrer Milch. Es kann dies auf verschiedene Weise geschehen. 'Man kocht die Milch und schöpft nach einigen Stunden den Rahm vorsichtig aö und buttert ihn in einem kleinen Handbutterfaß. ' Man kann aber auch so verfahren, wie. bei der Kuhmilch, indem man die Ziegenmilch in flachen Gefäßen zur Rahm bildung aufstellt, alsdann den Rahm abschöpft und buttert.' Die Ziegenbut ter ist von weißlicher Farbe und hält sich nur kurze Zeit, kann aber als Kochund Speisebutter' Verwendung' finden. Boöhast. Weiuhundler: Also den Wein , wollen Sie mir 'nicht bezahlen?- K'ü n d r: ;Nern; aber wenig stens sollen Sie an mir, nichts, vciltc ren jch gebe Ihnen die. leeren Ilaschen ? - .ii-

, MfMbMM

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