Indiana Tribüne, Volume 28, Number 279, Indianapolis, Marion County, 18 July 1905 — Page 6
ö Jndiana Trtbünc, 18. Juli 1905
Keine Zeit.
Von Norbert Fatt. Manche Leute haben niemals Zeit. Sei sind immer beschäftigt, sie gehen nicht durch's Leben, sie rasen, sie lesen nicht die Zeitungen sie verschlingen sie, der Varbier darf nicht rasiren , er muß rasch schaben und schinden, der Kutscher darf nicht fahren , er muß rasen. Diese beeilten" wissen darum nie, was in den Zeitungen steht, sie sind niemals satt oder sie haben einen derdorbenen Magen, sie sind immer schlecht rasirt und haben zerschnittene Gesichter und überall und immer kommen sie zu spät. Macht man sie aufmerksam auf die schiefgebundene KraWatte, so schreien sie empört: Ganz egal! Glauben Sie denn, daß ich soviel Zeit habe, um einen halben Vormittag vor dem Spiegel stehen zu tön nen wie. Sie?" Sonderbar ist dabei nur, daß diese überaus Eiligen nie was Ganzes fertig bringen. Was sie mit den Händen ausbauen, werfen sie mit den Füßen wieder um. Für alle Fehler aber haben sie die eine Entschuldigung: Ich habe keine Zeit!" Dieser Satz ist ihr Talisman, ihr Schiböleth, ihr letztes Wort, ihr Feldgeschrei, ihr Segen und ihr Fluch. Ein Musterexemplar dieser Spezies war mein Freund Biesinger. Sehr flott, sehr lebhaft, sehr nervös und niemals Zeit". Als ich ihm einmal die Lächerlichkeit seines eingebildeten Zeitmangels vorhielt, wurde er wüthend und er hätte mich sicherlich gefordert, wenn er zu einem Duell Zeit gehabt hätte. Er ging niemals spazieren, er rannte spazieren. Wohin so schnell?" Zu thun, zu thun!" Komm', trink' doch ein Glas Bier mit!" Keine Zeit, keine Zeit!" Vo.- einem halben Jahr saß ick mit ihm k Kempinski. Er war sehr aufgeräumt, schwärmte von Hofrnannsthals Elektra", von der er drei Scenen gesehen hatte, dann sprach er aber ausschließlich von Geschäften, von seinen vielen Plänen, von Unternchmungen, die ihm viel Geld bringen könnten, wenn er sich an ihnen betheiligen würde, aber er könne sich doch nicht viertheilen, er habe doch nur zwei Füße, zwei Hände und leider nur einen Kopf. Aus sechs Notizbüchern, die er alle in seinen Brusttaschen trug, machte er Angaben, mit drei Dutzend Briefen hätte er mir beinah bewiesen, wie schnell er Millionär werden . könnte. Als einer meiner Bekannten, ein junger Architekt, mit einer hübschen Dame erschien und sich nach meiner Auffordcrung zu uns setzte, wurde Biesinger erst unruhig und wollte sich schleunigst empfehlen, aber die junge Dame schien ihm Interesse abzuringen und er blieb. Er betrachtete die schöne Blondine mit der plumpen Direktheit, die nur taktlose, aber auch nervöse und zerstreute Menschen haben, betheiligte sich aber nicht an der Unterhaltung. Er schien fchwermllthig geworden zu sein. Später, als wir wieder allein waren, seufzte und jammerte er. , Es ist ein Elend auf der Welt! Alle anderen sind gluckllch, nur für mich fällt nichts ab. Ob ich je so ein entzückendes Mädel haben könnte!" Na ja, das ist wahr! Warum hast du denn keins? Bist doch ein hübscher Kerl?" Ach was hübsch! Von wegen dem? Tausend und nicht eine könnt' ich haben!" Na. denn los!" Hast du leicht reden. Kannst den ganzen Tag herumflaniren. Abei ich! Herrgott, warum hat ein Tag nicht 60 Stunden!?" Natürlich, die Zeit war dran schuld. An einem schönen Sonntag treffe ich ihn mit einer schönen jungen Dame einer lebhaften Brünette, mit immer lachenden Augen und frischem Gesicht. Sie schien ihn gern zu haben, aber für andere noch nicht ohne Empfindung zu sein. Sie plauderte viel, mimtet und nicht ohne Geist. Er sah sie imrner ganz glücklich an. Ist sie nicht entzückend?" fragte er mich beiseite. Sieh doch die schmalen, eleganten Füße, und der Wuchs, wie? Einundzwanzig, Hannoveranerin. spricht großartiges Deutsch, nicht? Und graziös ist sie, was? Das ist ein Fang, sage ich dir, das ist ein Fang!- " Vierzehn Tage später erhielt ich einen Nohrpostbrief. Liebster, bester Freund! In habe deine Freundschaft nur in sehr seltenen Fällen in Anspruch genommen. Du weißt, ich mag Niemandem verpflichtet sein, Gegendienste kann ich nicht leisten, weil ich doch anderweitlg in Anspruch genommen bin. Aber heute mußt du 'ran. Ich habe nämlich mit meiner lieben Ännie ein Rendezvous im Vorgarten der Sezession. Punkt 5 Uhr. Leider habe ich keine Zeit. Ein ungemein wichtige Geschäft halt mich ab. Habe die Güte und sei mein Remplaant! Gehe hin. aber sei pünktlich, kaufe schöne Rosen, bestelle die herzlichsten Grüße und entschuldige mich mit den schwerwiegenden Gründen, die ich dir angegeben habe. Widme ihr dann zwei, drei Stunden, um 8 Uhr treffen wir uns auf der Terrasse des Zoologischen Gartens, alle drei natürlich. Und nun sei herzlich gegrüßt und bedankt von deinem Biesinger. P. 6.! Ich verlasse mich selbstverstandlich fest darauf, daß du mir heute
diesen Gefallen machst. Be! unserer Freundschaft! Also, er begann bereits für das tal zückende Geschöpf keine Zeit zu haben. War eigentlich natürlich. Und dabei schien er das hübsche Mädchen sogar zu lieben. Schwerlich hätte ich mich trotzdem wohl dazu entschlossen, die uneinträgliche Rolle eines Stellvertreters zu spielen, wenn Annie nicht wirklich so un hübsches Mädchen gewesen wäre. Aber ich war Punkt fünf zur Stelle. Zuerst eine Minute großes Erstaunen, dann zwei Minuten pikirtes Nachdenken, dann drei Minuten Verstimmung, dann fünf Minuten Eingehen auf meine beruhigenden Scherze und der Rest große Fröhlichkeit. Die drei Stunden waren sehr schnell vergangen, mit Gefühlen des Neides betrachtete ich meine Blondme und war ärgerlich, daß ich das mir anvertraute Gut wieder unversehrt abzuliefern hatte. Um acht Uhr waren wir wieder zu Dritt und blieben so recht lange zusammen,, bis es Biesinger plötzlich wieder sehr eilig hatte. Nun kam eine Reihe von sehr beschäftigten Tagen. Ich mußte. sehr oft den Ersatzmann spielen; mit RohrPost, Telegrammen, Dienstmännern wurde ich zum Freundschaftsdienst aufgefordert. Da mir das öftere Zusammenkommen mit Fräulein Annie, die im Gegensatz zu Biesinger immer merkwürdig viel Zeit hatte, auf die Dauer gefährlich schien, gefährlich nicht für mich, sondern für meine Freundschaft zu Biesinger, so lehnte ich eines Tages höflich, aber entschieden ab. Seit dem Tage blieb ich verschont, Biesinger war beleidigt. Als ich ihn zufällig traf und ihn sticheln wollte, gab er mir's gehörig. Meine kostbaren Minuten wolle er beileibe nicht mehr in Anspruch nehmen, ich solle mich auch weiter gar nicht aufregen, für mich sei reichlich Ersatz. Dr. Landerdam, der Holländer, thue für ihn, was er wolle. Gestern war er erst mit Annie im Opernhaus, denn er, Biesinger, mußte zu einer sehr wichtigen Sitzung von Aktionären. Heute ginge der Dr. Landerdam mit ihr wo anders hin, wo sie sich später schon treffen würden. Ob ich denn nicht auch hinkommen wolle? Annie würde mir die Unhöflichkeit wohl verzeihen. Ich dankte aber. Nach einigen Tagen kommt Biesinger zu ganz ungewöhnlicher Stunds in mein Zimmer gestürzt. Denke dir!" Was denn, mein Lieber?" Es ist unglaublich!" Beruhige dich doch, was ist denn los?" Annie " Was ist mit ihr?" Annie, denke dir, Annie" Nun ?" .Ist fort!" Wohin?" Ich weiß es nicht!" Und allein?" Nein, mit dem verfluchten Kerl, dem Holländer, mit dem Dr. Landerdam!" Ich lachte. Und hast du keine Spur von ihnen?" Ja eine ganz bestimmte sie sind in Brüssel!" Nun ... und du? Lasse sie doch laufen!" Huim ich nicht, kann ich nicht, ich habe sie zu lieb, ich wollte mich mit ihr nächstens verloben!" Das ist allerdings traurig." Bist du mein Freund?" Ich' denke doch." Willst du mir dann einen großen Dienst erweisen?" Bitte." Aber schlage mir's nicht ab. Ich bitte dich. fahre ihnen nach!" Ich?!" iJa.'du. Ich bitte dich herzlich darum." Aber was geht denn die ganze Geschichte mich an? Das ist doch deine Sache." 'Mag sein, aber thu's für mich! Ich ersetze dir alle Kosten, ich will dir ewig dankbar sein!" Nein, 1.1, das ist unmöglich! Fahre nur du!" Wenn ich aber nicht kann? Ich kann wirklich nicht! " Aber warum denn nicht?" Ich . . . habe ...keine... Zeit..
Die Ahnen der An,1chtöpostkar:en. Treffender kann man wohl kaum die Ansichtspostkarte zeichnen, als wie Goethe über die zu seinen Zeiten gebrauchten Briefbogen mit Ansichten" schrieb. In einem im Jahre 1830 an Fritz Schlosser gerichteten Briefe schreibt Goethe: Es war wirklich, theuerster Herr und freund, ein sehr glücklicher Gedanke, durch einen geschickten Künstler Ihre ernste heitere Wohnung und die unschätzbare Gegend abbilden und vervielfältigen zu lassen; es kann uns nichts Freudigeres und mehr Ermunterndes begegnen, als wenn wir zugleich mit guten, herzlichen Worten auch ein vorzügliches Lokal erblicken, wo Sie behaglich verweilen, wo Sie an uns denken, von woher Sie Ihre Schreiben an uns richten. Es entfleht daraus eine gewisse Unmittelbarkeit des Zusammenseins, welche höchst reizend ist ..." Modern... .Wir lassen unS also scheiden und lösen unseren Hausstand auf! Was machen wir aber mit unserem Automobil?" Das benutzen wir nach wie vor beide zusam men!"
Europäische Nachrichten
Provinz Wostfaken. Münster. Auf dem Agidi-Bahn-Hof brach der Sergeant Pohl vom In-fanterie-Regiment No. 13 in Folge eines Hitzschlags todt zusammen. Bochum. Die Strafkammer verurtheilte den Schüler Hubert Niehus von hier wegen Thierquälerei zu ach! Monaten Gefängniß. Niehus hatte eine satanische Freude, Geflügelthiere barbarisch zu quälen. Buer. Im Krankenhause hierselbst wurde die Mttwe Preging erhängt aufgefunden. Im Desinfektionszimmer hat sie den unZlückseligen Schritt in vollständiger Geistesumnachtung vollführt. Dortmund. Die aus dem hiesigen Stadthafen herausgezogene Leiche eines jungen Mädchens' wurde als die der am 2. Juni 1883 geborenen Verkäuferin Maria Peppmeier recognoscirt Herne. In dem Bettwaarenlager der Firma Löwenstein, Bahnhofstraße hierselbst, war Feuer ausgebrochen. Ein großer Theil der noch vorhandenen Waaren sind verbrannt bezw. beschädigt. Kamen. Der 13jährige Knabe des Bergmanns Szmolak in der Sudenfeldmark ist beim Baden in der Cörne an der Bergermühle ertrunken. L a n d s k r o n e. Bei dem Gewitter wurde die Besitzung des Bergmannes Hobeschutz vom Blitz getroffen und total eingeäschert. L ö t t r i n g h a u s e n. Auf der Zeche Gottessegen" wurde der Berg, mann Albert Abresch durch Steinfall am ucrgrat anscheinend mcyr unerheblich verletzt. Schwerte. Beim Baden in der Ruhr ertrank der auf der hiesigen Eisenbahnstation beschäftigte Schlosser Heinr. Werth aus Lichtendorf. Soest. Bon der Hierselbst tagenden Kreissynode Soest wurde an Stelle des in den wohlverdienten Ruhestand tretenden Superintendenten Marpe zu Dinker der Pfarrer der hiesigen St. Petri-Gemeinde. Herr Pa stor Wischnath. gewählt. Wandhofe n. Eine neue katholische Schule soll hier erbaut werden. Herr Kreisarzt Schulte besichtigte kürzlich den in Aussicht genommenen Bauplatz. Vheinprovinz. Köln. Bor einiger Zeit feierte der PrivatgeistlicheHeinrich Josef Schmitz, der sich trotz seiner 90 Jahre noch völliger geistiger Frische erfreut, sein diamantenes Priesterjubiläum. Schmitz, ein Onkel de verstorbenen. Weihbischoss Dr. Hermann Josef Schmitz, ist der an Lebensjahren älteste Geistliche der hiesigen Erzdiözese. Geboren am 8. Juni 1814 hierselbst, wurde er im April 1845 im Alter von 30 Iahren zum Priester geweiht, nachdem er sich zuvor der juristischen Laufbahn gewidmet und seine Staatsexamina abgelegt hatte. Düsseldorf. Mf der Drahtfabrik von Dreher & Sohn gerieth der Fabrikarbeiter Riffert in einen Draht zug, der ihm den Kopf vom Rumpfe trennte. Der Verunglückte hinterläßt eine Wittwe und drei unmündige Kinder, E l b e r f e l d. Der 14jährige Arthur Bodeker, der als Laufbursche thätig ist, war zu einer Bestellung ausgeschickt worden. Auf dem Hofkamp stürzte der Junge über eine Karre. Als er nach kurzerZeit heftige Schmerzen im Unterleib verspürte, wurde vt nach Hause geschickt. Unterwegs brach der Junge aber zusammen. Hilfreiche Passanten brachten ihn in die elterliche Wohnung. Auf Anordnung des Arztes wurde der Knabe in's BethesdaKrankenhaus gebracht, wo er an den Folgen einer inneren Verletzung gestorben ist. Griethausen. Auf dem GutsHose des Landwirths van de Sand kam in der Scheune auf unaufgeklärte Weise Feuer aus, dem das Gebäude nebst dem größten Theil des Inhalts zum Opfer fiel. Das Großvieh wurde noch beizeiten gerettet, während von den Schweinen über 20 denTod in den Flammen fanden. Pungshaus. Der 17jährige Schreinerlehrling W. Henseler von hier verletzte sich bei der Arbeit am Knie, ohne aber di Wunde, der Geringfügigkeit wegen, zu beachten. Bald darauf jedoch war schon Vlutvcrgiftung eingetreten und in kurzer Zeit war'der junge Mann, trotz operativen Eingriff seitens des Arztes, schon todt. Trier. Nach 25 Jahren wurde der frühere Musketier Hartmann des Infanterie - Regiments No. 69 wegen Fahnenflucht vom hiesigen Kriegsgericht zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt. Hartmann hatte das Negiment am 14. Juli 1880 heimlich verlassen und war als Abenteurer in der Welt umhergeirrt. Frovinz Kcsscn'assau. Nassau. Der Nendant der Justizhauptkasse, Rechnungsrath Maas, feierte mit seiner Gattin das Fest der godenen Hochzeit in geistiger Frisch und körperlicher Rüstigkeit. V e b r a. Der Sohn des Wagenmeisters Aubel dahier rettete einen Knaben, der beim Baden in der Fulda in eine tiefe Stelle gerathen und versunken war. Die vorgenommenen Wiederbelebungsversuche hatten ym Glück Erfolg.
E s ch w e g . Der 8jährige Sohn des früheren Schlosscrmeisters Joh. GrelHein ertrank in der Wcrra. Gensungen. Der in Heden mit seinem Wagen verunglückte Spielbudenbesitzer Krause aus Kassel ist seinen schweren Verletzungen, die in Quctschung innerer Organe bestanden, erlegen. Marburg. Dem 1808 in Schiffelbach im Kreise Kirchhain geborenen berühmten Marburger Professor Adolph v. Vangerow wurde am Hause Steinweg 11, wo er gewohnt, eine Gedenktafel angebracht. Malsfeld. Im nahen Ostheimer Steinbruch im Högelskopf verunglückte der Steinbrecher Orlowitz, indem ein Basaltblock herabstürzte und ihm den linken Fuß zerschmetterte. Völkersleier. Ein Radfahrer fand auf dem Wege zwischen hier und Heckmühl unweit von seinem Fuhrwerk den 47 Jahre alten Fuhrmann Joseph Heim aus Hammelburg todt auf der Straße liegen. Wächtersburg. Der Cementarbeiter Knoth aus Wittgenborn wurde bei Offenbach als Leiche aus dem Main gezogen. W r e x e n. Ein Weichenwärter Namens Wiemeier aus Herse wurde in dem großen Eisenbahntunnel bei Altenbcken von dem Berliner Schnellzug überfahren und auf der Stelle aetödtet. Mtterdeutsche Skaaken. Braunschweig. Seinen Verletzungen erlegen ist im herzoglichen Krankenhause der Handlungslehrling Otto Lohmann, der kürzlich am Madamenweg von derStraßenbahn überfahren wurde. Todt aufgefunden wurde in seiner Wohnung Campestraße 24 der Rechtsanwalt Erich Liesenberg. Wie es heißt, soll Liesenberg stark in Vermögensverfall gerathen sein. Er stand im 32. Äebensjähre und war unverheirathet. Fröttstädt. Unweit von hier wurde der Drechsler Franz Grübe! aus Sättelstädt von . einem Eisenbahnzuge überfahren und getödtet. Der Ueberfahrene war ein jüngerer, lediger Mensch. G e u n i tz. Hier wurde vor kurzem ein Unbekannter erhängt aufgefunden und gerichtlich aufgehoben. Auf einem bei dem Selbstmörder vorgefundenen Zettel war zu lesen: Ich bin ein armer Handelsmann gewesen und bitte um ein christliches Begräbniß." Wie man hört, soll der Todte der vermißte Fuhrmann Richard Serfling von hier sein. Einige bei dem Verstorbenen vorgefundene Gegenstände sollen von seinen Angehörigen recognoscirt worden sein. Serfling , war in der Gegend von Raumbürg, wo er Handelsgeschäfte trieb, sehr bekannt. Jena. Hier stürzte das vierjährige Söhnchen der Wittwe Haag in einem unbewachten Augenblick au dem Fenster in den asphaltirten Hof hinab. Das Kind erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß nach kurzer Zeit der Tod eintrat; es war das einzige semer Mutter. Kürzlich trat der im 81. Lebensjahre stehende Geh. Oberjustizrath, Oberstaatsanwalt Dr. Lommer, nachdem er dieses Amt über 25 Jahre in ununterbrochener Thätigkeit bekleidet hat, in den erbetenen Ruhestand. Leopolds hall. Ein Unglück hat hier das Spielen eines Kindes in Abwesenheit der Eltern verursacht. Das vierjährige Söhnchen des Arbeiters Wiemann setzte einen Stock am Feuer in Brand und zündete damit auch ein Bett an, wodurch di: Stube mit dichtem Rauch angefüllt wurde. Otto sowie, sein jüngeres Schwesterchen wurden bewußtlos. Den Jungen konnte ärztliche Kunst retten. Das Mädchen starb indessen an Rauchvergiftung. Möckern Auf der Pleißebrücke wurde eine Frau Wagner, die einen Kinderwagen vor sich herschob, von einem Motorradfahrer über den Haufen gerannt. Das Kind, das mit großer Wucht aus dem Wagen geschleudert wurde, blieb wunderbarer Weise unverletzt. Die Frau aber erlitt einen so schweren Schädelbruch, daß sie bald darauf im Krankenhause zu Altenbürg, wohin man sie gebracht hatte, verstarb. Nauendorf. Sein fünfzigjähriges Arbeitsjubiläum in der Porzellanfabrik von Alt, Weck & Gottschalk beging der Modelleur Christian Kallenbach. Dem allseits beliebten und geschätzten Jubilar wurden zahlreiche Ehrunaen zutheil.
Einwand. Du sollst die besten Bissen nicht gleich zuerst essen, Fritz, sondern Dir bis zuletzt aufheben!" Nicht wahr, und wenn ich daö thue, heißr's dann wieder: Fritz, wenn's am besten schmeckt, muö man aufhören!?"
S
Allerlei sür's Haus.. Weiße KlodvelsvZtzen tauche man, nachdem man sie gewaschen hat, in Milch und bügele sie noch feucht. Die Milch gibt ihnen die nöthige Steife und das gelblichweiße Aussehen neuer Spitzen. Bei Goldrahmen, die schlechte Stellen haben, überstreicht man diese mit Eiweiß, legt Goldschäum, wie man diesen in Blättchenform in jedem Drogengeschäft erhält, darauf und drückt ihn mit einem Wattebäuschchen fest. Rosendust kann manim Zimmer zu jeder Zeit haben, wenn man abfallende Rosenblätter in einem Glas mit Salz durchschichtet und dann mit reinem Alkohol übergießt. Das Glas muß fest verschlossen sein und an einem kühlen Pla, aufbewahrt werden. Man braucht es nur auf kurze Zeit zu öffnen, um im Winter das Zimmer mit Rofenduft zu füllen. BilligeWaschkleider verlieren leicht in der Wäsche ihre frischen Farben Um diese zu befestigen, kann man ein Stück Alaun von Walnußgroße in kaltem Wasser auflösen und dies Wasser zum Waschen der Kleider gebrauchen, oder: man gibt 2 Eßlöffel Terpentin in 2 Quart Wasser und läßt den Stoff in dieser Mischung über Nacht liegen. Am anderen Morgen wäscht man die Kleider wie gewöhnlich. Um Ratten zu vertreiben, die bekanntlich eine wahre Pest für die Hausfrau sind, soll man die Löcher mit Waschschwämmen verstopfen. Die feuchten Schwämme bestreut man vorher dick mit Zucker. Für Mauselöcher wird dasselbe Mittel empfohlen, man verstopft diese ebenfalls mit kleingeschnittenen Schwämmen. Alle Abflußrohren im Hause soll man wöchentlich einmal mit einer Vitriollösung reinigen. Man löst eine Handvoll Vitriol (Copperas) in einem Eimer heißen Wassers auf und Zießt es in die Abflußröhren, wodurch alle Übeln Gerüchte vernichtet werden. Einmal jede Woche ist das Mittel zu wiederholen. Palmenblätter, die mit gleichen Theilen von lauwarmem Wasser und Milch abgewaschen werden, bekommen einen schönen und dunkeln Glanz. Sammtbänder reinigt man mitelst linksseitigen Reibens mit einem in Benzin getauchten Wollfleck. Während des Reibens muß man das Band in der Luft spannen; also ein Ende befestigt man vielleicht an schwerem Nähstein, das andere Ende hält die Hand; oder zwei Personen helfen dabei und halten das Band. Entfernung von Milchkaffeeslecken. Ein altes erprobtes Mittel, doch noch vielleicht nicht jeder Hausfrau bekannt, ist folgendes: Die Flecke werden mit Glycerin bestrichen und nach einiger Zeit mit lauwarmem Wasser ausgewaschen; hierauf sind die noch feuchten Stellen von links zu bügeln. Dieses Verfahren greift selbst die llerzartesten Stosse und Farben nicht an. Braun gewordene Theek a n n e n. Man thut heiß? scharfes Sodawasser in die Kanne und läßt die Lauge mehrere Stunden darin stehen. Dann scheuert man die Kanne mit der Lauge aus und spült sie mit reinem Wasser nach. ZurBefestigungderMarmorplatte auf die Spiegelconsole mache man durch Hineinschütten von pulverisirtem Gips in Wasser (nicht umgekehrt dasWasser in den Gips gießen) einen dünnflüssigen Brei. Diesen rührt man sehr schnell, bevor er fest wird, in ' gleichfalls dünnflüssigen Tischlerleim und bestreiche damit die Marmorplatte. Dann drücke man sie fest auf den Untersatz auf und beschwere sie.- Nach 24 Stunden dürfte die Verbindung eine dauerhafte geworden sein. Mittel gegen Schlaflos i g k e i t. So lange es irgendwie geht, sollten an Schlaflosigkeit Leidende ohne Schlafmittel auszukommen suchen; thatsächlich gibt es viele der physikalischen Hcilkunde'entlehnte Mittel, die ebenso sicher wirken, dafür aber gänzlich unschädlich sind. Ein solches Mittel ist z. B. die feuchte EinPackung vor dem Schlafengehen auf ungefähr eine Stunde, für die man eine Temperatur von ungefähr 23 Grad C. wählt. Auch EinPackungen einzelner Theile sind oft erfolgreich. Ein Arzt empfiehlt z. V., man solle ein Stück weiche Leinwand oderBaumwolle von etwa 10 Fuß Länge und 1 Fuß Breite nehmen, ungefähr ein Drittel davon in kaltes Wasser tauchen und sorgfältig um einen Fuß wickeln, so daß die nassen Stofftheile, die direkt auf die Haut zu liegen kommen, völlig bedeckt sind. Dann gebe man ein Stück Guttapercha darüber und stecke den ganzen Fuß in einen wollenen Strumpf. Daß ein warmes Bad von längerer Dauer unmittelbar vor dem Schlafengehen schlaferzeugend wirkt, ist eine bekannte Thatsache; auch laue Abwaschungen haben öfters dieselbe Wirkung. Auch durch eine Art Athemgymnastik kann man Schlaf erzielen: Man athme langsam und tief ein und öffne dabei ebenso langsam die Augen, so daß sie ganz offen sind, wenn die Einathmung zu Ende ist. Hierauf lasse man die Augenlider beim langsamen Ausathmen wieder sinken und wiederhole das solange, bis die Augenlider schwer sind.
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