Indiana Tribüne, Volume 28, Number 279, Indianapolis, Marion County, 18 July 1905 — Page 7

Jndlana Tribüne, IS 3ult 1905.

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t Vioman von ictitl Slnlnenroid? tmcnrctdj 1 H " (Fortsetzung.) . 'Mmälia nahm sein Verhalten Margit gegenüber einen anderen Charakter an. War er so lange der stets ausmerksam um sie besorgte, ältere Freund gewesen, so wurde er nun ein heimlich, aber deshalb nicht minder leidenschastlich Werbender, der sie gleichsam einhüllte in die tausend kleinen Beweise ferner Liebe. Sie konnte nichts wünschen, was er nicht schon borgeahnt und ihr zu Füßen gelegt hatte; sie konnte nichts wollen, wofür er ihr nicht schon die Wege geebnet hatte. Bei seinem g:radezu hypnotisirenden Einfluß aus Margits Mutter bedürfte es seinerseits immer nur eines leisen, kaum merkbaren Anstoßes, damit für das junge Madchen geschah, was sie nur erträume: konnte. Das gai:ze Hauswesen wurde ihr, nur ihr allein Unterthan keine Blüthe hob im Garten ihr Köpfchen, wenn Margit nicht gerade diese Blüe zu lieben schien. Talei war es kein? leichte Aufgabe, ihr überhaupt noch Wünsche nahezulegen, ihr, die ohnehin leicht gebettet war, wie nur wenig andere Menschenkinder. Aber es gelang fernem nie rastenden Spürsinn, immer Neues zu finden, was sie erfreute. Auch der Wintergarten-Anbau entstand lediglich auf eine Anregung Webers. Margit hatte einmal, als er die Schilderung eines solchen vorlas, ausgerufen: Wie schön!" Sie nahm seine erfinderische Hingebung entgegen, wie etwas, das eigentlich ihm mehr Freude machte, als ihr, der sie galt. Sie blieb freundlich, zutraulich, wie man es ihm gegenüber gar nicht anders sein konnte, aber seine werbende Zärtlichkeit schien sie mehr zu verwundern als zu erwärmen. Und wenn auch ihre Stellung zu Reimers keine wesentlich andere war, so empfand doch Weber den geringen Unterschied er sah es heranschleichen wie eine tückische Krankheit, daß sie jenen langsam zu bevorzugen begann. Noch war, das wußte, das empfand er, kein bindendes Wort gefallen zwischen Margit und Reimers; aber er wußte auch, daß dies Wort in der ust schwebte, daß der nächste Zufall es aussprechen lassen konnte. Dabei sah er, wie die Mutter das sich entwickelnde Verhältniß begünstigte. Und während ein stiller, zehrender Haß gegen Frau Houston sein Herz zu erfüllen begann, entwarf er einen abenteuerlichen Plan, wie er, der zum erstenmale in seinem Leben mit jeder Faser seines leidenschaftlichen Wesens liebte, mit einem Schlage Herr werden konnte über alles, was ihm entgegenstand. Natürlich blieb jede offene, rasche Gewaltthat ausgeschlössen. Er wollte ja nicht gefürchtet werden seine Seele schrie ja nach Liebe! Als Mrs.. Houston, immer im Zusammenhang mit ihrenHerzenswünschen, der Ehescheidungssrage näher trat und ihr Mr. van Dyk nahelegte, daß ihr persönliches Erscheinen in New Iork die Sache vereinfachen möchte, hatte Weber nichts Geringeres vor, als sich die Theilnahme an dieser Reise zu sichern, da man Margit doch unmöglich allein hier lassen konnte. Er wollte. was irgend von dem Vermögen seiner Herrin flüssig zu machen war. in seine Hand bringen, um, einmal mit den beiden Frauen auf amerikanischem Boden, seinem Willen Nachdruck verleihen zu können, falls man ihm Widerstand entgegensetzte. Damals hatte er. ein Mensch der raschen That, damit begonnen, die Diamanten der Frau Houston gegen unechte Steine zu vertauschen. Da er ganz unbedingtes Vertrauen genoß, hatte das keine Schwierigkeit. Für ihn gab es keine verschlossenen Thüren im Hause, oder es war ihm doch jeder Schlüssel zugänglich. Ein Theaterbesuch der Damen genügte, um das Etui mit der Riviere herauszunehmen eine andere kurze Abwesenheit, um das mit falschen Steinen besetzte Schmuckstück an seine Stelle zu legen. Bald aber erschien ihm dieser Anfang kleinlich und verfehlt und er leitete die Geld-Mani-pulation mit der Bank ein. die ihm reichlich eine Viertelmillion in die Hände spielen mußte, wenn sie gelang. In erster Reihe mußte er versuchen, den Depotschein über die Kassette in seinen Besitz zu bringen und hauptsächlich ein Dokument, das ihn ermächtigte, das ganze Guthaben Frau Houstons bei der Bank abzuheben. Aber gerade diese Absicht mißlang zuerst. Aus den Rath des jungen Reimers hatte Frau ou ston die Bestimmung getroffen, daß nur sie selbst oder jemand, den sie ausdrücklich ermächtigen würde, ihr Geld bei der Bank sollte beheben können. Weber mußte also alles übrige in seine Gewalt bringen. Der Kassendepotschein würde, wenn er eine Werthangabe enthielt und der Inhalt der Kassette überdies notariell beglaubigt war. unschwer von einer anderen Bank mit etwa zwei Dritteln des Werthes beliehen werden immerhin wieder hunderttausend Mark, um die sich seine Position stärkte. Aber während Mrs. Houston bereitwillig auf alle seine Anregungen hinsichtlich des neuen Depots bei der Bank einging, widersetzte sie sich lebhaft seinem Wunsche, sie zu begleiten. Sie fürchtete sich vor sich selbst. Damit wer für ihn die Loosung gefallen: er mußte auch gegen.den Willen.von Mar-

gits' Mutter so bald wie möglich wieder in die Nähe des jungen Mädchens kommen mußte jenen' die Rückkehr hierher, wenn nicht unmöglich, so doch so widerwärtig und peinlich machen, daß e schließlich sich darein ergeben würden, mit ihm, der ein gut Theil ihres Vermöaens in Händen hielt, in Amerika zu bleiben, sich feinem Willen ZU fügen. Aber ihm. der fast zehn Jahre hindurch unter den Augen der amerikanischen Behörde die verwegensten, tollkühnsten Streiche ungestraft durchgeführt hatte, ihm verwirrte diesmal ein fremdes Empfinden den sonst so ruhig und kalt erwägenden Verstand. Immer wieder mußte er sich erinnern, daß er Margits Liebe nicht durch Schrecken und Gewalt gewinnen konnte. Das brachte etwas Halbes, Schwankendes in die ganze Anlage seines Planes. Hier schreckte er zurück dort würde es ihn auf dem einmal betretenen Wege weiter treiben, als er gewollt. Und erst im letzten Augenblick, als schon alle Vorkehrungen getroffen waren, sowohl für die Abreise der beiden Damen, als auch für die Durchführung seiner Absichten, kam ihm zur Erkenntniß, daß vielleicht alles, womit er sich von Neuem belasten wollte, unnöthig würde, wenn er nun endlich .den entscheidenden Schritt thäte und Margit von seiner Liebe spräche. Noch bevor die Gäste aus der Stadt gekommen waren nur die Engelhards waren schon im Hause fand Weber Gelegenheit, 'lüargtt allem zu preazeu. Er brachte ihr eine kleine Kollektion von Büchern, die sie mit auf die Reise nehmen wollte. Und er fühlte, daß diese kostbaren Minuten über sein Leben entscheiden würden. Fräulem Margit," begann er, ich werde heute Abend, wenn es zum Abschiednehmen kommt, hinter andern zurückstehen müssen. Deshalb möchte ich bitten, Ihnen jetzt einige Worte sagen zu dürfen." Sie war beschäftigt, Kleinigkeiten für die Reife zurechtzulegen und hielt ein wenig erstaunt inne; sie sah ihn an, als wollte sie sagen, zwischen ihnen bedürfe es keiner Worte; sie wußte ja. wie ergeben er ihr war. Und als hätte er von ihren stummen Lippen gelesen, fuhr er fort: Sie haben recht, Fräulein Margit: es gäbe eigentlich nichts mehr zu sagen, was ich Ihnen nicht schon durch tausend und abertausend Zeichen zu verstehen gegeben hätte. Nur möchte ich, bevor Sie nun fortgehen, wissen nur aus einem einzigen Worte möcht' ich es erfahren, ob Sie mich denn auch begriffen haben! Nein!" rief er plötzlich leidenschaftlich aus, ich sehe es an Ihrem ahnungslosen, fragenden Blick nein, Margit, Sie wissen es nicht, daß ich Sie liebe daß ich zu Grunde gehen werde, wenn Sie mir nicht wenigstens Hoffnung geben. Ich will warten, mich bezwingen! Nur sagen Sie mir, daß es Ihnen nicht unmöglich erscheint, einst an meiner Seite glücklich zu sein-ich flehe Sie an, Fräulein Margit blicken Sie tief in Ihr Innerstes, bevor Sie mir mit einem Nein antworten." Wie ste ihn so vor sich stehen sah in flammender Leidenschaft und doch sich

gewaltsam beherrschend, ein ganzer Mann, dem doch die Demuth der Liebe den Nacken beugte, da überkam sie ein seltsames, beängstigendes Gefühl. Es war etwas in seinem Wesen, das sie heute zum erstenmale gewahr wurde etwas, das ihn in direkten Gegensatz brachte zu einem anderen Manne, mit dem sich ihre Gedanken in diesen Tagen vielfach beschäftigt hatten sie wußte selbst nicht: war es Furcht, was ihr Weber jetzt einflößte, oder sprach für den andern ihr Herz anders als für ihn? Aber die von Kindheit auf gewohnte Freiheit im Verkehr mit dem andern Geschlecht ließ sie sehr schnell wieder ihre natürliche Unbefangenheit nnden. Ich weiß eigentlich nicht, weshalb mich Ihre Worte so sehr überraschen. Herr Doktor ich hätte längst wissen müssen, was Sie mir jetzt gesagt haben Und daß ich Ihnen trotzdem nicht ant Worten kann weder mit einem Ja. noch mit einem Nein das beschämt mich beinahe. Aber ich darf Sie auch nicht belügen: seit Sie so mit mir spre chen, wird mir klar, daß mir Jemand anders näher steht, als Sie. Ob das. was ich erst seit wenigen Augenblicken! für den andern empfinde. Liebe ist, oder ob ich Liebe jemals für Sie empfinden konnte ich weiß e Ihnen nicht zu sagen!" Auch nicht, wenn Sie damit mein Leben retten können?" Auch dann nicht ich weiß es nicht!" Er schritt schwankend kzinaus. Wenige Stunden später wußte er, der mit den tausend Augen der Eifersucht sah, was Margit bis dahin nur geahnt hatte: daß sie den jungen Anwalt liebte. Er horte auch, was Mar gits Mutter jenem als tröstende Verheißung zurückließ: Wenn sie gesund heimkehrte dann! dann gewiß! Und in diesem Augenblick war ihm. als sänke er aus sonniger Höhe in tiefe, tiefe Nacht. Was er von nun ab that, waren sozusagen nur Reflexwirkungen von alledem, was sich vorher in seinem Hirn zu einem Plan geordnet hatte. Wie einen Fremden beobachtete er sich selbst während der Verhandlungen mit den beiden Reimers, beinahe neugierig, wie jener Fremde seine Rolle zu Ende spielen wurde. Snn ungeschickter Ver such, die volle Wertangabe für die Schmucksachen zu erzwingen: dann wieder sein Verhalten, als auf die

Feuerversicherung öie vreoe lam, oas schienen ihm gleichsam Hoch- und Tiefpunkte in dem Thun jenes Wilhelm Weber, den er nicht aus den Augen ließ. Wie einfältig, seinen Zorn merken zu lassen, als der alte Engelhard mit der Handtasche kam und es ihm dadurch unmöglich machte, den Depotschein über den Schmuck an sich zu bringen. Der hätte ihm doch kaum viel genützt, da man ja die W?rthgewähr verweigert hatte! Und dann wieder wie meisterhaft seine Haltung bei der Abfahrt der Damen! Als der Zug sich in Bewegung setzte und Weber an dem noch immer winkenden Engelhard vorüberging, hörte er wie eine innere Stimme ihm ganz deutlich zurief: dieser Weber wird es doch noch durchsetzen! Er darf nur nicht auf halbem Weg: stehen bleiben! Und nun er spät Abends zurückgekehrt war in die Villa Houston, schien eine Reihe von Besorgungen auf ihn zu warten, die nicht länger verschoben werden durften. Seine ersten Schritte führten ihn in die Zimmer der Frauen hier lebte noch etwas von Margits Wesen, hier athmete er noch einmal die Luft, die sie geathmet hatte. Das aber war die letzte sentimentale Regung. Im Schlafzimmer der Frauen stand ein großer Holzkoffer, den sie ursprünglich hatten mitnehmen wollen, der ihnen schließlich aber doch zu ungefüge erschienen. Dahinein wollte er alles bergen, was von besonderem Werth war. Der Schlüjsel zum Wandschrank war iym jetzt in aller Form übergeben worden, nachdem das heute benutzte Silberzeug wieder hineingethan war. Mit ruhigem Bedacht suchte er die alten und kostbaren Stücke aus, holte einen Stoß Zeitungspapier herbei und packte sorgsam und kunstgerecht ein, was ihm des Mitnehmens lohnte. Auch aus den übrigen Räumen trug er die eigentlichen Bijoux zusammen nur Stücke, deren Werth in's Gewicht fiel. Dann zerrte er den nun schon nahezu vollen Koffer über ben breiten Gang hinweg in sein Wohnzimmer. Er hielt noch einmal Superrevision. bevor er hinabstieg in's Souterrain, in sein Laboratorium Hier nahm er die einige Liter enthalt tende Flasche mit neuem Zündstoff, ging in die Küche, schüttete die Flllssigkeit in ein breites Gefäß; aus der Geräthekammer holte er eine Leiter und einen starken Pinsel und begann die Wände, das Holzmöbel, die Dielen, die Decke der Küche und der angrenzenden Räume zu bestreichen. Ebenso verfuhr er mit der hölzernen Treppe, mit dem Fußboden der Halle, mit den Teppichen m den Salons. Ueberall hin spritzte er seinen Zündstoff ja, er wagte es. die Leiter hinauszunehmen und das äußere Balkenwerk, die Thüren, Fensterkleidungen, soweit er sie erreichen konnte, zu besprengen. Die Nacht war dunkel, die Gegend einsam; Hinzes lagen in tiefem Schlaf. Lore kam und schnupperte, erkannte ihn und ging wieder in ihre Hütte. Nichts und Niemand störte Weber, am wenigsten sein Gewissen. Hätte man ihn in dieftm Augenblick gefragt, weshalb er dies schöne Heim zerstören wollte er würde vielleicht keine Antwort gewußt haben. Nur unbestimmt schwebte ihm vor, daß Frau Houston hierher niemals zurückkehren würde, wenn es einmal geschehen war. Weiter hinaus dachte er nicht. Es war nicht ein klares Gefühl, das tyn antrieb und beherrschte, sondern em verworrener Knäuel von dunklen Empfindungen. Rache wollte er nehmen an dieser Frau Houston, die alle seine Hingabe damit lohnte, daß sie sich seinem Glück in den Weg stellte. Was besserte es für ihn. daß sie ihn liebte? Im Gegentheil: sie würde ihn ihrer Tochter gewiß für würdig halten, wenn sie nicht selbst daran dächte, ihn zum Manne zu nehmen. Er haßte diese Frau er würde keinen Schritt thun, um sie aus dem brennenden Hause zu retten. Aber es war auch etwas wie wilde, fanatische Zerstörungswuth, was ihn auflachen ließ bei dem Gedanken, daß seine Studien sich doch zu etwas

nütze erwiesen. Dann wieder erwachte der verbrecherische Zug in ihm, der jetzt seit Jahren geschlummert hatte: an sich reißen, was irgend zu erfassen warvielleicht gar von der Versicherungsgesellschaft eme größere Summe her auspressen und dann den Fraum nach reisen, um ihnen mit einer halben Mil lion in der Tasche den Herrn zu zeigen. Uno noch eine Regung unterschied er. wenn er sich in verlorenen Sekunden nach dem Grunde seines Thuns fragte. Groß untergehen! Das war der rechte Abschluß für eine Laufbahn, die nur an kleinen Aeußerlichkeiten gescheitert! Nachdem er mit teuflischer Umsicht alles geordnet, hier noch einen bespreng ten hölzernen Fensterladen geschlossen, dort kräftigen Luftzug geschaffen hatte. ging er noch einmal in sein Zimmer, um das Nothwendigste für sich zurecht zu legen, seine Papiere, seine Erspar nisse, die Diamanten aus der Riviere. Auch etwas Kleidung und Wäsche sollten bei der Hand sem, wenn es an s Retkn ging. Er sah sich noch einmal um in diesen Räumen, in denen er nun seit sechs Jahren friedlich gehaust und sich nach so vielen Irrfahrten heimisch und wohl gefühlt hatte. Aber kein Nerv in ihm zuckte alle seine Lebenskraft konzentnrte sich in dieser spaten, aber eben deshalb um so gewaltiger tfm fifirrfsf frSn 0tft an kNvit . q m Xj t und alles, was er jetzt that, geschah unter dem dumpfen Zwange: Anders kannst Du nicht Macht über sie geMinnen: Um halb zwölf Uhr warf er brennende Papierklümpchen in die jetzt .tmpragnirten Gelasse und an emze

nen Stellen hatte er Mühe, sich schnell genug zurückzuziehen, so schnell flammten die inzwischen angesammelten Gase auf. Als er es an allen Ecken und Enden knistern und knattern hörte, stieg er ruhig hinauf in sein Zimmer, setzte sich zum Fenster, dessen Rouleau er halb geschlossen hatte, um Wacke zu halten, daß nicht vorzeitig ein Retler käme. Er hatte den Revolver neben sich gelegt; jeden, der etwa im Vorübergehen das Feuer bemerkt hätte und Lärm schlagen wollte, würde er niedergeschossen haben. Eine volle Stunde saß er so, regungslos, nur aufhorchend, wenn hier und da ein krachendes Geräusch verkündete, daß etwas in Flammen zusammenstürzte. Längst hatte es den treuen Hund auf den Posten gerufen er sprang kläffend von der zunächst am Hinterhaus? sich rasch entwickelnden Brandstätte zum Pförtnerhause und schlug dort mächtig an. mit seinem gewaltigen Leibe gegen die verschlossene Thür anrennend. Abu Hinzes hatten gezecht, wie stets nach einem Diner; und heute mochten sie den Abschied von den bisherigen Genossen recht besonders reichlich begosfen" haben. Nichts rührte sich in dem Pfortnerhause. Er aber, Weber, hörte genau, toi? es nach und nach unten im Speisezimmer lebendig wurde, wie da ein Stuhl umschlug, weil seine Füße durchgebrannt waren, wie die Fensterscheiben sprangen und klirrend gegen die Holzläden schlugen, wie dann wie der ein Windstoß durch das flammende Haus jagte, hier ein Stück Möbel zu Falle bringend, das keinen Halt mehr hatte, dort ein Bild von der verkohlten Wand herunterreißend. Auch ein paar stärkere Detonationen vernahm er: die Bassins der Petroleum-Beleuchtung explodirten und schütteten ihren brennenden Inhalt in den wie zu einem zugkräftigen Ofen geschaffenen Raum zwischen dem Plafond des unteren und dem Fußboden des oberen Stockwerks. Und noch immer saß der Unmensch wartend auf der Lauer es war noch zu früh, um Hilfe zu rufen! Bis der Brandgeruch zu stark wurde in seinem verschlossenen Zimmer und er fast zu seinem Schrecken! sah, daß die hier heraufführende Trepp: unten bereits brannte. Wo er in diesem Augenblick die Kräfte hernahm er begriff es selbst nicht aber er packte den ungeheuren Koffer, schleifte ihn hinaus und die Treppe hinab, bis dicht vor die Hausthür, die er von innen öffnete. Hier wollte er mit der nun einzuleitenden Rettungsaktion" beginnen. Ueber die brennende Treppe hinauf kehrte er zurück, wartete neuerdings einige Minuten und warf dann wirklich, ganz wie er's dem Anwalt erzählt hatte, feine Matratze, seine Betten, einen kleinen, anscheinend in Eile angefüllten Handkoffer, dazu einiges, was zu retten" nimmermehr der Mühe gelohnt hätte, zumFenster hinaus, und sprang endlich in Hut und Ueberzieher selber nach-er hatte Schlimmeres giwagt auf seinen Raubzügen in Amerika. Er lärmte die Hinzes wach stürmte mit dem schlaftrunkenen Manne zunächst zum Hausthor, das er einstieß, um mit des Pförtners Hilfe den Holzkoffer aus der in hellen Flammen stehenden Halle zu holen: er enthielt Sachen, die der Mrs. Houston morgen früh nachzuschicken wären. Das war höchst ungeschickt, wie denn die Kofferepisode am ersten geeignet war, ihn in schweren Verdacht zu bringen. Aber er hatte sich's nun einmal in den starren Schädel gesetzt, keine Vernunftgründe gelten zu lassen, vielmehr dem zu folgen, was ihn wie ein bestialischer Instinkt bis hierher geführt. hatte. (Fortsetzung folgt.) jcuctr Kredit. Baron: Apropos, Jean, haben Sie noch Schulden bei Ihrem Schuster?" D i e n e r : Jawohl zwanzig Mark!" Baron (streng): Die müssen Sie sofort bezahlen! ... Ich will mir nämlich bei dem Kerl auch ein Paar Stiefel machen lassen!" Verunglückte Ballon fahrt. Bei Wiesbaden. Hessen-Nas. sau. unternahmen Miß Polley und die Maschinistenfrau Dörr eine Ballonfahrt. Der Ballon blieb in den Waldbäumen hängen. Als Frau Dörr aus der Gondel ausstieg, stürzte sie ab. Beim Sturze wurde ihr der Arm zerschmettert. Durch einen Nothverband wurde sie vor Verblutung gerettet.

Schreckliche Feuersb r u n st. Von einer Feuersbrunst wurden in dem schwedischen Fischerdorfe Lysekil 60 Gebäude, darunter 40 Wohnhäuser, mehrere Brücken, einig Kohlen- imd Vrennmaterialienlager eingeäschert; 200 Menschen wurden obdachlos; die meisten haben alles verloren: nur wenige waren versichert. Der kleinste Jockey der Welt. Der 20jährige Zwerg Edmund Schiklgruber, welcher durch mehrere Jahre bei dem Schaubudenbesitzer Klein im Prater zu Wien als kleinster Jockeyreiter der Welt" sehr bekannt war, ist an den Folgen einer Operation des Blinddarmes gestorben. Der Direktor des Verstorbenen, sowie sämmtliche Zwerge der Klein'schen Schaubude gaben ihm das letzte Geleite. Die Zwerge nahmen beim Versenken des Leichnams in das Grab von ihrem todten Kameraden rührenden Abschied. JnSpittel(Elsaß)wurde der Jagdpächter Weingärtner im Walde von Wilderern erschossen ausge-funden.

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