Indiana Tribüne, Volume 28, Number 277, Indianapolis, Marion County, 15 July 1905 — Page 6
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Europäische Nachrichten
Provinz Brandenburg. Berlin. In der Forst zwischen der Pöpenicker Chaussee und OberSchoneweide erschoß der 37 Jahre alte Buchdrucker Emil Wotke von hier seine Geliebte die 21jährige. Emma Neugebauer; dann machte er selbst seinem Leben ein Ende. Motke lebte seit zwei Jahren von seiner Ehefrau ge- trennt. Als das Paar sah, daß ihre dauernde Vereinigung unmöglich sei, beschloß es, gemeinsam in den Tod zu gehen. - Im Dienste vom Tode überrascht wurde der 43 Jahre alte Schutzmann Eduard Heyn, der beim 41. Revier angestellt war und als Junggeselle am Planufer 9 wohnte. Heyn brach auf einem Patrouillengang vor dem Hause Oranienstraße 63 zwischen Kommandantenstraße und Moritzplatz, plötzlich zusammen, schlug auf die Bordschwelle auf und bleib bewußtlos liegen. - Mit Leuchtgas und Lysol getödtet hat sich die 22 Jahre alte Tochter Elise des Kunstmalers Reichl aus Regensburg, die seit längerer Zeit bei dem Restaurateur Ulrich in der Großen Frankfurterstraße 28 als Stütze der Hausfrau angestellt war. Sie hatte sich als Katholikin ohne Wissen ihrer Eltern mit dem evangelischen Architekten Georg Horn verlobt und versuchte vergeblich, nachträglich die Einwilligung ihrer Eltern zu erlangen. Ihre Briefe blieben unbeantwortet. - Der nach hier abcommandirte Oberleutnant Freiherr von Rheinbaben im 21. Dragoner - Regi- ment stürtzte auf einem Spazierritte vom Pferde und erlitt einen Schädelbruch. - In der Konditorei von C. Hillbrich feierte ein Angestellter ein schönes Fest. Mai 1865 trat Karl Jähn in das Geschäft als Konditor ein und hat in den 40 Jahren seiner Dienstzeit sich durch treue Pflichterfüllung das Wohlwollen und Vertrauen seines Chefs und aller Geschäftsgenossen erworben. - Im Thiergarten vergiftet hat sich eine 19 Jahre alte Verkäuferin Elisabeth Blank aus der Genthinerstraße. Ein Schutzmann des 33. Reviers fand sie auf einer Bank sitzen und brachte sie nach der Charité. - Im Dienste plötzlich gestorben ist der 50 Jahre alte Kellermeister Oskar Schwendy aus der Zionsstraße 30, der seit 14 Jahren auf der Brauerei Pfefferberg angestellt war. Er hatte mit seiner Arbeit kaum begonnen, als ein Herzschlag seinem Leben ein Ende machte. Potsdam. Seine eigene Todesanzeige schrieb dieser Tage hier der gestorbene Landgerichtsrath Weitzer. Er ließ sich, als er sein Ende nahe fühlte. Papier und Feder bringen, um in amtlicher Form seiner vorgesetzten Dienstbehörde seinen Tod anzuzeigen. Seine Wittwe hatte nur nöthig, die Zeit des Todes einzuschalten und ihren Namen unter die Anzeige zu setzen. D r i e s e n. Der siebenjährige Sohn des Buchhalters Pruß, der schon längere Zeit vermißt wurde, ist unter Flößen todt aufgefunden worden. Ferner hat Bildhauer Marutzki seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. Ihm war eine ziemlich hohe Hypothek gekündigt worden, für die er das Geld nicht beschaffen konnte. Eberswalde Kürzlich ist hier der ehemalige Regierungpräsident Graf Traugott Baudissen im AIter von 74 Jahren gestorben. Er hat von 1854 bis 1897 im preußischen Staatsdienst gestanden. Niederschönewelde. Vom Starkstrom getroffen und schwer verletzt wurde der bei den Elektricitätswerken Oberspree beschäftigte Arbeiter Sänger, der mit Reparaturarbeiten am Lichtkabel beschäftigt war. Reetz. Dieser Tage wurde das vom hiesigen Kriegerverein zu Ehren der Gefallenen von 1864, 1866 und 1870-71 errichtete Denkmal unter reger Betheiligung von Nachbarvereinen aus Brandenburg und Pommern feierlich eingeweiht. Rosenthal. Vor kurzem ist der hiesige Hauptlehrer Krüger, weil ihn zerrüttete Gesundheit dazu zwang, nach 38jähriger Dienstzeit in den Ruhestand getreten. Provinz Ostpreußen Königsberg. Bei Abbruchsarbeiten in der Theaterstraße stürzte der Arbeiter Friedrich Buchholz so unglücklich durch eine Zimmerdecke herab, daß er schwere Verletzungen am Kopfe erlitt und mit dem Unfallwagen nach dem städtischen Krankenhause gebracht werden mußte. - Selbstmord beging der Einjährig-Freiwillige Karl Wieczokiewicz von der 2. Compagnie des hiesigen 43. Infanterieregiments, indem er Sublimat trank und sich dann mit einem Revolver einen Schuß in die linke Brust beibrachte. Die Beweggründe zu dem Selbstmorde konnten nicht festgestellt werden. A l l e n st e i n. Mitten in seiner dienstlichen Thätigkeit starb plötzlich der Rentmeister Speil von hier. Während er in der Kreiskasse die Gehälter und Pensionen auszahlte, fiel er plötzlich um und mußte nach seinem Wohnzimmer geschafft werden. Obgleich sofortige ärztliche Hilfe ur Stelle war, ist Speil gestorben. Bachmann. Kürzlich ritt der Jnstmann Martin Matzeit von hier, der einen Lastwagen zur Bahn gebracht hatte, mit vier Pferden nach Hause. Unterwegs traf er seine Tochter, die sich ebenfalls auf eins der Pferde setzte. Als sie den Tunnel an der Eisenbahn-
brücke in Janischken passirten, kam gerade der Zug über den Tunnel gefah-
ren, die Pferde wurden scheu und gingen durch. Matzeit fiel sogleich vom Pferde, während seine Tochter sich noch eine Strecke halten konnte, bis auch sie herunterfiel. Als die Tochter dann zu ihrem Vater zurückging, fand sie ihn noch lebend, er verstarb aber gleich darauf. Die Tochter kam mit nur äußeren Verletzungen am Bein davon. Mohrungen. Vom Eisenbahnzuge überfahren und getödtet wurde der Müllergeselle Johann Keil aus Schertingswalde. Der Verunglückte hatte anscheinend des Guten zu viel genossen und sich auf das Bahngeleise verirrt, auf dem er dem Allensteiner Zuge entgegenging. Das Zugpersonal that sein möglichstes, das Unglück zu verhüten. Ungeachtet aller Nothsignale wurde Keil vom Zuge erfaßt und überfahren, wobei der Körper noch eine Strecke geschleift wurde. Der Tod muß sofort eingetreten sein. N e m o n i e n. In geradezu bestialischer Weise zugerichtet wurde der Fischerknecht Naujock von hier. Naujock befand sich von einer Gesellschaft kommend, auf dem Heimwege. Als er in der Nähe der Wohnung seines Brodherrn angekommen war, erhielt er plötzlich einen kräftigen Schlag mit einem Pfahl über den Kopf, so daß er besinnungslos zusammenbrach. Nachdem er am Boden lag wurde er mit Messern u. s. w. derart bearbeitet, daß der Kopf vollständig zerstückelt war. Der That dringend verdächtig ist der Kärtnersohn Schwenteit. Pillkallen. Beim Scheiden aus dem Dienste ist dem Seelotsen Kristandt senior nach 40jähriger Dienstzeit das Allgemeine Ehrenzeichen, dem inzwischen von hier nach Zoppot verzogenen Hafenmeister Oloff der Kronenorden 4. Klasse verliehen worden. Rastenburg. Seinen 70. Geburtstag feierte der Beigeordnete des Magistrats, Kanzleirath Schwidop; aus diesem Anlaß wurden ihm zahlreiche Glückwünsche zutheil. Schwidop ist auch Meister vom Stuhle der hiesigen Loge. Provinz Westpreußen. Danzig. Aus Anlaß seines 25jährigen Jubiläums als Mitglied der hiesigen Fleischer - Innung wurde Innungsmeister Albert Eder, der seit einigen Jahren Pächter der "Plantage" auf der Mesterplatte ist, durch die Obermeister Illmann und Tiede die Glückwünsche der Innnug unter Ueberreichung eines werthvollen silbernen Pokals dargebracht. Barnewitz. Dieser Tage feierte der hiesige Lehrer a. D., Standesbearnte und Postagent August Lieppe zum zweiten Male seine Silberhochzeit. C h r i st b u r g. Bei dem Besitzer Baasner ist der mit Sandaufladen beschäftigte Arbeiter Julius Radau von herabstürzenden Sandmassen verschüttet worden. E l b i n g. Das Urtheil in dem Prozeß gegen den Besitzer Aschkowski und Genossen wegen gemeinschaftlichen Mordversuchs lautete: Gegen Aschkowski aus zwölf Jahre, Frau Landig auf zwölf Jahre und gegen den Taubstummen Sabrowski auf drei Jahre Zuchthaus. K r a m s k. Kürzlich verunglückte die Tagelöhnerfrau Albrecht von hier dadurch, daß sie vom Wagen fiel und überfahren wurde. Das Rad ging ihr über das Gesicht, und bevor ärztliche. Hülfe geholt werden konnte, war die Frau an Verblutung gestorben. Krojanke. Bei dem Kauf mann Holzhüter von hier zeigten sich seit einiger Zeit Spuren von Geistesgestörtheit. In einem dieser Anfälle geschah es, daß er sich aus dem im zweiten Stock seines Wohnhauses belegenen Giebelfenster stürzte und auf dem Hofe mit zerschmettertem Schädel und zerbrochenen Gliedmaßen liegen blieb. Der Tod trat auf der Stelle ein. Praust. Der Kaufmann Rudolf Ewert hat sein hiesiges Grundstück mit Gastwirthschaft für den Preis von 30.000 Mark an den Kaufmann Paul Lemanczik von hier verkauft. Rosenberg. Amtsrichter Moldeck v. Arneburg hierselbst ist zum Amtsgerichtsrath ernannt. Schwetz. Die hiesige Kreissynode vollzog dieser Tage die Wahl für die Provinzialsynode. Es wurden gewählt Herr Superintendent Karmann. Amtsvorsteher Rabmus - Bukowitz. Pfarrer Berger-Neuenburg, zu Stellvertretern Pfarrer Lange-Jeschewo. Rittergutsbesitzer Hoffmeyer-Garonitz und Rittergutsbesitzer Plehn - Kopatko??o. Provinz Pommern. Stettin. Sein 25jähriges Dienstjubiläum beging der Maschinenmeister Wilhelm Rubow bei der hiesigen Wagenfettfabrik Leduc frères Nachf. Der Jubilar wurde von dem Arbeitgeber durch ein ansehnliches Geldgeschenk erfreut. - Selbstmord verübte der 23 Jahre alte erblindete Seiler Otto Winkler. Er sprang aus dem Fenster seiner Wohnung im dritten Stockwerke des Hauses Blumenstraße 6 auf den Hof hinab und blieb dort mit zerschmetterten Gliedmaßen todt liegen. B l a n k e n s e e. Kürzlich entstand in der Scheune des Kaufmanns Georg Werner hier Feuer. Bei dem schnellen Umsichgreifen desselben war von dem Gebäude nichts mehr zu retten, und so brannten dieses sowie die dicht daneben stehende Scheune des Elgenthümers
Emil Trouillier und später auch noch
die zweite Scheune nebst Anbau des Kaufmanns Werner nieder. Flnkenwalde. Die goldene Hochzeit feierte das Ehepaar Schalle hierselbst. Trotz des hohen Alters von 78 bezw. 79 Jahren erfreuen sich die beiden Jubilare reger körperlicher wie geistiger Frische. Das Gnadengeschenk in Höhe von 50 Mark wurde ihnen überreicht. G o r k o w. Durch Feuer zerstört wurde die Scheune des hiesigen Bauerhofbesitzers Albert Bröker. Bei dem herrschenden Winde wurden auch noch die Scheune des Gemeindevorstehers Wittkopf durch Flugfeuer in Brand gesetzt und binnen kurzer Zelt eingeäschert. G r e i f s w a l d. Sein 50jähriges Dienstjubiläum feierte der Landgerichts - Direktor Geh. Justizrath Buddee hierselbst. J a m u n d. Letztens wurde der Eigenthümer Wilhelm Fiek in seinem Stalle erhängt aufgefunden. Der 34jährige Mann war erst kurze Zeit verheirathet und hatte kürzlich ein ihm gehöriges Grundstück verkauft. Der Gedanke, dies zu billig veräußert zu haben, scheint das Motto der unseligen That gewesen zu sein. Neu-Wismar. Letztens schnitt sich der Altsitzer Haß die Kehle durch. Er wurde sofort in's hiesige Kreis - Krankenhaus gebracht. Haß ist schon seit Jahren geistesschwach und hat wiederholt versucht, seinem Leben ein Ende zu machen. P ö l i tz. Kürzlich wurde auf dem Grundstück des Töpfermeisters Kintz die Werkstätte des Tischlermeisters Rau durch Feuer zerstört. Rummelsburg. Der Tischlerlehrling Neumann schoß zum Vergnügen mit einem Revolver und traf die Arbeiterin Borck von hier, welche über dem linken Auge schwer verletzt wurde. Ein Prozeß aus der Pariser Lebewelt wird augenblicklich vor dem Seinetribunal verhandelt. Er interessirt wohl weniger durch die zu beurtheilende Strafthat, als durch die handelnden Personen. Im Jahre 1902 starb im Alter von 80 Jahren ein Herr Monthiers. Die Comtesse Simonowska de Chatillon - sie nannte sich natürlich nur so, in Wirklichkeit hieß sie ganz einfach Simonette - war zwanzig Jahre hindurch seine Geliebte gewesen. Aber sie ehrte das Andenken des in Geldsachen sehr vornehmen Greises nicht; sie präsentirte bei den Erben einen falschen Schuldschein des Herrn Monthiers im Betrage von 800.000 Francs. Ein ehemaliger Advokat Namens Pelletier Biron de Ruell soll dies Papier fabrizirt, ein gewisser Marquis" von Massa-Ma-laspina Beihilfe geleistet haben. Seit einem Jahre sitzt die Gesellschaft hinter Schloß und Riegel. Die interessanteste Persönlichkeit ist Massa-Ma-laspina, ein Abenteurer großen Stils. Seine berückende Persönlichkeit riß ganz Paris hin. Viele Frauen schenkten ihm ihre Gunst. Zwei davon heirathete er, und es ist sehr wahrscheinlich. daß er sie beide ermordet hat. Beweisen konnte man ihm in dieser Hinsicht nichts. Und so wird ihm in dem jetzigen Prozeß auch nur einfacher Betrug zur Last gelegt. Bei der Explosion einer Granate wurden in dem Dorfe Neuendorf bei Stettin der Arbeiter Siller und sein 15jähriger Sohn Gustav getödtet und zwei Kinder schwer verletzt. Ueber den Vorfall wenden nachstehende Einzelheiten gemeldet: Siller fand gelegentlich im Walde von Zedlitzfesde, in dessen Nähe sich der Truppenschießplatz befindet, eine noch nicht krepirte Granate. Als ehemaliger Artillerist interessirte er sich für das Geschoß, er nahm es deshalb mit nach Hause. Trotz der Warnungen und Bitten seiner Frau, das Geschoß aus dem Hause zu schaffen, machte er sich daran, die Sprengkapsel zu öffnen. Er setzte sich im Hofe auf eine Karre und fing nun an, die Granate aufzubohren bezw. aufzumeißeln. Die drei Kinder umstanden den Vater und sahen der "interessanten" Arbeit zu, während die Mutter der Kinder im Hause zu thun hatte. Die Bohrarbeiten hatten einige Zeit gedauert, als plötzlich unter einer heftigen Detonation, die wohl eine Viertelstunde weit laut zu hören war. die Granate explodirte. Der Vater wurde in Stücke zerrissen, der fünfzehnjährige Gustav wurde schwer verwundet und starb nach 3/4 Stunden; der zehnjährige Sohn Walter ist an Händen und Beinen schwer verletzt und wurde nach Anlegung eines Nothverbandes ins Züllchower Krankenhaus geschafft: nur die siebenjährige Lina ist leichter verwundet worden. Die Mutter war erst vor Schreck wie gelähmt, als sie ihren Mann und ihre Kinder todt oder verwundet am Boden liegen sah. In ihrer Verzweiflung soll sie einen Selbstmordversuch gemacht haben. In Portland. Ore., ist dieser Tage der italienische Kreuzer "Umbria" eingelaufen, das erste ausländische Kriegsschiff, welches seit Bestehen der Stadt den Columbia River heraufgefahren ist. Eine große Menge Leute besichtigten das Schiff, welches einige Tage Aufenthalt nahm, um den Offizieren und Mannschaften Gelegenheit zu geben, die Ausstellung zu be suchen.
Zkniscr MeneMs Reich.
Abrssinicnö Produkte, Klima,"Btvöls kerung und Erschichte. dessinienS topographische Beschaffenheit. Reiche Fauna-Ncrkwürdige Jahlungsmit tel Adessinische Jude - Tie Galla-Ter Kaiser Theodor-Mcnttki Heer. Abessinien, das Land des Kaisers Menelik II.. um dessen Freundschaft besonders in den letzten Jahren europäische Regierungen und auch die Ver. Staaten sich angelegentlich beworben haben, umfaßt, etwa 196.000 Ouadratmeilen Areal mit rund 5.000.000 Einwohnern. Das Land stellt im Wesentlichen ein bis zu 8000 Fuß Meereshöhe sich erhebendes Hochplateau mit grünenden Wiesen und mächtigen Wäldern dar. 'Durchschnitten ist dieses Hochland von zwei Gebirgszügen, von denen der eine, die Samen-Gruppe. mit 15,000 Fuß seine höchste Erhebung im Ras Dashan findet, während die andere Gebirgskette, die Talba Wakha, nur bis 9000 Fuß emporsteigt. Von den zahlreichen Flüssen Abessiniens ist nur der Abai (blauer Nil) schiffbar. Das Klima des Landes ist ein gesundes; die Temperatur schwankt, je nach der Höhenlage und der Jahreszeit, zwischen 45 und 100 Grad Fahrenheit. Die Pflanzenwelt Abessiniens umfaßt, neben vielen europäischen Gräsern und Getreidearten, vornehmlich Orangen-, Citronen-, Oliven- und Terpentinbäume, ferner Kartoffeln, Zwiebeln, Tabak. Kaffee und Bambus. 2is3 in Gala. Angebaut wird hauptsächlich Gersie und Weizen. Die wilde Fauna ist vertreten durch Löwen, Elephanten. Rhinozerosse. Hyänen, Giraffen, Zebras. Affen, Antilopen, Krokodile und Schlangen. In außerordentlicher Menge sind Vögel vorhanden, besonders Geier. Adler, Falken. Rebhühner, Nashornvögel und Strauße. An Hausthieren hält man Pferde, Maulthiere. Esel, Kameele, Ziegen und Rinder. Von Jnsekt:n treten die Heuschrecken und Termiten oft als Landplage auf. Auch findet sich in Abcssinien die namentlich in der RegenPeriode dem Vieh so gefährliche TsetseFliege. Schöne Mollusken, auch Perlmuscheln und Austern bieten die Küsten des Rothen Meeres dar. An werthvollen Mineralien verzeichnet das Land Gold. Silber, Eisen, Kohlen und Steinsalz. Das Gold wird meist in den Flüssen gefunden. Ter Handel in Meneliks Reich liegt fast ausschließlich in den Händen von Ausländern. Ausgeführt werden hauptsächlich Gold, Elfenbein. Häute und Kaffee, eingeführt Baumwolle, Seide und Waffen. Als Zahlungsmittel dienen die Maria Theresia.'Thaler, ferner ein v-on Menelik ausgegebener Thaler, endlich Salzsiangen und Patronen. Die Bevölkerung Abessiniens ist eine gemischte. Was man als eigentliche Abessinier oder Aethiopier bezeichnet, ist ein zur südlichen Familie der Semiten gehöriges, ursprünglich aus Arabien eingewandertes Volk, das in Folge seiner höheren Veranlagung und Gesittung die Herrschaft an sich gebracht hat. Viele Angehörige dieses Stammes haben noch das rein kaukasische Gesichtsgepräge und schlichtes, schwarzes Haar, während die Hautfärbe wechselt. Eine auffällige Erscheinung . bilden die Falascha oder abessinischen Juden, die früher sogar das Land zeitweilig beherrschten, jetzt aber auf einen kleinen Winkel am MeuellkS Palast in AdiS-Abkba. nordöstlichen Ufer des Tanasees, des größten stehenden Binnengewässers des Landes, zusammengedrängt sind. Sie haben schwarze Hautfarbe, sind ton exemplarischer Sittenreinheit, fleißig, aber dem Handel abgeneigt. Von großer Bedeutung für die Entwicklung Abessiniens sind die Galla geworden,
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ein streitbares, tapferes Volk, welche) das Land südlich vom Aequator vom Meer bis weithin in's Innere bewohnt und die Zerrüttung des altabessinischen Reiches benutzt hat, um sich bis in's nördliche Hochland Abessiniens einzuschieben. Obwohl die herrschende Religwn in Abessinien die christliche t, sind die Galla Mohammedaner geblieben. Das Christenthum wurde im 3. Jahrhundert durch alezandrinisch: Mönche nach dem heutigen Abessinien
gebracht, dessen Bewohner damals einen mit heidnischen Gebräuchen durchsetzten jüdischen Ritus ausübten. Kirche der heiligen Maria in Adiö-Abeba. Die Tradition läßt die biblische Königin von Saba die Stammmutter der äthiopischen Dynastie sein. Aus ihrer Ehe mit dem König Salomo, dessen Weltruhm sie nach Jerusalem zog, entsproß der erste König Aethiopiens, Namens Menelik, der die Religion seines Geburtslandes, das Judenthum, nach Aethiopien brachte. Eine unendlich lange Reihe von Königen, dazwischen auch ab und zu eine Herrscherin, leiteten die Geschicke des Reiches, bis es im Jahre 1855 Kassai. dem Sohn eines verarmten Sprosses der alten Dynastie, gelang, die Regierung an sich zu reißen, die sich befehdenden Stämme zu vereinigen und die Tausend Wunden zu heilen, die dem Lande durch die Bürgerkriege und die Herrschergelüste der einzelnen Ras (Fürsten) geschlagen worden waren. Genial wie im Leben, war Kassai, der als Kaiser den Namen Theodor angenommen, auch im Sterben. England rüstete aegen ihn im Jahre 1863 eine Expedition unter Lord Napier. die in Magdala. einer hohen natürlichen Felsenfeste, den Kaiser verschanzt fand. Nur wenige Stunden ließ er sein mit schlechten Feuerschloß - Gewehren ausgerüstetes Heer gegen den überlegenen Feind kämpfen. Im Kriegsrath verlangten seine Großen stürmisch die Niedermetzelung der europäischen Eefangenen, derentwegen die englische Expedition unternommen war. Die Antwort des Kaisers war, daß er es seinen Heerführern frei stellte, sich mit ihren Truppen in Sicherheit zu bringen, und daß er sämmtliche Gefangene unter Bedeckung frei in's Lager des Gegners schickte. Mit kaum zehn seiner Getreuen verschanzte er sich im höchstgev 1 4wmn -vty'r MerellkS Wappen mit drm Kopf dcS Herr schcrS nitf dem l'ßiccn von Juda. legenen Theil der Burg, kämpfte bis zum letzten Augenblick und erschoß sich dann, zu stolz, um in Gefangenschaft zu leben. Auf ihn folgte der Fürst von Tigre, der die Engländer unterstützt hatte und dafür mit Waffen und der Einsetzung in die. Königswürde belohnt wurde. Er . r. . i c rv oblieg unter oem namen eines Maliers Johannes den Thron, fiel aber bald in einer Schlacht gegen die Madhisten im Sudan. Im Hoflager dieser beiden Fürsten tsuchs Menelik. Aethiopiens jetziger Herrscher, auf, dessen angeborene Intelligenz ihn zu einem Manne hat reifen lassen, dessen stoatsmännische Klugheit weit über die Grenzen seines Reiches bekannt geworden ist. Fortschrittlichem Geiste huldigend, ist er zugleich seinem Volke ein Lehrer geworden. Ihm zur Seite steht in seinem Paläste in der Hauptstadt AdiSAbaba seine Gemahlin, die Kaiserin Taitu, die gleich ihrem Gatten, geistig hervorragt. - Ter Löwe aus dem Stamm Juda hat gesiegt! Menelik II., von Gott eingesetzt, König der KLnige von Aethiopien!" So lautet die Eingangsformel aller Schreiben und Erlasse deZ abessinischen Kaisers. Sein stehendes Heer hat Menelik seit der Schlacht von Adua 1896, in der, er die Italiener erfolgreich auf's Haupt schlug, von 100,000 auf 150,000 Mann vermehrt.
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