Indiana Tribüne, Volume 28, Number 276, Indianapolis, Marion County, 14 July 1905 — Page 5
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t l) a v u m ? I 3K - 5C 5 totrcUc üo . ilcsa. J$4$i:---s$t Warum er plötzlich mit einem kalten Schauder, einem unerklärlichen Entsetzen, , aus tiefem, traumlosem Schlaf empor fuhr, hat er niemals gewußt. Die Nacht war schwül, athemlos, mondlos. Zu dem weit geöffneten Jenfter blickten die dunklen Silhouetten der draußen regungslos siehenden Linden herein. Kein Luftzug kein Laut in dem schwülen, herzbeklemmenden Schweigen. Walter Harald sprang auf. War es ein Traum oder Wahrheit? Hatte dort, am Fußende seines Lagers, ein Weib gestanden ein Weib mit verzerrtem, schneeweißem Gesicht, aus dem ihn dieselbe lichtlose, schwüle Nacht anblickte, wie sie draußen über den schmachtenden Fluren brütete? Er strengte seine Augen an, die unbestimmten Umrisse zu erkennen. Kam sie nicht näher? Hob sie nicht drohend den Arm gegen ihn? Er griff, von kaltem Schweiß überrieselt, nach der Waffe, die über seinem Bette hing beherzt, und dennoch von unnatürlichem Schauder geschüttelt, schritt er auf das Unerklärliche zu. Ein Wetterleuchten flammte am Horizonte auf. In augenblicklicher, blender Helle lag das stille, leere Zimmer vor ihm. Die Linden draußen fingen plötzlich an zu flüstern ein kühler Hauch' strich leise über des jungen Mannes Gesicht. Gott sei Dank es war ein Traum gewesen eine Einbildung seiner von wochenlanger angestrengter Arbeit überreizten Sinne. Walter athmete tief auf. Seine zitternde Han mühte sich eine Weile umsonst, Licht zu entzünden. Dann blitzte endlich der Strahl auf, und mit der Lampe in .der Hand, leuchtete der junge Arzt sorgfältig in allen Ecken. Auf dem Platz, wo die Erscheinung vorhin gestanden, raschelte etwas im Luftzug. Walter bückte sich und hob einen noch geschlossenen Brief vom Boden auf. Von Lernore!".rief er froh. Und ich dachte noch im Einschlafen so innig an sie. Da ist der ersehnte Brief, und ich schlafe daneben und weiß gar nicht, wie reich icb bin. Das kommt davon, wenn man im Dunkeln zu Bett geht!" Er strich sich die letzten Schweißtropfen von der kalten Stirn. Tu wirst mir den Schrecken dieses gräßlichen Traumes am besten überwinden helfen, meine geliebte Nora! Himmel, wie mein Herz noch schlägt die Buchstaben verschwimmen vor meinen Augen! Ich habe mich entschieden überarbeitet in der letzten Zeit ich muß ein paar Tage gänzlich ausspannen." Walte? Harald legte einen Augenblick den Kopf in die heißen, zitternden Hände. Merkwürdig das Grauen wollte nicht weichen. Draußen fing der Sturm an, die Bäume zu schütteln, er wühlte in den Lindenkronen vor demFenstcr und warf große Regentropfen in's Zimmer. Jetzt fiel klirrend der Fensterflügel zu die weiße Gardine flatterte 'hoch auf und legre sich dann geisterhaft leicht und weich auf &s jungen Mannes gesenktes Haupt. Mi! halbersticktem Schrei fuhr er abermals auf. Seine Augen fielen auf das offene Briefblatt, das der Wind leise auf ihn zu trieb. War es wieder eine Sinnestäuschung oder stand dort wirklich Walter! Walter!" wie ein Ruf, ein Verzweiflungsruf nach ihm? Gott im Himel, werde ich wahnsinmg?" stöhnte er. Ruhe! Fassung!" Und er zwang seine Augen auf das Papier. Nein es war Täuschung. Geliebter Walter!" stand dort nur .Geliebter Walter!" Vor sein geistiges Auge trat die liebliche Gestalt seiner jungen Braut. Das Madonnengesicht mit dem ernsten, klaren, kinderreinen Ausdruck, die dunkelblauen Augen voll schüchterner Liebe, voll Unschuld und Vertrauen. Nora," seufzte er wären die paar Monate erst herum wärest Du mein! Brauchtest nicht mehr unter fremden Leuten weilen, Dich zu quälen mit der Erziehung fremder Kinde.?. Aber bald, Liebling bald!" Seine Augen kehrten zu dem Brief zurück und lasen endlich bis zu Ende. Ich habe Dir eben erst geschrieben, mein geliebter Walter, und doch drängt mich heut ein unwiderstehliches Gefühl, Dir wieder zu sagen, was Du schon so oft gehört und gelesen wie unendlich lieb ich Dich habe, und wie mein Herz das Glück kaum fassen kann. Dich in kurzer Zeit ganz zu besitzen. Eine Stimme in mir ruft unaufhörlich: Sage es ihm! als ob das lange Leben, das so sonnig vor mir liegt, nicht lang genug sein könnte, diese Liebe zu bethätiaen. Bist Du krank. Liebster? Es ist eine Angst in mir eine Unruhe Ich möchte zu Dir, Deine Hände fassen. Dich nie mehr lassen. Sag', warum muß ich unaufhörlich an Dich denken, mit einer Sehnsucht, die fast zum körperlichen Schmerz wird? Hier geht das gewohnte Leben seinen ruhigen Gang. Die beiden Kinder sind artig und haben mich lieb sie machen mir beinahe nur Freude. Herrn Leu:hold sehe ich nur bei Tisch. Du hattest immer ein Vorurtheil gegen den Mann, und doch ist sein finsteres, 'verschlossenes Wesen wohl zu entschuldigen. Wie furchtbar muß es für ihn gewesen sein, die Mutter seiner Kinder die Gattin, die er vielleicht sehr liebte, in Geistes-
nacht versinken zu sehen. Heute trat er plötzlich in unser Lehrzimmer und theilte mir mit, daß seine Gattin geheilt sei und morgen entlassen werde. Schon morgen hole er sie sich 'zurück in sein Haus. Es war rührend, ien Freudenstrahl in seinen Augen zu sehen und die Hast, mit der er Mittags aß, um nur einen Zug früher fortzukommen. Und wie erst die Kinder jubelten! Wir haben heute den ganzen Nachmittag Blumen gesucht, morgen soll alles mit Kränzen und Guirlanden geschmückt werden. Haus und Fabrik prangen schon heule im Schmucke grüner Maien. Ich mußte immerzu eines anderen Tages gedenken, an dem ich wieder Kränze flechten will; wer sollte sie sonst für Deine heimathlose Braut winden? Dann werden es die letzten Rosen sein, wie es heute die ersten sind und blühende Myrtben. Lebe wohl, Geliebter, lebe wohl! Ich bin in Liebe und Treue, ,bis daß der Tod uns scheidet,' Deine Nora." Walter Harald ließ das Blatt sinken. So hatte sie noch n i e geschrieben. Klang durch diese Liebesworte nicht Angst? Rief sie ihn nicht? Ach. sie war ja so zart. Vielleicht strengte sie ihr Beruf zu sehr an. Vielleicht fühlte sie sich unglücklich unter den fremden Menschen fürchtete die ihr noch gänzlich unbekannte Herrin die gewesene Geisteskranke. Ich will hinreisen!" murmelteWalter. Es treibt mich etwas ich muß zu ihr! Laß sehen welcher Zug ist der nächste?" Und er lief an den Schreibtisch, fieberhaft riß er Bücher und Papiere heraus. Da. da war endlich der Fahrplan da auch ihrVild fast hätte er es herabgestoßen mit seinen unsteten Bewegungen. Und der junge Arzt sank in den Sessel, der vor dem Schreibtisch stand, und seine ganze Seele versenkte sich in dieses Bild. Nora. Nora, ich komme!" flüsterte er. Seinen überreizten Sinnen schien es, als ob sich die Augen des Bildes langsam mit großen, -schimmernden Tropfen füllten, als ob sich diese Lippen öffneten, und Walter" haucht es, geisterhaft leise hatte er es nicht ce-hört-Entsetzt ließ seine Hand das Bild fallen da lag es mit zerschmettertem Glase zu seinen Füßen..
Der Morgenwind hauch! über die erquickten Fluren, die Sonne strahlt und weckt sprühende Lichter in all den schimmernden Tropfen, die, wie erlösende Thränen, auf Wiesen und Feldern blinken. Der Schnellzua rast in's Weite. Am Fenster eines Koupes zweiter Klasse sieht satter Harald mit blassem, überwachtem GesiÄt. Seine Auaen sind dunkel umrandet und schweifen gleichgiltig über die Pracht der wildenBlumen, die in üppiger Fülle überall bluhen. Ter Ginster stürzt, wie aoldene Bäche, über die Felsen, ganze Büsche brennend rothen Mohns wiegen sich im Juniwind. Die Wildrosenbüsche sind uverjchuttet mit vlaßrosa, dustenden Blüthen, und wie Schnee überblühen Maßliebchen die schweigenden, träumenben Waldeswiesen. Vorbei an weiten, stillen Geldern vorbei an schattigen Gärten hinein in den dämmernden Hochwald hinaus wieder in cie lachende. sonnenbeschienene Ebene weiter, immer weiter. Walter Haralds Unruhe schwindet nicht. Umsonst schilt er sich selbst albern und nervös, wie einen Backfisch umsonst versucht er der Landschaft draußen Interesse abzugewinnen umsonst versucht er, seinen Geist durch Zeitungsleitüre wieder in das gewöhnliche Geleise zu bringen. Der dumpfe, schwere Druck, der über ihm liegt, will nicht weichen. Er l:hnt den schmerzenden Kopf an die Polster und versucht zu schlafen. Aber das Blut hämmert in seinen Schläfen, und das eintönige Geräusch oer vtaber sagt ihm 'unaufhörlich den einen Namen: Le o no re Ver non Le o no re Ver non." Hat er geschlafen? Er fährt plötzlich in die Hohe, wieder tont in seinem Ohr der leise, tonlose Ruf in Ruf wie aus höchster Todesnoih. Ich werde krank." sagte er zu sich und sie hat es geahnt. Dies ist der Anfang eines allerliebsten Nervenfiebers. Gott gebe nur. daß ich mich bis morgen noch halte." Mit geschlossenen Augen lehnt er sich zurück, und der Zug rajt weiter und weiter. Die Sonne steigt. Ter Mittag brü tet mit erstickender Glutb über den ftel dern. Stationen werden abaerufen Menschen kommen und gehen. Walter hat vergeben, daß er nocy fast nüchtern ist das Essen ekelt ihn an, nur ein Glas eiskaltes Selterswasser stürzt er hinunter. Die Stunden schleichen müde, langsam. Endlichsäng! die Gegend an, flach und reizlos zu werden. Hm und wie der ragen hohe ' rauSaefckwärzt Schornsteine in den Himmel. Der Äoendwlnd erwacht, vas Ziel ist nahe. Ungeduldig steht Walter mit schmerzendem Kovf und keinen, fiebernden Händen am Fenster. Da endlich die kleine, weltverlorene Station! Er springt heraus, der Einziae. der hier den Zug verläßt. Sein Äuge schweift hinüber nach dem erst in einiger Entfernung liegenden Dorf.' ' Ein sandiger, breiter, von Koyienaub schwarzgesaroter Weg fuhrt dorthm Drüben siebt er die Seblo" ??a. brisen schwarz und düi'er in die Luft ragen. Die tiefe Stille die öde, flache, versengte Gegend die staubbedeckten.
verschmachtenden Gräser am Wegesrand das ganze Bild trostloser Einsamkeit, Verlassenheit und Oede legt sich beklemmend auf des einsamenWanderers Brust. Und hier lebt sie! Wie
maa sie sich sehnen nach Schönheit, Liebe und Wärme. Walter Harald bat sick dem stillen Dorfe aenäbert. Er steht an zwei sich kreuzenden Wegen. Welches von diesen vielen schwarzen qualmenden Ungeheuern von Schloten t nun der zur Leulbold'scben Fabrik aeböriae Schornsiein? Wohin soll er sich wenden? - Vor ihm liegt der kleine Fnebhos. Nur ein bober. unkrautüberwucherter Erdwall umgibt ihn. Blasse Steinnelken maen von ihm herao im Avenohauch, der goldene Ginster blüht auch bier. Vitxn ' in einem Winkel, wo Haufen ausgejätetes Unkraut und morsches. zerbrochenes Holzwerk liegt, wo vas Gras hoch und wild steht, schaufelt ein alter Mann. Er ist in dieser Oede der einzige Mensch, der weit und breit zu feben ist. Walter Sarald schreitet langsam den breiten Mittelweg hinauf, auf den Alten zu, der seine Arbeit, ein frisches Grab zuzuschausein, unterbricht, und. auf sein Grabscheit gestützt, seltsam dunkel und aroß vom tiefpurpurnen, glühendrothen Abendhimmel sich abhebend, ihm entgegensieht. Walter faitt an feinen Sut. Könnt Ihr mir wohl den Weg zeigen" beginnt er aber er verstummt jay. ist sieht deutlich, um es nie im Leben mehr zu vergessen, die hohen Pappeln am Erdwall, die im Winde flüstern, den Strauch blasser Wildrosen, der den verlassenen Winkel fckmückt er starrt mit großen, unnatürlich weit geöffneten Augen, auf ein neues, schwarzes Holzkreuz, das noch lose zu Häupten des frischen Grabes lehnt, das der Alte eben zuschaufelt; und er liest die weiße Schrift, die dort geschrieben steht, und die das Abendlicht wie mit Blut übergießt: Leonore Vernon dann siebt er nichts mehr. Ein Brausen erfüllt seine Ohren purpurne Finsterniß seine Augen. Er hebt beive Arme plötzlich hoch in die Luft, und wie vom Blitz getroffen, stürzt er besinnungslos über das frische Grab seiner Braut, Nora Vernons, in der Arme-, sunderecke des Kirchhofs zu Neuhutte, Vierzehn Tage später stand ein hochgewachsener Herr, mit schwarzem Flor um Arm und Hut, vor demselben Grabe, der Bruder Leonore Vernons, und der alte Todtengräber, vom Giesien der Gräber abgerufen, ihm zur Seite. Wie war es möglich wie konnte es möglich sein?" stöhnte Georg Vernon. Sagen Sle mir, was spricht man rm Dorf darüber?" Das ist wenig, Herr!" sagte, der Alte. Das Fräulein war immer freundlich. Jeder hat sie gern gehabt. Tags zuvor ehe das Unglück passirte, war sie noch hier, aus demselben Fleck, wo wir jetzt stehen. Sehen Sie, Herr dort die Wildrosen wollte sie haben, weil am nächsten Tag die Frau Leuthold wieder kam da wollten sie alles bekränzen. Ich hab' noch gesagt: ,Thun Sie's mcht, Fräulein, FriedHofsrosen, die bringen kein Glück, die pflückt man nit, die muß man halt den Todten lassen!' Da hat sie mich noch so freundlich angelacht und gesagt: ,Aber Haber,' Haber heiß ich nämlich, Herr ,aber Haber, hier ist ja gar kein Grab das ist ja doch die Armesünderecke hier liegt ja keiner!' und da pflückt sie eine ganze gand voll.- Ja, Herr sie haben ihr kein Glück gebracht sehen Sie sie hat sie sich selbe? genommen." Aber, mein Gott wie geschah es denn was erzählt man sich?" Ja, Herr da weiß keiner, warum sie das gethan hat. Früh kommt der Werkfllhrer zu Herrn Leuthold und sagt: .Ach Gott, Herr Leuthold Ihr Fräulein kniet oben am offenen Fenster ganz still und es sieht ganz entsetzllch aus. Kommen Sie doch blos 'mal mit!' Da ist der Herr mitgegangen, und oben, da hat sie am Fenster gekniet :n einem kleinen, seidenen Tuchel hing sie am Fensterkreuz. Sie ist schon ganz kalt gewesen. Und am selbigen Abend hab' ich sie begraben, weil es qar so heiß war und die Frau wollt' sie fort haben. Soll ich Ihnen em Glas Was ser holen, Herr?" Georg Vernon hatte geschwankt und sank nun, beide Hände vor das Gesicht gepreßt, an Noras stillem Hügel nieder. Mein Liebling," stöhnte er. was haben sie Dir' gethan, daß Du s o von uns' gingst?" Er richtete sich auf. Ich will Licht bringen in Deinen dunklen Tod, Nora!" sprach er feierlich. Dann schritt er einsam, tiefen Ernst in den Zügen, dem stillen Dorfe zu. Der Abend dämmerte schon und erfüllte das Haus mit tiefen Schatten, als Georg Vernon vor dem' Fabrilbesitzer Leuthold stand. Der Eindruck, den der blasse, . finstere Mann auf Georg machte, war kein günstiger indessen zwang dieser sich doch zu einer hoslichen Anrede. ggy. Mhluß folgte 1.2' Armenier gibt es auf der Erde etwa 2,500,000. Nur 1,000.000 derselben -wohnen in Armenien selbst, während der Rest über die üörigen türkischen Gebiete in Asten Europa und Afrika, über Oesterreich. Rußland, Persien, Indien und andere Länder verbreitet ist.
Enttäuschte Auswanderer. Trauriges oos der italienische Landarbel, ter in Südamerika. Der Auswandererstrom aus Jtalier nach Südamerika, besonders nach Vrasilien, Chile und den La Platastaaten ist im Rückstau begriffen und noch größeres Mitleid als einst die AusWanderer erregen nun theilweise du Heimkehrenden, von denen viele in bet Fremde, sogar das Wenige, das st noch ihr eigen nannten, verloren haden. Die Ursache der Rückwanderuno ist zunächst in der Thatsache zu suchen daß das Ende der durch eine UeberProduktion an Kaffee hervorgerufenen brasilianischen Krisis noch nicht abzusehen ist, und auch Argentinien noch einige Jahre zu? Ueberwindung seine, Nöthe brauchen wird. Es war nicht nur die Aehnlichkeit des Klimas, der Sprache, der Rasse, die aus Oberitalien namentlich eim solche Massenauswanderung nach Südamerika zur Folge hatte, sondern für Brasilien und besonders für San
aulo diente die den Bauern aewayrte icie Ueberfahrt als Köder für Hun erttausenoe. die daheim darbten. Denn das italienische Auswanderer Heer rekrutirt sich mit verschwindend wenigen Ausnahmen aus den besitzlosen Volksschichten, und die Noth allein treibt die an ihrer Heimath hängenden Leute aus ihr hinweg. Ganz besonders groß ist die AusWanderung nach Südamerika aus den ländlichen Bezirken und zwar nament lic', aus den Berggegenden, wo der Kleingrundbesitz durch die fortgesetzte gleichmäßige Theilung unter die Erben gar zu klein geworden ist, um die geringen Bedürfnisse der anspruchslosen Leute zu decken. Die Bauernimporteure San Paulos rührten deshalb nicht vergeblich die Werbetrommel, namentlich im Venezianischen, und in Genua konnte man zuweilen betrübende Bilder menschlichen Elends sehen, wie es ein italienischer Auswanderunginspektor beschreibt: Zerlumpik Cchaaren, gebeugt von der Last des Elends und des Gepäcks, taumelnd vor Hunger und Erschlasfung, wurden von herzlosen und brutalen Leuten nach dem Einschiffungshafen geführt, wie der, Ochsentreiber seine Heerde nach dem Markt bringt." Unter ihrem Gepäck war mancher Gegenstand, bei dessen Anblick man sich wunderte, daß sie es der Mühe werth hielten, derartiges im üter das) Weltmeer zu nehmen, aber es wurden drüben für die einfache sieii. Gebrauchsgegenstände fabelhafte Preise gefordert, und so empfahlen die Vorausgezogenen den ihnen nachsolgenden Familienmitgliedern und Freunden brieflich, Laterne, Waage, Eicher. jegliches Küchengeräth. ja alles miiunehmen, selbst die Nägelköpfe," . ' V S J C wie einer, sazneo. vrn yanoen zum Tragen der vielen Sachen fehlte es d:n Auswanderern ja auch nicht, denn der Kinderreichthum der venezianischen Vauernfamilien ist vielfach ebenso groß wie ihre sonstige Armuth. Das traurigste Loos haben viele. Tausende italicnischc? Landarbeiter in den KaffeePflanzungen San Paulos, und es war wirklich hohe Zeit, daß dem Heranlo! ken armer Bauern durch die freie. Ueberfahrt seitens fremder Staaten rm Jahr 1902 durch das italienische Aus wanderunaskommissariat 'ein Riegel vorgeschoben wurde. Operircu mit Handschuhen. Der inVreslau verstorbene berühmte Chirurg' Professor Johanes Mikulicz hat sich um die Technik der Operation des Magenkrebses, welchem Leiden er tragischer Weise selbst zum Opfer fiel, unsterbliche Verdienste erworben. Er hat auch das Operiren mit Handschuhen inaugurirt und seinerzeit damit heftige Opposition unter den Chirurgen hervorgerufen. Mikulicz ging von der Ansicht aus, daß die menschliche Hand mit ihren vielen Vertiefungen und Li nien niemals, selbst durch energisches Waschen nicht, ganz keimfrei gemacht werden könne, und empfahl daher, zuerst Gummi-, dann auskochbare Zwirnhandschuhe bei den Operationen anzuziehen. Anfangs fand er nur we nige Anhänger seiner Methode. Heute Wird fast auf allen chirurgischen Klmi ken in Handschuhen" operirt. Eiterungen kommen infolgedessen so gut wie gar nicht vor. Die Handschuhe sind aus dünnem Zwirn und beein trächtigen das Gefühl der freien Hand nicht im mindesten. Die Technik der Operation war überhaupt Gegenstand des Lieblinqsstudiums bei Mikulicz Er war überaus fruchtbar im Erfinden von neuen Operationsmethoden, und I immer unzufrieden mit dem Erreichten, suchte er stets nach Neuem, nach Vollkommenerem. Er glich dann ganz sei nem Meister Villroth, der Mikulicz sehr hoch schätzte. Wiederholt kamen zu Billroth Patienten aus Krakau, zu einer Zeit, wo Mikulicz, der das PolNische beherrschte, schon als ordentlicher Professor an der Universität der Jagellonen thätig war. ,,Wozu kommen Sie zu mir?" fuhr Billroth die Kran ken ärgerlich an. Sie haben ja den Mikulicz in Krakau. der versieht die Sache gerade so gut wie. ich und operm noch besser als ich. .Auf Sumatra gibt es Eingeborene, die ihre Todten in Matten einnahen und dann an reckartige Stan gengerüste hängen, um sie auf diese Weise für die Verbrennung zu präpa.inii. r , v . ...
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